Klimaforscher-Bashing beim SPIEGEL

1. April 2010 von Stefan Rahmstorf in Medien-Check

In manchen Medien ist derzeit die neue Trendsportart "Klimaforscher-Bashing" angesagt: statt sich mit dem Klimaproblem sachlich fundiert auseinanderzusetzen, schimpft man lieber auf die Wissenschaftler, also die Überbringer der unangenehmen Nachrichten. Der SPIEGEL tut das diese Woche unter der suggestiven Überschrift "Die Wolkenschieber" - man soll da wohl an "Schiebung" denken. Auf diesem Niveau geht es dann auch weiter: "Schlampereien, Fälschungen, Übertreibungen" werden der Klimaforschung unterstellt. Dabei greift der SPIEGEL tief in die Mythen- und Mottenkiste der "Klimaskeptiker" und bedient sich freimütig auf deren Websites, statt kritisch zu recherchieren. (Über die Hintergründe dieser "Kampagne gegen Klimaforscher" hatte die Süddeutsche Zeitung gestern einen lesenswerten Artikel.)

Als Forscher habe ich nicht die Zeit, einen ganzen Tag auf einen Artikel zu verwenden und viel nachzurecherchieren, daher hier nur einige der offensichtlichsten Falschbehauptungen und Verdrehungen des SPIEGEL.

Temperaturdaten

Zynisch und menschenverachtend ist der Beginn des Artikels über unseren britischen Kollegen Phil Jones. Genüsslich breiten die Autoren solche Sätze aus:

Immerzu spürt er eine Enge in der Brust. Nur Betablocker helfen ihm über den Tag. Er ist abgemagert. Seine Haut wirkt fahl.

Jones ist fertig - seelisch, körperlich, beruflich. Mehrfach hat er in letzter Zeit erwogen, sich umzubringen.

Und zwar infolge der medialen Kampagne mit genau solchen schlecht recherchierten und die Fakten verdrehenden Artikeln, wie ihn Marco Evers, Olaf Stampf und Gerald Traufetter diese Woche im SPIEGEL zu verantworten haben.

Erst wird groß aufgebauscht, was man dann lustvoll vernichtet. So geht laut SPIEGEL gleich "die ganze Zunft" der Klimaforscher "auf Grundlage seiner [Jones'] Arbeiten zu Werke", und "über seine Computer lief fast jede interne Debatte der Klimapäpste". Nun habe ich - als sicher nicht untypisches Beispiel - noch nie mit Jones' Daten gearbeitet und nur eine Handvoll Mails (von jährlich Zehntausenden) mit ihm ausgetauscht, obwohl ich wohl auch zur "Zunft" zählen dürfte. Es gibt eine ganze Reihe anderer Datensätze der globalen Temperaturen, z.B. die auf Wetterstationen beruhenden der NASA (die ich aus verschiedenen Gründen vorziehe) oder der NOAA, oder die Satellitendaten von RSS oder der UAH. Wie es in der Wissenschaft immer sinnvoll ist, beruhen die wichtigen Aussagen gerade nicht auf einem einzigen Datensatz, sondern darauf, dass eine ganze Reihe von konkurrierenden Forschergruppen mit unterschiedlichen Methoden konsistente Resultate erhalten (siehe Abbildung).

Globale Durchschnittstemperaturen (Jahresmittel) in den 5 am häufigsten verwendeten Datenreihen. Gezeigt sind die Abweichungen vom Mittelwert der letzten 30 Jahre, sowie die linearen Trends über die letzten 30 Jahre. Die Daten vom Hadley Center, der NASA und der NOAA nutzen Messwerte der Bodenstationen, jeweils mit eigenen Verfahren der Qualitätskontrolle (z.B. Beseitigung des urban heat island effects) und der Interpolation und räumlichen Integration. Ganz unabhängig davon sind die Satellitendaten von RSS und UAH (ab 1979 verfügbar), bei denen es sich um unterschiedliche Auswertungen der gleichen Mikrowellenrohdaten von Satelliten handelt. Diese messen nicht die Oberflächentemperaturen sondern die der mittleren Troposphäre, deren Veränderungen sich auf kurzen Zeitskalen durchaus real unterscheiden können. Man sieht das zum Beispiel am Rekord-El Niño im Jahr 1998, der in der Troposphäre eine stärkere Temperaturanomalie verursacht hat, vermutlich weil die in den Tropen aufsteigende Warmluft sich in mittleren Höhen ausbreitet. Die klimatischen Trends unterscheiden sich aber nicht signifikant, da auf längeren Zeitskalen die bodennahen und troposphärischen Temperaturen aufgrund der turbulenten Vermischungsprozesse eng aneinander gekoppelt sind.

Die Qualität der Rohdaten der weltweiten Wetterstationen oder von Schiffen ist dabei durchaus in vielen Fällen unbefriedigend, insbesondere, wenn man weiter in der Zeit zurück geht - sie wurden schließlich zu Zwecken der Wettervorhersage gesammelt, nicht um langfristige Klimatrends zu bestimmen. Die Fehlermargen sind aber - wie in der Wissenschaft üblich - sorgfältig analysiert worden und z.B. auf der Webseite des Hadley Center und im IPCC-Bericht abgebildet, und es gibt bislang keinen Grund zu der Vermutung, dass die tatsächliche Temperaturentwicklung außerhalb dieser Fehlergrenzen verläuft - zumal ja die Satellitendaten auch gut mit den Bodendaten übereinstimmen. Ob der globale Erwärmungstrend in den letzten Jahrzehnten nun bei 0,15 oder 0,17 ºC pro Jahrzehnt lag dürfte für keine praktische Frage von großer Bedeutung sein.

IPCC-Darstellung der globalen Mitteltemperatur 1850-2005 (Abb. TS6).

Der SPIEGEL schreibt, Jones habe Rohdaten gelöscht und sei ein "Aktivist oder Missionar, der ‚seine' Daten als persönliches Heiligtum betrachtet und sie vor kritischen Blicken Andersdenkender schützen will". Dabei ist Jones gar nicht Erzeuger, Eigner oder gar Archivar dieser Daten - es handelt sich schlicht um die Daten der nationalen Wetterdienste, die auch für deren Archivierung zuständig sind oder für die Frage, an wen und unter welchen Bedingungen sie weitergegeben werden sollten. Der größte Teil dieser Daten ist online frei verfügbar; manche Wetterdienste erlauben die Weitergabe aber nicht, weil sie derartige Daten verkaufen. Andere Forscher haben die CRU-Daten mit frei verfügbaren Rohdaten von Wetterstationen verglichen. Bei der NASA sind zum Beispiel auch die Computer-Algorithmen, mit denen aus den Rohdaten die globale Temperatur berechnet wird, für Jedermann online verfügbar. Es dürfte wohl kaum ein Forschungsfeld geben, wo mehr an Daten und Computercodes frei erhältlich ist als in der Klimaforschung (z.B. auch Codes und Daten meiner aktuellen Arbeiten zum Meeresspiegel in Science 2007 und PNAS 2009). Legen zum Beispiel die Ökonomen, von deren Rat viele politische Entscheidungen abhängen, die Rohdaten und Computercodes ihrer Modelle offen?

Das britische Unterhaus hat gerade den Untersuchungsbericht der Kommission veröffentlicht, die den Vorwürfen gegen Phil Jones nachgegangen ist. Der Bericht folgert:

The focus on Professor Jones and CRU has been largely misplaced. [...] The scientific reputation of Professor Jones and CRU remains intact.

Dass Jones voll rehabilitiert wurde wird alle freuen, die diesen bescheidenen, stets hilfsbereiten und allseits beliebten Wissenschaftler persönlich kennen. Für die Allgemeinheit ist die Folgerung über seine wissenschaftlichen Ergebnisse sicher wichtiger: 

Even if the data that CRU used were not publicly available-which they mostly are-or the methods not published-which they have been-its published results would still be credible: the results from CRU agree with those drawn from other international data sets; in other words, the analyses have been repeated and the conclusions have been verified.

Die allzeit beliebte "hockey stick" Diskussion

Der SPIEGEL wärmt einen der ältesten Ladenhüter der "Klimaskeptiker" wieder auf: die Hockeyschläger-Debatte und eine Reihe der schon vor Jahren widerlegten Falschbehauptungen dazu. Der sogenannte "hockey stick" ist eine 1999 von Michael Mann, Ray Bradley und Malcolm Hughes publizierte Temperaturrekonstruktion für die Nordhemisphäre über das letzte Jahrtausend, zu der der SPIEGEL schreibt, der Kanadier Steve McIntyre habe sie "als Mogelei entlarvt". (Das ist auch der einzige Hinweis im Artikel auf die im Untertitel versprochenen "Fälschungen".) Das stimmt nicht. Selbst eine Kommission der National Academy of Sciences der USA hat sich im Jahr 2006 mit diesen Vorwürfen von McIntyre befasst und die Autoren von jedem Verdacht der "Mogelei" freigesprochen.

Dabei sind nicht nur Rohdaten und Computercode zum "hockey stick" online frei verfügbar, sondern unabhängige Wissenschaftler haben alles schon vor Jahren mit eigenem Code nachgerechnet (ebenfalls verfügbar). Der aktuelle IPCC-Bericht von 2007 zeigt in Abb. 6.10 diese Rekonstruktion zusammen mit einem Dutzend weiteren, die zwischenzeitlich hinzugekommen sind; in der 2009 publizierten Copenhagen Diagnosis sind in Abb. 19 (Seite 43) noch neuere gezeigt. Alle zeigen zwar nicht im Detail, aber doch in den wesentlichen Aspekten konsistente Ergebnisse. Daher war die Folgerung im IPCC-Bericht von 2007 auch stärker als noch 2001, als der "hockey stick" erstmals gezeigt wurde. Der IPCC-Bericht 2007 folgert:

Palaeoclimatic information supports the interpretation that the warmth of the last half century is unusual in at least the previous 1,300 years. [Summary for Policy Makers, S. 9]

Im dritten Bericht von 2001 war eine solche Aussage nur für die letzten 1000 Jahre getroffen worden.

Sämtliche Rekonstruktionen - egal ob mit oder ohne Verwendung von Baumringdaten - stimmen übrigens darin überein, dass die Temperatur der Nordhemisphäre (für die Südhemisphäre gab es bis vor kurzem noch zu wenige Daten) heute höher ist als im Mittelalter. Der SPIEGEL behauptet nun einfach das Gegenteil:

Viel spricht etwa dafür, dass es im Mittelalter zwischen 900 und 1300, als die Wikinger auf Grönland Viehzucht betrieben und in Schottland Wein angebaut wurde, in Wahrheit doch wärmer war als heute.

Wissenschaftliche Belege dafür werden keine genannt. Lokal - im Nordatlantikraum - zeigen übrigens Klimarekonstruktionen im Mittelalter durchaus wärmere Temperaturen als heute (siehe Abb.); ein Widerspruch zur anekdotischen Evidenz über Grönland und Schottland besteht daher nicht.

Temperaturdifferenz zwischen dem Mittelalter (Jahre 950 bis 1250) und der modernen Periode (Jahre 1961 bis 1990) nach der Rekonstruktion von Mann et al. 2009. Graue Schraffierung zeigt Gebiete mit statistisch signifikanten Ergebnissen.

Übrigens wäre es auch von den Antrieben des Klimawandels her verwunderlich, wenn es im Mittelalter global wärmer gewesen wäre. Antriebe sind die Faktoren, die die globale Strahlungsbilanz der Erde beeinflussen, wie Schwankungen der Sonnenaktivität, Vulkaneruptionen oder Veränderungen der Treibhausgasmenge in der Atmosphäre. Berechnet man aus diesen Antrieben mit Klimamodellen den Temperaturverlauf über das letzte Jahrtausend, dann ist das Ergebnis konsistent mit den oben erwähnten Temperaturrekonstruktionen. Eine Ausnahme bildet lediglich eine (inzwischen korrigierte) Modellsimulation der Kollegen Zorita und von Storch. Diese Modellrechnungen (18 Stück) sind im IPCC-Bericht in den Abbildungen 6.13 und 6.14 zusammengestellt und mit den Daten verglichen.

Nur durch eine Betrachtung der Antriebe kann man übrigens auf die Ursache der globalen Erwärmung schließen - die Tatsache, dass es derzeit ungewöhnlich warm ist, ergibt für sich genommen keine Erkenntnisse über Ursachen. Gäbe es nur die natürlichen und keine anthropogenen Antriebsfaktoren, dann müsste es derzeit kälter sein als im Mittelalter.

Die Hockeyschläger-Debatte ist ein gutes Beispiel dafür, wie die "Klimaskeptiker"-Lobby ein missliebiges Forschungsergebnis über Jahre mit unsäglichen Angriffen versucht hat sturmreif zu schießen und sich daran die Zähne ausgebissen hat. Die wissenschaftlichen Folgerungen haben sich dabei als belastbar erwiesen.

Tropenstürme

Unter der Zwischenüberschrift "Die Legende von den Superstürmen" berichtet der SPIEGEL-Artikel von einem "Hurrikan-Krieg" unter US-Wissenschaftlern:

Katrina sei nur der Anfang, warnten die Alarmisten im Stil von Strafpredigern, schon bald würden Superstürme von nie dagewesener Wucht über uns hinwegrasen. Die Besonnenen widersprachen dem heftig, sie sahen keinen Anlass für solche Befürchtungen.

Leider gibt es für den "Stil von Strafpredigern" kein Belegzitat. "Besonnen" ist die bewährte Sprachregelung des SPIEGEL für alle, die den Klimawandel herunterspielen, ganz unabhängig davon, wie wissenschaftlich fundiert deren Aussagen sind.

Dann wird auf eine aktuelle Studie aus Nature Geoscience verwiesen, die angeblich "Entwarnung an der Hurrikan-Front" bringt, "endgültig die Luft rauslässt" und "eine weitere Schlappe für den Welt-Klimarat" bedeutet. Denn: der IPCC-Bericht habe noch "vor mehr Hurrikans im Treibhausklima gewarnt". Zitieren wir doch einfach aus dem Abstract der neuen Studie:

Future projections based on theory and high-resolution dynamical models consistently indicate that greenhouse warming will cause the globally averaged intensity of tropical cyclones to shift towards stronger storms, with intensity increases of 2-11% by 2100. Existing modelling studies also consistently project decreases in the globally averaged frequency of tropical cyclones, by 6-34%. Balanced against this, higher resolution modelling studies typically project substantial increases in the frequency of the most intense cyclones, and increases of the order of 20% in the precipitation rate within 100 km of the storm centre.

Kurzum, weniger, aber dafür heftigere Tropenstürme werden erwartet. Übrigens steigt die Zerstörungskraft von Stürmen schneller als die Windgeschwindigkeit, 2-11% höhere Windgeschwindigkeit bedeuten 6-37% größere Zerstörungskraft (Emanuel 2005).

Und was hatte der IPCC-Bericht dazu gesagt?

Based on a range of models, it is likely that future tropical cyclones (typhoons and hurricanes) will become more intense, with larger peak wind speeds and more heavy precipitation associated with ongoing increases of tropical sea surface temperatures. There is less confidence in projections of a global decrease in numbers of tropical cyclones. [Summary for Policy Makers, Seite 15.]

Kurzum, weniger, aber dafür heftigere Stürme werden erwartet, wenn man sich beim ersten Punkt damals auch noch weniger sicher war ("less confidence"). Die WMO, deren Expertengruppe diese Studie publiziert hat, beschreibt das Ergebnis denn auch so:

Substantial scientific progress has led the Expert Team to raise their confidence levels on several aspects of how tropical cyclone activity may change under projected climate scenarios.

Das bedeutet: von einer Schlappe für den Weltklimarat in einem "Krieg" kann keine Rede sein, sondern die früheren Erkenntnisse des IPCC-Berichts haben sich erhärtet. Die Darstellung des SPIEGEL fällt in die schon im Februar von uns benannte Kategorie der Falschdarstellungen über den IPCC, die einfach durch Nachlesen im Bericht widerlegt werden können (in diesem Fall sogar schon durch Nachschlagen in der Summary for Policy Makers).

IPCC-Fehler

Laut SPIEGEL "tauchen immer neue Fehler, Schlampereien und Übertreibungen im aktuellen IPCC-Bericht auf". Wir haben das ja hier bereits ausführlich diskutiert und festgestellt, dass von den aufgeregt in den Medien diskutierten angeblichen Fehlern außer dem Himalaya-Fehler wenig übrig bleibt. Weiteres hat der SPIEGEL auch jetzt nicht zu bieten - er zählt nun die "umstrittene Temperaturkurve von Phil Jones" dazu; ansonsten die "angebliche Zunahme von Naturkatastrophen" - falsch, wie wir schon anlässlich eines Welt-Artikels mit dieser Behauptung gezeigt haben.

Der SPIEGEL elaboriert dann noch die Geschichte der angeblichen "Geistergrafik" von Robert Muir-Wood, die wir ebenda erläutert haben. Laut SPIEGEL hat Roger Pielke "versucht, die Herkunft der Grafik zu recherchieren" und "wurde fündig" bei Robert Muir-Wood. Diese Recherche war sicher sehr schwierig, da Muir-Wood, der die Grafik geliefert hat, schon in der Bildunterschrift vom IPCC als Autor genannt wird. Schwierig ist nur, die von Pielke skandalisierte Grafik (die im übrigen völlig korrekt aber nicht sehr aussagekräftig ist) überhaupt zu finden: anders als vom SPIEGEL behauptet ist sie gar nicht im IPCC-Bericht enthalten, sondern wird nur als den Bericht "ergänzendes Material" auf der IPCC-Webseite vorgehalten, da der IPCC aus Transparenzgründen auch solche Hintergrundmaterialien offen legt. Obwohl auf den 3.000 Seiten des Berichts kein Platz für sie war, scheint sie nun aus unerfindlichen Gründen für SPIEGEL-Leser wichtig zu sein.

Worum geht es eigentlich?

Der SPIEGEL diffamiert einige der weltweit besten Forscher, die ja nicht zuletzt deshalb zur Zielscheibe der "Klimaskeptiker" wurden. Schaut man einmal auf die Publikationen in den drei wissenschaftlichen Top-Journals (Nature, Science, PNAS), so hat der erst 44-jährige Michael Mann dort bereits 9 Studien veröffentlicht, Phil Jones 24 (nicht eingerechnet Kommentare, Briefe, Rezensionen etc). Dagegen stellt der SPIEGEL seit vielen Jahren immer wieder den gleichen Kronzeugen, den Mathematiker Hans von Storch, der in den genannten Top-Journals nur eine einzige (noch dazu fehlerhafte) Studie publiziert hat. Doch er sagt das politisch Gewünschte, wenn auch ohne Belege aus der Fachliteratur: wir könnten uns angeblich leicht an den Klimawandel anpassen ("Wir werden das wuppen"). Seit vielen Jahren zeiht er zudem immer wieder in den Medien die große Mehrheit der Kollegen, die das anders einschätzen als er, des Alarmismus, nennt sie Propheten des Untergangs oder Umweltaktivisten, die der Öffentlichkeit etwas einreden. Oder unterstellt Kollegen gleich, sie würden aus politischen oder finanziellen Motiven Schreckensszenarien verbreiten. In diesem Artikel sagt er Dinge wie "Manche meiner Kollegen verhalten sich leider wie Pastoren, die ihre Ergebnisse genau so präsentieren, dass sie zu ihrer Predigt passen." Dieses Zitat passt vor allem zu der Inflation der Worte "Gurus", "Päpste", "Strafprediger", "Missionare" usw. im Artikel. Von Storch weiter: "Es ist sicher kein Zufall, dass alle bekanntgewordenen Fehler immer in Richtung Übertreibung und Alarmismus gingen." Korrekter wäre wohl die Aussage gewesen: es ist sicher kein Zufall, dass die in den Medien skandalisierten angeblichen Fehler immer in Richtung Übertreibung und Alarmismus gingen.

Dass es dem SPIEGEL nicht um die Wissenschaft geht, ist offensichtlich. Es geht in Wahrheit um Politik. Dieses Jahr entscheidet über die Zukunft der deutschen Klimapolitik: im Herbst will die Bundesregierung ihre neue Energiestrategie verkünden. Dabei wird es darum gehen, ob die Energiewende zu einer nachhaltigen, verstärkt auf erneuerbaren Energien beruhenden Stromversorgung vorangetrieben oder ausgebremst wird. Im globalen Kontext geht es darum, ob die globale Erwärmung noch auf maximal 2 Grad begrenzt werden kann, wie es der Copenhagen Accord fordert, oder ob diese Chance verspielt wird. Der Machtkampf dazu ist in vollem Gange. Die Energiewende kann man am besten verhindern, indem man Zweifel an ihrer Dringlichkeit erzeugt. Die Tatsache, dass man dazu Skandal-Geschichten über die Klimaforschung erfinden muss, belegt aber nur Eines: gute, ehrliche Argumente gegen eine entschlossene Klimapolitik hat man nicht.

Update 7. April: Heute ist eine englische Fassung des Artikels erschienen.

Update 13. April: Auf dem noch recht neuen Vielfalter-Blog ist ebenfalls ein Beitrag zum SPIEGEL-Artikel erschienen - inklusive Links zu zwei Leserbriefen von Wissenschaftlern an den SPIEGEL, von denen einer gar nicht, der andere gekürzt erschienen ist.

Update 14. April: Jetzt ist auch der zweite Untersuchungsbericht zum CRU und Phil Jones publiziert worden, der sich mit der wissenschaftlichen Arbeit der Forscher befasst. Auch dieser Bericht findet keinerlei Hinweise auf irgendwelche Manipulationen, einseitige Interpretation der Daten oder dergleichen. In der Frage der Herausgabe von Rohdaten kritisiert der Bericht vor allem Regierungen, die gesammelte Wetterdaten als verkäufliche Produkte betrachten und damit den freien Datenfluss für die Forschung behindern. Zitat:

A host of important unresolved questions also arises from the application of Freedom of Information legislation in an academic context. We agree with the CRU view that the authority for releasing unpublished raw data to third parties should stay with those who collected it.

Die Kommission wendet sich auch - passend zum obigen Beitrag - deutlich gegen die Art, wie das Climatic Research Unit öffentlich kritisiert worden ist: "...we deplore the tone of much of the criticism that has been directed at CRU".

p.s. (26. April): Kurios aber bezeichnend: DER SPIEGEL nennt Pachauris Roman "Return to Almora" einen "erotischen Roman". Das Buch zeichnet die Lebensgeschichte von Sanjay Nath: von seiner Kindheit im Himalaya in den 1950ern über Jahrzehnte in den USA, wo er erfolgreich eine Kette von Meditationszentren aufbaut, bis zu seiner Rückkehr in den Himalaya als 60-Jähriger. In dem 400 Seiten starken Werk gibt es eine Handvoll sehr zurückhaltend in wenigen Sätzen angedeutete Liebesszenen. Diesen Entwicklungsroman einen "erotischen Roman" zu nennen ist ziemlich abwegig und kann eigentlich nur einen Zweck verfolgen: Pachauri in einem anrüchigen Licht erscheinen zu lassen.

Update 5. Mai: Greenpeace hat gerade eine lesenswerte Dokumentation zu den Hintergründen der Attacken auf Klimaforscher in den letzten 20 Jahren publiziert. 

Korrektur: Die Ergänzungsmaterialien zum IPCC-Bericht sind nicht nur auf der IPCC-Webseite zum download verfügbar, sondern auch auf einer CD-ROM, die mit den gedruckten Bänden verteilt wird. Dank an R. Pielke für diesen Hinweis.

Literaturangaben

Emanuel, K., 2005: Increasing destructiveness of tropical cyclones over the past 30 years. Nature, 436, 686-688.

Knutson, T. R., J. L. McBride, J. Chan, K. Emanuel, G. Holland, C. Landsea, I. Held, J. P. Kossin, A. K. Srivastava, and M. Sugi, 2010: Tropical cyclones and climate change. Nature Geoscience, 3, 157-163.

Mann, M. E., R. S. Bradley, and M. K. Hughes, 1999: Northern hemisphere temperatures during the past millennium: inferences, uncertainties and limitations. Geophysical Research Letters, 26, 759-762.

Mann, M. E., Z. Zhang, S. Rutherford, R. S. Bradley, M. Hughes, D. Shindell, C. Ammann, G. Faluvegi, and F. Ni, 2009: Global Signatures and Dynamical Origins of the Little Ice Age and Medieval Climate Anomaly. Science, 326, 1256-1260.


85 Kommentare zu “Klimaforscher-Bashing beim SPIEGEL”

  1. christian Antworten | Permalink

    ich bin....

    ich bin seit über 20 Jahren Spiegel Abonnent.

    Die Beiträge über den Klimawandel sind seit Jahren geprägt durch Halbwahrheiten und reißerischer Berichterstattung.

    Leider zieht sich diese schlechte Qualität durch fast alle Artikel im Bereich Spiegel-Wissenschaft.

    Meine Konsequetz ist es, dass ich diese Texte meistens garnicht mehr lese und schnell zum Hohlspiegel weiter blätter ;-)

    Schade eigentlich!

  2. Robert Kühn Antworten | Permalink

    Fehlende Fachkompetenz

    Der Spiegel bzw. insbesondere auch Sp-Online ist ein Beispiel dafür, dass in der Redaktion kaum noch kompetente Wissenschaftsredakteure anwesend oder in der Lage sind, objektive Recherchen zu erstellen. Es ist halt wesentlich bequemer, perfekt vorformulierte Beiträge (von wem wohl?) zu übernehmen und als Belohnung dafür später eventuell auch mal zu "lukrativen" Veranstaltungen eingeladen zu werden. Die Pharmaindustrie arbeitet bereits seit Jahrzehnten erfolgreich auf diesem Weg.

    In den 1990er Jahren ist mir diese Tendenz beim Spiegel bereits bei Attacken gegen die Solar- und Windenergieerzeugung aufgefallen, jetzt sind halt die Klimawissenschaftler dran.

    Wer diese Kampagnen letztendlich finanziert wird in dem o.a. SZ-Artikel verdeutlicht.

  3. Rudolf Hirschel Antworten | Permalink

    Und Sie?

    Sicher ist es sinnvoll, wenn vor allem die besten Forscher zu Wort kommen. Wenn ich ein Herzproblem hätte, würde ich auch die besten Herzspezialisten fragen wollen, was zu tun ist. Herr Rahmstorf, Sie sollten dann aber auch verraten, wie viele Studien Sie denn in den Top-Journals veröffentlicht haben.

    [Antwort: Zwölf. Meine volle Publikationsbilanz können Sie hier einsehen. Stefan Rahmstorf]

  4. Armin Quentmeier Antworten | Permalink

    Temperaturen auf Grönland

    „Sämtliche Rekonstruktionen ... stimmen übrigens darin überein, dass die Temperatur der Nordhemisphäre ... heute höher ist als im Mittelalter (waren). Der SPIEGEL behauptet nun einfach das Gegenteil: Viel spricht etwa dafür, dass es im Mittelalter zwischen 900 und 1300, als die Wikinger auf Grönland Viehzucht betrieben und in Schottland Wein angebaut wurde, in Wahrheit doch wärmer war als heute.“
    Zur Blütezeit der Wikingersiedlungen auf Grönland lebten dort bis zu 5000 Menschen überwiegend von der Landwirtschaft. (Quelle: Jarred Diamond, Kollaps; S. Fischer Verlag 2005). Wie viele Menschen könnten dort heute von der Landwirtschaft leben? Spricht die große Zahl der Wikinger nicht dafür, daß es im Hochmittelalter auf Grönland und auf der gesamten Nordhalbkugel deutlicher wärmer gewesen sein muß als gegenwärtig?

  5. Wolfram Antworten | Permalink

    Nun ist der Artikel auch auf der Hauptseite von "Spon". Ich hoffe, Sie haben Spiegel auch direkt angeschrieben, so dass diese "Redakteure" entsprechend zu antworten haben.

    BTW: Sehr guter und informativer Blog im Dschungel der sonstigen Klima-Astro-TV (vgl. Spiegel-Artikel).

  6. W. Rood Antworten | Permalink

    Hilfreiche Hinweise

    Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe machen, den Spiegel-Artikel zu kommentieren. Ihre Hinweise sind extrem hilfreich, insbesondere auch die Quellenverweise. Als wissenschaftlicher Laie bin ich dem Spiegel und seiner Schmutzkampagne sonst schutz- und hilflos ausgeliefert.

  7. Armin Quentmeier Antworten | Permalink

    Temperaturen auf Grönland

    Zitat aus Ihrem Beitrag: „Sämtliche Rekonstruktionen ... stimmen übrigens darin überein, dass die Temperatur der Nordhemisphäre ... heute höher ist als im Mittelalter (waren). Der SPIEGEL behauptet nun einfach das Gegenteil: Viel spricht etwa dafür, dass es im Mittelalter zwischen 900 und 1300, als die Wikinger auf Grönland Viehzucht betrieben und in Schottland Wein angebaut wurde, in Wahrheit doch wärmer war als heute.“
    Zur Blütezeit der Wikingersiedlungen auf Grönland lebten dort bis zu 5000 Menschen überwiegend von der Landwirtschaft. (Quelle: Jarred Diamond, Kollaps; S. Fischer Verlag 2005). Wie viele Menschen könnten denn dort heute von der Landwirtschaft leben? Spricht die große Zahl der Wikinger nicht dafür, daß es im Hochmittelalter auf Grönland und auf der gesamten Nordhalbkugel deutlicher wärmer gewesen sein muß als gegenwärtig und daß diese Warmzeit mehrere Jahrhunderte andauerte?

  8. Leif Andreesen Antworten | Permalink

    Zeitgeist

    Die Medien sind auch immer ein Spiegelbild der vorherrschenden Meinung in der Bevölkerung. Der Mensch liest seine schon feststehende Meinung einfach zu gern in seiner bevorzugten Publikation und sieht sich bestätigt...
    Sollten man sich deshalb statt auf die bösen Medien zu schimpfen viel mehr fragen, warum sich die Stimmung in der Gesellschaft nachweislich gewandelt hat?
    Kann das nicht auch an einer Mischung aus hanebüchener Informationspolitik und schlichter Desesibilisierung der Menschen liegen?
    Statt hier also verschwörerisch gegen die "Informationskartelle" zu wettern, ist es nicht konstruktiver, wenn wir aus unseren Fehler lernen?

  9. Eikolt Antworten | Permalink

    Aha

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    erst dachte ich "oh je, wenn das mal kein Aprilscherz ist". Aber nach 20 Minuten (ok, eigentlich schon nach 20 Sekunden) habe ich gemerkt, dass dies eine sehr gelungene Replik ist.

    Leider werden Ihre Gegenargumente aber beim Spiegel wohl auf taube Ohren treffen. Es würde mich sehr stark wundern, wenn man sich dort diesem Artikel annehmen wird. Vielleicht sollte man der dortigen Redaktion mal einen link zu diesem Artikel schicken. Nur so, dass man dort ins Grübeln gerät.

    MfG
    D. Eikolt

  10. Ibrahim Antworten | Permalink

    Mitteltemperatur 1850-2005

    Könten sie mir erklären was die Temperatursteigung von (etwa) 1900 bis 1945 verursacht hat?

    [Antwort: Eine wichtige Rolle dabei hat wahrscheinlich die in diesem Zeitraum ansteigende Sonnenaktivität gespielt. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Leuchtkraft der Sonne wieder schwächer geworden, derzeit ist sie auf dem tiefsten Stand seit den 1970er Jahren. Stefan Rahmstorf]

  11. diessoli Antworten | Permalink

    deprimierend

    Nicht nur der Artikel selber ist deprimierend zu lesen, auch die zahlreichen Kommentare machen deutlich dass die Verunsicherungs-Taktiken der letzten Jahre guten Erfolge gezeigt haben. Saemtliche alte Huete (Treibhaus-Effekt von CO2 ist nicht nachgewiesen, frueher war es waermer, etc.) tauchen immer wieder auf, egal wie oft sie wiederlegt worden sind.
    Andererseits: vielleicht sind es ja immer nur die gleichen wenigen Leute die sich in diesen Foren zu Wort melden.

    Danke auf jeden Fall, dass Sie sich die Zeit genommen haben auf den Artikel ausfuehrlich zu antworten.

    D.

  12. Michael Limburg Antworten | Permalink

    IPCC-Darstellung der globalen Mitteltemp

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
    zum Beleg Ihrer These von der beschleunigten Erderwärmung verwenden Sie die im Betreff genannte und bei Ihnen gezeigte Kurve des IPCC ABB TS 6. Ihnen ist vielleicht entgangen, dass in dieser Grafik statistische Todsünden begangen wurden, die ein zwar erwünschtes aber grottenfalsches Bild der Erwärmung suggerieren aber methodisch nicht zulässig sind. Hier werden munter Äpfel mit Birnen verglichen, indem verschiedene Geraden über verschieden lange Zeiträume als mittlere Trendlinien gezogen wurden. 25 Jahre (1980-2005) bis 150 Jahre (1860-2005?). Das ist statitische Manipulation udn würde locke rauch bei jeder Sinusschwingung funtkionieren, wie Sie z.B. hier nachlesen können. http://sites.google.com/...pccinventedanewcalculus
    Das IPCC hätte richtigerweise die Trends der Anstiege oder Abnahmen etwa gleich langer Zeiten einzeichnen und vergleichen müsssen, z.B. von 1860-1880, 1910-1940 oder 1975-1998. Täten Sie das (oder das IPCC) dann würden Sie feststellen, dass die Steigungen dieser 3 Anstiege so gut wie identisch sind. Von Beschleunigung keine Spur. Ich bin sicher dass Ihnen diese suggestive Beeinflussung der Leser nicht bewußt war und bitte Sie dies zu korrigieren.
    mfG
    M. Limburg

    [Antwort: Lieber Herr Limburg, wo genau habe ich denn diese Grafik zum Beleg einer beschleunigten Erderwärmung benutzt? Ich zeige Sie oben als Illustration der Tatsache, dass dort Fehlermargen der Temperaturdaten gezeigt sind. Wenn Sie statistisch feststellen wollen, ob in dem Datenzeitraum eine Beschleunigung stattgefunden hat, dann könnten Sie zum Beispiel statt dem linearen Trend eine Parabel fitten, um die zweite Ableitung (also die Beschleunigung) zu berechnen. Ich freue mich darauf, dass Sie uns das Ergebnis dann hier mitteilen. Oder vielleicht ein anderer Leser? Die Datenquelle ist oben verlinkt. Stefan Rahmstorf]

  13. Martin Heckel Antworten | Permalink

    Abbildung 3

    Sehr geehrter Prof. Rahmstorf,

    ich habe einige Fragen zu Abb. 3.

    Gezeigt wird die Temperaturdifferenz zwischen dem Mittelalter (Jahre 950 bis 1250) und der modernen Periode (Jahre 1961 bis 1990) nach der Rekonstruktion von Mann et al. 2009.

    Für die mittelalterliche Warmzeit wird über einen relativ langen Zeitraum gemittelt, nämlich von 950-1250 AD, also über 300 Jahre. Diese Periode wird in Bezug zur modernen Warmzeit gesetzt. Hier wird nur über 30 Jahre gemittelt, nämlich von 1961-1990.

    Ich denke in den 300 Jahren der mittelalterlichen Warmzeit gab es sicherlich wärmere und kältere Abschnitte. Richtig wäre es also die 30 wärmsten Jahre der mittelalterlichen Warmzeit mit den 30 wärmsten Jahren der heutigen Warmzeit zu vergleichen.

    Abb. 3 zeigt warme Temperaturen im Mittelalter vor allem im Nordatlantikraum. Bekannt ist aber auch eine mittelalterliche Warmzeit im Alpenraum.

    http://bfw.ac.at/...tent=Praxisinfo_Waldgrenze.pdf

    Diese geht aus Abb. 3 nicht hervor. Noch heute werden in diversen Gletschervorfeldern Funde aus dem Mittelalter hervorgetan.

    Abb. 3 zeigt kalte Temperaturen im Mittelalter für die Uralregion. Eine Studie von 2007 aus Bohrlochdaten zeigt aber eine ausgeprägte mittelalterliche Warmzeit im Ural.

    http://www.clim-past.net/...2007/cp-3-237-2007.pdf

    Es gibt diverse weitere Studien zur mittelalterlichen Warmzeit, die mit Abb. 3 nicht übereinstimmen. Ich habe einmal die augenfälligsten Unterschiede genannt.

    Offenbar haben Mann et al. andere Daten heran gezogen, die eine lokal und global weniger ausgeprägte mittelalterliche Warmzeit zeigen. Auf diese Unterschiede sollte man hinweisen.

    [Antwort: Über solche regionalen Unterschiede wird man sicher noch lange in der Fachliteratur diskutieren, da die Proxydaten nicht perfekt sind. Mein Punkt war aber lediglich, dass sämtliche Analysen in der Fachliteratur zum Ergebnis kommen, dass die Mitteltemperatur der Nordhemisphäre als Ganzes heute wärmer ist als im Mittelalter - dabei sind auch gleich lange Zeiträume verglichen. Wer - wie der SPIEGEL - einfach das Gegenteil behauptet, sollte gute Evidenz beibringen. Anektdotische Evidenz aus wenigen Regionen taugt dazu nicht, wie die Karte veranschaulicht - einige Regionen waren im Mittelalter tatsächlich wärmer als heute, was aber eben nichts über den großräumigen Mittelwert aussagt. Stefan Rahmstorf]

  14. Physiker Antworten | Permalink

    Pressekodex

    Etwas abscheulicheres als diesen Spiegel-Artikel habe ich bisher noch nicht gelesen. Bereits nach wenigen Zeilen habe ich die Lektüre abgebrochen - eine solche öffentliche Hinrichtung, die mit einer Hexenjagd vergleichbar ist, ist nicht tolerierbar.
    Sie sollten sich an den Deutschen Presserat wenden, denn dieser Artikel verstößt gegen so gut wie alle (verbindlichen) Richtlinien des Pressekodex:
    http://www.presserat.info/pressekodex.0.html

    [Antwort: Keine schlechte Idee, aber warum ich und nicht Sie? Ich werde ja mit solchen Artikeln nicht geschädigt, sondern die Allgemeinheit. Für uns als Klimaforscher - einmal zynisch-egoistisch betrachtet - ist ja sogar gut, wenn nichts gegen den Klimawandel unternommen wird - um so gefragter werden wir in Zukunft sein (zumal als Institut für Klimafolgenforschung). Ich will damit nur sagen: überlassen Sie es doch nicht einfach den (ohnehin überlasteten) Forschern, sich gegen derartige Desinformation zu wehren. Die fachliche Analyse, was konkret falsch ist, können wir natürlich beisteuern - siehe oben. Stefan Rahmstorf]

  15. Jochen Ebel Antworten | Permalink

    Sensationshascherei

    In unserer Gemeinde war 10 Jahre lang die neugebaute Kita wegen eines Statikfehlers absolut einsturzgefährdet, wenn die Wetterbelastung etwa die DIN-mäßige Normbelastung erreicht hätte - allerdings ist so eine extreme Wettersituation relativ selten. Nach Bad Reichenhall hatte ich auch versucht den Spiegel für diesen Skandal zu interessieren und den zuständigen Redakteur angerufen. Hätte sogar ein Skandalartikel werden können. Die Antwort des Redakteurs etwa: "Solange die Kita nicht eingestürzt ist, interessieren wir uns nicht dafür - aber wir schreiben es uns auf. Wenn die Kita eingestürzt ist, bringen wir den Bericht mit der Bemerkung, daß es schon vorher Warnungen gegeben hat".

    Aber es ist richtig, auch Versäumnisse bei der "offiziellen" Treibhauuseffektdarstellung zu suchen und nicht nur den Medien den schwarzen Peter zuzuschieben. Wenn ich die Ausführungen zum Treibhauseffekt lese (UBA usw.) kriege ich manchmal das kalte Grausen, weil die Erklärung auch ein großes Vertrauen in die Modelle fordert, die in der notwendigen Ausführlichkeit gar nicht erfolgen kann. Dabei sind auch die Transparenzkurven, die eigentlich keine Rolle spielen, denn dort, wo stark absorbiert wird, wird auch stark emittiert. Was macht es, daß statt den von der Oberfläche emittierten Photonen andere Photonen, die in größeren Höhen emittiert werden, den Weltraum erreichen.

    Was soll die Einführung einer äquivalenten Absorptionshöhe, die sowieso bei jeder Wellenlänge anders ist?

    Was sollen die -18°C, die der obere Grenzwert einer Erde mit treibhausgasloser Atmosphäre sind, wenn die Abstrahlung überall gleich ist? Das kann nie Realität sein, also ist die reale Durchschnittstemperatur immer erheblich geringer.

    Interessant ist auch die Temperaturverteilung in einer Erdatmosphäre ohne Treibhausgase.

    Die Morgeninversion, die jeder oft sehen kann, ist ohne Treibhauseffekt nicht zu erklären, denn die Inversion verhindert eine Vertikalzirkulation. Die ruhende Luft ist aber ein schlechter Wärmeleiter - ohne Treibhauseffekt könnte die große Höhe nicht erreicht werden.

    Die Tropopause als Übergang von der strahlungsbedingten, fast vertikalzirkulatinsfreien Staratosphäre in die nicht strahlungsbedingte, sondern vertikalzirkulationsbedingte Troposphäre wird kaum erklärt, sondern ist immer gegeben. Mit Erklärung und dem beobachteten Anstieg der Tropopause ist auch der Treibhauseffekt leichter fassbar.

    Usw.

    MfG

  16. Michael Limburg Antworten | Permalink

    Klimawandel beschleunigt sich?

    Lieber Herr Rahmstorf,
    Sie haben Recht, in diesem Text haben Sie das nicht explizit behauptet, wohl aber früher:"Erderwärmung beschleunigt sich" z.B. in einem Wissenslogbeitrag von 2008. Und auch deswegen ist die verwendete Grafik dazu geeignet dem unbefangenen Beobchter zu suggerieren, dass der jüngste Anstieg "einmalig" sei. Das ist aber falsch!
    Wenn ich diese Ihre Einschätzung googeln würde, wären Sie bestimmmt auf der Trefferliste.
    Zu Ihren anderen Anmerkungen werde ich mich vielleicht später noch mal äußern.
    mfG
    M. Limburg

    [Antwort: Lieber Herr Limburg - die Erderwärmung hat sich ja auch beschleunigt. Nur trifft Ihre Kritik nicht zu, dies würde mit Trends über unterschiedliche lange Zeiträume bzw. mit der oben gezeigten IPPC-Grafik belegt. Lesen Sie den damaligen Wissenslogsbeitrag, übrigens ein Interview mit Phil Jones.

    Um die Auflösung meiner Frage an Sie zu geben: wenn Sie eine Parabel an die Daten fitten, um die Beschleunigung zu berechnen, so beträgt diese 0,16 ºC/Dekade über die 160 Jahre Datenreihe. Am Anfang (1850) ist die Steigung dieser Parabel -0,04 ºC/Dekade, am Ende (2009) ist sie +0.12 ºC/Dekade.

    Oder machen Sie es anders: Teilen Sie die Daten in zwei Hälften und vergleichen den Trend in beiden. In der ersten ist er fast null (leicht negativ), in der zweiten ist er +0.07 ºC/Dekade. Oder teilen Sie sie in vier Abschnitte von je 40 Jahren. Es kommt heraus:

    1850 - 1890: 0,06 ºC/Dekade

    1890 - 1930: 0,003 ºC/Dekade

    1930 - 1970: -0,002 ºC/Dekade

    1970 - 2010: 0,16 ºC/Dekade.

    Was Sie allerdings in Ihrem vorigen Kommentar zu der Behauptung "von Beschleunigung keine Spur" verleitet hat, das ist anders als die IPCC-Grafik eine "statistische Todsünde" (Ihre Wortwahl), die als cherry-picking bzw. "confirmation bias" bekannt ist. Wenn Sie Trends vergleichen wollen, dürfen Sie nicht im Nachhinein mit Blick auf die Daten ein besonders steiles Stück herauspicken, was gerade bei einem Minimum anfängt und einem Maximum aufhört. Sie müssen objektiv Zeiträume wählen, z.B. erste und zweite Hälfte der Daten, oder wie bei der IPCC-Grafik die letzten 25, 50 und 100 Jahre, was eben gerade nicht speziell auf ein gewünschtes Resultat hin herausgepickte Zeitspannen sind.

    Übrigens, bei unserem letzten Austausch sind Sie mir eine ganz simple Antwort schuldig geblieben: wie viele hauptamtliche, bezahlte Mitarbeiter hat Ihr "Europäisches Institut für Klima und Energie"? Im Sinne der Transparenz werden Sie diese Zahl doch gewiß nicht weiter geheim halten wollen? Stefan Rahmstorf]

  17. Hanna Thiele Antworten | Permalink

    Pressekodex

    Vielen Dank für den Hinweis, sich an den Presserat zu senden, sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf. Es würde sicher etwas dauern, bis er beim Fall Phil Jones landen würde, denn all die Fälle Ihrer Unterstellungen von „Käuflichkeit“ und „Spekulantentum“ anderer Fachkollegen müssten ja erst abgearbeitet werden.

    Die von Ihnen als Rehabilitation gedeuteten Sätze im Untersuchungsbericht der Kommission kann man auch anders lesen, nämlich in dem Sinne, dass in der Klimawissenschaft anderorts ähnlich schlampig gearbeitet wurde.

    Und warum regen Sie sich auf , dass es dem Spiegel offensichtlich nicht um Wissenschaft geht, sondern um Politik? Nichts anderes ist doch auch den Äußerungen von Prof. Schellnhuber zu schließen, nicht zuletzt aus seinen Revolutionsforderungen im BMU-Papier „Die dritte industrielle Revolution“?

  18. Ibrahim Antworten | Permalink

    Mitteltemperatur 1850-2005

    Ein Beitrag von Realclimate uber die Sonne:

    http://www.realclimate.org/...

    [Antwort: Wir publzieren diesen Kommentar einmal mit dem Hinweis, dass wir normalerweise keine Kommentare veröffentlichen, die nichts ausser einem Link enthalten. Sie sollten schon etwas zu sagen haben. Stefan Rahmstorf]

  19. Scottberlin Antworten | Permalink

    Was ist mit der Kritik am 2-Grad-Ziel?

    Lieber Herr Rahmstorf, vielen Dank für die ausführilche Stellungnahme, die meine Vermutung bestärkt hat, dass der Spiegel mal wieder eine Kampagne gegen die Erneuerbaren führt - mittels der bewährten Halbwahrheiten, Verdrehungen und Auslassungen. Leider gehen Sie nicht auf die Kritik am 2-Grad-Ziel ein, das ja gerade für Politiker und sonstige Leien (wie mich) eine wichtige Orientierungsgröße darstellt. Zur Entstehung des 2-Grad-Ziels schreibt der Spiegel: "Daraufhin kamen die Forscher unter Schellnhubers Führung auf eine verblüffend einfache Idee. ´Wir schauten uns die Klimahistorie seit Entstehung des Homo sapiens an´, erinnert sich Schellnhuber. ´Heraus kam, dass die globalen Durchschnittstemperaturen in den letzten 130.000 Jahren allerhöchstens zwei Grad höher waren als vor Beginn der industriellen Revolution. Um auf Nummer sicher zu gehen, empfahlen wir deshalb als Faustformel, diesen Erfahrungsbereich der menschlichen Evolution besser nicht zu verlassen. Sonst würden wir Terra incognita betreten.´
    Das klingt so, als hätte man es sich da in der Tat sehr einfach gemacht. Leider findet sich bei WBGU auf der Webseite im "Fact sheet" zur 2-Grad-Grenze auch nichts Substanzielles dazu, warum ein Überschreiten dieser Grenze mit besonderen Gefahren verbunden ist. Könnten sie dazu vielleicht noch was schreiben, vielleicht auch nur geeignete weiterführende Links. Danke.

    [Antwort: Hier ist das genannte Fact Sheet. Ich meine schon, dass es eine ganze Reihe von konkreten Folgen und Risiken einer globalen Erwärmung über 2 ºC hinaus aufzeigt. Was Sie allerdings nicht erwarten dürfen, ist eine "harte" Begründung in dem Sinne, dass bei 1,9 ºC Erwärmung alles gut ist und bei 2,1 ºC etwas ganz schlimmes passiert. Die Risiken steigen graduell, und die Frage, wo am Ende die Grenze gesetzt wird, ist eine Frage der Risikoabwägung. Die kann und sollte die Wissenschaft nicht leisten, sondern die Wissenschaft kann dazu nur das Hintergrundwissen über die Folgen und Risiken liefern. Es ist wie mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung: warum gerade 100 km/h auf Landstraßen? Die Unfallrate steigt ja auch nicht bei 100 sprunghaft an, sondern man muss im Rahmen einer gesellschaftlichen Diskussion eine Grenze festlegen, durch die Risiken auf ein allgemein akzeptables Maß begrenzt werden. In Kopenhagen hat sich nach vielen Jahren dieser Diskussion gezeigt, dass maximal 2 ºC Erwärmung sich als weitgehender globaler Konsens herausgeschält hat. Wobei man nicht vergessen darf, dass eine große Zahl von Staaten lieber 1,5 ºC als Grenze hätte - das sind aber die politisch machtlosen kleinen Inselstaaten und viele arme Entwicklungsländer. Stefan Rahmstorf]

  20. Christoffer Bugge Harder Antworten | Permalink

    Dank

    Vielen Dank für Ihre ständige, ganzherzige und wie immer gründlich dokumentierte Verteidigung der Wissenschaftler. Schade aber, dass Sie Ihre Zeit immerhin auf solches Quatsch verschleudern müssen.

    Es is aber klar, dass die Wissenschaft mehr in die Offensiv kommen braucht, und ich könnte mich schon wünschen, dass mehrere Mitglieder der wissenschaftlichen Gemeinschaft sich wie Sie öffentlich durchsetzen wollten. Die Antworte von Jones selber sind leider sehr defensiv und entschuldigend gewesen.

  21. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    ungerecht?

    Fühlt sich hier irgendjemand durch den Spiegel ungerecht behandelt?
    Wie es scheint, wird ziemlich viel Blödsinn verbreitet. Das ist aber bei vielen Medien keine Sensation, passiert eigentlich täglich.
    Wenn nun die angeblich so extrem seriöse Klimawissenschaft (also die AGW lastige) mit wüsten Methoden durch den Dreck gezogen werden soll, ja mei sage ich dann, was mussten wir schon alles erleben. Wir Skeptiker meine ich, welche sehr wohl den Treibhauseffekt mitsamt CO2 Effekt anerkennen, aber eben nicht die Dimensionen. Da kann ich mich gut an medieale Inszenierungen erinnern, mit etlichen Metern Meerespiegelanstieg und eigentlich den ganzen von WWF od. Greenpeace verbreiteten, alarmistischen Quatsch. Das ist mindestens genau so zum Heulen, wie nun die Spiegel Serie, oder etwa nicht?
    Vom Mr. top global warming hero Al Gore gar nicht zu reden. Was der schon an Blödsinn verbreitet hat, kann der Spiegel gar nie mehr steigern. Ich weiß eh, Herr Rahmstorf verteidigt Gore immer noch, warum kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man den Spiegel heute verurteilt, dann sollte man doch mal vor den eigenen Türen sauber machen...

  22. karl Antworten | Permalink

    @rahmstorf: die Geister, die man ruft

    Werter Professor,
    in der Vergangenheit haben Sie erhebliche Anstrengungen unternommen, in bestimmter Weise Druck auf Presse und Medien auszuüben, um andersdenkende Klimaforscher zu diffamieren und deren Argumente zu unterdrücken.

    Warum soll es Sie jetzt nicht in ähnlicher Weise treffen? Die Geister, die man ruft, kehren mitunter in ungebetener Weise zurück ...

    [Antwort: Eine interessante These, die Sie sicher belegen können, oder? Wo und wie habe ich jemals "Druck auf Presse und Medien" ausgeübt, Klimaforscher diffamiert oder "Argumente unterdrückt"? Bitte die Originalzitate! (Aber bitte jetzt nicht den alten Spiegel-Online-Artikel bringen, wo solches über mich behauptet wurde, nachdem ich es gewagt hatte, Falschaussagen von Journalisten zu kritisieren - denn dieser Spiegel-Online-Artikel enthielt keinen einzigen konkreten Beleg.) Stefan Rahmstorf]

  23. Christoffer Bugge Harder Antworten | Permalink

    Dank

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    beeindruckend, dass Sie sich Zeit nehmen, sich so klar und so gründlich für die Wahrheit und die Wissenschaft einzusetzen. Gäbe es nur mehr Wissenschaftler wie Sie - es ist traurig, zu den unablässigen Angriffe auf die Wissenschaft und die Wissenschaftler Zeuge zu sein, und dass so wenige aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft offensichtlich das Schweigen brechen möchten macht die ganze Sache noch trauriger.

    Hoffentlich werden Sie dies hier auch ins Englische übersetzen, z.B. auf Realclimate? Spiegel Online hat schon eine englische Ausgabe, die (leider) auch ausserhalb der Grenzen Deutschlands gelesen worden ist........

  24. Wolf von Fabeck Antworten | Permalink

    Ein Suchtproblem

    Kommen wir zurück auf den Kern der Auseinandersetzung:
    Mit der Energiegewinnung durch Verbrennen von Kohle, Erdöl, Erdgas, Holz und Torf erleichtern sich Milliarden von Menschen ihr Leben. Unsere ganze Zivilisation mit all ihren Herrlichkeiten gründet auf der Energiegewinnung aus fossilen und aus lebenden Kohlenstoffverbindungen. Und Millionen verdienen sich damit ein Vermögen.

    Wer nun nach vielen hundert Jahren plötzlich die Behauptung aufstellt, dass diese Art der Energieerzeugung das Klima verschlechtert, hat alle gegen sich. Er findet sich in der Lage desjenigen, der während eines Massenbesäufnisses über die Gefahren des Alkohols predigt. Wenn er Glück hat, werden ihm die Säufer unter dem Beifall der Umstehenden haarklein beweisen, wie denkfähig sie auch mit drei promille noch sind. Wenn er weniger Glück hat, wird er erst verlacht, dann wird er verprügelt und aus dem Bierzelt hinausgeworfen. Und der Schankwirt, der um seine Einnahmen fürchtet, wird ihm nicht ein bisschen helfen.

    Leider können die Klimaforscher nicht auf das Ende des Besäufnisses, auf den großen Katzenjammer, warten, denn dann wäre es zu spät.
    Vielleicht hilft es, zu zeigen, dass Energie auch auf klima-unschädliche Weise gewonnen werden kann?
    www.energiewenderechner.de

  25. Dr. Haaf Antworten | Permalink

    Klimaforscher-Bashing beim Spiegel

    Dieser Artikel im Spiegel reiht sich ein in die zynische Endaussage eines Artikels mit dem Namen "Der Windmühlenwahn", aus dem Jahre 2003 (?). Darin wird am Ende darauf hingewiesen, dass neben der Vernebelung von Atomkraftwerken auch in der Nähe befindliche Windanlagen eine schützende Wirkung vor Terrorismus mit Flugzeugen darstellen. Dieser Artikel endet mit der Einschätzung, dass dann wenigstens die Windkraftanlagen noch eine ökologische und ökonomische Funktion hätten.
    In den letzten Monaten gab es im Spiegel und bei spiegel-online über Wochen Großanzeigen der Braunkohleindustrie.
    Hier liegt der Hase begraben, Ostern ist ja noch nicht vorbei.
    Wo gibt es einen Ethikrat für solche Berichterstattungen?

  26. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    @ Dr. Haaf & Co

    wundern sie sich wirklich?
    Warum ist es denn so wichtig, was der Spiegel schreibt?
    Muss das Volk auf AGW Kurs gehalten werden, um Maßnahmen umzusetzen? Muss jeder seinen Beitrag leisten, sprich zahlen?
    Waren es nicht auch diese Medien, welchen den Kölner Dom ins Wasser stellten und änliches. Wo waren da die seriösen Klimaforscher, warum haben sie sich nicht sofort zu klaren Stellungsnahmen wie aktuell bewegt gefühlt.
    Ist es nicht vertändlich, dass kein Deutscher auch nur einen Cent für den "Klimaschutz" ausgeben will, wenn er weiß, dass das ganze (wenn) dann nur global erfolgen könnte. Ganz Europa kann tun was es will, wenn China und die USA nicht annähernd das Gleiche machen (Emissionsreduzierung), bringt das dem Klima so gut wie gar nichts. Was soll der CO2 Handel, ist dieser das geeignete Instrument, die Emissionen global zu reduzieren, wohl kaum. Hat nicht China unlängst mit Australien einen Kohlevertrag abgeschlossen, welcher den Kohleexport von Australien nach China eine neue Dimension verleiht? Was bringt es, die ganze Welt mit zB. Energiesparlampen zu beglücken, wenn China all seine Kohlereserven aufbrauchen wird? Besteht eine realistische Chance, dass Letzteres die Chinesen und andere nicht tun werden?
    Obama lässt neue Ölfelder ergründen und neue Atommeiler bauen. Ist das der Weg aus der so genannten "Klimakrise" und noch einmal, wer hat mit den Übetreibungen angefangen? Wenn heute einige Medien von Klimaschwindel usw. berichten, dann ist doch die Klimawissenschaft zum Teil selbst schuld an der Entwicklung, weil sie sich kaum gegen unsinnige und alarmistische Darstellungen gestellt haben, sie zum Teil sogar verteidigten (zB. Al Gore und sein fürchterlich polemischer und alarmistischer Film).

    [Antwort: Klimaforscher haben sofort kritisch analysiert, was am Gore-Film fachlich korrekt und was falsch ist, z.B. auch auf Realclimate. Übrigens hat Gore daraus gelernt und die von uns damals angekreideten Fehler bei seinen späteren Vorträgen nicht mehr wiederholt. Stefan Rahmstorf]

  27. Hanna Thiele Antworten | Permalink

    Nochmal Pressekodex

    Nochmal zum Pressekodex, Herr Prof. Rahmstorf.
    Sie plädierten am 3.4. / 13.35 Uhr dafür, dass die Geschädigten sich an den Presserat wenden sollten und meinten, die Geschädigten, das wäre „die Allgemeinheit“.

    Dem ist aber nicht so!
    Ihr PIK-Kollege Prof. Edenhofer hat am 11. Februar 2009 auf dem 2°-Forum offenbart, dass nur 4,2 % der Bürger bereit seien, für Klimaschutz mehr zu zahlen.

    Die Allgemeinheit der Bürger atmet auf über den Spiegel-Artikel, denn sie ahnte ohnehin, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

    Ihr PIK-Kollege Dr. Reusswig schrieb schon im Jahre 2004 freimütig, dass es dem PIK nicht um Naturwissenschaft gehe, sondern um „Klimabewußtsein“.
    Reusswig wörtlich:
    „Wir haben letztlich ja die Wähler und Steuerzahler befragt, und wenn die glauben sollten, das mit dem Klima sei ein völliger Unfug und Klimapolitik rausgeworfenes Geld, dann müssen sich
    Regierungen und Institute warm anziehen, die das Gegenteil behaupten - wie immer es um die sachliche Richtigkeit ihrer Behauptungen stehen mag.

    Eben genau diese Politiker, die sich nun „warm anziehen“ müssen, sitzen ja im Presserat, sind folglich die „Geschädigten“ dieses aufklärenden Artikels.

    Wenn sie den Spiegel wegen dieses verdienstvollen Artikels tatsächlich rügen würden, wäre das ein Beweis mehr, dass sie sich nicht durch Aufklärer stören lassen wollen bei ihren Macht- und Geld-Spielchen im Namen des Klimas.

    [Antwort: Die Frage, ob die Fakten in dem "verdienstvollen" Artikel stimmen, interessiert Sie nicht? Stefan Rahmstorf]

  28. Kirstin Antworten | Permalink

    Vielen Dank

    für Ihre Antwort auf den Spiegel-Artikel. Ich lese den Spiegel mittlererweile kaum noch - es sei denn wegen bestimmter Artikel die eher mit Wirtschafts- und Sozialpolitik zu tun haben. Die Berichterstattung des Spiegels im Bereich Klimawandel ist seit Jahren bodenlos und eine Versündigung an seinen Lesern. Es verwundert mich, dass das Blatt in dieser Berichterstattung so wenig auf sich hält. Vielen Dank nochmal an Sie, dass Sie das bringen, was der Spiegel eigentlich bringen sollte - Aufklärung, Hintergrundwissen und Fakten.

  29. Robert Kühn Antworten | Permalink

    Tja, Herr Innerhofer,

    Sie und Ihresgleichen (ich übernehme einfach mal Ihre flapsige Einleitung) machen es sich ziemlich einfach, indem Sie auf Chinas Energieproduktion deuten:

    1. Ist der Pro-Kopf-Energieverbrauch eines durchschnittlichen Deutschen immer noch rund dreimal so hoch, wie der eines Chinesen. Ich unterstelle mal, dass dieses Verhältnis noch ungünstiger ist bei Leuten, die sich keine Gedanken über die Problematik bei der Verwendung fossiler Energierohstoffe machen.

    2. Haben Sie schon mal was von "grauen Energieemissionen" gehört? Das hat was damit zu tun, dass wir (und auch andere "hochentwickelte" Länder) die Herstellung von energieintensiven Produkten und Dienstleistungen gerne ins Ausland verlagern, um unsere Kohlendioxid-Bilanz und unsere Atemluft sauber zu halten.

    Und wenn wir uns den von Ihnen so beschworenen angeblichen Alarmismus der Klimawissenschaftler anschauen, da gibts nun wirklich genug Gegenbeispiele aus früheren Jahrzehnten, bspw. dass uns ohne Großkraftwerke "die Lichter ausgehen" oder Arbeitsplätze vernichtet werden uvm.

    Um nochmal auf Ihre rhetorische Eingangsfrage zurück zu kommen:
    Der Spiegel hat halt immer noch den Ruf einer seriösen und gut recherchierten Nachrichtenquelle- meiner Meinung nach allerdings schon seit vielen Jahren nur mit erheblichen Einschränkungen. Für Menschen, die keinen Zugang zu Primärquellen haben (wollen?) ist ein Zitat aus dem Spiegel daher immer noch der Beleg für eine fundierte Meinung.

  30. Normann Hillesheim Antworten | Permalink

    Replik auch im Spiegel

    Hallo,

    wird eine Replik zu dem hier kritisierten Pamphlet auch bei Spiegel/SpOn erscheinen??

    Mit freundlichen Grüßen,

    Normann Hillesheim, Heidelberg

  31. Jochen Ebel Antworten | Permalink

    Kosten

    @Gunnar Innerhofer 05.04.2010 | 13:25
    "Muss jeder seinen Beitrag leisten, sprich zahlen?"

    Herr Innenhöfer diese Schreckensfrage ist zwar neolinberal üblich, kaschiert aber nur mangelndes Wirtschaftsverständnis. 1960 war (bei geringerem Lebensstandard als heute) die durchschnittliche individuelle Arbeitszeit 2000h/Jahr, heute liegt sie bei 1400h/Jahr (geringere Wochenarbeitszeit der Vollbeschäftigten, Teilzeitarbeit, mehr Urlaub, Arbeitslose usw.). Beschränkend auf die Ausweitung der Produktion entsprechend der gestiegenen Produktivität waren 2 Faktoren: die Bezieher hoher Einkommen sparen viel und konsumieren relativ wenig, die Bezieher kleiner Einkommen können nicht so viel konsumieren, wie sie brauchen. 2008 war das BIP in Deutschland ca. 2,5Bill.€, mit den Arbeitszeiten von 1960 hätten 3,6Bill.€ produziert werden können - 1,1Bill.€ fordert keiner für den Klimaschutz. Also alleine durch die richtigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft (Arbeitslosigkeit läßt sich z.B. in ca. 3 Jahren beseitigen) läßt sich ohne die geringste zusätzliche Belastung des Einzelnen (ja die verringert sich sogar) viel mehr tun - u.a. auch im KLimaschutz.

    Aber als Voraussetzung sind eben die richtigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft notwendig.

    MfG

  32. Josef Kowatsch Antworten | Permalink

    Lieber Herr Diessoli
    Wenn Sie behaupten, der Treibhauseffekt sei längst nachgewiesen, dann nennen Sie mir bitte doch mal den im wissenschaftlichen Versuch ermittelten Wert für die Klimasensitivität von C02. Nennen Sie die Quelle einer Versuchsbeschreibung

    Lieber Herr Kowatsch, wie Sie sicher wissen, ist die Klimasensitivität eine Systemeigenschaft unseres Planeten Erde, die vor allem durch Rückkopplungen wie das Verhalten der Wolken oder der Schneeflächen bestimmt wird. Ein solches Experiment kann also nicht im Labor, sondern nur mit unserer Erde durchgeführt werden. Dieses Experiment macht die Menschheit gerade. Unsere Kinder und Enkel werden sich für das Ergebnis bedanken. Stefan Rahmstorf]

  33. Michael Limburg Antworten | Permalink

    Beschleunigung des Klimawandels?

    Lieber Prof. Rahmstorf,
    Sie wollen eine Beschleunigung herbeirechnen, weil die Trendlinie (mit all ihren großen Fehlern bzw. Unsicherheiten) im beobachteten und aufgezeichneten Zeitraum nicht wieder an ihre Ausgangsposition zurückkehrte, sondern oberhalb des Tiefpunktes wieder umkehrte. Danke, die Mathematik dazu kenne ich. Das kann man so machen, wenn man bestimmte Ergebnisse herbeirechnen will. Versuchen Sie Ihre Analyse doch mal auf den Zeitraum bis 1700 oder meinetwegen 1800 auszudehnen. Und darüber den Trend zu ermitteln.
    Ihr Kollege Gerstengarbe hat sinngemäß den "beschleunigten Klimawandel" in einem PNN Interview vom 13.08.08 (Wir haben nur eine Stellschraube) auch für die Region Potsdam anhand der Aufzeichnungen der dortigen Säkularstation erkennen wollen. Dort liegen die Daten erst seit ca. 1893 vor. Schaut man sich die Daten von Berlin Dahlem an, wenige Kilometer entfernt, die bis ca. 1700 zurückreichen, dann haben wir ein munteres Auf und Ab und vergleichbare Temperaturen wie heute, um 1720, 1760 und 1810 gehabt. Von Beschleunigung keine Spur.
    Was wir erleben - bei allem Vorbehalt, dass die Berechnung der globalen Mitteltemperatur, deren ständigen Streubreite von kalt zu warm und wieder zurück 100 bis 160 K beträgt, überhaupt irgendwas erkennen lässt- sind ganz normale Variationen lokaler Klimate, nichts anderes.
    Die letzten 8 bis 10 Jahre sinkt der globale Trend des Mittelwertes ja wieder, leider. Ihre Kollege Trenberth und div. andere wissen jedenfalls nicht so recht, wie sie dass über seine CO2 gesteuerten Modelle erklären sollen.

    Noch ein Wort zu EIKE: EIKE ist ein eingetragener Verein, wie Sie der Homepage entnehmen können. Das ist die juristisch erforderliche Plattform. Damit ist sehr genau beschrieben, worum es sich handelt. Seine Mitglieder sind überwiegend Naturwissenschaftler aus den Disziplinen Geologie, Physik, Chemie, Biologie etc. dazu Ingenieure und andere.
    Ihre Einlassung, dass es sich bei der Verwendung des Begriffs „Institut“ um einen Etikettenschwindel handelt, wie Sie es formulierten, ist lediglich anmaßend. Genauso gut könnten wir den Namen Ihres Vereins „PIK“ Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) als Etikettenschwindel klassifizieren; da es sich um semantischen Unsinn handelt, nämlich eine Einrichtung zur  Erforschung der Folgen statistischer Mittelwerte der Wetterparameter einer Region.

    Ich schlage vor, wir treffen uns demnächst mal auf eine Tasse Kaffee, gern auch in Potsdam. Dann können wir ausführlicher miteinander diskutieren und ggf. zu neuen Einsichten gelangen. Muss ja nicht öffentlich sein.
    mfG
    M. Limburg

    [Antwort: Schade, dass Sie meine ganz simple Frage immer noch nicht beantworten wollen: wie viele hauptamtliche bezahlte Mitarbeiter hat das "Europäische Institut für Klima und Energie"? Ist die Antwort Ihnen peinlich? Stefan Rahmstorf]

  34. Patrick Antworten | Permalink

    Gunnar Innerhofer "wundern sie sich wirklich?
    Warum ist es denn so wichtig, was der Spiegel schreibt?"
    Herr Innerhofer

    Ich kann solche Fragen an Herr Ramsdorf in keiner Weise nachvollziehen. Solche Fragen stellen sich in einer pluralistischen nicht, sondern sind eine Selbstverständlichkeit.

    Es ist eine Selbstverständlichkeit, das Herr Ramsdorf sich gegen das verbreiten von Halb- und Unwahrheiten eines vielgelesenen Blattes argumentativ zur Wehr setzen kann und darf. Das er die unseriöse Berichterstattung des Spiegel vollumfänglich angreifen kann und kritiseren darf. Das er es bei einen so viel gelesen Blatt auch mal exemplarisch tut ist ebenso leicht verständlich, da er selbst Klimaforscher ist. Herr Ramsdorf spricht den Spiegel stellt auch nicht grundsätzlich in Frage, das der Spiegel darüber schreibt. Er greift die Berichterstattung lediglich inhaltlich an und bewertet sie.

    Dies überhaupt in Frage zu stellen zeugt von schlicht von akuten Demokratiedefiziten. Die Alternative ist lautet: Das Herr Ramsdorf (und andere Klimaforscher) dem verbreiten von Desinformationen in vielgelesenen Blättern schweigend zusehen.

    mfg

  35. Kaboom Antworten | Permalink

    Keine Chance

    Sehr geeehrter Prof. Rahmsdorf,
    nachweislich wird die Skeptikerszene von der Ölindustrie (wie in dem Artikel in der SZ beschrieben) mit Millionen USD jedes Jahr finanziert (in diesem Kontext finden sich aber auch Finanzierungen durch Marktradikale und religiöse Extremisten, v.a. aus den USA). Die Mechanismen sind bekannt, sie basieren auf der erfolgreichen Kampagne der Tabakindustrie gegen die Schädlichkeit des Rauchens.
    In den letzten 10-15 Jahren ist die entsprechende Kampagne deutlich ausgeweitet worden, ohne das die Wissenschaft diesbezüglich adäquat (-> publikumswirksam) reagiert hätte, bzw. eine Gegenstrategie entwickelt hätte.
    Mich würde Ihre Einschätzung interessieren, wie Sie die Chancen sehen, das sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen die Desinformationskampagne der "Skeptiker" doch noch durchsetzt (Aktuell scheint es klare Tendenzen in die entgegengesetzte Richtung zu geben), und was dafür passieren muss.

    [Antwort: Es stellt sich die Frage, ob es Aufgabe der Forscher ist, sich mit Desinformationskampagnen von Interessengruppen auseinander zu setzen - außer natürlich auf die sachlichen Fehler hinzuweisen, die wir als Wissenschaftler am leichtesten beurteilen können. Ich sehe es eher als Verantwortung der Medien an, die Hintergründe solcher Kampagnen zu recherchieren und die Öffentlichkeit darüber zu informieren, vor allem aber nicht selbst darauf hereinzufallen. Stefan Rahmstorf]

  36. Hanna Thiele Antworten | Permalink

    Fakten und Pressekodex

    Wenn die Fakten nicht stimmen im Spiegel-Artikel wie Sie behaupten - warum verlangen Sie dann keine Richtigstellung, sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf?
    Es wäre Ihre Pflicht und Ihr Recht!

  37. Physiker Antworten | Permalink

    Beschwerde beim Presserat

    @Gunnar Innerhofer / @all:
    Der Unterschied zwischen einem Spiegel-Artikel und einen Film ist folgender: der Spiegel ist (im Gegensatz zu einem Film) an den deutschen Pressekodex gebunden und ich erwarte auch - zu Recht - dass die präsentierten Informationen:

    a) Wahr sind und die Menschenwürde geachtet wird (Ziffer 1)
    b) mit Sorgfalt recherchiert wurden (Ziffer 2)
    c) Persöhnlichkeitsrechte gewahrt bleiben (Ziffer 8)
    d) die Ehre von Menschen nicht verletzt wird (Ziffer 9)
    e) die Unschuldsvermutung zugrundeliegt (Ziffer 13)

    Ich sehe beim diskutierten Spiegel-Artikel eine Verletzung all dieser Punkte des Pressekodex und hoffe, dass noch mehr Leser meinem Beispiel folgen und eine Beschwerde beim deutschen Presserat einreichen:
    http://www.presserat.info/pressekodex.0.html

  38. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Europe is ahead of the U.S. culturally
    Es ist schon interessant zu gucken, wer denn alles den Schwachsinn im Spiegel für bare Münze nimmt:

    The Der Spiegel article is wide-ranging and worth a full read. While organized around a conflict frame typical of political reporting, the article also provides substantive context on some of the disagreements among scientists over climate-related impacts such as those from hurricanes and sea level rise.

    Das meint Matthew C. Nisbet, Ph.D, a professor in the School of Communication at American University where his research focuses on the intersections between science, media, and politics.

    http://scienceblogs.com/framing-science/2010/04/climate_scientists_as_pastors.php

    Das ist aber sicher nicht das letzte Wort. Es wird sicher noch dicker kommen.

  39. Josef Kowatsch Antworten | Permalink

    Klimaforscher-Bashing

    Zu Herrn Rahmstorf: "....Dieses Experiment macht die Menschheit gerade. Unsere Kinder und Enkel werden sich für das Ergebnis bedanken..."
    Alles was wir arbeiten, schaffen ist ein Experiment mit der Erde. Ich halte die ständige Betonierung und Bebauung der Landschaft für schlimmer. Das hat deutlich meßbare negative Veränderungen.
    Zu C02: Hier ist der Rohstoffverbrauch un die Vergeudung der Ressourcen anzuprangern, nicht aber das Verbrennungsprodunkt C02. Sollte es tatsächlich erwärmende Eigenschaften haben, für die sie keine Versuchsbeweise erbringen können, dann sind diese positiv. Kein Mensch wünscht sich die Klimakatastrophe der kleinen Eiszeit zurück, mit seinen Hungersnöten, Kälteeinbrüchen, Revolten, Aufständen und Revolutionen. Das Klima des warmen Mittelalters und die Zeit der Germanen und Römer sind der erstrebenswerte Idealzustand.

    [Antwort: Wenn das so ist, sollten Sie sofort Null-Emissionen fordern, denn eine allmähliche Emissionsreduktion in den nächsten Jahrzehnten wird die globale Erwärmung bestenfalls auf 2 ºC über dem vorindustriellen Niveau beschränken, deutlich wärmer als zu den von Ihnen genannten idealen Zeiten. Stefan Rahmstorf]

  40. Kaboom Antworten | Permalink

    @Hanna Thiele

    Ist Ihnen nicht bekannt, das Herr Rahmsdorf dies an anderer Stelle und zu einem anderen Zeitpunkt gefordert hat? Und das ihm dies bis heute vorgeworfen wird? Das die Forderung nach Qualität und Seriösität bezüglich Berichterstattung über den Klimawandel in der Presse dazu geführt hat, das die
    Skeptiker (siehe z.B. Kommentar von "Karl", vom 4.4. 22:25) ihm vorwerfen, er wolle "Druck auf Medien" ausüben, "andersdenkende Klimaforscher diffamieren", ihre "Meinung unterdrücken" und ähnlich albernen Nonsens?

  41. Hanna Thiele Antworten | Permalink

    @ Kabohm und Prof. Rahmstorf

    Ja, mir ist bekannt, dass Prof. Rahmstorf an anderer Stelle Druck auf die Medien ausgeübt hat.
    Ich habe seine Ausführungen im FAZ-Feuilleton 31.8.2007 mit persönlichen Unterstellungen in Richtung anderer Fachkollege mit Erstaunen gelesen und mich gefragt, ob er das nötig hat, warum er nicht besser Argumente sprechen lässt, so wie es im wissenschaftlichen Diskurs üblich ist.

    Nach Meinung von Fachkollegen hat der Spiegel korrekt berichtet. Wenn Prof. Rahmstorf nun BEHAUPTET, die Fakten würden nicht stimmen, dann soll er nicht Druck ausüben, sondern nachweisen, wo der Spiegel mit falschen Fakten operiert hat und eine Richtigstellung verlangen - so jedenfalls verlangt es der Pressekodex.

  42. Fabian Antworten | Permalink

    Maßlose Selbstüberschätzung

    Was mir beim entsprechenden Thema und auch hier bei den Kommentaren immer wieder negativ in's Auge fällt ist die, mit Verlaub, maßlose Selbstüberschätzung einiger Diskussionsteilnehmer. Offensichtlich reichen ein paar Artikel aus dem Spiegel und ein bisschen Wikipedia, um den etabliertesten Wissenschaftlern im Bereich der Klimaforschung in den Kram zu reden. Aber beim Klimawandel ist es eben wie bei der Fussball-Weltmeisterschaft: Wenn's um's Thema geht, sind alle Bundestrainer.

    Diese Arroganz mancher Pantoffelhelden hier ist Unertäglich.

  43. Ralf Schäfer Antworten | Permalink

    Danke für diese Erwiderung

    Ich bin selber kein Klimaforscher, aber habe mich wegen diesem Skeptikerhype mit der Hockeystick-Geschichte auseinandergesetzt. Ich habe mittlerweile die Rohdaten und die Programme heruntergeladen (also R-Skripte) (und die Autoren auch Antworten auf Anfragen bzgl. der Skripte). Jedenfalls kann ich diese Aufregung nicht nachvollziehen, bei den meisten Parametrisierungen kommt klar die MBH Kurve raus - nur wenn man bewusst rumprobiert in ein paar wenigen Fällen nicht.
    Zugegebenermassen fand ich den Spiegel schon vor 10 Jahren von erbärmlicher Qualität - aber ich war wirklich schockiert, dass über die Temperaturrekonstruktion so unfundiert berichtet wird.
    Auf jeden Fall herzlichen Dank, dass Sie Ihre sicherlich knapp bemessene Zeit darauf verwenden journalistischen Unsinn klar zu stellen!

  44. Thomas Lutz Antworten | Permalink

    @Hanna Thiele

    Hanna Thiele, sie verzapfen hier schlicht und ergreifend groben Unsinn. Argumente, die sie einfordern liefert Herr Rahmstorf in Hülle und Fülle. Im Gegensatz zu ihnen.

  45. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Hundertzehn zu Null

    Immer wieder hört man die Forderung, öfters auch mal von Springteufelchen Hans von Storch, dass auch alternative Meinungen Gehör finden müssten. Stephan Lewandowsky hat sich einmal umgeschaut: http://www.abc.net.au/...shed/stories/s2858332.htm

    The peer reviewed literature has spoken loudly and clearly: The paper by McLean and colleagues permits no conclusions about global warming, let alone the lack thereof.

    This outcome puts to rest the only peer reviewed article that was purportedly about climate change and claimed to challenge the scientific consensus, to have come out of Australia since the IPCC's 2007 report.

    This single article is no more.

    What is left standing instead are, for example, the 110 peer reviewed articles on climate change that were published by scientists at the University of New South Wales' Climate Change Research Center alone since 2007.

    Yes, 110 peer reviewed articles since 2007 from just one Australian research center that add to the overwhelming scientific evidence on climate change and its human causes.

    110 peer reviewed articles which in the service of humanity seek ways to manage the problem.

    110 to 0.

    That is the score of the peer reviewed science between just one Australian university and the Australian "skeptics".

  46. Josef Kowatsch Antworten | Permalink

    Antwort auf Fabian

    Lieber Fabian
    Anstatt sich hier als blinden Gläubigen zu outen, solltest du mal nach wissenschaftlichen Versuchsbeweisen für die C02-treibhaustheorie fragen. Wissenschaftler sind keine Glaubensgemeinschaft, sie müssen Beweise erbringen.
    Ich finde es langsam unerträglich, diese Unwahrheiten über das lebensnotwendige Gas C02 mir ständig anhören zu müssen. Mangels einen wissenschaftlichen Versuchsbeweises müssen Katastrophenmeldungen herhalten, die irgendwann am Sankt Nimmerleinstag eintreffen sollen. Im Mittelalter war es viel wärmer als heute, der Eisbär ist nicht ausgestorben und Holland lag nachweislich auch keine 7m unter Wasser.

    [Antwort: Da es ja im Mittelalter global nicht wärmer war als heute, warum sollte der Meeresspiegel höher gewesen sein? Stefan Rahmstorf]

  47. Josef Kowatsch Antworten | Permalink

    Antwort auf Rahmstorf-Kommentierung

    Sie schreiben: "...Wenn das so ist, sollten Sie sofort Null-Emissionen fordern, denn eine allmähliche Emissionsreduktion in den nächsten Jahrzehnten wird die globale Erwärmung bestenfalls auf 2 ºC über dem vorindustriellen Niveau beschränken, deutlich wärmer als zu den von Ihnen genannten idealen Zeiten...."
    Was sie jedesmal nicht erwähnen ist, die vorindustrielle Zeit lag mitten in der kleinen Eiszeit als die Erde 400 Jahre lang im Würgegriff einer Klimakatastrophe lag. Die 2 Grad Erwärmung haben wir hier in meinem Heimatkreis Gott sein Dank erreicht. Und für mich wäre das warme Mittelalter das wünschenswerte Zeitalter. Das hat mit C02 nichts zu tun. Im wärmeren Mittelalter ist der Eisbär nicht ausgestorben und Holland lag auch keine 7m unter Wasser.

  48. Carsten Schmidt Antworten | Permalink

    Danke!

    Herr Rahmsdorf, vielen Dank für Ihre Mühe und die fundierte Entgegnung.

    Bezeichnend ist vor allem, für welche "Skandälchen" sich der IPCC und insbesondere Herr Jones rechtfertigen müssen - während den Skeptikern bzw. Leugnern wiederholt gravierende Fehler (bestenfalls), Lügen und Einflussnahme nachgewiesen werden konnte, ohne dass dies eine irgendwie geartete Auswirkung gehabt hätte.

    Das Beispiel eines Herrn Limburg zeigt auch in den Kommentaren eindrucksvoll, dass es nicht um die Sache geht, sondern einzig und allein um Meinungsmache. Traurig.

  49. Kaboom Antworten | Permalink

    @Hanna Thiele

    Die Forderung nach Seriösitat und Qualität als "Druck ausüben" zu bezeichnen, ist bezeichnend für die Skeptikerfraktion. Denn diese Leute leben von der Unserösität und der fehlenden Qualität. Insofern verstehe ich gut, das Sie sich dieser Forderung von Herrn Rahmstorf widersetzen, und versuchen sie zu diskreditieren.
    Denn wissenschaftliche Fakten sind bekanntlich das allerletzte, was diese Leute hören wollen.

    Hätten Sie den Artikel von Herrn Rahmsdorf gelesen bzw. verstanden, dann wüssten Sie das diese Artikel genau das liefert was sie fordern. Denn Herr Rahmsdorf "behauptet" - im Gegensatz zu IHREN Behauptungen - nichts, sondern belegt das im entsprechenden Spiegel-Atikel weitgehend Nonsens steht.

  50. Julian Antworten | Permalink

    FrauThiele

    Hallo Frau Thiele, wer sind denn diese "Fachkollegen", die den Spiegel-Artikel korrekt finden? Bitte die Quellen angeben, wie Herr Rahmstorf das auch tut. Dann kann man das nachprüfen.

  51. Jochen Ebel Antworten | Permalink

    Physikgesetze

    Wer eine Zauberschau besucht, hält selten die gebotene Illusion für die Realität. Aber wer ohne Kenntnisse bezüglich der Klimaeinflußfaktoren ist, der glaubt, daß seine Einbildungen Realität sind. Dabei ist die Wahrnehmung einer CO2-Änderung vergleichbar mit der Wahrnehmung einer Schwangerschaft: Die einem nehmen alles von Anfang an für real, manche verschließen die Augen vor allen. Wenn dann die Wirkungen so groß sind, daß man die Augen nicht mehr verschließen, ist es oft zu spät.

    Wetter ist ein zufälliger Prozess mit vielen Einflußfaktoren – aber kein Einzelvorgang wird gegen die Physikgesetze verstoßen. Um den Treibhauseffekt zu verstehen, müssen deshalb viele Einzelprozesse verstanden werden bzw. die Zusammenfassung zu Einzelgruppen muß sinnvoll geschehen.

    Der Treibhauseffekt setzt sich zumindest aus 3 unabhängigen Gruppen zusammen:
    1. Die menschengemachte Zunahme der CO2-Konzentration
    2. Der eigentliche Treibhauseffekt
    3. Die Gegenkopplung durch Wolkenänderung

    Über Punkt 1 ist kaum etwas zu sagen.

    Zu Punkt 2 gibt es mehrere Punkte. Die treibhausgaslosen –18°C sind der unrealistische Maximalwert unter der Voraussetzung, daß die absorbierte Wärme absolut gleichmäßig abgestrahlt wird. Unter der realistischen Annahme, daß die Abstrahlung ungleichmäßig ist, ist die Durchschnittstemperatur erheblich niedriger (beim Mond z.B. –54°C), so daß der Treibhauseffekt erheblich höher als 33 K ist, wahrscheinlich sogar ca. 70K. Eine Erhöhung der Konzentration der Treibhausgase muß dann auch die 70K erhöhen.

    Ein zweiter Weg geht von der Stabilität des Temperaturgradienten in der Troposphäre aus (der Temperaturgradient ist kaum durch Strahlungseigenschaften, sondern adiabatisch bedingt). Wenn die Temperatur der Stratosphäre abnimmt, so sinkt die Abstrahlung aus den Wellenlängenbereichen, wo die Absorptionslänge nicht länger als die Stratosphärendicke ist (z.B. um 15µm für CO2). Damit die Gesamtabstrahlung der Erde konstant bleibt, muß in den Durchlaßfenstern die Abstrahlung steigen, d.h. die Oberflächentemperatur steigen. Die entgegengesetzten Temperaturänderungen von Oberfläche und Stratosphäre bewirken wegen des konstanten troposphärischen Temperaturgradienten eine Dickenzunahme der Troposphäre bzw. Dickenabnahme der Stratosphäre. Die Dickenabnahme der Stratosphäre und die Konzentrationszunahme der Treibhausgase kompensieren sich nahezu und die Erdtropopause verändert sich in Richtung Venus- und Marstropopause. Dieser Mechanismus bewirkt eine CO2-Sensitivität in der Größenordnung von 4K.

    Damit kommt Punkt 3 ins Spiel. Durch die höhere Oberflächentemperatur kommt mehr Wasserdampf in die Atmosphäre und damit ändern sich die Wolken und das ändert die Albedo – aber wie genau?

    Deswegen: die Zunahme der CO2-Konzentration setzt keine Physikgesetze außer Kraft – aber der letztendliche Wert hängt von der damit verbundenen Albedoänderung ab.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jochen Ebel

  52. Fabian Antworten | Permalink

    Wissenschaft

    Lieber Josef,

    ich habe zwei Bitten an dich:

    Könntest du, erstens, deine Kritik in Form einer Hypothese formulieren? Warum denkst du, glauben Wissenschaftler wie Herr Rahmstorf, dass CO2 ein klimaintensives Gas ist, wenn es angeblicht nicht nachweisbar ist?

    Könntest du, zweitens, eine seriöse Quelle nennen, die nachweislich zeigt, dass Kohlenstoffdioxid nicht klimasensitiv ist?

    Vielen Dank im Voraus!

  53. Josef Kowatsch Antworten | Permalink

    Zum Kommentar von Diessoli

    Lieber Herr Diessoli oder wer auch immer hinter diesem Namen sich verbirgt, Ihre Aussage: "....Hier eine Sammlung von Links zu wissenschaftlichen Untersuchung der Strahlungs-Absorptions Eigenschaften von CO2:..." beweist nur, dass es Gase gibt, die absorbieren. Das bestreitet niemand. Die Frage ist jedoch, ob sich solche Gase wie C02 bei der Absorption auch erwärmen bzw. ob sie dabei die Restluft erwärmen und genau das konnte noch durch keinen wissenschaftlichen Versuch nachgewiesen werden. Es gibt auch keine technischen Anwendungen, bei welchen wir Menschen uns einen C02-TE positiv nutzbar gemacht hätten. Selbst das Treibhaus funktioniert nicht nach dem Treibhauseffekt.

  54. Josef Kowatsch Antworten | Permalink

    Antwort auf Fabian

    Lieber Fabian
    Es gibt viele solcher Experimente, ich selbst habe zahlreiche erdacht und durchgeführt,da ich bis vor 2 Jahren ein überzeugter C02-Anhänger war. Alle in der Literatur vorgestellten Versuche sind alle kein Beweis für den TE. Allerdings handelt es sich bei Dr. Fladt wenigstens um einen niveauvollen Versuch.
    Zur Kritik: Erstens arbeiten alle Beweisversuche mit 100% C02 und nicht mit den Konzentrationen um die es geht. Deshalb mißt das Thermometer in diesen Fällen die unterschiedlichen Gaseigenschaften: Wärmeleitung, Wärmekapazität, Wärmemitführung. Bringen Sie das Thermometer an anderen Stellen an, dann könnten Sie glatt beweisen, dass C02 kühlende Wirkung hat.
    Bei Dr.Fladt ist es so: das C02 hat aufgrund der Molekülgröße eine langsamere Zirkulationsgeschwindigkeit wie N2/02 und deshalb führt es die Wärme langsamer ab als N2. Die angestrahlte Boden bleibt wärmer. Sie könnten in den Versuchsbehälter auch das im Vergleich zu Luft schwerere Edelgas Krypton einfüllen, es steht bestimmt nicht im Verdacht treibhausaktiv zu sein und sie erhalten die gleichen Versuchsergebnisse.
    Noch eine Ergänzung: Wenn Sie die Klimasensitivität von C02 als sehr hoch einschätzen, dann müssen Sie mir einen Versuch als Beweis bringen. So ist das nun mal.

  55. Jochen Ebel Antworten | Permalink

    Physikgesetze II

    @Josef Kowatsch 09.04.2010 | 10:12
    "... beweist nur, dass es Gase gibt, die absorbieren. Das bestreitet niemand. Die Frage ist jedoch, ob sich solche Gase wie C02 bei der Absorption auch erwärmen bzw. ob sie dabei die Restluft erwärmen und genau das konnte noch durch keinen wissenschaftlichen Versuch nachgewiesen werden."

    Umgedreht, das beweist nur, daß Ihre Kenntnisse von Physik mangelhaft sind. Sie wischen den über 150 Jahre bestätigten Satz von der Erhaltung der Energie mal so einfach weg. Wo soll denn nach Ihrer Meinung die absorbierte Energie bleiben? - Ganz abgesehen davon, das die Klimaskeptiker in diesem Zusammenhang von "Thermalisierung" sprechen.

    Zur Ergänzung: im Deutschen hat das Wort "Erwärmung" zwei Bedeutungen
    1. den Vorgang (dabei steigt die Temperatur laufend) und
    2. den Zustand (dabei ist die Temperatur höher als ein Vergleichszustand - aber die Temperatur ändert sich nicht mehr)

    Bei Hinzufügen von Treibhausgasen geht es über Vorgang 1 auf eine höhere Temperatur (am Boden) und die höhere Temperatur bleibt auch bei Beendigung höher und ändert sich dann nicht mehr - ist aber höher als vor dem Hinzufügen der Treibhausgase.

    Diese Unterscheidung 1. und 2. wird auch gern von Treibhausskeptikern mißverstanden.

    MfG

  56. Josef Kowatsch Antworten | Permalink

    Physikgesetze

    @Jebel
    Ich meine den Versuch mit 100%C02 und Sie wahrscheinlich die Bedingungen der Atmosphäre. Bei der Spektrosopie werden Energiefrequenzen von den Elektronen absorbiert und sofort wieder abgestrahlt. Bei Versuchen mit 100%C02 bleibt die angestrahlte Stelle wärmer, weil die schweren Moleküle von C02 im Vergleich zu N2/02 die Wärme langsamer abführen. Deshalb ist es an anderen Stellen im Glasraum entsprechend kälter. Sie messen beim V schon deshalb keinen TE, weil Sie die Bedingunen der Atmosphäre nicht in einem Reaktionsgefäß wiedergeben können. Somit beweisen solche Versuche nicht, dass es in der Atmosphäre keinen TE geben darf. Es bedeutet nur, dass Sie die Klimasensivität nicht bestimmen, sondern nur berechnen können. Je nach Vormeinung des Betrachters -deshalb Gläubige- fallen die Modellrechnungen der Klimasensitivität von C02 unterschiedlich, bei Ihnen extrem hoch aus.Ich hingegen gehe nur noch von einer Sensitivität im unteren 0,...Bereich aus, C02 wäre dann ein Faktor von vielen für das Klima.
    Aus den Versuchen mit 100% C02 könnte man aber schließen, dass die Vernusoberfläche mit 97%C02 wärmer ist als sie mit irdischer Luft wäre. Damit wäre die Sorochtintheorie falsch. Für eine Erde mit C02-änderungen im ppm-Bereich sind solche Betrachtungen aber gegenstandslos.
    Ich werde mich in Zukunft aber nicht mehr an solchen rhetorischen Spielchen beteiligen.

  57. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Vom SPIEGEL zurück in das richtige Leben
    Like the debate over climate change itself, the debate over climate economics looks very different from the inside than it often does in popular media. The casual reader might have the impression that there are real doubts about whether emissions can be reduced without inflicting severe damage on the economy. In fact, once you filter out the noise generated by special-interest groups, you discover that there is widespread agreement among environmental economists that a market-based program to deal with the threat of climate change — one that limits carbon emissions by putting a price on them — can achieve large results at modest, though not trivial, cost. There is, however, much less agreement on how fast we should move, whether major conservation efforts should start almost immediately or be gradually increased over the course of many decades.

    http://www.nytimes.com/2010/04/11/magazine/11Economy-t.html

    [Antwort: Der Artikel von Nobelpreisträger Paul Krugman im New York Times Magazine ist äußerst lesenswert, daher danke für den Hinweis (wenn auch nur auf englisch). Stefan Rahmstorf]

  58. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    Artikel Süddeutsche

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    ich habe im SD Artikel nichts gefunden, was sich qualitativ vom Spiegel Artikel abheben würde.
    Im Gegenteil. Dort wird ua. Greenpeace zitiert, wohl eine der schlechtesten Quellen, wenn es um sachliche Darstellungen geht. Was haben wir von denen nicht schon alles gelesen und gesehen. Maßlose Übertreibungen in alle Richtungen. Alpengletscher schmelzen bis 2030 großteils ab, die Arktis ist in 2 Dekaden im Sommer eisfrei usw usw.

    Klimawandel Leunger soll es geben? Wirklich, wo denn? Die SD meint wohl Leunger des anthropogen verursachten Klimawandels, denn das es wärmer wurde, bestreitet wohl niemand, wenn überhaupt.

    Ich verstehe völlig, wenn Gelder ausgegeben werden um CO2 seinen rechtmäßigen Status in der Natur zurück zu geben. CO2 ist kein Gift und kein Schadstoff. Ja eh, irgendwann schon...

    Der Spiegelbericht erscheint doch recht ausgewogen, denn was man zur Klimaentwicklung nicht genau weiss, soll auch so transportiert werden und das betrifft in erster Linie die Stürme und andere Wetterextreme. Weder der Spiegel noch Von Storch und andere stellen AGW in Frage, auch ich nicht, aber ich denke es wäre für alle Beteiligten besser, wenn man auch der Öffentlichkeit ein Bild presentiert, welches die bestehenden Unsicherheiten nicht verbirgt, keinen Alarmismus zu fördern und Kritiker nicht persönlich anzugreifen. Da könnten sie sich auch noch bessern, denke ich.
    Ansonst läuft man Gefahr, selbst jene Fakten des AGW verteidigen zu müssen, die eigentlich fast jeder Skeptiker akzeptiert.
    Ich jedenfalls halte den Spiegel Artikel für ausgewogener als den Süddeutschen, wer nicht?

  59. Hanna Thiele Antworten | Permalink

    Ist es Zensur? – Warum so selektiv?

    Ist es Zensur – oder warum erscheinen die eingesandten Kommentare so selektiv?

    Der Rahmstorf-Artikel vom „Klimaforscher-Bashing“ erschien am 1.4., die englischsprachige Version erschien erst am 7. April und dennoch wurden dort in der nur kurzen Zeit 231 Kommentare veröffentlicht, kritische und zustimmende.

    Inzwischen weiß ich, dass hier bei WISSENSlogs kritische Kommentare eingereicht wurden, die nicht erschienen sind.

    Warum?

    [Antwort: Wir weisen nochmals darauf hin, dass es sich um eine moderierte Diskussion handelt - das steht auch über dem Kasten wo Sie Kommentare schreiben können. Wir publizieren die Kommentare, die wir für unsere Leser für interessant halten. Darunter auch viele kritische, z.B. mehrere von Ihnen. Sie erhöhen die Veröffentlichungschancen Ihrer Zuschrift, wenn Sie sachlich, zum Thema des Artikels, und nicht zu langatmig schreiben. Die Moderation bei RealClimate wird übrigens genauso gehandhabt; RealClimate hat allerdings ein Vielfaches an Lesern. Das KlimaLounge-Team]

  60. christian Antworten | Permalink

    NAO

    Ich beschäftige mich mit dem Thema Klimawandel erst seid paar Monaten, fiel mir aber doch bei Eigeninitiative der leicht negativ verlaufende NAO Index auf.

    Quelle: http://www.cpc.noaa.gov/...ip/CWlink/pna/nao.shtml

    Dazu habe ich erst kürzlich einen Beitrag gelesen der einen Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und der Erdrotation und direkten Einfluss auf den Golfstrom nimmt.

    Quelle:http://scholkmann.blogspot.com/...n-golfstrom.html

    jetzt wäre meine Frage aufgrund meiner Unkenntnisse über die komplexen Zusammenhänge inwieweit dies Einfluss auf den Golfstrom bzw. auf den Nord-Atlantischen-Arm nehmen kann/könnte

    Hätten sie vielleicht eine Grafik in einen verfügbaren Zeitrahmen welche Sonnenaktivität und NAO beinhaltet?

    vielleicht besteht ja da eine gewisse Kohärenz in geringerer zeitlicher Versetzung?

    mfg christian

  61. Jochen Ebel Antworten | Permalink

    Klimasensitivität

    @Josef Kowatsch 10.04.2010 | 09:44

    "Es bedeutet nur, dass Sie die Klimasensivität nicht bestimmen, sondern nur berechnen können. Je nach Vormeinung des Betrachters -deshalb Gläubige- fallen die Modellrechnungen der Klimasensitivität von C02 unterschiedlich, ..."

    Ohne auf den Gesetzen der Physik etwas zu berechnen, würden unsere Bauten reihenweise einstürzen. Vor jedem Bau ist eine Statik zu erstellen, in der nachgewiesen wird, daß der Bau nicht einstürzen wird. Voraussetzung für die Erstellung der Statik ist das entsprechende Fachwissen.

    Deswegen ist Ihre Formulierung "Je nach Vormeinung des Betrachters ..." unzutreffend, richtig muß es heißen "Je nach Fachwissen des Bearbeiters ..."

    Anmerkung: Über die endgültige Klimasensitivität infolge der Wolkengegenkopplung habe ich keine Aussagen gemacht - aber das Ihnen das nicht aufgefallen ist, läßt auf Ihr Fachwissen schließen.

  62. Günter Heß Antworten | Permalink

    Bashing

    Lieber Herr Ebel,

    ich schätze ihr Fachwissen sehr. Der Artikel geht über "Bashing", warum müssen Sie in ihrer Antwort an Herrn Kowatsch zeigen, dass auch Sie bei dem Spiel "Bashing" mitspielen. Das ist kontraproduktiv und Sie haben das nicht nötig.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  63. Physiker Antworten | Permalink

    Experimente und Beweise

    @ Josef:
    Die von Ihnen vorgebrachten Einwände zu dem CO2-Treibhauseffekt-Experiment lassen sich ganz einfach beseitigen:
    a) Konvektionseigenschaften/Wärmeleitung -> stellen Sie einfach einen kleinen Ventilator in den Kasten.
    b) spezifische Wärmekapazität -> mischen Sie einfach im Referenz-Kasten unterschiedliche Gase (ohne Treibhauseffekt) so, dass Sie die gleiche Wärmekapazität erhalten (es sei denn, Sie sehen ein, dass in einem statischen Gleichgewicht die Wärmekapazität irrelevant ist).

    Was sind "Energiefrequenzen"? Hört sich esoterisch an.

    @ Rahmstorf:
    Vor etwas mehr als einem Jahr wurde in diesem Blog ein Artikel zur Erklärung des Treibhauseffekts in Aussicht gestellt. Inzwischen sind zwar viele englische Artikel auf realclimate erschienen - ich möchte aber trotzdem ein paar Vorschläge/Anmerkungen machen:
    Die Klimaskeptiker nutzen es schamlos aus, dass die dem Treibhauseffekt zugrunde liegende Physik (zwar schon lange verstanden) aber beliebig kompliziert ist. Das mikroskopische Verständnis verlangt Kenntnisse in Quantenmechanik, Elektrodynamik, Statistischer Physik und Thermodynamik. In all diesen Bereichen lässt sich beliebig viel Schabernack treiben, der von Laien nicht durchschaut werden kann. Neben der mikroskopischen Erklärung gibt es aber noch die phänomenologische - quasi über die "Black Box": Die Sonne sendet folgendes Spektrum aus (vom Satelliten xy gemessen), die Erde sendet folgendes Spektrum aus (ebenfalls von einem Satelliten gemessen) -> daraus ergibt sich ein Treibhauseffekt von ca. 33°C. Eine allgemeinverständliche Erklärung die auf gemessenen Spektren beruht, habe ich bisher noch nicht finden können.

    Über den anthropogenen Treibhauseffekt hat bereits Georg Hoffmann folgendes geschrieben:
    http://www.scienceblogs.de/...treibhauseffekts.php
    Ich bin mir sicher, dass ein didaktisch aufbereiteter Artikel über den 33°C-Treibhauseffekt vielen Laien helfen würde, die "Argumente" der Skeptiker richtig einzuschätzen.

  64. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    @ Ebel und alle

    weil ihr wieder mal beim Treibhausthema gelandet seit, darf auch mein OT kurz dran kommen:

    Die Stratosphären T ist nun seit mehr als 15a sehr konstant, sie sinkt nicht.

    Nun kann man ja wie Ebel und wahrscheinlich passt das auch in Rahmstorfs Sicht der Dinge sagen, je höher die T innerhalb der Troposphäre, desto höher steigt die Tropopause.

    Aber wie verhält es sich mit der T der Stratosphäre dazu? Muss diese sinken, wenn es unten wärmer wird (egal welche Ursache), od. ist eine T Variation "nur" durch die Dichte IR absorbtionsfähiger Moleküle zu erklären, sprich der Strahlungsbilanz und warum sinkt die Stratosphärentemperatur nicht weiter?

  65. Klimaketzer Antworten | Permalink

    an Herrn Rahmstorf

    Immerzu spürt er eine Enge in der Brust. Nur Betablocker helfen ihm über den Tag. Er ist abgemagert. Seine Haut wirkt fahl.

    Jones ist fertig - seelisch, körperlich, beruflich. Mehrfach hat er in letzter Zeit erwogen, sich umzubringen.
    ------------------------

    Du Schwachmat bist auch noch drann.

    [Antwort: Nur um mal ein aktuelles Beispiel zu bringen für Leserkommentare, die wir normalerwiese rausfiltern... Solche Drohungen sind mittlerweile Alltag für viele Klimaforscher, siehe etwa den Artikel zum "Cyber-Bullying" von Clive Hamilton. Medienberichte mit falschen Anschuldigungen gegen Klimaforscher, wie der ungeheuerliche und unbelegte SPIEGEL-Vorwurf von "Fälschungen", dürften dabei durchaus eine Rolle spielen. Stefan Rahmstorf]

  66. Julian Antworten | Permalink

    Frau Thiele von der FDP

    Hallo Frau Thiele, Sie Sprechen hier also von "Zensur". Ein großes Wort, wissen Sie überhaupt, was es bedeutet? Ist es etwa Zensur, wenn einen Zeitung nicht jeden Leserbrief abdruckt, sondern nur eine Auswahl?
    Wir leben in einem Land, wo Sie gewiss nicht an ihrer freien Meinungsäußerung gehindert werden. Sie könnten zum Beispiel ein eigenes Weblog aufmachen, wenn Sie so viel zu sagen haben, und sich damit in fairem freien Wettbewerb gegen die Klimalounge bewähren. Ist das nicht der Ansatz der FDP?

  67. Lilith Antworten | Permalink

    Wer kann sich gewiss sein ?

    Der Planet Erde existiert schon ziemlich
    lange aus der Sicht von uns zeitbeschränkten Inviduen.

    Und er besass die verschiedensten
    Klimazustände zu unterschiedlichen Zeiten.

    Und Sie wissen genug , um eine Prognose ,
    welche ja grundhaft nur eine Theorie ,
    d.h. eine Behauptung ist - zu stellen ?

    Nun es gibt die Chaostheorie .....

    Was machen Sie eigentlich , falls die Ostsee nächsten Winter einmal wieder
    flächendeckend zufriert , ohne sich
    um Ihre Prognosen zu scheren ?

    [Antwort: Wo gibt es Hinweise, dass Klima (also nicht Wetter!) sich chaotisch verhält? Und wo habe ich die Prognose gemacht, die Ostsee werde nächsten Winter nicht zufrieren? Stefan Rahmstorf]

  68. Kaboom Antworten | Permalink

    @Sysop; Prof. Rahmstorf

    Sie sollten GERADE diese Art Kommentare ( 13.04.2010 | 08:42 ) nicht moderieren. Genau diese Kommentare zeigen nämlich die Skeptiker so wie sie sind. Ich denke das es wenige Dinge gibt, die diese Leute besser entlarven, als ihre eigenen Kommentare.

  69. Robert Bauer Antworten | Permalink

    Drohungen gegen Klimaforscher

    Ich bin auch der Meinung, daß Kommentare wie der von "Klimaketzer" veröffentlicht werden müssen. Mit diesen Drohungen erreichen diese Leute nur eins, nämlich dass sie sich selber diskreditieren. Auf ein tieferes Niveau kann man nicht mehr sinken und es wird klar, mit welchen Leuten man es hier zu tun hat.

    Außerdem will ich noch auf folgende Pressemeldung von der New York Times, veröffentlicht am 14. April 2010 hinweisen:

    "...A second inquiry has cleared climate researchers at the University of East Anglia of allegations that they distorted the scientific evidence for human-caused global warming. “There was no hint of tailoring results to a particular agenda,” an independent panel of scientists said in a report submitted to the university on Monday. The investigations began after the unauthorized release last November of hundreds of private e-mail messages exchanged by scientists in the United States and the British university’s Climatic Research Unit. Last month, a British parliamentary committee cleared the research unit of manipulating the evidence."

    link: http://www.nytimes.com/...5briefs-Britbrf.html?hpw

  70. Chrys Antworten | Permalink

    Klimamodelle und Chaos

    Einmal abgesehen davon, dass unter Laien ohnehin recht wirre Vorstellungen über Chaostheorie kursieren, ist die Frage nach der Rolle von Chaos für die Entwicklung von Klimamodellen ja nicht generell abwegig. Insofern wären vielleicht ein paar klärende Worte angebracht, warum die These der globale Erwärmung auch durch die Chaostheorie nicht in Frage gestellt, sondern, ganz im Gegenteil, sogar gestützt wird. Dazu sei auch auf die Informationen[1] des American Institute of Physics hingewiesen, woher folgendes Zitat stammt:

    Most scientists agreed that climate has features of a chaotic system, but they did not think it was wholly unpredictable. To be sure, it was impossible to predict well in advance, with any computer that could ever be built in the actual universe, that a tornado would hit a particular town in Texas on a particular day (not because of one guilty butterfly, of course, but as the net result of countless tiny initial influences). Yet tornado seasons came on schedule. That type of consistency showed up in the supercomputer simulations constructed in the 1980s and after. Start a variety of model runs with different initial conditions, and they would show, like most calculations with complex nonlinear feedbacks, random variations in the weather patterns computed for one or another region and season. However, their predictions for global average temperature usually remained within a fairly narrow range under given conditions.

    [1] http://www.aip.org/history/climate/chaos.htm

    [Antwort: Korrekt. Der physikalische Grund ist der: die globale Mitteltemperatur muss dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik genügen, also der Erhaltung der Energie. Das setzt möglichen Veränderungen in der globalen Mitteltemperatur sehr enge Grenzen: nachhaltig kann ich sie nur ändern, wenn ich in die Strahlungsbilanz unserer Erde eingreife. An diesem Faktum können auch chaotische Schwankungen des Wetters (die ja auch in den Klimamodellen auftreten) nichts ändern. Stefan Rahmstorf]

  71. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    @kaboom

    naja, Herr Rahmstorf hat schon recht, wenn er zwischendurch mal zeigt, wie krass Kommentare sein können.
    So jemanden (klimaketzer) nimmt aber niemand wirklich ernst, schätze ich.
    Der "wahre Skeptiker" ist kein Dummkopf. Oder glaubt irgendwer ein Lindzen, Pielke und Co. wären als solche einzustufen?
    Übrigens denken die meisten dieser sg. Skeptiker ja nur, dass die AGW Darstellungen des IPCC aber auch des PIK zu dramatisch sind. Wir wissen doch alle, dass es wärmer geworden ist und das eine überdeutliche Anreicherung der Atmosphäre mit CO2 nicht spurlos bleiben kann. Was wir allerdings bezweifeln, ist die hohe Klimasensitivität, welche durch CO2 Emissionen ausgelöst werden soll, sprich die enorm hohen positiven Feedbacks und darüber wird man noch lange diskutieren und es wäre falsch, jede Diskussion unterbinden zu versuchen.

    Also werfen sie bitte nicht alle Skeptiker in den gleichen Topf!

    [Antwort: Richtig. Echte Skeptiker mit vernünftigen Sachargumenten (oder Sachfragen) sind bei uns jederzeit willkommen. Stefan Rahmstorf]

  72. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Apropos Chaos

    "Nur den Göttern des Olymps scheint die ewige Sonne. Den Menschen hingegen ist es seit jeher ein dringendes Bedürfnis zu wissen, welches Stück des Himmels ihnen demnächst auf den Kopf fallen wird. Innerhalb der letzten 2000 Jahre sind die verschiedensten Vorhersageverfahren angewendet worden, von Tieropfern und der Befragung von Orakeln bis hin zu umfangreichen Bauernregeln."

    http://www.spektrum.de/...kel/828112&_z=798888

    "Unsere Untersuchungen über die empfindliche Abhängigkeit von den Anfangsbedingungen beziehen sich auf einen speziellen Mechanismus der Selbstorganisation, der - obwohl ausgewählt wegen seiner Instabilität - nicht alle möglichen zweidimensionalen Strömungen umfasst. Dennoch ist er repräsentativ für die Phänomene, die man in der Atmosphäre beobachtet, insbesondere die Herausbildung kohärenter Strukturen, die sich um unseren Planeten herum bewegen und miteinander wechselwirken, wie die Hoch- und Tiefdruckgebiete. Andere Autoren haben in ihren Simulationen dasselbe Phänomen gefunden wie wir: Die Energie der Störung wächst meist linear, nur sehr selten exponentiell - in Übereinstimmung mit den Beobachtungen der Meteorologen."

  73. Rainer Weiß Antworten | Permalink

    generelles

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    Es ist faszinierend, wieviele Zeit sich Menschen für die Lektüre des Spiegels und des Kommentierens gleicher nehmen.
    Ich selbst finde den Sprachgebrauch der inzwischen in den Medien verwendet wird, nicht toll. "Leugner", Gegner etc..
    Es geht doch nicht darum, Wahrheit zu leugnen oder zu vertuschen ?
    Wir müssen diese erst mal finden und uns sicher sein.
    Wie können wir Klima schützen, wenn wir keinen 100% sicheren Nachweis haben, wo wir Menschen welchen quantitativen Einfluss haben.
    Ich denke, die MEnschen in Deutschland sparen Energie wo sie können und jeder Unternehmer tut das schon aus Kostengründen.
    Es hat keinen Sinn, wenn wir die Menschen hier zusätzlich noch mit Co2 Steuern belasten, während andere Leute weiter munter Öl und Erdgas aus der Erde holen und sich dumm und dämlich dran verdienen...
    Wobei ich die 5 wichtigen Klimadaten gerne diskutieren würde, da besonders bei den co2 messdaten ja noch mehr messdaten vorhanden sind, die nicht zur angegeben interpretation passen....

    mit freundlichen Grüßen
    Rainer Weiß

    [Antwort: Welche Messdaten passen denn nicht zu welcher Interpretation? Stefan Rahmstorf]

  74. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    alles NASA oder was?

    hier darf man schon mal die Frage der Qualitätssicherung aufwerfen.

    Aus den globalen T Daten für März wurden die üblichen Diagramme und Graphiken generiert. Diese zeigten bis vor wenigen Tagen deutlich positive Anomalien über Skandinavien, die Wetterdienste dort sprechen von einem zu kalten März und auch die NASA Sat. Messungen zeigen dieses Bild. Wohl ein Vorzeichenfehler und gar nicht bei NASA GISS selbst produziert, aber eben weiter gegeben und veröffentlicht. Auch so was sollte nicht passieren.

    http://i41.tinypic.com/hwehbd.png

    http://neo.sci.gsfc.nasa.gov/Search.html?group=67

    [Antwort: Die Frage der Qualitätssicherung bei den NASA-Daten wird hier ausführlich diskutiert. Es gibt einen Kompromiss zwischen Aktualität (die Daten sind fast sofort verfügbar) und den nötigen Qualitätskontrollen. In diesem Falle war die Korrektur in der globalen Temperatur ein Hundertstel Grad. Die Satellitenreihen haben übrigens diesen März als wärmsten März seit Beginn der Messungen. Stefan Rahmstorf]

  75. Kaboom Antworten | Permalink

    @Gunnar Innerhofer

    Bei den "Skeptikern" findet sich so ziemlich jede denkbare Position zwischen "halbwegs sinnhaftig" und "völlig alberner Unsinn". Gemeinsam ist denen nur eines: CO2 ist unschuldig (was ja noch nicht mal für Herrn Lindzen gilt, der im Kern die AGW-Theorie teilt).
    Teilweise sind aber auch dort die Inhalte schlicht Junk. So wurde auf climateaudit (Homepage von McIntyre / McKittrick) über Wochen über "hide the decline" (Weglassen der Daten von Jahrring-Analysen nach 1960 in Arbeiten von Mann bzw. Briffa) diskutiert. Dabei ist die (teilweise) Entkopplung von Klimadaten und Jahrringen (in der nördlichen Hemisphäre) unter Dendro-Leuten seit Jahrzehnten ein bekanntes Phänomen (Hier in D forscht Prof Wilmking an der Uni Greifswald darüber.) Das hielt McKittrick und McIntyre aber nicht davon ab, über Wochen und Wochen zu suggerieren, das es sich um einen bewussten Betrug handelte. UND gleichzeitig in der Diskussion zu den Beiträgen zuzugeben, das das Hinzufügen der (weggelassenen) Daten ziemlich problematisch gewesen wäre (zumindest wenn man es nicht ausführlich diskutiert hätte).

    Also: was sich an "Wissenschaftlern" so bei den Skeptikern tummelt ... da "streuts" gewaltig. Wenn z.B. Herr Gerlich meint, das es GAR keinen Treibhauseffekt gäbe (also auch keinen natürlichen), dann ... naja ich verkneife mir mal einen Kommentar

  76. Jochen Ebel Antworten | Permalink

    Bashing und Wissen

    @Günter Heß 11.04.2010 | 08:20
    Sehr geehrter Herr Heß,

    wenn Herr Kowatsch anderen unterstellt keine Ahnung zu haben, dann sollte man auch deutlich sagen, daß das eher für ihn zutrifft.

    @Kaboom 19.04.2010 | 16:10
    "Wenn z.B. Herr Gerlich meint, das es GAR keinen Treibhauseffekt gäbe... naja ich verkneife mir mal einen Kommentar"

    Sollte man aber nicht. Sondern schon mal ein paar grundsätzliche Fehler nennen:
    Z.B. es könne keinen Treibhauseffekt geben, weil die Gegenstrahlung dem II. HS der TD widersprechen würde. Nun ist aber die Gegenstrahlung untrennbar (zwangsläufig) mit der Hinstrahlung verbunden und der II. HS der TD gilt für die Summe beider. In früheren Zeiten billigte man den beiden Teilstrahlungen gar keine Realität zu und trennte beide nur hypothetisch. Der TE stellt also keine Verletzung des II. HS. der TD dar.

    Außerdem lassen sich Gerlich/Tscheuschner umfangreich über die Wärmeleitung einer ruhenden Atmosphäre aus - die praktisch keine Rolle spielt, aber dafür fehlt der bewegte Wärmetransport.

    MfG

  77. Chrys Antworten | Permalink

    Klimamodelle for Dummies

    Es scheint nicht sonderlich viel an geeigneter Literatur zu existieren, anhand derer sich klimatologische Laien einen profunden Eindruck über Klimamodelle und ihre Entwicklung verschaffen können. Aber das Buch [1], das mir erst kürzlich und eher zufällig in die Hände kam, dient genau diesem Zweck. Aus meiner Sicht ist das noch absolut hilfreich und empfehlenswert -- speziell auch für den einen oder anderen Wissenschaftsjournalisten.

    Als ein Beispiel dafür, dass sogar Experten aus Hilfsdiziplinen der Klimaforschung bisweilen irrige Vorstellungen über Klimamodelle vertreten, sei hier Prof. Marcel Lesieur genannt. In seinem Lehrbuch "Turbulence in Fluids" (Springer, 4th ed., 2008) findet man man u.a. auf p. 414 die Feststellung:

    This poses some questions about the validity of climate models, which solve approximately during periods of years coupled Navier–Stokes and energy equations for the atmosphere and the ocean. [...] However, it is obvious that it keeps this character of total unpredictability for forecast periods of more than 20 days. This is crucial, since it is from these model predictions that Earth’s temperature should increase in an alarming fashion in the following tenths of years.

    Unabhängig davon, dass er offenkundig "tens of years" meint, hält er ein Klimamodell schlicht für eine Art Langzeit-Wettermodell, was allerdings völlig unzutreffend ist.

    [1] K. McGuffie, A. Henderson-Sellers. A climate modelling primer. John Wiley and Sons, 3rd ed., 2005.

  78. Jochen Ebel Antworten | Permalink

    Verleumdung

    Ich glaube, bis jetzt wird sehr oft von Klimaskeptikern mit Verleumdung gearbeitet. Als Beispiel nenne ich Prof. Kramm mit seinem Paper
    "Kommentar zum 'Beweis des atmosphärischen Treibhauseffekts' von Arthur P. Smith" http://arxiv.org/abs/0904.2767

    das auf das Paper von Smith reagiert. http://arxiv.org/abs/0802.4324

    Die Paper von Kramm zeigt, das er (obwohl er auf diesem Gebiet "arbeitet") wissenschaftliche Arbeiten nicht lesen kann (Kramm widerlegt in seinem Paper nur seine eigenen Lesfehler) aber beleidigt Leute, die ihn auf seine Fehler aufmerksam machen (Smith, mich usw.) Siehe http://www.scienceblogs.de/...rden-peerreviewt.php

    Leider ist gerichtliches Vorgehen ein zweischneidiges Schwert. Die Richter können den Sachverhalt oft nicht beurteilen und streben dann einen "Vergleich" an. Wie soll es aber einen Vergleich zwischen Wahrheit und Lüge geben? Am Besten (von Seiten des Richters) man hält die wissenschaftliche Ursache des Streits heraus (Stichwort "Freiheit der Wissenschaft") und bezieht auf irgendwas Formales.

    MfG

  79. M.Wolf Antworten | Permalink

    Lustig :-)

    Zitat von Rahmstorf:

    Wir weisen nochmals darauf hin, dass es sich um eine moderierte Diskussion handelt - das steht auch über dem Kasten wo Sie Kommentare schreiben können. Wir publizieren die Kommentare, die wir für unsere Leser für interessant halten.

    Zitat Ende.

    Guter Witz! :-)
    Auf die Veröffentlichung MEINES Kommentares warte ich noch immer. Aber der enthielt ja viiiiiel zu viele Fakten die den Klimachwindel entlarven und darum wurde mein Kommentar natürlich NICHT veröffentlicht!

    VON WEGEN "wir publizieren die Kommentare, die wir für unsere Leser für interessant halten"!

    Sie publizieren Kommentare, wenn Sie IHNEN in die Karten spielen - und sonst nix! Feige Bande!

    Aber ich habe meinen Kommentar bereits einigen Onlinemedien angeboten und auch ein Portal gefunden, dass die darin befindlichen Fakten veröffentlicht. Natürlich mit entsprechenden Kommentaren zu Rahmstorf und anderer Klimaschwindler.

    Sie haben noch bis Mittwoch Zeit HIER meinen Kommentar zu veröffentlichen. Sollte das nicht passieren, so werde ich die Freigabe erteilen und dann erscheint mein Komentar an anderer häufig gelesener Stelle.

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