Himmelslichter http://www.scilogs.de/himmelslichter ein Blog über alles, was am Himmel passiert Thu, 26 Feb 2015 23:21:15 +0000 de-DE hourly 1 Licht und Schatten im Jupitersystemhttp://www.scilogs.de/himmelslichter/licht-und-schatten-im-jupitersystem/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=licht-und-schatten-im-jupitersystem http://www.scilogs.de/himmelslichter/licht-und-schatten-im-jupitersystem/#comments Thu, 26 Feb 2015 23:14:16 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2155 ... weiter]]> Gegenseitige Jupitermonderscheinungen, bei denen also ein Jupitermond einen zweiten bedeckt oder seinen Schatten auf ihn wirft, sind besonders reizvolle, wenn auch nicht einfach zu beobachtende Himmelsschauspiele. Sie finden etwa alle sechs Jahre statt, wenn sich Erde und Sonne nahe der Ebene der Jupitermondbahnen befinden. In diesem Jahr ist das der Fall.

Am 12. Februar etwa bedeckte der innerste der vier Galileischen Monde, Io, den größten Mond des Gesamten Sonnensystems, Ganymed. Dabei kam es zuerst zu einer Bedeckung, bei der Io vor dem von der Erde aus weiter entfernt stehenden Ganymed vorbeizog. Etwas später traf der Io-Schatten den Ganymed. Ganz verfinstern konnte dieser den Ganymed nicht, denn Io ist mit 3643 Kilometern Durchmesser deutlich kleiner als Ganymed mit seinen 5262 Kilometern.

Gegenseitige Bedeckung und Schattenwurf durch Io und Ganymed am 12. Februar 2015. Bildrechte: Hans Kirch, Georg Görgen (Monschauer Sternfreunde)

In Monschau bei Aachen konnte dieses Ereignis von Hans Kirch und Georg Görgen aufgezeichnet werden. Sie nutzten dazu einen 12"-Newtonreflektor und eine ASI 120MM Videokamera. Das Seeing, also die turbulenten Luftbewegungen der Erdatmosphäre, waren laut Georg so stark, dass die Monde visuell zeitweise kaum erkennbar waren. Dennoch gelang es ihnen, das oben gezeigte, wirklich exzellente Video zu erstellen.

Der Vorteil der lichtstarken Kamera in Verbindung mit einem großen Teleskop zeigt sich an er Schärfe des finalen Videos, für das nur die besten (d.h. bei ruhiger Luft) gewonnenen Bilder verwendet wurden. Geholfen hat auch der Einsatz eines Infrarot-Passfilters, welcher die durch das Seeing stärker beeinflussten Teile des Lichtspektrums ausfiltert und (fast) nur nahes Infrarot passieren lässt.

Ein einziges Mal konnte ich ein solches Ereignis visuell ähnlich gut verfolgen, wie es hier im Video zu sehen ist. In Wirklichkeit dauert der Vorbeizug des Mondes bzw. seines Schattens einige Minuten - deutlich langsamer als hier im (Zeitraffer)video zu sehen, aber immer noch recht schnell im Vergleich zu anderen Himmelsphänomenen.

Wer gegenseitige Jupitermonderscheinungen selbst beobachten möchte, hat noch mehrfach Gelegenheit in diesem Jahr. Am besten nutzt man dazu ein mittelgroßes Amateurfernrohr (15cm Öffnung und aufwärts) bei hoher Vergrößerung (150x und mehr). Das Teleskop sollte stabil montiert und möglichst motorisch nachgeführt sein, wobei ersteres wichtiger ist als letzteres (meine Beobachtungen führte ich mit einem azimutal montierten Dobson durch). Ist das Seeing schlecht, erkennt man nur, wie die beidem Monde miteinander zu einem flimmernden Knäuel "verschmelzen" um sich später wieder zu trennen. Bei sehr ruhiger Luft kann man sie tatsächlich als kleine, runde Scheiben erkennen und mit etwas Übung auch den Schatten des einen auf dem anderen ausmachen.

Eine gute Erklärung zu gegenseitigen Jupitermonderscheinungen mitsamt einer Aufstellung der nächsten Beobachtungsgelegenheiten in Europa findet sich auf den Seiten der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA). Eine vollständige Liste aller Jupitermonderscheinungen für 2015 hält das Institut de Mécanique Céleste et des Calcul des Éphémérides (IMCCE) bereit. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, findet auf den IMCCE-Seiten Hinweise über laufende Beobachtungskampagnen.

Viel Spaß beim Beobachten und klaren Himmel!

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Linktipp: Februar-Ausgabe der Sternstundehttp://www.scilogs.de/himmelslichter/linktipp-februar-ausgabe-der-sternstunde/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=linktipp-februar-ausgabe-der-sternstunde http://www.scilogs.de/himmelslichter/linktipp-februar-ausgabe-der-sternstunde/#comments Mon, 02 Feb 2015 18:55:22 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2143 Schaut man sich die Zugriffszahlen an, wissen viele noch gar nicht, dass es schon seit längerem ein monatliches Astronomie-Videomagazin gibt: die Sternstunde. Die Redaktion, bestehend aus dem Moderator Paul Hombach und dem bekannten Astrojournalisten Daniel Fischer, bereitet jeden Monat Neuigkeiten aus der Welt der Astronomie und Raumfahrt auf und bieten eine aktuelle Himmelsvorschau für den jeweiligen Monat. Die Februarausgabe ist seit heute online:

Besonders gefallen mir die Beiträhe über die Ausstellung "Outer Space" in der Bundeskunsthalle in Bonn sowie über den Sternenpark Eifel.

Zur Januarausgabe der Sternstunde geht es hier.

Viel Spaß beim Angucken!

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Ein Weißer Zwerg im Teleskop: Sirius B visuellhttp://www.scilogs.de/himmelslichter/ein-weisser-zwerg-teleskop-sirius/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ein-weisser-zwerg-teleskop-sirius http://www.scilogs.de/himmelslichter/ein-weisser-zwerg-teleskop-sirius/#comments Sat, 31 Jan 2015 20:53:06 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2115 ... weiter]]> Einen Weißen Zwerg im eigenen Teleskop zu sehen ist schwer. Denn die Dinger sind eben klein - meist nicht größer als die Erde. Das gilt auch für das nächstgelegene Exemplar. Das ist gerade einmal 8,6 Lichtjahre entfernt, also gerade einmal doppelt so weit weg wie der nächste Stern überhaupt. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 8,5mag wäre der Zwergstern ohne Probleme in kleinen Teleskopen zu sehen, stünde er nicht an einem sehr ungünstigen Ort: Es handelt sich um Sirius B, dem kleinen Begleiter von Sirius, dem hellsten Stern des Nachthimmels. Doch die Gelegenheit, Sirius B mit eigenen Augen zu erspähen, ist so gut wie lange nicht mehr.

Sirius A (mitte) und Sirius B (links darunter) mit dem Hubbleteleskop gesehen. Dass man den Weißen Zwerg Sirius B überhaupt mit einem ganz normalen Amateurfernrohr sehen kann, mag unglaublich erscheinen - aber es geht (Bild: NASA, ESA, H. Bond (STScI), and M. Barstow (University of Leicester)

Sirius A (mitte) und Sirius B (links darunter) 2005 mit dem Hubbleteleskop gesehen. Dass man den Weißen Zwerg Sirius B überhaupt mit einem ganz normalen Amateurfernrohr sehen kann, mag unglaublich erscheinen - aber es geht (Bild: NASA, ESA, H. Bond (STScI), M. Barstow, University of Leicester)

Sirius B steht Sirius (A) so nahe, dass er meist in dessen Glanz untergeht. Nun ändert sich allerdings der Winkelabstand der beiden ungleichen Partner stetig infolge ihrer gegenseitigen Umrundung: Zur Zeit stehen Sirius A und B 10,7 Bogensekunden am Himmel voneinander entfernt, das ist nur wenig näher als zu ihrer maximal möglichen Separation von 11,3 Bogensekunden, die im Jahr 2022 erreicht wird. Die Chancen auf eine erfolgreiche Sichtung von Sirius B sind damit so gut wie zuletzt in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Wikimedia Commons

Der scheinbare Orbit von Sirius B um Sirius A. Quelle: Wikimedia Commons

Am 20. Januar versuchte ich mich zum ersten Mal an diesem System. Und siehe da: es gelang mir einfacher als gedacht, Sirius B als schwaches Sternchen gleich neben dem hellen "Hundsstern" zu sehen. Er stand, wie er sollte, knapp nordöstlich. Allerdings habe ich ein bisschen gemogelt: Beobachtet habe ich auf 30° südlicher Breite ganz in der Nähe des La-Silla-Observatoriums in der chilenischen Atacamawüste. Nicht nur war die Luft dort außergewöhnlich transparent und ruhig, Sirius stand zum Zeitpunkt der Beobachtung auch fast senkrecht über mir am Himmel, was die Mission erheblich vereinfachte. Und das verwendete Teleskop, ein 12"-Dobson, ist auch nicht von schlechten Eltern.

Eine Skizze, auf die Schnelle am Teleskop gemacht: Sirius B stand am vorausgesagten Ort (Positionswinkel 282°) und 10,7" von Sirius A entfernt, knapp neben einem hellen Teleskopspike.

Eine Skizze, auf die Schnelle am Teleskop gemacht: Sirius B stand am vorausgesagten Ort (Positionswinkel 282°) und 10,7" von Sirius A entfernt, knapp neben einem hellen Teleskopspike.

DSLR-Aufnahme von Sirius A - und B (etwa auf der 10-Uhr-Position). Das Bild ist gegenüber meine Skizze verdreht, aber die sechs in der Skizze markierten Feldsterne sind leicht zu identifizieren (mit freundlicher Genehmigung: James MacWilliam, starchasers.ca)

DSLR-Aufnahme von Sirius A - und B (etwa auf der 10-Uhr-Position) aus dem Jahr 2011. Das Bild ist gegenüber meiner Skizze verdreht, aber die sechs in der Skizze markierten Feldsterne sind leicht zu identifizieren (mit freundlicher Genehmigung: James MacWilliam, starchasers.ca)

Interessant ist auch diese Animation, die einen Zoom aus den Sirius enthält und mit dem obigen Hubblebild endet. Wieder orientiert man sich am besten an den sechs Feldsternen, die ich in meine Skizze eingezeichnet habe. Dass Sirius B auf dem Hubblebild an einer anderen Position ist, liegt daran, dass dieses Bild schon 2005 aufgenommen wurde. Inzwischen hat sich Sirius B auf seinem (scheinbaren) Orbit weiter nach Nordosten und von Sirius A weg bewegt:

In Mitteleuropa erhebt sich der Sirius zwar nur etwa 20-30° über den Horizont, dennoch dürfte es einigermaßen versierten Beobachtern gelingen, seinen kleinen Begleiter zu erblicken.

Anblick des Nachthimmels im Februar/März in der ersten Nachhälfte. Sirius (und Rigel) sind ideal zu beobachten. Bild erstellt mit Stellarium

Anblick des Nachthimmels im Februar/März in der ersten Nachhälfte. Sirius (und Rigel, s. u.) sind ideal zu beobachten. Bild erstellt mit Stellarium

Hier nun ein paar Tipps, mit denen die Sichtung glücken sollte:

Seeing ist alles

Eine erfolgreiche Sichtung von Sirius B dürfte nur bei sehr gutem bis ausgezeichnetem Seeing gelingen, d. h., wenn die Atmosphäre über dem Beobachtungsort besonders ruhig ist. Nur dann lässt sich der schwache Zwerg im Glanz von Sirius A erkennen. Flackert und blinkt Sirius schon für das bloße Auge wie wild am Himmel, stehen die Chancen schlecht. Daher auch unbedingt warten, bis der Stern seinen höchsten Stand über dem Horizont erreicht.

Später am Morgen, als Sirius schon tiefer stand und sein Licht merklich flackerte, versuchte ich testweise nochmal, den Begleiter zu sehen - es gelang mir nicht mehr!

Dämmerung hilft

In der Dämmerung ist der Himmel noch nicht völlig dunkel und der Glanz des Sirius A stört etwas weniger, ein Effekt, der mir auch geholfen hat. Außerdem kommt es oft vor, dass die Luft (Seeing, s. o.) gerade während der Dämmerung besonders ruhig ist.

Test mit Rigel B

Auch der nahe stehende Stern Rigel im Orion hat einen schwachen Begleiter, der diesem ähnlich nahe steht wie Sirius B dem Sirius - aber "nur" 1000 Mal schwächer ist als sein Begleiter (und nicht 10000 Mal, wie Sirius B). Rigel B ist damit das ideale Testobjekt: Sieht man ihn ohne Probleme, kann man sich an Sirius B wagen.

Rigel B sprang mir am 20.1. geradezu ins Auge, unglaublich, wie aufdringlich der war!

Hohe Vergrößerung, präzise Justage

Eine hohe Vergrößerung hilft. Ich konnte Sirius B bei etwa 230x gut sehen. Wichtig für gute Bilder ist eine gute optische Justage des Teleskops, insbesondere bei Newtonteleskopen.

Achtung vor den Spikes!

Spiegelteleskope mit Fangspiegelspinne zeigen kreuzförmige "Beugungsspikes" bei hellen Sternen. Was bei Astrofotos aus ästhetischen Gründen sogar gewünscht sein kann, stört bei der visuellen Beobachtung - und besonders bei der von Sirius B! Steht der nämlich einem solchen Spike zu nahe, wird er völlig überstrahlt. Kann man das Teleskoprohr (und damit die Spikes) nicht entlang seiner Achse verdrehen, bleibt (bei azimutal montierten Teleskopen) nur abzuwarten, bis sich die Position der Spikes relativ zum Positionswinkel von Sirius B aufgrund der Erddrehung verändert hat. Sieht man also trotz eigentlich guten Bedingungen nichts, nach ein, zwei Stunden nochmal gucken!

Tja - und wenn alles klappt, sieht man ein kleines, mickriges Sternchen (mehr). Aber dieses Sternchen komprimiert immerhin 98% der Masse der Sonne auf weniger als die Größe der Erde - ein wirklich extremes Objekt. Man sieht es ihm zwar nicht an, aber zu wissen, was man da im Okular hat macht alle Mühen wieder wett!

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C/2014 Q2 Lovejoy: Ein Komet für’s bloße Augehttp://www.scilogs.de/himmelslichter/c-q2-lovejoy-ein-komet/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=c-q2-lovejoy-ein-komet http://www.scilogs.de/himmelslichter/c-q2-lovejoy-ein-komet/#comments Mon, 22 Dec 2014 15:22:29 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2101 ... weiter]]> C/2014 Q2 Lovejoy trägt auch den Beinamen "Weihnachtskomet" - sein eigentlicher Auftritt beginnt aber erst im Januar. Die Chancen, ihn dann mit bloßem Auge hoch am dunklen Winterhimmel sehen zu können, stehen gut. Wann, wo und wie man den Kometen am besten beobachten kann, habe ich in einem Artikel für Sterne und Weltraum zusammengefasst. 

Noch ist Lovejoy besser von der Südhalbkugel der Erde zu sehen. Hier passiert der Komet momentan im Laufe der Nacht den Zenit, während er sich Nacht für Nacht Richtung Norden bewegt. Vergangene Nacht (am Morgen des 22. Dezember MEZ) habe ich den Kometen von Südchile aus bereits zum dritten Mal mit bloßem Auge sehen können - er zeigt sich als verwaschener Stern, wenn man denn weiß, wohin man schauen muss.

KOmet C/2014 Q2 Lovejoy am Morgen des 22. Dezember 2014, aufgenommen von Chile mit einer Canon EOS 600D und einem 200mm Teleobjektiv. Aufnahmedaten: 24 x 120s, ISO 3200, f/4,0. Dunkelbildsubtraktion, Kontrasterhöhung und Rauschreduzierung mit Photoshop und Fitswork.

Komet C/2014 Q2 Lovejoy am Morgen des 22. Dezember 2014, aufgenommen von Chile mit einer Canon EOS 600D und einem 200mm Teleobjektiv. Aufnahmedaten: 24 x 120s, ISO 3200, f/4,0. Dunkelbildsubtraktion, Kontrasterhöhung und Rauschreduzierung mit Photoshop und Fitswork.

Im 10x50-Fernglas ist die Koma des Kometen hell und deutlich zu sehen. Ihre Helligkeit lag vergangene Nacht meiner Schätzung nach bei 5,7mag, ihre Größe beträgt knapp 20'. Unter sehr dunklem Himmel (fst >6.0mag) und mit indirektem Sehen konnte ich im 10x50 zum ersten Mal den Schweif erkennen: Er zog sich etwa 3 Grad lang und sah aus wie ein fahler, dünner Strich. Auf lang belichteten Fotos lässt er sich sogar über rund 7,5° verfolgen.

Entwicklung des Kometen Q2 Lovejoy zwischen dem 16. und 22. 12. 2014. Der Schweif war am 22. erstmals mit dem Fernglas erkennbar. Beide Aufnahmen entstanden mit einem 200mm Objektiv und einer Canon EOS 600D. Die Aufnahme vom 16. wurde mit einer Blende weniger aufgenommen, das erschert den Verleich etwas. Ich habe versucht, den Kontrast in beiden Bildern gleich hoch zu setzen.

Entwicklung des Kometen Q2 Lovejoy zwischen dem 16. und 22. 12. 2014. Der Schweif war am 22. erstmals mit dem Fernglas erkennbar. Beide Aufnahmen entstanden mit einem 200mm Objektiv und einer Canon EOS 600D. Die Aufnahme vom 16. wurde mit einer Blende weniger aufgenommen, das erschwert den Vergleich etwas. Ich habe versucht, den Kontrast in beiden Bildern gleich hoch zu setzen.

Damit hat sich Lovejoys Sichtbarkeit im Vergleich zu vergangener Woche (meine letzte Sichtung war am 16./17.12.) abermals deutlich verbessert.

Und in Europa? Nach Sichtungen in Spanien und Griechenland wurde Lovejoy am Wochenende auch in Österreich erhascht:

Noch steht er tief am Horizont, aber das ändert sich. Gute Aufsuchkarten hat (einmal mehr) Andreas Schnabel zusammengestellt (pdf). Übersichtskarten gibt es im oben genannten Spektrum-Artikel und bei Sky&Telescope.

Clear Skies!

 

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Unglaubliche Nahaufnahmen von Komet 67P…http://www.scilogs.de/himmelslichter/unglaubliche-nahaufnahmen-von-komet-67p/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=unglaubliche-nahaufnahmen-von-komet-67p http://www.scilogs.de/himmelslichter/unglaubliche-nahaufnahmen-von-komet-67p/#comments Wed, 17 Dec 2014 20:50:57 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2099 ..., aufgenommen von der OSIRIS-Kamera an Bord von Rosetta, wurden heute auf der AGU-Tagung in San Francisco vorgestellt. Sie müssen toll anzuschauen gewesen sein.

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Roter Nebel und ein tiefer Blick in eine Nachbargalaxiehttp://www.scilogs.de/himmelslichter/roter-nebel-und-ein-tiefer-blick-in-eine-nachbargalaxie/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=roter-nebel-und-ein-tiefer-blick-in-eine-nachbargalaxie http://www.scilogs.de/himmelslichter/roter-nebel-und-ein-tiefer-blick-in-eine-nachbargalaxie/#comments Fri, 05 Dec 2014 14:00:50 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2083 ... weiter]]> Der November war nicht sehr nett zu mir, nur in zwei mondfreien Nächten konnte ich kosmische Photonen sammeln. Eine Nacht davon lieferte aufgrund technischer Probleme keine guten Resultate, die zweite schon. Zwei Objekte hatte ich auf der Liste: Den Carina-Nebel und die große Magellansche Wolke. Die habe ich zwar schon mal abgelichtet, aber mit 70mm Brennweite, jetzt waren 200mm dran. Durch die Fast-Verdreifachung der Brennweite steigen die Anforderungen an die Nachführung erheblich.

Wieder setzte ich mein inzwischen gut erprobtes Astrofotoequipment bestehend aus Eigenbau-Astrosäule und Astrotrac ein. Das Einsüden gelang dank des Polsuchers und einiger Erfahrung mit dem südlichen Himmelspol problemlos, sodass die Nachführung kein Problem darstellen sollte. Ärgerlicher war hingegen der Wind, der die Kamera mitsamt schwerem Telezoom leicht zum Schwingen bringt. Auch wenn die Schwingungsamplitude kaum sichtbar ist, entstehen dadurch "Strichspuren" (d.h. die Sterne werden statt als Punkte als kleine Striche abgebildet), die auf den ersten Blick an eine unsaubere Nachführung denken lassen.

Es kostete mich einige Versuche, bis ich verstanden hatte, dass die Nachführung gut läuft, die Strichspuren vom Windgerüttel stammten. Verstärkt noch durch eine lockere Schraube an der Polhöhenwiege. Das waren die "technischen Probleme" der ersten Nacht.

In der zweiten Nacht war ich nicht nur schlauer (und positionierte die Kamera gleich mit angezogenen Schrauben an einem windgeschützten Ort), es gab auch so gut wie keine Luftbewegungen. Und siehe da: punktförmige Sterne, wie man sie haben will!

Der Eta-Carina-Nebel, aufgenommen mit 200mm

Der Eta-Carina-Nebel, aufgenommen mit 200mm

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 600D
Objektiv: Canon L 70-200mm bei 200mm f/5,6
ISO: 1600
Belichtungszeit: 300 Sekunden
Bearbeitung
RAW-Konvertierung, Dunkelbildabzug und Stacking mit Fitswork
Tonwertkorrektur, Gradationskurven, Farbkorrektur mit Photoshop
Bemerkung
14 Einzelbilder zum Summenbild verarbeitet

    Die Große Magellansche Wolke, aufgenommen mit 200mm

Die Große Magellansche Wolke, aufgenommen mit 200mm

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 600D
Objektiv: Canon L 70-200mm bei 200mm f/5,6
ISO: 1600
Belichtungszeit: 300 Sekunden
Bearbeitung
RAW-Konvertierung, Dunkelbildabzug und Stacking mit Fitswork
Tonwertkorrektur, Gradationskurven, Farbkorrektur mit Photoshop
Bemerkung
34 Einzelbilder zum Summenbild verarbeitet

 

Kurz nach vier Uhr morgens war die astronomisch dunkle Nacht auch schon vorbei - wir nähern uns auf der Südhalbkugel im Dezember der Sommersonnenwende. Das ist schlecht für lange Astronächte, hat aber auch Vorteile: Weihnachtsstimmung der gewohnten Art kann so gar nicht erst aufkommen.

Die Bilder gibt es (so jedenfalls meine Absicht) in Kürze auch käuflich zu erwerben.

Creative Commons License
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Start des zweiten Wanderfalkenhttp://www.scilogs.de/himmelslichter/start-des-zweiten-wanderfalken/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=start-des-zweiten-wanderfalken http://www.scilogs.de/himmelslichter/start-des-zweiten-wanderfalken/#comments Fri, 28 Nov 2014 01:01:16 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2051 ... weiter]]> Am Sonntagmorgen um 05:24 MEZ soll, wenn alles gut geht, eine Trägerrakete vom Typ H-IIA  vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima abheben. An Bord: die Raumsonde Hayabusa 2. Die soll sich sodann auf den Weg machen zum Asteroiden (162173) 1999 JU3, einem erdnahen Asteroiden des Apollo-Typs, der erst 1999 entdeckt worden war. Wer die europäische Rosetta-Mission mit ihrem Lander Philae spannend findet, der kommt auch mit Hayabusa 2 voll auf seine Kosten: Hayabusa 2 soll den Asteroiden nicht nur etwa 18 Monate begleiten und dabei genauestens vermessen, sondern dazu noch ganze vier(!) Landeroboter auf ihm absetzen, mit einem Impaktor einen künstlichen Krater erzeugen und selbst auf der Asteroidenoberfläche aufsetzen um Bodenproben zu sammeln - und den Staub schließlich sogar zur Erde bringen. 

UPDATE 28.11.: Wegen schlechten Wetters ist der Start für Sonntag abgesagt, nächster möglicher Termin ist frühestens der 1. Dezember (Montag).

UPDATE 29.11.: Der neue Starttermin ist für Montagmorgen, 05:22 MESZ (13:22 JST) angesetzt.

UPDATE 30.11.: Und wieder eine Verschiebung, wieder wegen des Wetters. Der neue Starttermin ist nun Mittwoch, der 3.12. 05:22 MEZ.

UPDATE 03.12.: Der Start ist erfolgt - erfolgreich!

Hayabusa 2 beim Touchdown. Bild: JAXA

Hayabusa 2 beim Touchdown. Bild: JAXA

Weil 1999 JU3 anders als Rosettas Komet 67P nahe der Erdbahn um die Sonne kreist, dauert die Reise des "Wanderfalken" (das bedeutet Hayabusa auf japanisch) nur vier Jahre, statt zehn wie bei Rosetta. Beschleunigt wird das Raumfahrzeug dabei durch Ionentriebwerke sowie einem Swing-By-Manöver an der Erde. Im Juli 2018 soll die Sonde beim Asteroiden ankommen, 2020 ist die Probenrückführung zur Erde geplant. Das alles nur für den Fall, dass am Sonntag alles gut geht.

Noch nie etwas von dieser Mission gehört? Hier ein paar Fakten. Mehr Infos zu Hayabusa 2 in den Links am Ende des Beitrags.

Hayabusa 1 - die erfolgreiche Pannenmission

Hayabusa 2 ist der Nachfolger der Asteroidensonde Hayabusa (hier der Klarheit halber Hayabusa 1 genannt). Hayabusa 1 erreichte im Jahr 2005 den Asteroiden (25143) Itokawa, setzte auf ihm auf und sammelte Bodenproben. Die Sonde führte allerdings nur einen externen Lander und keinen Impaktor mit. Obwohl bei der Mission etliches schief lief, brachte Hayabusa 1 tatsächlich Asteroidenstaub zur Erde. Hayabusa 1 hatte Probleme unter anderem mit den Lageregelungstriebwerken, der Bordelektronik und schließlich auch mit den Ionentriebwerken, die die Sonde antrieben, der Lander MINERVA verfehlte den Asteroiden und ging verloren. Alles Dinge, aus denen für Hayabusa 2 (hoffentlich) gelernt wurde.

Die von Hayabusa 1 zur Erde gefunkten Bilder des Asteroiden Itokawa zeigen einen Himmelskörper, der eher einem Schutthaufen als einem festen Kleinplaneten ähnelt. Bild: ISAS, JAXA

Die von Hayabusa 1 zur Erde gefunkten Bilder des Asteroiden Itokawa zeigen einen Himmelskörper, der eher einem Schutthaufen als einem festen Kleinplaneten ähnelt. Bild: ISAS, JAXA

Das Zielobjekt

(25143) Itokawa war ein Asteroid des S-Typs, ein trockener Gesteinskörper aus dem inneren Teil des Sonnensystems. 1999 JU3 ist ein C-Typ-Asteroid, stammt also wahrscheinlich aus den äußeren Bereichen des Asteroidengürtels und dürfte hydratisierte und organische Minerale enthalten. Rund 900 Meter groß und auf einer ähnlichen Bahn wie Itokawa, besteht 1999 JU3 vermutlich aus uraltem Material aus der Anfangszeit des Sonnensystems.

Landung mit deutscher Beteiligung

Drei mitgeführte MINERVA-Landeroboter ähneln dem gescheiterten Exemplar der ersten Mission, sie wiegen jeweils nur 1,5 Kilogramm. Mit 10 Kilogramm etwas schwerer ist der vom deutschen DLR und dem französischen CNES (die beiden zeichneten auch für Philae verantwortlich) gebaute Lander MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout), der im Laufe der Mission aus etwa 100 Meter Höhe von der Muttersonde auf den Asteroiden abgeworfen werden soll. MASCOT enthält vier Instrumente: eine vom DLR entwickelte Kamera, ein vom CNES gebautes Infrarot-Mikroskop für den nahen Infrarotbereich zur Untersuchung der Materialbeschaffenheit der Asteroidenoberfläche, ein Radiometer zur Bestimmung der Oberflächentemperatur, Strahlungsvermögen und Wärmespeicherzahl (ebenfalls entwickelt vom DLR) und ein von der TU Braunschweig verantwortetes Magnetometer zur Messung des Magnetfelds.

Mit 30x30x20cm ist MASCOT nicht größer als ein Schuhkarton. Bild: DLR

Mit 30x30x20cm ist MASCOT nicht größer als ein Schuhkarton. Bild: DLR

Roboter mit Hüpfmechanismus

Außerdem ist MASCOT mit einem Schwungrad ausgestattet, das es erlauben soll, bis zu 70 Meter weit über die Oberfläche zu hüpfen - damit wird Hayabusa 2 zum ersten Mal verschiedene Stellen eines Asteroiden in situ untersuchen können. Was bei Philae also eher ungewollt passierte, soll hier kontrolliert ablaufen. Anders als Philae besitzt MASCOT keine Solarzellen. Die Mission des schuhkartongroßen Roboters endet damit nach etwa 16 Stunden, wenn seine Batterie leer ist.

Künstlicher Krater

Während der Kratersprengung (dazu soll tatsächlich Sprengstoff eingesetzt werden, anders als etwa bei Deep Impact - inwiefern das die Bodenproben verunreinigt, vermag ich nicht zu sagen s. Anmerkung unten!)  soll sich die Muttersonde übrigens auf der abgewandten Asteroidenseite verstecken - um die Kraterbildung zu verfolgen, soll eine externe Kamera über der Oberfläche ausgesetzt werden. Zweck der Aktion ist es, an unverändertes Asteroidenmaterial aus der Tiefe zu gelangen.

Schließlich soll Hyabusa selbst auf dem Asteroiden aufsetzen (wie oft und an welchen Stellen, wird wohl erst später entschieden). Dazu wird die Sonde Zielmarkierungen auf die Oberfläche aussetzen, denn die Landung muss vollautomatisch erfolgen - die Signallaufzeiten zur Erde erlauben keine direkte Steuerung. Das Aufsetzen soll wie bei Hayabusa 1 im "Touch-and-Go"-Verfahren erfolgen - es gibt keine Landebeine, die Sonde bewegt sich nur so nahe an den Asteroiden heran, bis eine Art Rüssel die Oberfläche berührt und Staub aufsaugen kann.

Grüße von der Erde

MASCOT trägt übrigens eine briefmarkengroße Folie mit Namen von Raumfahrtenthusiasten, die sich rechtzeitig auf dem Lander verewigt haben lassen. Da der Roboter auf dem Asteroiden verbleibt und 1999 JU3 (einen richtigen Namen wird er wohl noch bekommen) noch ein Weilchen um die Sonne kreisen wird, werden die Namen ihre Besitzer mit Sicherheit lange überdauern.

Man sieht - Hayabusa 2 ist eine äußerst komplexe und ambitionierte Mission. Da kann viel schief gehen, doch die Japaner machen das ja nicht zum ersten Mal. Go Hayabusa!

Links

Offizielle Hayabusa-Missionsseite der JAXA (englisch)

Weitere JAXA-Seite (englisch)

DLR-Pressemeldung zu MASCOT

Beitrag von Emily Lakdawalla mit vielen Bildern der Sonde nach dem Zusammenbau

Vortragsfolien mit vielen Details zur Mission von Paul Abell (pdf, englisch)

Twitter-Account von MASCOT (betrieben vom DLR, sozusagen der Philae-Nachfolger)

Und falls am Sonntagmorgen jemand nichts besseres zu tun hat: Hier der Link zum Livestream des Hayabusa-Starts!

Die Liveübertragung startet am 30. November 2014 von 4:30 MEZ bis ca. 5:45 MEZ (Raketenstart um 5:24 MEZ) und nochmals von 7:00 bis 7:30 MEZ.

Anmerkung: Bei der Sache mit dem Sprengstoff bin ich offenbar einem Mißverständnis aufgesessen: Der Impaktor selbst ist eine massive, 2kg schwere Kupferkugel, die aktiv, also mit Sprengstoff auf die Oberfläche geschossen werden soll. Das ist nötig, weil der Impaktor sonst, anders als der von Deep Impact, nicht genügend kinetische Energie zum Ausheben eines Kraters hätte. Bei Deep Impact kollidierte der Asteroid mehr mit dem Impaktor als umgekehrt. Der Impaktor selbst enthält also keinen Sprengstoff. Das kam mir von Anfang an seltsam vor - der Sprengstoff bzw. seine Verbrennungsprodukte würden die Bodenproben doch verunreinigen.

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Das Weltall für die Wandhttp://www.scilogs.de/himmelslichter/das-weltall-fuer-die-wand/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=das-weltall-fuer-die-wand http://www.scilogs.de/himmelslichter/das-weltall-fuer-die-wand/#comments Mon, 24 Nov 2014 13:58:50 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2016 ... weiter]]> Achtung - schamlose Eigenwerbung! Wie regelmäßige Leser meines Blog wissen, war ich auch in diesem Jahr wieder astrofotografisch aktiv. Eine Auswahl de besten dabei entstandenen Bilder kann man jetzt als Poster bestellen. Wer also ein hübsches Bild für die eigene Wand oder die eines zu Beschenkenden sucht, findet hier vielleicht etwas!

Meine Bilder biete ich über die Print-on-Demand-Shops Posterlounge und Fineartprint, sowie über Astroshop.de an.

Totale Mondfinsternis (15. April 2014)

Totale Mondfinsternis (15. April 2014)

Das Bild des verfinsterten "Blutmonds"entstand am 15. April 2015 in Südchile. Die Chancen standen erst nicht so gut - fast 12 Stunden lang regnete es ununterbrochen. Dann, genau mit Beginn der Totalität, riss der Himmel auf. In der Aufnahme hat der Mond den Kernschatten der Erde bereits wieder ein Stück verlassen. Durchziehende Wolken verleihen dem Bild eine besondere Dramatik. Die Aufnahme wurde von der ESA in die Galerie 'Space in Images' aufgenommen. Es ist als Posterdruck bei Posterlounge oder Fineartprint erhältlich.

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 600D
Objektiv: ED Refraktor 70mm f/6
ISO: 400
Belichtungszeit: 4 Sekunden
Bearbeitung
RAW-Konvertierung mit Fitswork
Tonwertkorrektur mit Photoshop
Bemerkung
Durchziehende Wolken sorgten für besondere Dynamik
Die Große Magellansche Wolke

Die Große Magellansche Wolke

Diese Aufnahme der Großen Magellanschen Wolke entstand ebenfalls in Südchile. Diese Galaxie ist eines der spektakulärsten Himmelsobjekte, egal ob man sie mit bloßem Auge, Fernglas oder Fernrohr welcher Größe auch immer betrachtet. Hellstes Einzelobjekt in der Galaxie ist der Tarantelnebel, eine gewaltige Wolke aus Wasserstoffgas. Das Bild gibt es als Druck bei Posterlounge.

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 450D (astro-optimiert)
Objektiv: Canon 70-200mm L Telezoom bei 70mm f/5,6
ISO: 800
Belichtungszeit: 7 Aufnahmen á 480 Sekunden
Bearbeitung
Summenbild und Dunkelbildabzug mit Fitswork
Tonwertkorrektur, Gradationsstufen und Farbbalance mit Photoshop
Bemerkung
Stand zum Aufnahmezeitpunkt fast im Zenit
Eta-Carinae-Nebel und Südliche Plejaden

Eta-Carinae-Nebel und Südliche Plejaden

Der Eta-Carinae-Nebel (NGC 3372) ist ein beeindruckender, bereits mit bloßem Auge sichtbarer Emissionsnebel aus leuchtendem Wasserstoffgas mitten im Band der Milchstraße. Er ist rund 6000 Lichtjahre entfernt. Seine Umgebung ist mit weiten roten H-II-Regionen gesprenkelt. Das Leuchten wird von heißen, jungen Sternen ausgelöst, die sich vor wenigen Millionen Jahren in diesen Wasserstoffwolken gebildet haben. Auf dem Bild rechts vom Eta-Carinae-Nebel leuchtet der Sternhaufen der Südlichen Plejaden (IC 2602), der nur ein wenig kleiner ist als sein nördliches Gegenstück. Das bild gibt es sowohl bei Posterlounge als auch bei Fineartprint.

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 450D (astro-optimiert)
Objektiv: Canon 70-200mm L Telezoom bei 70mm f/5,6
ISO: 800 
Belichtungszeit: 9 Aufnahmen á 480 Sekunden
Bearbeitung
Summenbild und Dunkelbildabzug mit Fitswork
Tonwertkorrektur, Gradationsstufen und Farbbalance mit Photoshop
Südlicher Sternhimmel

Südlicher Sternhimmel

Dieses Fischaugenpanorama enthält nicht nur die Milchstraße, man erkennt auch den Skorpion mit seinem roten Leitstern Antares, Alpha und Beta Centauri, das Kreuz des Südens mit der Kohlensack-Dunkelwolke und den Eta-Carinae-Nebel. Ganz rechts am Bildrand ist Sirius zu sehen, der hellste Stern des Nachthimmels. Unten sieht man den zweithellsten Stern, Kanopus, und die große und kleine Magellansche Wolke. Das Bild ist als Druck bei Posterlounge erhältlich.

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 450D (astro-optimiert)
Objektiv: 8mm f/5,6
ISO: 800
Belichtungszeit: 376 Sekunden (Einzelaufnahme)
Bearbeitung
Tonwertkorrektur und Gradationsstufen mit Photoshop
Hotpixel manuell entfernt
Milchstraßenpanorama

Milchstraßenpanorama

Natürlich ist auch mein Panorama des zentralen Teils der Milchstraße weiter erhältlich, und zwar in verschiedenen Versionen bei Posterlounge, Fineartprint und auf Astroshop.de. Ausführliche Informationen zum Bild und seiner Entstehung gibt es hier. Das Panorama wurde im vergangenen Jahr über 150 Mal verkauft - danke dafür!

Ein neues Panorama ist in Arbeit - allerdings wird das noch etwas dauern.

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Schwarmfinanzierte Mondlandung im Jahr 2024?http://www.scilogs.de/himmelslichter/schwarmfinanzierte-mondlandung-im-jahr-2024/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=schwarmfinanzierte-mondlandung-im-jahr-2024 http://www.scilogs.de/himmelslichter/schwarmfinanzierte-mondlandung-im-jahr-2024/#comments Wed, 19 Nov 2014 01:40:05 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=2002 ... weiter]]> Ambitioniert, was die britische Firma "Lunar Missions Ltd." da vorhat: Bis zum Jahr 2024 einen Lander auf dem Mond absetzen, finanziert durch Spendengeber aus der ganzen Welt. Eine Crowdfundingaktion auf kickstarter.com, heute gestartet, soll die ersten 770000 Euro heranschaffen, um das Projekt anzuschieben. Die restliche Mission soll später von Sponsoren und durch den Verkauf digitaler „Erinnerungsboxen“ finanziert wird, in denen man dann zum Beispiel sein Selfie für die Ewigkeit als Datei auf dem Mond deponieren kann. Oder auch seine DNA in Form eines Haars, man kann ja nie wissen wer einen wieder zum Leben erweckt. Für Kickstarter-Förderer soll die Erinnerungsbox im Mondstaub übrigens inklusive sein.

Eine schwarmfinanzierte, unbemannte Mondlandung im Jahr 2024 plant die Firma Lunar Missions Ltd. Bild: Lunar Missions Ltd.

Eine schwarmfinanzierte, unbemannte Mondlandung im Jahr 2024 plant die Firma Lunar Missions Ltd. Bild: Lunar Missions Ltd.

Die Vorbereitungen zu dem Projekt laufen schon einige Jahre, heute Nachmittag ab 15:35 MEZ wird es offiziell vorgestellt, via Livestream hier zu verfolgen. Die Pressesperrfrist endete aber bereits heute Nacht, so dass sich das Netz nun mit Berichten und allerlei Meinungen füllen dürfte. Mit Wissenschaftlern zweier Universitäten, einer Weltraumfahrt-Firma und einer Reihe illustrer "Endorser" hat sich Lunar Missions bereits umgeben.

Meine persönliche Meinung: Das Projekt hat Charme. Ob "Lunar Mission One" aber Aussichten auf Erfolg hat, ist schwer zu sagen.

Denn noch steht das Projekt ganz am Anfang, vieles scheint mir noch nicht bis ins Detail durchgeplant - zumindest geht es nicht aus dem vorab verteilten Pressematerial hervor. Der Zehn-Jahres-Zeitplan sehr grob. Das Crowdfunding ist erst die erste von vielen Hürden, und sicher nicht die höchste.

Funktioniert die Finanzierung, ist eine "Mondlandung für alle" prinzipiell machbar, denke ich. Allerdings kommen mir einige Details des Plans recht kühn vor. Das betrifft vor allem das Hauptziel der Mission: den Mond bis in 20, vielleicht sogar 100 Meter anzubohren und die Bodenproben in situ zu analysieren.

Selbst der Bohrer, der mit der europäisch-russischen Sonde ExoMars 2018 zum Mars fliegen soll, soll nur maximal zwei Meter erreichen und wird von ausgewiesen Experten entwickelt. 20 Meter ist dem gegenüber eine gewaltige Herausforderung: Wie verankert man das Landemodul so, dass am Ende nicht der Bohrer den Lander dreht? Wie schwer muss ein Lander sein, um eine solche Aufgabe ausführen zu können? Was für eine Startrakete braucht man? Und warum überhaupt so tief bohren?

Diese Fragen stellte ich David Iron, Gründungsmitglied von Lunar Missions, der diese Dinge naturgemäß optimistisch sieht: Um eine so tiefe Bohrung durchzuführen, solle eine Technik namens wire-line drilling eingesetzt werden, die auch bei kommerziellen Bohrungen auf der Erde verwendet wird. Der etwa zwei Meter lange und 5 Zentimeter dicke Bohrer ist dabei durch ein Kabel mit der Oberfläche verbunden, die maximale Bohrtiefe ist damit anders als bei konventionellen Bohrern durch die Kabellänge gegeben: „Wir sind zuversichtlich, dass wir 20 Meter erreichen können. Je tiefer darüber hinaus, desto besser."

Anders als ExoMars stünde die Mondsonde unter direkter Kontrolle von der Erde, was die Durchführung vereinfache, meint Iron. Tatsächlich wird die wire-line-Technik  für ihren Einsatz auf interplanetaren Missionen getestet, wobei allerdings ist von einer Anwendung in planetarem Eis die Rede ist. Inwiefern ein solcher Bohrer auch im Mondgestein verwendbar ist, kann ich nicht beurteilen.

Auf die Suche nach Eis in schattigen Mondkratern sein man jedenfalls nicht aus, so Iron. „Unser Ziel ist die Landung auf einem hoch gelegenen Punkt am Mondsüdpol, auf Material, dass beim Einschlag von Asteroiden vor langer Zeit ausgeworfen wurde.“ Zehn Meter müsse man schon erreichen, wolle man von kosmischer Strahlung völlig unverändertes Material zu Tage fördern. Je tiefer, desto mehr lerne man aber über die Geschichte des Mondes. Mit einem Gesamtgewicht des Landers von unter einer Tonne (von dem der Bohrer um die 10 Kilogramm ausmachen soll) würde für den Flug zum Mond eine mitterschwere Rakete ausreichen, etwa eine Falcon 9 der Firma Space X, meint Iron.

Zwar denke ich, dass eine Tiefbohrung von bis zu 100 Metern technisch nicht machbar ist, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Lunar Missions hat immerhin die Firma RAL Space an Bord - die kennen sich mit solchen Dingen wohl besser aus als ich. Und auch, wenn es letztlich auf eine abgespeckte Variante der "Lunar Mission One" mit realistischeren Zielen herausläuft - vielleicht haben wir wirklich die Chance, 2024 eine schwarmfinanzierte Mondlandung zu erleben. Erst einmal geht es um die Anschubfinanzierung. Ob die erfolgreich ist, wissen wir schon bald, denn die Crowdfundingaktion endet am 17. Dezember 2014.

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Na also: OSIRIS-Bilder von Philae vor und nach dem ersten Touchdownhttp://www.scilogs.de/himmelslichter/na-osiris-bilder-philae-touchdown/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=na-osiris-bilder-philae-touchdown http://www.scilogs.de/himmelslichter/na-osiris-bilder-philae-touchdown/#comments Mon, 17 Nov 2014 14:52:21 +0000 http://www.scilogs.de/himmelslichter/?p=1996 Es war lange klar, dass die OSIRIS-Kamera an Bord von Rosetta weit bessere Bilder von Philae auf der Oberfläche des Kometen gemacht haben musste als die NavCam. Die Frage war eher, wann wie sie sehen dürfen. Die Antwort: heute! Die Bilder sind wirklich beeindruckend, sie zeigen den Lander vor und nach dem ersten Touchdown, als er zunächst auf den Kometen zufiel und dann rund zwei Stunden lang und über einen Kilometer weit über die Oberfläche von 67P "hüpfte".

ESA/Rosetta/MPS

ESA/Rosetta/MPS

 

Von links unten nach rechts oben kann man den Lander bei seinem Abstieg verfolgen. Die Aufnahmezeiten jedes Bilds sind in Weltzeit (UT) angegeben. Das letzte Bild (rechts oben) zeigt deutlich, wie sich Philae von der eigentlich anvisierten, ideal anmutenden Landezone in felsigeres und schattigeres Terrain begab.

Noch immer ist der finale Landeort Philaes nicht bekannt, aber es dürfte nicht lange dauern, bis er dank dieser Bilder lokalisiert ist.

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