Klimaforscher-Konsens 97%

6. März 2009 von Stefan Rahmstorf in Medien-Check

Schwammige oder suggestive Fragen, geringer Rücklauf, fragwürdige Kompetenz der Befragten, politischer "spin" bei der Interpretation der Ergebnisse - letzten Herbst hatten wir in mehreren Beiträgen über die Probleme mit einigen Klimaforscher-Befragungen berichtet. Aus den USA erreicht uns jetzt eine neue Studie, die diese Probleme weitgehend zu vermeiden sucht.

Die Fragen, die Peter Doran und Maggie Kendall Zimmerman (University of Illinois, Chicago) 10.257 Geowissenschaftlern (überwiegend aus USA) gestellt haben, waren klar und einfach, und mehr als 30% der Angeschriebenen haben sie beantwortet (im Vergleich zu 18% bei der Storch/Bray Umfrage).

1.    Im Vergleich zum Temperaturniveau vor dem 19. Jahrhundert, sind die globalen Durchschnittstemperaturen allgemein gestiegen, gefallen oder etwa gleich geblieben?

2.    Glauben Sie, dass menschliche Aktivitäten ein signifikanter Faktor bei der Veränderung der globalen Temperatur sind?

Kurz gesagt: gibt es eine globale Erwärmung, und wird sie signifikant vom Menschen verursacht? Insgesamt antworteten 90% mit "gestiegen" auf Frage 1, und 82% mit "ja" auf Frage 2.

Doch jetzt kommt das eigentlich Interessante: die Teilnehmer wurden auch nach ihrem Fachgebiet und ihren Fachpublikationen der letzten fünf Jahre befragt. Hier in der KlimaLounge haben wir schon mehrfach darauf hingewiesen, dass man einen Experten nicht am Professorentitel erkennt, sondern daran, dass er selbst auf dem betreffenden Gebiet forscht und dies durch entsprechende Fachpublikationen belegen kann. An der obigen Umfrage beteiligten sich u.a. Geochemiker, Geophysiker, Ozeanologen, Geologen, Hydrologen, usw.

Dabei zeigte sich: die Zustimmung zu den beiden genannten Fragen ist umso höher, je mehr die Befragten vom Klima verstehen (siehe Grafik). Unter den Klimatologen, die überwiegend zu Klimaveränderungen forschen und publizieren, haben 97% Frage 2 mit "ja" beantwortet. Die geringste Zustimmung zur zweiten Frage fand sich unter Wirtschaftsgeologen (47%) und Meteorologen (64%).

Heizt der Mensch das Klima auf? Antworten auf Frage 2, aufgeschlüsselt nach Fachgebiet und Publikationstätigkeit (Fachartikel) der Befragten. Die Zahlen für die breite Bevölkerung stammen aus einer Gallup-Umfrage in den USA im Jahr 2008.

Diese Ergebnisse werden niemanden überraschen, der sich schon längere Zeit unter Klimaforschern bewegt. Die Skepsis in Geologenkreisen ist bekannt und nachvollziehbar, forschen viele doch nicht zu den Ursachen des rezenten Klimawandels sondern dazu, wo man noch mehr Öl und Kohle zum Verbrennen finden kann.

Auch die Skepsis unter manchen Meteorologen ist uns wohl vertraut (wenn auch in Europa wohl nicht so ausgeprägt wie in den USA). Wer mit Wettervorhersage zu tun hat, erlebt das Klimasystem als chaotisch und schwer berechenbar. Dabei wird von manchen übersehen, dass zwar das Wetter chaotisch ist, nicht aber das Klima. Wetter und Klima folgen ganz unterschiedlichen Gesetzen - so gibt es in einigen unserer Potsdamer Klimamodelle überhaupt kein Wetter (also Schwankungen von Tag zu Tag), sondern sie berechnen direkt die mittleren Klimagrößen. Die globale Temperatur wird zum Beispiel durch einen globalen Energiesatz bestimmt und ist daher leicht berechenbar - es gibt einfach nicht viele Möglichkeiten, einem Planeten Energie  zu- oder abzuführen. In Wettervorhersage-Modellen wird dagegen oft sogar die Energieerhaltung verletzt - deshalb müssen sie erst modifiziert werden, wenn sie für Klimasimulationen eingesetzt werden sollen. Ein Ungleichgewicht in der planetaren Energiebilanz von einigen Watt pro Quadratmeter ist für die Wettervorhersage über einige Tage vollkommen unerheblich - für das Klima ist es entscheidend.

Fazit: diese Studie belegt einmal mehr den überwältigenden Konsens in der Wissenschaft - zumindest unter denen, die tatsächlich zum Thema forschen - dass wir mit unseren Emissionen von Treibhausgasen das Klima aufheizen. In der breiteren Bevölkerung - und teilweise auch unter Wissenschaftlern von Nachbardisziplinen, die nicht direkt zum Klima forschen - ist dieser Konsens aber noch bei weitem nicht angekommen. Das dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass in den Medien "Skeptiker" weit überproportional zu Wort kommen, oft ohne kritische Nachfrage, ob sie überhaupt sachlich fundierte Argumente haben und ihre Fakten und Zahlen stimmen. Hauptsache, die Thesen klingen originell. So entsteht bei vielen Medienkonsumenten der falsche Eindruck, die Ergebnisse der Klimaforschung seien noch unsicher und unter Experten umstritten. 

Literatur

Doran, P. T., and M. Kendall Zimmerman (2009), Examining the Scientific Consensus on Climate Change, Eos Trans. AGU, 90(3), doi:10.1029/2009EO030002.

Kendall Zimmerman, M. (2008), The consensus on the consensus: An opinion survey of Earth scientists on global climate change, 250 pp., Univ. of Ill. at Chicago.

 


21 Kommentare zu “Klimaforscher-Konsens 97%”

  1. Michael Krüger Antworten | Permalink

    97% Zustimmung unter den Experten?

    Der Klimawandel: Sichtweisen und Interpretationen

    Ergebnisse des Projektes
    "The Perspectives of Climate Scientists on Global Climate Change"
    Dennis Bray, Hans von Storch, Sönke Rau
    Institut für Gewässerphysik der GKSS, D 21502 Geesthacht
    Universität Hamburg

    Zusammenfassung

    In diesem Artikel werden einige der Ergebnisse des Projektes "The Perspectives of Climate Scientists
    on Global Climate Change", vorgestellt. Für dieses Projekt wurde ein Fragebogen an 1.000
    Wissenschaftler in den USA, Kanada und Deutschland verschickt. In den Antworten finden sich
    Ähnlichkeiten und Differenzen zwischen den einzelnen Ländergruppen. Hier sollen die Ergebnisse
    für die deutsche Forschergruppe im Vordergrund stehen. Deutsche Forscher zeigen im allgemeinen
    das größte Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Klimamodellen. Sie geben in stärkerem Maße als die
    anderen Gruppen an, daß Klimawandel negative Auswirkungen für ihre Gesellschaft haben wird und
    glauben in stärkerem Maße an die Notwendigkeit politischer Maßnahmen, um dem Klimawandel zu
    begegnen. Unterschiede zwischen den Gruppen finden sich auch in der Bewertung der Beziehung
    Wissenschaft - Politik. Deutsche Forscher haben, prozentual gesehen, den geringsten Kontakt mit
    Medien und Politik. Trotz dieser geringen Kontakte ist die deutsche Gruppe jene, die am stärksten die
    Meinung zum Ausdruck bringt, daß es Forscher gibt, die in der Lage sind, die sozialen Auswirkungen
    eines Klimawandels bewerten zu können. Wissenschaftler aller betrachteten Länder zeigen sich
    unzufrieden mit der gegenwärtigen Beziehung zwischen Wissenschaft und Politik. Wir glauben, daß
    die Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen das Ergebnis der unterschiedlichen
    sozio-historischen Kontexte sind, in denen sich die Wissenschaft in den einzelnen Ländern befindet.
    Dies weist auf die soziale Konstruktion des Gegenstandes "Klima" hin.

    http://coast.gkss.de/...ch/pdf/thyssen.deutsch.pdf

    [Antwort: Wir haben diese Studie hier und hier diskutiert. Stefan Rahmstorf]

    Ein Beispiel eines "Abweichlers".

    Quantitative implications of the secondary role of carbon dioxide climate forcing
    in the past glacial-interglacial cycles for the likely future climatic impacts
    of anthropogenic greenhouse-gas forcings

    http://cfa-www.harvard.edu/...n02_097-125-Soon.pdf

  2. Michael Adenos Antworten | Permalink

    Ist es denn wirklich korrekt die Kompetenz der Fachleute allgemein nach dem Kriterium Klimaveröffentlichungen zu sortieren? Unklar ist doch weniger die qualitative Auswirkungen des CO2 auf die Temperatur sondern allenfalls der genaue quantitative Beitrag. Für die Beurteilung diese Zusammenhänge ist ein Experte für Temperaturmessungen, Eisbohrkernanalyse, Meeresanalysen, CO2-Umsatz,Wetteranalysen, El Ninjos usw. auch nicht kompetenter als irgend ein Friedensnobelpreisträger. Welcher Anteil der Klimaforscher ist denn auf dem Gebiet der numerischen Modellierung des Strahlungstransports Experte? Gemeinsamkeit ist doch eher, dass viele aus den o.g. Fachgebieten von den Etats der Klimabefürchtungen leben.

  3. rotfell Antworten | Permalink

    Ist es nicht eine selbsterfüllende Prophezeiung, daß diejenigen, die maßgeblich für die Fachliteratur auf diesem Gebiet sorgen, auch dementsprechend auf diese Fragen antworten?

    Mich wundern eher die 3%, welche anders geantwortet haben.

  4. Manfred Euslik Antworten | Permalink

    Klimaskeptiker

    Es ist wohl tatsächlich so, dass der Grad der Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit der Unwissenheit über die Zusammenhänge ansteigt.

    Interessant fand ich im Editoroal der Fwebruar-Ausgabe von National Geographic, dass Klimaleugner, Kreationisten und Holocaustleugner in einem Atemzug genannt werden.

    Wenn sich auch die Inhalte, mit denen sich diese Gruppe befassen, stark unterscheiden, so sind ihre Methoden doch sehr ähnlich: alles, was nicht in ihre vorgefasste Ideologie passt, wird einfach ausgeklammert, Fakten nur dann zur Kenntnis genommen, wenn sie diese scheinbar bestätigen.

  5. Reiner Vogels Antworten | Permalink

    Wägen, nicht zählen!

    "Willst du gerecht sein, zähle nicht, sondern wäge!" Augustinus, 5. Jhd. n.Chr., Bischof von Hippo Regio, Nordarfrika

    Daher warte ich immer noch auf den schon vor Wochen angekündigten Beitrag, in dem die Hypothese der CO2-induzierten, anthropogenen Erderwärmung in einem plausiblen physikalischen Modell detailliert dargestellt, quantitativ abgeschätzt und gegenüber den natürlichen Klimaschwankungen abgewogen wird.

    [Antwort: Kommt, bitte Geduld. Ich stimme Augustinus voll zu. Stefan Rahmstorf]

  6. misterdata Antworten | Permalink

    Nun, es ist nicht wirklich überraschend, dass in Meinungsumfragen zum Thema "menschgemachter Klimawandel" gerade diejenigen besonders zustimmen, die direkt von Forschungsgeldern zu diesem Thema leben. Jedes andere Ergebnis wäre verdächtig, weil Klimaforscher nicht für eine hervorstechend altruistische Haltung bekannt sind.

    Ich persönlich bleibe bei meiner altmodischen Ansicht, dass es auf die wissenschaftlichen Ergebnisse ankommt, belegt, nachvollziehbar und dokumentiert. Meinungen können Fakten nicht ersetzen.

    Mich hat schon früh fasziniert, wie voll die Geschichte der Wissenschaften ist an Fehlern in der Lehrmeinung. Und wie lange es oft gedauert hat, bis die fehlerhafte Lehrmeinung korrigiert wurde.

    Im Übrigen zielen derartige Meinungsumfragen klar erkennbar letztlich auf politische Einflußnahme ab. Was die Meinungsumfragen in meinen Augen in wissenschaftlicher Hinsicht vollends disqualifiziert.

    Wenn jemand zwei Herzen in seiner Brust hat, ein wissenschaftliches und ein politisches, dann sollte er/sie sich irgendwann entscheiden, denke ich. Aus Gründen der Redlichkeit, aber auch im eigenen Interesse und Wohlergehen.

    [Antwort: Das Argument der Forschungsmittel wird oft gebracht - aber was ich daran nicht verstehe ist das Folgende. Wenn ich mehr Forschungsmittel wollte, würde ich dann nicht sagen: wir sind noch unsicher, lasst uns erstmal weiter forschen? Wenn es mir um Eigennutz ginge würde ich doch nicht sagen: wir sind inzwischen sicher, gebt die Forschungsgelder den Kollegen von den erneuerbaren Energien. Stefan Rahmstorf]

  7. Jürgen Bolt Antworten | Permalink

    Biases

    Nur eine kleine Bemerkung: Der Hinweis auf biases als mögliche Ursache für die relativ geringe Zustimmung von Wirtschaftsgeologen und Meteorologen zu den Fragen muß natürlich auch für die relativ hohe Zustimmung von Klimatologen gelten. Dann bliebe mit 90 bzw. 82% Zustimmung immer noch ein weitgehender Konsens.

    [Antwort: Noch ein Hinweis zur Moderation: ich bin den Rest der Woche beim Klimakongress in Kopenhagen und werde daher keine weiteren Kommentare beantworten können. Stefan Rahmstorf]

  8. Reinhard Bösch Antworten | Permalink

    Klimaforscher Konsens 97 %

    Sehr geehrter Herr Professor Rahmstorf

    Wissenschaftlern,die der Hypothese von einer menschengemachten Klimakatastrophe skeptisch gegenüberstehen,wird sehr oft unterstellt,sie täten dies aus eigenen wirtschaftlichen Interessen. Sie tun das auch ganz ungeniert in Ihrem obigen Beitrag. Wenn aber auf der Gegenseite Wissenschaftler der Münchner Rück unermüdlich die Klimaapokalypse beschwören und Voraussagen machen,die ihrem Arbeitgeber in jeder Hinsicht nützen,sind die Medien voll des Lobes über das Engagement eines Wirtschaftsunternehmens. Eine Wissenschaftssparte in der Forschungsergebnisse danach beurteilt werden, ob sie möglicherweise Ölmultis dienen (unglaubwürdig) oder Versicherungskonzernen(glaubwürdig) verspielt ihre Glaubwürdigkeit.

    Mit freudlichen Grüßen
    Reinhard Bösch

    [Antwort: Sie haben Recht. Solch eine Wissenschaftssparte würde ihre Glaubwürdigkeit verspielen. In der Klimawissenschaft ist dieses folglich auch nicht der Fall. Ergebnisse von Wissenschaftler der Münchener Rück werden nur dann in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, wenn sie den peer-review Prozess erfolgreich durchlaufen haben. Wenn Sie sich natürlich anhand einer Broschüre einer Firma informieren, dann können Sie nicht davon ausgehen, dass dieses Wissenschaft ist, was Sie dort lesen. Das sollte aber doch klar sein, oder?
    Anders Levermann]

  9. Gereon Savoyen Antworten | Permalink

    Die Auswahl der Befragten

    Vielleicht hätte man auch mal die japanischen Geowissenschaftler befragen sollen... http://www.theaustralian.news.com.au/...03,00.html
    Aber das hätte vermutlich das gewünschte Ergebnis verzehrt.

    Wenn ich sehe, wie hoch in diesem Blog die inhaltlichen und formallen Anforderungen an Umfragen mit anderslautenden Ergebnissen gestellt werden, dann ist die Euphorie angesichts dieser eher platten Umfrage schon ziemlich peinlich.

    Übrigens konnten Ihnen Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts die Finanzexperten anhand ihrer Modelle auch genau erklären, wann und warum der DAX über 10.000 Punkte gehen würde. Und mindestens 97% aller Wirtschaftexperten waren im Konsenz darüber, dass diese Entwicklung nicht aufzuhalten war.
    Der Rest ist Geschichte...

    Die einzige Lehre, die wir aus der Vergangenheit ziehen, ist die, das wir keine Lehren aus der Vergangenheit ziehen...

    [Antwort: Lieber Herr Savoyen, Sie nennen die von uns oben geschilderte Umfrage "eher platt". Aus einer solchen Formulierung kann niemand erkennen, was konkret ihre Kritik daran ist. Wir freuen uns in der Diskussion hier generell mehr über Sachargumente. Stefan Rahmstorf]

  10. misterdata Antworten | Permalink

    [Antwort: Das Argument der Forschungsmittel wird oft gebracht - aber was ich daran nicht verstehe ist das Folgende. Wenn ich mehr Forschungsmittel wollte, würde ich dann nicht sagen: wir sind noch unsicher, lasst uns erstmal weiter forschen? Wenn es mir um Eigennutz ginge würde ich doch nicht sagen: wir sind inzwischen sicher, gebt die Forschungsgelder den Kollegen von den erneuerbaren Energien. Stefan Rahmstorf]
    Ich respektiere Ihre persönliche Einstellung, aber es ging um den hohen Zustimmungsgrad unter "Climatologists" und "Active Publishers".

    Wenn Ihre Kollegen so denken wie Sie, müssten eigentlich die Anträge auf Forschungsmittel zu klimarelevanten Fragen bereits deutlich zurückgegangen sein. Gibt es dazu offizielle Zahlen, zumindest aus Deutschland?

    [Antwort: Dieser Logik kann ich nicht ganz folgen. Forscher hören ja nicht auf zu forschen, nur weil bestimmte Fragen - wie die Ursache der globalen Erwärmung - geklärt sind. Sie wenden sich neuen Fragen zu, etwa den Folgen der Erwärmung. Zum Beispiel sind aktuell das Verhalten der Eisschilde und der Anstieg des Meeresspiegels in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Stefan Rahmstorf]

  11. multiverus Antworten | Permalink

    Tendenziös

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
    Eine Zustimmung von 97% ist kein Indiz für eine freie und unbeeinflusste Meinungsumfrage. Ohne dass ich es aussprechen muss, wissen Sie sehr genau, unter welchen finanziellen und / oder politisch-gesellschaftlichen Randbedingungen derartig hohe Zustimmungsraten erreichbar sind.

    Deshalb halte ich die Aussagekraft der von Ihnen zitierten Studie, welchen wissenschaftlich-korrekten Anstrich diese sich auch immer geben mag, für vernachlässigbar gering.

    [Antwort: Ich verstehe Ihre These nicht. Wollen Sie sagen, die befragten Forscher hätten in dieser anonymen Umfrage nicht ihre ehrliche Einschätzung abgegeben? Das halte ich für extrem unwahrscheinlich. Und wie gesagt - wer sich ständig unter Klimatologen bewegt, ihre Fachkonferenzen besucht etc., der weiß aus direkter persönlicher Erfahrung, dass das Ergebnis der Umfrage realistisch ist. Stefan Rahmstorf]

  12. jochen Antworten | Permalink

    Alles geklärt?

    Hallo Prof. Rahmstorf,

    Sie schreiben "Forscher hören ja nicht auf zu forschen, nur weil bestimmte Fragen - wie die Ursache der globalen Erwärmung - geklärt sind."

    Vor einiger Zeit lief im TV eine Reportage über eine Forschungsexpedition, die am Meeresgrund den Methanausstoß untersuchte. Demnach hat kein Mensch auf der Welt auch nur die leiseste Ahnung, um welche Mengen es da weltweit geht, weil über 99% des Meeresbodens in dieser Hinsicht unerforscht sind.

    In einem anderen Beitrag hier im Blog haben Sie ja selber darauf hingewiesen, dass viele klimarelevante Faktoren wie z.B. langfristige Änderungen von Großwetterlagen und Meeresstrümungen, Einfluß der Wolken usw. noch nicht vollständig verstanden sind.

    Angesichts der vielen offenen Fragen dürfte wohl doch noch erheblicher Forschungsbedarf bestehen.

    [Antwort: Ich stimme Ihnen zu - natürlich besteht noch erheblicher Forschungsbedarf zu vielen Aspekten des Klimasystems. Die Grundtatsache, dass der Mensch die CO2-Konzentration erhöht und dass mehr CO2 zu wärmeren Temperaturen führt, die ist allerdings bestens belegt und verstanden. Stefan Rahmstorf]

  13. Sonja Bota Antworten | Permalink

    Befragung von Klimaforschern

    gerade fand ich eine Studie von Kommunikationswissenschaftler Prof. Kepplinger aus dem Jahr 2006 unter deutschen Klimaforschern.

    Als Nicht-Klimaforscherin interessiert mich die Frage, wie sich die Diskrepanz des Ergebnisses zu der oben zitierten Studie erklären läßt. Methodische Argumente schließe ich in diesem Falle aus.
    Untenstehend einige Auszüge:

    http://www.welt.de/...ch_laengst_nicht_sicher.html

    Von Hans M. Kepplinger und Senja Post

    Den Ausweg aus diesem akademischen Dschungel bildet eine formale Definition der Klimaforscher: Klimaforscher sind alle Naturwissenschaftler, die die unterschiedlichen Komponenten des Klimasystems erforschen und deren Untersuchungen von anderen zum Klimasystem forschenden Naturwissenschaftlern zur Kenntnis genommen werden. Diese Definition schließt beispielsweise einen Physiker ein, der die Auswirkungen kosmischer Partikel auf atmosphärische Prozesse untersucht. Sie schließt jedoch einen Ökonomen aus, der sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf das Wirtschaftswachstum befasst. Ausgehend von dieser Definition, wurden in einer umfangreichen Vorstudie 239 Klimaforscher identifiziert, die als Professoren an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland tätig sind. Hierbei handelt es sich nach dem heutigen Kenntnisstand um die Gesamtheit der als Wissenschaftler anerkannten Klimaforscher in Deutschland. Von ihnen nahmen 133 im Sommer 2006 an einer Online-Befragung teil. Ihre Antworten liefern die bisher breiteste Übersicht über die Einschätzung des Klimas und der Klimaforschung durch Klimaforscher.

    Die Mehrheit der Klimaforscher (57 Prozent) ist der Ansicht, dass die "Folgen des Klimawandels für die Menschen im 21. Jahrhundert gefährlich" sind. Eine bedeutende Minderheit stimmt dieser These dagegen nicht zu, weil sie negative und positive Folgen sieht, weil sie die Gefahr generell bestreitet oder weil sie der Meinung ist, dass man darüber keine konkreten Aussagen machen kann. Eine Ursache dieses bemerkenswerten Befundes liegt in den Urteilen der Klimaforscher über die theoretischen und methodischen Grundlagen von Klimaprognosen. Die Ansichten der Klimaforscher hierzu sind ernüchternd. Die Mehrheit der Wissenschaftler ist der Ansicht, die Voraussetzungen für die Berechenbarkeit des Klimas seien gegenwärtig noch nicht gegeben. Dies betrifft die Menge und Qualität der empirischen Daten, die Qualität der Modelle und Theorien sowie die Kapazität der verfügbaren Analysetechniken.
    Nur eine Minderheit von zehn bis 20 Prozent der Klimaforscher ist der Meinung, die empirischen und theoretischen Voraussetzungen für die Berechnung des Klimas seien heute schon gegeben.

    [Antwort: Liebe Frau Bota, diese Studie haben wir hier und hier diskutiert; ich denke, dort werden die Gründe für die Diskrepanz klar. Stefan Rahmstorf]

  14. Gereon Savoyen Antworten | Permalink

    'Platte' Umfrage

    Lieber Herr Professor Rahmstorf,

    als eine 'platte' Umfrage möchte ich eine Umfrage verstanden wissen, deren Ergebnis aufgrund der Befragten und der Fragestellung im Vorfeld abzuschätzen ist. Wenn z.B. Homöopathen gefragt werden, ob eine naturheilkundlicher Behandlung zu einer signifikaten Verbesserung des Gesundheitszustandes führt, oder Vielfahrer gefragt werden, ob sie sich von Tempo 130 eine Reduzierung der Unfallzahlen versprechen oder wenn sie Manager fragen, ob sie ihr Gehalt angemessen empfinden - dann ist die Antwort ebenso vorhersehbar wie im Fall der vorliegenden Umfrage.
    Natürlich können Sie behaupten, dass Geowissenschaftler die einzige aller bekannten Berufsgruppen sind, die nicht dazu neigen, solche Umfragen im Sinne des für sie sinnvollsten Ergebnisses zu beantworten - dass man Ihnen diese idealisierende Geisteshaltung für diese Berufsgruppe abnimmt, dürfen Sie jedoch nicht ernsthaft erwarten.

    Formal ist diese Umfrage 'platt', weil in der ersten Frage der Vergleichszeitraum nicht näher spezifiziert ist, so dass sich die Antworten auf völlig unterschiedliche Relationen beziehen können, was eine Verdichtung der Ergebnisse unzulässig macht.
    Und in der zweiten Frage wird der Begriff 'signifikant' ebenfalls ohne die notwendige Präzisierung verwendet. Ob 'signifikant' einen Wert von 10% bezogen auf alle beeinflussenden Faktoren oder von 90% hat, wird nicht weiter ausgeführt. Daher verbietet sich hier ebenfalls die Verdichtung der Einzelergebnisse.

    Vor diesem Hintergrund erfüllen die Fragen
    auch einer der Punkte, die Sie in Ihrem einleitenden Satz kritisieren: schwammige oder suggestive Fragen...mit anderen Worten: die Umfrage ist 'platt'...

    Und einen weiteren Ihrer einleitenden Kritikpunkte 'politischer "spin" bei der Interpretation der Ergebnisse' erfüllen Sie dann selber auch noch, in dem Sie bei einem Rücklauf von 30% behaupten, dass 97% der Klimaforscher...

    Als Physiker sollten Sie wissen, dass es nur 97% der Klimaforscher waren, 'die die Anfrage beantwortet haben', da es ja nur eine Rücklaufquote von 30 % gab.
    Denn wenn insgesamt 300 der angeschriebenen Wissenschaftler Klimaforscher gewesen sind, von denen aber nur 30 geantwortet haben, und dann nur einer der 30 nicht davon überzeugt war, haben Sie zwar Ihre 97 %-Quote erfüllt; tatsächlich waren es aber nicht einmal 10 % der adressierten Klimawissenschaftler. Und das wär's dann mit dem Konsens.
    Aber das wissen Sie als Naturwissenschaftler natürlich auch...

    Lieber Herr Rahmstorf,
    ich bin mir sicher, dass Sie diese Umfrage noch viel sorgfältiger als ich jetzt filetiert hätten, wenn es eine Umfrage von Thüne oder Gerlich mit umgekehrtem Ergebnis gewesen wäre. Entsprechende Beispiele Ihrer wortgewaltigen Gegenrede durften wir ja in diesem Blog schon wiederholt bewundern.
    Insofern freue ich mich schon auf Ihre Antworten auf meinen Kommentar, wobei ich mir fast zutrauen möchte, sie vorzuformulieren :-)))

    [Antwort: Lieber Herr Savoyen, ich kann Ihre Kernthese nicht nachvollziehen, wonach Klimatologen von einem Eigeninteresse geleitet sein sollen, die globale Erwärmung auf den Menschen zurück zu führen. Was soll ich davon haben? Glauben Sie, ich bekomme mehr Forschungsmittel oder sonst irgendwelche Vorteile dadurch, dass ich CO2 und nicht z.B. die Sonnenaktivität oder einen anderen Mechanismus für die Erwärmung verantwortlich mache?

    Das Gegenteil ist doch der Fall: als Wissenschaftler wird man nur erfolgreich, wenn man etwas Neues entdeckt, was vom allgemein anerkannten Wissen abweicht. Jeder Forscher, der wissenschaftlich stichhaltige Belege fände, dass etwas mit der Physik des Treibhauseffekts oder der bekannten Klimawirkung des CO2 nicht stimmt, würde doch auf Anhieb berühmt. Forscher sind keine Herdentiere - alle sind ständig auf der Suche nach neuen, eigenen Wegen. Stefan Rahmstorf]

  15. Ebel Antworten | Permalink

    Wissenschaft speist sich aus vielen Quellen. Am Anfang steht die Beobachtung und dann wird nach Erklärungen gesucht und aus den Erklärungen Theorien entwickelt, die dann sowohl an der Realität überprüft werden als auch Anwendung bei weiteren Untersuchungen finden. Gereon Savoyen hat am 14.03.2009 um 19:04 die Ökonomie ins Spiel gebracht:

    > Übrigens konnten Ihnen Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts
    > die Finanzexperten anhand ihrer Modelle auch genau erklären, wann
    > und warum der DAX über 10.000 Punkte gehen würde. Und
    > mindestens 97% aller Wirtschaftexperten waren im Konsenz darüber,
    > dass diese Entwicklung nicht aufzuhalten war.

    > Der Rest ist Geschichte...

    Die Wissenschaft begann z.B. mit der Beobachtung des Sonnenlauf und führte über die Theorie der Erde als Scheibe schließlich zur Kugelgestalt der Erde.

    Die Physik ist über Beobachtungen zur Quantentheorie mit den Strahlungsgleichungen und zu den Navier-Stokes-Gleichungen gekommen. Das sind feste Fundamente der Klimawissenschaft.

    Aber trotz fester Fundamente sind in Einzelfällen Experimente notwendig und führen manchmal zu verblüffenden Einsichten. Man betrachte z.B. die Schleppversuche mit Modellschiffen und die Erfindung des Wulstbugs ( http://live.focus.de/...che/sortierung/bewertung/2 ).

    Große Experimente sind manchmal nicht möglich aus Folgen, ethischen Gründen (Ökonomie) oder Kosten (Atmosphäre). Aber ungewollt werden doch Großexperimente gemacht (CO2-Ausstoß, Konjunkturschwankungen).

    Feste Fundamente fehlen der Ökonomie. Langsam beginnt man zwar mit dem Ultimatumspiel ( http://www.innovations-report.de/...cht-92193.html ) und anderen Untersuchungen festere Fundamente in der Ökonomie aufzubauen. Aber vom Etablissement der Ökonomie werden diese Fundamente negiert. Bis jetzt stützt sich die Ökonomie weitgehend auf Beobachtungen und ist damit noch nicht weiter als vergleichbar dem Stand die Erde als Scheibe (siehe DAX-Entwicklung). Aber auf diesem Level stehen auch die Klimaskeptiker, die mit irgendwelchen Daten der Vergangenheit die Physik aushebeln wollen. Damit stehen viele Ökonomen und Klimaskeptiker auf dem Niveau der Erde als Scheibe.

    - Mit Korrelationen „beweist“ man, daß Störche die Babys bringen (dort, wo es viele Störche gibt, gibt es auch viele Babys).
    - Mit Korrelationen „beweist“ man, daß das Verschwinden der Arbeitslosigkeit ein bestimmtes Wirtschaftswachstum erfordert (Okunsches Gesetz).
    - Mit Korrelationen „beweist“ man, daß Inflation und Arbeitslosigkeit zusammenhängen (NAIRU, Phillipskurve).
    Obwohl schon einfache Überlegungen (es wird nur so viel produziert, wie gekauft wird und wer ein hohes Einkommen hat, spart viel und kauft deshalb relativ weniger) bestimmte erhobene Daten erklären (die Produktivität steigt bedeutend schneller als der Konsum ansteigt) wird dies vom Etablissement der Ökonomie nicht zur Kenntnis genommen – sonst müßte nämlich die Verkürzung der Arbeitszeit auch vom Etablissement der Ökonomie gefordert werden. Statt dessen wird die Angst aus Einzelsicht bekräftigt, daß bei allgemeiner Arbeitszeitverkürzung der Reallohn sinkt, obwohl das Gegenteil der Fall ist.

    Kann ein Konsens zwischen Kugel- und Scheibengestalt der Erde gefunden werden???

    Mit freundlichen Grüßen
    Ebel

  16. Ebel Antworten | Permalink

    Konsens und Forschungsbedarf

    Mal eine grobe Abschätzung über Theorie und Praxis - die Übereinstimmungen zeigen, daß der Konsens kein Wunder ist und die Differenzen zeigen den Forschungsbedarf:

    1960 war der CO2-Gehalt der Erdatmosphäre ca. 310pppm, 2005 ca. 365ppm. Die Stratosphäre beginnt bei ca. 11km mit einem Druck von 22631 Pa. Wenn die CO2-Menge in der Stratosphäre konstant bliebe (der Temperaturgradient würde nur von der Absorptionslänge des CO2 abhängen), dann müßte der Stratosphärendruck bei CO2-Zunahme auf 22631*310/365 Pa = 19221 Pa absinken. Dieser Druck liegt in einer Höhe von ca. 12 km vor. Das wäre ein Anstieg der Tropopause von ca. 1km oder ca. 22,2m/Jahr. Die Messungen ( http://www.meteo.physik.uni-muenchen.de/...t_p.pdf ) zeigen ca. 18,5m/Jahr (von 1967 bis 1994) - also liegen grobe Abschätzung und Realität relativ dicht beieinander. Warum nach 1994 der Bruch ist, weiß ich nicht - vielleicht Veränderungen in der Solarstrahlung.

    Mit dem Temperaturgradienten der Troposphäre von 6,5K/km und 18,5m/Jahr wäre der Temperaturanstieg 0,12K/Jahr. Gemessen ist nur ein Temperaturanstieg von 5K pro km Tropopausenanstieg, was auf die mit dem Anstieg der Tropopause verbundene Abkühlung der Tropopause zurückzuführen ist.

    Also grobe Abschätzung und Meßergebnisse liegen dicht zusammen, der Bruch nach 1994 verlangt eine zusätzliche Erklärung.

    MfG
    Ebel

  17. Ebel Antworten | Permalink

    Ergänzungen

    Warum die Näherung mit dem konstanten Partialdruck des CO2 am unteren Rand der Stratosphäre nur eine erste grobe Näherung sein kann:
    - weil die Absorption der Treibhausgasmoleküle temperaturabhängig ist,
    - weil sich die der verschiedenen Treibhausgasen ändern,
    - weil die Einstrahlung aus der Troposphäre in die Stratosphäre sich ändert,
    - weil Aerosole und Wolken Einfluß haben
    - weil usw.
    aber als grobe Abschätzung geht das. Das zeigen auch die ähnlichen Größen von Abschätzung und realen Messungen.

    Zum Konsens. Bei den Befürwortern der Kugelgestalt der Erde wären 97% kein Wunder, die Ausreißer wären diejenigen, denen die Kugelgestalt zu einfach ist, denn die Kugelgestalt ist nur eine Näherung der tatsächlichen Gestalt. Wenn aber Fachleute und Befürworter der Scheibengestalt der Erde befragt werden, dann muß natürlich der Konsens sinken.

    MfG

  18. misterdata Antworten | Permalink

    [Antwort: Das Argument der Forschungsmittel wird oft gebracht - aber was ich daran nicht verstehe ist das Folgende. Wenn ich mehr Forschungsmittel wollte, würde ich dann nicht sagen: wir sind noch unsicher, lasst uns erstmal weiter forschen? Wenn es mir um Eigennutz ginge würde ich doch nicht sagen: wir sind inzwischen sicher, gebt die Forschungsgelder den Kollegen von den erneuerbaren Energien. Stefan Rahmstorf]

    Ich respektiere Ihre persönliche Einstellung, aber es ging um den hohen Zustimmungsgrad unter "Climatologists" und "Active Publishers".

    Wenn Ihre Kollegen so denken wie Sie, müssten eigentlich die Anträge auf Forschungsmittel zu klimarelevanten Fragen bereits deutlich zurückgegangen sein. Gibt es dazu offizielle Zahlen, zumindest aus Deutschland?

    [Antwort: Dieser Logik kann ich nicht ganz folgen. Forscher hören ja nicht auf zu forschen, nur weil besti
    mmte Fragen - wie die Ursache der globalen Erwärmung - geklärt sind. Sie wenden sich neuen Fragen zu, etwa den Folgen der Erwärmung. Zum Beispiel sind aktuell das Verhalten der Eisschilde und der Anstieg des Meeresspiegels in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Stefan Rahmstorf]

    Meine Logik folgte Ihrer Einlassung: "Wenn es mir um Eigennutz ginge würde ich doch nicht sagen: wir sind inzwischen sicher, gebt die Forschungsgelder den Kollegen von den erneuerbaren Energien."

    Diese Ihre Aussage impliziert, dass Klimaforscher bereit sind, einen Teil des Forschungsgeldkuchens abzugeben. Dem widersprechen Sie selbst allerdings umgehend mit der Aussage "Forscher hören ja nicht auf zu forschen, nur weil bestimmte Fragen - wie die Ursache der globalen Erwärmung - geklärt sind. Sie wenden sich neuen Fragen zu, etwa den Folgen der Erwärmung...".
    Demnach sind Sie also doch der Meinung, lieber keine "Forschungsgelder den Kollegen von den erneuerbaren Energien" abzugeben, sondern besser die bestehenden Arbeitsverhältnisse zu sichern (Personen im Beamtenverhältnis mal außen vor gelassen, die müssen eh von den Steuer- und Beitragszahlern finanziert werden, egal was sie tun), indem nun vermehrt an den Folgen anstatt der Ursache geforscht wird?

  19. Peter Zipperling Antworten | Permalink

    Dieselruß lässt die Pole schmelzen?

    http://www.netzeitung.de/...imawandel/1298419.html

    "Die Verschmutzung des Eises mit den Partikeln verändere die Reflektion des Sonnenlichts und beschleunige das Abtauen, sagte Hansen. Je dunkler ein Gegenstand ist, desto mehr Energie absorbiert er aus dem Sonnenlicht. Die Energie wird in Form von Wärme abgegeben. Würde die Verschmutzung mit solchen Partikeln deutlich gesenkt, könnte das Schmelzen verlangsamt werden, erklärt der Klimaforscher. Rußpartikel beeinflussen zudem die Wolkenbildung mit der Folge einer weiträumigen Veränderung der Niederschlagsverhältnisse."

    Jetzt verstehe ich erstmal gar nichts mehr, bisher war mein angelesenes Wissen, dass Ruß (und andere Aerosole) kühlend, dem "Treibhauseffekt" entgegengesetzt, wirken sollen.

    Mein Beitrag soll auch kein "Hansen-Bashing" darstellen, ich frage einfach nur, was jetzt richtig ist.

    Eine absolute Wahrheit erwarte ich nicht, dazu ist das Thema zu komplex.
    Aber die Aussage von Hansen finde ich doch leicht gewagt.

    Mit einem freundlichem Gruß in die Runde

    [Antwort: Aerosole wirken insgesamt kühlend. Schwarzer Ruß ist da eine Ausnahme und hat außerdem noch die spezielle Wirkung, das Abtauen von Eis zu beschleunigen, wenn er sich auf dem Eis absetzt und damit dessen Oberfläche dunkler macht. Stefan Rahmstorf]

  20. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Erschütternd ...

    was es alles so gibt:

    "Eine absolute Wahrheit erwarte ich nicht, dazu ist das Thema zu komplex. Aber die Aussage von Hansen finde ich doch leicht gewagt."

    Jahrtausende vor Hansen haben Völker, die die entlegendsten Gegenden unserer Erde besiedeln wie z.B die Zanskaris (http://en.wikipedia.org/wiki/Zanskar) ihre verschneiten Felder im Winter mit dunklem Gesteinsstaub bedeckt, damit der Schnee im Sommer überhaupt schmolz und sie ihre kargen Gerstenfelder in 4000m Höhe bestellen konnten. Dieses Vorgehen sicherte nicht nur ihr Überleben, sondern hat sowohl für sie selbst als auch für die Touristen, die sie besuchen einen angenehmen Nebeneffekt:

    In klimatisch guten Jahren verbleibt ein nicht unerheblicher Überschuss, der umgehend zu Bekömmlicherem vergoren wird. Mit den heimischen fränkischen Spitzenprodukten ist das Result nicht zu vergleichen, eine angenehme Überraschung ist es allemal.

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