Der NSA-Skandal und die ausbleibende Empörung

19. Juli 2013 von Thomas Grüter in Irrationales Denken

Warum regen sich hierzulande so wenige Menschen über den exzessiven Datenhunger der NSA auf? Eigentlich sollten sie das Weiße Haus mit wütenden Mails überschwemmen, und drauf drängen, dass die Bundesregierung die NSA aus dem Datenverkehr zieht. Aber erstaunlicherweise passiert nicht viel.

Die Opposition in Berlin sieht im Verhalten der NSA eine massive Grundrechtsverletzung und einen Schaden für das deutsche Volk, das Volk aber bleibt erstaunlich gelassen. Christian Stöcker schreibt in einem Artikel auf Spiegel Online gegen die Verharmloser an. „ Jetzt zu sagen: ‚Das war doch ohnehin klar‘, und es dabei zu belassen, hieße, seine Bürgerrechte aufzugeben“, wettert er. Er hat durchaus nicht unrecht, aber selbst seine engagierte Philippika hat die gleichgültige Stimmung nicht verändert. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass für 37% der Wähler das Thema bei der Bundestagswahl keine Rolle spielt, bei weiteren 33% eine geringe.

 Wer sich etwas mit Sozialpsychologie auskennt, wird sich darüber nicht wundern. Diese Reaktion war zu erwarten und auch der weitere Gang der Diskussion ist bereits vorgezeichnet. Lassen Sie mich das kurz erklären.

Menschen und ihre Vorfahren leben seit Millionen von Jahren in Gruppen. Unser Gefühlshaushalt ist darauf sehr gut abgestimmt. Menschen halten ihre eigene Gruppe für besser als jede andere. Wie sich in vielen Versuchen gezeigt hat, gilt das sogar dann, wenn die Gruppe in einem Versuch ad hoc zusammengestellt wurde. Diese wichtige Erkenntnis ist nicht neu, sie stammt aus den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Der britische Psychologe Henry Tajfel führte damals eine Reihe von bahnbrechenden Untersuchungen zu dem Thema durch, die seitdem vielfach bestätigt wurden. Das Stichwort dafür heißt Eigengruppenpräferenz.

Aus evolutionärer Sicht ist das gut nachvollziehbar. Eine Gruppe würde auseinanderfallen, wenn sich die Gruppenmitglieder dort nicht gut aufgehoben fühlten. Das wäre für Frühmenschen aber deutlich ungesund. Auch eine zerstrittene Gruppe ist gefährdet, deshalb verlieren beispielsweise zerstrittene Parteien regelmäßig dramatisch an Zustimmung.

 Andere Gruppen gelten als verdächtig. Viele Untersuchungen zeigen, dass Menschen dazu neigen, Deutschen, Amerikanern, Franzosen, Schalkefans oder Blondinen bestimmte gemeinsame Eigenschaften, sogenannte Stereotypen, zuzuordnen. Die Mitglieder anderer Gruppen werden auch homogener wahrgenommen als sie eigentlich sind (Fremdgruppenhomogenität).

Menschen können sich mehreren Gruppen zugehörig fühlen. Man kann gleichzeitig Deutscher, Münchener, Bayernfan und Biologe sein. Von jedem Angriff gegen eine dieser Gruppen würde man sich getroffen fühlen. Schon eine spitze Bemerkung möchte man unwillkürlich zurückweisen, auch wenn sie vielleicht berechtigt ist.

Warum stehen die Deutschen also nicht zusammen und protestieren gegen die Abhöraktion der NSA? Ganz offensichtlich fühlen sie sich nicht angegriffen. Amerika ist weit weg und niemand befürchtet konkrete Nachteile, wenn die NSA weiß, wem er wann eine E-Mail schreibt. Es handelt sich auch nicht um einen erklärten Angriff auf Deutschland, sondern um eine weltweite ungezielte Lauschaktion.

Lediglich solche Menschen und Gruppen fühlen sich angegriffen, für die ein freies, anonymes und privates Internet einen zentralen Wert ihres Weltbilds darstellt. Wie sich jetzt deutlich zeigt, repräsentieren sie aber nur eine kleine Minderheit der Bundesbürger. Politisch lässt sich deshalb mit einem Protest gegen die Lauschaktion kein Blumentopf gewinnen. Obwohl die Bundesregierung bei der Angelegenheit keine glückliche Figur macht, zeigen die Umfragen, z.B. auf der Titelseite von sueddeutsche.de, keine Verschiebung zugunsten der Opposition und keine Stimmengewinne der Piraten. Für die Politik besteht also kein aktueller Handlungsdruck, was natürlich nicht ausschließt, dass unsere Volksvertreter aus eigener Überzeugung handeln und die gesetzlichen Grundlagen für einen besseren Datenschutz schaffen.

Von amerikanischer Seite aus betrachtet stellt sich die Sache wiederum anders dar. Man versuche ja nur, Terroranschläge zu verhindern, und spioniere im Übrigen nicht mehr als andere Staaten, heißt es dort. Das hört sich von hier aus wie die Ausrede eines ertappten Sünders an. Es ist aber durchaus ernst gemeint! In den USA ist das Analysieren der Internetkommunikation durchaus populär, solange es nicht die eigene Gruppe betrifft. Ausländer abzuhören, um Terrorangriffe abzuwehren, halten die meisten Amerikaner für absolut legitim. Wenn man dabei auch das eine oder andere Firmengeheimnis aufschnappt, ist das ein angenehmer Nebeneffekt. Schließlich muss jeder auf seine Daten selbst aufpassen. Wer Interna unverschlüsselt über das Internet herumschickt, ist selber schuld.

Kein Politiker in den USA kann derzeit die Argumentation der Geheimdienste widerlegen, dass die weltweite Verfolgung des E-Mail-Verkehrs Dutzende von Anschlägen verhindert hätte. Also werden die USA weiterhin alle verfügbaren Leitungen anzapfen und jede elektronische Kommunikation und jedes Telefongespräch speichern, analysieren und auswerten. Die aktuellen Proteste, auch von hochrangigen Politikern, richten sich nur gegen die geheime Überwachung von US-Bürger (nachzulesen beispielsweise in der New York Times). Wenn die Bundesregierung also verlangen wollte, die Amerikaner sollten damit aufhören, die Kommunikation von deutschen Staatsbürgern zu analysieren, würde sie auf Granit beißen.

Aus sozialpsychologischer Sicht ist das alles wenig überraschend. Damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: In diesem Beitrag geht um Gefühle, nicht um Logik oder gar internationales Recht. Ich erkläre lediglich die aktuelle Stimmungslage hier und in den USA, weil offensichtlich viele Blogger, Internetaktivisten und Journalisten von der Gleichgültigkeit ihrer Mitbürger überrascht sind.

Wer seine E-Mails in Zukunft verschlüsseln will, findet inzwischen überall Anleitungen dazu. Wer nur noch verschlüsselte Kommunikation betreiben will, könnte sich allerdings damit ins soziale Abseits stellen, wie man einem Spiegel-Online-Artikel vom 18.7. entnehmen kann.

Vielleicht sehen Provider und Anbieter von Internet-Dienstleistungen in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil darin, wenn sie Datenleitungen abhörsicher machen und nicht über die USA oder England routen. SAP wirbt beispielsweise ausdrücklich damit, dass es Rechenzentren in allen Regionen der Welt unterhält und die Daten ihrer Kunden auf Wunsch nur in deren Region speichert. Wenn das Geschäft mit der Datensicherheit Gewinne verspricht, werden sich auch Anbieter finden.

Vielleicht sollte man aber auch wieder mehr Briefe schreiben, oder sich wieder öfter persönlich treffen. Ein echtes Gespräch bei einer Tasse Kaffee oder bei einem Spaziergang ist tausendmal intensiver als jeder Chat im Internet.

 


37 Kommentare zu “Der NSA-Skandal und die ausbleibende Empörung”

  1. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Internetüberwachung

    Von amerikanischer Seite aus betrachtet stellt sich die Sache wiederum anders dar. Man versuche ja nur, Terroranschläge zu verhindern, und spioniere im Übrigen nicht mehr als andere Staaten, heißt es dort. Das hört sich von hier aus wie die Ausrede eines ertappten Sünders an. Es ist aber durchaus ernst gemeint!

    Der Schreiber dieser Zeilen, der 'ein freies, anonymes und privates Internet' als 'einen zentralen Wert' betrachtet, meint es auch ernst, wenn er die Überwachung, die Terrorgefahr berücksichtigend, eher ignoriert als sich aufzuregen.

    Selbstverständlich ist das kein wünschenswerter Zustand, allerdings hält Ihr Kommentatorenfreund eher Abstand von Erklärungen dieser Art - 'Ich erkläre lediglich die aktuelle Stimmungslage hier und in den USA, weil offensichtlich viele Blogger, Internetaktivisten und Journalisten von der Gleichgültigkeit ihrer Mitbürger überrascht sind.' -, denn er war, wie Sie vielleicht auch, zu Zeiten der Volkszählung, ca. 1987, in D und damals hat man sich höllisch aufgeregt über die Erfassung von sagen wir einmal: Personeneckdaten.

    Heutzutage geht man viel weiter...
    Die Wandlung der 'Stimmungslage' hat also anzunehmenderweise (vielleicht auch: ernstzunehmende) Gründe.

    MFG
    Dr. W

  2. Ralph Antworten | Permalink

    Alarmisten wundern sich naturgemäß, dass sie in der Minderheit sind. Sie leben halt in ihrer eigenen Welt.

  3. Paul Stefan Antworten | Permalink

    Ausbleibende Empörung

    Die Erklärungen dieses Artikels sind zwar sehr überzeugend. Die ausbleibende Empörung hat aber auch vermutlich mit einem Gefühl der Machtlosigkeit zu tun.
    Man beobachtet im Geheimdienstmilieu ein "outsourcing" von Taten, die im eigenen Land strafbar sind, eine Art Globalisierung im Schattenreich der Halblegalität, die erst durch die neuen technischen Möglichkeiten diesen Umfang erreichen konnte. Hinzu kommt der offensichtliche Unwille von Regierungen, aufzuklären und das deutlich spürbare "Wir tun, was wir wollen" von den Geheimdiensten. Es bleiben berechtigte Zweifel, ob die demokratischen Kontrollgreminen der Geheimdienste überhaupt etwas wesentlich kontrollieren können. Es geht nicht nur um die Gruppen "Amerikaner", "Deutsche", "Ausländer", sondern um eine Konfrontation der Gruppen "kollaborierende Geheimdienste" versus "doofer Rest der Welt".

    Der Vorschlag, Briefe zu schreiben und sich persönlich zu treffen, klingt da leider reichlich hilflos.

  4. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Es geht

    Es bleiben berechtigte Zweifel, ob die demokratischen Kontrollgreminen der Geheimdienste überhaupt etwas wesentlich kontrollieren können.

    ...hier wohl auch darum durch die internationale Zusammenarbeit der Dienste auf (einzel-)staatlicher Ebene bestehende rechtliche Einschränkungen auszuhebeln.

    Auch denjenigen, die die Terrorgefahr durchaus ernst nehmen, auch die Gefahrenabwehr als teilweise erfolgreich betrachten, ist natürlich klar, dass hintergründig Administrationisten oder Bürokratisten Gründe suchen ihrem Verwaltungsverlangen zu entsprechen und letztlich nicht-rechtsstaatliche Zustände zu schaffen. - Allerdings ergibt sich nun einmal aus der zunehmend "bunten" Lage des Demos, mit Leutz, die kaum noch Werte teilen, dementsprechende Not.

    MFG
    Dr. W

  5. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Wehe dem, der unter Verdacht gerät.

    Zu den im Artikel genannten Gruppenphänomenen gehört wohl auch, dass sich meist nur wenige mit denjenigen solidarisieren, die von einer Gruppe als schwarze Schafe betrachtet werden.

    So werden Lehrer, die unter Pädophile-Verdacht geraten oder Väter, denen von sich scheidenden Gattinnen ein Inzestverdacht angehängt wird, meist nicht nur von der Öffentlichkeit sondern auch von den meisten Bekannten und Freunden fallengelassen wie etwas Schmutziges oder etwas an dem man sich die Finger verbrennen kann. Kaum jemand will sich mit einem solchen schwarzen Schaf solidarisieren, selbst wenn der Verdacht noch so vage ist.

    Das gleiche Phänomen dürfte es auch als Folge der Überwachung des Internetverkehrs geben, wenn einmal ein Verdacht aufgebaut wurde. Der SPON-Artikel NSA-Überwachung: Die Mathematik des Terrorverdachts informiert zuerst über die geringen Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der aufgrund von Überwachungsdaten verdächtigt wird, wirklich auch zur Zielgruppe - den Terroristen also - gehört. Dies liegt einfach daran, dass bei Überwachung von fast allen selbst eine grosse Treffsicherheit von 99% oder mehr immer noch zu zehntausenden von "Falschpositiven" führt. Das hat zur Folge, dass selbst ein harmloser Scherz grosse Konsequenzen haben kann (Zitat SPON)) "Wie etwa im Fall der beiden irischen Touristen, denen im vergangenen Jahr am Flughafen von Los Angeles die Einreise verweigert wurde - wegen einer flapsigen Nachricht auf Twitter. Einer der beiden hatte kurz vor dem Flug geschrieben, er werde "Amerika zerstören".

  6. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    NSA:Die Bürger zweifeln an derDemokratie

    Ein Grund, dass der NSA-Skandal in Deutschland und den anderen EU-Ländern wenig Resonanz ausgelöst hat, dürfte auch daran liegen, dass viele Bürger durch die Euro-Krise und wie sie von den EU-Politikern gemanagt wurde und wird zunehmend an der Demokratie zweifeln. Denn was in letzter Zeit an Euro- und EU-Politik beschlossen wird und wurde hat doch mit den ursprünglichen Absichtserklärungen sehr wenig zu tun und die "unkonventionelle" Politk der Euroretter wurde von ein paar wenigen Politikern eingeleitet und durchgeführt ohne dass das Volk dazu gefragt worden wäre.

    In dieses Bild, dass die Politiker, Exekutiven und Geheimdienste tun was sie tun ob sie nun dafür gewählt wurden oder nicht, ob sie nun berechtigt dazu sind oder nicht, passt natürlich auch gut der NSA-Skandal. Vor allem auch die Tatsache, dass deutsche Bundespolitiker viel mehr über das Treiben der US-Geheimdienste wussten als sie nun zugeben. Ja sie scheinen in die Überwachung der eigenen Landsleute zum Teil sogar eingewilligt haben.

    Für mich befindet sich auch die Demokratie in Europa in der Krise. Und der NSA-Skandal passt dazu.

  7. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Zweifel an der Demokratie II

    Der NSA-Skandal ist nur ein weiteres Mosaikstück, welches die Politikverdrossenheit und den Zweifel an den der Demokratie und den sie repräsentierenden Politikern, ergänzt.
    Georg Diaz SPON-Beitrag Ich verweigere mein Kreuz bringt es gut auf den Punkt mit seiner NichtWahl-Empfehlung:
    "Als Wähler kann man also nur über Fragen abstimmen, von denen vorher entschieden wurde, dass man sie den Wählern zur Abstimmung vorlegen soll. Wer sich an solchen Wahlen beteiligt, beteiligt sich im Grunde an Wahlbetrug."

  8. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Zweifel an der Implementation

    der Demokratie waren sicherlich gemeint, Herr Holzherr, die Demokratie, die im "westlichen" Sinne im Dreieck private und unternehmerische Freiheiten, Menschenrechte und eben Demokratie steht...

    Die Demokratie an sich ist nichts wert, sie wird anscheinend zurzeit in Nordkorea und im Iran geübt und wurde es gestern in der DDR.

    Man muss sich auch nicht an der repräsentativen Demokratie aufgabeln, auch die geht, woran es aber nagt, ist das Vermögen auf EU-Ebene umzustellen, dabei das Währungssystem zu halten und die bekannten Standards, hier müssen sich die Volksvertreter selbst ein wenig rüffeln, aber die haben wenig Übersicht - und "Mutti" ist dumm.

    MFG
    Dr. W

  9. DH Antworten | Permalink

    Zeit

    Die Gelassenheit des Volks scheint mir eine instinktive und gar nicht so unkluge Reaktion zu sein.
    Anders als bei der Volkszählung ist die Bedrohung universal und ab jetzt jederzeit vorhanden , was von Vielen erst für die Zukunft befürchtet wurde , ist auf einmal über Nacht Realität geworden.

    Das ist so erschlagend und umfangreich , daß es schlicht keinen Sinn macht , sich darüber großartig aufzuregen , denn dann würde der kritische Teil der Bevölkerung in Nullkommanichts in einen Burnout schlittern.

    Hinzu kommt , daß das Mißtrauen gegen NSA und Co. die Mehrheit umfaßt , zumindest die qualitative , eine Mehrheit derer , die "nichts zu verbergen" haben , ist nicht erkennbar.

    Das hat zur Folge , daß sich viele Menschen "im Volk" geborgen fühlen , sie wissen das allgemeine Bewußtsein hinter sich , das beruhigt.

    Die Wut ist existent , aber sie wird sich Zeit lassen - sie wird eine weitere Front und ein zusätzlicher Schub sein in einer Gegenbewegung , die auf die Überwindung des neoliberalen Kapitalismus und auf mehr Freiheit abzielt und die längst angelaufen ist .

  10. Michael Döring Antworten | Permalink

    Spaziergang im Keller

    Naja, ist ja auch relativ einfach, sich mal zum Spaziergang zu treffen. Außer, ja außer, man lebt etwa 7000 Kilometer von einander getrennt. Ein echtes Gespräch ist sicher besser. Allerdings für jedes Gespräch ein paar Tausender hinlegen und zwei Tage im Flieger sitzen?

    So richtig überzeugend ist das irgendwie nicht gerade.

    Und diese komischen Netz-Freaks - was sind das für welche? Das sind diese seltsamen Leute, die einfach nur ihre gesetzlich garantierten Rechte haben wollen. Informationelle Selbstbestimmung. Gut, irgend so eine Politikerblase hat das schon auf den Komposthaufen der Geschichte geworfen. Und Friedrich hat kurzerhand das Grundgesetz in den Müll geworfen, indem er das Superrecht der Sicherheit erfunden hat (Das Wort Superrecht kennt nicht mal die Rechtschreibkorrektur).

    Ja, so verrückte Freaks laufen da draußen rum (nein, nicht wirklich. Diese Type sitzen ja immer nur im Keller und schreiben Kommentare in Blogs). Und genau diese Freaks haben eine massive Eigengruppenpräferenz. Diese Leute wollen mit Leuten reden und arbeiten, die verstehen, wovon man redet. Die wollen nicht ungläubig bis schwer genervt angeglotzt werden, wenn man was vom Internet erzählt. Wenn man sagt, das jegliche Post, egal durch welches Medium sie transportiert wird, geheim zu bleiben hat. Wenn man sagt: "Stell dir vor, du sitzt auf der Parkbank und unterhältst dich mit einem Freund. Was würdest du tun, wenn dir jemand mit Schlapphut ein Diktiergerät unter die Nase hält?" - dann erntet man entsetzte bis "wird schon wieder gut"-Blicke. Wenn das gleiche in einem Chatroom oder bei Skype passiert - was solls? Das ist außerhalb des Erkenntnisraums der "Anderen". Der "Anderen", die solche Regierungen wählen, tolerieren, solche Regierungen bilden. Das erklärt man den "Anderen" einmal, zehnmal, hundertmal. Und es ändert - nichts. Also hört man irgendwann damit auf. Und ist plötzlich einer dieser seltsamen Leute, die nur noch in ihren eigenen Kreisen im Internet redet.

  11. Kathrin Siebert Antworten | Permalink

    Mangel an Aufregung?

    Unabhaengig davon, welche Skala an Aufregung angemessen wäre, kann ich einen Mangel an Aufregung nicht feststellen.
    Alle berichten undbei den Kommentaren lagen die zu dem Thema zeitweiligweit vorne.

  12. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Aufregung

    Unabhaengig davon, welche Skala an Aufregung angemessen wäre, kann ich einen Mangel an Aufregung nicht feststellen.

    Der Schreiber dieser Zeilen sich an dieser Aussage fest:

    Er hat durchaus nicht unrecht, aber selbst seine engagierte Philippika hat die gleichgültige Stimmung nicht verändert. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass für 37% der Wähler das Thema bei der Bundestagswahl keine Rolle spielt, bei weiteren 33% eine geringe.

    Unter den Kennern des Internets findet die Aufregung anscheinend primär statt - die Opposition versucht ein wenig Honig zu sagen, fürwahr! -, und diese Kenner sind eigentlich nicht überrascht, dass umfänglich [1] überwacht wird.

    Verglichen mit der seinerzeitigen Aufregung über die BRD-Volkszählung, scheint die jetzige Aufregung deutlich geringer zu sein.

    MFG
    Dr. W

    [1] 'umfänglich', was das Erfassen der Webkommunikation betrifft, die Datenmenge wird natürlich grundsätzlich "nur" unter Zuhilfenahme hoch entwickelter Algorithmen gescannt - es dürfte hier idT hauptsächlich um Terroristisches gehen, der Aufwand wäre ansonsten sehr sehr hoch, um stasi-mäßig in alle interessanten Personen * zu gehen

    * wobei wichtige Politiker und Industrielle anzunehemderweise ebenfalls Zielobjekte sind

  13. S. Kächele Antworten | Permalink

    Ausbleibende Empörung??

    Ihre Erklärung enthält möglichwerweise die eine versteckte Annahme, wie sich Empörung öffentlich ausdrücken müsste. Sie haben vlt. Demos erwartet und übersehen, wieviele Leute Petitionen aufgesetzt und unterschrieben, ihre Bundestagsabgeordneten angeschrieben haben, bis hin zu Aufrufen Strafanzeigen einzuleiten. Würden diese Leute sich bei Demos zeigen, wären das verdammt VIELE!
    Es ist auch keine Domäne der Piraten, die mit ihren Positionen zum Urheberrecht und der Anarcho-Freiheit des Internets sicher nicht meine Vorstellungen bedienen.
    Ein echtes Problem liegt allerdings darin, wie erschreckend WENIG viele (andere) Menschen über die zugrunde liegende Technik wissen und welches tatsächliche Missbrauchspotential sie birgt. Dazu kommt noch die Generation der über 70 jährigen, die glauben, weil sie kein Internet haben, betrifft sie das alles nicht. Das ist natürlich ein Riesenirrtum, wenn man beispielsweise an den Handel und den Einsatz von illegal beschafften Daten denkt, Stichwort Ankauf von "Daten-CDs".
    Ich bin trotzdem zuversichtlich, dass die eigentliche Missbrauchsproblematik mit konkreten Beispielen Schritt für Schritt mehr Bürger erreicht.

  14. Helmut Pohl Antworten | Permalink

    Der NSA-Skandal und die ausbleibende...

    Man spricht schon lange von Datenkraken, sogar ein "Bundestrojaner" war geplant.
    Die Überwachung elektronischer Kommunikation war also keine Überraschung.
    Der Skandal bei der NSA Affäre ist die Tatsache, dass ein beliebiger (junger) Mitarbeiter die gewonnenen Daten einfach auf einen USB-Stick ziehen und in die Welt tragen kann. Man hätte erwarten können, dass nach der Aufregung um die "Steuer-CDs" mehr für die "Datensicherheit" getan wird. Wie lange wird es wohl dauern bis eine Reinigungskraft bei der Schufa oder dem BKA mit einem Terabyte an Daten an die Öffentlichkeit tritt)

  15. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Die dunkle Bedrohung rechtfertigt alles

    Hypothetische DPA-Meldung: "Thomas Grüter, ein bekannter deutscher Blogger, der heimlich zum Islam konvertierte und aus dem Untergrund dschihaddistische Gruppen in den USA steuerte, wurde heute morgen in Ford Worth durch Gift getötet, nachdem er  2 Jahre auf seine Hinrichtung gewartet hatte. Die deutsche Regierungschefin Angela Merkel konnte das Urteil von Erhängen in Tod durch Gift umwandeln. Die Operationen Thomas Grüters wurden durch Auswertung der NSA-Verbindungsdaten möglich, die seit den 2000er Jahren für alle deutschen Bundesbürger erhoben und in den USA gespeichert und ausgewertet werden. Angela Merkel erhielt auf starkes Drängen der Bundesregierung als einige von Wenigen Einblick in die Akten, die zum Komplex des US-Krieges gegen den Terror gehören."

    Ganz ausschließen kann man solche zukünftigen Ereignisse nicht. Sie haben historische Vorbilder. Im Mittelalter konnten unbescholtene Bürger sehr schnell in den Verdacht der Hexerei und des Paktierens mit dem Teufel geraten. Mitbürger konnten sich dann von einem Tag auf den anderen  vom Verurteilten abwenden. Vor allem wenn er oder sie in einem der geheimen Verhöre seinen/ihren  Pakt mit dem Teufel offenbarte. Wer gestern noch ein gut gelittener Saufkumpan oder eine vergnügte Tanzpartnerin gewesen war konnte sich plötzlich als im Pakt mit den dunklen Mächten erweisen.

  16. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Herr Holzherr

    Ihrem Kommentatorenfreund ist Herr Grüter eher als Humanist und weniger als Apologet des Islam bekannt, insofern wird sich, mal davon abgesehen, dass Fragen gerne mit einem einführenden 'Ja' beantwortet werden, kaum etwas Belastendes finden lassen.

    Ansonsten ein netter Einwurf, vielen Dank. - Irgendwas mit "Nazi" hätte die Sache vielleicht noch abgerundet, aber grundsätzlich: sehr nett.

    Es ist schon eine spannende Frage inwieweit sich Bürger mit ihren Meinungen exponieren, die dann vielleicht Jahre später aufbereitet und verwendet werden, als Profil. Der Schreiber dieser Zeilen meidet denn auch die Selbst-Identifikation, rät auch dementsprechend Familienmitgliedern und Freunden. Der Publizist darf und soll natürlich gerne in persona auftreten, np.

    MFG
    Dr. W

  17. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    @Dr. Webbär:Geheimdienste+Decouverage

    Geheimdieste decken Verschwörungen auf und arbeiten selbst mit Verschwörung und Täuschung. Und sind nicht viele von uns bereit sich überraschen zu lassen und im scheinbar Vertrauten die Verschwörung zu erkennen. Dies zu ihrer Bemerkung:"Herr Grüter eher als Humanist und weniger als Apologet des Islam bekannt, insofern wird sich ..., kaum etwas Belastendes finden lassen."
    Im von mir genannten hypothetischen Fall der Aufdeckung einer im Verborgen wirkenden Person, werden zwar viele
    Untereinander tuscheln: "Das hätte ich ja nie von XY geglaubt", das würde aber nur zeigen, dass sie es jetzt glauben. Im Übrigen würde das allgemeine Misstrauen durch solch einen Fall zunehmen, selbst dann oder sogar umso mehr, wenn der Verdacht erfunden und alles konstruiert war.

  18. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Herr Holzherr

    Geht ein wenig Richtung Verschwörungstheorie, Ihr Kommentatorenfreund weist gerne darauf hin, dass sich Herr Grüter gerade auch mit diesen beschäftigt hat und viele seiner Aussagen auch hier zustimmungsfähig erscheinen.

    MFG
    Dr. W (der sich nun ausklinkt, aber später noch mal reinschauen wird)

    PS: Wie sich der Schreiber dieser Zeilen notiert hat, sind Sie vom Fach und im Bereich der Informationstechnologie gebildet. Ist diese Notiz zutreffend?

  19. Thomas Grüter Antworten | Permalink

    @Martin Holzherr

    Ich wusste gar nicht, dass Sie pechschwarzen Humor mögen. Aber solche Aussichten schrecken mich kaum. Schon bei meinem Ausflug in die Studentenpolitik vor mehr als dreißig Jahren wurde mir angedroht, ich würde zu den Ersten gehören, die nach der Revolution erschossen werden. Seitdem müssen sich alle anderen hinten anstellen.
    Wenn Sie nachlesen möchten, wie schnell man heute in einen falschen Verdacht geraten kann, sollte sie vielleicht den eindrucksvollen Beitrag meines Bloggerkollegen Michael Blume lesen. Was er schreibt, ist in der Tat erschreckend. Die NSA braucht man dafür nicht einmal zu bemühen.

  20. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Naja

    , Herr Blume hat schon dezidiert politisch bspw. für die Gülen-Bewegung und Aiman Mazyek (u.a. "Scharia und Demokratie sind vereinbar") Stellung bezogen, also für Positionen, die dem sogenannten Islamismus zuordnet werden könnten oder werden.

    Klar, er sieht sich jetzt irgendwie im Kontext NSA- oder allgemeine Internetüberwachung betroffen, der Schreiber dieser Zeilen hat nie genau verstanden wieso, hegt eher den Eindruck des Aufspringens auf ein aktuell erscheinendes Thema.

    Gegen Kritik immunisieren lassen sich so offen im Web vorgetragene Positionen auch nicht, oder? Fanden Sie Herrn Holzherrs Einwurf passend?

    MFG
    Dr. W

  21. holdIt Antworten | Permalink

    @Webbaer

    Können Sie sich nicht einfach mal raushalten?

    Das ist nicht offensiv gemeint, aber Ihre dauerhafte extensive Beteiligung in enervierend dritter Person zu aber auch jedem Thema kann einem alle Lust nehmen, an einer Diskussion in diesem ohnehin arg dürftig aufgestellten Forum teilzunehmen.

    Einfach mal einen sauren Apfel essen oder morgens schwimmen gehen, lesen, betrachten und zur Ruhe kommen.

  22. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Die gesetzlichen Schranken sind wichtig

    Für mich ist es überhaupt nicht ausgeschlossen, dass es in den USA trotz der Überwachung aller Verbindungsdaten in Bezug auf Überwachung und Eingriffe in die Privatsphäre geregelter und gesetzeskonformer zugeht als in Deutschland. Vielleicht stimmt ja was NSA-Geheimdienstchef Alexander zur Spähaffäre gesagt hat "Die Deutschen wüssten aber auch, dass die US-Programme von gerichtlichen Verfahren reguliert würden - "vermutlich rigoroser als alle anderen Programme in der Welt".

    Wobei man Geheimdiensten nie trauen kann. Doch gerade deshalb braucht es auch jemand der die Geheimdienste überwacht und darauf achtet, dass sie die ihnen auferlegten Schranken nicht überschreiten.

  23. Paul Stefan Antworten | Permalink

    Geheime Kontrolle

    Das Problem bei der Kontrolle von Geheimdiensten ist ja, dass sie auch geheim ist. Letztlich kann man als Bürger nur Vertrauen, dass die Kontrolle gesetzeskonform stattfindet und Übertretungen geahndet wird. Aber weiß man es? Wenn die höchsten Regierungsstellen die Öffentlichkeit schamlos anlügen und sich dumm stellen, erodiert dieses Vertrauen wie eine Sandburg bei Flut. Und das vermutlich zu recht. Warum fragt unsere angeblich unwissende Kanzlerin nicht den Mann, der alles weiß und auf dem Flughafen in Moskau sitzt? Weil sie nicht aufklären will. Wenn das so weitergeht, kocht die Empörung vielleicht doch noch höher.

  24. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    @Paul Stefan: Gewählte misstrauenBürgern

    Zitat: "Weil sie [Merkel] nicht aufklären will"
    deshalb fühlt sich der Bürger verkauft und die Demokratie in Frage gestellt. Denn hat der Bürger nicht Politiker gewählt, denen er vertraut. Nun scheint es aber, dass die Politiker denen nicht trauen, denen sie ihr Mandat verdanken.
    Das geht tatsächlich nicht. Der Bürger braucht keine Details zu wissen, aber er muss wissen was gilt. Welche Abmachungen wurden getroffen zwischen der Regierung und ihren Geheimdiensten und welche Regeln gelten zwischen den Geheimdiensten. Und der Bürger muss nicht nur wissen was gesetzlich gilt, sondern wie es gehandhabt wird, was denn so Usus ist.
    Es kann nicht sein, dass sich der Brüger mit der behaupteten guten Absicht des Staates und seiner Politiker zufrieden geben muss und damit, dass so, wie alles geregelt sei, immerhin alles nur mögliche für die Sicherheit getan werde.

  25. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Herr Holzherr

    Nun scheint es aber, dass die Politiker denen nicht trauen, denen sie ihr Mandat verdanken.

    Unübersehbar ist es so auf die bundesdeutsche Lage bezogen, man hat sogar ein eigenes Wort gefunden, wenn es so aussieht als ob jemand volksnah vorträgt: 'populistisch'.

    Ansonsten hat Ihr Kommentatorenfreund die bundesdeutsche Lage noch einmal geprüft, es scheinen außer der Linkspartei alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien Bescheid zu wissen, dass die BRD von ausländischen Diensten i.p. Web seit mehr als 10 Jahren umfangreich überwacht wird.

    Was Anlass zu der Vermutung gibt, dass die allgemeine Aufregung auch deshalb vglw. gering bleibt, weil die Opposition außer der Linkspartei bei diesem Thema schlecht rühren kann.

    MFG
    Dr. W

    PS @holdIt: Sr wg. der webbaeren-typischen Geschwätzigkeit, mehr als vielleicht, durchschnittlich & täglich fünf Kommentare werden in den scilogs.de aber nicht abgesetzt.

  26. Andrea Antworten | Permalink

    Nicht spontan, aber grundlegend.

    Ich denke es findet vielleicht keine spontane Empörung statt, weil die Ausmaße des Skandals so unvorstellbar sind. Langfristig wird die Empörung jedoch groß sein - das Vertrauen in die Sicherheitspolitik geht weiter verloren, Obama verliert an Beliebtheit und vielleicht werden sogar die Wahlen in Deutschland durch den NSA-Skandal mitentschieden. Ich denke die Aufregung wird letztlich den Ausmaßen des Skandals entsprechen, nur wird das einige Zeit dauern. Ich bin jedenfalls dankbar, dass die Medien ihrer Rolle als vierte Macht gerecht werden! Momentan weiß man ja noch nicht einmal, wann der Boden der Wahrheit erreicht ist.

  27. KRichard Antworten | Permalink

    unverständliche Aufregung

    Es ist doch klar, wieso sich hier niemand ernsthaft über die NSA-Aktivitäten aufregt. Wir wissen doch alle, dass jede Internetaktivität der Bereitschaft entspricht, sich freiwillig ausspionieren zu lassen - der Begriff und die Bedeutung von ´cookies´ sollte allgemein bekannt sein: das sind kleine Spionageprogramme

  28. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Internetaktivitäten

    Wir wissen doch alle, dass jede Internetaktivität der Bereitschaft entspricht, sich freiwillig ausspionieren zu lassen (...)

    Jein. Sie spielen auf die freie Einsehbarkeit eines Großteils der Web-Datenkommunikation an, die dem Versenden einer Postkarte ähnelt. - Wer bestimmte Dienste, die kennwortgeschützt und SSL-basiert ("HTTP") sind, nutzt, signalisiert diese "Freiwilligkeit" aber nicht.

    MFG
    Dr. W

  29. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Korrektur + PS

    * HTTPS

    PS: Das mit den Cookies soll wohl die Nutzerverfolgung oder das Tracking meinen, das manchmal durch die Setzung von Cookies unterstützt wird, wobei Cookies aber nicht zwingend erforderlich sind.

  30. Horst Antworten | Permalink

    Angst, Gewalt & "Individualbewußtsein"

    Wissen ist Macht, in Ausbeutung und Unterdrückung - solange dieses zeitgeistlich-kreislaufend fortbesteht, derzeit in der systemrational-verlogenen Symptomatik des "freiheitlichen" Wettbewerbs um ..., ist Empörung auch nur heuchlerischer Populismus (der eigentliche Skandal, der der normalen Symptomatik der systemrationalen Sündenbocksuche entspricht)!

    "Aus sozialpsychologischer Sicht ist das alles wenig überraschend. (...) ... weil offensichtlich viele Blogger, Internetaktivisten und Journalisten von der Gleichgültigkeit ihrer Mitbürger überrascht sind."

    - nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen???

    Auch wenn das ziemlich sicher auch nur Populismus war, der derzeitige Papst, der der oberste Hüter der "christlichen" UNWAHRHEIT ist, hat es (die gleichermaßen gepflegte und deshalb leicht manipulierbare Bewußtseinsseinschwäche der Masse) auf den Punkt gebracht, indem er "beklagte", daß es deutlich wäre, wie sehr vor allem die Gleichgültigkeit globalisiert wird - die Logik der imperialistischen Hierarchie von und zu materialistischer "Absicherung" im "Recht des Stärkeren" des nun "freiheitlichen" Wettbewerbs.

    Überraschend ist in diesem Tanz um den heißen Brei längst nichts mehr!!!

    Wenn GRUNDSÄTZLICH alles allen gehören dürfte, so daß die konfusionierend-spaltende Symptomatik in "Wer soll das bezahlen?" und "Arbeit macht frei" absolut keine Macht mehr entfalten kann, könnte PRINZIPIELL (Prinzip: geistig-heilendes Selbst- und Massenbewußtsein) alles zweifelsfrei wirklich-wahrhaftig demokratisch und menschenwürdig organisiert werden - Zusammenleben OHNE teils logisch brutal-egoisierendes "Individualbewußtsein", OHNE Steuern und Zinsen zahlen, OHNE "Sozial"-Versicherungen, OHNE manipulativ-schwankende "Werte", usw., auf der Basis eines unkorrumpierbaren MENSCHENRECHTS auf NAHRUNG (Grundversorgung), WOHNEN (zeitgemäße Sozialwohnungen) und GESUNDHEIT (klassen- und kassenlos).

  31. Horst Antworten | Permalink

    Kapitulation und Zynismus

    "Unser Gefühlshaushalt ist darauf sehr gut abgestimmt."

    - ja, mit inzwischen konsum- und profitautistischer Bewußtseinsbetäubung im geistigen Stillstand, bzw. in stetig wachsender Überproduktion von Kommunikationsmüll, seit der "Vertreibung aus dem Paradies" (unser erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung). Die wenigen Ausnahmen, teils auch berühmte "kulturschaffende Geistesgrößen" der Geschichte, die aus Gründen der Rationalität zum Kollateralschaden werden, ...!?

  32. Horst Antworten | Permalink

    "Aber erstaunlicherweise passiert nicht viel."

    - ausser das übliche Spielchen der Konfusion in Überproduktion von KOMMUNIKATIONSMÜLL, was verständlicherweise übertrieben viel ist!?

    Unser / das allgemeinübliche Verständnis dieser Welt- und "Werteordnung", basiert / TRIUMPHIERT auf den Erklärungen der "christlichen" UNWAHRHEIT - die eine intrigante Verunglimpfung der Worte und Taten des "Religionsstifters" Christus ist, der SICHER nicht als Sündenbock für uns ans Kreuz genagelt wurde!?

    Die Empörung / der Skandal, die / der sich so im Laufe der Geschichte mit sehr viel mehr menschenUNwürdigerer Symptomatiken durchs Leben hinzieht, bzw. systemrational unterdrückt bleibt, hat absolut viel größere Dimensionen, als so ein wenig Pipifax von "Wer weiß was?"!?

    "Auch eine zerstrittene Gruppe ist gefährdet, deshalb verlieren beispielsweise zerstrittene Parteien regelmäßig dramatisch an Zustimmung."

    - warum wohl, wird es den Ränke-Spielern dieser "Werteordnung" gefallen, wenn ihre Intrigen nicht nur im Nahen Osten / den "Entwicklungsländern" für Chaos sorgen?

  33. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Das hier

    Vielleicht sehen Provider und Anbieter von Internet-Dienstleistungen in Zukunft einen Wettbewerbsvorteil darin, wenn sie Datenleitungen abhörsicher machen und nicht über die USA oder England routen. SAP wirbt beispielsweise ausdrücklich damit, dass es Rechenzentren in allen Regionen der Welt unterhält und die Daten ihrer Kunden auf Wunsch nur in deren Region speichert.

    ...ist vielleicht noch ein wichtiger Punkt. Anscheinend ist es vielen nicht klar, aber es ist im Internet grundsätzlich möglich verschlüsselt zu kommunizieren (zu "tunneln", Stichwort: VPN) und bei Providern, die nicht loggen, diese Kommunikation zu hosten.
    Das Web ist sozusagen und vielleicht auch dankenswerterweise per se nicht sicher, also unsicher im Sinne des Lauschers.

    MFG
    Dr. W

  34. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    NSA überwacht kritische Journalisten

    Ob sich Empörung einstellt angesichts der Aufzeichnung aller Kommunikations-Metadaten hängt auch davon ab, was mit diesen Daten geschieht. Und es kann viel passieren mit diesen Daten. Zumal TEMPORA sogar versucht hat und versucht, Inhalte für längere Zeit zu speichern um dann auf sie zugreifen zu können, wenn sie interessant werden. Dass Daten, wenn sie einmal vorhanden sind, typischerweise für mehrere Zwecke eingesetzt werden, sollte nicht verwundern. Die jüngste SPON Meldung Telefon-Hack: Neuseeland setzte Journalisten auf Ausspäh-Liste zeigt nun, was das bedeuten kann. Denn der überwachte Journalist machte auf Missstände in afghanischen Gefängnissen aufmerksam, die von Neuseeländern geführt wurden. Und es gibt eine neuseeländische Dienst-Anweisung (Zitat SPON)"Laut dieser gehe von bestimmten investigativen Journalisten eine ähnliche Gefahr aus wie von ausländischen Geheimdiensten, Hackern oder Terroristen."

    Ein kritischer Journalist kann also gleich behandelt werden wie ein Terrorist. Das verwundert mich nicht, denn letztlich will eine Regierung alles unter Kontrolle halten inklusive der Kommunikation. Wer diesen Kontrollanspruch durchbricht ist ein Terrorist für eine Regierung, was immer diese Person auch bezweckt. Ich kann mir bei bestimmten Regierungen gut vorstellen, dass sogar ein Oppositionspolitiker auf die gleiche Liste kommt wie die Terroristen.

  35. chris Antworten | Permalink

    Also ist das Volk wie immer "unlogisch" in seiner Perspektive auf das Problem. Aber das Problem ist letztlich auch nicht lösbar. Es wird immer Möglichkeiten geben, eine Überwachung zu ermöglichen. Also auch die regelmässige Verschlüsselung wird nicht sicher sein. Dazu besteht eigentlich kein Grund, anzunhemen, dass handelsübliche Software das auch sicher gewährleisten kann.

    Außerdem... kann schon das Betriebssystem die undichte Stelle sein, woraufhin die Mail selbst sowieso nicht mehr entschlüsselt werden braucht. Dagegen hülfe nur noch im Geiste zu verschlüsseln und keinen Klartext über die Tastertur einzugeben - was aber wohl völlig unrealistisch ist.

    Die Amis also sprechen davon, dass sie (ihre eigenen Geheimdienste) nur im Ausland spionieren? Dann kann man doch befreundetes Ausland fragen, ob jene diesen Part übernehmen? Zum Beispiel Deutschland. So, wie es aussieht, geschieht ja sowieso ein reger Datenaustausch zwischen den Verbündeten - wer immer das auch ist; von entsprechenden Absprachen erfährt man ja wenig.
    Dann jedenfalls löst sich das Problem des Anlügens der eigenen Wähler. Man selbst tut ja nichts gegen seine eigenen Bürger.
    So ist das mit den öffentlichen Beteuerungen und den realen Wirklichkeiten. Alternativlosigkeiten (sic) geschehen immer, auch wenn sie dementiert werden.

    So kann man Demokratie auch hintergehen und unterwandern. Aber wie sie feststellen, besteht da wohl auch gar kein Problem, weils letztlich nur Minderheiten seien, die da aufbegehren. (...?)

    In dieser Situation hilft letztlich nur: Stecker ziehen (und keinen Internetzugang mechanisch ermöglichen)...mit allen Konsequenzen - wie sie im letzten Absatz bei ihnen vorgeschlagen werden.

  36. Motivationssprüche Antworten | Permalink

    mehr Briefe schreiben

    Ein sehr wichtiger Punkt den man mehr beherzigen sollte, denn somit könnte die Beziehung zu den Mitmenschen wieder verbessert werden und die Gefahr der Ausspionierung im Internet reduziert werden.
    Gruss

  37. Paul Antworten | Permalink

    Ich verstehe nicht, wieso man sich darüber empört, mir ist das schon längst klar, dass wir abgehört werden. Ich versteh nicht wieso man sich darüber empört ist ´doch nicht schlimm wenn irgendein Beamter in den USA mich abhört. Ganz erlich, was habt ihr denn alle zu verbergem dass ihr euch so aufregt ?

    mfg Paul

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