Die Bundesliga der Klimaforschung

28. März 2008 von Stefan Rahmstorf in Allgemein

Was im Fußball Tore und Ligapunkte, sind in der Wissenschaft die Fachpublikationen und die Zitate, die sie bekommen. Sie haben sich zum wichtigsten Leistungskriterium in der Forschung entwickelt – mit allen Vor- und Nachteilen. Die digitale Revolution hat Publikationsdatenbanken wie das „Web of Science“ hervorgebracht, wo rund 37 Millionen Fach-Artikel registriert sind – einschließlich der Häufigkeit, mit der sie in anderen Fachpublikationen zitiert worden sind. Bei Berufungsverfahren für Professuren spielen diese Zahlen zunehmend eine entscheidende Rolle. Sie erlauben aber auch Wissenschaftsjournalisten, sich in Minutenschnelle einen Eindruck zu verschaffen, wer Experte auf einem bestimmten Forschungsgebiet ist, und wer vielleicht nur ein selbsternannter „Experte“, der kaum relevante eigene Forschung vorzuweisen hat. Nachdem wir durch meinem letzten Beitrag einen Einblick in die Niederungen der „Klimaskeptiker“-Debatte bekommen haben, wollen wir heute zur Erholung einen Blick auf die Spitze der Klimaforschung werfen.

Die „Citations“ sind ein Maß dafür, wie viel Beachtung eine Arbeit in Fachkreisen findet. Manchmal wird eingewendet, Citations seien kein Maß für Qualität, weil kritische Zitate (etwa: „die Ergebnisse von Rahmstorf et al. [2003] erwiesen sich als statistisch nicht signifikant...“) genauso zu den Zitaten gerechnet werden wie lobende. Doch in der Praxis werden die nicht überzeugenden Studien zwar vielleicht einige Male kritisiert, dann aber rasch links liegen gelassen und nicht weiter zitiert.

Werfen wir also einen Blick auf die Publikationen zum Thema „climate“ (Fachpublikationen werden fast alle in englischer Sprache publiziert) mit deutscher Beteiligung aus den vergangenen zehn Jahren (siehe Anhang für Details der Datenbanksuche). Was den Laien vielleicht überrascht ist deren große Zahl: insgesamt zeigt die Datenbank zum Suchwort "climate" 66.291 Publikationen aus den letzten zehn Jahren, davon 6112 (9 %) mit Beteiligung deutscher Forschungsinstitute. Nur von einem winzigen Bruchteil wird man je etwas in den Medien lesen – viele Studien sind dazu auch zu speziell und nur für Fachleute interessant. Dabei ist ein stetiger Aufwärtstrend zu beobachten: wurden 1998 noch 313 Studien mit deutscher Beteiligung publiziert, sind es 2007 bereits 1043 gewesen. Das Interesse am Thema in der Forschung steigt offenbar immer weiter an.

Wie in jeder Berufsgruppe variiert natürlich auch die Qualität dieser Arbeiten, und angesichts der großen Zahl der Studien ist es sehr aufwändig, einen umfassenden und ausgewogenen Überblick über den Kenntnisstand zu gewinnen. Daher arbeiten Hunderte von Wissenschaftlern über drei Jahre lang in intensiven Diskussionen zusammen, um die UN-Klimaberichte des IPCC zu erstellen - eine freiwillige und unentgeltliche Gemeinschaftsanstrengung, für die es letztes Jahr den Friedensnobelpreis gab. 

Der Ländervergleich

Wie steht die deutsche Klimaforschung dabei qualitativ im internationalen Vergleich da? Im Web of Science lassen sich die Studien nach Zahl der Citations sortieren. Betrachten wir dazu die Spitzengruppe der tausend am häufigsten zitierten Arbeiten (also die obersten 1,5 % - dazu muss eine Arbeit mindestens 82 Mal zitiert worden sein). Die Tabelle zeigt, an wie vielen dieser Studien einzelne Länder beteiligt waren:
 

 LandStudien
1USA688
2England207
3Deutschland127
4Kanada89
5Frankreich80
6Australien77
7Schweiz64
8Schweden55
9Niederlande48
10Dänemark36

US-Institute haben zu fast 70% der Top-Studien beigetragen. Dies zeigt die Größe und Qualität, sicher aber auch die hohe internationale Vernetzung der US-Forschung. Die deutsche Klimaforschung liegt immerhin auf Rang 3 und hat zu 13% der meistzitierten Studien beigetragen. Sie ist damit stärker in der Spitzengruppe vertreten, als die Zahl der Studien (9%) erwarten ließe. Allerdings liegen wir noch deutlich hinter den britischen Kollegen. Insgesamt spielt die deutsche Klimaforschung aber durchaus oben in der Champions League mit.

Die Top-Papers

Was sind also die deutschen Spitzenreiter? Auf Platz 1 steht mit 788 Zitaten die Arbeit "Ecological responses to recent climate change" von Walther et al. (Nature 2002), gefolgt von "Biodiversity - Global biodiversity scenarios for the year 2100" von Sala et al. (Science 2000). Beide Arbeiten befassen sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biosphäre. Mit Gian-Reto Walther (Institut für Geobotanik der Uni Hannover), Annette Menzel (TU München), Franz Bairlein (Vogelwarte Helgoland) und Elisabeth Huber-Sannwald (seinerzeit TU München) - um nur einige der Autoren dieser beiden Artikel zu nennen - haben wir in Deutschland also eine Reihe von hervorragenden Experten zu diesem Thema. Dabei fällt mir auf: ich habe noch nie ein Interview dazu mit einem dieser Experten in großen Zeitungen gelesen. Überall (von Focus über Spiegel bis zu taz und Deutschlandfunk) gibt es dafür Interviews mit Josef Reichholf, der zwar zu diesem Thema laut Web of Science noch nie eine Forschungsarbeit publiziert hat, aber dafür behauptet, "dass die Erwärmung förderlich ist für die Artenvielfalt". Genau das Gegenteil dessen also, was die zu diesem Thema forschenden Wissenschaftler herausfinden. Vielleicht wäre dies einmal ein Thema für den Medienblog von Werner Große: Ist eine Medienwelt denkbar, in der Interviewpartner vorwiegend nach ihrer Fachkompetenz ausgesucht werden? Oder ist dieser Gedanke eine naive Wissenschaftler-Hoffnung?

Auf Platz 3 folgt dann mit 508 Zitaten die Arbeit "Persistent solar influence on north Atlantic climate during the Holocene" von Bond et al. (Science 2001). Das ist übrigens ein Beleg dafür, dass seriöse Forschung zur Sonnenaktivität höchste Anerkennung in Fachkreisen findet und die Klimaforscher keineswegs (wie manchmal von "Skeptikern" in den Medien behauptet) die Rolle der Sonne im Klima ausblenden. Den im Juni 2005 verstorbenen Gerard Bond kannte ich gut und wir haben öfters miteinander diskutiert; unser KlimaLounge-Mitautor Martin Visbeck war jahrelang sein unmittelbarer Kollege am Lamont-Doherty Earth Observatory in New York. Bond war - wie ich - zur Überzeugung gekommen, dass Sonnenzyklen wichtige Aspekte natürlicher Klimaschwankungen in der Erdgeschichte erklären können, dass sie aber nicht für die starke Klimaerwärmung der letzten Jahrzehnte verantwortlich sind. 

Die Forscher

Betrachten wir nun die Spitzengruppe der „Top 100“ der 6112 "deutschen" Studien zum Klima (also die obersten 1,6 % - dazu muss eine Arbeit mindestens 99 Mal zitiert worden sein). Die Tabelle zeigt, welche Autoren am häufigsten in dieser Spitzengruppe vertreten sind.

NameStudien
I.C. Prentice8
A. Ganopolski6
S. Rahmstorf6
P.J. Crutzen5
H. Erlenkeuser5
R. Valentini5
V. Brovkin4
M. Claussen4
J. Feichter4
H. Fischer4
S.J. Johnsen4
J. Jouzel4
M. Latif4
J. Lelieveldt4
N Sarnthein4
E.D. Schulze4
S. Sitch4

Angeführt wird die Liste vom britischen Kollegen Colin Prentice, der Koautor von 8 der "Top 100" Publikationen war. Prentice führt auch die internationale Liste mit den meisten Papers in den globalen "Top 1000" an. Er war von 1999 bis 2004 Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena. Mit je 6 Publikationen teile ich den zweiten Rang mit meinem PIK-Kollegen Andrey Ganopolski; dann folgen mit je 5 Publikationen der Nobelpreisträger Paul Crutzen (MPI für Chemie, Mainz), der Paläoklimatologe Helmut Erlenkeuser von der Uni Kiel sowie Riccardo Valentini, ein italienischer Experte für den Kohlenstoffkreislauf, der viel mit den Kollegen aus Jena zusammen publiziert hat. Mit je 4 Publikation erscheinen neben bekannten deutschen Forscherpersönlichkeiten wie Mojib Latif und Martin Claussen weitere ausländische Kollegen wie Jean Jouzel aus Frankreich oder Sigfus Johnsen aus Dänemark, die zwar nicht in Deutschland, aber viel mit deutschen Kollegen zusammen gearbeitet haben. Dies zeigt einmal mehr die starke internationale Vernetzung der Klimaforschung.

Auffallend ist, wie stark die Paläoklimatologen in der obigen Liste vertreten sind - mehr als die Hälfte der genannten Forscher publiziert zumindest teilweise zu natürlichen Klimaänderungen in der Erdgeschichte. Weiter sind mehrere Experten für den Kohlenstoffkreislauf mit dabei. Colin Prentice hat gleich zu beiden Themenfeldern wichtige Arbeiten publiziert.

Die Institute

Zum Schluss noch ein Blick auf die deutschen Forschungsinstitute und ihren Beitrag zu den "Top 100" Publikationen. Erwartungsgemäß liegen die beiden schwerpunktmäßig mit Klimafragen befassten Max-Planck-Institute hier vorne: das MPI Jena führt mit 18 Spitzenpublikation vor dem MPI Hamburg mit 13. Danach folgen gleichauf mit je 10 das Alfred-Wegener-Institut (AWI), das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und die Universität Kiel.

Fazit

Online-Datenbanken wie das kostenpflichtige "Web of Science", aber in eingeschränktem Maße auch Gratisalternativen wie "google scholar", erlauben heute einen raschen Überblick über die Fachliteratur. Leider werden sie von Journalisten noch zu wenig genutzt, um die am besten qualifizierten Experten zu wissenschaftlichen Fragen zu finden. Die deutsche Klimaforschung kann sich im internationalen Vergleich sehr gut sehen lassen und ist u.a. in den Bereichen Paläoklima und Kohlenstoffkreislauf an der Weltspitze mit dabei.

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Technischer Anhang

Die Datenbanksuche im "Web of Science" erfolgte am 25.3.2008. Als Suchbegriffe wurden als Topic "climate" und als Country "Germany" eingegeben. Die Trennschärfe dieser Suche ist sicher nicht perfekt. So werden durch das Suchwort "climate" nur die Studien berücksichtigt, bei denen das Wort "climate" in Titel, Abstract oder Key Words auftaucht. Von meinen 61 im Web of Science registrierten Fachartikeln ist dies z.B. nur bei 36 der Fall. Dennoch ist dies die einzige einfache Möglichkeit, Klimastudien aus der Gesamtmenge aller Fachpublikationen herauszufischen. Die Auswahl nach Country selektiert all jene Studien, in denen "Germany" im Adressfeld eines der Autoren auftaucht.

Die Ergebnisse wurden auf die im Zeitraum 1998 bis 2007 publizierten Studien eingeschränkt und nach Häufigkeit der Zitate sortiert. Mit der Funktion "analyse" kann man sich die Top 100 oder die Top 1000 nach Autoren, Ländern oder Instituten sortiert ansehen. Bei den Autoren zeigt die Tabelle alle, die mindestens 4 mal in den Top 100 vertreten sind. Auch hier ist die Auswahl sicher nicht perfekt. Es gibt manchmal Tippfehler in Autorennamen. Forscher, die während dieses Zeitraums das Land gewechselt haben (wie unser Blog-Kollege Martin Visbeck) oder den Namen gewechselt haben (z.B. durch Heirat) fallen durch die Maschen. Man sollte die Ergebnisse also zwar als informativ, aber nicht als exakte Wahrheiten interpretieren.


50 Kommentare zu “Die Bundesliga der Klimaforschung”

  1. Ohne Worte Antworten | Permalink

    @Rahmstorf

    „...Sie erlauben aber auch Wissenschaftsjournalisten, sich in Minutenschnelle einen Eindruck zu verschaffen, wer Experte auf einem bestimmten Forschungsgebiet ist, und wer vielleicht nur ein selbsternannter „Experte“, der kaum relevante eigene Forschung vorzuweisen hat. Nachdem wir durch meinem letzten Beitrag einen Einblick in die Niederungen der „Klimaskeptiker“-Debatte bekommen haben, wollen wir heute zur Erholung einen Blick auf die Spitze der Klimaforschung werfen.“

    Na, mit den Niederungen bin ich dann vermutlich gemeint?

    Wenn dem so wäre, was Sie da so alles schreiben, warum dann der seitenlange Text zur Begründung?

    Ich sagte bereits: „Peer-Review ist kein Gütesiegel. Meine Reviewer waren meist gute Bekannte.“

    Ein schönstes Beispiel dazu ist der Fall Hendrik Schön.

    http://www.wdr.de/...aege/2004/1207/004_luegen.jsp

    Selbst ein Newton hat es mit der Wahrheit nicht so genau genommen.

    In der Wissenschaft wird heute gerne voneinander abgeschrieben und alte Erkenntnisse werden gerne neu verkauft. Ebenfalls ist es üblich, dass man als Reviewer gute Bekannte vorschlägt. Machen Sie das nicht Herr Rahmstorf?

    Ich glaube kaum, dass ein Reviewer Ihnen eine ellenlange Korrekturliste zuschickt, bzw. eine eingereichte Veröffentlichung von Ihnen gar abgelehnt wird. Das können sich weder der Reviewer noch der Editor leisten. Soviel zur Qualitätssicherung.

  2. Lars Fischer Antworten | Permalink

    Danke...

    ...für den schönen Überblick. Mir fehlt dabei allerdings ein genauerer Überblick über die Top-Themen der Klimaforschung. Sie nennen ja Paläoklimatologie, Sonnenzyklen, Biodiversität...

    Mich würde sehr interessieren, welchen Stellenwert die einzelnen Themen in der Forschung haben und welche Bedeutung ihnen bei der Bewertung von Klimatrends zukommt.

    Vielleicht ein Thema für zukünftige Beiträge?

    @ Ohne Worte
    *Na, mit den Niederungen bin ich dann vermutlich gemeint?*
    Angesichts Ihres aktuellen Beitrags lässt sich diese Schlussfolgerung kaum vermeiden.

  3. Klaus F. Antworten | Permalink

    ohne Worte

    Mir als Nicht-Fachmann hat dieser Beitrag geholfen, einiges richtig einzuordnen.
    Es ist immer einfach, an aufbereiteten Zahlenwerken herumzumäkeln. Angriffspunkte gibt es da immer; auch gilt "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast."
    Aber hier handelt es sich um ein Zahlenwerk, das nach sehr nachvollziehbaren Kriterien aufgearbeitet wurde.

  4. Ohne Worte Antworten | Permalink

    Fischer Klaus

    Tja, jedem das seine.

    Glauben ist gut, wissen ist besser.

  5. Krishnag Antworten | Permalink

    Wissenschaft / Presse

    Herr Rahmstorf, Sie wissen doch, daß Presse nur insofern mit der Wissenschaft kann, wenn Sie auflagensteigernd wirkt, man sich Sensationen verspricht etc. Sie könne von der Presse nicht erwarten, daß sie auf Sie hört ? Warum ? Das z. B. AGW nicht bewiesen ist, weiß auch die Presse, folglich ist es doch viel interessanter, gegensätzliche meinungen zu veröffentlichen, den Widerspruch darzulegen, wenn auch vielleicht nich immer mit den richtigen Mitteln.
    Aber die Presse und die Welt braucht mit Sicherheit keinen Schiedsrichter Rahmstorf, der den Jouralisten die Leviten liest und ihnen vorschreibt, was sie wie zu berichten haben.

    - Wegen Unsachlichkeit gelöscht - Red.

  6. Lars Fischer Antworten | Permalink

    Kompetente Interviewpartner

    *Ist eine Medienwelt denkbar, in der Interviewpartner vorwiegend nach ihrer Fachkompetenz ausgesucht werden? Oder ist dieser Gedanke eine naive Wissenschaftler-Hoffnung?*

    Da gibt es mehrere unterschiedliche Aspekte. Zum einen kann ich mir vorstellen, dass es für einen Journalisten nicht so ganz einfach ist, die Fachkompetenz eines potentiellen Gesprächspartners zu beurteilen.

    Zum anderen, und das scheint mir das viel wesentlichere Problem zu sein, hat ein Journalist heutzutage einfach gar nicht mehr die Zeit, sich den bestmöglichen Gesprächspartner herauszusuchen. Da wird dann derjenige gefragt, der sich irgendwie anbietet oder aufdrängt.

    Gerade bei Medienaufmerksamkeit gilt deswegen eben der gute alte Matthäus: Denn wer da hat, dem wird gegeben werden.

  7. Thorsten Antworten | Permalink

    Krishnag

    ..."folglich ist es doch viel interessanter, gegensätzliche meinungen zu veröffentlichen, den Widerspruch darzulegen, wenn auch vielleicht nich immer mit den richtigen Mitteln."

    "Die Presse ist im großen und ganzen in Klimasachen sowieso "gleichgeschaltet",..."

    Herr Krishnag, entweder die Presse ist in Klimasachen "gleichgeschaltet" oder sie publiziert lieber "gegensätzliche Meinungen". Sie widersprechen sich, denn
    Beides geht nicht! Oder wollen Sie sagen, die Presse sei "gleichgeschaltet" und berichtet nur noch über dem AGW gegensätzliche Meinungen. So weit hätte ich nicht gehen wollen, aber wenn selbst Sie das sagen, dann wird es wohl stimmen!

  8. Krishnag Antworten | Permalink

    Presse

    @Thorsten
    Wer lesen kann und will ist immer im Vorteil. Wer dann auch noch vesteht ist an Weisheit nicht meht zu überbieten.

  9. Thorsten Antworten | Permalink

    Krishnag

    Ich kann lesen und habe Sie zitiert.

    Wäre die Presse wie Sie schreiben "gleichgeschaltet", sie würde nicht nach "gegensätzlichem Meinungen" suchen. Dass sie es doch tut ist ein Beweis dafür, dass sie nicht "gleichgeschaltet" ist. Presse- und Meinungsvielfalt ist wichtig und richtig!

    Hier von "Zensur" durch Herrn Prof. Rahmstorf zu sprechen ist nun wirklich Unsinn. Prof. Rahmstorf hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die Medien zu oft nicht zwischen Experten und Laien unterscheiden. Anders ist z.B. der Film "Klimaschwindel" von Martin Durkin nicht zu erklären, in dem etliche Laien zu Wort kommen und die Aussagen der wenigen Fachleute falsch zitiert werden, so dass sich diese anschließend hiervon distanziert haben. Ein großer Teil der in diesem Film vorgeführten "Experten" ist seit langem bekannt für ihre Lobby-Aktivitäten für die Industrie. Dies hat Prof. Rahmstorf kritisiert, keineswegs die gegensätzliche Meinung als solche. Diese aber sollte wissenschaftlich fundiert und sachlich korrekt sein!

  10. Krishnag Antworten | Permalink

    Press

    @Thorsten
    Was heißt:
    "im großen und ganzen" ?

    Wie oft werden jährlich "gegensätzliche Meinungen" veröffentlicht ?
    Verstanden ?
    Offensichtlich nicht

  11. Thorsten Antworten | Permalink

    Krishnag

    Ja, Herr Krishnag, Sie schrieben "im großen und ganzen".

    Sie schrieben aber auch:

    ..."folglich ist es doch viel interessanter, gegensätzliche meinungen zu veröffentlichen, den Widerspruch darzulegen, wenn auch vielleicht nich immer mit den richtigen Mitteln."

    Wenn es sich bei der Wiedergabe gegensätzlicher Meinungen nur um seltene Ausnahmefälle handeln sollte, ist es wohl kaum Wert, diese hier zu erwähnen.

    Schauen Sie sich die Medienberichte an und vergleichen diese mit den wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Experten (s. Leitartikel), dann stellen Sie fest, dass gegensätzliche Meinungen (meist von Laien vorgetragen) weit überproportional in den Medien vertreten werden.

    Auch hieran sieht man, dass von einer "Gleichschaltung" der Medien keine Rede sein kann. Gäbe es diese "Gleichschaltung", wäre ein Film "Klimaschwindel" wohl nicht möglich!

    [...]

    Diskutieren Sie das bitte woanders aus - Red.

  12. Werner Grosse Antworten | Permalink

    @ Rahmstorf

    Lieber Herr Rahmstorf,

    Ihre Frage:
    "Ist eine Medienwelt denkbar, in der Interviewpartner vorwiegend nach ihrer Fachkompetenz ausgesucht werden? Oder ist dieser Gedanke eine naive Wissenschaftler-Hoffnung?"
    habe ich aufgegriffen. Sicher noch nicht erschöpfend, aber ein erster Versuch sich dem Thema zu nähern ...
    Siehe mein Blog
    "Ein kommunikatives Bein der Wissenschaft!" in ALLWISSENDE MEDIEN.
    http://www.wissenslogs.de/...og/allwissende-medien

  13. Krishnag Antworten | Permalink

    @Thorsten / Gleichschaltung
    Diskutieren Sie das bitte woanders aus - Red.

  14. Krishnag Antworten | Permalink

    Fachkompetenz

    @Werner Grosse
    Viele, evtl. die meisten Journalisten werden nicht (immer) in der Lage sein, von der Medienpräsenz der Wissenschftler oder der eben nicht vorhandenen auf die Fachkompetenz der Wissenschaftler zu schließen.
    Insbesondere jüngere werden sich da schwer tun.

  15. Thorsten Antworten | Permalink

    Krishnag
    Diskutieren Sie das bitte woanders aus - Red.

  16. Thorsten Antworten | Permalink

    Fachkompetenz

    @ Krishnag

    Niemand fordert, dass man von der Medienkompetenz der Wissenschaftler auf deren Fachkompetenz schließen soll.

    Wenn dies der Maßstab wäre, müssten Peter Lustig, Jean Pütz und Ranga Yogeshwar zur Klimaproblematik gefragt werden, denn diese äussern sich fast täglich zu wissenschaftlichen Fragen in den Medien.

    Wie Sie dem Leitartikel entnehmen können, gibt es durchaus Möglichkeiten, über die Anzahl wissenschaftlich geprüfter Publikationen und der Häufigkeit deren Hinzuziehung in anderen wissenschaftlichen Abhandlungen auf die Fachkompetenz von Wissenschaftlern zu schließen.

    Die Medienpräsens ist hierfür ein schlechter Maßstab! Sie legen hier Herrn Prof. Rahmstorf und Herrn Grosse Dinge in den Mund, die diese Herren nie gefordert haben!

  17. K. Möller Antworten | Permalink

    Thorsten - Sie stören die Diskussion
    Diskutieren Sie das bitte woanders aus - Red.

  18. Thorsten Antworten | Permalink

    Ich glaube Ihnen nicht
    Diskutieren Sie das bitte woanders aus - Red.

  19. Krishnag Antworten | Permalink

    Fachkompetenz

    @Thorsten

    Wer spricht von Medienkompetenz ??
    Die sagt nichts aus.
    Wenn Herr Rahmstorf reichlich Medienpräsenz bekommt, dann gehe ich mal davon aus, das er kompetent sein sollte, oder etwa nicht ?
    Ich denke auch Herr Latif sollte kompetent sein, er bekommt auch reichlich Medienpräsenz.
    Nicht das ich ihm das ankreide oder irgendwie negativ meine, ist Herr Pütz nicht urspünglich Lehrer, und nicht wissenschaftler ?

  20. Thorsten Antworten | Permalink

    Fachkompetenz

    @ Krishnag

    Sie selbst schrieben am 01.04. von der Medienpräsens (nicht -kompetenz, sorry) der Wissenschaftler...

    Jean Pütz studierte von 1960-1964 Physik-und Mathematik für das Lehramt der Sekundarstufe II an der Universität Köln.
    Ist Herr Beck nicht auch Lehrer? Ist Herr Laboom nicht Ökonom statt Klimatologe?

    Ich höre in klimatologischen Fragen weder auf Herrn Pütz, noch auf Beck oder Laboom sondern auf Fachleute. Nur wenn es nach Medienpräsens ginge, dann müsste man mehr auf Herrn Pütz hören. Deshalb ist es für mich unerheblich, wer sich wie oft zum Thema Klima in den Medien präsentiert. Für mich zählt v.a. die fachliche Reputation.

  21. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Keine gute Idee

    Lieber Stefan Rahmstorf, Ihre Idee von fachkompetenten Interviewpartnern in SPIEGEL & Co. geht am Markt vorbei. Der SPIEGEL-Leser ist ja schließlich Kunde und der SPIEGEL schreibt, was nachgefragt wird. Da sollten wir uns keinen Illusionen hingeben. Hinter dem SPIEGEL-Leser verbirgt sich im Normalfall auch nur ein BILD-Leser mit einer politisch korrekten Tarnkappe.

    Ihm ist ganz gewiss nicht nach anstrengenden Kraxeleien auf die Schultern von Riesen. Was es von dort oben zu sehen gibt interessiert ihn überhaupt nicht. Er hockt auf seinem Sofa und bastelt in Heimarbeit an seiner persönlichen und vor allem kritischen Meinung. Was die Wissenschaftler tun kann dabei nur stören.

    Um die Wirklichkeit braucht er sich nicht zu kümmern, denn es geht ihm leidlich gut. Bis es ihm schlechter geht ist es noch eine Weile hin. Und bis dahin hat er auch keinen guten Grund, anders zu verfahren.

  22. Krishnag Antworten | Permalink

    Fachkompetenz

    Beck ist Diplombiologe und Biochemiker.
    Da hat er einigen etwas voraus.
    Und er arbeitet als Lehrer.

    Ökonmomen sind als Klimafolgeforscher nicht unnötig, wenn man bedenkt, das Klimawandel, egal ob GW oder AGW, sich massiv auf die Ökonomie auswirken.

  23. Krishnag Antworten | Permalink

    Fachkompetenz

    Ich glaube, hoffe zumindest, daß ein guter Journalist, wenn er will, unterscheiden kann ober er den medienpräsenten BUMBUM ( nee, Becker, nicht Gabriel[ den allerdings über Klimasachen zu fragen wäre ebenso fatal]) zu Klimafragen interviewen soll oder einen Herrn Rahmstorf.
    Die Frage Herrn Pütz zu interviewen stellt sich nicht, außer man will ihn zu seiner Meinung befragen.
    Aber es spricht nichts dagegen, einen Biologen zu befragen, wenn man was über GW wissen will, es kommt immer auf den Gegenstand der Frage an, oder ?
    Über den Eisbären im allgemeinen und den wildlebenden im speziellen würde ich mit Herrn Rahmstof nicht diskutieren, auch nicht im Zusammenhang mit GW. Er ist eben nicht kompetent, was kein Fehler ist.
    Und einen Ökonomen würde ich fragen, wenn es mich interessiert, wie sich das Abschalten von X % CO2 Quellen auf die Ökonomie eines Landes, einer Region auswirkt.
    Da sollte es akzeptiert werden, das es auch ander Meinungen gibt als die eigene, die richtig sein kann aber eben nicht sein muß.
    Das müssen auch unsere Klimafolgeforscher lernen.
    "Ich habs ja bloß gut gemeint" ist übrigens das, was bei unüberlegtem Aktionismus egal in welchem Zusammenhang rauskommt wenn's schief läuft.

    #Dagegen ist Herr Schellnhuber der Meinung:
    #Die Debatte ist vorbei, wir sind vom globalen Treibhauseffekt umgeben.#
    Nachzulesen hier:
    http://www.heise.de/...Klimawandel--/artikel/85533
    #

    Das führt u. U. zu solchem Handeln, wenn, auch in den Medien versucht wird, andere Meinungen als falsch, unwissenschaftlich, oder was auch immer zu diskreditieren und mehr "Kompetenz" der Medien zu fordern

  24. Thorsten Antworten | Permalink

    Fachkompetenz

    @ Krishnag

    Na ja, nach meiner Kenntnis unterscheidet sich ein Physik- und Mathematikstudium für das Lehramt der Sekundarstufe II nicht wesentlich von einem Diplom-Studiengang.

    Und Diplom-Biologe bin ich auch.

    Aber ein Titel nützt wenig, wenn man sich anschließend nicht viele Jahre intensiv mit einschlägiger Forschung beschäftigt und hierzu wissenschaftlich publiziert. Eine Lehrertätigkeit nach festen Lehrplänen ist sicherlich kein Ersatz für qualifizierte Forschungsarbeit.

    Ökonomen können vielleicht Aussagen zu den wirtschaftlichen Folgen globaler Klimaänderungen machen (und das auch nur für Teilgebiete), aber sie sollten sich nicht anmaßen, sich in den Medien als fachkometente "Experten" zu komplizierten physikalischen Fragen zur Klimaproblematik zu äussern...

  25. Krishnag Antworten | Permalink

    @Thorsten: Fachkompetenz

    Nun, mir ist erinnerlich, nicht das das schlimm wäre, nach dem Vordiplom war Schluß ??
    Nichts desotrotz und je nach Diplom dürften da schon Unterschiede bestehen, oder ?
    Aber egal, jeder spricht und schreibt, worüber er was weiß und sich angeeignet hat.
    Was den Ökonomen anbelangt, hat ich ja schon eine Beispiel angeführt, es ist unnötig solche Aussagen unbedingt noch zu relativieren, oder, denn das Ziel ist klar :.)
    Nur nicht akzeptieren, aus Prinzip, das ein Skeptiker recht haben kann - oder?
    Da das wie befürchtet wieder persönlich zu werden droht, Schluß mit der Diskussion mit "Thorsten"

  26. Krishnag Antworten | Permalink

    Fachkompetenz

    @Thorsten
    Eine letzte Frage noch:
    #Na ja, nach meiner Kenntnis unterscheidet sich ein Physik- und Mathematikstudium für das Lehramt der Sekundarstufe II nicht wesentlich von einem Diplom-Studiengang.#

    Stand dass irgendwo in Frage oder zur Diskussion ? Ich kann mich nicht erinnern, hierrüber Fragen gestellt zu haben. Wo bitte taucht Physik auf ?
    Ist Physik Vorraussetzung für Klima ?
    Wohl kaum, wenn ich mitbekomme, wie interdisziplinär das ganze gehandhabt wird.
    In Sachen Klima einen Fachmann fragen, so pauschal mal in der Raum gestellt geht nicht.
    Über "Trends" rede ich lieber mit einem Statistiker oder Mathematiker, aber nicht mit einem Biologen, bei CO2 kann ich mir vorstellen, daß ein Biochemiker sich besser damit auskennt als ein Geologe, oder ?
    So, alla, Schluß ist, das war's, @Thorsten - ich bin's leid.

  27. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,

    Ihre Aussage:

    "Nachdem wir durch meinem letzten Beitrag einen Einblick in die Niederungen der „Klimaskeptiker“-Debatte bekommen haben,"

    halte ich für eine bodenlose Frechheit.

    -
    Derjenige, der sich tatsächlich mit dem Spam und den unsachlichen Kommentaren zu besagtem Beitrag herumschlagen durfte, hält das dagegen für eine Tatsachenfeststellung.
    Die Redaktion
    -

    Jedenfalls werde ich mir nicht mehr die Mühe machen, in Ihren Blogs noch irgendwelche Fragen zu stellen. Verkaspern kann ich mich nämlich alleine.

    Ihre Art der Öffentlichkeitsarbeit ist meiner Meinung nach nicht geeignet, der Bevölkerung einen objektiven Einblick in die komplizierte Materie zu geben.

  28. Eddy Antworten | Permalink

    Top der Klimaforschung?

    Lieber Herr Rahmstorf,

    Ich kann ihrem Beitrag hier kaum folgen, als Laie. Zu Herr Reichholf lese ich dies:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_H._Reichholf

    "Reichholf ist seit 1977 Professor für Naturschutz an der Technischen Universität München und seit 1985 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er leitet die Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung in München.

    Reichholf war Präsidiumsmitglied des WWF Deutschland.

    2005 wurde er mit der Treviranus-Medaille des Verbands deutscher Biologen (vdbiol) ausgezeichnet, 2007 mit dem Sigmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung für seine allgemein verständlichen Beiträge zur Ökologie."

    Die meistzitierten Arbeiten zum Thema Klima handeln von den Klimafolgeproblemen. Dazu weiss Herr Reichholf sicherlich etwas zu erzählen?! Das interessiert uns Laien hier im Forum jedoch erst einmal nicht. Uns interessiert wie man das Klima berechnen, bzw. voraussagen kann.

    Sie haben in dem vorigen Blog "Ist die Erderwärmung vorbei?" meine folgende Frage (noch?) nicht beantwortet.

    "Eine kleine Frage hätte ich noch, die ihre eigene Arbeit betrifft und mich schon längere Zeit verfolgt. Ein gewisser Herr Svalgaard http://www.leif.org/research/ ist überzeugt, dass die Sonnenaktivität viel weniger schwankt als bisher angenommen. Ihr Ansatz zur Erklärung der Dansgaard-Oeschger-Ereignisse basiert auf solchen Schwankungen. Würden Sie diese Theorie, angesichts dieser neueren Erkenntnisse trotzdem immer noch in Betracht ziehen?"

    Das erstaunt mich umso mehr, weil sie hier wieder von der Sonnenaktivität schreiben. Wie kann aber eine Sonnenaktivität durch kleinste Schwankungen die grössten Klimasprünge des letzten Interglazials auslösen, um heute scheinbar keine Wirkung mehr zu haben?

    Wie passt ein voriger Blogbeitrag zum Thema Schelfeis zu der Erkenntnis, dass letzten Sommer und Winter das Meereis der Antarktis seine grösste Ausdehnung, seit Beginn der Aufzeichnungen hatte? Bricht das Eis nicht einfach ab, weil zuviel nachwächst?

    Und, um zu ihrem hier gewählten Thema zurück zu kommen: Wieso sollten die Zeitungen nicht gerade die Leute fragen, die für grosse Umweltorganisationen arbeiteten?

    Was die Presse so schreibt steht z.B. auch hier:

    http://www.3sat.de/.../redaktion/116424/index.html

    Sie werden sehen, dass keineswegs die Klimaforschung in der Berichterstattung zu kurz kommt. Herr Latif ist im deutschen Fernsehen omnipräsent und die persönlich werden viel öfter zitiert als die meisten "Leugner".

    Gerade in der Klimafoschung ist dieser Citation index höchst umstritten, wie man hier nachlesen kann:

    http://www.spiegel.de/...tur/0,1518,428996,00.html

    "2. Teil: "Türstehermethoden": Michael Mann soll Forschungsberichte von Kollegen verrissen und Redakteure von Fachmagazinen eingeschüchtert haben. Selbst "Nature" und "Science" geraten in die Schusslinie".

    Gerade in der Klimaforschung ist eine gesunde Skepsis, bzw. ein "Leugnen" im Sinne des Philosophen Karl Popper, "Falsifikation" genannt, doch durchaus angebracht?!

    http://idw-online.de/pages/de/news86531

    "Übliche Methoden zur Rekonstruktion vergangener Klimaveränderungen, die auf der Analyse von sogen. Proxydaten für das Paläoklima (u. a. von Baumringen, Korallen und Eiskernen) beruhen, unterschätzen wahrscheinlich die tatsächlichen Temperaturschwankungen um einen Faktor bis zu 2, mög-licherweise sogar noch mehr. Diese Schlussfolgerung ergibt sich aus der Studie einer internationalen Forschergruppe koordiniert von Prof. Dr. Hans von Storch, Leiter des Instituts für Küstenforschung des GKSS Forschungszentrums in Geesthacht. Sie wurde auf der Grundlage von Methoden zur Klimarekonstruktion und Computer-Simulationen des Klimas des letzten Millenniums erstellt."

    Sie könnten doch, wären sie an einer echten "Diskussion" zu dem Thema interessiert, Herr Von Storch einladen, seine damalige Aussage hier richtig zu stellen, bzw. an ihr fest zu halten?!

    Das würde mich überaus freuen!!!

    Liebe Grüsse und Hochachtungsvoll

    Eddy

    [Antwort: Lieber "Eddy", sorry, Ihre Frage zu den DO events hatte ich übersehen. Auch wenn die Sonnenschwankungen tatsächlich noch schwächer waren, als bislang angenommen, wäre das für den von uns vorgeschlagenen Mechanismus unerheblich. Denn er beruht nicht auf Sonnenantrieb von erheblicher Stärke, sondern darauf, dass die Meeresströmung so auf der Kippe standen, dass schon allerkleinste Störungen eine große Wirkung hatten - siehe unsere Pressemitteilung von 2001. S.R.]

  29. Eddy Antworten | Permalink

    Herr Schnellnhuber (@Krishnag)

    Hallo Krishnag, Herr Rahmstorf,

    Ihr verlinkter Artikel lädt zum Schmunzeln ein:

    "Schellnhuber fordert ein Mammutprogramm, ähnlich dem Manhattan-Projekt, mit dem die USA 1942 bis 1945 in Rekordzeit die Atombombe entwickelten. Um den friedlichen Charakter der internationalen Forschungsanstrengungen im 21. Jahrhundert zu betonen, schlug er vor, das Programm nach der toskanischen Stadt San Gimignano zu benennen."

    Bei DEM Thema hätte ich eher an Picasso gedacht, an Guernica z.B. Ich meine, wenn man schon die Atombombe als Beipiel nimmt. ;-)

    Da überkommt mich auch schon die nächste Frage. Wie man ohne Atomkraft die Kyotovorgaben erfüllen kann, die den Klimawandel um sage und schreibe EINIGE TAGE aufhalten können. Da müsste man doch mehr tun, Herr Rahmstorf (HartAberFairStil):

    http://www.kyotoplus.org/

    Wieso wird auf dieser Konferenz die Atomkraft verteufelt? Müssen wir nicht das Klima retten? Das gerade jemand gekillt hat? ;-)

    Ist die Presse auf diesen ganzen Pompanz nicht schon genug herein gefallen? Müssen wir uns jetzt wirklich auch noch die Klimahitparade anhören?

    Brauchen wir noch das IPCC? Wäre nicht eine globale Versammlung aller Energiekoryphäen eher angesagt???

    Ok. auf Deutschlands Autobahnen fahren Millionen so als gäbe es keine Preissteigerung beim Öl. Sind diese Leute einfach bloss dumm? Oder ist es eine Art "stiller" Protest, vielleicht gegen Sie oder Herr Latif, Herr Rahmstorf?

    Wieso sind die Deutschen auf einmal so Antigrün?

    Liebe Grüsse

    Eddy

  30. Ohne Worte Antworten | Permalink

    REDAKTION

    Zitat: "Ihre Aussage:

    "Nachdem wir durch meinem letzten Beitrag einen Einblick in die Niederungen der „Klimaskeptiker“-Debatte bekommen haben,"

    halte ich für eine bodenlose Frechheit.
    -
    Derjenige, der sich tatsächlich mit dem Spam und den unsachlichen Kommentaren zu besagtem Beitrag herumschlagen durfte, hält das dagegen für eine Tatsachenfeststellung.
    Die Redaktion
    -"

    Nun ich frage mich, was der Beitrag zur Bundesliga auf WISSENSlog zu suchen hat? Mit Klimawissenschaften hat das nicht mehr viel zu tun. Ich hätte mir von Herrn Rahmstorf neue wiss. Erkentnisse in diesem Blog erwartet und keine Grabenkämpfe. Kein Wunder, dass da Spam und unsachliche Kommentare kommen. Beifall lösen derartige Beiträge mit Sicherheit nicht aus.

  31. adenosine Antworten | Permalink

    Die Anzahl der Veröffentlichung zu einem Thema ist sicherlich auch proportional zum Interesse der Öffentlichkeit an dem jeweiligen Thema. Insofern ist das Klimathema tatsächlich in die Bundesliga der relevanten Themen aufgestiegen. Es hat von der Anzahl der Beiträge möglicherweise schon den Status der Astrologie erreicht, ob aber auch Wirkungen auf die reale Welt bestehen, kann erst die Zukunft zeigen.

  32. Kaboom Antworten | Permalink

    Grotesk

    Sind hier ernsthaft Leute, die sich selbst als Laien be- bzw. kennzeichnen beleidigt, weil sie von Herrn Rahmsdorf aus ihrer Sicht fachlich nicht als "auf gleicher Höhe" angesiedelt werden?
    Das ist IMHO - sorry - vollkommen lächerlich, und der ultimative Beweis für die Selbstüerschätzung der "Generation Google".
    Ein paar Minuten (oder wegen mir Stunden, Wochen, Monate) Googeln reicht eben NICHT aus, um sich auch nur ansatzweise einen Einblick in ein so komplexes Thema wie die Klimaforschung (wie jedes andere das eine universitäre Ausbildung erfordert) zu bilden.
    Die diversen Reaktionen um die "Niederungen" ist schlicht Ausdruck dafür, das Leute hier (und anderswo) sich ihre Geltungssucht austoben lassen. Werden sie dann mit der Realität konfrontiert, sind sie sauer.
    Inhaltlich sagt die Formulierung von Herrn Rahmsdorf nichts anderes als das Laien eben nicht die Kenntnisse von Fachleuten haben. Was die Diskussion zum letzten Blog-Beitrag wohl nachdrücklich bewiesen hat.
    Das sich auf dieser Basis Leute beleidigt fühlen ist nichts anderes als der Beweis für die völlige Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse.

    Im Übrigen zeigt die Diskussion IMHO, das die Skeptikergemeinde auf einer abstrakteren Ebene "gewonnen" hat. Wenn jemand eine ernste Krankheit hat, kommt niemand auf die Idee, sich per Google weiter zu bilden und dann - anstatt zum Arzt zu gehen - selbst zu therapieren. Aber wenns um den Klimawandel geht, dann scheint es inzwischen selbstverständlich zu sein das jeder noch so kenntnisfreie Laie meint, den Fachmann geben zu können.
    Das ist grotesk!

  33. Ohne Worte Antworten | Permalink

    @Kaboom

    "Aber wenns um den Klimawandel geht, dann scheint es inzwischen selbstverständlich zu sein das jeder noch so kenntnisfreie Laie meint, den Fachmann geben zu können."

    Nun ich denke es sind hier genügend Klimaexperten vertreten. Was meinen Sie, wo ich arbeite, bzw. gearbeitet habe?

    Dazu bedarf es nicht google.

    Ihre Einschätzung ist grotesk.

    Die Laienanschuldigungen sind nicht neu. Da greifen Sie wieder tief in die Kiste der Unterstellunge.

  34. Eddy Antworten | Permalink

    Tempolimit

    Hallo noch einmal,

    Ich möchte klar stellen, dass ich persönlich selten Auto fahre, und wenn, dann viel langsamer als früher. Ich will also keineswegs gegen jemanden protestieren, indem ich schneller oder öfter fahre als früher.

    Ich nehme diese Probleme sehr ernst und versuche bloss die Spreu vom Weizen zu trennen, wobei wir wieder bei der "Bundesliga" der Klimawissenschaft wären ;-)

    Ich habe übrigens gelesen, dass die Autoren des vorher verlinkten Spiegelartikels "Türstehermethoden in der Klimaforschung", trotz Herr Rahmstorfs scharfer Kritik, immer noch zu ihrem Artikel stehen!

    Es ist äusserst schade dass man solche Auseinandersetzungen, so wie die mit Herr Von Storch, eher selten im Fernsehen sieht.

    Es wäre m.E. immerhin wichtig, dass man diese kleinen "schmückenden" Unwahrheiten, richtig stellt, so wie das früher ein Herr Von Ditfurth, ein Herr Arzt, oder ein Herr Bublath getan haben.

    Das würde die Aussagen, auf die sich ein Herr Rahmstorf und ein Herr Von Storch einigen können, regelrecht hervorheben.

    Würde man dann noch die echten wissenschaftlich korrekten Hauptskeptiker dasselbe sagen hören, würde wohl kaum noch jemand eine so extreme Haltung einnehmen, wie einige hier im Forum!

    Liebe Grüsse und ein schönes Wochenende,

    und einen weiteren herzlichen Dank an Herr Rahmstorf für die schnelle Antwort !!!!! :-)

  35. Rudolf Brinkmeyer Antworten | Permalink

    "grotesk" @ Ohne Worte

    Das Netz wimmelt von Leuten, die sich hinter Anonymität verstecken und behaupten, Sie seien Klimaexperten, um ihren Thesen ein wenig Gewicht zu geben. Da Sie Ihren Namen nicht nennen, können wir das nur anhand der Qualität Ihrer Aussagen einschätzen. Lesen Sie einmal Ihre Kommentare z.B. zum "Jahr 536" Artikel. Wenn Sie Wissenschaftler sind, fresse ich einen Besen! Das Gleiche gilt für Krishnag.

  36. Ohne Worte Antworten | Permalink

    Rudolf Brinkmeyer

    "Da Sie Ihren Namen nicht nennen, können wir das nur anhand der Qualität Ihrer Aussagen einschätzen. Lesen Sie einmal Ihre Kommentare z.B. zum "Jahr 536" Artikel. Wenn Sie Wissenschaftler sind, fresse ich einen Besen! Das Gleiche gilt für Krishnag."

    Na dann fangen Sie schon einmal damit an. Meinen Namen nenne ich Ihnen bestimmt nicht. Ich kann Ihnen aber gerne Leute nennen, die ich als Geowissenschaftler persönlich kenne.

    Klaus Wallmann, Ernst Flüh, Heinrich Miller, Eberhard Fahrbach, Dirk Olbers, Reiner Schlitzer, Gerhard Bohrmann, Volkhard Spieß, John Burrows, Georg Delisle, ...

    und viele weitere.

    Rudolf Brinkmeyer scheint mir auch ein Fantasiename zu sein.

  37. Krishnag Antworten | Permalink

    Experten

    @Rudolf Brinkmeyer
    #Das Gleiche gilt für Krishnag.#

    Hat der das an irgendeiner Stelle behauptet ?
    Also wenn man so argumentiert, "argumentiert man leider ad hominem", persönlich, an der Sache vorbei in typischer, unsachlicher Klimaalarmisten-Manier. Nix wissen, aber bellen. Guten Appetit beim Besenkauen :-)

  38. Krishnag Antworten | Permalink

    Grotesk

    @Kaboom
    #Ein paar Minuten (oder wegen mir Stunden, Wochen, Monate) Googeln reicht eben NICHT aus, um sich auch nur ansatzweise einen Einblick in ein so komplexes Thema wie die Klimaforschung (wie jedes andere das eine universitäre Ausbildung erfordert) zu bilden.#
    Selbst ein jahrelanges Physikstudium reicht nicht immer aus, um in Kliamfragen ein allumfassendes Wissen erworben zu haben und sich über die Fachkompetenz z. B. eines Geologen, Biochemikers, Ökologen hinwegsetzen zu können oder über deren Arbeiten ein qualitatives Urteil abgeben zu können.

  39. Kishnag Antworten | Permalink

    Grotesk

    @Rudolf Brinkmeyer
    #Lesen Sie einmal Ihre Kommentare z.B. zum "Jahr 536" Artikel. Wenn Sie Wissenschaftler sind, fresse ich einen Besen! Das Gleiche gilt für Krishnag.#

    Was stört an diesen Kommentatren, bitte ganz konkret den Finger drauflegen, pauschale Diskriminierungen ohne Belege sind abslout irrelevant.
    Zeigen Sie, daß Sie es besser wissen.
    So ganz nebenbei, wie kommen Sie darauf, daß ich Wissenschftler wäre ?
    Hab ich das behauptet ?
    Also, Tatsachen und Wahrheit bitte, ok ?

    Ihr ganzer Kommentar ist pure Polemik ohne die geringste Sachlichkeit.
    Das Beweist allerdings Ihren Eingangsatz:
    #Das Netz wimmelt von Leuten, # , nun die Anonymität laß ich mal weg, könnte ja sein, daß der Name stimmt, die meinen sie müssen zu allem einen sinnlosen Kometar abgeben.

  40. Kishnag Antworten | Permalink

    Laie

    @Ohne Worte,
    #Na dann fangen Sie schon einmal damit an. Meinen Namen nenne ich Ihnen bestimmt nicht. Ich kann Ihnen aber gerne Leute nennen, die ich als Geowissenschaftler persönlich kenne.#
    Nicht daß ich übel will, sind wir doch in Sachen (A)GW offensichtlich einig, aber ich kenne z. B. Manitas de Plata und einige seiner Söhne persönlich, bin aber in Sachen Gitarre spielen ein hoffnungsloser Laie.

    Also jemanden kennen könnte ich als Institutsfahrer auch.
    Mich würde allerdings Ihr Geowissenschaftlicher Hintergrund auch interessieren, aus rein sachlichen Gründen und Erwägungen.

  41. Ohne Worte Antworten | Permalink

    Kishnag

    Nun mit den genannten Personen habe ich u.a. gearbeitet.

    Meinen Namen möchte ich nicht preis geben, aus dem einfachen Grund, dass ich diesen nicht auf einer „Schwarzen Liste“, oder in der Presse in einen Schmähartikel wiederfinden möchte. Zudem bin ich im Umeltschutz aktiv und und würde somit den Angriffen der Klimalobby ausgesetzt sein.

    Sollte bei den Reaktionen hier verständlich sein.

  42. Krishnag Antworten | Permalink

    Schwarze Liste

    Herr Rahmstorf, Sie setzen sich ja dafür ein, das in den Medien, issenschaftlich korrekt berichtet wird, Sie sogar eine s.g. Schwarze liste über Journalisten führen, die wiederholt bereits richtiggestelltes falsch wiedergeben.
    In den Berichten des IPCC ist ja von "Scenarien" die Rede, nicht von Prognosen, die u. a. ja in IHren Modellen berechnet werden.

    Wie verhält es sich eigentlich mt dem Wahrheitsgehalt der Journalistischen Berichte, die vin Ihnen und Ihren Kollegen unwidersprochen querbeet von Klima"prognosen" schreiben und Sprechen.

    Ich darf Ihnen zur Überprüfung eine kleine Auswahl zu dementierender Berichte aufzeigen:

    #
    The approach thus gives what we call a
    weak or restricted prognosis of the system under consideration

    http://www.pik-potsdam.de/...s/archive/pik9899.pdf

    Deutsche Forscher kritisieren düstere Klima-Prognose

    http://www.spiegel.de/...tur/0,1518,469539,00.html

    Auch Computersimulationen, die zur Prognose der zukünftigen Entwicklung eingesetzt werden, räumte das IPCC 2001 steigende Glaubwürdigkeit ein. Beides brachte dem Klimarat teils harsche Kritik von Regierungen und Industrievertretern ein.

    http://www.spiegel.de/...tur/0,1518,463900,00.html

    Klimaprognosen, Daten und Visualisierung

    http://www.mpg.de/...schungsSchwerpunkt/index.html

    So wird am Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ) in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg ein bedeutender Teil der IPCC-Klimaprognosen berechnet. Dafür braucht es Rechenpower:

    http://www.stern.de/wissenschaft/natur/580719.html

    Laut der Klimaprognose des Weltklimarates (IPCC) wäre damit bis 2100 mit einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit um 12 bis 24 Prozent zu rechnen.

    http://www.sueddeutsche.de/.../artikel/588/137312/

    Klimaprognose mit dem Regionalmodell für Sachsen

    Referent: Dr. Böttger (LfUG) (1,1 MB)

    http://www.rpl.sachsen.de/...infos/klimawandel.htm

    Laut der Prognose des IPCC wird die globale Durchschnittstemperatur in diesem Jahrhundert um weitere 1,4 bis 5,8 Grad Celsius ansteigen.

    http://www.nabu.de/m07/m07_06/06739.html
    #

    [Antwort: Ich führe keine schwarze Liste. Ich gehe normalerweise auch nicht auf derart unsinnige Anwürfe ein, zumal wenn sie anonym vorgebracht werden. Dieser Fall ist jedoch recht erhellend über die Vorgehensweise der im Netz aktiven „Klimaskeptiker“-Szene. Im Jahr 2005 habe ich einmal in einem ZEIT-Artikel geschrieben, dass Journalisten, die das Klimaproblem in Berichten über meine Arbeit übertreiben und dramatisieren, „auf meine schwarze Liste kommen“. Gemeint war das als Redewendung – natürlich führe ich keine Liste. Gemeint war damit nur, dass ich im Umgang mit solchen Journalisten künftig doppelt vorsichtig bin, was ich sage. In der Skeptikerszene wird mir seither – wie hier von Herrn „Krishnag“ - regelmäßig vorgeworfen, ich führe eine „schwarze Liste“. In völliger Umkehrung der Tatsachen soll dies zudem eine Liste von Leuten sein, die den anthropogenen Klimawandel infrage stellen – gemeint hatte ich ja Journalisten, die ihn dramatisieren. Statt Sachargumente vorzubringen, versuchen „Klimaskeptiker“ immer wieder mit dieser Art von abstrusen Tatsachenverdrehungen, Klimatologen persönlich zu diskreditieren. S.R.]

  43. Raimund Leistenschneider Antworten | Permalink

    Gewagte These

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rahmstorf,

    Sie haben sicherlich Recht, dass Deutschland als eine der oberen „Wissensnationen“ in der, wie Sie es ausdrücken, „Bundesliga der Klimaforschung“ mitspielt. Ihre These, Qualität mit Quantität gleichzusetzen, oder zumindest Qualität aus Quantität abzuleiten ist mehr als gewagt. Nicht nur die Physik kennt für beide verschiedene Inhalte und Definitionen. So lässt sich wissenschaftliche Wahrheit (leider) nicht auf demokratischem Wege ermitteln, oder einfach ausgedrückt, wenn Tausend etwas Falsches sagen, wird es dadurch nicht richtiger. Eine kleine Verdeutlichung; Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts haben alle Wissenschaftler von Rang und Namen an den „Äther“ geglaubt, der den Raum zwischen den Planeten ausfüllt. Wie wir heute wissen, hat dieses nicht gestimmt. Bis in die Zwanziger-Jahre des letzten Jahrhunderts glaubte die Wissenschaft noch, dass unsere Milchstraße die einzige Galaxie im Universum ist und das Universum als Ganzes statisch ist. Seit 1923 bzw. 1929 wissen wir es durch Edwin Hubble besser. Es sind also nicht eine Reihe von Untersuchungen mit einer Vielzahl von Wissenschaftlern, die Dinge richtig erkennen, sondern einzelne Personen oder Personengruppen.

    So funktioniert Wissenschaft, durch 1) kritisches Hinterfragen, 2) analytisches Denken, 3) mathematische Beweisführung und 4) messtechnische Bestätigung und nicht durch das Aufsummieren von wissenschaftlichen Publikationen. Weiter lehrt uns die Wissenschafts-Geschichte am Beispiel Albert Einstein (seine Arbeiten in den „Annalen der Physik“, 1905, 1916), dass es zuweilen gerade die Menschen sind, die die Physik um „Quantensprünge“ voranbringen, die allein auf ihr Wissen- und Denkvermögen, sowie das o.g. kritische Hinterfragen von etablierten Thesen als Basis bauen, ohne eine, Sie nennen es „relevante eigene Forschung“ zu betreiben.

    Des Weiteren steht die Anzahl der Publikationen und Forschungsarbeiten zu einem bestimmten Thema (auch leider) in keinem kausalen Zusammenhang zu einer etwaigen wissenschaftlichen Elite oder Eliteinstitution, sondern, wie alles in unserer Welt, zu den Geldern, die hierfür aus den vielfältigsten Gründen bereitgestellt werden – wie Ihnen bekannt, heißt dies: Programmförderung. Der Wissenschaftsautor Nigel Calder hat dies in der sehr heftig umstrittenen TV-Publikation „Der Klimaschwindel“ wie folgt versucht plastisch darzulegen: „Wenn ich zum Beispiel Forschung betreiben wollte - sagen wir, über das südenglische Eichhörnchen - müsste mein Förderantrag, um das Geld zu bekommen, lauten: 'Erforschung des Nusssammelverhaltens des Eichhörnchens in Bezug auf die Erderwärmung'. Sollte ich diesen Bezug vergessen, adé Fördergelder". Aber auch Wissenschaftler, deren Objektivität nicht in Zweifel zu ziehen ist, wie Herr Prof. Dr. Gerald Haug (ETH Zürich) hat diese Programmförderung (Anmerkung: in Deutschland), die für die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen verantwortlich ist, in seinem Interview mit dem „Spiegel“ (25/2007, S. 166) kritisiert: “Die Programmförderung führt dazu, dass Forscher zu stark kontrolliert und eingeengt sind“. Es ist also nicht statthaft, aus der Anzahl der Publikationen, oder der Anzahl der Zitate aus Publikationen eine Ableitung über deren Qualität oder gar Stimmigkeit (die Objektivität setze ich voraus) anzustellen, sosehr dies auch für die Wissenschaftler oder Institutionen, die von der vorgenannten Programmförderung (das Bereitstellen öffentlicher Gelder) abhängig sind und für „ihre Geber“ nach Erfolgen ihrer Arbeit suchen, interessant ist.

    Noch eine kleine Anmerkung zu einer Ihrer Äußerungen in Bezug Artenvielfalt und Erwärmung: Das gegenwärtige ermittelte durchschnittliche Temperaturniveau liegt um gut 0,5°C unter dem Klimaoptimum (in dem Wort steckt der Begriff „Optimum“) des Holozäns von über 16°C. Im Eozän, das als Zeitalter nie da gewesener Artenvielfalt gilt, lag die Mitteltemperatur um über 5°C höher als heute. Auch heute gelten die tropischen Regenwälder, in denen es bekanntlich sehr warm und feucht ist, als El Dorado der Artenvielfalt. Es bedarf also keiner weiteren Belege, dass die Aussage, „ein milderes Klima fördert die Artenvielfalt“, richtig ist. Wenn Sie aber eine wissenschaftliche Untersuchung (in Verbindung mit der CO2-Konzentration) benötigen, die dies anhand hunderter Experimente bestätigt, unter http://www.schulphysik.de/.../alvens/antwort.html. können sie diese vom „Center for Study of Carbon Dioxide and Global Change“ (erschienen in “CO2Science“, Redaktionsbeitrag: 11. Juli 2001) finden.

  44. Krishnag Antworten | Permalink

    Gewagte These

    @Raimund Leistenschneider

    #So funktioniert Wissenschaft,
    [..]
    und nicht durch das Aufsummieren von wissenschaftlichen Publikationen.#

    oder eben nicht durch "Abstimmung", wie es im Prinzip bei den Berichten des IPCC funktioniert.

    Da ja hier die Klimawissenschaft diskutiert wird kommt man nicht umhin festzusetllen, daß es sich bei diesen Berichten tatsächlich nicht um Wissenschaft sondern um Politik handelt.
    Klima per Mehrheitsbeschluß, fiktives Festlegen von zu bevorzugendem Klima per Handzeichen hat aber absolut nichts mit Wissenschaft zu tun.

  45. Krishnag Antworten | Permalink

    Gewagte These

    @Raimund Leistenschneider
    #Der Reinfall hätte kaum größer sein können. Rasant ansteigende Preise für Grundnahrungsmittel und hungernde Menschen sind akute Folgen der vermeintlich guten Klimapolitik. Dass das so kommen würde, war absehbar. Die einseitig auf das CO2 und seine Verminderung ausgerichteten Umweltpolitiker wollten die längst vorliegenden Befunde zu den Folgen nicht zur Kenntnis nehmen. Sie passten nicht ins vorgefasste Konzept. Nun hat sie die Realität eingeholt. Politische Schadensbegrenzung ist angesagt.#
    http://www.welt.de/...ie_Butter_dann_das_Brot.html

    Ich weiß, daß es auch andere, z.Z. vorgeschobene Gründe gibt, die Preise steigen lassen, daß plötzlich Inder und Chinesen Hunger haben, dank des Immobiliendesasters Spekulanten lieber mit Nahrungsmitteln spekulieren, aber selbst wenn auch das stimmt, ist der "Erlaß" CO2 einzusparen in der Formn ein Schuß in den Ofen und unser BUM Oberlehrer steht u.a. stellvertretend für dieses Desaster soweit Deutsche Belange betroffen sind. Als Weltklimaverbesserer hätte er sich nicht besser outen können.

    Im Artikel von Herrn Reichholf geht er noch auf die Biodiversität ein, die durch den "Klimaschutz" den Bach runter geht.

  46. Krishnag Antworten | Permalink

    "schwarze Liste"

    Herr Rahmstorf, sie schreiben:
    #
    Im Jahr 2005 habe ich einmal in einem ZEIT-Artikel geschrieben, dass Journalisten, die das Klimaproblem in Berichten über meine Arbeit übertreiben und dramatisieren, „auf meine schwarze Liste kommen“. Gemeint war das als Redewendung –#

    als Antwort auf eine untrergeordneten Punkt:

    #Herr Rahmstorf, Sie setzen sich ja dafür ein, das in den Medien, wissenschaftlich korrekt berichtet wird, Sie sogar eine s.g. Schwarze liste über Journalisten führen, die wiederholt bereits richtiggestelltes falsch wiedergeben.#

    So, ganz so falsch habe ich das ja wohl nicht dargestellt, oder ?
    Mir ging es aber primär um Ihren Qualitätsanspruch, wie im weiteren ausgeführt wurde.
    Darauf gehen Sie bezeichneder Weise nicht ein.
    Was die Anonymitätsvorwurf anbelangt, da liegen Sie beinahe falsch, denn es fehlt nur ein geringer Rest meines Familiennamens :-)
    Warum unterschreiben Sie eigentlich Anonym unter S.R. ?
    Nebenbei ist es primitiv und albern Skeptiker in "" zu setzen, oder tituliere ich Sie als "Klimatologen" ?

  47. Krishnag Antworten | Permalink

    "schwarze Liste" Nachtrag

    Herr Rahmstorf,
    Zitat aus dem Artikel:
    #Ich habe dort seit vielen Jahren eine Liste klassischer »Medienirrtümer« zu meinem Fachgebiet, die ich jedem Journalisten vor einem Interview zur Pflichtlektüre gebe. Damit kann man Übertreibungen wie »Der Golfstrom reißt ab« zwar nicht immer verhindern; zumindest aber weiß ich dann, dass die Zeile kein Missverständnis, sondern Absicht war. Solche Journalisten kommen auf meine schwarze Liste.#

    Hätten Sie es wie oben mit "" als Redewendung gekennzeichnet wären Mißverständnisse ausgeschlossen gewesen.
    Nachlesen kann man den ganzen Artikel hier:
    http://www.zeit.de/2005/07/Klimawandel?page=1

  48. Wokrab Antworten | Permalink

    Antwort - Schwarze Liste

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,

    Ihre Antwort auf den Beitrag von Krishnag beschränkt sich auf die s.g. „schwarze Liste“, die Sie einmal mehr in Abrede stellen. Dabei ist es doch völlig gleichgültig, ob so eine Liste auf dem Papier oder im Kopf existiert. Selbstverständlich bleibt es Ihnen unbenommen, dass Sie bei bestimmten Journalisten, aufgrund gemachter Erfahrung, etwas vorsichtiger sind in Ihren Statements.

    Aber, dass Sie, als hätten Sie darauf gewartet, das Stichwort „schwarze Liste“ zum Anlass nehmen wieder einmal mehr eine Ihrer hinlänglich bekannten Breitseiten gegen die, wie von Ihnen so genannten, „Klimaskeptiker“ abzufeuern, entspricht ganz dem Bild, das die Alarmistenszene in der Öffentlichkeit abgibt. Zu Ihrer Information: Es gibt keine „Klimaskeptiker“, sehr wohl aber viele Menschen, die der, von interessierte Seite losgetretenen, Klimahysterie skeptisch gegenüber stehen. Persönlich kenne ich niemanden, der einen Wandel des Klimas in Abrede stellt. Schließlich ist der Wandel das Beständige am Klima. Mal geht es schneller, mal geht es langsamer. So war es in der Vergangenheit, so wird es auch künftig sein. Ob hierbei das CO2 eine so bedeutende Rolle spielt, ist zumindest strittig und durch nichts bewiesen. Was bleibt sind Vermutungen und mathematische Kunststückchen mit s.g. Klimamodellen“ von denen sich jeder, insbes. die Politiker das raussuchen, was ihnen zur Zeit am besten dient.

    Es würde Ihnen sicherlich gut anstehen dieser Hysterie energisch entgegen zu wirken.
    So könnte „Otto Normalbürger“ etwas mehr unterscheiden, was Politik und was Forschungsstand ist. Aber will man das überhaupt? Hier wäre doch mal eine Plattform, die Sie nutzen könnten, z.B. allgemein verständlich die Unterschiede zwischen Szenarien und Prognosen darzulegen. Aber statt dessen geben Sie und Kollegen in dem ZDF Film „Rückkehr der Sintflut“ Kommentare ab, die dem Zuschauer suggerieren, es handle sich um einen auf Realität ruhenden Dokumentarfilm und nicht um einen reißerischen Katastrophenstreifen zur Bedienung ängstlicher Gemüte.

    Persönlich bin der Meinung, dass hier einigen der sicherlich gute und richtige Ansatz „weg von den fossilen Brennstoffen“ doch gewaltig aus dem Ruder gelaufen ist. Etwas mehr Wahrhaftigkeit und redliche Aufklärung könnten hier recht hilfreich sein.

  49. Eddy Antworten | Permalink

    schwarze Liste

    Hallo noch einmal kurz,

    Ich dachte auch immer mit der schwarzen Liste, meinte Herr Rahmstorf solche Leute, wie Horx, Maxeiner und Kulke.

    Eigentlich ist es egal, wie man diese überdimensionierte Kritik an Journalisten nennt, die Kritik wird doch ganz im Sinne des "McCarthyanism" formuliert: "Er beschreibt das Phänomen, der Gesellschaft durch Massenhysterie, Beunruhigung und schwarze Listen politische Ansichten einzuträufeln."
    http://de.wikipedia.org/wiki/McCarthy-%C3%84ra

    Im Fall von Kulke und Maxeiner finde ich die Kritik äusserst ungerecht. Dieses Abwatschen, so wie die roten Karten erfüllen doch genau den Zweck des "durch Massenhysterie, Beunruhigung und schwarze Listen politische Ansichten einzuträufeln". Wieso gäbe es sonst so viele Leute die sich dagegen wehren: http://www.novo-magazin.de/archiv.htm

    http://www.novo-magazin.de/88/novo8808.htm

    http://www.novo-magazin.de/85/novo8503.htm

    Es wird von wissenschaftlich interessierten Laien gefordert, keine Zweifel mehr zu hegen, was die Klimatologie betrifft, ansonsten sie als "Skeptiker" oder "Leugner" gelten müssten.

    Wir Laien sind ja auch gegenüber den "Skeptikern" skeptisch, und fühlen uns durch solche Aussagen regelrecht vera.....! Immerhin können wir, weil wir gebildete Laien sind, selbst denken und Schlussfolgerungen ziehen, und müssen uns nicht unbedingt beschimpfen lassen, weil wir eine abwartenede Haltung haben!

    Vielleicht würde mich ein Herr Rahmstorf auch zu diesem unsäglichen Skeptikerpack hinzurechnen? ;-) Damit muss ich dann wohl leider leben.

    Die Kritik von Realclimate und auch Herr Rahmstorf an einigen Klimatologen finde ich wirklich unter aller S...!

    Hochachtungsvoll
    Eddy

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