Ende der Schmelzsaison

16. Oktober 2008 von Stefan Rahmstorf in Klimadaten

Dreimal haben wir diesen Sommer aus der bzw. über die Arktis berichtet (hier, hier und hier). Damals war noch nicht klar, ob der extreme Eisschwund im Sommer 2007 ein Ausreißer bleiben würde und wir nach der kräftigen Neueisbildung im kalten Winter 07/08 zumindest wieder in die Nähe der Trendlinie zurückkehren würden, oder ob die Eisausdehnung diesen Sommer erneut in der Nähe des Rekordtiefs vom Vorjahr landen würde.

Jetzt kennen wir die Antwort: wie das NSIDC mitgeteilt hat, betrug die Eisausdehnung im September 2008 4,7 Millionen km2. Das ist der zweitniedrigste je verzeichnete Wert, 34% unter dem Langzeitmittel und nur 9% über dem Rekordtief von 2007 (4,3 Millionen km2). Der drittniedrigste Wert wurde 2005 erreicht, mit 5,6 Millionen km2.

Die Jahresgänge 2005, 2007 und 2008 sind in der folgenden Grafik gezeigt und mit dem mittleren Jahresgang verglichen.

Die nächste Grafik zeigt die Zeitreihe der Septemberdaten seit 1979. Hier wird noch einmal deutlich, wie dramatisch der Einbruch im Jahr 2007 war, und dass auch 2008 weit unterhalb der Trendlinie lag.

 

 

Die folgende Grafik vergleicht die tatsächliche Entwicklung mit den Simulationsrechnungen der Klimamodelle der verschiedenen Klimaforschungsinstitute weltweit. Der Eisschwund verläuft deutlich schneller, als alle Modelle vorhergesagt haben.

(Grafik: Dank an Dirk Notz, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg)

Wahrscheinlich gab es im September 2008 sogar ein Rekordminimum des Eisvolumens – so der Eisforscher Walt Meier vom NSIDC. Zwar war die Eisausdehnung nur die zweitkleinste – aber das Eis war dünner als letztes Jahr.

Dabei waren die Wetterbedingungen diesen Sommer nicht einmal besonders günstig für Eisschmelze. NSIDC-Forscherin Julienne Ströve:

Ich finde es unglaublich, dass wir so nah dran kamen, den Rekord von 2007 zu brechen – ohne das besonders wolkenarme und warme Wetter des vorigen Sommers.

Grund dafür ist des "Gedächtnis" des Eises: das im Sommer 2007 abgeschmolzene Eis konnte im kalten Winter 07/08 zwar flächenmässig, nicht aber im Volumen ersetzt werden. Mit anderen Worten, das Eis ist bereits dünner als in den Vorjahren in den Sommer 2008 gestartet. Zudem führt der Eisverlust dazu, dass Sonnenstrahlung nicht an der Oberfläche reflektiert wird, sondern den Ozean aufheizt, der diese Wärme lange speichern kann - die warmen Wassertemperaturen erschweren dann die Neueisbildung auch bei kaltem Wetter.

Der Eisexperte Mark Serreze sagte zu den neuen Messdaten:

Wenn man die starke Abnahme der letzten 30 Jahre anschaut, dann ist eine ‚Erholung’ vom niedrigsten zum zweitniedrigsten Stand überhaupt keine Erholung. Sowohl innerhalb als auch jenseits der Arktis hat dieser Eisverlust enorme Implikationen.

Andererseits gibt es (wie in unserem Beitrag Zwei Planeten bereits diskutiert) auch ein paar Menschen, die das alles ganz anders sehen – ihnen gilt die Tatsache, dass kein erneuter Negativrekord verzeichnet wurde, gar als Beleg dafür, dass die Erderwärmung vorbei und eine Abkühlung im Gange ist. So schreibt Prof. Lüdecke in der Wiener Zeitung:

Die "FAZ" schreibt noch immer von abnehmender Eisbedeckung der Arktis, obwohl seit 2007 das Gegenteil der Fall ist. Die momentane Abkühlung ist höchst gefährlich.

Dazu fällt selbst uns nichts mehr ein.

Update (17.10.): Spiegel online berichtet heute: Arktis-Temperaturen steigen auf Rekordhoch.

Und die Arctic Report Card der NOAA, mit den neuesten Trends aus der Arktis.


66 Kommentare zu “Ende der Schmelzsaison”

  1. Michael Krüger Antworten | Permalink

    Dazu fällt mir nicht mehr viel ein

    Die "Unkenrufer" sind noch im Frühsommer von einem neunen Minimum ausgegangen.

    Auszüge aus der Presse:

    "Es klingt unwirklich. Erstmals seit mindestens einhunderttausend Jahren könnte in diesem Sommer das Eis des Nordpols ganz verschwinden, warnen amerikanische und skandinavische Forscher. Die Chance eines völlig eisfreien Nordpols liege bei 50 Prozent, so das US-Forschungsinstitut "National Snow and Ice Data Center" (NSIDC).

    "Wir gehen in diesem Jahr von einem neuen Rekord aus. Zurzeit ist die Eisdecke der Arktis beides: dünner und jünger, als wir es jemals zuvor registriert haben", sagt NSIDC-Forscher Sheldon Drobot. Bald könne man tatsächlich ungehindert mit einem Boot durch völlig offenes Wasser zum Nordpol fahren, so Drobots Kollege Mark Serrez."

    Tja, diese Prognosen des NSIDC aus den Frühsommer haben sich dann wohl erledigt. Jetzt beruft man sich darauf, dass die zweitgeringste arktische Meereisdehnung seit 1978 ein negatives Zeichen sei. Zudem haben die IPCC-Modelle (Projektionen) erneut versagt. Derzeit liegen wir irgendwo zwischen den IPCC-Projektionen (gezeigt werden anscheinend die von 2001 und nicht die aktuellen von 2007?) und den Vorhersagen des NSIDC aus den Frühsommer. Dazu fällt mit nur folgendes ein:

    Der Astrophysiker Stephen Hawking sagte einmal: „In der Praxis widerstrebt es Menschen, eine Theorie aufzugeben, in die sie viel Zeit und Mühe investiert haben. Gewöhnlich [...] versuchen sie die Theorie so abzuändern, dass sie zu den Beobachtungen passt. Schließlich verwandelt sich die Theorie in ein schiefes und hässliches Gebäude.“

    Zur arktischen Meereisschmelze sollte man auch folgendes wissen. Die Meereisausdehnung, z.B. vor Island, war schon mehrfach geringer. Siehe den beobachteten Sea-Ice-Index vor Island der letzten 800 Jahre:

    http://klimakatastrophe.files.wordpress.com/...jpg
    http://klimakatastrophe.files.wordpress.com/...jpg

    Veröffentlichungen dazu:
    http://www.dmi.dk/dmi/sr05-02.pdf
    http://databases.eucc-d.de/...tikel14_Pflueger.pdf

    Und was sagt der Meereisexperte Christian Haas vom AWI zum schmelzenden Meereis der Arktis?

    Die eisbedeckte Fläche im Arktischen Ozean nimmt stark ab. Dieser Rückgang im Norden steht im Gegensatz zur Meereisbedeckung in der Antarktis, die sogar leicht zunimmt. „Über die regionale Verteilung der Eisdicke in Arktis und Antarktis und ihre zeitliche Veränderung ist fast nichts bekannt“, erläutert Christian Haas, Geophysiker am Alfred-Wegener-Institut. „Dies liegt an den großen methodischen Schwierigkeiten, die Dicke der nur wenige Meter mächtigen Eisschollen zu messen und an den schwierigen logistischen Bedingungen, um in die zentrale Arktis vorzustoßen.“

    Ob sich das arktische Eis jemals wieder von seiner Schwindsucht erholt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Auf der einen Seite gibt es Menschen wie Christian Haas, die sich nicht in Fatalismus flüchten wollen. "Offenbar gibt es eine Erholungschance", sagt Haas. Der vergangene Winter sei kälter gewesen als gewöhnlich. Dadurch habe ein Teil des jungen Eises stark genug anwachsen können, um den Sommer zu überleben. Das Eis werde aber gewiss nicht so stark zunehmen, dass es wieder den 30-jährigen Mittelwert erreicht. "Dafür ist zu viel Wärme im Wasser und in der Atmosphäre."

    Aha, das Wasser und die Atmosphäre sind Wärmespeicher, die nur langsam ihre Wärme abgeben. Wer hätte das erwartet. Zudem sind die Eisdickenmessungen sehr wage. Regional werden diese mit einem EM-Bird durchgeführt. Ansonsten wird die Meereisdicke bzw. das Meereisalter von Satelliten aus über die Emissivität des Eises bestimmt. Die Satellitenmessungen sind sehr ungenau.
    Und wie sieht die Meereisentwicklung in der Antarktis aus?
    http://woodfortrees.org/...ot/nsidc-seaice-s/trend

    Wachstum! Berichte darüber? Fehlanzeige. Passt offenbar nicht ins Bild der globalen Erwärmung.

    Dazu fällt selbst mir nichts mehr ein.

    [Antwort: Lieber Herr Krüger, die Meereisbedeckung in der Antarktis zeigt in der Tat einen leicht positiven Trend, der aber nicht statistisch signifikant von null verschieden ist (und daher natürlich auch keine Schlagzeilen macht). Letztes Jahr lag die Eisausdehnung dort leicht über dem langjährigen Schnitt, dieses Jahr liegt sie leicht darunter. Zudem beträgt die Eiszunahme in der Antarktis nur rund ein Fünftel der Abnahme in der Arktis, sodass in der Summe die globale Meereisfläche statistisch signifikant abgenommen hat. Stefan Rahmstorf]

  2. Krishna Gans Antworten | Permalink

    Und Alaska ?

    @M. Krüger
    "Bad weather was good for Alaska glaciers"

    Selten soviel Schnee in Alaska....
    "Two hundred years of glacial shrinkage in Alaska, and then came the winter and summer of 2007-2008."

    Immer wenn solche oder ähnliche Artikel irgendwo auftauchen kommt aus dem Off und offenbar zusammenhanglos ein Pseudo-Dementi....

    "Never before in the history of a research project dating back to 1946 had the Juneau Icefield witnessed the kind of snow buildup that came this year. It was similar on a lot of other glaciers too."

    Schließlich kann ja sowas nicht kommentarlos im Raum stehen bleiben..
    Den ganzen Artikel findet man hier:

    http://www.adn.com/news/environment/story/555283.html

    Nebenbei, das ist Wetter in Alaska, nur ist Wetter eben auch einmal Klima.

  3. Krishna Gans Antworten | Permalink

    Salinität

    @Herr Rahhstorf
    Nicht daß Sie was dafür können, nur verlinken Sie zu einem Artikel

    http://www.mpg.de/...rschung/2008/heft02/pdf25.pdf
    ( Quelle zu D. Notz - Graphik )
    in dem das steht:

    "Daher entwickelten Notz und Worster
    ein Instrument, mit dem sie den Salz-
    gehalt direkt in neugebildetem Meer-
    eis bestimmen können: Sie messen
    den Widerstand zwischen zwei Dräh-
    ten im Eis, die fünf Millimeter Ab-
    stand zueinander haben. Aus diesen
    Messungen ergibt sich wiederum der
    Salzgehalt. Praktisch heißt das: Die
    Forscher hängen im Winter eine Art
    Leiter aus Paaren der Drähte ins ge-
    frierende Wasser. So können sie in je-
    der gewünschten Tiefe des Eises sei-
    nen Salzgehalt feststellen, sobald das
    Wasser gefroren ist. "

    Ich muß gestehen, daß mich diese Meß-Methode etwas irritiert, sollte es sich doch um eine temperaturabhängige Leitfähigkeitsmessung :

    "Die Meßmethode macht sich die elektolytischen Eigenschaften des Salzwasser zu nutze. Ein elektrischer Strom wird im Wasser durch die Bewegung der Ionen übertragen. Die Stärke des Stroms hängt von der anregenden Kraft z.B. einer elektrischen Spannung und dem Widerstand bzw. der Leitfähigkeit des Wassers ab. Die Leitfähigkeit hängt von der Konzentration der Ionen, der Art der Ionen und ihrer Beweglichkeit ab. Die Beweglichkeit der Ionen wird durch die Wassertemperatur beeinflußt, beim Absinken der Temperatur verringert sich die Leitfähigkeit bei sonst gleicher Ionen-Konzentration und -zusammensetzung.
    [..]
    Berücksichtigt werden muß hierbei nur die Wassertemperatur und bei Messungen in größeren Tiefen der Wasserdruck.

    http://www.wsa-bremerhaven.de/...igkeit/index.html
    Ich lese da weder was von Temperatur, noch von Druck. Inwiefern sind diese Messwerte verwendbar ?

  4. Michael Krüger Antworten | Permalink

    @Prof. Rahmstorf

    *Lieber Herr Krüger, die Meereisbedeckung in der Antarktis zeigt in der Tat einen leicht positiven Trend, der aber nicht statistisch signifikant von null verschieden ist (und daher natürlich auch keine Schlagzeilen macht). Letztes Jahr lag die Eisausdehnung dort leicht über dem langjährigen Schnitt,*

    Richtig wäre, im Sep. 2007 wurde die größte - je dagewesene - Meereisfläche seit 1978 gemessen.

    http://arctic.atmos.uiuc.edu/...ent.area.south.jpg

    Das ist keine Schlagzeile wert?

    *dieses Jahr liegt sie leicht darunter.*

    Richtig wäre, das Frühjahr war überdurchschnittlich und der Sommer war unterdurchschnittlich.

    http://arctic.atmos.uiuc.edu/...rent.365.south.jpg

    *Zudem beträgt die Eiszunahme in der Antarktis nur rund ein Fünftel der Abnahme in der Arktis, sodass in der Summe die globale Meereisfläche statistisch signifikant abgenommen hat. Stefan Rahmstorf]*

    Damit machen wir aus zwei lokalen Ereignissen ein globales Ereignis? Wie es aussieht sind Arktis und Antarktis nicht in Phase bzw. synchronisiert. Der antarktische Polarwirbel scheint sein eigenes Wetter zu machen. Derzeit ist es in Teilen der Antarktis sehr warm. Das kann sich aber auch schnell wieder ändern.

    Aus lokalen Ereignissen einen globalen Trend abzuleiten halte ich für bedenklich.

    [Antwort: Ich vermute, es geht Ihnen um die Ursachen der beobachteten Eisveränderungen. Der IPCC-Bericht diskutiert die verschiedenen Studien, die sich mit den relativen Beiträgen von natürlicher Variabilität und Treibhauserwärmung befassen, und kommt zum Schluss, dass der Eisverlust in der Arktis nicht mit natürlichen Schwankungen zu erklären ist: „Thus, the decline in arctic sea ice extent and its thinning appears to be largely, but not wholly, due to greenhouse gas forcing.“


    In der Antarktis sind die natürlichen Schwankungen aufgrund der anderen geografischen Gegebenheiten größer, die Treibhauserwärmung dagegen kleiner (die Modelle zeigen als Reaktion auf die Treibhausgase die größte Erwärmung im Nordpolarmeer, die geringste im Südpolarmeer). Daher ist in der Antarktis noch nicht zu erwarten, dass das globale Erwärmungssignal sich gegen die natürliche Variabilität durchsetzt. Stefan Rahmstorf]

  5. Fischer Antworten | Permalink

    Eisausdehnung als Proxy?

    Mir ist nicht ganz klar, welche Bedeutung die Ausdehnung des Meereises hier genau hat. Schließlich beeinflussen sehr viele Variablen wie Meeresströmungen und Winde (und nicht zuletzt die Methode der Datenerfassung) die Fläche des Eises zu einem bestimmten Zeitpunkt.
    Wie groß ist die Varianz der Meereisbedeckung, bzw. ab welcher Veränderung kann man überhaupt von einem signifikanten Effekt sprechen? Oder ist der langfristige Trend letztendlich doch die einzig aussagekräftige Größe?

  6. Robert Antworten | Permalink

    Seite von NASA zum Klimawandel

    Von NASA gibt es eine eine interessante und gut gemachte Seite zum Thema Globaler Klimawandel.

    Hier der link:

    http://climate.jpl.nasa.gov/

    Viele Grüsse!

    Robert

  7. jochen Antworten | Permalink

    Mich würde ja einmal interessieren, wie man vor 1978 die Ausdehnung, Stärke und lokale Position der polaren Eisflächen erfasst hat. Falls es solche Daten nicht gibt, fragt sich der interessierte Laie, wieso offenbar ein langfristiger Zyklus als Ursache für die Veränderungen ausgeschlossen bzw. nicht öffentlich erwähnt wird?

    Im Antarktis-Thread von Herrn Levermann fragte ich ob es stimmt, dass seit Amundsen 1911 kein anderes Schiff einen südlicheren Punkt erreicht hat.

    Ich muß mich schon etwas wundern dass keiner der Experten darauf antworten kann oder gar will. Mein Vertrauen in die Klimawissenschaft wird dadurch jedenfalls nicht gerade gestärkt.

    [Antwort: Wir betreiben diesen Blog neben unserer normalen Arbeit - de facto also in unserer Freizeit, da die sonstige Arbeit ja deshalb nicht weniger wird. Wir bemühen uns, regelmäßig interessante Beiträge für unsere Leser zu bieten, aber wir können mit Sicherheit nicht alle Kommentar-Fragen beantworten - oft auch nicht einmal alle lesen. Die Artikel oben schreiben wir, aber das Leserforum gehört vor allem unseren Lesern zum diskutieren. Gelegentlich versuchen wir auch dort, auf Kommentare zu antworten - aber einfordern können Sie das nicht. Und wieso sollte ein Klimaforscher wissen, ob seit 1911 kein Schiff südlicher war? Alles wissen wir auch nicht. Stefan Rahmstorf]

  8. Wolfgang Flamme Antworten | Permalink

    Antarktis

    Herr Rahmstorf,

    Sie schreiben:

    "(...) die Meereisbedeckung in der Antarktis zeigt in der Tat einen leicht positiven Trend, der aber nicht statistisch signifikant von null verschieden ist (und daher natürlich auch keine Schlagzeilen macht)."

    Bitte sagen Sie mir, welche Daten dieser Aussage zugrundeliegen. Nach den NOAA-Satellitendaten (ab 11/1979) ist der Zuwachs wohl (nach den traditionellen Regeln) statistisch signifikant.

    http://nsidc.org/...aice_index/archives/index.html

    Mit freundlichen Grüßen,

    Wolfgang Flamme

    [Antwort: Der von Ihnen angegebene Link gibt die Antwort, wenn Sie noch auf monthly sea ice images klicken. Dort sehen Sie die Zeitreihen für Arktis und Antarktis, darunter sind die Trends angegeben. Arktis: -11.1 +/- 3.3 % pro Jahrzehnt. Antarktis: +0.6 +/- 0.8 % pro Jahrzehnt. Die Unsicherheit (0.8) ist größer als der Trend (0.6), daher ist der Trend nicht statistisch signifikant von Null verschieden. Stefan Rahmstorf]

  9. Udo P. Antworten | Permalink

    Hässliche "Theorie"

    Michael Krüger trifft voll ins Schwarze, allerdings anders als er glaubt:

    "Der Astrophysiker Stephen Hawking sagte einmal: „In der Praxis widerstrebt es Menschen, eine Theorie aufzugeben, in die sie viel Zeit und Mühe investiert haben. Gewöhnlich [...] versuchen sie die Theorie so abzuändern, dass sie zu den Beobachtungen passt. Schließlich verwandelt sich die Theorie in ein schiefes und hässliches Gebäude.“

    Die Position der Klimaleugner - wohl kaum als Theorie zu bezeichnen - wird tatsächlich mit jedem Monat schiefer und hässlicher. Michael Krüger unternimmt gewaltige Klimmzüge um seiner unhaltbare Meinung den Anschein von Plausibilität zu verleihen.

  10. Michael Krüger Antworten | Permalink

    Polare Eisfläche vor 78-kalte Antarktis

    @Jochen

    *Mich würde ja einmal interessieren, wie man vor 1978 die Ausdehnung, Stärke und lokale Position der polaren Eisflächen erfasst hat.*

    Siehe hier

    http://databases.eucc-d.de/...tikel14_Pflueger.pdf
    http://www.dmi.dk/dmi/sr05-02.pdf

    Das Herr Levermann und Herr Rahmstorf diesen Blog in ihren Freizeit betreiben und Fragen beantworten, sollte man grundsätzlich hoch anrechnen. Ich kann auch verstehen, dass man nicht jede Frage beantworten kann. Ich erwarte auch nicht auf jeden meiner Kommentare eine Antwort.

    @Prof. Rahmstorf

    *In der Antarktis sind die natürlichen Schwankungen aufgrund der anderen geografischen Gegebenheiten größer, die Treibhauserwärmung dagegen kleiner (die Modelle zeigen als Reaktion auf die Treibhausgase die größte Erwärmung im Nordpolarmeer, die geringste im Südpolarmeer). Daher ist in der Antarktis noch nicht zu erwarten, dass das globale Erwärmungssignal sich gegen die natürliche Variabilität durchsetzt. Stefan Rahmstorf]*

    In der Antarktis überwiegt demnach noch die natürliche Variabilität und eine leichte Tendenz zu einem Meereiszuwachs. Warum reden dann viele Experten von einem Abschmelzen der Antarktis, dass man schon jetzt beobachten kann? Von Schmelzen kann für mich nicht die Rede sein bei Temperaturen, die im Jahresmittel zwischen -5 (Antarktische Halbinsel) und –55 °C (Vostok) liegen.

    Einen Trend zur Abkühlung beobachte ich auch hier

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1
    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1
    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1
    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1
    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1
    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

  11. Krishna Gans Antworten | Permalink

    Eisschmelze

    Herr Rahmstorf, ich erwarte Ihren Aufschrei, Sie verlinken zu dem Artikel
    Arktis-Temperaturen steigen auf Rekordhoch der seinen Ursprung hier hat:
    Arctic NOA.GOV
    1. Im Spiegel Artikel finde ich nicht den wichtigen Hinweis, daß vom Herbst 2007 die Rede ist. Da der Artiekl im Herbst 2008 erscheint "soll der Leser denken...."
    Sie sind doch gegen falsch in den Medien dargestellte wissenschaftliche Sachverhalte ( Kulke ) ?

    2. Im Original-Artikel wird eine Grafik plaziert, die mit der Aktis nicht, rein garnichts zu tun hat ( Bildunterschrift: "Arctic-wide annual averaged surface air temperature anomalies (60°–90°N) based on land stations north of 60°N relative to the 1961–90 mean.")

    Die Meer- / Eisfläche wurde icht berücksichtig, somit ein falscher Mittelwert übermittelt, sondern man schreibt explizit:
    Arktisweite Temperaturanomlaie basierend auf Landaten ohne Meßwerte von Schiffen.

    3. Arktis nach traditioneller Definition nördlich 66°33' also auch evtl. schwammig definiert - da kann man drüber reden..

    #They found that the effects of the current warming and melting of Greenland 's glaciers that has alarmed the world's climate scientists occurred in the decades following an abrupt warming in the 1920s.#
    http://researchnews.osu.edu/archive/grnlndice.htm

    Wie man sieht, ist an der aktuellen Schmelze nichts neues, außer die Alarmstimmung, die mit undementierten Falschmeldungen aufrecht erhalten wird.

    Fazit:
    Aktuell werden wir mit Landtemperaturdaten der Arktis, also ca 50 % fehlender Fläche (Meer) der Arktis vor schemelzendem Eis in der Arktis in "Alarmstimmung" versetzt.
    Und von Ihnen, Herr Rahmstorf, wird das nur mit einem Link zur Kenntnis genommen und abgenickt.

  12. Michael Krüger Antworten | Permalink

    @ Udo P. Hässliche

    *Die Position der Klimaleugner - wohl kaum als Theorie zu bezeichnen - wird tatsächlich mit jedem Monat schiefer und hässlicher. Michael Krüger unternimmt gewaltige Klimmzüge um seiner unhaltbare Meinung den Anschein von Plausibilität zu verleihen.*

    Es wäre schön, wenn Sie das auch begründen könnten. Von Anfeindungen halte ich wenig.

  13. Krishna Gans Antworten | Permalink

    Hässliche

    @Udo P.

    Was soll dieser Unfug ?
    Die von Ihnen als Klimaleugner titulierten, die es mit der von Ihnen verwendeten Vokabel in der Form garnicht gibt ( Leugner sind wahrlich was anderes ) haben keine Theorie an sich.
    Es gibt nur die Theorie des AGW, angeblich ausgelöst durche den Verbarauch / Gebrauch fossiler Brennstoffe.
    Diese Theorie wird abgelehnt, mit unterschiedlichsten Argumenten.

    Sie sind mit der, wenn wohl auch versehentlichen Verunglimpfun des Herrn Neu ( Klimagas "Wasserdampf" ) schon mal peinlich aufgefallen. Gibt es etwas zur Abwechslung auch mal was zur Sache ?

  14. Krishna Gans Antworten | Permalink

    Freizeit

    Wer in seiner Freizeit etc....
    Soweit ok und anerkennenswert, aber wer von den hier Kommentierenden macht das den hauptberuflich ?
    Ich recherchiere und schreibe auch nur in meiner Freiziet, wie wohl jeder hier.

    Berufsblogger, genau das fehlt uns noch :-)

  15. Wolfgang Flamme Antworten | Permalink

    Re: Antarktis

    Herr Rahmstorf,

    Ihre Erklärung erscheint mir nicht ganz schlüssig, denn die dort aufgeführten Trends beruhen auf den Beobachtungen eines einzelnen Monats der Beobachtungsjahre. Es wird also jeweils nur eine kleine Teilmenge aller vorhandenen Beobachtungswerte zur Trendschätzung herangezogen, was sich in erheblichen Unsicherheiten niederschlägt.

    Wenn man allerdings die Monatsanomalien der kompletten Zeitreihe zur Auswertung heranzieht - ein in der Klimatologie ja übliches Verfahren, dann erhält man einen durchaus signifikanten Trend über die gesamte zur Verfügung stehende Beobachtungsperiode.

  16. Lars Kaleschke Antworten | Permalink

    @ Michael Krüger

    "Warum reden dann viele Experten von einem Abschmelzen der Antarktis, dass man schon jetzt beobachten kann?"

    Zunächst, die Konfiguration von Arktis und Antarktis sind grundverschieden. Die Antarktis ist vom Zirkumpolarstrom umgeben, der diese "abschirmt". Der arktische Ozean ist ein "Mittelmeer" von Kontinenten umgeben. Auf dem arktischen Ozean gibt es (noch) Mehrjähriges Eis, in der Antarktis schmilzt das Meereis im Sommer jedes Jahr fast vollständig ab. Daher lassen sich die Trends in Arktis und Antarktis nicht unmittelbar vergleichen.

    Von einem Abschmelzen der ganzen Antarktis kann in den nächsten Jahrhunderten auch keine Rede sein. Jedoch erwartet man, dass sich die Antarktis in Folge der globalen Erwärmung vor allem zunächst im Norden erwärmt, und dies ist auch der Fall. Nirgends sonst auf der Erde lässt sich eine so starke Temperaturzunahme wie an der Antarktischen Halbinsel beobachten. Der Zusammenbruch des Larsen- und Wilkins-Schelfeis sind vermutlich eine Folge davon.

    Hier gibt es eine neue Animation der Satellitenmessungen von 1992-2008 in der Arktis:
    ftp://ftp-projects.zmaw.de/...9911205_20080921.mpg

  17. Lars Kaleschke Antworten | Permalink

    @ Michael Krüger

    "Von Schmelzen kann für mich nicht die Rede sein bei Temperaturen, die im Jahresmittel zwischen -5 (Antarktische Halbinsel) und –55 °C (Vostok) liegen."

    Die Stabilitätsgrenze für Schelfeis ist übrigens die -9 °C Isotherme, die sich auf der Antarktischen Halbinsel weiter südwärts bewegt.

  18. jochen Antworten | Permalink

    Südlichster schiffbarer Punkt

    Was die Professoren Rahmstorf und Levermann in jahrzehntelanger Forschungsarbeit nicht herausgefunden haben, konnte ich gestern innerhalb weniger Stunden mit einer einzigen netten Email an einen seriösen Polarforscher in Erfahrung bringen.

    Demnach ist schon vor Amundsen 1911 ein Expeditionsschiff am südlichsten Grenzpunkt (Festland-Ufer) an der Walfischbucht gelandet und auch heute gelangen die Forschungsschiffe in besonders warmen Sommern an diese Position. Die Schelfeisbedeckung in dieser Region schwankt je nach Gletscherabbrüchen von Jahr zu Jahr um mehr als 50 KM. Deshalb sei ein langfristiger Trend nicht meßbar und die Logbücher der alten Antarktisexpeditionen in Bezug auf Klimaveränderungen nicht relevant.

    So etwas nenne ich eine erschöpfende Expertenantwort auf eine Laien-Frage. So soll es sein.

    Frage an die Herrn Levermann und Rahmstorf: Was hat Sie davon abgehalten, auf meine mehrfach in diesem Blog gestellte Frage genauso zu antworten wie dies Ihr Kollege (Den ich übrigens noch nie in einer Talkshow gesehen habe) getan hat?

    Beste Grüße aus dem Tropenbüro,
    Jochen Binikowski

  19. Thorsten Seifert Antworten | Permalink

    Antarktis aktuell

    @Krishnag

    Wenn Sie schon auf derzeit relativ kühle Temperaturen in der Antarktis hinweisen, sollten Sie sich mal die aktuellen Temperaturen in der Arktis ansehen. Derzeit +5°C über dem langjährigen Mittelwert. Das hat es so im Herbst in der Arktis seit Beginn der Aufzeichnungen noch nicht gegeben.

    Wer immer noch leugnet (leugnen = offizieller Begriff der deutschen Sprache, siehe Duden), dass wir uns inmitten einer besorgniserregenden globalen sich beschleunigenden Eisschmelze befinden, dem ist nicht mehr helfen. Daran ändert auch ein momentan stagnierender Zustand in der Antarktis wenig.

    Die Auffassungen Lars Kaleschke's zur Einschätzung von Herrn Krüger kann ich im Übrigen nur teilen.

  20. Krishna Gans Antworten | Permalink

    Antarktis

    Lars Kaleschke
    "Jedoch erwartet man, dass sich die Antarktis in Folge der globalen Erwärmung vor allem zunächst im Norden erwärmt, und dies ist auch der Fall. Nirgends sonst auf der Erde lässt sich eine so starke Temperaturzunahme wie an der Antarktischen Halbinsel beobachten."
    Nun, gestern habe ich mich auch noch über die starke Eisabnahme besorgt geäußert, aber es scheint sich da ja schlagartig eine Veränderung ergeben zu haben.
    Verblüffend

  21. Wolfgang Flamme Antworten | Permalink

    Nirgendwo irgendwo

    @Lars Kaleschke

    "Nirgends sonst auf der Erde lässt sich eine so starke Temperaturzunahme wie an der Antarktischen Halbinsel beobachten."

    Das müssen Sie nun echt mal mit dem 'Spiegel' ausfechten, ich hole mir deweil 'ne große Tüte Popcorn, bis Sie sich wiedermelden:

    "Der arktische Archipel avanciert damit zum unangefochtenen Hot Spot der Klimaerwärmung. Nirgendwo sonst auf dem ganzen Globus sind in den letzten Jahrzehnten derart krasse Temperaturabweichungen registriert worden."

    "Grönland, Labor des Treibhauseffekts -
    Fotokulisse für Politiker, Freilandlabor für Klimaforscher: Auf der arktischen Rieseninsel sehen Wissenschaftler, was dem Rest der Welt blüht. Schneller als nirgendwo sonst steigen hier die Temperaturen - sogar die Jahreszeiten verschieben sich. Und die Einwohner Grönlands finden es gut."

    ... und mit dem WWF:

    "Nirgendwo sonst auf der Welt schlägt der Klimawandel so drastisch zu wie in der Region rund um den Nordpol. Hier steigen die Temperaturen fünfmal so schnell wie in anderen Gegenden der Erde."

    ... und mit Spektrum der Wissenschaft:

    "Nirgendwo macht sich der Klimawandel
    ähnlich stark bemerkbar wie in der Arktis, die sich schneller erwärmt als der Rest des Planeten."

    ... und mit dem Springer-Verlag:

    "Die globale Erwärmung ist auf Grönland kein bizarres Zukunftsszenario mehr, denn nirgendwo sonst auf der Welt schmilzt das Eis schneller."

    ... und mit dem BMU:

    "'Nirgendwo sonst in Deutschland sind die Folgen des Klimawandels schon heute so deutlich sichtbar wie in den Alpen. Nirgendwo sonst werden die Durchschnittstemperaturen so dramatisch steigen', sagte heute der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium Michael Müller."

  22. Eddy Antworten | Permalink

    Erwärmung macht Pause (Sarkasmus an)

    Hallöchen,

    Würde ich den Argumentationsstil einiger Klimablogger nachahmen müsste ich schreiben "Schwachsinn, die Erwärmung macht Pause".

    "Alle Daten weiltweit zeigen keinen Erwärmungstrend mehr seit 1998 und das weiss jeder Katastrophist" (Sarkasmus aus)

    Da ich das aber keineswegs tun will, würde ich auch die "andere Seite" bitten von ähnlichen Kommentaren abzusehen.

    (Sarkasmus an) Fakt ist aber, dass hier wieder einmal ein lokales Phänomen der Arktis dazu verwendet wird der Politik und den Laien zu sugerrieren, dass die Globaltemperatur ansteigt.

    Dabei kann kaum jemand mir erklären, dass Herr Rahmstorf den Unterschied zwischen lokal und global nicht kennt?!(Sarkasmus aus)

    *****Auch diese meine Argumentationsweise ist eine exakte Kopie der "wissenschaftlichen" Kritik an "skeptischen Ideen".*****

    Nicht die Skeptiker haben den Temperaturtrend als Beweis genommen, sondern die Katastrophisten. Wie oft haben wir gelesen, dass die Erwärmung bis 2003 ungefähr extrem anstieg und dass das der absolute Beweis sei. Vor allem der Anstieg des Hitzeinhalts der Meere!

    Und wenn man jetzt diese Argumentationsweise kritisiert, wird einem das Wort im Mund herum gedreht und man deklariert dieselbe absurde Argumentationsweise als Erfindung der Skeptiker.

    Das ist für mein Erachten der absolute Gipfel der Infamität. Ein wenig Ehrlichkeit würde die Diskussion vielleicht etwas auflockern?!

    Dass die Mehrheit der Temperaturkurven des IPCC wahrscheinlich Unsinn sind, wird die Diskussion wohl auch nicht objektiver gestalten?!

    http://www.sciencedaily.com/...06/080611135100.htm

    "Tree photosynthesis, according to the study, most likely occurs when leaf temperatures are about 21°C, with latitude or average growing-season temperature playing little, if any, role. This homeostasis of leaf temperature means that in colder climates leaf temperatures are elevated and in warmer climates tree leaves cool to reach optimal conditions for photosynthesis. Therefore, methods that assume leaf temperature is fixed to ambient air require new consideration."

    Hochachtungsvoll

    Eddy

  23. Martin Huhn Antworten | Permalink

    @ Rahmstorf

    "Wir betreiben diesen Blog neben unserer normalen Arbeit - de facto also in unserer Freizeit, da die sonstige Arbeit ja deshalb nicht weniger wird. Wir bemühen uns, regelmäßig interessante Beiträge für unsere Leser zu bieten, aber wir können mit Sicherheit nicht alle Kommentar-Fragen beantworten - oft auch nicht einmal alle lesen. Die Artikel oben schreiben wir, aber das Leserforum gehört vor allem unseren Lesern zum diskutieren. Gelegentlich versuchen wir auch dort, auf Kommentare zu antworten - aber einfordern können Sie das nicht.
    Stefan Rahmstorf"

    Da möchte ich an dieser Stelle Ihnen und Ihren Kollegen auch mal ein dickes Lob aussprechen. Es ist ja doch einiges an Zeit, was so ein Blog in Anspruch nimmt und es ist bei diesem Thema auch nicht einfach, weil Ihnen kräftig der Wind ins Gesicht bläst. Das finde ich sehr bemerkenswert wieviel Mühe Sie und Ihre Kollegen sich hier machen.

  24. Michael Krüger Antworten | Permalink

    @Thorsten Seifert

    *Die Auffassungen Lars Kaleschke's zur Einschätzung von Herrn Krüger kann ich im Übrigen nur teilen.*

    Können Sie begründen welche Einschätzungen Sie teilen. Von Anfeindungen, ohne sachlichen Inhalt halte ich wie gesagt nicht viel.

    An der Antarktisstation Rothera (Antarktische Halbinsel) unweit des Wilkins-Schelfeis gelegen ist die Temperatur seit 1983 nicht mehr angestiegen.

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

  25. Michael Krüger Antworten | Permalink

    @Lars Kaleschke - Larsen B Schelfeis

    Die globale Erwärmung ist nach einer neuen Studien nicht schuld am Abbrechen des antarktischen Larsen B Eisschelfs im Jahr 2002.

    A structural glaciological analysis of the 2002 Larsen B Ice Shelf collapse
    N. F. Glasser, T.A. Scambos

    http://www.igsoc.org/journal/54/184/j07J086.pdf

  26. Lars Kaleschke Antworten | Permalink

    @ Wolfgang Flamme, Nirgendwo

    OK, das war vielleicht zu absolut ausgedrückt, danke für den Hinweis! Was ich sagen wollte war, dass eine starke Temperaturzunahme an der Antarktischen Halbinsel beobachtet wurde.

    Im Jahr 2008 beobachtet man über die Monate Jan-Sept die stärkste Temperaturanomalie über der Halbinsel (siehe Abbildung links oben)
    http://data.giss.nasa.gov/...hs/2008+2005+2007.pdf

    Die Anomalie im Süden ist räumlich noch auf die Halbinsel beschränkt. Im Vergleich dazu ist die Erwärmung im Norden fast über die gesamte Arktis ausgedehnt.

    Die beiden Aussagen sind also nicht widersprüchlich. Die Arktis bereitet uns tatsächlich die größeren Sorgen, da Änderungen dort sehr viel schneller von statten gehen, als in der Antarktis.

  27. Michael Krüger Antworten | Permalink

    @Lars Kaleschke, AA-Halbins. Jan-Sept 08

    Um wie viele Stationen an der äußersten Spitze der Antarktischen Halbinsel handelt es sich dabei?

    http://data.giss.nasa.gov/...adius=250&pol=reg

    *Und dennoch zeigen aktuelle NASA-Daten eine Erwärmung über den Zeitraum seit 1998:*

    Warum wählen Sie ausgerechnet die NASA-GISS-Daten aus und greifen nicht auf die HadCRUT3, RSS und UAH Daten zurück?

  28. Lars Kaleschke Antworten | Permalink

    @ Michael Krüger

    "Die globale Erwärmung ist nach einer neuen Studien nicht schuld am Abbrechen des antarktischen Larsen B Eisschelfs im Jahr 2002."

    Ich zitiere aus der Studie:

    "We suggest that a number of atmospheric, oceanic and glaciological factors contribute to ice-shelf collapse. Rapid ice-shelf disintegration is aided by structural factors,
    as well as the large quantities of surface meltwater observed on the ice shelf in 2002. A related possibility is that changes in
    velocity structure were initiated by external factors such as ocean warming It is probably not possible to ascribe ice-shelf collapse singularly to one of these factors. It is therefore possible that in 2002 the Larsen B
    ice shelf simply crossed an environmental threshold where the interplay between atmospheric factors (e.g. increased
    surface melting and associated ice-shelf thinning), oceanic factors (e.g. increased bottom melting and associated iceshelf
    thinning and recession, as well as the potential for increased iceberg calving) and glaciological factors (e.g. differences in upstream surface mass balance and velocity
    between flow units, and structural weaknesses) was sufficient to cause an irreversible decline"

    Die Erklärung kommt nicht ohne den atmosphärischen Einfluß und das Schmelzwasser aus. Das Schmelzwasser war damals so ausgedehnt, dass ich das sogar in den passiven Mikrowellendaten mit schlechter räumlicher Auflösung gesehen habe:
    http://www.seaice.de/larsen.jpg

  29. Krishna Gans Antworten | Permalink

    treerings

    @Eddy
    Diese Studie über die den Pflanzen eigene Temeraturregulierung, wohl in Kombination mit dem CO2 Haushalt, versetzt dem geliebten "Hockey Stick" wohl den letzten Schlag.
    Nun, einigen anderen Studien, die auf Baumring-Analysen beruhen natürlich auch.

  30. Michael Krüger Antworten | Permalink

    @Lars Kaleschke - Larsen B

    Ich zitiere einmal die Autoren der Studie

    *Lead Author Neil Glasser of Aberystwyth University in the United Kingdom said, “Ice shelf collapse is not as simple as we first thought. Because large amounts of meltwater appeared on the ice shelf just before it collapsed, we had always assumed that air temperature increases were to blame." The study identified additional factors leading to the demise of the ice shelf.

    Researchers found that rifts on the ice shelf had been growing for up to two decades before the sudden event of the summer of 2002. The indications are that the ice shelf was stressed as glacier flow began to increase over the 1990s.

    Scambos said, “It's likely that melting from higher ocean temperatures, or even a gradual decline in the ice mass of the Peninsula over the centuries, was pushing the Larsen to the brink.”

    Scambos pointed to studies that have measured warming of deep Southern Ocean currents, which increasingly brush against the Antarctic coastline. "This led to some thinning of the shelf, making it easier to break apart," he noted. "The unusually warm summer of 2002, part of a multi-decade trend of warming clearly tied to climate change, was the final straw," Scambos said.

    Scambos added, "Knowing how these complex, large events work together helps us understand the potential for the collapse of another major ice shelf, such as the Larsen C."*

    http://nsidc.org/news/press/20080207_Scambos.html

    Ein Prozess, der sich über 20 Jahren zugespitzt hat und mehrere Faktoren die ineinander greifen. U.a. steigt warmes Tiefenwasser vor der Antarktischen Halbinsel auf. Dieses ist uralt und hat deshalb mit dem AGW wenig zu tun. Der ungewöhnlich warme antarktische Sommer 2002 (2,4°C Feb.-Temperatur und 3,0°C März-Temperatur an der unweit entfernt gelegenen Esperanza Station) hatte sicherlich einen Einfluss, war aber nicht ursächlich für den Abbruch verantwortlich. Ähnliche Temperaturen wurden schon Jahre zuvor erreicht.

    Temperaturen an der Esperanza Station.

    http://data.giss.nasa.gov/...30008.1.1/station.txt

  31. Krishna Gans Antworten | Permalink

    Antarktis aktuell

    @Thorsten
    Du bist auch auf den Spiegel Artikel reingefallen, der nicht von 2008 sondern von Temperaturen 2005 - 2007 spricht, darüber hinaus nur die Daten über Land berücksichtigt, Meerestemperaturen überhaupt nicht und und und.
    Und damit wird uns die globale Eisschmelze zu erklären versucht, schön im Herbst 2008 plaziert, damit auch jeder denkt......

    Die Wiederholung nur, um dir den Diskussionsverlauf etwas zu vereinfachen.

  32. Wolfgang Flamme Antworten | Permalink

    @Lars Kaleschke, RE: Nirgendwo

    Herr Kaleschke,

    nun das ist ja sicher interessant, andererseits kann man über der Westantarktis wohl keine ausgeprägte CO2-Zusammenballung ausmachen, die für diese überdurchschnittliche Erwärmung verantwortlich sein könnte.

    Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ist ein derart stark ausgeprägtes Extrem wohl auch nicht als charakteristischer Fingerabdruck globaler Erwärmung zu werten:
    http://www.ipcc.ch/...ics/ar4-wg1/jpg/fig-10-8.jpg

    Von daher würde ich das vorerst unter 'Fluktuation' verbuchen und die weitere Entwicklung beobachten.

  33. Michael Krüger Antworten | Permalink

    @ Lars Kaleschke 19.10.2008 | 16:12

    *Ich verstehe Sie nicht. Sieht man in den Daten etwas anderes? Ich finde nicht:*

    Ich denke Sie verstehen sehr gut.

    http://images.google.de/...s&btnG=Bilder-Suche
    http://images.google.de/...+&btnG=Bilder-Suche

    *Die Erklärung kommt nicht ohne den atmosphärischen Einfluß und das Schmelzwasser aus. Das Schmelzwasser war damals so ausgedehnt, dass ich das sogar in den passiven Mikrowellendaten mit schlechter räumlicher Auflösung gesehen habe:*

    Woher kommt denn die Wärme vor der Antarktischen Halbinsel?

    http://www.eng.warwick.ac.uk/...ntsurfacewater.gif
    http://www-odp.tamu.edu/...synth/images/10_f05.gif
    http://www.ldeo.columbia.edu/...slope/schemasm.jpg
    http://klimakatastrophe.files.wordpress.com/...gif

    Das hätten Sie auch Herrn Roether fragen können.

  34. Jens Christian Heuer Antworten | Permalink

    Eisschmelze in der Arktis und die Folgen

    Meines Erachtens gibt es zurzeit zwei gegeneinanderlaufende Faktoren:
    1. Erwärmung, insbesondere in der Arktis durch Treibhausgase (Methan, CO2) in Verbindung mit einer positiven Eis-Albedo-Rückkopplung und
    2. Abkühlung durch den Wechsel von Pazifischer Dekaden Oszillation (PDO) und Atlantischer Multidekaden Oszillation (AMO) in ihre negativen Phasen, sowie durch eine deutlich nachlassende Sonnenaktivität (Sonnenfleckenminimum, vgl dazu auch den kleinen Artikel auf meinem Blog unter http://wetterwechsel.wordpress.com/...limadebatte/).

    Entweder schaffen es negative AMO und PDO gemeinsam im Zusammenspiel mit der nachlassenden Spnnenaktivität noch einmal das Meereis am Nordpol (vorübergehend) zu retten, oder aber die Eigendynamik der Eis-Albedo-Rückkopplung ist schon nicht mehr zu stoppen ("zu langer Bremsweg"), und das arktische Meereis ist verloren. Das hätte zwar für den Meeresspiegel keine unmittelbaren Folgen, aber indirekt leider schon. Das Festlandeis in Grönland könnte im Zuge einer nach dem Verlust des Meereises sich immer weiter beschleunigenden Erwärmung (durch eine noch weiter verstärkte Eis-Albedo-Rückkopplung!) zunehmend instabil werden. Hinzu kommt auch noch, daß in der Arktis nach den letzten Jahren der Eisschmelze fast nur noch einjähriges Meereis übrig geblieben ist, welches das Sonnenlicht eindeutig schlechter reflektiert als das hellere mehrjährige Eis. Einjähriges Meereis wird immer wieder durch kleine offene Wasserflächen unterbrochen (Wasser hat eine deutlich niedrigere Albedo als Eis oder Schnee!).
    Ein völliger Verlust des grönländischen Eisschildes (worst case Szenario) würde einen globalen Meeresspiegelanstieg von 7m bedeuten! Da erscheint mir die Einschätzung von Prof. Rahmstorf mit einem Meeresspiegelanstieg von 1,4 m bis 2100 leider nicht aus der Luft gegriffen!
    Die Freisetzung von immer mehr Treibhausgasen bleibt auf jeden Fall ein höchst gefährliches Vabanquespiel. Das gilt insbesondere (aber nicht nur!) für die Arktis!

    Für besonders gefährlich halte ich auch die in jüngster Zeit festgestellte vermehrte Methanfreisetzung in der Arktis (http://markdowe.wordpress.com/...e-methane-threat/ und http://www.su.se/...arch_makes_international_waves):
    Dies bedeutet ja nicht nur einen deutlich verstärkten Treibhauseffekt, sondern beschwört auch die Gefahr von Hangrutschungen an Kontinentalabhängen herauf, durchaus auch in Form einer Kettenreaktion. Ein Beispiel wie so etwas ablaufen kann bietet die Storegga-Abrutschung mit anschließendem Nordsee-Tsunami ( http://de.wikipedia.org/wiki/Storegga-Effekt) undhttp://www.ifm-geomar.de/...hangstabilitaet![/URL]).
    Das ist aber leider noch nicht alles: Vor 250 Millionen Jahren löste (möglicherweise) eine abrupte Methangasfreisetzung und -explosion - wobei riesige Mengen an CO2 entstanden - ein Massensterben aus; 95% aller Meerestiere, 70% aller Landtiere(http://www.spiegel.de/...tur/0,1518,262437,00.html) starben!!

    Es bleibt erstens nur die Hoffnung, daß das Glück auf unserer Seite ist und die Abkühlungsfaktoren doch noch ausreichen und zweitens natürlich auch die konsequente Weiterentwicklung und Anwendung alternativer Energien jenseits der fossilen Brennstoffe!

    Viele Grüße
    Jens Christian Heuer

  35. Günter Heß Antworten | Permalink

    Eisschwund unterschätzt

    Ich würde gerne etwas zu einem anderem Aspekt wissen.
    Herr Rahmstorf schreibt oben:
    „Die folgende Grafik vergleicht die tatsächliche Entwicklung mit den Simulationsrechnungen der Klimamodelle der verschiedenen Klimaforschungsinstitute weltweit. Der Eisschwund verläuft deutlich schneller, als alle Modelle vorhergesagt haben.“
    Die Grafik zeigt den Zeitraum von 1900 bis heute.
    Wie wirkt sich denn diese Erkenntnis eigentlich auf die Bestimmung der anderen Faktoren aus, die die mittlere Temperatur der Erde beeinflussen.
    Kann man die Erkenntnis im Rückblick (Hindsight-Simulation) verwenden, um Aussagen zu anderen Faktoren zu präzisieren?
    Der Eisschwund wurde unterschätzt, muss dann nicht mindestens ein Klimaparameter der die mittlere Temperatur der Erde beeinflusst überschätzt worden sein?
    Wenn ja, welcher ist das denn dann?

  36. Eddy Antworten | Permalink

    @Lars Kaleschke

    Sie schreiben:

    "Der gewählte Zeitraum seit 1998 ist etwas irreführend, da 1998 ein besonders warmes Jahr war. Und dennoch zeigen aktuelle NASA-Daten eine Erwärmung über den Zeitraum seit 1998".

    Als der Klimahype vor mehr als 10 Jahren anfing, habe ich öfter gefragt, was passieren würde, wenn die Temperaturen fallen, oder zumindest stagnieren würden.

    Damals erklärte man mir, dass es dafür keinen Anlass gäbe. Die Panikmache hat sich dann bis 1998 und darüber hinaus so zugespitzt, dass sogar von exponentiellem Temperaturanstieg die Rede war, und dass bald die Menschheit tot gehen würde.

    Ich kann deshalb die Aussagen einiger Skeptiker durchaus verstehen. Wenn die Temperatur auch nur ein wenig zurückgeht, widerspricht dies besagtem Klimahype flagrant.

    Wenn weder Stürme noch die Temperatur de facto zunehmen, dann muss man halt schauen, wie man das mit den Modellen erklären kann.

    Herr Latif hat ja schon proklamiert, dass eine Pause in der Erwärmung durch die Modelle vorausgesagt wird. So kann man wohl, egal was auch immer passiert, später behaupten, das hätte man doch schon längst gewusst.

    Der aktuelle "Temperaturrückgang" ist ja jetzt anscheinend durch eine La Nina - Phase hervorgerufen worden.

    Ich kritisiere keineswegs diese verschiedenen Erklärungen. Was mich stört ist diese "Das haben wir doch schon immer gewusst". Das ist so als wäre die Klimawissenschaft schon vor 10 Jahren komplett verstanden gewesen, und niemals hätte jemand sich geirrt. Dann hätte man damals auch erklären müssen, dass die warmen Jahre La Nino Phänomene waren und keinesfalls menschgemacht.

    Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn Wissenschaftler sich bei solch komplexen Vorgängen irren. Es geht mir bloss darum, dass man nicht 10 Jahre so argumentieren kann, um dann später zu erklären, es wäre bloss die Schuld der Presse oder der dummen Laien gewesen, die es geglaubt haben.

    Entweder ist dieser Temperaturanstieg bis 1998 der ultimative Beweis für den anthropogenen Treibhauseffekt, und dann ist dieser Beweis heute teilweise widerlegt, und die Skeptiker haben Recht, oder die Temperatur verhält sich anders als man zuerst dachte, und dann muss man die Wissenschaft an diese Erkenntnisse anpassen und das zugeben.

    Hätte man gewusst, dass die Temperatur zurückgeht, und dass die Stürme noch nicht signifikant zugenommen haben bis heute, dann hätte man das ja sagen können.

    Wenn ich jetzt dieselbe Argumentationsweise gebrauche, wie diese „Katastrophisten“ dann nur als eine Persiflage dieses Klimahypes der Jahrhundertwende. Die Medien allein dafür verantwortlich zu machen, halte ich für flagrant unehrlich. Ich denke ich habe meinen Beitrag deutlich als sarkastisch gekennzeichnet?!

    Liebe Grüsse

    Eddy

  37. Raimund Leistenschneider Antworten | Permalink

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rahmstorf,

    Wissenschaft hat mit Vermutungen, die im Nachhinein nicht belegbar sind – weil die Daten fehlen (“…Wahrscheinlich gab es im September 2008 sogar ein Rekordminimum des Eisvolumens…“) nichts zu tun. In diesen Kontext passen auch die Klimaabschätzungen des IPCC. Die von Ihnen eingestellte Graphik der Eisschmelze (Beobachtungen) zu den IPCC-Vorhersagen beweist nichts anderes, als dass die Klimamodelle des IPCC weit davon entfernt sind, eine zuverlässige Prognose abzugeben, die geeignet wäre, für Politik und Gesellschaft als Basis ihrer Entscheidungen zu dienen.

    Sie haben sicherlich Recht, dass die enorme Eiszunahme (größte im Betrachtungszeitraum) im Winter 2007/2008 in der Arktis mit 11 Millionen km2 aufgrund des „Gedächtnisses des Eises“ nicht nachhaltig sein konnte, weil es sich um 1-jähriges Eis handelte. Anbei ein Link, der zeigt, wie sich die Eisausdehnung in der Arktis für Eis unterschiedlichen Alters entwickelte und als Beleg zur Aussage dient (http://news.bbc.co.uk/...cience/nature/7303385.stm). Allerdings kann keine Rede von einer Überraschung (“Ich finde es unglaublich, dass wir so nah dran kamen, den Rekord von 2007 zu brechen…“) sein, wie es auch in der Weltpresse in 09/08 z.B. vom AWI zu hören war. Im gleichen Zeitraum gab Ihr Kollege, Herr Prof. Dr. Schellnhuber zu bedenken, dass die Klimaforschung weiter voran gebracht werden solle und dies geht nur, da sind wir uns sicherlich einig, mit mehr Kapital, da ohne Geld nun einmal (auch in der Wissenschaft) nichts geht!

    Bereits in 04/08, also im ausgehenden Winter, auf dem Höhepunkt der Eisausdehnung, war bekannt, dass mehrjähriges Eis zum Rekordjahr der Eisschmelze in 2007 abermals deutlich zurückgegangen war: (http://global-warming.accuweather.com/...th_1.html) und hieraus, in Kenntnis der arktischen Wassertemperaturen, von einem nochmaligen deutlichen Eisrückgang im Sommer 2008 auszugehen war. Folgender Link zeigt die Anomalien der arktischen Wassertemperaturen für August 2008 zum langjährigen Mittel (http://climateprogress.org/...-arizonas-in-august/). Vor allem auf das „Gedächtnis des Wassers“ (nicht umsonst dient Wasser in Heizungsanlagen als Wärmespeicher) ist es zurückzuführen, dass sich die Rekordeiszunahme vom Winter 2007/2008 im vergleichsweise warmen arktischen Wasser nicht halten konnte und daher im Sommer 2008 erneut ein deutlicher (zweitgrößter im Betrachtungszeitraum seit 1979) Eisrückgang zu verzeichnen war.

    Wie Ihnen anhand Ihrer Arbeiten (Rahmstorf 2003, http://www.pik-potsdam.de/...klimawechsel_2004.pdf) zu den “ Dansgaard-Oeschger-Ereignissen“ (http://www.uni-graz.at/...e_Klimaaenderungen.ppt#6) sicherlich noch bekannt sein dürfte, stellt sowohl die arktische Eisschmelze 2007, geschweige denn die von 2008, etwas Außergewöhnliches oder gar Dramatisches dar.

    Die vergleichsweise hohen arktischen Wassertemperaturen sind die Ursache der angestiegenen globalen Temperaturen in den „Rekordjahren“ von 2002 – 2005, die auf die exakt zu diesem Zeitpunkt sehr aktive Sonne zurückzuführen sind. Zur Erinnerung, der 208-jährige De Vries/Suess-Zyklus der Sonne hatte exakt in diesen Jahren seinen Höhepunkt. Der Sonnenforscher der NASA, David Hathaway, sagte hierzu 2005: “Das Solare Minimum explodiert - Das Solare Minimum (Anmerkung: Minimum des 11-jährigen Schwabezyklus, der i.ü. im 20. Jahrhundert auf 10 Jahre verkürzt war, wodurch auf die Erde mehr Sonnenenergie gelangte) sieht seltsamerweise aus wie ein solares Maximum“, (http://www.astrolabium.net/...r2005/16-9-2005.html).
    Die Max Planck Gesellschaft gab 2004 zu Protokoll: “Sonne seit über 8.000 Jahren nicht mehr so aktiv wie heute.“

    Wie sehr der im Mittel 208-jährige De Vries/Suess-Zyklus mit dem Klima auf der Erde zusammenhängt, zeigt folgende Abbildung: (http://de.wikipedia.org/...imestamp=20051217235457). Alle Temperaturspitzen der letzten 1.000 Jahre fallen exakt mit ihm zusammen (auch die von 2002 - 2005, die in dieser Abbildung noch nicht abgebildet sind). Nach seinem letzten Maximum um 1795 fielen die Temperaturen im Dalton Minimum für Jahrzehnte (wie auch davor im Maunder Minimum, usw.).

    Anhand des starken Eisrückgangs in 2008 gehen Sie davon aus, dass die Eisschmelze nachhaltig sei, bzw. fortschreite. Sie können beruhigt sein, hiervon kann keine Rede sein, wie die folgenden Links eingehend beweisen.

    Der erste Link ist der bereits bekannte der Wassertemperaturanomalien der Arktis vom August 2008 (http://climateprogress.org/...-arizonas-in-august/). Wird die Abbildung angeklickt, so werden zwei Charts sichtbar. Das zweite zeigt die Wassertemperaturanomalien vom August 2007. Es wird sofort ersichtlich, dass in 2008 ein deutlicher Temperaturrückgang (allerdings noch auf hohem Niveau) zu verzeichnen ist – die Wassertemperaturen gleichen sich (aufgrund der Wärmespeicherung von Wasser) den zurückgehenden Landtemperaturen jedoch an. Egal ob NCDC, GISS, RSS, UAH oder HadCRUT3, sie alle zeigen einen deutlichen Temperaturrückgang seit 2005, insbesondere in 2008 (http://www.climate4you.com/GlobalTemperatures.htm), so dass die arktischen Wassertemperaturen weiter zurückgehen werden und sich dadurch sowohl das einjährige, als auch das mehrjährige Eis deutlich ausdehnen wird und wir für die nächsten 30 Jahre nicht höhere, sondern niedrigere Temperaturen als in den letzten 30. Jahren zu erwarten haben. Als Beleg für meine, in Ihren Augen wohl gewagte Aussage, dienen neben der Temperaturentwicklung der letzten 1.000 Jahre und der Sonnenaktivität u.a. folgende Links:

    Der Erste zeigt die Eisausdehnung im August 2008, der von einigen Klimawissenschaftlern für ihr düsteres Szenario zugrunde gelegt wurde. (http://1.bp.blogspot.com/...ce_comparison_8aug.jpg).

    Der zweite Link, die aktuelle Eisbedeckung (http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/). Es ist unschwer zu erkennen, dass die Eisfläche in bereits zwei Monaten wieder stark zunahm und es sich bei dieser Eiszunahme um die schnellste Zunahme der letzten Jahre handelt (3. Link: http://www.ijis.iarc.uaf.edu/.../seaice_extent.htm), d.h. die oben beschriebene bevorstehende Eisausdehnung aufgrund zurückgehender Land- und Wassertemperaturen bereits einsetzte.

    Es ist demnach festzuhalten, dass

    1. von einer Überraschung des diesjährigen Eisrückgangs keine Rede sein kann
    2. die Klimamodelle nicht annähernd die Wirklichkeit abbilden
    3. für „Schwarzmalerei“ kein Raum vorhanden ist
    4. die arktische Eisausdehnung in den folgenden Jahren nicht weniger, sondern mehr wird und
    5. mehr Geld in die Klimaforschung und somit den Klimaforschern zur Verfügung gestellt werden soll

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rahmstorf, da Sie hin und wieder „die Wette“ als geeignetes Instrument in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung sehen, bin ich gerne bereit, Ihnen eine solche, in gleicher Höhe, wie von Ihnen im Mai 2008 ausgesetzt, vorzuschlagen, dass, sowohl die Globaltemperaturen, als auch die arktische Seeeisbedeckung in den nächsten 30 Jahren niedriger, bzw. mehr in der Fläche, als in den letzten 30. Jahren sein werden. Sollte Ihnen dieser Zeitraum zu lang sein (da wir beide gleichen Jahrgangs sind, hat keiner von uns einen biologischen Vor- oder Nachteil), bin ich gerne bereit, diesen auf 10 Jahre zu verkürzen. Ich freue mich auf Ihre Auffassung. Viele Grüße RL.

  38. Lars Kaleschke Antworten | Permalink

    @ Eddy

    Das Meereis ist ein guter Indikator für Klimaänderungen. Die Meereisfläche können wir sehr genau vermessen. Und seit zwei Jahren sieht man eine dramatische Beschleunigung der Abnahme in der Arktis. In diesem Jahr haben wir wahrscheinlich ein Rekord-Minimum im Eisvolumen. Wenn im nächsten Sommer wieder ein Niveau der Jahre 1972-2006 erreicht werden sollte, können wir gerne nochmal darüber diskutieren. Das dies passiert halte ich aber für unwahrscheinlich, siehe Fig. 7 in
    http://www.arcus.org/...outlook/summary_report.php

  39. Rudolf Kipp Antworten | Permalink

    @ Lars Kaleschke

    Sie schreiben:
    "Der gewählte Zeitraum seit 1998 ist etwas irreführend, da 1998 ein besonders warmes Jahr war. Und dennoch zeigen aktuelle NASA-Daten eine Erwärmung über den Zeitraum seit 1998"

    Und fügen als Beleg ein Temperaturverlaufdigramm ab 1880 an, dass durch die geringe Auflösung nur sehr schlecht Aussagen auf aktuellere Entwicklungen erlaubt. Auch das Mitteln über 5 Jahre ist eher geeignet, Trends der letzten jahre zu verschleiern.

    In folgendem Link ist der gleiche Temperaturverlauf ab 1990 dargestellt. Und hier erkennt man sehr deutlich, dass ab spätestens 2001 keine Erwärmung, und aktuell eher eine Abkühlung zu erkennen ist.

    http://www.woodfortrees.org/...0/mean:60/plot/none

    Beste Grüße,

    Rudolf Kipp

  40. Eddy Antworten | Permalink

    @ Herr Kaleschke

    Hallo noch einmal kurz,

    Jeder erwartet wohl einen weiteren Temperaturanstieg. Eine abnehmende Albedo kann aber m.E. nicht selbstverstärkend sein, sonst wäre die Erwärmung zu Anfang des Holozäns immer weiter fortgeschritten. Es gibt da wahrscheinlich diverse negative Rückkoppelungen?!

    Den drastischen Rückgang des Meereises hat man wohl so nicht vorausgesehen und erst die Zukunft wird uns zeigen wie es weiter geht.

    Liebe Grüsse

    Eddy

  41. Luegendetektor Antworten | Permalink

    Eisdecke der Arktis > 30% als 2007

    Die Eisdecke der Arktis ist am 17.10.2008 um > 30% größer als am 17.10.2007.
    http://wattsupwiththat.com/...ms-as-pseudoscience/

    Auch wenn dieser Einzelwert nicht beweist, aber eines beweist er sicherlich, dass die Aussage, dass alles immer dramatischer wird an den Haaren herbei gezogen ist. Er zeigt deutlich, dass der Alarmismus wieder bewusst vor den anstehenden Klimakonferenzen und den Rückschritten im "Klimaschutz" (was ist das eigentlich?) vor dem Hintergrund der Finanzkrise initiiert wird. Letztlich sorgt man sich wohl nur um die Forschungsgelder.
    Vielleicht deutet der Wert aber auch in Richtung "kleine Eiszeit".
    Sieht schlecht aus mit Ihrer Wette.

  42. jochen Antworten | Permalink

    Die staatlich finanzierten Klimaforscher verlangen eine kurzfristige und drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes um einen 0,3 bis 7 Meter Anstieg des Meeresspiegels zu verhindern. So verstehe ich als Laie und Steuerzahler das jedenfalls.

    Nur, wie sollen diese fossilen Energieträger ersetzt werden? Ohne die Weltwirtschaft an die Wand zu fahren? Bei einem Wirtschafts-Zusammenbruch sinken die CO2-Emissionen zwar, aber dann kann der Staat auch die Klimaforscher nicht mehr bezahlen, weil wir dann in völlige Anarchie versinken.

    Leider habe ich auf den Webseiten der staatlichen Klimaforscher noch keinen gangbaren Ausweg aus diesem Dilemma ersehen können. Die Hinweise auf Einschränkungen können ja nur als Satire gemeint sein, solange ständig Klimakonferenzen an abgelegenen, aber Nightlife-mäßig interessanten exotischen Orten stattfinden.

    Sorry für diesen unwissenschaftlichen Laien Beitrag. Ich bin nur Geschäftsmann und Steuerzahler. Aber man wird ja wohl mal die Experten fragen dürfen. Die haben dieses Blog ja ausdrücklich auch für Laien geöffnet.

    Und reagieren zuweilen gereizt wenn Laien sich mit unbotmäßigen Fragen an der Diskussion beteiligen. Na ja, so hat eben jeder sein Päckchen zu tragen.

  43. Wolfgang Flamme Antworten | Permalink

    Wieder so 'ne Sache

    Seufz ... Ich habe wohl so einen Hang dazu, hin und wieder selbst die offensichtlichsten und logischsten Dinge faktisch bestätigt haben zu wollen. Dinge, die sonst kein Mensch mehr hinterfragt, weil sie viel zu schlüssig scheinen, als daß man sie noch kritisch hinterfragen müsse.

    In diesem Fall geht's um das Schmelzen von einjährigem Eis.

    Ich habe mich also dazu entschlossen zu testen, ob einjahriges, arktisches Eis tatsächlich besonders schmelzgefährdet ist.

    Die Annahme war die Folgende:
    Das Eis, was sich vom Minimum eines Jahres bis zum Maximum des Folgejahres hinzubildet, muß natürlich einjähriges Eis sein.
    Aufgrund der saisonal stark schwankenden Eisbedeckung ist das ja eine ganze Menge.

    Wenn sich über den Winter mal besonders viel einjähriges Eis neu hinzugebildet hat, dann sollte in der folgenden Schmelzsaison auch entsprechend mehr Eis schmelzgefährdet sein - vor dem Hintergrund einer von Jahr zu Jahr allgemein zunehmenden Schmelzgefährdung allen Eises sowieso.

    Klingt doch irgendwie logisch, oder?

    Tja, was soll ich groß rumeiern, das Ergebnis ist wieder mal verblüffend: Es besteht überhaupt kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Menge an neuem Eis, das im Winter hinzukommt und der Menge an Eis, die im darauffolgenden Sommer abschmilzt. Der ermittelte Zusammenhang kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% durch Zufall erklärt werden. Ich will das Ergebnis trotzdem mal darstellen:

    Von 100.000 km² Eis, die sich in einem Winter mal mehr gebildet haben, werden im darauffolgenden Sommer 3.000 km² +/- 250.000 km² mehr abschmelzen. Die Unsicherheit dieser Schmelzprognose ist fast hundertmal größer als der Wert, den sie beschreibt. Kein Wunder, daß die Statistik auf reinen Zufall tippt.

    Und jetzt frage ich mich natürlich, wie jemand die Menge des über den arktischen Winter neugebildeten Eises als Indikator für den im folgenden Jahr zu erwartenden Schwund heranziehen will - wo die Daten doch sagen, daß zwischen beiden Größen aller Wahrscheinlichkeit zufolge überhaupt kein Zusammenhang besteht?

    Noch viel lieber wär's mir allerdings, wenn man mir den grundsätzlichen Fehler in meinen Überlegungen oder Berechnungen aufzeigen würde. Denn ich bin ja eigentlich überzeugt davon, daß es einfach nicht sein kann, so wie es sich mir jetzt darstellt.
    Nur ... ich hocke jetzt seit zwei Stunden davor und finde den Fehler einfach nicht. Erlöst mich, bitte.

  44. Rudolf Kipp Antworten | Permalink

    @ Lars Kaleschke, Cherry-picking

    Ich gebe Ihnen völlig Recht. Auch ich halte es für unredlich, einfach die Zeitreihe aus dem Zusammenhang zu reissen, welche die eigene Meinung gerade bestätigt.

    Und genau das habe ich auch nicht getan. Aus eben diesem Grund habe ich die Zeitreihe ab 1990 dargestellt und nicht ab 1998, was in der Tat irreführend sein kann.

    Irreführend ist übrigens Ihre Aussage:

    *Das Meereis ist ein guter Indikator für Klimaänderungen. Die Meereisfläche können wir sehr genau vermessen.*

    Das soll wohl heißen, wenn schon die Temperaturen nicht zunehmen dann suchen wir uns einen neuen "Indikator" für die ach so bösen Klimaänderungen.

    Allerdings eignet sich die Meereisausdehnung eben nicht als "guter Indikator für Klimaveränderungen".

    Dazu schreibt z.B. das Alfred Wegener Institut für Polar- und Meereisforschung in den Wochenberichten von der Expedition der Polarstern in der Arktis:

    *Bereits jetzt können wir den Daten entnehmen, dass die Veränderungen seit dem letzten Jahr erheblich sind und die Konvektion im Winter ganz anders ablief als normalerweise angenommen. Die Balance der Einträge von der Seite in den Grönlandseewirbel, die aus salzarmem polaren Wasser und salzreichem atlantischen Wasser bestehen, ist – offenbar länger andauernd - zugunsten der atlantischen Komponente verschoben.*

    und

    *In der Framstraße fließt wärmeres und salzhaltigeres atlantisches Wasser nach Norden, während kaltes, salzärmeres Wasser aus der Arktis nach Süden fließt.*

    Das bedeutet: Die Meeresströmungen haben sich verändert. Wärmeres Atlantikwasser fließt in die Arktis und kaltes Arktiswasser fließt in die umgekehrte Richtung. Also sorgt das wärmere Atlantikwasser für die höhere Eisschmelze und nicht die von Ihnen bemühte Klimaerwärmung.

    Beste Grüße,

    Rudolf Kipp

  45. Raimund Leistenschneider Antworten | Permalink

    Wolfgang Flamme Wieder so 'ne Sache 21.1

    Sehr geehrter Herr Flamme, mit Statistik wird die Lösung schwer zu finden sein, eher mit Physik. Der Grund, warum einjähriges (sich neu gebildetes Eis) schmelzgefährdeter ist, liegt daran, dass seine Eisdecke dünner ist als kumuliertes mehrjähriges Eis und somit eine geringere Wärmepufferung besitzt - da die Menge geringer ist. Hinzu kommt, dass sich die Ozeanfläche, in dem es sich bildet, schneller erwärmt (die Ausgangstemperaturen sind anders - siehe hierzu den Link in meinem Artikel) und daher eine höhere Temperatur aufweist, wodurch der anschließende Schmelzprozess beschleunigt ist. Daher ist einjähriges Eis grundsätzlich schmelzgefährdeter als mehrjähriges und kann sich, in einem vergleichsweise warmen Ozean (siehe wieder Link zu den arktischen Meerestemperaturen) nicht halten.

  46. jochen Antworten | Permalink

    Der europäische Beitrag, die 20 Prozent (CO2-Reduzierung), würde die Erderwärmung wahrscheinlich um ein Hundertstel Grad abschwächen.*

    Wenn das so ist, würde eine weltweite Reduzierung auf Null die Temperatur um ein Viertel Grad senken.

    Angesichts der Billionen-Kosten scheint mir dieses Konzept wirtschaftlich gesehen eher suboptimal zu sein.

    * Diese Behauptung stammt übrigens nicht von mir.

  47. Eddy Antworten | Permalink

    @ Herr Kaleschke

    Hallo,

    Sie schreiben:

    "Read more thoughts on the uses and abuses of trend lines"

    Ich denke, dass die Leute des NOAA die Trends durchaus auch korrekt berechnen und darstellen können. Ausserdem werden die Temperaturdaten immer wieder "angepasst", bzw. korrigiert.

    Interessant zu diesem Thema ist der Vergleich folgender Daten:

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

    und

    http://www.schulphysik.de/hohenpeissenberg.html

    Liebe Grüsse

    Eddy

  48. Wolfgang Flamme Antworten | Permalink

    Re: Wieder so 'ne Sache

    Herr Leistenschneider,

    je zahlreicher, gewichtiger und klüger die Gründe sind, die Sie mir wohlmeinend für die Plausibilität dieser Zusammenhänge darlegen, umso tiefer ist die Konfusion, in die Sie mich damit stürzen - schließlich sollten wir dann erst recht erwarten dürfen, daß sich diese Zusammenhänge auch irgendwie in den Beobachtungsdaten manifestieren.

  49. multiverus Antworten | Permalink

    Arktische Eisbedeckung im 40% erholt !!!

    Wenn die 9%-Rechnung (Vergleich der Minimalwerte 2007/2008) des Herrn Rahmstorf recht ist, dann ist die folgende Rechnung billig - und vielleicht sogar realitätsnäher:

    Dazu genügt ein Lineal, etwas Geometrie und ein bisschen Kopfrechnen. Betrachten wir einmal die Entwicklung der arktische Eisbedeckung über die Sommermonate anhand der aktuellen NSIDC-Grafik Daily Image.

    Den Zeitraum, zu dem die Eisbedeckung 2007 die 5 Mio qkm nicht überschritt, nehmen wir als Vergleichswert (100%). Im Vergleich ist der Zeitraum im Sommer 2008 um 40% geschrumpt. Eine wesentlich deutlichere Erholung als der 9%-Minimum-Vergleich!

    Um nicht fehlgedeutet zu werden, habe ich die NSIDC-Grafik entsprechend ergänzt und hier online gestellt:
    Vergleich arktische Eisbedeckung

  50. Wolfgang Flamme Antworten | Permalink

    @multiverus Re: ... 40% erholt?

    "Wenn die 9%-Rechnung (Vergleich der Minimalwerte 2007/2008) des Herrn Rahmstorf recht ist, dann ist die folgende Rechnung billig - und vielleicht sogar realitätsnäher"

    Davon kann nun überhaupt keine Rede sein, lieber multiverus.

    Die Maßzahl des Herrn Rahmstorf ist eine einfache lineare Transformation der Eisbedeckung und für alle möglichen Eisbedeckungen (auch Nicht-Minuma) eindeutig definiert.

    Ihre Transformation hingegen ist nicht nur nichtlinear in Bezug auf die Eisbedeckung, sie ist auch nicht rücktransformierbar. Beispielsweise kann sie noch nicht mal zwischen einer Eisbedeckung von 5 Mio und 6 Mio km² unterscheiden.

  51. Wolfgang Flamme Antworten | Permalink

    Datenmaterial gesucht

    Liebe Mitleser,

    ich bin auf der Suche nach detaillierten, tabellarischen Daten, welche die historische (geschätzte) Altersverteilung arktischen Eises beschreiben. Ersatzweise könnte es auch ein Archiv von Falschfarben-Kartenprojektionen sein.

    Hat schon jemand so ein Kompendium auftreiben können? Ich wäre für einen Link dankbar.

  52. Reiner Vogels Antworten | Permalink

    Ende des Klimaalarmismus

    Ich wage die Prophezeiung, dass das Thema "anthropogene Erderwärmung" in ein paar Monaten vollkommen aus der öffentlichen Diskussion verschwunden sein wird.

    Begründung: Angesichts der beginnenden Weltrezession, vielleicht sogar Weltwirtschaftskrise, kann es sich die Menschheit nicht mehr leisten, Millarden von Geldern und riesige Kapazitäten an wissenschaftlicher Intelligenz auf die Bekämpfung eines rein fiktiven Problems (anthropogene Erderwärmung) zu verschwenden.

    Dass die EU inzwischen beschlossen hat, die Verschärfung der CO2-Regelungen für Autos zu verschieden, ist ein erstes Indiz. Und natürlich werden die Politiker, um das Nachlassen in der (absolut sinnlosen und nicht zielführenden) CO2-Bekämpfung rechtfertigen zu können, auf andere wissenschaftliche Argumente hören und auf andere Berater verweisen als bisher. Das PIK wird bald out sein, und eine seriöse und weniger einseitige Betrachtung der Dinge wird Platz greifen.

    Auch die Medien werden erkennen: Eine anthropogene Erderwärmung hat es nie gegeben.

  53. Klimaneutral Antworten | Permalink

    Und jetzt schlägt die Natur zurück

    Vulkanausbrüche, Tsunamis und heftige Erdbeben. Das ist der Preis den wir gewonnen haben. Und es ist erst der Anfang. Die Frage ist können wir es noch aufhalten? Ich bin da eher skeptisch. Jedenfalls kann man daran arbeiten es nicht noch schlimmer zu machen. Es muss jedenfalls ein ganz aggressives Umdenken stattfinden. Und das besser gestern als morgen!

  54. energie beratung Antworten | Permalink

    Ob dieser Sommer...

    ...auch eine Auswirkung darauf ist? Ob ja oder nein, es muss gehandelt werden, auch wenn es vielleicht schon zu spät ist. Immer noch besser als gar nichts zu tun.

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