Wurde der VW Golf in der DDR erfunden?

29. Januar 2011 von Michael Khan in Politik, Technik

Heute ist der 125ste Geburtstag einer der wichtigsten Erfindungen des Industriezeitalters. Da wird sicher von vielen Leuten allerhand Wichtiges und Bedeutsames gesagt werden. Vielleicht wird nebenbei auch wieder eine Geschichte aufgewärmt, die schon seit Jahren in den Medien auftaucht. EIne nette Geschichte - aber ist sie auch glaubwürdig?

Grundlage ist die unbestrittene Tatsache, dass ein Team begabter Ingenieure bei den Automobilwerken VEB Sachsenring in Zwickau Mitte der 1960er Jahre Prototypen für potenzielle Nachfolgemodelle des bekannten Modells Trabant 601 entwickelte. Eins dieser Modelle trug die interne Entwicklungsbezeichung P603. Es wirkte mit seiner Schrägheckkarosserie modern und zukunftsweisend. 1967 wurde jedoch auf ministerielle Weisung seine Entwicklung, die anscheinend nicht von höchster Stelle autorisiert worden war, eingestellt. Die Verschrottung der Prototypen wurde angeordnet. Der P603 hatte wie der 601 eine Duroplast-Außenhaut auf Stahlgerippe und einen Zweitaktmotor, auch wenn anscheinend an Alternativantriebe wie Wankelmotoren oder importierte Viertaktmotoren von Škoda gedacht wurde.

Eine weitere unbestrittene Tatsache ist, dass der Volkswagen-Konzern Anfang der 1970er Jahre in großen Schwierigkeiten steckte. Den Käfer und seine auf luftgekühlten Heckmotoren basierenden Nachfolger wollten die Kunden nicht mehr, den fälligen Modellwechsel hatte man verschlafen. Zum Glück für das Unternehmen gehörte ihm seit 1964 das Traditionsunternehmen Auto Union mit seinen viel moderneren Produkten, das mit der 1969 erworbenen sehr innovativen Firma NSU zur Audi NSU Auto Union AG zusammengelegt worden war. NSU hatte sich zuvor mit der Entwicklung des bahnbrechenden Ro 80 verhoben. Dieses Auto war seiner Zeit so weit voraus, dass es auch heute noch zeitgemäß erscheint, das Unternehmen bekam jedoch Kosten und Probleme nicht in den Griff.

Nur dank der Produkte dieser Töchter gelang Volkswagen 1970 der Befreiungsschlag. Das erste "moderne" VW-Auto war der K70, der alles hatte, was den bisherigen Volkswagen fehlte: Einen wassergekühlten Reihenmotor vorne, Frontantrieb, viel Platz und Stauraum und eine wirksame Heizung. 1973 kam der Passat, der nur eine Schrägheckvariante des von Auto Union entwickelten Audi 80 darstellte und damit keine wirkliche Neuentwicklung war. 1974 schließlich ging die erste Version des Golf in die Serienfertigung, eine VW-Neuentwicklung, für dessen Form und Konzept der italienische Industriedesign-Star Giorgio Giugiaro verantwortlich zeichnete. Die Technik des Golf stammte zu einem erheblichen Teil von den Audi-Entwicklungen. Mit dem Erfolg der Modelle Passat und Golf war der Konzern gerettet.

Besagtes Gerücht, das in den Medien und dem Internet köchelt, behauptet nun, dass der Golf gar nicht so entstanden sei, wie man gemeinhin denkt und wie oben beschrieben. In der  Internetversion des Gerüchts fehlt meist auch nicht ein Verweis auf eine ominöse, aber vage zitierte Aussage des früheren VW-Managers Carl Hahn, der allerdings von 1972 bis 1982 gar nicht bei Volkswagen arbeitete.

Laut diesem Gerücht war es so, dass die Entstehung des VW Golf in Westdeutschland mit der Entwicklung des P603 in der DDR in Verbindung stehe. Die Baupläne seien heimlich von den DDR-Stellen an den VW-Konzern verkauft worden. Um dies zu verschleiern, musste das erfolgversprechende und zukunftsweisende Projekt in der DDR eingestellt werden.

In Summe habe also nicht nur ein erfolgreiches Autokonzept, sondern auch das Überleben eines der größten westdeutschen Industrieunternehmen seinen Ursprung in der Arbeit engagierter DDR-Ingenieure, was diesen aber schlecht gelohnt wurde.

Nun ja, widerlegen kann ich diese Theorie natürlich nicht. Aber ich kann schon zeigen, dass sie nicht plausibel ist. Ich stelle dazu erst einmal folgende Fragen in den Raum.

  • Passt die ganze Geschichte überhaupt zu den politischen Rahmenbedingungen? In den 1960ern war das Klima zwischen beiden deutschen Staaten eisig. Da soll die DDR-Regierung wirklich 1967 heimlich seine Kronjuwelen an ein westdeutsches Industrieunternehmen, noch dazu eins mit starker Staatsbeteiligung, verhökert haben?
  • Ist denn der Hergang der beschriebenen Verschwörung plausibel? Warum hätte man denn das Projekt P603 einstellen sollen, selbst wenn die Regierung angeblich die "Pläne" an den Westen vertickt hatte?
  • Passt der zeitliche Ablauf? Dass es in der DDR richtig gute Wissenschaftler und Ingenieure gab, die trotz der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen Erstaunliches auf die Füße stellten, sollte man wirklich mal anerkennen. Schlaumeier, die meinen, nur im Westen gab es technisch kompetente Leute, gehen mir auf die Nerven und haben keine Ahnung, wovon sie reden. Aber ist es wirklich plausibel, dass das Konzept des P603 nun so herausragend und zukunftsweisend war, dass man es in den Westen verkauft, und sieben Jahre (in der Automobiltechnik schon eine halbe Ewigkeit) später, schafft VW es endlich, ein Produkt daraus zu machen - und dieses Produkt, angeblich basierend auf einem schon sieben Jahre zuvor entstandenen Prototyp, ist dann immer noch so gut, dass daraus ein Welterfolg wird?
  • Und das Wichtigste: Kann der P603 wirklich die technische Basis für den Golf dargestellt haben? Wieviel P603 hätte denn maximal im Golf stecken können? Der P603 hatte eine Gitterrohrkarosserie mit Kunststoffbeplankung, der Golf eine selbsttragende Stahlkarosserie, also trennen die beiden Konzepte Welten. Was bleibt denn an Ähnlichkeit? Am Ende wohl nicht mehr als das Generalkonzept der kompakten Karosserieform mit Schrägheck. Die war allerdings keineswegs mehr neu, als der Golf auf den Markt kam. Renault hatte beispielsweise schon seit den frühen 60ern solche Modelle produziert und der Renault 5, ein dem Golf viel ähnlicheres Auto als der P603, kam 1972 auf den Markt. Auch andere französische Konkurrenten stellten früher als VW ähnliche PKWs her, beispielsweise Simca mit dem Modell 1100 oder Peugeot mit dem 104. Auch die Italiener waren mit dem Fiat 127 schneller. Die Zeit war 1974 offenbar reif für solche Autos. Sicher hat man sich beim Golf-Design an den Konkurrenten orientiert, so wie bei der Entwicklung jedes anderen Autos auch. Das war schon immer so, und das wird immer so sein. Wenn die Designer ihre Hausaufgaben gemacht hatten, dann hatten sie vielleicht auch Bilder des P603 gesehen. Aber brauchte man, um auf so etwas zu kommen, wirklich geheime Konstruktionszeichnungen? Was hätte man daraus denn konkret umsetzen können?

Schauen wir jetzt mal einige Auttos aus der damaligen Zeit an, um zu prüfen, ob VW wirklich die Vorgabe aus der DDR gebraucht hätte, um darauf zu kommen, dass ein kompakltes Auto mit großer Heckklappe den Kundengeschmack treffen würde:

Der revolutionäre Renault 16, vorgestellt 1964, auf dem Markt 1965. Dieses französische Mittelklasse-Auto führte die praktische, große Heckklappe, mit der der Gepäckraum bequem erreichbar wurde, im Großserienbau ein und entwickelte sich zum Verkaufshit, nicht nur in seinem Heimatland Frankreich, son dern auch im Export.

Der Autobianchi Primula von 1964, also noch 3 Jahre vor dem Trabant P603 und 10 Jahre vor dem VW Golf 1. Dies, und nicht der P603, war der erste Kompaktwagen mit Vollheckkarosserie. Es stimmt also noch nicht einmal, dass der P603 dieses Konzept in den Kompaktwagenbau eingeführt hätte.

Auch der erste deutsche Kompaktwagen mit Vollheckkarosserie, der dreitürige Glas 1004 CL, kam vor dem Trabant P603 und damit lange vor dem VW Golf auf den Markt, und zwar 1966. Das Design stammt vom Italiener Pietro Frua.

Einige weitere Golf-Konkurrenten aus den 60er und frühen 70er Jahren - Allesamt älter als der Golf und somit ausreichend als Vorbilder für den Volkswagen.Sehen wir es doch einfach mal ein - Die Zeit war damals einfach reif für dieses Konzept, die Italiener und Franzosen haben es vorgemacht und VW folgte einige Jahre später nach, schaffte es aber dennoch, das Feld von hinten aufzurollen. Wie danach noch ein paar Mal - dies scheint eine VW-Spezialität zu sein.

Fassen wir also zusammen: Der Trabant war keineswegs der erste Kompaktwagen mit Vollheckkarosserie. Also besteht auch kein Grund zur Annahme, dass VW sich das Golf-Konzept in der DDR abgeguckt hätte. Es gab, als der Golf I herauskam, bereits massenhaft Konkurrenzprodukte, die das Konzept vormachten. Zudem steckt im Golf offenbar keine Trabant-Technik. Die Konstruktionsweise war fundamental anders.

Um es auf den Punkt zu bringen: Was hatte der Trabant P603 denn den viel moderneren Kleinwagen vornehmlich aus Frankreich und Italien voraus? Eigentlich nichts. Andersherum: Was hatten die viel moderneren Kleinwagen der damaligen Zeit dem Trabant P603 voraus? Eigentlich alles, was auch heute noch ein Kompaktauto ausmacht. Fazit: Der VW Golf I war kein "Kind des Ostens".

Ich halte es eher für wahrscheinlich, dass das Projekt P603 eingestellt wurde, weil schon damals die Kapitaldecke in der DDR-Wirtschaft dünner wurde und zudem, mangels Konkurrenz, seitens der DDR-Führung auch kein wirklicher Bedarf an einem moderneren Nachfolger zum Trabi gesehen wurde.

Ich lasse mich aber gern eines besseren belehren, wenn es jemandem gelingt, meine hier ausführlich begründeten Zweifel zu zerstreuen.


23 Kommentare zu “Wurde der VW Golf in der DDR erfunden?”

  1. RobotroniX1962 Antworten | Permalink

    Ein paar Thesen dazu

    Also definitiv schließe ich den Verkauf der Unterlagen über "KoKo" an den Klassenfeind aus.
    Man muss sich die damalige Situation Ende der 1960er näher anschauen. Der Mittelstand war der Parteiführung zu mächtig geworden und es folgten die Verstaatlichungen. Mit den allseits bekannten Folgen der Knappheit und des Mangels. Dies wurde dann noch zu Beginn der 1980er verschärft. Ich denke hier z.B. an die Umstellung der Erdöllieferungen zum Weltmarktpreis.
    Außerdem regierte zu der Zeit noch der Herr Ulbricht. Und dem war der Individualverkehr eh ein Dorn im Auge. So war das politische Aus für den P603 halt damals schon "Alternativlos".

    Was ist nun wirklich passiert?
    These 1:
    Wirtschaftsspionage - Die minoltaisierten Konstruktionspläne lagen ca. 6 Jahre unbeachtet beim BND - bis der Zufall nachhalf...:)

    These 2:
    Das MfS - Ein geschickter Leak der Stasi auf dem Höhepunkt des kalten Krieges. Mit den dieser Aktion wurde der Westen zur Politik der Entspannung gezwungen.:)

    These 3:
    Überläufer - Oftmals wurden hochkreative Erfinder, Entwickler etc. an der Umsetzung ihrer Ideen durch den Staat und die allgemeine Lebenssituation gehindert. Irgendwann war es dann zuviel und sie machten rüber. Ich denke hierbei z.B. an die urban legend zu ESDA Thalheim und den Kunert-DEN20 Strumpfhosen...:)

    Eventuell wäre das eine lohnende Aufgabe für Studenten der Geschichte,im Rahmen einer Diplom-/ Bachelor- oder Master-Arbeit dieser Sache mal nachzugehen. Dass das On- und Offline Journalisten machen habe ich zwischenzeitlich schon aufgegeben.

  2. Michael Khan Antworten | Permalink

    Studenten der Geschichte?

    Die Analyse durch Historiker ist wahrscheinlich in dem Moment nicht mehr erforderlich, wenn die doch recht offenkundige Tatsache auch mal eingesehen wird, dass ein Auto mit einer selbsttragenden Ganzmetallkarosserie und Viertaktmotor technisch so gut wie nichts mit einem Prototyp in Gitterrohrbauweise und Kunststoffbeplankung mit Zweitaktmotor gemein hat, auch wenn oberflächlich eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden sein mag.

  3. mike Antworten | Permalink

    Kannst Du mal unabhängig von der Verschwörungstheorie nachreichen, was an Ganzmetall vs Gitterrohr speziell in Designaspekten so unglaublich unterschiedlich sein soll?
    Du verkaufst hier ein Mineralwasser in der Plastikflasche und beharrst darauf, dass das was komplett anderes wäre.

    Finde ich persönlich argumentativ bisschen arg dünn.

  4. Michael Khan Antworten | Permalink

    @mike: Bauweise von Fahrzeugen

    Kannst Du mal unabhängig von der Verschwörungstheorie nachreichen, was an Ganzmetall vs Gitterrohr speziell in Designaspekten so unglaublich unterschiedlich sein soll?

    In Punkto Karosserieentwurf und Fertigung sind das fundamental unterschiedliche Ansätze. Ein Auto mit selbsttragender Ganzmetallkarosserie und eines mit Gitterrohrrahmen sind für den Ingenieur vollkommen unterscheidliche Dinge.

    Die beiden Autos mögen dann vielleicht, wenn man sie aus der Ferne betrachtet, ähnlich aussehen. Aber was sagt "ähnlich aussehen" schon aus? Für ein technisches Produkt kommt es auf die technischen Eigenschaften an, und die sind fundamental unterschiedlich.

    Wenn unterstellt wird, dass die Baupläne aus der DDR in den Westen wanderten und dort in die Entwicklung des VW Golf wanderten, dann sollte man zumindest erwarten, dass sich aus der ursprünglichen Konstruktion wesentliche Teile im Golf wiederfinden. Wenn schon grundlegende Entwurfsparaneter fundamental anders ist, was bleibt dann noch an Ähnlichkeit?

    Dass beide eine schräge Heckklappe hatten? Geschenkt, aber das hatte der Golf auch mit diversen französischen und italienischen Konkurenzmodelen gemeinsam.

    Wenn Sie wesentliche Ähnlichkeiten im technischen Aufbau (und der ist erst einmal wichtig, wenn es um die Entwicklung eines Autos geht, nicht oberflächliche Ähnlichkeiten im Aussehen) feststellen können, bitte ich um Mitteilung.

    Ich sehe kein Indiz dafür, dass sich im Golf das technische Konzept des P603 wiederfindet. Aber ich lasse mich da gerne belehren - allerdings nur von Fakten, weniger von persönlicher Anmache.

  5. mike Antworten | Permalink

    Vielleicht hab ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt, ich wollte niemanden anmachen.

    Ich halte die Geschichte (vom Gefühl her) auch für Unsinn, aber eben nicht unmöglich.
    Die gegen die Geschichte sprechenden Fakten halte ich wie gesagt für etwas dünn, schliesslich kann es aus technischer und organisatorischer Sicht gewichtige Gründe geben, bestimmte Sachen anders zu realisieren.
    Wenn meine Fertigungsstrasse auf 4-Takt-motoren ausgerichtet ist, überlege ich 2 Mal, ob ich einen 2-takt-motor bauen will.
    Ähnlich gilt das bei der Rahmenkonstruktion.

    Dass da am Ende von der "Vorlage" nicht allzuviel übrig bleibt, nunja wenn man das Indiz nennen will, schön, eine Beweisführung sieht (imho) anders aus.

  6. Michael Khan Antworten | Permalink

    @mike: Gegenmeinung ist auch OK

    Die gegen die Geschichte sprechenden Fakten halte ich wie gesagt für etwas dünn, ...

    Da möchte ich doch erst einmal gegenfragen: Welche Fakten sprechen denn für diese Geschichte und wie "dick" sind jene Fakten?

    Es ist doch nicht so, als sei die Entscheidung für eine Gitterrahmen- oder eine selbsttragende Stahlblechkarosserie eine konstruktive Nebensache, so wie beispielsweise die Wahl von eckigen gegenüber runden Scheinwerfern. Das sind fundamentale Entwurfsentscheidungen, von denen der ganze Entwurf abhängt, und die Produktion auch.

    Wenn der P603 eine Gitterrahmenstruktur hatte und der Golf nicht, dann kann man ab diesem Punkt schon sagen: Der Golf basiert nicht auf der Konstruktion des P603.

    Dass da am Ende von der "Vorlage" nicht allzuviel übrig bleibt, nunja wenn man das Indiz nennen will, schön, eine Beweisführung sieht (imho) anders aus.

    Wenn von der "Vorlage", mal angenommen der P603 war die Vorlage, nicht allzuviel übrigbleibt, dann ist das bereits ein hinreichendes Argument. Wenn von dem Entwurf nichts übrig war, dann kann man auch nicht behaupten, der Golf basiere auf dem P603. Per Definition, denn es ist ja alles anders.

    Ein Beweis ist das nicht, und das behaupte ich auch nicht. Kann man denn historische Thesen beweisen oder widerlegen? Allenfalls kann man untersuchen, ob eine These plausibel ist oder nicht.

    Nach meiner Meinung gibt es ausreichend Indizien, die die These, die Konstruktion des Golf sei in der DDR entstanden, ausgesprochen unplausibel erscheinen lassen. Diese Indizien habe ich aufgelistet.

    Mir erscheint das hinreichend. Wenn jemand das anders sieht, ist das sein gutes Recht.

    Wenn es nun denen, die so eine These aufgestellt haben, gelingt, belastbare Belege für ihre Theorie aufzustellen, lasse ich mich natürlich überzeugen. Gibt es solche Belege?

  7. Wolf Biehrmann Antworten | Permalink

    BRD beklaut andere Staaten im großen Sti

    Auch heute wirbt die BRD wieder für Fachkräfte aus dem Ausland am liebsten mit Know-How für Milliarden in der Tasche das man nur noch patntieren braucht. Die DDR war richtig! Nazis und Kriegsverbrecher haben die BRD Gesetze formuliert und deren durchgeknallte Nachkommen sitzen heute in den Geheimdiensten! Der Mauerbau war richtig um dem Terrorismus durch den BND (Organisation Gehlen) Einhalt zu gebieten. Der Trabant im Westen bekannt als Golf ist Beispiel für die Sabotage der DDR und wie die DDR Bürger von der BRD sabotiert und beschissen wurden. Heute 2011 haben wir einen noch skrupelloseren Überwachungsstaat in der BRD, welcher sämtliche Vorstellungskraft der Stasi überschreitet. Ich kämpfe bis zu meinem Lebensende für die Unabhängigkeit von der BRD und die Anerkennung der Autonomen Republik Deutschland.

  8. Michael Khan Antworten | Permalink

    @"Wolf Biehrmann"

    Sie haben da einen Haufen an Phrasen und Behauptungen abgeladen, aber mehr auch nicht. Dass Sie schon meinen Artikel offenbar gar nicht gelesen haben, ist ja OK. (Ist allerdings schon etwas komisch, wenn Sie dann trotzdem darauf antworten)

    Aber anscheinend sind Ihnen nicht einmal die Verschwörungstheorien geläufig. Es hat keiner behauptet, die BRD hätte die DDR "beklaut". Denn dann wäre der P603 nicht schon vor Produktionsbeginn eingestellt worden.

    Plausibel ist allerdings noch nicht einmal das. Die VW-Entwickler haben wahrscheinlich einfach genau das gemacht, was sie nachher noch mehrfach mit Erfolg gemacht haben: Sie haben einfach geguckt, was die anderen Hersteller (in diesem Fall in Frankreich und Italien) machen und deren erfolgreiches Konzept mit eigenen Mitteln umgesetzt.

  9. Alexander Antworten | Permalink

    Mittlerweile haben die damaligen VW-Ingenieure zugegeben, dass der Golf 1 eine Weiterentwicklung des P603 war, zahlreiche Interviews dazu sind überall zu lesen. Die Konstruktionspläne wurden für viel Geld an VW verkauft, weil man Devisen dort nach Meinung der politischen Führung dringender brauchte, als ein neues PKW-Design . Nur das Konstruktionsmodell war übrigens aus Gitterrohr und Plastik, die Serie wäre genau wie der Golf 1 aus Stahl gewesen, war nie anders vorgesehen. Ähnlich wie auch heute noch die Konstruktionsmodelle/Studien aller Autobauer auf den Messen aus GFK und Gitterrohr-Rahmen sind, niemand baut ein Modell aus Stahl, Ihr Technik-Experten....

    • Tibbes Antworten | Permalink

      Wenn technische Laien Mythen und Legenden verbreiten wird es gefährlich. Ich sage nur Segen und Fluch im Internet.

      Für selbstragende Stahlkarosserien benötigt man Tiefziehbleche. Diese waren in der DDR nicht herzustellen und standen außerdem auf der Embargoliste. Sie hätten nur auf Umwegen und mit hohem finanziellen Aufwand beschafft werden können. Als der P603 konstruiert wurde galten noch die Hallstein-Doktrin, die jeden Kontakt auf wirtschaftlicher Basis verhinderten.

      Es ist einfach grotesk zu behaupten, der Golf wäre in seiner Form dem P603 nachempfunden bzw. die Konstruktionspläne in den Westen verkauft worden. Wie der Betreiber dieser Internetseite bereits ausführte, gab es im Westen einige Karosserieformen, die diese Attribute beinhalteten.

      Derartige Behauptungen sind nichts anderes als geistlose Erfindungen. Der Trabant hatte zeitlebens eine Grundstruktur aus Metall und eine Beplankung aus Kunststoff. Diese Karosserieteile wurden aus mehreren Lagen Baumwolle und Phenolharz unter hohen Temperaturen gepresst. Nach dem gleichen Fertigungsprinzip wäre auch der P603 gebaut worden.

      Alles andere sind hübsche Märchen die nicht aus der Welt zu schaffen sind.

      • Michael Khan Antworten | Permalink

        Vielen Dank für die klaren Worte. Das sehe ich alles ganz genau so.

        Es ist allerdings wirklich bemerkenswert - und auch bezeichnend - dass in anderen Kommentaren tatsächlich noch in Frage gestellt wird, wo sich der Golf denn fundamental vom P603 unterschied. So als seien wesentliche Dinge wie Antrieb und Bauweise der Karosserie unbedeutende Nebensächlichkeiten.

  10. Michael Khan Antworten | Permalink

    @Alexander

    Mittlerweile haben die damaligen VW-Ingenieure zugegeben, dass der Golf 1 eine Weiterentwicklung des P603 war, zahlreiche Interviews dazu sind überall zu lesen.

    So, na dann bitte ich mal um die Links zu den Interviews, wo jemand so etwas "zugibt". Wenn man das überall lesen kann, dann wurdert mich aber schon, dass so eine Behauptung vollkommen ohne Beleg bleibt.

    Nur das Konstruktionsmodell war übrigens aus Gitterrohr und Plastik, die Serie wäre genau wie der Golf 1 aus Stahl gewesen, war nie anders vorgesehen. Ähnlich wie auch heute noch die Konstruktionsmodelle/Studien aller Autobauer auf den Messen aus GFK und Gitterrohr-Rahmen sind, niemand baut ein Modell aus Stahl, Ihr Technik-Experten....

    "Konstruktionsmodell", soso. Die Prototypen des P603 waren fahrbereite Modelle, in denen unterschiedliche Motoren gestestet wurden. Das ist etwas ganz Anderes als die ersten Entwürfe aus Knetmasse oder Kunststoff, die auf Messen ausgestellt werden, aber keineswegs fahrbereite Prototypen sind.

    Die Prototypen verwendeten die vom P601 bekannte Gitterrohrbauweise mit Duroplastkarosse und das wäre selbstverständlich auch in die Serie eingeflossen.

    Ich schlage vor, Sie informieren sich mal ein wenig und laden hier nicht einfach irgendwelche Behauptungen ab, die Sie nicht belegen können. Wo ist denn der Beleg für die geplante Stahlkarosserie des P603? Steht das auch überall zu lesen?

    Noch einmal, falls es nicht gelesen oder nicht begriffen wurde: Der Golf 1 kam sieben Jahre nach dem P603. Der Golf 1 basierte auf einem technisch fundamental anderen Konzept als der P603. Wo soll denn da etwas übernommen worden sein?

    Allerdings ist es so, dass der Golf 1 technisch und vom Konzept her diversen italienischen und französischen Kompaktwagen ähnelt, die Anfang der Siebziger, also wenige Jahre vor dem Golf herauskamen.

    Es liegt schon nahe, dass die Entwicklung des Golfs von diesen Modellen inspiriert war. Man braucht aber keine Pläne zu klauen oder zu kaufen, um auf die Idee zu kommen: "Hm, ein Kompaktwagen mit Vollheckkarosserie und Heckklappe, das sollten wir auch mal bauen."

    Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass VW auf einen fahrenden Zug aufspringt. Beispielsweise sind die auch mit dem "SUV" Tiguan erst Jahre herausgekommen, nachdem die japanischen Hersteller kompakte SUVs auf den markt gebracht und damit Erfolg hatten.

  11. Crystos Antworten | Permalink

    Hat sich jemand schon einmal die Citroen LN und LNA zum Vergleich angesehen ?
    Haben die BRD´ler den Franzosen die Pläne des P603 kopiert (dann aber in schlechter Qualität) und zugeschoben ?
    Oder die kleinen Fiat-Fronttriebler ? Wurde da vielleicht die P603 in einem sozialistischen Jugendlager weitergereicht?
    Oder der DAF 66. Haben die Niederländer vielleicht nur den Konstruktionsplan den P603 nicht richtig gelesen und zufällig ein Getriebe zusammengeschraubt, das dann als Variomatik den Käufern untergejubelt wurde ?
    Oder ist der P603 eine Kopie aus allen Konstruktionen, an denen in ganz Europa herumgetüftelt wurde?
    ;-)

  12. alphagolf Antworten | Permalink

    "Die Prototypen verwendeten die vom P601 bekannte Gitterrohrbauweise mit Duroplastkarosse .."
    Wo soll der P601 einen Gitterrohrrahmen haben, der hat ein Ganzstahlskelett, nur die Beplankung ist Duroplast und könnte genauso gut ein Blechprägeteil sein.
    Jeder der schon mal einen Trabbi geklempnert hat, weiß das da kein "Gitterrohrrahmen" ist oder ich verstehe dabei was falsch.
    Im P603 sollen eher weniger Zweitaktmotoren, sonder auch verschiedene Viertaktmotoren und der Wankel getestet wurden sein.
    Aussagen von VW Ingenieuren kenne ich nicht oder nur sehr wage, dafür aber die von alten Zwickauer Ingenieuren. Der uralte Artikel über den P603 aus dem "Straßenverkehr" gibt es auch noch irgendwo. Und die "Vernichtungsaktion" der Prototypen und der Unterlagen ist bis heute eine Merkwürdige Geschichte.

    Nebenbei wurde der Designer oder besser Gestalter des P603 heute mit dem Bundesdesignpreis ausgezeichnet und im Bericht beim MDR wurde auch wieder der Bezug zum Golf 1 hergestellt.

  13. Horst Hartmann Antworten | Permalink

    Leider wird niemand behaupten können, wie es wirklich abgelaufen ist. Aber eines steht fest, das Modell des Trabant P603 ist Realität, aber keineswegs alleiniges Vorbild für Vollheckfahrzeuge, wie sie zur damaligen Zeit in Anwendung kamen. Insofern ist es von dem Designer Dietel vermessen, die Urheberschaft für den ersten Golf mit Vollheckkarosserie für sich zu proklamieren. Aber es ist auch keine Schande, Ideen oder Konzepte aufzugreifen, von denen man überzeugt ist und bemüht ist, diese zum Wohle der Allgemeinheit umzusetzen. Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, wer nun der Erste war, der die Idee hatte und diese realisieren konnte. Der Renault 16 von 1964 ist ein gutes Beispiel dafür, dass zukunftsträchtige Ideen schon vor dem Trabantentwurf P603 existierten und verwirklich wurden. Es entsteht der Eindruck, dass Selbstüberscätzung zu fatalen Aussagen über die Rolle in diesem Entwicklungsprozess führt und die eigene Wahrnehmung getrübt wird durch das Verlangen nach Sebstgerechtigkeit und Geltungsbedürftigkeit. Das spricht nicht gegen die gestalterische Leistung beim P603, aber gegen die Behauptung, der Erfinder des Trabi zu sein, der zum Golf wurde.

    • Michael Khan Antworten | Permalink

      Die erste Generation des VW Passat kam Anfang 1973, also noch ein Jahr vor dem VW Golf 1 auf den Markt. Der Passat war zwar eine Nummer größer als der Golf, nahm aber viele Eigenschaften des Golf vorweg, beispielsweise Schrägheck und Heckklappe. Er stammt aus der Feder desselben Designers, nämlich Giorgetto Giugiaro, der auch die Form des Golf entwarf. Natürlich war die Entwicklung des Golf bereits weit vorangeschritten, als der Passat auf den Markt kam. Der Passat selbst basiert technisch weitgehend auf dem Audi 80.

      Wer wird jetzt allen Ernstes bestreiten wollen, dass Volkswagen imstande war, sich das Konzept des Passats anzuschauen und sich zu sagen: "He, eine Nummer kleiner und mit Quermotor müsste das auch ganz gut gehen. Die italienischen und französischen Kleinwagen machen's vor." Um die Konkurrenten zu sehen, brauchen sie nur aus dem Fenster zu schauen.

      Will wirklich jemand behaupten, auf diese nahe liegende Überlegung wären Giugiaro und die Verantwortlichen bei VW nicht gekommen und sie hätten stattdessen auf ein sieben Jahre älteres Konzept aus der DDR zurückgreifen müssen?

  14. Bernd Meier Antworten | Permalink

    Design-Vergleich mit "Wartburg 355" (1968) und "VW Passat" (1973) - echt schockierend!
    -einfach mal googeln-

    • Michael Khan Antworten | Permalink

      Mir ist nicht klar, was Sie damit sagen wollen. Der VW Passat B1, der 1973 auf den Markt kam, ist einfach nur die Schrägheckvariante des Audi 80 B1 von 1972 unter weitgehender Übernahme dessen Technik und dessen Design, bis auf das Heck.

      Der Passat war das Mittelklassemodell von Volkswagen. Es wird sicher nicht allzu schwer für die Entscheider der Modellpolitik gewesen sein, auf den Einfall zu kommen, zusätzlich zum Passat auch noch ein konzeptuell ähnliches, aber kleineres Modell in der Kompaktklasse anzubieten, dort natürlich mit Quermotor, wie die französischen oder italienischen Konkurrenten. Eine ganze Menge der Technik konnte man bei dem Hersteller Auto Union abgreifen, der von Volkswagen übernommen worden war.

      Es ist bestimmt nicht übertrieben, wenn man sagt, dass die Rettung des Volkswagen-Konzerns der Technik der Auto Union zu verdanken ist. Mit dem Modell EA266, das Ende der 60er als Nachfolger des Käfers entwickelt und in das viel Geld gesteckt wurde, wäre wohl kein Blumentopf zu gewinnen gewesen.

  15. Ossi Ostborn Antworten | Permalink

    Das Formkonzept lag Anfang der 60er sicher tatsächlich in der Luft und ist nicht vom Himmel gefallen: der P603 war schließlich nur ein P70/500er/600er/601er Kombi mit kürzerem hinteren Überhang/Kofferraum. Bemerkenswert ist, wie die Konstrukteure aktuelle Formen mit dem Mangelkonzept Gitterrohr/Duroplast verbanden, um einen attraktiveren Massen-Kleinwagen zu bieten. Bezeichnend für die Mentalität unserer westdeutschen "Brüder und Schwestern" ist bis heute, sich darüber zu belustigen, daß in der DDR das Massen-Auto aus Pappe gebaut wurde: Grund dafür war das über SBZ/DDR verhängte Stahl-Embargo - Metall war nur in geringerer Menge für die Mittelklasse Wartburg vorhanden (und alles Größere). Diese Belustigung ist so, wie jmd. das Handy abzuziehen und ihn dann auszulachen, weil er keine Polizei anrufen kann - das Letzte!

  16. alphagolf Antworten | Permalink

    Nochmal, Gitterrohr gab es beim Trabbi nicht. Auch nicht vergessen, dass Volkswagen zu der Zeit kurz vor der Pleite stand, da ist nicht mehr viel mit entwickeln. Die ersten Golf´s hatten einige Problem auf Grund der Finanzprobleme.
    Außerdem die danach intensivierte Zusammenarbeit mit Sachsenring, sprich Aufbau des Motorenwerks im Osten. Eine ordentlich Anzahl Golfs wurde auch in den Osten geliefert.
    Und der Sachsenring Chefentwickler Werner Lang ist bei der Aussage bis zu seinem Tod geblieben.

  17. helge Antworten | Permalink

    Als ich den Prototypen des angeblichen Golfs in meinem Trabbi-Buch sah, wusste ich, dass das definitiv nicht der VW Golf oder auch nur die Basis dafür ist.

    Der P603 und der Golf unterscheiden sich so immens, sowohl im Aussehen als auch in der Konstruktion, dass sich die einfache Frage stellt: Wieso sollte VW Konstruktionspläne aus der DDR erhalten haben, wenn am Ende ein weniger als ähnliches Auto übrig bleibt? Denn dann hätte ein einfaches Foto gereicht.
    Zweite Gegenfrage sei noch erlaubt: Würde VW während finanzieller Schwierigkeiten sein Geld ausgerechnet für Konstruktionspläne aus der DDR ausgeben?

  18. Stephan Antworten | Permalink

    Der Nachfolger des Trabant 601 war bei Sachsenring fertig entwickelt. Auf Druck des 'grossen Bruders' mussten die Pläne aber an Skoda herausgegeben werden und daraus wurde der Skoda Favorit. Das war das letzte Auto, bevor Skoda zu VW kam.

    Der Käfer-Nachfolger wurde ursprünglich mit dem Käfer-Motor unter dem Rücksitz entwickelt und das Konzept brachte man bei VW nicht zum Laufen. Die Front sah aus wie beim VW 411.

    Ferdinand Piech hat den Audi-Motor quer hineinsetzen lassen und dieses Auto brachte man zum Laufen.

    Richtig ist, dass einige Teile aus der DDR zugekauft wurden, woraus kurz vor der Wende der Wartburg und Trabant mit VW-Motor wurde.

    Die Geschichte mit den Unterlagen von Sachsenring, die an Skoda herausgegeben werden mussten bewirkte aber einigen Wirbel hinter verschlossenen Türen.

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