Weltweit Sterne zählen

9. Oktober 2009 von Jan Hattenbach in Lichtverschmutzung

Ok, ok, Lichtverschmutzung ist ein nerviges Thema, und Sternzählungen zur Bestimmung der Grenzhelligkeit gab es schon zu Hauf. Sie strengen ja auch an und bringen tun sie eh nichts. Diese Einstellung könnte zumindest ein Grund sein, wieso die Beteiligung bei den letzten Zählungen des Great World Wide Star Count so gering war, neben der geringen öffentlichen Bekanntheit dieser Aktion. Zumindest bei uns: 2008 kamen in Deutschland 11 Messungen zu Stande, ein beachtliche Leistung für das bevölkerungsreichtste Land Europas. Da hat die Mobilisierung in Belgien, Polen oder den Niederlanden schon besser geklappt.

Nun gibt es wieder Gelegenheit für diejenigen, die die obige Aussage nicht so ganz unterschreiben wollen: Vom 9. Bis zum 23. Oktober sind Amateurastronomen weltweit wieder aufgerufen, mit Hilfe simpler Grenzgrößenbestimmungen in ausgewählten Sternbildern die Himmelshelligkeit zu messen. Nachdem wir nun wissen, dass die große Politik in unserem Land den Sternenhimmel nicht für schützenswert hält, ist es umso wichtiger, den Damen und Herren die Konsequenz ihrer Ignoranz nachprüfbar vor Augen zu führen. Machen Sie also mit und dokumentieren Sie das Verschwinden des Sternenhimmels! Alle Informationen dazu finden Sie hier

 


2 Kommentare zu “Weltweit Sterne zählen”

  1. Ralf Antworten | Permalink

    Grenzgrößenbestimmungen

    Die visuelle Grenzgrößenbestimmung - egal mit welcher Methode - ist natürlich sehr subjektiv - evtl. ein Grund für die mangelnde Beteiligung aus D.
    Vielleicht hätte man seitens der Initiatoren parallel auch um SQM-Messungen bitten sollen, selbst wenn die ebenso ihre Tücken haben (Milchstraßeneinfluss, Messtolerenz zwischen den Instrumenten bis zu 0,2 mag/"2 ...).
    In jedem Fall sind die entstehenden SQM-Datenbanken höchst wertvoll, auch was zukünftige Veränderungen der Lichtverschmutzung angeht.
    Eine sehr gutes Projekt präsentieren hier übrigens die tschechischen Sternfreunde:
    http://www.skyquality.com/

  2. Jan Hattenbach Antworten | Permalink

    visuelle Schätzung vs. SQM

    Vermutlich sind die Initiatoren davon ausgegangen, dass längst nicht jeder ein SQM besitzt und gerade viele Einsteiger (die ja explizit angesprochen sind) erst recht nicht. Die Beteiligung war im letzten Jahr stark unterschiedlich je nach Land, daher vermute ich, dass der Grund für die gernige Beteiligung hierzuland in der mangelnden Publizität hierzulande zu suchen ist.

    Du hast aber recht: Man hätte parallel zu SQM-Messungen aufrufen sollen, denn dafurch hätte eine Objektivierung der daten stattfinden können.

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