Warum die NASA nicht sagt, dass die Welt untergeht


Die Zivilisation wird untergehen. Ganz sicher. So steht es in vielen Zeitungen und Websites. Die NASA soll das nachgewiesen haben. Wer könnte da noch Zweifel haben?

„Studie der NASA: Die Menschheit ist am Ende“, titelte beispielsweise N24. Nicht schon wieder, werden jetzt viele Zeitgenossen stöhnen. Haben wir nicht gerade erst den Weltuntergang überlebt, den esoterische Autoren in den Maya-Kalender hineingelesen haben? In der NASA forschen aber in der Mehrzahl nüchterne Wissenschaftler, und das macht die Sache schon etwas glaubwürdiger.

Andererseits befasst sich die NASA hauptamtlich mit Luft- und Raumfahrt, nicht mit dem Werden und Vergehen von Zivilisationen. Nach einigen Recherchen wurde mir klar, dass in den meisten Berichten kaum etwas stimmt. Fangen wir an:

 

Es gibt keine NASA-Studie

Wenn man den Namen des Erstautors, Safa Motesharrei, googelt, findet unter an prominenter Stellen eine Aussage der NASA zu der Studie. Sie lautet:

„Eine zur Veröffentlichung anstehende wissenschaftliche Studie ‚Human and Nature Dynamics (HANDY): Modeling Inequality and Use of Resources in the Collapse or Sustainability of Societies‘ von Safa Motesharrei and Eugenia Kalnay (Universität Maryland), und Jorge Rivas (Universität Minnesota) wurde von der NASA nicht in Auftrag gegeben, überwacht oder durchgesehen. Es ist eine unabhängige Studie dieser Wissenschaftler unter Benutzung von Werkzeugen, die für eine andere NASA-Aktivität entwickelt wurden. Wie bei aller unabhängiger Forschung sind die Ansichten und Schlussfolgerungen lediglich die der Autoren. Die NASA unterstützt weder das Paper noch seine Schlussfolgerungen.“

So wie das klingt, ist die NASA schwer genervt. Wenn man sich das Paper genauer ansieht, kann man das nachvollziehen. Dazu muss man es erstmal finden, denn weder die NASA, noch die Universität Maryland haben es veröffentlicht. Auch bei der Zeitschrift Ecological Economics, die es zur Veröffentlichung angenommen haben soll, bleibt es bislang unauffindbar.

Die vielen Zeitungsartikel sind offenbar von einer Pressemitteilung des National Socio-Environmental Synthesis Center (SESYNC) ausgelöst worden. Es hat ausweislich seines Organisations-Charts 22 feste Mitarbeiter und wird von der Universität Maryland bezahlt.

Die Pressemitteilung verlinkt auf das Paper. Unter anderem berichtet die britische Zeitung Guardian darüber, was wiederum einem Redakteur der Berliner Zeitung aufgefallen ist. Sein Artikel ist ein schönes Beispiel für stille Post im Zeitalter des Internetjournalismus, denn er schreibt nicht nur, dass die Studie von der NASA in Auftrag gegeben wurde, sondern auch noch, dass sie im Guardian veröffentlicht wurde. Beides stimmt nicht, aber Recherche kostet eben Zeit.

 

Das Ende der Zivilisation?

In der Zusammenfassung schreiben die Autoren unter anderem:

„Unser Modell zeigt, dass wirtschaftliche Ungleichheit und ökologische Belastung unabhängig voneinander zum Zusammenbruch führen können, was auch mit [den Erkenntnissen] der Geschichtsschreibung übereinstimmt.“

und

„Der Zusammenbruch kann vermieden werden, und die Bevölkerungszahl kann einen stabilen Wert im Bereich der Belastungsgrenze erreichen, wenn die Ausbeutung der Natur auf einen nachhaltigen Wert reduziert wird, und die Ressourcen gleichmäßig verteilt werden.“

Das zweite klingt wie eine Selbstverständlichkeit, aber die Autoren nehmen immerhin in Anspruch, mit ihrem Modell eine mathematische Grundlage für diese Erkenntnis geschaffen zuhaben.

Dieser vollmundigen Ankündigung wird das vorgestellte Modell allerdings in keiner Weise gerecht.

 

Die Simulation des Untergangs

Die Autoren haben das altbekannte Modell der Räuber-Beute-Beziehung als Grundlage gewählt. Es beschreibt die Beziehungen zwischen der Population von Raubtieren und ihren Beutetieren bei unbegrenztem Nahrungsangebot für die Beutetiere. Wenn die Anzahl der Beutetiere zunimmt, wird das Nahrungsangebot ihrer Jäger üppiger. Also werden mehr Raubtiere geboren, die wiederum so viele Beutetiere schlagen, dass deren Anzahl absinkt. Die beiden Populationen verändern sich also ständig. Vor fast neunzig Jahren haben Alfred Lotka (1925) und Vito Volterra (1926) die zugehörigen mathematischen Beschreibungen gefunden. Eine genaue Beschreibung kann man in der Wikipedia nachlesen.

Abhängig von den anfänglichen Populationen und einigen Konstanten (Reproduktionsraten, Fressrate der Räuber etc.) entwickeln sich schöne Wellenlinien, wenn man die Anzahl der Tiere gegen die Zeit aufträgt.

Statt der Raubtiere nehmen wir jetzt die Menschen und statt der Beutetiere den Verbrauch natürlicher Ressourcen. Wenn die Menschen den Reichtum der Natur (Äcker, jagdbares Wild Holz, etc.) zu sehr ausbeuten, riskieren sie eine Hungersnot. Dadurch verringert sich die Bevölkerung und die Natur erholt sich. Die Menschen vermehren sich wieder, und der nächste Zyklus beginnt. James Brandon und Scott Taylor haben das Modell 1998 für den Fall der Osterinsel angepasst und durchgerechnet. Sie behaupten, dass ihre Kalkulation sehr gut das Auf und Ab der Bevölkerungszahl wiedergibt.

Die Osterinsel liegt sehr isoliert, so dass die Menschen keine Nahrung importieren können. Das Modell kann deshalb vergleichsweise einfach gestaltet werden.

Die Autoren der aktuellen Arbeiten haben das Modell in zwei Punkten erweitert. Erstens führt die Ausbeutung der Natur nicht mehr unmittelbar zu Mangel, weil Menschen in der Lage sind, Vorräte aufzubauen. Die Autoren nennen diese Größe Reichtum. Zweitens spalten sie die Gesellschaft in zwei Gruppen: gemeines Volk und Elite. Das gemeine Volk verbraucht natürliche Ressourcen und produziert auf diese Weise Reichtum. Die Elite produziert nichts, aber sie konsumiert deutlich mehr Reichtum als das Volk. Beide Gruppen leben nicht von den natürlichen Ressourcen, sondern ausschließlich von dem Reichtum, der daraus erzeugt wurde. Deshalb können beide Gruppen auch nach einem Zusammenbruch der Natur noch eine gewisse Zeit weitermachen. Die Elite hat vorrangig Zugriff auf den Reichtum. Also lebt sie noch eine Weile im Überfluss, wenn das gemeine Volk zu hungern beginnt. Nahrungsmangel (im Modell: Reichtum unterhalb der Mindestgrenze) sorgt aber für eine geringere Lebenserwartung, und die Anzahl der Menschen in der jeweiligen Gruppe geht zurück. Das hört sich an wie „Raubtierkapitalismus für Anfänger“. Aber lassen wir das mal durchgehen.

Das ganze System kann nur funktionieren, wenn sich die Natur ständig erholt. Hier nehmen die Autoren an, dass sich die Natur am schnellsten erholt, wenn die Ressourcen etwa zur Hälfte verbraucht sind.

 

Das gute Leben des Volkes ohne Elite ...

Ohne Elite stellt sich relativ schnell ein Gleichgewicht ein, in dem die Bevölkerung so austariert ist, dass die Natur im Bereich ihrer schnellsten Erholung bleibt, immer vorausgesetzt, dass der Naturverbrauch nicht von Anfang an zu groß ist. Vergrößert man den Ressourcenverbrauch, ergeben sich wüste Schwankungen, und das Gleichgewicht stellt sich bei geringerem Reichtum und geringerer Bevölkerungszahl ein. Wählt man den Verbrauch allzu groß, bricht alles zusammen. Die Natur und die Bevölkerung sterben.

 

und das weniger gute Leben mit Elite

Mit Eliten sieht es ähnlich aus, aber jetzt muss das Volk eine Gruppe von anspruchsvollen Nicht-Produzenten mitversorgen. Wenn die Elite zu zahlreich oder zu gierig wird, bricht das System nach wilden Ausschlägen der Parameter Reichtum, Bevölkerung und Natur komplett zusammen. Die Bevölkerungszahl geht auf Null zurück. Das gleiche passiert bei einem zu großen Verbrauch an Ressourcen.

Wenn das Volk hingegen bescheiden bleibt und auch die Eliten nicht zu viel entnehmen, stellt sich ein dauerhaftes Gleichgewicht ein, wenn auch manchmal erst nach wüsten Turbulenzen. Je nach Anfangsparametern entwickeln sich sehr sonderbare Gleichgewichtszustände. Beispielsweise kann eine Gesellschaft in dem Modell stabil sein, wenn die Elite zehnmal so viel verbraucht wie die Arbeiter und zudem noch deutlich mehr Köpfe zählt. Eine geringe Zahl von Arbeitern unterstützt dann eine große Mehrheit von reinen Konsumenten.

 

Modell und Wirklichkeit

Es macht Spaß, mit den Parametern zu spielen und sich die Folgen zeigen zu lassen. Das Modell ist sicher auch eine Veröffentlichung wert. Allerdings beanspruchen die Autoren, mit dem Modell die Grundlage für eine Simulation der Entwicklung von Kulturen gelegt zu haben. Damit verheben sie sich ganz gewaltig. Warum?

 

  1. Im Modell verprasst die Elite den vom gemeinen Volk produzierten Reichtum. Sonst tut sie nichts. So ist es kein Wunder, dass Simulation die Nutzlosigkeit solcher Schmarotzer beweist. Warum haben aber alle Hochkulturen Eliten hervorgebracht? Mit dieser Frage hätten sich die Autoren unbedingt befassen müssen. Die Antwort ist einfach: Eliten organisieren das Gemeinwesen. Sie sorgen für Schutz und ein gewisses Maß an Ordnung. Der Handel sorgt für die Verteilung von Gütern. Insgesamt bewirkt die Elite eine effektivere Nutzung von Ressourcen. Das wäre leicht zu modellieren gewesen.
  2. Die Autoren haben die Auswirkungen technischer Neuerungen nicht berücksichtigt. Sie schreiben, dass sich die positiven und negativen Wirkungen von Innovationen im wesentlichen gegenseitig aufheben. Warum hat sich die Technik dann überhaupt entwickelt? Tatsächlich sorgt die Technik für eine höhere Produktivität und mehr Reichtum. Deshalb setzt sie sich durch. Langfristig hat sie auch negative Wirkungen. Beispielsweise führte Bewässerung des Bodens im Zweistromland zu besseren Ernten, aber langfristig zur Versalzung des Bodens.
  3. Reichtum ist im Modell sozusagen gespeicherter Naturverbrauch. Das gemeine Volk produziert erst einmal Reichtum, der dadurch zunimmt. Im Modell verringert er sich nur durch Konsum. Aber aller Reichtum zerfällt. Unabhängig vom Verbrauch zerfallen Infrastrukturen und Nahrungsmittel gehen verloren. Auch das wäre leicht zu modellieren gewesen.
  4. Das Modell simuliert die Entwicklung von 1000 (!) Jahren. Dabei werden Parameter wie die Geschwindigkeit des Naturverbrauchs, die Geschwindigkeit der Naturerholung und die Geburtenraten der beiden Gruppen konstant gehalten. Das ist völlig unrealistisch. Selbst nach einem Beinahe-Kollaps durch Überlastung der Natur lernen die Menschen im Modell nichts dazu.
  5. Die Autoren pflegen in der Arbeit einen etwas einseitigen Umgang mit der Literatur. Sie zitieren auch solche Arbeiten zur Unterstützung ihrer Thesen, die eigentlich etwas anderes aussagen. Ferner zitieren sie Sätze aus Büchern, geben aber keine Seitenzahl an. Wie soll man das finden? Der Erstautor ist Doktorand, deshalb möchte ich ihm das nicht ankreiden. Aber die Co-Autoren oder wenigstens die Gutachter hätten das eigentlich anmahnen sollen.

 

Kurzes Fazit

Mit einer simplen Simulation bekommt man simple Ergebnisse. Dazu ein Beispiel: Ein Physiker erklärt strahlend seinen Freunden, er habe ein System entwickelt, um den Ausgang von Pferderennen vorherzusagen. Damit könnten sie alle reich werden. „Allerdings“, so schränkt er ein, „funktioniert das Modell vorläufig nur für kugelförmige, reibungsfrei laufende Pferde im Vakuum.“

Das Modell von Motesharrei et al. hat ungefähr die gleiche Vorhersagequalität.

 

Wer mehr zum Thema "Weltende" wissen möchte, kann auch gerne im meinem Buch Faszination Apokalypse stöbern. Es befasst sich sowohl mit den religiösen als auch mit den soziologischen und naturwissenschaftlichen Aspekten des Themas.

 


43 Kommentare zu “Warum die NASA nicht sagt, dass die Welt untergeht”

  1. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Für mich ist völlig klar: Gibt es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten keine technologischen Fortschritte bei der Nahrungsmitttel- und Energieproduktion und der Ressourceneffizienz entweder durch Neuentwicklungen, mindestens aber durch Skalierung von bestehenden "guten" Lösungen auf den globalen Massstab, dann wird unsere Zivilisation tatsächlich schweren Verwerfungen ausgesetzt werden, denn Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum beinhalten implizit bereits die Annahme von Fortschritten. Wennn obige Studie technologischen Fortschritt aber gar nicht berücksichtigt (Zitat: "Die Autoren haben die Auswirkungen technischer Neuerungen nicht berücksichtigt"), dann ist sie von vornherein so akademisch, dass man sie getrost ignorieren kann.

    Das interessante ist dann wohl nur noch das Echo, welches diese Studie in den Medien gefunden hat. Es scheint einige Leute zu geben, die solche Studien begierig aufnehmen und ungeprüft weiterverbreiten.

    Haarsträubend an der Studie ist beispielsweise folgende Aussage: "Die Autoren haben die Auswirkungen technischer Neuerungen nicht berücksichtigt. Sie schreiben, dass sie davon ausgehen, dass sich die positiven und negativen Wirkungen von Innovationen gegenseitig aufheben. "

    Meine Behauptung: Nur ganz Technologie war es überhaupt je möglich, dass die Weltbevölkerung auf 7 Milliarden Menschen angestiegen ist. Die fossilen Rohstoffe spielten dabei eine sehr grosse Rolle, grössere Erträge in der Landwirtschaft durch Züchtungserfolge und Industrialisierung sind ebenfalls sehr wichtig. Es gibt aber tatsächlich auch heute noch Leute, die das nicht sehen, die beispielsweise glauben wir könnten zurück zu einer "organischen" Landwirtschaft.

  2. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Dazu ein Beispiel: Ein Physiker erklärt strahlend seinen Freunden, er habe ein System entwickelt, um den Ausgang von Pferderennen vorherzusagen. Damit könnten sie alle reich werden. „Allerdings“, so schränkt er ein, „funktioniert das Modell vorläufig nur für kugelförmige, reibungsfrei laufende Pferde im Vakuum.“

    Vom werten Inhaltegeber entwickelt, dieses Beispiel? - Klingt auf jeden Fall schön & passend, diese kurz-fazitäre Zusammenfassung einer womöglich neomarxistisch grundierten "Arbeit".

    MFG
    Dr. W

    • jade Antworten | Permalink

      Ich kannte den Witz auch irgendwoher, hatte noch überlegt woher eigentlich. War das wirklich in The Big Bang Theory? Und ich dachte ich gucke das nicht oft...

  3. jade Antworten | Permalink

    Schade, dass es hier in den Blogs keine Grafiken gibt.

    Auch ich mache mal einen Realitätscheck:

    "Wenn die Elite zu zahlreich oder zu gierig wird, bricht das System nach wilden Ausschlägen der Parameter Reichtum, Bevölkerung und Natur komplett zusammen."
    -
    Im Vergleich mit der Realität gibt es hier kein "wenn". Die "Elite" muss (!) "gierig" werden, das ist Systemimmanent. Das liegt am Zinssystem; an den Zinseszinsen. Auch das lässt sich gut grafisch darstellen: ein exponentielles Wachstum. Bekannt ist der "Josefspfennig".

    "...wenn die Elite zehnmal so viel verbraucht wie die Arbeiter und zudem noch deutlich mehr Köpfe zählt. Eine geringe Zahl von Arbeitern unterstützt dann eine große Mehrheit von reinen Konsumenten."
    -
    Das ist in der Realität auch nicht der Fall. Es ist vielmehr im Gegenteil so, dass die Produzenten gezwungen sind (!) für sich selbst produzieren und die selbst produzierten Dinge zu konsumieren. Der Zwang für dieses Wachstum resultiert aus dem Zins, das ist Systemimmanent. Das wir ein stetiges Wachstum brauchen liegt am Geldsystem.

    Blüten treibt dieser Wachtumszwang dann, wenn der Markt eigentlich gesättigt ist, d.h. die Menschen eig. ein gewisses materielles Pensum erreicht haben. Das Geldsystem verlangt dann trotzdem nach Wachstum um die Zinsen zu bedienen. Dies kann nur durch das Schaffen von materiellen Wünschen passieren (Werbung) oder durch die Konzentrierung von Geldflüssen (die im Endeffekt Zinsen bedienen sollen) für existenzntotwenige Güter - in steuerbarer Form (!) - also vor allem für Lebensmittel, Wohnraum und Energie aber auch Steuern oder Maut oder Entwicklungshilfe für andere Länder gehören dazu.

    Eine Hungersnot aufgrund einer zu sehr ausgebeuteten Natur ist unrealistisch. Eher bricht das o.g. Geldsystem aus offensichtlichen Gründen zusammen und es entsteht deshalb eine Not (trotzdem ist es gut und richtig z.B. bedrohte Tierarten und Wälder zu schützen, das ist nicht Kern der Aussage).

    "Eliten organisieren das Gemeinwesen. Sie sorgen für Schutz und ein gewisses Maß an Ordnung."
    -
    *hust* :-)

    "Aber aller Reichtum zerfällt. Unabhängig vom Verbrauch zerfallen Infrastrukturen und Nahrungsmittel gehen verloren."
    -
    Grundsätzlich richtig. Aber was das Pensum an materiellen Reichtum bis zur Zufriedenheit genügend auszufüllen vermag, sind oft auch langlebige Güter. Ein Haus aus Stein hält halt mal 100 Jahre. Eine gute Kücheneinrichtung 30 Jahre. Das bedeutet der "Reichtum" der Gesellschaft steigt mit den Generationen, sofern wir langlebige Güter konsumieren.

    Es wird einen Zeitpunkt in der Zukunft geben, zu dem die Gesellschaft nicht mehr aus existenziellen Gründen gezwungen ist, materielle Dinge anzuhäufen. Das bedeutet sehr viel weniger Ellenbogengesellschaft, keine Existenzängste, sehr viel mehr Freiheit, keine Notwendigkeit für Kriege (?) Vielleicht wäre dies sogar die notwendige Grundlage für eine moralische Fortentwicklung der Menschen. Wir dürfen den geschaffenen "Reichtum" nur nicht wieder mutwillig zerstören...

    • Martin Holzherr Antworten | Permalink

      Ihre Aussagen halten einem Realitätscheck ebenfalls nicht stand. So schreiben sie es gäbe Wachstumszwänge, auch wenn die materiellen Bedürfnisse befriedigt sind. Die Realität ist aber, dass die materiellen Bedürfnisse scheinbar nie befriedigt sind. Es kommen immer neue dazu wie Ferienreisen in den Pazifik, monatliche Städteflüge usw. Doch mit dieser Fehleinschätzung sind sie nicht allein. John Maynard Keynes, der bekannte Ökonom meinte schon in den 30er, 40er Jahren, die materiellen Bedürfnisse würden in einigen Jahrzehnten erfüllt sein und ab dem Jahr 2000 dürfe man in den industrialisierten Ländern mit der 20- Stundenwoche rechnen. Die meisten verbrächten dann den Tag mit entspannten Diskussionen und widmeten sich ihrem Freundeskreis. Heute müssen wir das wohl auf die Zeit nach 2050 verschieben.
      Auch ihre Meinung, die Natur- und Ressourcenausbeutung könne keine existenziellen Probleme bringen ist wohl einfach einer Unbekümmertheit zu verdanken, die ihren Grund einfach darin hat, dass bis jetzt und in den letzten 50 Jahren immer alles bestens funktionierte. Funktioniert hat es aber nur, weil wir die Grenzen durch Technologie und Fortschritt immer etwas weiter hinausschieben konnten.

      • jade Antworten | Permalink

        Als die 32 Std Woche für Eltern vor kurzem im Gespräch war, haben viele geschmunzelt, nicht wissend, dass dies wohl realistischer ist als sie denken. Ich bin mir sicher, dass eine 32 Std Woche auch heute schon realisierbar gewesen wäre. Dies wäre aber nur möglich gewesen, wenn alle Menschen "politisch aktiv" wären und sich somit rechtzeitig die Weichen dafür hätten stellen lassen.

        Können Sie etwas präziser sagen, was genau diese Hungersnöte auslösen soll? Wird der Boden ausgebeutet, sodass keine Nährstoffe mehr enthalten sind und nichts mehr wächst? Haben wir zu wenig Boden, weil zu viel Flächen bebaut werden? Haben wir zu wenig (natürlichen) Dünger? Haben wir zu wenig Waldflächen? Zu wenig Wasser?

        Ist es nicht vielleicht eher so, dass wir im Moment zu viel produzieren und sogar sehr gute Lebensmittel wegschmeißen?

        • Martin Holzherr Antworten | Permalink

          Zuerst zur 32-Stunden-Woche wie sie wohl auffassen. Ich nehme wohl an voll kompensiert, man verdient gleich viel wie vorher, arbeitet einfach weniger. Das dürfte schwierig zu erreichen sein. John Maynard Keynes dagegen ging damals davon aus, dass in einigen Jahrzehnten die Produktivität viel höher sein wird, also genau so wie es heute im Vergleich zu damals der Fall ist, dass aber die Mehrzahl der Leute sich mehr Freizeit wünscht und nicht immer mehr Wohlstand. Da hat er sich gründlich getäuscht. Es gilt weiterhin, wenn es die Wahl zwischen mehr Freizeit und mehr Wohlstand gibt entscheiden sich die meisten für mehr Wohlstand.

          Nun zu möglichen Engpässen in der Versorgung, bei Rohstoffen, Boden und Wasser. Längerfristig kann es einige Engpässe geben und Ersatz ist jetzt noch keiner bekannt. Das gilt beispielsweise für das Element Phoshor, einen wichtigen Bestandteil von Dünger. Schon in 60 Jahren kann es hier eine starke Verknappung geben. Ohne Phosphor-Zusätze gehen die Erträge stark zurück.
          Einen Mangel an Anbauflächen könnte es geben, wenn als Kompensation für schwindende Ölvorräte immer mehr Biotreibstoffe angebaut werden. Hungersnöte würde das zwar nicht bei uns aber beispielsweise in Afrika auslösen, dessen Bevölkerung von jetzt etwa 1.2 Milliarden auf 2 Milliarden im Jahr 2050 ansteigen wird. Allein in Nigeria wird die Bevölkerung von jetzt 190 Millionen auf 440 Millionen im Jahr 2050 ansteigen, womit dann in Nigeria mehr Menschen leben werden als dann in den USA und die Bevölkerungsdichte in Nigeria wird dann diejenige von Indien übersteigen. Auch Indien wird im Jahr 2050 deutlich mehr Bewohner haben als heute China. Solche wachsende Weltregionen benötigen auch sonst viele Rohstoffe, auch mehr Wasser für die Landwirschaft und Industrie. Mit sehr viel mehr Energieeinsatz kann das zwar kompensiert werden, inden man beispielsweise Meerwasser entsalzt, doch woher diese zusätzliche Energie kommen soll ist heute noch unklar. Letzlich bestimmt das Weltwirtschaftswachstum - heute zwischen 3 und 4 % - wieviel mehr Rohstoffe gewonnen werden müssen. Eine echte Rohstoffknappheit würde wiederum nicht die Reichen treffen, sondern sie würde diejenigen treffen, die die steigenden Preise nicht bezahlen können.
          Ein Wirtschaftswachstum von 3 bis 4 % bedeutet natürlich auch, dass viel mehr Menschen zu Wohlstand kommen. Mit mehr Wohlstand steigt aber der Fleischverbrauch und damit der Landbedarf. Das könnte wiederum dazu führen, dass für die verbleibenden Armen weniger Land und weniger Wasser übrigbleibt.
          In Bezug auf den Rohstoffbedarf müssen wir uns klarmachen, dass heute der Grossteil der Rohstoffe vom reichsten Teil der Menschheit verbraucht wird. Würden alle Menschen der Erde zum Wohlstand der US- Bürger auschliessen, müssten bei 9 Milliarden Menschen im Jahre 2050 etwa 30 bis 50 Mal soviele Güter wie heute produziert werden, was auch entsprechend mehr Rohstoffe benötigen würde. Ob sich aber 30 Mal soviel Kupfer und Eisenerz und 30 Mal soviel seltene Erden fördern lassen als heute ist mehr als ungewiss. Sicher wird es länger dauern als bis zum Jahr 2050 bis alle zum Wohlstand der USA aufgeschlossen haben. Trotzdem macht diese Projektion klar, dass wir immer mehr Rohstoffe, Boden und Wasseer benötigen. Ein einziger knapp werdender vitaler Rohstoff kann bereits eine weltweite Krise auslösen.

  4. DH Antworten | Permalink

    Interessanter Artikel.

    "Eliten organisieren das Gemeinwesen. Sie sorgen für Schutz und ein gewisses Maß an Ordnung. "

    Das geht sicherlich von einem Eliten-Verständnis aus , daß sich nicht auf die selbsternannten ökonomischen Eliten unserer Tage bezieht , im Übrigen sollte man generell aufpassen , zu lautstark von Schmarotzern zu reden , es liegt mir völlig fern , die ökonomischen Eliten zu verteidigen , aber Menschen definieren sich nicht über ihre Produktivität und ihre Nützlichkeit.

    "Reichtum ist im Modell sozusagen gespeicherter Naturverbrauch"

    Ausgehend vom aktuellen Verständnis von Wachstum stimmt das natürlich , aber es gibt längst Überlegungen , Wachstum anders zu definieren , qualitativ und nachhaltig (und auch danach zu handeln) , für die Zukunft dürfte diese Annahme falsch sein.

    • Thomas Grüter Antworten | Permalink

      Im Beitrag weise ich darauf hin, dass man dieses Modell nicht mit der Wirklichkeit verwechseln sollte. Es definiert Eliten als ausschließlich konsumierende Gruppen, die nichts produzieren, und zum Produktionsprozess auch nichts beitragen. Ihre Konsumrate ist aber stets höher als die des gemeinen Volks (wie gesagt: im Modell). Sie kümmern sich auch nicht darum, ob das gemeine Volk (im Modell: die Commoners) hungern. Sie sind also tatsächlich als Schmarotzer definiert.
      Zum Thema Reichtum: Auch hier gilt: Das Modell ist nicht die Wirklichkeit und ich bin auch mit der sehr einfachen Definition nicht einverstanden.

      • DH Antworten | Permalink

        @ Thomas Grüter

        Da habe ich wohl etwas schlampig formuliert , meine Kritik bezog sich auf die Studie , nicht auf Ihre Folgerungen , soweit ich diese nur wiederholt haben sollte , sorry dafür.

  5. Horst Antworten | Permalink

    "Das zweite klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ..."

    Und das ist es im Grunde auch, für einen Menschen mit wirklich gesundem Verstand - ein Zusammenleben OHNE wettbewerbsbedingte Hierarchie von und zu materialistischer "Absicherung", OHNE Steuern zahlen, OHNE "Sozial"-Versicherungen, OHNE manipulativ-schwankende "Werte", bzw. OHNE die stumpf- wie blödsinnigen Symptomatiken in "Wer soll das bezahlen?" und "Arbeit macht frei", usw., ist absolut machbar und aus Gründen der Bewußtseinsentwicklung einzig menschenwürdig wie sinnvoll, "gottgefällig" und ...!!! :-)

    • Thomas Grüter Antworten | Permalink

      Jetzt muss ich doch noch mal sagen: Es geht hier um eine Simulation, eine sehr einfach gestrickte Simulation, nicht um die Wirklichkeit. Deshalb sind die weitreichenden Schlussfolgerungen der Autoren auch reichlich kühn und kaum haltbar.

      • Horst Antworten | Permalink

        Wenn die Globalisierung, und mit ihr die dermaßen konfus-gebildete Suppenkaspermentalität, dieser Welt- und "Werteordnung" in HERKÖMMLICH-GEWOHNTER Überproduktion von Kommunikationsmüll, so weiter geht, dann muß es zwangsläufig wieder eine ESKALATION geben, die dann mit ziemlicher Sicherheit in einem Atomkrieg ausgetragen wird und ... - Überbevölkerung ist auch nur ein Problem dieser Welt- und "Werteordnung" im Geschäfts(UN)sinn des "freiheitlichen" Wettbewerbs, weshalb die Propaganda von Gentechnik ebenfalls entsprechenden Simulationen entspringt!?

        • Horst Antworten | Permalink

          Wenn GRUNDSÄTZLICH alles allen gehören darf (was eigentlich Naturgesetz ist!?), so daß die wettbewerbsbedingte Symptomatik in "Wer soll das bezahlen?" und "Arbeit macht frei" keine Macht mehr hat, kann PRINZIPIELL alles OHNE ..., bzw., alles wirklich-wahrhaftig und zweifelsfrei-eindeutig organisiert werden!!!

  6. Horst Antworten | Permalink

    "Warum haben aber alle Hochkulturen Eliten hervorgebracht?"

    Die Antwort ist: Das "Recht des Stärkeren" hat seit jeher das Gemeinwesen gepflegt. Unter dem Schutz der Hierarchie von und zu materialistischer "Absicherung" - Illusionen / Unwahrheit in Bewußtseinbetäubung, der sich zum heutigen "freiheitlichen" Wettbewerb um die Welt- und ein GEWISSENLOSES Maß an doppelmoraliger "Werteordnung" drehte. Der GESCHÄFTSSINN sorgt für die Bildung des Geistes durch Konfusion in heuchlerisch-intriganter Überproduktion von KOMMUNIKATIONSMÜLL. Insgesamt ist das Modell Elite die fachidiotische Spitze einer Dummheit die im geistigen Stillstand nur dem zeitgeistlichen Materialismus frönt und ...!

    "Warum hat sich die Technik dann überhaupt entwickelt?"

    Weil sie so herrlich zu unserer gepflegten Bewußtseinsschwäche in Angst, Gewalt und "Individualbewußtsein" paßt, bzw. die SCHEINBAR glorreichen Befriedigungen der Bewußtseinsbetäubung liefert, dabei stets eine bessere Zukunft für alle verspricht und ...

  7. Matthias Antworten | Permalink

    "Das ist völlig unrealistisch. Selbst nach einem Beinahe-Kollaps durch Überlastung der Natur lernen die Menschen im Modell nichts dazu."
    Warum? Das ist doch überaus realistisch.

    Jüngstes Beispiel für die Lernresistenz unserer Spezies: "Drei Jahre nach Fukushima: Japan will wieder Atomreaktoren anfahren"
    Es gibt aber auch genug andere Beispiele.

  8. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    HANDY ist eine Studie nach dem Muster von Limits to Growth, aber deutlich unter dem Niveau selbst dieser jetzt 40 Jahre alten Studie.
    Zur ökonomischen und ökologischen Entwicklung des Weltsystems nach dem Big-Bang der Industrialisierung lässt sich aber folgendes sagen:
    - Es gibt Grenzen des Wachstums für den menschlichen Fussabdruck. Dieser folgt der Formel Enviromental Impact = Population x Affluence x Technology.
    - Der Big-Bang der Industrialisierung erreicht sein Ziel und ein Plateau, wenn die Weltpopulation kaum mehr wächst und die materiellen Bedürfnisse der Mehrzahl der Menschen befriedigt sind
    - Mit existierender Technologie allein kann dieses Plateau nicht erreicht werden, denn ein Güterangebot wie in den USA für eine um 1/3 grössere Menschheit in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts stösst an Ressourcengrenzen (Peak Oil, Peak Water, Peak everything) und hat Auswirkungen auf die Umwelt, die die Lebensbedingungen so weit verschlechtern, dass weiteres Wachstum auch deshalb nicht möglich ist (Verschmutzung , Klimaerwärmung). Folgerung: Die Studie HANDY, welche keine technischen Fortschritte miteinbezieht ist deshalb von vornherein realitätsfremd.

    Meiner Meinung unterschätzen viele Menschen die Wichtigkeit des technischen Fortschritts. Ein weiterer grosser Teil überschätzt die Schnelligkeit und Leichtigkeit weiterer Fortschritte. Das hat bereits jetzt die Konsequenz:
    - dass zuwenig investiert wrid in die Erforschung zukünftiger, disruptiver Energietechnolgien und zukünftiger disruptiver Substitutionstechnologien (Ersatz für die fossilen Rohstoffe)
    - dass Wunschtraumdenken inzwischen ganze Länder erfasst hat. In dieser Wunschzukunft wird die Welt allein mit dezentral erzeugter erneuerbarer Energie versorgt und die Natur liefert alle Rohstoffe in Form von Biogreibstoffen und organischer Landwirtschaft. Rechnet man diese Vision durch, wie das David McKay in Sustainable Energy wihtout the hot air gemacht hat, kommt man zum Resultat, dass dies rein dezentral kaum machbar ist und falls doch bis über alle Grenzen hinweg realisiert eben zu einer nicht wünschbaren Zukunft führt, in der die Natur noch weit stärker als bisher vorwiegend menschlichen Zwecken dienen muss. Während die Natur in Form von bestellten Felder bis jetzt hauptsächlich der Nahrungsgewinnung diente würde sie in dieser Vision auch Energie und rezyklierbare Rohstoffe liefern- und das dann auch noch dezentral. When Renewables destroy nature zeigt auf, wie wenig wünschenswert eine solche Zukunft ist.
    Die Konsequenzen sind eben
    - Ein grosser landschaftlicher Fussabdruck durch EE
    - Ersatz von Wald und Land durch Anbaugebiete für Biotreibstoff

    Die wirkliche Lösung ist dagegen die Entkoppelung von Mensch und Natur. Letztlich muss der Mensch in der Lage sein, all seine Bedürfnisse innerhalb seiner technischen Zivililsation zu befriedigen ohne dass er ständig neue Rohstoffe erschliesen muss und ohne, dass er den Naturkreislauf immer mehr für sich beansprucht. Es gilt eine Kreislaufwirtschaft innerhalb der Spähre des vom Menschen bewohten Anteils der Erde aufzubauen.

    • jade Antworten | Permalink

      Man braucht aber auch dieses Überangebot von Gütern gar nicht - eine Vielzahl an Gütern sind keine existenznotwenigen Güter! In den USA und auch in Europa z.B. werden Bedürfnisse geschaffen, die es ohne Werbung z.B. nicht gäbe.

      Wenn man über "Ressourcen" nachdenkt, dann darf man nicht die verrückte Kosumgesellschaft auf die ganze Welt anwenden. Das funktioniert nicht und selbst wenn es funktonieren würde (Bevölkerungsreduktion) würde das keiner haben wollen. Es gibt genug Leute die von Grund auf kein Bedürfnis haben ein teures Auto zu fahren oder ständig irgendwelche Fernreisen zu machen. Fragen Sie z.B. mal ältere Leute vom Land, wenn Sie die auf die Seychellen schicken wollen, zeigen die Ihnen den Vogel. Genauso haben Leute in Afrika andere existenznotwendigen Bedürfnisse.

      Auch diese "ökologischen Fußabdrücke" sollte man mal hinterfragen, genauso wie die ganze Klimadebatte. Das ist alles politisch motoviert. Politik und Ideologie schließen sich aber heute leider fast schon gegenseitig aus. Von wem stammen diese Begriffe und "cui bono?"

      "Saubere Energien" sind grundsätzlich eine gute Sache um unabhängig zu werden. Und damit meine ich jeden Privatmann, der unabhängig von Konzernen und von Preiskartellen und auch unabhängig vom Staat wird. Nicht der Staat, der unabhängig von Ölförderstaaten werden will. Und bitte nicht deshalb, weil die Ressourcen sonst aufgebraucht werden, das ist Meinungsmache der Politik.

      • Martin Holzherr Antworten | Permalink

        Theoretisch könnte man noch so wie in 60er Jahren leben. Dazumal war der Pro-Kopf- Leistungsverbrauch noch 2000 Watt, ein Wert, der gerade kürzlich von China überschritten wurde und der in den hochindustrialisierten Ländern heute bei 6000 Watt liegt. Praktisch ist es kaum möglich, denn das würde zuviele Einschränkungen bedeuten. Vor allem würde es die individuelle Freiheit einschränken, die sich etwa daran ausdrückt, dass junge Erwachsene heute schon viel früher eine eigene Wohnung beziehen können. Es würde auch die heutige hohe Scheidungsrate aus rein ökonomischen Gründen verunmöglichen und damit viele zum Ausharren in unbefriedigenden Beziehungen zwingen.

        Quantifizierte ökologischen Fussabdrücke sind sicher problematisch, weil oft recht willkürlich. Doch dass es eine Überbeanspruchung der Umwelt geben kann, kann man kaum ableugnen. Die Klimadebate ist sicher verpolitisiert, aber nicht rein politisch. Das Klima ändert sich nur langsamer als viele Klimawissenschaftler meinen, aber es ändert sich. Seit dem Ende der letzten Eiszeit 1850 sind die Temperaturen jedenfalls ordentlich gestiegen. Bis jetzt hat sich das insgesamt positiv ausgewirkt, doch eine weitere Zunahme der Oberflächentemperaturen wird längerfristieg viele negative Auswirkungen haben, wie einen deutlichen Meeresspiegelanstieg und Änderungen ganzer regionaler Klimata.
        Folgendes ist sicher richtig:

        "Saubere Energien" sind grundsätzlich eine gute Sache um unabhängig zu werden. Und damit meine ich jeden Privatmann, der unabhängig von Konzernen und von Preiskartellen und auch unabhängig vom Staat wird.

        Doch ich kenne niemanden, der durch Solarpanel auf dem Dach unabhänigig von Elektrizitätsversorgergungsunternehmen und unabhängig vom Staat wurde. Im Gegenteil. Ein Solarpanelbesitzer ist abhängig von der Einspeisevergütung, die er nur erhält, wenn er am Grid angeschlossen ist, und er ist abhängig vom Stromnetz wenn er Strom in der Nacht oder zu Schlechtwetterzeiten benötigt. Ein Staat wie Deutschland kann zudem nur dann von Erneuerbaren Energien allein leben ohne die ganze Landschaft zu verbauen, wenn er insgesant viel weniger Energie bereitstellen muss als früher. Doch dass eine solche Rückkehr zu den Verhältnissen der 60-er Jahren schwierig wird, habe ich bereits weiter oben erwähnt.

        • Martin Holzherr Antworten | Permalink

          Die "Verpolitisierung" der Klimawissenschaft scheint mir mit dem neuen IPCC-Bereicht AR5 ansatzweise zurückgefahren: Reisserische Warnungen wie die, hunderte von Millionen Menschen seien durch den Meeresspiegelanstieg bedroht wurden im AR5 getilgt, dessen Berichtsteil über die Auswirkungen des Klimawandels und die nötigen Anpassungen gerade jetzt, Ende März 2014 erschienen ist. Schon der erste Teil des AR5 über die physikalischen Grundlagen des Klimawandels hat Aussagen über den zu erwartenden Temperaturanstieg abgeschwächt, indem es den unteren Wert des Temperaturanstieg von 2 Grad auf 1.5 Grad absenkte.
          Insgesamt erhalte ich den Eindruck, dass die IPCC-Wissenschaftler zurückkehren wollen in den Heimathafen der Physik, wo man im typischerweise zurückhaltender "prognostiziert" und Zweifeln mehr Raum lässt.
          The first instalment, released last year, covered the physical science of climate change. The new report focuses on the impacts of climate change and how to adapt to them.

  9. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Zur von Thomas Grüter angestossenen Elitediskussion gibt es einen interessanten arxiv-Artikel, nämlich How Virtual Gaming Worlds Are Revealing the Nature of Human Hierarchies. wo die Autoren zum Schluss kommen:

    Their conclusion is that humans naturally form into a fractal-like hierarchy in which people belong to a variety of groups on different scales. In fact, the formation of hierarchies seems to be an innate part of the human condition.

    Fuchs and co ... found a branching hierarchy of seven levels. The first level are individuals themselves, level two turns out to be small groups of people who have marked each other as friends and have communicated recently.
    Next are the people linked more weakly, who may have once traded or marked each other as friends but not communicated regularly. These show up in the third order.

    The players can also form into Alliances, formal groups that gain certain game privileges. These show up in the fourth order. Then there are larger factions that form orders five and six. The seventh order comprises everyone in the entire game.

    What’s interesting about these orders is not just their existence but their scale relative to each other. “Remarkably, the online players exhibit the same type of structured hierarchical layers as the societies studied by anthropologists, where each of these layers is three to four times the size of the lower layer,” say Fuchs and co.

    “Our findings suggest that the hierarchical organization of human society is deeply nested in human psychology,”

    In menschlichen Gesellschaften scheinen sich also ähnliche Hierarchien unter recht verschiedenen Umständen auszubilden. Die Annahme, solche Hierarchien seien rein machtbasiert und die Elite seien reine Parasiten, die das System belasten aber nichts dazu beitragen, wie das die Autoren der HANDY-Studie machen, scheint deshalb etwas gewagt.

  10. jade Antworten | Permalink

    Wow, total interessant.
    Das ist genau das, was mich persönlich im Moment beschäftigt (Grund: Job). Ich hab mir deshalb vorgenommen mich damit auseinander zu setzen und hoffe dass das zeitlich klappt. Artikel werd ich gleich mal lesen.

    Ich hab mir vorgenommen was über das "Rhizom" von Deleuze zu lesen, weil ich ihn gern mag. Für andere Tips wär ich total dankbar.

  11. jade Antworten | Permalink

    Artikel gelesen.

    Ich bezweifle aber ehrlich gesagt etwas, dass Hierarchien von jedem Individuum gewollt sind, weil sie dem Individuum einen Vorteil bringen, also dass sie von unten herauf gebildet werden. Sozusagen demokratisch. Ich glaube nicht, dass das natürlich ist.

    Ich denke vielmehr, dass eine Hierarchie tatsächlich eine Regierung von oben herab ist, weil der Stärkere sich durchsetzt. Meine Erklärung hierfür ist bisher das Peter-Prinzip. Das bedeutet, dass diejenigen, die sich selbst auf einer vorteilhaften Position sehen (Einkommen, Einfluss, Status, was auch immer) diese Position verteidigen wollen, einfach aus der Angst heraus diese Position wieder zu verlieren. Das bedeutet im Berufsleben zB. dass diejenigen auf guten Positionen verhindern müssen, dass aufgedeckt wird, dass sie zB. eine (zu) gut bezahlte Position haben - oder negativ ausgedrückt, dass sie vielleicht auf einer Position überfordert sind.

    Vielleicht kann Demokratie nicht funktionieren, weil sie extrem unnatürlich ist.

    • Martin Holzherr Antworten | Permalink

      Ja, Eliten, die ihre Privilegien verteidigen und den Rest des Volkes unten halten wollen gibt es. Und zwar in Ländern mit grosser Ungleichheit, beispielsweise in Südamerika. Das sind auch Länder mit im Durchschnitt kleinen Bruttoinlandprodukten und geringem Wirtschaftswachstum relativ zu andern Ländern in ähnlicher Position, aber mit einem weniger ausgeprägtem Gefälle zwischen arm und reich, mächtig und ohnmächtig.
      Letzlich versucht jede Elite sich selbst und die eigenen Familienmitglieder oben zu halten, besonders aber dann, wenn es ein grosses Gefälle zwischen oben und unten gibt und ein Machtverlust mit dem Abstieg in die Gosse verbunden ist. Deshalb ist Egalitarität immer gefährdet. Mit diesem Thema beschäftigt sich das Buch Why nations fail, the origin of power, prosperity and poverty von Daron Acemoglu & James A,Robinson

    • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

      @ jade :

      Ich bezweifle aber ehrlich gesagt etwas, dass Hierarchien von jedem Individuum gewollt sind, weil sie dem Individuum einen Vorteil bringen, also dass sie von unten herauf gebildet werden. Sozusagen demokratisch. Ich glaube nicht, dass das natürlich ist.
      (...)
      Vielleicht kann Demokratie nicht funktionieren, weil sie extrem unnatürlich ist.

      Herrschaftsformen benötigt es zwingend, auch die Anarchie ist eine Herrschaftsform (die in der Praxis die Herrschaft besonders kämpferisch deklinieren wird, sofern diese Bemerkung erlaubt ist), sie ergibt sich einerseits aus dem Eigentum und andererseits aus der Befähigung zur Produktion, d.h. es muss Inhaltegeber geben und Besitzer oder Eigentümer, wenn man nicht -mit den bekannten Risiken- anarchistisch unterwegs sein will, zudem auch Angestellte oder Arbeiter und dbzgl, Struktur.

      Die Demokratie ist idT revolutionär, jedenfalls im Sinne der Aufklärung, sie kann eigentlich nicht funktionieren [1], funktioniert aber doch, weil die Schwarmintelligenz oder das schwarmhafte Bemühen so am besten allokalisiert werden kann.
      Beachtenswerte Denker haben hier vor einigen Jahrhunderten entwickeln und implementieren können.

      Sie sind aus dem nationalistisch sozialistischen Bereich stammend, gell?, also, klar, das ist für Sie soch ein wenig gewöhnungsbedürftig.

      MFG
      Dr. W (der aber auch internationalistisch sozialistische Kräfte berät)

      [1] Sie kann funktionieren, sie tut es auch; Sichten, dass sie nicht funktionieren könne, sind letztlich etwas für die anderen. Sie ist schwierig aufzustellen, benötigt eine gewisse Ethik & Bildung.

      • jade Antworten | Permalink

        "Sie sind aus dem nationalistisch sozialistischen Bereich stammend, gell?, also, klar, das ist für Sie soch ein wenig gewöhnungsbedürftig."

        waaaas? uiui, ich hoffe das war nicht ernst gemeint? o_O

        • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

          Aja, sr, da ist wohl was verwechselt worden, Sie erinnerten stark an eine andere "kurzhaarige" Kraft.
          MFG

          • jade | Permalink

            ok danke für die Rückmeldung. Ich war schon ziemlich geschockt irgendwie.

            Nein, ich hab mit politischen Strömungen nichts am Hut. Nicht links nicht rechts keine Farbe und kein Lieblingsverein ;-) Wahlen hab ich bisher immer so gehändelt, dass ich mir tatsächlich ein bisschen was von den Programmen durchgelesen hab und überlegt habe was mir wichtig ist (und den Wahl-O-Mat benutzt habe). Ob das allerdings richtig war, das bezweifle ich im Nachhinein. Aber man lernt ja nie aus - dafür ist man ja auf der Welt.

            Zur Demokratie möchte ich noch sagen, dass es natürlich ideologisch eine gute Sache ist. Praktisch ist es die einzig faire Staatsform, soweit ich mir das vorstellen kann. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass es in der Realität anders aussieht als in der Theorie. Und das leider nicht nur in Russland. Ich hab keinerlei politische Anliegen, nur einen sehr ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und das Bedürfnis Dinge zu verstehen. Ach ja, und zu viel Zeit, die ich im Internet verbringe :-/

    • Martin Holzherr Antworten | Permalink

      Zitat:"Vielleicht kann Demokratie nicht funktionieren, weil sie extrem unnatürlich ist."
      Demokratie in ihrer radikalsten Form - Sachabstimmungen, Rotationsprinzip -, wurde von den alten Griechen erfunden und war Teil des Erfolgs der Griechen (z.B. In den Perserkriegen), vor allem wohl weil die Mitbestimmung eine starke Mobilisierung der hochmotivierten Bürger mit sich brachte. Schon damals gab es aber kritische Stimmen zu dieser Regierungsform. Platon bevorzugte eine Republik geführt von Weisen (Philosophen), etwas was man heute als Expertokratie bezeichnen würde.
      Selber denke ich, dass ein Staat das Potenzial seiner Bürger zur Entfaltung bringen sollte. Das Schicksal der modernen Zivilisation hängt zudem sehr stark von Innovationen ab. Eine unflexible Gesellschaft mit Bürgern, die sich nicht auf sich ändernde Andorderungen einstellen können, wird sich schlecht entwickeln. Von den entwickelteren Gesellschaften gehört für mich Russland unter Putin zu diesen Gesellschaften mit schlechtem Ausblick, gerade weil es nur eine Scheindemokratie ist und die Mitglieder der Gesellschaft wenig Enfaltungsmöglichkeiten haben. Eine Gesellschaft, die Menschen vom Engagement zurückhält oder die Anstrengungen nicht belohnt sondern sogar bestraft, wird sich schlecht entwickeln. Demokratie allein ist noch keine Garantie für eine positive Entwicklung, aber eine Demokratie gehört eher zum Typus der offenen Gesellschaft, die es letzlich zum Erfolg braucht.

      • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

        Die Demokratie, also die Herrschaft der Menge, benötigt ein gewisses kulturelles Umfeld; Analphabetentum kann hier bspw. direkt schädlich wirken, wie auch niedere Ethik, die an dieser Stelle aber nicht weiter erklärt werden soll.
        Insgesamt kann ein gewisser Zivilisations-Standard hier positiv wirken, naiv wäre es ohne diesen bspw. Nation-Building zu betreiben, wenn die Gesellschaft sozusagen im Wortsinne gottverdammt ist.
        Das Sich-Erheben in diesem Sinne kann nur aufklärerisch angeleitet sein und muss auf gemäßigte Religion wie sonstige Machbefugnis hoffen, schließlich gilt es zwingenderweise komplexe Strukturen in die gesellschaftlichen Verhältnisse einzugießen.

        MFG
        Dr. W

        • Martin Holzherr Antworten | Permalink

          Die meisten Demokratien enstanden nach hunderten von Jahren als Resultat von Machtkämpfen, in denen Immer mehr Privilegien fielen. Das Bürgertum übernahm die Macht vom Adel, weil das Wirtschaftsleben zunehmend in die Hand von Bürgern überging. Letzlich teilen sich die Macht immer Gleiche, die Machtbasis wurde immer grösser, weil immer es mehr Gleiche und Gleichberechtigte gab.

      • jade Antworten | Permalink

        Ich muss mich noch einmal zu Wort melden. Ich denke die (eine richtige) Demokratie, so wie sie vielleicht von den Griechen erfunden wurde, kann in Zukunft wieder entstehen. Wichtig sind nicht nur die geistigen Voraussetzungen der Menschen - denn ich denke die waren schon vor 2000 Jahren in gleicher Weise vorhanden - wichtig sind ist vor allem eine klare und aufrichtige Information. Und keine gezielte Desinformation.

        Ich habe da ein tiefes Vertrauen in die Vernunft des Menschen. Meine Vorstellung ist, dass wenn die Gesellschaft ehrlich ist und alle Probleme und Strukturen offen diskutiert, sich beste und vernünftigste Lösung automatisch findet. Dazu braucht es aber die wahrheitsgemäße Information aller Menschen. Dank Internet aber eigentlich nicht mehr so schwierig, nur leider gibt es schnell ein Überangebot an Information.

        • Horst Antworten | Permalink

          Solange Mensch den nun "freiheitlichen" Wettbewerb um ... als naturgegeben für sein "gesundes" / imperialistisch-kapitalistisches Konkurrenzdenken interpretiert, solange wird gezielte Desinformation, mit Konfusion durch ..., die wirklich-wahrhaftige Vernunftbegabung im geistigen Stillstand seit der "Vertreibung aus dem Paradies" (geistiger Evolutionssprung) halten!

          Der Sozialismus ist die einzige Ideologie, die der Wahrheit aller Spiritualität und eindeutig-zweifelsfreier Demokratie entspricht - nur systemrational-gebildete und somit konservativ-intrigante Suppenkaspermentalität reagiert darauf mit Aussagen wie: "hatten wir schon", "kann nicht funktionieren", usw.!!!

          Demokratie ist nicht kompatibel mit Unwahrheit - da ist es kein Wunder, wenn das Internet (Verstärker unserer wettbewerbsbedingten Neurosen und Psychosen) offensichtlich auch mit dem "real-existierenden" Spalt-Bewußtsein von Mensch nicht kompatibel ist!?

  12. gast Antworten | Permalink

    Viele Menschen achten auf die Worte "Weltuntergang" und "Massenhysterie".Alles Quatsch.
    Die Klimaveränderung gab es schon viele Male. Der Mensch sollte drauf achten,nicht seine
    einzigartige Welt zu zerstören.Unser Heimatplanet wird zerfressen,von Habgier,Neid und Hass.
    Warum,??????schaut euch doch mal dieses wunderschöne,einzigartige und zauberhafte Juwel aus dem
    All an.Was wir hier zerstören,ist unersetzbar.Vergesst doch endlich mal die Kriege und teielt das was wir haben GEMEINSAM

  13. Philippe.G Antworten | Permalink

    Wenn mann es So sieht, ist die Frage (sinnlos) wann die (welt) "untergeht"!
    Seit Anbeginn der Zeit oder eher seit der (Mensch) auf der Erde seine Zeit verbringt kommen Fragen wie, wer oder was uns erschaffen, was Als erstes da wahr.
    Oder (wann) wird das alles ein "Ende" haben.
    Diese Fragen haben eigentlich kein Sinn. Es ist egal wann oder ob die Welt untergeht oder was uns erschaffen hat...(ODER OB WIR ALLEIN SIND IM UNIVERSUM)
    Wir sollten uns lieber Gedanken machen ob nicht unsere Gedanken und unsere Gefühle an das hier alles Schuld ist... Wieso so viele Menschen sterben oder wieso wir uns so langsam weiterentwickeln...
    Seit der Mensch auf dem Planeten ist versucht er seines gleichen zu töten.
    Albert Einstein. Sagte mal wenn es je zu eine 3 Welt Krieg kommen sollte, weiß ich der 4 Welt Krieg denn bestreiten wir mit Knüppel und Axt...
    Viele Menschen sagen sie wollen was verändern dafür müssen sie aber auf manch Sachen verzichten das können aber nicht sehr viele und deswegen wir der Mensch eines Tages aussterben!!! Wenn er nichts ändern an verhallten oder Gefühls mäßig!! (Es ist nur eine Frage der Zeit!)

  14. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Die Zivilisation wird nach der Nasa finanzierten HANDY-Studie untergehen. Dies glaubt scheinbar auch Christoph Küffer von der ETH Zürich, der in seinem Artikel diese Studie verlinkt und selbst unter anderem schreibt:

    In der Wissenschaft gibt es einen breiten Konsens, dass wir in wenigen Jahrzehnten an die Grenzen des Bevölkerungswachstums und Umweltverbrauchs stossen werden [z.B. 1].

    • Thomas Grüter Antworten | Permalink

      Wie ich in dem Beitrag auseinandergesetzt habe, ist die HANDY-Studie nicht von der NASA finanziert und ihre Aussagekraft ist eher bescheiden. Andererseits behauptet Christoph Küffer das auch nicht. Er hat die Ergebnisse der Studie richtig zitiert, sich aber offenbar nicht den eher zweifelhaften Berechnungsgrundlagen auseinandergesetzt.

  15. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    HANDY-Studie nicht Nasa finanziert? Dann wäre der guardian-Artikel Nasa-funded study: industrial civilisation headed for 'irreversible collapse'? falsch übertitelt. Man liest dort zur Finanzierung:

    The HANDY model was created using a minor Nasa grant, but the study based on it was conducted independently. The study based on the HANDY model has been accepted for publication in the peer-reviewed Elsevier journal, Ecological Economics.

    Weiter unten steht dann

    The NASA-funded HANDY model offers a highly credible wake-up call to governments, corporations and business - and consumers - to recognise that 'business as usual' cannot be sustained, and that policy and structural changes are required immediately.

    Der Autor Dr Nafeez Ahmed scheint aber befangen zu sein, ist er doch is executive director of the Institute for Policy Research & Development and author of A User's Guide to the Crisis of Civilisation: And How to Save It among other books. Follow him on Twitter @nafeezahmed

    • Thomas Grüter Antworten | Permalink

      Hier die Aussage der NASA dazu (Übersetzung oben im Beitrag). Demnach hat der Guardian wirklich eine falsche Überschrift gewählt. Kommt ja vor ...

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