Go for Launch http://www.scilogs.de/go-for-launch Raumfahrt aus der Froschperspektive Sat, 25 Jul 2015 23:02:09 +0000 de-DE hourly 1 Halbmond und Saturn am 25.7.http://www.scilogs.de/go-for-launch/halbmond-und-saturn-am-25-7/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=halbmond-und-saturn-am-25-7 http://www.scilogs.de/go-for-launch/halbmond-und-saturn-am-25-7/#comments Sat, 25 Jul 2015 22:16:49 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=5026 ... weiter]]> Der zunehmende Mond, jetzt im zweiten Viertel, nähert sich Saturn. In Nordostasien wird man die beiden morgen Abend im Abstand von weniger als 1.5 Grad beobachten können. Wenn es hier Nacht wird, werden die beiden jedoch wieder genau so weit voneinander entfernt sein wie heute, nur mit vertauschten Positionen.

Sechs Grad - zu viel für ein Teleskop, das eine solche Bezeichnung verdient. Eher was für das Teleobjektiv.

Kompositaufnahme des Monds sechs Grad rechts vom Saturn, Canlon EOS 6D mit Leica Elmarit135 mm, f/2.8, ISO 10000 und 1/60 Sekunde bzw. ISO 200 und 1/250 Sekunde

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Kompositaufnahme am 25.7.2015 gegen 23:30 MESZ des Monds sechs Grad rechts vom Saturn, Canlon EOS 6D mit Leica Elmarit135 mm, f/2.8, ISO 10000 und 1/60 Sekunde bzw. ISO 200 und 1/250 Sekunde

Ein netter Mensch hat gestern meine unlängst verlorene Karte für die Packstation, die ich schon abgeschrieben hatte, nicht nur gefunden, sondern auch meine Adresse ausfindig gemacht und sie in meinem Briefkasten deponiert. Da er oder sie dies anonym tat, kann ich mich nicht persönlich bedanken. Falls dieser nette Mensch jedoch hier mitlesen sollte, stelle ich meinen herzlichen Dank in den Raum. Das obige Bild ist Ihnen gewidmet.

Und nun zur Beantwortung einer Frage, die mir in einem Kommentar zum vorherigen Artikel gestellt wurde: Ja, Nachbarn und Passanten reagieren schon, wenn sie da jemanden mit einem Teleskop sehen. Oft stehe ich allerdings am Dachfenster meines Hauses, da sieht mich keiner von unten.

Stehe ich draußen und man sieht mich, dann ist es in der Regel schon so, dass zumindest meine Aktivität richtig zugeordnet wird, wenn auch oft nicht erkannt wird, dass ein Zusammenhang zwischen der Blickrichtung des Teleskops und den Objekten besteht, die in seinem Blickfeld auftauchen. Die Frage "Darf ich auch mal gucken" kommt fast schon zwangsläufig. Inzwischen stelle ich oft schon zusätzlich ein kleines Teleskop auf.

Eine objektive Bedrohung hat sich in vielen Jahren nicht ein einziges Mal ergeben. Subjektiv fühlte ich mich mehrfach sehr unsicher, bis sich die Situation in harmloser Weise auflöste. Einmal - ich stand auf dem Gras-Parkplatz des örtlichen Freibads - fuhr ein Auto quer über die ausgedehnte Grasfläche mit eingeschalteten Scheinwerfern auf mich zu und blieb direkt vor mir stehen. Nicht unbedingt etwas, was ich erst einmal als freundlichen Akt deuten würde.

Die Beifahrerin ließ die Seitenscheibe herunter. Ich sah, dass es sich um eine Zivilstreife der Polizei handelte. Ich listete in Gedanken auf, was ich in letzter Zeit alles so angestellt hatte, kam aber zu dem Schluss, dass die mich wohl eher von daheim abgeholt hätten, wenn sie mir draufgekommen wären, und kaum gegen Mitternacht beim Spechteln. Also nahm ich die unwillkürlich erhobenen Hände möglichst nonchalant wieder herunter. Die Polizistin fragte mich, ob alles in Ordnung sei. Als ich bejahte, fragte mich ihr Kollege, was ich hier eigentlich mache, Die Sterne fotografieren? Oh. Da stören wir Sie wohl. Dürfen wir auch mal gucken?

Auch die Gruppe ziemlich lautstarker, junger Männer, die mich einmal umringte, stellte sich als astronomisch vollkommen unerfahren, aber durchaus interessiert heraus ("Darf isch mal konkret reinkucken? ... Oah! Kannsu ja voll so Sterne so sehen!"). Auf jeden Fall harmlos.

Wahrscheinlich bin auch ich ungewollt zum Störfaktor geworden. Mehrfach standen in der dunkelsten Ecke des Grasparkplatzes unbeleuchtete Autos, als ich meinen Kram aufbaute. Ich weiß ja selbst nicht genau, was die dort machten. Ich nehme mal an, es handelte sich um Mitarbeiter von Autoherstellern, die die Federung der Produkte ihrer Arbeitgeber im Werksauftrag einer mehrminütigen Wechselbelastung aussetzten. Warum die das nachts machen und dann auch nicht auf dem Werksgelände, und warum es sich dabei oft um alte Modellreihen handelt, die schon gar nicht mehr hergestellt werden, kann ich mir allerdings nicht erklären. Vielleicht ist ja meine Theorie auch nicht zutreffend.

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Mond und Skorpion am 21.7.http://www.scilogs.de/go-for-launch/mond-und-skorpion-am-21-7/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=mond-und-skorpion-am-21-7 http://www.scilogs.de/go-for-launch/mond-und-skorpion-am-21-7/#comments Wed, 22 Jul 2015 07:09:37 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=5015 Triviale Szenen gibt es in der Fotografie nicht; in der Astrofotografie schon gar nicht, vor allem in der Dämmerung, wo allein die Restfärbung des Himmels immer reizvoll ist. Wenn sich dann noch ein helles Objekt blicken lässt, hat man ein Motiv.

Hier ein Beitrag zum Thema "Astronomie in der Stadt":

Der zunehmende Mond, kurz vor dem Untergehen, 21.7.2015, 22:48 MESZ, Canon EOS 5D, Leica Elmarit 180, f/4, ISO 800, 1 s

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Der zunehmende Mond, kurz vor dem Untergehen, 21.7.2015, 22:48 MESZ, Canon EOS 5D, Leica Elmarit 180, f/4, ISO 800, 1 s

Der zunehmende Mond, kurz vor dem Untergehen, 21.7.2015, 22:57 MESZ, Canon EOS 5D, Leica Elmarit 180, f/4, ISO 800, 1 s

Credit: Michaelö Khan, Darmstadt / Der zunehmende Mond, kurz vor dem Untergehen, 21.7.2015, 22:57 MESZ, Canon EOS 5D, Leica Elmarit 180, f/4, ISO 800, 1 s

Im Süden ist am Abend der Skorpion zu bewundern, rechts davon der Saturn. Antares (αSco) ist links unten, deutlich rot. In der Bildmitte die hellen Sterne der Schere. In der 2-Uhr-Position vom Saturn ist sogar Titan auszumachen, ohne Teleskop, nur mit einem Teleobjektiv von nur 180 mm Brennweite. Wenn man von Antares in der 1-Uhr-Position immer weiter geht, trifft man auf den Teddybären, den Mehrfachstern ρOph.

21.7,2015, 23:01 MESZ, Canon EOS6D, Leica Elmarit 135, f/2.8, ISO 4000, 1 Sekunde

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Der Skorpion und Saturn am 21.7,2015, 23:01 MESZ, Canon EOS6D, Leica Elmarit 135, f/2.8, ISO 4000, 1 Sekunde

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Pluto-Beobachtung Samstag frühhttp://www.scilogs.de/go-for-launch/pluto-beobachtung-samstag-frueh/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=pluto-beobachtung-samstag-frueh http://www.scilogs.de/go-for-launch/pluto-beobachtung-samstag-frueh/#comments Sun, 12 Jul 2015 14:25:05 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=5003 Ich war am Freitag Abend in der Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim zur Pluto-Beobachtung eingeladen. Dies war die letzte Chance, ihn zu sehen, bevor New Horizons am kommenden Dienstag im schnellen Vorbeiflug das Pluto-System erkunden wird.

Naiv, wie ich bin, habe ich doch glatt versucht, da mit einem Tele was zu reißen. Immerhin habe ich auch auf die richtige Stelle gezielt, wie diese Simulation mit Stellarium zeigt, aus der man sich vom auch im Foto leicht zu findenden Doppelstern ξ2 Sgr durchhangeln kann. Aber ansonsten erntete ich damit nur Heiterkeit, Ich kann zwar behaupten, dass auch ein paar Photonen von Pluto den Chip meiner Kamera erreichten. Aber man sieht natürlich im Bild nichts. Die Leute von der Sternwarte hatten einen 19-Zoll-Newton mit zwei Metern Brennweite zur Verfügung.

Während sie den bereit gemacht haben, habe ich versucht, so wenig wie möglich zu stören. Am Ende hat's dann geklappt mit der Sichtung, wenn auch wegen des Seeings nur intermittierend.

Bilder sind so leider nicht möglich - sie wären wohl auch nur sehr enttäuschend ausgefallen. Die visuelle Beobachtung war herausfordernd und anstrengend. Aber ich bin froh, dass wir uns die Mühe gemacht haben.

In dieser Ecke des Sternbilds Schütze verbirgt sich Pluto, Canon EOS 6D, Leica Elmarit 180, f/2.8, ISO 16000, 1 Sekunde

Credit: Michael Khan, Darmstadt / In dieser Ecke des Sternbilds Schütze verbirgt sich Pluto, Canon EOS 6D, Leica Elmarit 180, f/2.8, ISO 16000, 1 Sekunde

Blick über die Beobachtungsplattform der Starkenburg-Sternwarte. Im Hintergrund die Kuppel mit dem 19-Zoll-Newton, Canon EOS6D, f/5, Sigma EX-DG 15 mm Fisheye, ISO 2000, 10 s

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Blick über die Beobachtungsplattform der Starkenburg-Sternwarte. Im Hintergrund die Kuppel mit dem 19-Zoll-Newton, Canon EOS6D, f/5, Sigma EX-DG 15 mm Fisheye, ISO 2000, 10 s

Der 19-Zöller ist einsatzbereit. Canon EOS 6, Sigma EX DF 15 mm Fisheye, f5.6, ISO 10000, 10 Sekunden

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Der 19-Zöller ist einsatzbereit. Canon EOS 6, Sigma EX DF 15 mm Fisheye, f5.6, ISO 10000, 10 Sekunden

Die Milchstraße über Heppenheim, Canon EOS 6D, Sigma EX-DF Fisheye 15 mm, f/2.8, ISO 12800, 1 s

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Die Milchstraße über Heppenheim, Canon EOS 6D, Sigma EX-DF Fisheye 15 mm, f/2.8, ISO 12800, 1 s

Ach, und hier ist wieder der altbekannte Variable χCygni, den ich bereits letztes Jahr beobachten konnten. Sie können ihn in der folgenden Aufnahme unschwer selbst finden.

Der Schwan vor der Milchstraße, 11.7.2015, ca 00:30 MESZ, Canon EOS 6D, LÖeica Summicron 35, f/2, ISO 12800, 1 Sekunde

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Der Schwan vor der Milchstraße, 11.7.2015, ca 00:30 MESZ, Canon EOS 6D, Leica Summicron 35, f/2, ISO 12800, 1 Sekunde

Χ

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Seltsame Wolkenformation – was ist das?http://www.scilogs.de/go-for-launch/seltsame-wolkenformation-was-ist-das/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=seltsame-wolkenformation-was-ist-das http://www.scilogs.de/go-for-launch/seltsame-wolkenformation-was-ist-das/#comments Wed, 08 Jul 2015 13:00:13 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=4989 Wir hatten bekanntlich mehr als eine Woche lang eine stabile Hochdrucklage mit hohen Temperaturen, die in den letzten Tagen instabil wurde und sich in der vergangenen Nacht nach Einzug einer Kaltfront mit heftigen Unwettern verabschiedete. Heute früh, bei Temperaturen von nur noch etwa 20 Grad Celsius, sah ich nun am Himmel eine sehr große und sehr seltsame Wolkenformation.

Die dichte Bewölkung zog gerade nach Südosten ab. Am Übergang zwischen bewölktem und blauem Himmel sah ich nun ein schmales, aber sehr langes Wolkenband, das von Himmel zu Himmel reichte. Die Dicke der Wolken war offenbar nicht sehr ausgeprägt und sie war sehr auffallend strukturiert. Das erinnerte etwas an Fischfleisch. Klicken Sie bitte auf die Aufnahme, um eine Version mit höherer Auflösung zu sehen.

Seltsame Wolkenformation über Darmstadt, kurz vor Einzug einer Kaltfront. Fotografiert mit einer Kompaktamera im Weltwinkelmodus am 8.7.2015 um 8:20 MESZ

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Seltsame Wolkenformation über Darmstadt, kurz vor Einzug einer Kaltfront. Fotografiert mit einer Kompaktkamera im Weltwinkelmodus am 8.7.2015 um 8:20 MESZ

Wie nennt man eine solche Wolkenart und wodurch wird sie hervorgerufen?

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JAXA stellt neue Rakete vorhttp://www.scilogs.de/go-for-launch/jaxa-stellt-neue-rakete-vor/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=jaxa-stellt-neue-rakete-vor http://www.scilogs.de/go-for-launch/jaxa-stellt-neue-rakete-vor/#comments Wed, 08 Jul 2015 09:00:47 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=4972 ... weiter]]> Gut, eigentlich soll laut der Pressemitteilung vom 2.7.2015 auf der JAXA-Webseite die eigentliche Neuigkeit sein, dass der Name der neuen Rakete "H3" ist. Dies soll gemeinsam mit dem Hauptauftragnehmer Mitsubishi beschlossen worden sein.

Naja, wohl eher nicht. Ich stelle mir gerade eine Kommission vor, die beauftragt wurde, einen neuen Namen zu finden. Da sitzen die Kommissionsmitglieder in dunklen Anzügen um den Tisch herum wie ein Haufen Pinguine und lassen die Köpfe rauchen. "sssaaaa ... sou desu ne - Die jetzige Rakete heißt "H zwei", und wie nennen wir den Nachfolger?" Schwere Frage. Vor 30 Jahren, als die Entwicklung der H-II begann, die auf die H-I folgte, stand man ja schon vor dem Problem einer ähnlich schwierigen Namensfindung. Vielleicht konnte man diesmal auf die Erfahrung der damaligen Kommissionsmitglieder zurückgreifen.

Na, geschenkt.

Schauen wir uns jetzt mal die Eckpunkte des Neuentwurfs an:

Grafik mit Zusammenfassung der Eckdaten der H3 in ihren verschiedenen Versionen, Quelle: JAXA/Mitsubishi Heavy Industries

Grafik mit Zusammenfassung der Eckdaten der H3 in ihren verschiedenen Versionen, Quelle: JAXA/Mitsubishi Heavy Industries

Das Konzept ist stark skalierbar und kann auf einen weiten Bereich an Anwendungen und Nutzmassen zugeschnitten werden. Die Zentralstufe kann zwei oder drei Haupttriebwerke tragen und es können keine, zwei oder vier Feststoffbooster angebracht werden. Die Nutzmasse ins Standard-GTO (von dem aus noch 1500 m/s an Delta-v ins geostationäre Orbit fehlen) ist "mehr als 6.5 Tonnen". Das wird wohl auf die stärkste Version mit vier Boostern und drei Haupttriebwerken zutreffen. Mit über 6.5 Tonnen liegt diese Rakete zwischen der den Versionen Ariane 6.2 und Ariane 6.4 der neuen europäischen Rakete.

Auf der anderen Seite dürfte die schwächste Version, ohne Feststoffbooster, in etwa die Nutzmassenkapazität von Startsystemen mittlerer Größe wie der Sojus-Fregat haben, also rund 3 Tonnen ins GTO. Damit decken die Japaner mit einem System und mit einem Minimum an zu entwickelnden Komponenten einen sehr weiten Bereich ab.

Die Europäer haben das mit der Ariane 6.2/6.4 nicht hingekriegt. Die können nur groß. Eine Ariane 6.0 ganz ohne Booster käme nicht von der Rampe weg, denn das eine Vulcain 2-Triebwerk der Ariane-Zentralstufe ist viel zu schwach. Für die Mittelklasse brauchen sie damit weiterhin entweder die Uralt-Sojus, oder sie müssen noch einmal etwas ganz Neues entwickeln. Sauberes Eigentor.

Die Nutzlastverkleidung hat einen Durchmesser von rund 5 Metern und zieht damit mit der Ariane und der Atlas V gleich. Dies ist ausreichend auch für die dickeren Brummer unter den geostationären Satelliten.

Auch wenn dies hier nicht ausdrücklich dabei steht, gehe ich davon aus, dass die H3 für Starts ins niedrige Erdorbit (LEO) auch mit einer reduzierten Oberstufe verwendet werden kann. Die Nutzmassenkapazität dorthin dürfte bei rund 20 Tonnen liegen. Also mehr als ausreichend für bemannte Vehikel, aber auch angemessen für Module für Raumstationen.

Eine andere hier noch nicht angesprochene Erweiterung nach oben hin wäre mit der Verwendung von zwei oder mehr Zentralstufen gegeben. Damit hätten die Japaner die Möglichkeit, die H3 zur H3-Heavy aufzubohren, mit 50 - 80 Tonnen Nutzlast im LEO. Auch eine Sache, die mit der Ariane 6, die ja eigentlich nur ein Facelift der Ariane 5 darstellt, nicht geht.

Zusammengefasst: Die Japaner haben hier Geld in die Hand genommen und bekommen dafür ein Startsystem, das vom Mittel- bis zum Schwerlastbereich einsatzbar sein wird und damit den Anforderungen der nächsten 30 Jahre gewachsen ist. Das Konzept erscheint mir durchdacht und schlüssig.

Den Vergleich mit den europäischen Bemühungen hätte ich lieber unterlassen sollen. Das ist einfach nicht gut für meinen Blutdruck.

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“New Horizons” am 12.7.2015 in Darmstadthttp://www.scilogs.de/go-for-launch/new-horizons-am-12-7-2015-in-darmstadt/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=new-horizons-am-12-7-2015-in-darmstadt http://www.scilogs.de/go-for-launch/new-horizons-am-12-7-2015-in-darmstadt/#comments Tue, 07 Jul 2015 12:27:37 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=4964 Am Abend des Sonntag, 12.7.2015, also nur zwei Tage vor dem weltweit mit Spannung erwarteten Vorbeiflug der Sonde "New Horizons" am Plutosystem, wird es in Darmstadt-Eberstadt einen Vortrag zu dieser Mission geben. Vortragender ist Rainer Kresken, der als Raumfahrtingenieur beim ESOC arbeitet. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Ich hoffe, trotz tropischer Temperaturen wird sich noch der eine oder die andere zum Ernst-Ludwig-Saal in Eberstadt schleppen können. Dort gibt es neben einem interessanten Vortrag, schöner Musik und tollen astronomischen Bildern auch lauwarme Getränke und einen Happen zu essen.
AAW_12072015

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New Horizons: Fehler in Kommandosequenz verursachte “Safe Mode”http://www.scilogs.de/go-for-launch/new-horizons-fehler-kommandosequenz-safe/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=new-horizons-fehler-kommandosequenz-safe http://www.scilogs.de/go-for-launch/new-horizons-fehler-kommandosequenz-safe/#comments Mon, 06 Jul 2015 07:21:53 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=4942 ... weiter]]> Am 4. Juli feierte die Pluto-Sonde New Horizons den US-Nationalfeiertag durch Eintreten in den "Safe Mode". Dies ist ein besonderer Operationsmodus, den alle Raumsonden haben (sollten) und der automatisch ausgelöst wird, wenn ein Fehler auftritt, mit dem die Bordsysteme nichts anzufangen wissen.

Im "Safe Mode" werden alle nicht lebensnotwendigen Systeme abgeschaltet und die Sonde so ausgerichtet, dass sie weder unterkühlt noch überhitzt, dass ggf. die Solargeneratorn garantiert Sonnenlicht einfangen (bei New Horizons natürlich nicht, denn diese Raumsonde bezieht ihren elektrischen Strom aus einem Radionuklidgenerator) und dass der Kommandozugriff durch die Bodenkontrolle gewährleistet ist.

Wissenschaftliche Instrumente sind nicht lebensnotwenig und werden abgeschaltet. Es könnte ja sein, dass sie den Safe Mode ausgelöst haben, weil sie aufgrund einer Fehlfunktion zu viel Strom ziehen oder zu viele Daten generieren. Wenn bei mir daheim die Sicherung 'rausknallt, mache ich ja auch erst einmal die meisten Stromverbraucher aus, bevor ich nach der Ursache forsche. Auf jeden Fall will man ein schlankes System haben, in dem die Fehlersuche beginnen kann.

Die gute Nachricht bei New Horizons ist: Kein Hardwaredefekt, kein Softwaredefekt. Kein Single Event Upset. Offenbar nur ein Fehler in einer Kommandosequenz, der weniger Zeit zwischen zwei Ereignissen ließ, als die Onboardsysteme erwarteten. Trotzdem wurde der wissenschaftliche Betrieb bis zum 7.7.2015 unterbrochen. Darüber ist sicher keiner froh, auch wenn man sichtlich bemüht ist, die positiven Aspekte der Sache zu betonen: dass an Bord noch alles in Ordnung ist.

Mich als Außenstehenden geht das nichts an, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die New Horizons-Leute wirklich so positiv denken, wie sie tun. Eine Kommandosequenz, gerade in einer so kritischen Phase wie jetzt in der Vorbereitung auf ein einmaliges, nicht wiederholbares Ereignis, wird doch sicher durch einen Simulator gelaufen sein, bevor die hoch gesendet wurde. Dabei wird dann aber das aktuelle Problem nicht aufgefallen sein, sonst hätte man die Sequenz wohl sicher nicht gesendet. Das heißt, der aktuelle Zustand des Simulators bildet den aktuellen Zustand des Onboard-Systems nicht 1:1 ab. Mag sein, dass man diesmal mit einem blauen Auge davon kam, aber 3 Tage Datenverlust istm in der aktuellen Situation schon ein herber Rückschlag, wie man es auch dreht und wendet. Viel schwerer wiegen aber eben die Zweifel, ob sich an Bord vielleicht noch ein paar Hunde räkeln, die dicker sind als der, dem man jetzt unverhofft auf den Schwanz getreten ist.

Zwar werden vor wirklich kritischen Missionsphasen viele der so genannten FDIR-Prozeduren abgeschaltet, eben damit es nicht geschehen kann, dass ein vergleichsweise unwichtiges Problem den gesamten wissenschaftlichen Ertrag verhagelt. Das bedeutet aber auch, dass man ein höheres Risiko des Verlusts der Raumsonde eingeht. Ist schon OK - aber bevor man so etwas macht, will man tunlichst alle Hunde kennen, dicke oder dünne.

++++ Nachtrag ++++

Pressemitteilung von NASA/JHU APL am 6. Juli 2015: Da steht neben einer Menge Geschwätz im Wesentlichen: Die Wiederherstellung nach dem Safe Mode läuft. Wiederaufnahme des wissenschaflichen Betriebs wird wie geplant am 7.7. stattfinden.

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Jupiter und Venus am Abend des 30.6.http://www.scilogs.de/go-for-launch/jupiter-und-venus-am-abend-des-30-6/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=jupiter-und-venus-am-abend-des-30-6 http://www.scilogs.de/go-for-launch/jupiter-und-venus-am-abend-des-30-6/#comments Tue, 30 Jun 2015 23:43:34 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=4926 Bombenwetter heute Nacht. Genau das Richtige für die Beobachtung der Syzygie zwischen Jupiter und Venus - immerhin deutlich weniger als ein Monddurchmesser. Hier einige der Aufnahmen, erst mit 90, dann mit 180 mm Brennweite, und danach mit dem Apochromaten. Ich habe aus einer Sequenz von Teleskop-Aufnahmen der gemeinsam untergehenden Planeten sogar einen kleinen Film zusammen stellen können.

Die Aufnahme mit dem 180er Teleobjektiv gefällt mir am besten, auch wenn man die galileischen Monde dort nicht so gut sieht. Die Färbung des Himmels und die Bäume im Vordergrund bereichern die Szene einfach.

Jupiter und Venus über Darmstadt am 30. Juni 2015, 22:25 MESZ, Canon EOS6D, Leica Summicron-R 90, f/8, ISO 800, 1/20 s

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Jupiter und Venus über Darmstadt am 30. Juni 2015, 22:25 MESZ, Canon EOS6D, Leica Summicron-R 90, f/8, ISO 800, 1/20 s

Jupiter und Venus über Darmstadt am 30. Juni 2015, 22:25 MESZ, Canon EOS6D, Leica Elmarit-R 180, f/4, ISO 2000, 1 s

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Jupiter und Venus über Darmstadt am 30. Juni 2015, 22:25 MESZ, Canon EOS6D, Leica Elmarit-R 180, f/4, ISO 2000, 1 s

Ganymed, Jupiter, Io, Europa, Callisto und Venus am 30.6.2015 um 22:41 MESZ, TS-Optics TSAPO65Q 420/65 Quadruplet Apochromat, Canon EOS6D, ISO 2000, 1/13 s

Credit: Michael Khan, Darmstadt / Ganymed, Jupiter, Io, Europa, Callisto und Venus am 30.6.2015 um 22:41 MESZ, TS-Optics TSAPO65Q 420/65 Quadruplet Apochromat, Canon EOS6D, ISO 2000, 1/13 s

Ganz zuletzt noch einmal (schon wieder) Komet Lovejoy, jetzt immer noch nahe am Polarstern im kleinen Bären. Der helle Stern in etwa in der Bildmitte ist Kochab (βUMi), ein Stern 2ter Größe. In der Neun-Uhr-Position ist ein Stern 9ter Größe, schräg links über diesem ein weiterer. Zwischen diesen beiden ist Lovejoy, hier kaum auszumachen. Er ist zwar heller als die angegebene Magnitude von +14mag, aber deutlich blasser als +9mag.

C/2014 Q2 (Lovejoy) bei Kochab (Beta UMi) am 30.6.2015, 23:56 MESZ, Canon EOS6D, Leica Elmarit-R 180, f/2, ISO 25600, 1 Sekunde

Credit: Michael Khan, Darmstadt / C/2014 Q2 (Lovejoy) bei Kochab (Beta UMi) am 30.6.2015, 23:56 MESZ, Canon EOS6D, Leica Elmarit-R 180, f/2, ISO 25600, 1 Sekunde

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Falcon 9-Fehlstart: Überdruck im Oxidator-Tank der Zweitstufehttp://www.scilogs.de/go-for-launch/falcon9-fehlstart-ueberdruck-oxidator-tank/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=falcon9-fehlstart-ueberdruck-oxidator-tank http://www.scilogs.de/go-for-launch/falcon9-fehlstart-ueberdruck-oxidator-tank/#comments Mon, 29 Jun 2015 14:20:20 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=4915 ... weiter]]> Der Fehlstart des ISS-Versorgungsflugs mit einer SpaceX-Falcon 9 am Sonntag, dem 28.6.2015 geht laut einem Tweet des SpaceX-Chefs Elon Musk auf einen unerwarteten Überdruck im Oxidatortank der Zweitstufe zurück.

Zeitlupensequenz der Phase unmittelbar von und nach der Explosion, Quelle: Astronomy Now via Youtube

Laut Musk sei dies Ereignis "counter-intuitive", also nicht unmittelbar einleuchtend. In der Tat. Wie obige Zeitlupensequenz zeigt, tritt offenbar weiter oben an der Rakete eine große Menge Flüssigkeit aus, die sogleich zu einer weißen Wolke zerstäubt wird. Die Rakete mit ihren nach wie vor laufenden neun Triebwerken der Unterstufe tritt in diese Wolke ein. Dann kommt es in der Wolke zur Explosion, die das gesamte Vehikel in kleine Trümmer zerreißt.

Da stellt sich mir die Frage, was einen solchen Überdruck in einem Tank der Oberstufe, offensichtlich bis hin zur Beschädigung des Tanks oder der Rohrleitungen mit massivem Austritt des darin enthaltenen Oxidators (flüssigem Sauerstoff) hervorrufen kann, bevor diese Stufe überhaupt gezündet worden ist. Einen heftigen Druckstoß in der Zuleitung aufgrund eines plötzlichen Blockierens der Turbopumpe fände ich plausibel, aber die Turbopumpe der Zweitstufe kann doch noch gar nicht hochlaufen, wenn die Stufen nicht getrennt sind.

Was also dann? Pogo in der Unterstufe? Das wäre auch eine plausible Erklärung. Das sollte allerdings eindeutig aus der Telemetrie hervorgehen, in Form von kurzperiodischen Schwankungen des Schubs eines oder mehrerer Erststufentriebwerke. Die SpaceX-Leute müsste das in diesem Fall eigentlich jetzt schon wissen.

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Nachtrag (1.7.2015): Wie ich jetzt Diskussionen im Web entnehme, wird der LOX-Tank der Zweitstufe mit Helium unter Druck gesetzt, weil der Gasdruck des verdampfenden Sauerstoffs nicht ausreicht. Ein Versagen des Druckregulators mit anschließendem Überdruck im Tank wäre also auch ein denkbares Szenario.

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Venus-Jupiter-Konjunktion in den kommenden Nächtenhttp://www.scilogs.de/go-for-launch/venus-jupiter-konjunktion-in-den-kommenden-naechten/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=venus-jupiter-konjunktion-in-den-kommenden-naechten http://www.scilogs.de/go-for-launch/venus-jupiter-konjunktion-in-den-kommenden-naechten/#comments Mon, 29 Jun 2015 07:57:31 +0000 http://www.scilogs.de/go-for-launch/?p=4909 Noch einmal zur Erinnerung: In den kommenden Abenden ist ab Sonnenuntergang eine enge Konjunktion zwischen Jupiter und Venus zu beobachten. Die größte Annäherung von weniger als 30 Bogenminuten findet am Abend des Dienstag, 30. Juni statt, Aber bereits heute wie auch übermorgen bietet sich auch ein immer noch beeindruckender Anblick.

Der Jupiter und die Venus am 30. Juni 2015, simuliert für Darmstadt um 20:30 GMT (=22:30 MESZ)

Credit: Michael Khan via Stellarium / Der Jupiter und die Venus am 30. Juni 2015, simuliert für Darmstadt um 20:30 GMT (=22:30 MESZ)

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