NASA: 2009 auf Rang 2

18. Januar 2010 von Stefan Rahmstorf in Medien-Check

Die NASA hat gerade ihre Analyse der globalen Temperaturdaten 2009 vorgestellt. Global war 2009 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren, gleichauf mit 2007 und übertroffen nur vom bisherigen Rekordjahr 2005 (siehe Grafik). Auf der Südhalbkugel war 2009 sogar das wärmste Jahr überhaupt.

Temperaturen 2009

Wo also ist die Pause in der globalen Erwärmung, die immer wieder durch die Medien geistert? Eine Chimäre – darauf haben wir hier bereits mehrfach hingewiesen. Was die Daten zeigen, ist ein klimatischer Erwärmungstrend (die Grafik zeigt die 30-Jahre-Trendlinie), überlagert von kurzfristigen Schwankungen von Jahr zu Jahr – also Wetter, um es vereinfachend zu sagen. Die Mehrzahl der letzten Jahre lag über dem Langzeittrend, 2008 lag darunter, 2009 genau im Trend. Anzeichen für eine nennenswerte Abschwächung des Erwärmungstrends gibt es keine. Sowohl die NASA als auch das Hadley Center sagen voraus, dass 2010 gute Chancen hat, einen neuen globalen Temperaturrekord zu setzen.

Die NASA-Forscher sind zwei Gründen für den verbreiteten Mythos einer Erwärmungspause nachgegangen.

Erstens: die HadCRUT-Daten des britischen Meteorological Office und Climate Research Unit (CRU) zeigen einen etwas geringeren Erwärmungstrend in den letzten Jahren, so ist dort z.B. 1998 noch etwas wärmer als 2005. Anhand von Temperaturkarten belegt die NASA detailliert, was unsere regelmäßigen KlimaLounge-Leser bereits wissen: die HadCRUT-Daten sparen die Arktis aus, die sich zuletzt besonders stark erwärmt hat. Sie haben damit keine gute globale Abdeckung und sind nicht so repräsentativ für die globale Mitteltemperatur wie die NASA-Daten. Konkret entspricht die HadCRUT-Rechnung der Annahme, dass die Arktis sich nicht stärker erwärmt hat als der globale Durchschnitt. Wir wissen aber aus verschiedenen Datenquellen (nicht nur der NASA-Interpolation), dass sie sich wesentlich mehr erwärmt hat.

Zweitens: der eher kalte und schneereiche Winter in Europa und USA führt bei manchen Menschen zur Frage: wo bleibt die globale Erwärmung? Das ist natürlich eine Verwechslung von Klima und Wetter. Und, wie die NASA-Karte für Dezember zeigt: da war es einfach zufällig in den USA kalt, während es in anderen Teilen des Globus besonders warm war – global war es der viertwärmste Dezember. Der November 2009 war übrigens global der wärmste November seit Beginn der Aufzeichnungen.

Winterfreuden in Potsdam, Januar 2010       (c) S. Rahmstorf

Auch unser Winterwetter in Deutschland ist nicht so kalt, wie es manche empfinden. Bei unserer Potsdamer Station (Daten seit 1893) lag der Mittelwert der ersten Januarhälfte bei -6,3 ºC, das Langzeitmittel für Januar beträgt -3,2 ºC und das kälteste Januarmittel im Jahr 1940 lag bei -13,5 ºC (jeweils Tagesminimum). Auch wenn wir einen Erwärmungstrend von rund 1 ºC hinter uns haben – die Schwankungsbreite des lokalen Wetters ist noch ein Vielfaches größer, und die wird es immer geben.

Es gibt noch zwei weitere Gründe für die Verbreitung des Mythos einer Erwärmungspause, die von der NASA nicht genannt werden.

Drittens: Mojib Latif und seine Kollegen aus Kiel und Hamburg hatten in Nature eine vorübergehende Abkühlung vorhergesagt, die weltweit Schlagzeilen machte. Eine Reihe internationaler Forscher hatte damals eine Wette dagegen angeboten, da wir diese Prognose aus einer Vielzahl von Gründen wissenschaftlich nicht haltbar fanden (siehe Die Klimawette). Inzwischen ist klar, dass es sich um eine Fehlprognose gehandelt hat. Konkret hatte sie gelautet, dass der Mittelwert 2000-2010 kälter werden würde als 1994-2004. Auch wenn bis zur endgültigen Entscheidung noch ein knappes Jahr fehlt: inzwischen ist dies mit Sicherheit auszuschließen. Und zwar ganz gleich, ob man die NASA-Daten oder die HadCRUT-Daten zugrunde legt. Es gab nicht nur keine Abkühlung, sondern die Erwärmung ist ungebremst weitergegangen. Schon für den Zeitraum 1994-2004 hatte das Modell von Latif und Kollegen übrigens eine Abkühlung gegenüber früher berechnet, die nicht eingetreten ist. Es wäre ein schöner Dienst an der Öffentlichkeit und der Wissenschaft, wenn die Kieler und Hamburger Kollegen einmal über ihre Schatten springen und klar und öffentlich sagen würden, dass ihre Abkühlungsprognose falsch war.

Viertens: nicht zuletzt haben die Websites und Organisationen der „Klimaskeptiker“ nach Kräften den Mythos einer Erwärmungspause oder Abkühlung verbreitet. Bei uns in Deutschland tut sich damit besonders das Europäische Institut für Klima und Energie hervor, ein eingetragener Verein, dessen Namen man getrost als Etikettenschwindel bezeichnen kann. Es handelt sich um eine Gruppe von einschlägig bekannten „Klimaskeptikern“, etwa den Freiburger Gymnasiallehrer Ernst Georg Beck (bekannt für seine gefälschten Klimakurven für Schüler), die hier schon ausführlich gewürdigten Herren Lüdecke und Dittrich und den pensionierten Meteorologen Horst Malberg (der seit Jahren mit seiner Sonnenthese durch die Medien tingelt, ohne etwas dazu in der begutachteten wissenschaftlichen Fachliteratur publiziert zu haben und sich damit dem normalen Fachdiskurs zu stellen).

Leider fallen immer wieder auch seriöse Medien auf derartige Desinformation herein. Case in point ist die Titelstory von Focus von letzter Woche: „Forscherstreit: Fällt die Klimakatastrophe aus?“ Zwar steht in dem Artikel dann viel Richtiges. Wer bis zum Ende liest, der lernt: die globale Erwärmung macht nicht Pause, die Sonne erklärt die Erwärmung nicht und die in den letzten Jahren beobachtete Abschwächung der Sonnenleuchtkraft wird auch keine Kaltphase auslösen. Doch das alleine macht noch keine Titelstory - dazu braucht man eine ordentliche Kontroverse. Um die herzustellen zitiert der Artikel eine Reihe dubioser Quellen, etwa das oben genannte EIKE, eine teilweise von der Öl-Industrie finanzierte kanadische Klimaskeptiker–Lobbygruppe mit dem schönen Namen „Friends of Science“ (die von Focus einfach als "Wissenschaftlerorganisation" vorgestellt wird) und den russischen Astronomen Khabibullo Abdusamatov (von dem ich zum ersten Mal gehört habe), der schon die Existenz des natürlichen Treibhauseffektes bestreitet, der vor knapp 200 Jahren von Fourier erkannt (und benannt) wurde und ohne den es gar kein Leben auf der Erde gäbe. Und schon hat man den in den Medien allzeit beliebten „Forscherstreit“ herbeigeschrieben, auch wenn kein einziger seriöser Klimatologe eine „neue Kaltzeit“ vorhersagt. Zweifellos wird dieser Artikel sich gut verkaufen. Wir sind gespannt auf die nächste Titelstory zum großen „Forscherstreit“ in der Biologie. Die ließe sich nach demselben Erfolgsrezept verfassen – Kreationisten und Intelligent Design-Anhänger gibt es ja genug.

P.S. in eigener Sache: seit zwei Wochen ist nun endlich unser neues Buch The Climate Crisis bei Cambridge University Press erhältlich, in dem David Archer und ich die wichtigsten Ergebnisse des IPCC-Berichts in verständlicher Sprache und reich bebildert erläutern.

Link:

Mehr zu den NASA-Daten - und weshalb Jim Hansen jetzt unter Polizeischutz Vorträge hält.

 

Update 22. Januar: In Reaktion auf unseren Artikel wird Mojib Latif bei Spiegel Online mit folgenden Worten zitiert: "Ich warte bis 2015 ab, dann schauen wir uns an, wie sich die ganze Sache entwickelt hat." Latif bezieht sich damit auf seine zweite Vorhersage für den Mittelwert 2005-2015 (siehe Die Klimawette). Allerdings: war schon die Prognose für den Mittelwert 2000-2010 wenig glaubwürdig, ist es diese zweite noch viel weniger.

Dabei geht es nicht um einen akademischen Disput und die Frage, ob nun Forscher X oder Y Recht hat (oder gar "triumphiert", wie SpON unsinnigerweise behauptet) - das dürfte der Öffentlichkeit ohnehin egal sein. Es geht um die praktischen Konsequenzen derartiger Aussagen. Es geht darum, dass bis ca. 2015 der Anstieg der globalen Emissionen gestoppt sein muss, wenn die Erwärmung noch - wie in Kopenhagen beschlossen - auf 2 Grad begrenzt werden soll. Kaum etwas hat die öffentliche Unterstützung für Klimaschutzpolitik in den letzen Jahren derart untergraben wie der Abkühlungsmythos.

Eine ZDF-Dokumentation zeigte kürzlich einen amerikanischen Hausbesitzer, der auf die Frage, ob er denn etwas zum Klimaschutz tun wolle, im Brustton der Überzeugung antwortete: "Wieso sollte ich? Seit zehn Jahren kühlt die Erde sich doch ab." Und Anlass meiner Erwähnung der Klimawette im obigen Artikel war diese Anfrage vom Chinesischen Staatsfernsehen ("mit einer Reichweite von 1,2 Mrd. Zuschauern") einige Tage zuvor:

Professor Mojib Latif, of the Leibniz Institute at Kiel University recently spoke to the media about his belief that questions the global warming theory. He believes the past week could be the start of a global trend towards cooler weather that is likely to last for 20 to 30 years. What do you think of the cold mode that he presents?

Nun sagt Latif natürlich nicht solchen Unsinn - aber es ist das, was beim Laien ankommt. Und zwar nicht nur bei "Joe public", der am Rande etwas aus dem Fernseher mitbekommt, sondern bei einem Journalisten, der einen Fernsehbeitrag zum Thema vorbereitet. Eine größere Klarheit in Latifs Äußerungen - wie oben angeregt - wäre sicherlich hilfreich. Der Verweis, die bislang ausgebliebene Abkühlung könne ja möglicherweise bis 2015 noch kommen, ist wissenschaftlich nicht fundiert und füttert letztlich (unbeabsichtigt) die Falschdarstellungen der Skeptikerwebsites (wie hier bei EIKE).

Fakt ist einfach: alle vom Latif-Modell berechneten globalen Abkühlungen sind bislang nicht eingetreten, sowohl die in dem Nature-Paper gezeigten "hindcasts" für die letzten Jahrzehnte, als auch die Prognose für den Mittelwert 2000-2010. Auch für den Zeitraum 2005-2015 deutet nichts darauf hin, dass die Prognose eintreten wird. Laut Modell soll dieser Zeitraum kälter werden als 1994-2004, bislang (immerhin nach Ablauf von 40% des Zeitraums) ist es deutlich wärmer (selbst in den "kühlen" HadCRUT-Monatsdaten). Der Temperatursturz, der diese Prognose noch wahr machen könnte, wäre einmalig in den letzten 130 Jahren - und ein solcher plötzlicher Temperatursturz nach 2010 ist übrigens auch gar nicht das, was in der Modellrechnung passiert.

Letztlich geht es um die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung in der Öffentlichkeit - dazu müssen nach meiner Überzeugung auch Fehler zugegeben werden, so wie aktuell der Fehler zu den Himalaya-Gletschern im IPCC-Bericht.

Links:

Englische Fassung des CCTV-Beitrages The Climate Paradox  

Satirischer Weblog zu den kanadischen Friends of Science

Süddeutsche Zeitung zu EIKE


72 Kommentare zu “NASA: 2009 auf Rang 2”

  1. Eckhard Schulze Antworten | Permalink

    NASA: 2009 auf Rang 2

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    Sie weisen explizit darauf hin, dass es sich beim "Europäische Institut für Klima und Energie" um einen eingetragener Verein handelt, dessen Namen man getrost als Etikettenschwindel bezeichnen kann.
    Gilt das auch für das "Potsdam Institut für Klimafolgenforschung", dessen Rechtsform ja ebenfalls ein eingetragener Verein ist?

    Mit freundlichen Grüssen
    E.Schulze

    [Antwort: Es ging mir nicht um die Rechtsform sondern um die inhaltliche Substanz. Unser Institut ist eben tatsächlich ein Forschungsinstitut, das zu Klimafolgen forscht und seinen Namen auch verdient (wie u.a. durch die zahlreichen Fachpublikationen belegt). Stefan Rahmstorf]

  2. Christian Antworten | Permalink

    signifikant konstant?

    Ich vermute, viele Laien (und vielleicht auch einige Experten?) beziehen sich auf folgenden Artikel, wenn sie von einem "Plateau" sprechen:
    http://www.metoffice.gov.uk/...temperatures_09.pdf
    Im Spiegel wurde diese Information folgendermaßen präsentiert:
    http://www.spiegel.de/...gel/0,1518,661308,00.html
    In Klimaskeptikerkreisen geistert sogar ein bearbeiteter Phoenix-Mitschnitt (die Betonung liegt auf "bearbeitet"),
    http://www.wikio.de/video/2339115
    der angeblich belegen soll, dass sogar H. J. Schellnhuber dieses Plateau als Fakt akzeptiert. Leider ist das ursprüngliche Interview nicht online abrufbar, weshalb kaum überprüfbar ist, wie stark man der Videobearbeitung auf den Leim gegangen ist. Die restlichen Aussagen dieses Clips sind bereits an und für sich lächerlich.

    Also nochmal zurück zu meinem Eingagsstatement:
    Was ist dran, an dieser Veröffentlichung?
    Denn immerhin behauptet diese, in einem 10-Jahres-Intervall einen *signifikant* (wenn auch wahrscheinlich gerade mal 2\sigma) vom IPCC-Bericht abweichenden Trend bestimmt zu haben.

    [Antwort: Das sind die auch im Artikel oben genannten HadCRUT-Daten, die nicht global repräsentativ sind. Für den betrachteten Zeitraum 1999-2008 beträgt der lineare Trend in den NASA-Daten 0,18 ºC, in den HadCRUT-Jahresdaten 0,12 ºC und in den HadCRUT-Monatsdaten die genannten 0,07 ºC. Die Diskrepanzen sowohl zwischen NASA und HadCRUT als auch zwischen Jahres- und Monatsdaten von HadCRUT entstehen durch die Datenlücken, für die bei HadCRUT angenommen wird, dort herrsche die globale Mitteltemperatur. Dass diese Annahme keine robusten Resultate liefert sieht man schon am Unterschied zwischen Monats- und Jahresdaten (für die die "Datenlöcher" jeweils unterschiedlich groß sind). Dies erfuhr ich auf Nachfrage vom Hadley Center. Stefan Rahmstorf]

  3. Thorsten Seifert Antworten | Permalink

    Angeblich falsche Temperaturdaten....

    Die sog. Klimaskeptiker haben jetzt ein Problem: Monatelang haben sie mit viel Häme in allen Medien einen lokal und temporär kalten Winters herbeigeredet und damit die globale Klimaerwärmung in Frage zu stellen versucht. Nun sehen sie sich plötzlich und zeitgleich mit einem global besonders warmen Jahr und besonders warmen Monaten konfrontiert - was nun arg an ihrer Glaubwürdigkeit zehrt.

    Auf einmal wird behauptet, diese globalen Temperaturdaten seien nicht richtig. Man habe Kältelöcher (z.B. in Bolivien) übersehen. Hier sei falsch interpoliert worden und dabei seien global zu warme Temperaturen herausgekommen.

    http://www.readers-edition.de/...-rechenkonstrukt/

    Auch sei das Netz der Wetterstationen gezielt so ausgedünnt worden, damit die globale Durchschnittsttemperatur scheinbar ansteigt.

    Liebe Klimaskeptiker, es wäre schön, wenn Sie dazu stehen, dass Sie ganz gezielt lokales Winterwetter mit globalem Klima verwechselt haben. Diese "Verwechslung" wurde bewusst zur Irreführung der Öffentlichkeit missbraucht. Dies ist nun aufgeflogen. Wer sich jetzt nach diesem Fauxpas auch noch hinstellt und sich damit herauszureden versucht, die global gemittelten Temperaturen seien falsch und wer somit indirekt unterstellt, es gäbe deshalb global in den letzten Monaten gar keine deutlichen Temperaturanomalien nach oben, der hat seine Glaubwürdigkeit entgültig verspielt!

  4. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Original Meßdaten

    Mich würde einmal interessieren ob man als interessierter Laie Zugang zu allen, auch den historischen, Meßdaten sowie der Methodik der Ermittlung der globalen Durchschnittstemperaturen erhalten kann. Damit meine ich die Aufzeichnungen aller Wetterstationen weltweit, die berücksichtigt wurden, und zwar die nackten Meßwerte.

    Auch wäre interessant zu wissen welche Stationsdaten in welchem Zeitraum verwendet wurden. Weiterhin würde es mich mal interessieren wie im 19. Jahrhundert die Temperaturen in den Polargebieten und anderen damals unzugänglichen Gegenden gemessen wurden.

    Ich hoffe das ist nicht zuviel verlangt. Denn wenn nicht alle Daten veröffentlicht werden haben Aussagen wie "wärmstes Jahr seit..." keinerlei wissenschaftlichen Wert.

    [Antwort: Siehe Jim Hansens unter dem Artikel verlinkten Beitrag zu den Datenquellen. Stefan Rahmstorf]

  5. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Hansen

    Wenn ich die Erklärung von Hansen richtig verstanden habe gibt es neuerdings ein Umdenken bei den NASA-Klimaforschern. Offenlegung der Datenquellen und mehrfache Überprüfungen vor Veröffentlichung.

    Es ist auch nicht alltäglich dass ein prominenter Wissenschaftler eigene Fehler zugibt. Niemand ist unfehlbar, aber die Glaubwürdigkeit nimmt Schaden wenn versucht wird Fehler zu vertuschen.

    Das halte ich für den richtigen Weg. Es bleibt aber die Frage warum dazu erst ein Daten-Hack geschehen mußte?

  6. UN Antworten | Permalink

    Ich bin auf die Dokumentation eines finnischen Senders (deutsche Untertitel)

    http://coolurl.de/?f97ab8

    gestoßen. Darin werden diverse (namhafte?) Wissenschaftler zitiert, die die Datenerhebung und deren Auswertung teils massiv kritisieren. An einem Beispiel wird sogar unterstellt, eine Temperaturkurve wäre "gespiegelt" worden.
    Ist der Beitrag seriös?

    [Antwort: Nein. Die üblichen Behauptungen, die man auf den Skeptikerwebsites findet. Stefan Rahmstorf]

  7. Matthias Wilhelm Antworten | Permalink

    menschenverursachter Klimawandel?

    Eine allgemeine Frage: Wie kann es sein, daß das Wetter nicht einmal für eine Woche zuverlässig vorausgesagt werden kann, die Zunft der Klimaforscher dies aber für viele Jahrzehnte beherrscht. Vereinfacht dargestellt, pickt man sich 10 Klimavariablen aus hunderten heraus, füttert sie in einen Rechner und paßt das Ergebnis bei Bedarf den bisherigen Erfahrungswerten an. Jedem Laien leuchtet ein, das hier keine belastbaren Ergebnisse zu erwarten sind.

    Und noch eine Frage:
    Fakt ist: Der Anteil des anthropogenen CO2 in der Athmosphäre beträgt ca. 3%.
    Ist es wirklich realistischen anzunehmen, daß eine marginale(!) Erhöhung dieses Anteils derart dramatische Auswirkungen auf das Klima haben wird?

    Alle bisherigen Diskussionen sind müßig. Das Klima hat sich immer gewandelt und wird dies auch in Zukunft tun, auch ohne jeden menschlichen Einfluß! In 30-50 Jahren wird sich sicherlich zeigen, daß uns diese konzertierte Panikmache einfach nur viel Geld gekostet hat, Geld, das man anderswo besser hätte verwenden können.

    Ich zolle Ihnen Respekt, wenn Sie diese Meinung tatsächlich veröffentlichen!

    [Antwort: Diese allgemeinen Fragen finden Sie z.B. in unserem neuen Buch beantwortet. Stefan Rahmstorf]

  8. FritzP Antworten | Permalink

    @Jochen Binikowski

    Herr Bienkowski, ich hätt da mal eine Frage:
    Bezweifeln sie bei - sagen wir mal - Studien zur Bevölkerungsentwicklung, Unfallstatistik oder zum Artensterben ebenfalls die Wissenschaftlichkeit falls die Rohdaten nicht öffentlich zugänglich sind, oder beschränkt sich das auf die Klimaforschung?
    Oder anders gesagt (da die Rohdaten von Untersuchungen / Studien eigentlich nie der Öffentlichkeit zugänglich sind): Halten sie alles was so von Wissenschaftlern veröffentlicht wird für "ohne wissenschaftlichen Wert", oder beschränkt sich das ebenfalls auf die Klimaforschung?

  9. Thomas Knecht Antworten | Permalink

    Frage zur ersten Abbildung.

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    danke für Ihren Beitrag und Glückwunsch zur gewonnenen Wette. Zugebenermaßen bin ich etwas im Zwiespalt, wenn Temperaturrekorde vermeldet werden. Einerseits freut es mich für die Wissenschaft, dass Prognosen bestätigt werden. Andererseits wird mir mulmig, wenn ich an die Zukunft meiner Kindeskinder denke.

    Eine Frage hätte ich zu der gezeigten Temperaturkurve. Auf den ersten Blick sieht es nämlich nicht so aus, als ob 2009 das zweitwärmste Jahr war. Es mag aber auch eine optische Täuschung sein. Danke für die Aufklärung.

    Freundliche Grüße
    Thomas Knecht

    [Antwort: Die Daten tabellarisch sind hier: http://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata/GLB.Ts+dSST.txt
    Die Anomalie 2005 ist 0,63 ºC, 2007 und 2009 folgen mit 0,57 ºC, dann kommen 1998 und 2002 ebenfalls praktisch gleichauf mit 0,56 ºC. Stefan Rahmstorf]

  10. Henning Grupe Antworten | Permalink

    NASA: 2009 auf Rang 2

    Leider ist es für den interessierten Laien fast unmöglich, zwischen richtig unf falsch zu unterscheiden. Deshalb bleibt der "Klimastreit" wohl auch in Zukunft eine Glaubenssache, und das ist bei einer so wichtigen Frage sehr schade.

  11. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Messdaten und Methodik

    "Mich würde einmal interessieren ob man als interessierter Laie Zugang zu allen, auch den historischen, Meßdaten sowie der Methodik der Ermittlung der globalen Durchschnittstemperaturen erhalten kann. Damit meine ich die Aufzeichnungen aller Wetterstationen weltweit, die berücksichtigt wurden, und zwar die nackten Meßwerte."

    Die Dokumentation der GISS (Goddard Institute for Space Studies) Surface Temperature Analysis ist vorbildlich und übertrifft bezüglich Übersichtlichkeit und Vollständigkeit so ziemlich alles was mir an Vergleichbarem in den letzten dreissig Jahren untergekommen ist: http://data.giss.nasa.gov/gistemp/

  12. Folke Kelm Antworten | Permalink

    @Jochen Binikowski

    Ich denke Sie haben keine Vorstellung davon, was es heisst, die Rohdaten zugänglich zu machen.
    Stellen Sie sich einmal vor Sie wären Journalist und fargen Einen Wissenschaftler nach seinen Rohdaten.
    Der Wissenschaftler ist sowieso schon genervt von Journalisten, geht in sein Archiv und sieht einen 50 Quadratmeter Raum vollgestopft mit Pappkartons mit Aufzeichnungen von Rohdaten, und er fragt sich, wie das denn gehen soll.
    Die Antwort an den Jounalisten lautet natürlich: "geht nicht!"
    der Journalist schreit natürlich: "Seht Ihr, sie verstecken etwas!"

    Die ganze Diskussion um nicht öffentliche Daten ist solch ein Missverständnis, geboren aus der Unkenntnis der Journalisten und deren leser, was die Rohdaten eigentlich sind, und aus der schlichten Gewohnheit der Wissenschafler mit Ihresgleichen zu sprechen, und ein Wissen um die Problematik von Datenmengen als Allgemeinwissen vorauszusetzen.

    Hätte der Wissenschaftler geantwortet:
    "bitte kommen sie, Sie können sich alles anschauen und alles kopieren, aber bitte bringen Sie sich ihr eigenes Papier und Toner mit!"
    Was hätte der Journalist dann gemacht? Wird er dafür bezahlt? nein, natürlich nicht. Der Journalist wird dafür bezahlt, eine Story zu liefern, der Wissenschaftler wird dafür bezahlt, dass er forscht und lehrt. Beide Zielsetzungen sind nicht miteinander kompatibel.

    Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung, mit meinen eigenen Rohdaten, mit meinen eigenen Erfahrungen mit Journalisten und Kollegen in der Wissenschaft versichern, dass ich, wenn ich möchte, jederzeit Zugang zu allen Rohdaten bekomme, die ich haben möchte. Ich werde nur nicht dafür bezahlt.

  13. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Mistelberger

    Der Link war mir bereits geläufig. Wenn das hier z.B.

    http://data.giss.nasa.gov/...90005.1.1/station.txt

    die Rohdaten sein sollen (Manila Flughafen) frage ich mal die Experten wie man angesichts der vielen Datenlöcher irgendwelche belastbaren Schlüsse ziehen kann?

    Hinzu kommt dass der Flughafen früher ca. 10 KM vom Stadtzentrum entfernt lag. Heute liegt er mitten in der Stadt, rundherum tost der Verkehr auf 8-spurigen Autobahnen und zigtausende Klimaanlagen sind in unmittelbarer Nähe in Betrieb. Von der Verzigfachung des Flugverkehrs mal ganz abgesehen.

    Bei vielen anderen Meßstationen sieht es ähnlich aus. Z.B. wird behauptet, die Arktis hätte sich um 3 Grad erwärmt. Nur gibt es am Nordpol dummerweise keine Meßstationen die schon lange genug in Betrieb sind um langfristige Trends zu belegen. Bei den nördlichsten Stationen mit Dauerbetrieb sieht es ungefähr so aus:

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

    Eine 3 Grad Erwärmung kann man beim besten Willen nicht erkennen. Mir ist völlig schleierhaft wie man mangels genauer historischer Daten die globale Durchschnittstemperatur auf 1/10 Grad genau bestimmen könnte.

    [Antwort: Die absolute globale Temperatur kann man nicht auf 1/10 Grad bestimmen, Temperaturveränderungen aber wohl. Temperaturanomalien korrelieren hoch auf Skalen von ca. 1000 km (die absoluten Werte natürlich nicht), siehe den Hansen Link unter dem Artikel und die darin angegebenen Papers, wenn Sie es genauer wissen wollen. Stefan Rahmstorf]

  14. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    FritzP

    "Herr Bienkowski, ich hätt da mal eine Frage:
    Bezweifeln sie bei - sagen wir mal - Studien zur Bevölkerungsentwicklung, Unfallstatistik oder zum Artensterben ebenfalls die Wissenschaftlichkeit falls die Rohdaten nicht öffentlich zugänglich sind, oder beschränkt sich das auf die Klimaforschung?"

    Ja, bezweifle ich und das nicht nur bei den Klimadaten. Und das aus gutem Grund. Ich lebe auf den Philippinen und kenne den örtlichen Chef des Statistikamtes. Der sagt dass z.B. die Bevölkerungszahlen um 20-30% zu hoch angegeben sind, weil sich die Steuerzuwendungen der Zentralregierung an die Landgemeinenden nach der Einwohnerzahl richtet. Hinzu kommt, das nicht aus der Statistik entfernte Tote bei der Wahl immer den "richtigen" Kandidaten wählen.

    Würden die Rohdaten veröffentlicht käme dieser extreme geldwerte Schwindel ganz schnell ans Tageslicht.

    Beispiel Klimadaten: Seit Anfang 2008 ist es hier bei uns deutlich kälter geworden, schätzungsweise 2-3 Grad, weil fast ständig Kaltfronten aus Sibirien bis hierher reichen. Das ist gut für die Landwirtschaft, zumal diese Kaltluft seit über 3 Jahren alle starken Taifune vom Landfall abgehalten hat. Seitdem habe ich kein einziges mal mehr meine Klimaanlage eingeschaltet sondern nehme fast jeden Abend ein heißes Fußbad. Wohlgemerkt in den Tropen, 13. Breitengrad, Meereshöhe. Derzeit (20.15 Uhr) sind es genau 22 Grad...

    In den offiziellen Datensätzen der Wetterstationen in unserer Region kommt diese Abkühlung jedoch nicht vor. Das wundert mich insofern nicht als das man hier jeden Tag Politiker hört die über die Folgen des Klimawandels lamentieren um dadurch an Gelder aus dem Emissionshandel etc. zu kommen.

    Will man die Wahrheit wissen muß man der Spur des Geldes folgen.

  15. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Mathematica 7

    Danke für den Link. Aber wo und wie findet man da z.B. die historischen Stationsdaten, ohne vorher ein Informatik- und Mathematikstudium absolviert zu haben?

    Mich würden mal brennend die Daten der Station San Felipe, Naga City, Philippines, interessieren. Da habe ich nämlich bereits ein Datenblatt und würde das gerne mal vergleichen.

  16. Günter Heß Antworten | Permalink

    Rohdaten

    Lieber Herr Kelm,
    für einen einzelnen Wissenschaftler an einer Universität der seine Diplomarbeit macht haben sie sicher Recht, da könnte es schwierig werden.
    Allerdings halte ich es für legitim, dass Wissenschaftler, die zum Beispiel BMBF Fördermittel in Anspruch nehmen bei der Genehmigung des Antrages verpflichtet werden die Rohdaten auch öffentlich zugänglich zu machen. Man kann dann ja im Antrag dafür eine Hilfskraft bewilligen die bei der Pflege der Webseite oder so unterstützt. Meines Wissens enthalten BMBF- oder EU-Projekte schon jetzt ähnliche Klauseln. Es ist also für die Zukunft nur ein administratives Problem das sicher gelöst wird, wenn der Wille da ist. Ich glaube, dass der Trend in der Klimaforschung dahin gehen wird.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  17. Günter Heß Antworten | Permalink

    Range of natural variability

    Lieber Herr Rahmstorf,
    Die Grafik find ich gelungen und klar. Könnten sie aber noch kurz kommentieren, wie sie den „range of natural variability“ bestimmt oder abgeschätzt haben.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

    [Antwort: Der Trend wurde abgezogen und dann die Standardabweichung berechnet. Der blaue Bereich zeigt +/- 2 Standardabweichungen.
    Stefan Rahmstorf]

  18. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Binikowsi - Manila

    "Hinzu kommt dass der Flughafen früher ca. 10 KM vom Stadtzentrum entfernt lag. Heute liegt er mitten in der Stadt, rundherum tost der Verkehr auf 8-spurigen Autobahnen und zigtausende Klimaanlagen sind in unmittelbarer Nähe in Betrieb. Von der Verzigfachung des Flugverkehrs mal ganz abgesehen."

    Wenn Sie die Temperaturen von Manila betrachten (http://data.giss.nasa.gov/...0&num_neighbors=1) wird Ihnen auffallen, dass der letzte gültige Eintrag vom Dezember 1981 stammt. Sie können also davon ausgehen, dass die am Flughafen gemessenen Temperaturen seit 28 Jahren nicht mehr in die Berechnung der Globaltemperatur eingehen.

    Ist es zu viel verlangt, dass Sie erst mal selber hingucken und das Offensichtliche zur Kenntnis nehmen bevor Sie von anderen mit dem Löffel gefüttert werden wollen?

  19. Dr. Reiner Schmidt Antworten | Permalink

    +1,5°C bis 2100

    Sehr geehrter Prof. Rahmstorf,

    ich habe eine Frage bzgl. des eingezeichneten Temperaturtrends.

    Wenn ich den 30 jährigen Trend entsprechend Ihrer Grafik wähle, dann ergibt sich ein Temperaturanstieg von +1,5°C bis 2100.

    http://woodfortrees.org/...gistemp/from:1980/trend

    Damit befinden wir uns im unterstem Bereich der IPCC-Prognosen von 2007.

    Schaut man sich die Zeitintervalle der letzten Jahre an, so zeigt sich eher ein entschleunigter, als beschleunigter Temperaturanstieg.

    http://woodfortrees.org/...gistemp/from:2007/trend

    Sollte man in Anbetracht dieser Tatsache die "Panikmache" nicht zurückfahren?

    Zumal 2009 ein El Nino Jahr war. El Ninos sind natürliche Ereignisse, welche die Globaltemperatur anheben.

    Einen weiteren Grund "Entwarnung" zu geben sehe ich im Anstieg des CO2-Gehaltes der Atmosphäre. Dieser hat sich ebenfalls in den letzten 10 Jahren nicht beschleunigt und liegt bei +2 ppm pro Jahr.

    Wie Sie wissen steigt die Globaltemperatur "nur" logarithmisch mit dem CO2-Gehalt an.

    Bleibt es bei +2 ppm jährlich bis 2100, so erhalte ich einen direkten Temperaturanstieg durch CO2 von

    0,27 · 5,35 · ln [(390+180) / 390] = +0,6°C

    Mit Rückkopplungseffekten erhalte ich +0,8 bis 2,5°C Temperaturanstieg bis 2100.

    Wie es aussieht ist die 2°C-Grenze, seit der Industrialisierung, sogar noch zu halten.

    Oder meinen Sie nicht?

    [Antwort: Lieber Herr Schmidt, die Zukunftsszenarien des IPCC entstehen nicht durch lineare Extrapolation der vergangen Daten, sondern aus Annahmen über die künftigen Emissionen von CO2 und anderen Gasen (Emissionsszenarien), auf deren Basis dann mit Physikbasieren Klimamodellen die Temperaturen berechnet werden. Sie kommen bei Ihrer Abschätzung zu sehr niedrigen Werten, weil Sie (a) von niedrigen Emissionen ausgehen (konstanter jährlicher Zuwachs der CO2-Konzentration entspricht etwa konstanten Emissionen; das wäre schon ein Erfolg, wenn sie nicht weiter wachsen würden), (b) die anderen Treibhausgase vernachlässigen und (c) einfach einen schwächeren Rückkopplungsfaktor angenommen haben, als in der Klimawissenschaft akzeptiert. Insofern liefern Sie eine Art "lower limit" durch besonders optimistische Annahmen - der IPCC-Bericht dagegen muss hier neutral die ganze realistische Bandbreite analysieren. Stefan Rahmstorf]

  20. Dr. Reiner Schmidt Antworten | Permalink

    Nachtrag

    Korrektur

    "Mit Rückkopplungseffekten erhalte ich +0,8 bis 2,5°C Temperaturanstieg bis 2100."

    Sollte lauten: Bleibt es bei +2 ppm jährlich bis 2100, so erhalte ich (langfristig) einen Temperaturanstieg durch CO2 samt Rückkopplungseffekten von +0,8 bis 2,5°C

    Zum CO2-Anstiegsverhalten der letzten 10 Jahre:

    http://woodfortrees.org/...srl-co2/from:2000/trend

  21. Herman Winterkorn Antworten | Permalink

    Volle Zustimmung

    Das Problem ist, dass die Öffentlichkeit einmal mehr keinen Sinn für längerfristige Dinge zeigt. Da ist der Winter mal ein Winter (dass es die Jahre vorher eher ein Herbst war, ist schnell vergessen worden), und schon ist das neue Argument da, dass der KW nicht existiert. Nur ohne eine Grundausbildung in Physik und Statistik werden es die Zweifler nie begreifen.

  22. Dr. Reiner Schmidt Antworten | Permalink

    Antwort

    Sehr geehrter Prof. Rahmstorf,

    danke, dass Sie die Zeit gefunden haben mir zu antworten.

    Sie schreiben

    "Sie kommen bei Ihrer Abschätzung zu sehr niedrigen Werten, weil Sie (a) von niedrigen Emissionen ausgehen (konstanter jährlicher Zuwachs der CO2-Konzentration entspricht etwa konstanten Emissionen; das wäre schon ein Erfolg, wenn sie nicht weiter wachsen würden)"

    Das entspricht den Beobachtungen der letzten 10 Jahre.

    http://woodfortrees.org/...srl-co2/from:2000/trend

    Sagen die Emissionsszenarien denn etwas anderes?

    "(b) die anderen Treibhausgase vernachlässigen"

    Welche aber eine untergeordnete Rolle spielen dürften. Methan und die FCKWs steigt z.B. seit Jahren nicht weiter an. Im wesentlichen basiert der Temperaturanstieg doch auf dem CO2-Anstieg in der Atmosphäre?

    http://de.wikipedia.org/...imestamp=20061211181318

    "(c) einfach einen schwächeren Rückkopplungsfaktor angenommen haben, als in der Klimawissenschaft akzeptiert."

    Dort habe ich die Werte und Berechnungen von Fortunat Joos angesetzt. Einer Ihrer Kollegen.

    MfG

    Lieber Herr Schmidt,

    (a) die CO2-Emissionen wachsen stark an, siehe z.B. Abb. 1 der Copenhagen Diagnosis. Ihre Grafik zeigt die Konzentration, nicht die Emissionen. Sie zeigt im übrigen, wie die Konzentration deutlich über-linear ansteigt, nur sind die letzten 10 Jahre natürlich zu kurz, um das festzustellen (jede e-Funktion ist annähernd linear, wenn Sie ein hinreichend kurzes Stück herausnehmen).

    (b) Der anthropogene Strahlungsantrieb durch die CO2-Erhöhung beträgt 1,7 Watt pro Quadratmeter, die anderen anthropogenen Treibhausgase tragen weitere 1,3 Watt pro Quadratmeter bei (IPCC-Zahlen). Vernachlässigbar?


    (c) Der feedback factor sollte eine Unsicherheitsspanne von 2 bis 4,5 haben (ebenfalls laut IPCC).

    Ein weiteres Problem in Ihrer Rechnung ist, dass Sie die thermische Trägheit des Ozeans nicht einkalkuliert haben und die Rechnung vom heutigen Nichtgleichgewicht aus machen (390 ppm CO2 als Basis). Sie machen einfach eine grobe Überschlagsrechnung und glauben ihr dann mehr als den Berechnungen der Klimaforscher, die im Grundsatz das Gleiche berechnen nur eben sauber, mit allen Gasen, mit thermischer Trägheit etc.

  23. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Mistelberger

    [..snip... Bitte keine Beleidigungen - i.d.R. werden solche Kommentare sofort komplett gelöscht.]

    Die von mir verlinkte Flughafenstation nennt sich Ninoy Aquino und war laut GISS von 1887 bis 2008 in Betrieb.

  24. Günter Heß Antworten | Permalink

    Stationsdaten

    Lieber Herr Binikowski,
    der Climate Explorer ist empfehlenswert:
    http://climexp.knmi.nl
    Sie müssen allerdings die Kordinaten ihres Standorts googeln.
    San Felipe Naga City: 13.38N 123.11E
    Unter
    http://climexp.knmi.nl/getstations.cgi
    LEGASPI (Philippines)
    coordinates: 13.13N, 123.73E, 17.0m
    GHCN-D station code: RP000098444 (get data)
    WMO station: 98444
    Found 60 years of data in 1951-2010
    habe ich diese Station gefunden. Die daten können sie runterladen
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  25. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Beim stöbern in der GISS-Datenbank bin ich auf eine merkwürdige Sache gestoßen. Ich war auf der Such nach 2 Meßstationen, die zum einen relativ nah beieinander liegen, schon sehr lange in Betrieb sind, kaum Datenlöcher aufweisen und sich zum anderen in Großstadt und ländlicher Gegend befinden.

    Gefunden habe ich in Japan Sapporo, dort wird ein drastischer Temperaturanstieg von über 2 Grad angezeigt:

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

    Im benachbarten, ländlichen Suttsu ist hingegen überhaupt kein Trend erkennbar:

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

    In den USA auf Anhieb dies hier gefunden:

    Stadt, Erwärmung:

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

    Ländlich, keine Erwärmung:

    http://data.giss.nasa.gov/...1&num_neighbors=1

    Waren das jetzt Zufallsfunde oder was kann diese Diskrepanz erklären? Wenn das kein Zufall ist, welche Rolle spielt dann das CO2 wirklich?

    [Antwort: Lieber Herr Binikowski, was Sie schildern ist seit vielen Jahren als "urban heat island effect" bekannt. Dieser Wärmeinsel-Effekt wird bei den globalen Temperaturberechnungen von NASA, HadCRUT etc. herauskorrigiert. Erlauben Sie mir der Einfachkeit halber dazu unser neues Buch zu zitieren:

    "The urban heat island effect.


    Errors in the computed global mean temperature arise mostly where the
    data coverage is thin – this is a problem in the tropics and the Southern
    Hemisphere, especially around Antarctica, in the earlier times, particularly the
    nineteenth century but to a lesser extent still up to 1950. Another potential
    error source is the “urban heat island effect”, which can affect weather stations
    in cities. For various reasons cities usually have a warmer microclimate than
    their surroundings; this can lead to a spurious warming trend at an urban
    weather station as the city grows. This warming is of course very real in the
    city concerned, but it is spurious in the sense that it is a highly localized effect
    not representative for a wider area. Most stations affected by the “urban heat
    island effect” are therefore excluded from the global records; they can be
    filtered out by comparison with nearby rural stations. Several studies have
    shown that the urban heat island effect causes only a tiny error in the
    computation of global temperature trends. For example, it was found that no
    differences exist in the warming trend computed for very windy days versus
    that for calm days. If the urban heat island effect did play a role, then clearly
    it should have a much larger impact on calm days. Also, studies for the
    USA and for China showed that the temperature trends computed using only
    rural stations were practically indistinguishable from those that included
    urban stations." Stefan Rahmstorf]

  26. Günter Heß Antworten | Permalink

    Grundwissen

    Lieber Herr Winterkorn,
    ich glaube nicht, dass die Physik- und Statistikausbildung das Problem ist.
    Denn es geht ja letztendlich, um eine quantitative Frage in einem komplexen nichtlinearen System. Da wird es schon komplizierter.
    Aber wenn sie schon so herablassend schreiben, dann beantworten sie vielleicht meine Frage, die vor einiger zeit hier schon mal gestellt habe:
    Wie groß war der Anteil des Menschen, gemessen in Kelvin, an der Temperaturerhöhung von ca. 0.8K im 20 Jahrhundert?
    Wie groß war der Anteil der anthropogenen CO2 Emission, gemessen in Kelvin, an der Temperaturerhöhung von ca. 0.8K im 20 Jahrhundert?
    Ich würde aber gerne die Zahl in Kelvin mit Fehlerbalken wissen. Und dann erklären Sie mir mit ihrem Physik und Statistikwissen in eigenen Worten, mit welcher Methode der Anteil bestimmt wurde. Ein Zitat, wo die Zahl bestimmt wurde und eine Beschreibung der Methode wäre schon
    Ansonsten ist ihr Spruch: „Nur ohne eine Grundausbildung in Physik und Statistik werden es die Zweifler nie begreifen.“ nur Schaumschlägerei und Angabe.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

    [Antwort: Lean&Rind 2008 kommen für den Zeitraum 1905-2005 auf eine anthropogene Erwärmung von 0.059 ± 0.001 K, von einer insgesamt beobachteten Erwärmung um 0.074 ± 0.018 K. (wobei Kelvin bei Temperaturdifferenzen natürlich gleich Grad Celsius ist, wieso legen Sie Wert auf Kelvin??)

    Der vom Menschen verursachte Anteil ist demnach in diesem Zeitraum 80%. (Über die letzten 25 Jahre liegt er übrigens über 100%, da die natürlichen Einflussfaktoren abkühlend wirkten, u.a. durch die Abnahme der Leuchtkraft der Sonne. Stefan Rahmstorf]

  27. Günther Vennecke Antworten | Permalink

    3%

    Sehr geehrter Herr Wilhelm,

    "Fakt ist: Der Anteil des anthropogenen CO2 in der Athmosphäre beträgt ca. 3%."

    Wie kommen Sie denn auf diese Idee? Um 1750 betrug der CO2-Gehalt der Atmosphäre ca. 280 ppm, heute liegt er bei rund 390 ppm. Das ist ein Anstieg von 39%, mithin mehr als das 10-fache dessen, was Sie annehmen.

    Hinzu kommt, dass wir Jahr für Jahr mehr als 30 Milliarden Tonnen weiteres CO2 in die Atmosphäre pumpen und so den CO2-Gehalt weiter steigern. Eine Umkehr von dieser Entwicklung istz bisher nicht abzusehen.

    Sie sollten weniger auf die verlogenen "Argumente" der so genannten "Klimaskeptiker" hören, sondern sich lieber an die wirklichen Fakten halten.

  28. Michael Limburg Antworten | Permalink

    EIKE ein Verein

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,
    Sie bezeichnen EIKE als
    (1) "einen eingetragener Verein, dessen Namen man getrost als Etikettenschwindel bezeichnen kann." und dann versteigen Sie sich noch zu der Behauptung: (2) "Es handelt sich um eine Gruppe von einschlägig bekannten „Klimaskeptikern“, etwa den Freiburger Gymnasiallehrer Ernst Georg Beck (bekannt für seine gefälschten Klimakurven für Schüler), die hier schon ausführlich gewürdigten Herren Lüdecke und Dittrich und den pensionierten Meteorologen Horst Malberg (der seit Jahren mit seiner Sonnenthese durch die Medien tingelt, ohne etwas dazu in der begutachteten wissenschaftlichen Fachliteratur publiziert zu haben und sich damit dem normalen Fachdiskurs zu stellen)."

    Lassen Sie mich dazu kurz Stellung nehmen.
    zu 1. Wie ein Leser schon richtig bemerkte bevorzugt auch das PIK (wie viele andere Institute etc) die rechtliche Form des Vereins. Wenn Sie uns damit herabsetzen wollten, dann haben Sie auch Ihr eigenes Institut herabgesetzt. Wenn Sie - was Sie aber nicht schrieben- den Begriff "Institut" meinten, wie sie es später erläuterten, dann haben Sie wieder daneben gegriffen. Nicht jedes Institut ist ein Forschungsinstitut, und nicht in jedem sog. Forschungsinstitut wird (nur) Forschung betrieben. Beispiele gibt es dafür genug. Bankinstitute betreiben sicher auch keine Forschung, usw, usw.
    Wir verstehen uns als Thinktank, der öffentlich zugängliche Daten (so wie Sie) sammelt, auswertet und die Ergebnisse in geeigneter Form veröffentlicht. Wir sind weltweit mit den besten Wissenschaftlern zu unseren Themen auf der ganzen Welt vernetzt und haben Zugriff zu ihren und den öffentlich verfügbaren Daten. Nicht anders als Sie auch. Aber im Gegensatz zu Ihrem Institut sind wir dabei von keinem Geldgeber - öffentlich oder privatem- abhängig, sondern nur von unseren Mitgliedern. Darunter sind viele ganz hervorragende Wissenschaftler aus klimarelevanten Disziplinen, die Ihnen und Ihren Kollegen sicher auf allen Gebieten das Wasser reichen können.
    Zu 2.
    Sie wollen damit den Eindruck erwecken, als ob es unwissenschaftlich sei, eine andere Meinung als die Ihre und die des PIK zu haben. Nach Ihrer Argumentation könnte man die Mitarbeiter des PIK locker "als eine Gruppe einschlägig bekannter Alarmisten" bezeichnen. Das mögen zwar viele Leute so sehen, aber wir wollen uns lieber sachlich auseinandersetzen und verstiegen uns nicht zu einer derartigen Behauptung.
    Ihre letzte Bemerkung über "Pensionäre" etc. die "tingeln" zeigt einmal mehr, dass es Ihnen an Respekt vor älteren Mitbürgern mangelt, die Ihr Wissen und Ihre Erkenntnisse aus ihrer wissenschaftlichen Erkenntnis heraus gewinnen, und diese natürlich öffentlich machen wollen. Sie und Ihre Kollegen Schellnhuber, Edenhofer und andere "tingeln" ständig von Kongress zu Kongress, von Talkshow zu Talkshow etc. und versuchen Ihre, aus unserer Sicht alarmistische, Botschaft unters Volk zu bringen. Das taten Sie sehr erfolgreich, wir tun es inzwischen auch.
    Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Ihr
    Michael Limburg
    Vizepräsident EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie)
    http://www.eike-klima-energie.eu/

    [Antwort: Lieber Herr Limburg, weder an Ihrer Rechtsform als e.V. noch an der Tatsache, dass Herr Malberg pensioniert ist, habe ich etwas zu kritisieren - ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb Sie rein sachliche Hintergrundinformationen als Kritik auffassen.

    Was ich dagegen tatsächlich kritisiere, habe ich oben klar gesagt: z.B., dass Herr Beck die Öffentlichkeit mit verfälschten Klimakurven täuscht, oder dass Herr Malberg sich mit seinen Thesen nicht - wie jeder Wissenschaftler - in der begutachteten Fachliteratur der Fachkritik stellt. Bezeichnenderweise sagen Sie zu dieser Kritik nichts - Sie wissen, dass sie zutrifft. Wer die Links zu den EIKE-Mitgliedern in meinem Artikel oben folgt, wird die detaillierten Belege finden und kann sich ein eigenes Bild machen.

    Aber wo Sie sich hier schon zu Wort melden, könnten Sie unseren Lesern mit einer Sachinformation helfen: wie viele hauptamtlich angestellte Mitarbeiter hat Ihr Verein? Herzlichen Dank, Stefan Rahmstorf]

  29. Günter Heß Antworten | Permalink

    Danke

    Lieber Herr Rahmstorf,
    Danke nochmal für den Hinweis. Sie hatten mir das dankenswerterweise ja schon geschrieben. Ich hatte meine Frage an Herrn Winterkorn gerichtet, da ich glaube, dass uns seine überhebliche Aussage:
    „Nur ohne eine Grundausbildung in Physik und Statistik werden es die Zweifler nie begreifen.“
    nicht wirklich weiterbringt in der Diskussion.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  30. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Stationsdaten

    Hallo Herr Hess, danke für den Link. Damit bin ich auf Anhieb klargekommen. Allerdings sind die Daten die man dort findet identisch mit den GISS-Daten. Die Station San Felipe ist dort also auch nicht aufgeführt. Dafür aber u.a. hier:

    http://www.typhoon2000.ph/weather.htm

    Da stellt sich dem Laien natürlich die Frage nach welchen Gesichtspunkten die Stationen ausgewählt werden, aus deren Meßwerten die globale Temperatur ermittelt wird?

    Na ja, es besteht aber Hoffnung dass demnächst auch vom Mainstream abweichende Ergebnisse im IPCC-Bericht aufgenommen werden:

    http://www.business-standard.com/...eports/383602/

    Es mutet wie ein Treppenwitz an dass ausgerechnet China sich für ergebnisoffene und transparente Wissenschaft einsetzt.

  31. Christian Antworten | Permalink

    EIKE - Scharlatanerie

    Die Medien geben zur Zeit ein extrem verzerrtes Bild des EIKE-Vereins wieder - so geschehen in einer MDR-Talkshow und auf einer Diskussionsrunde in einem Nachrichtensender. Anstatt in die Offensive zu gehen und die Lügenmärchen zu entlarven, gehen die meisten Diskussionsteilnehmer in die Defensive und bieten den EIKE-Mitgliedern auch noch eine Plattform sich als "Vertreter der exakten Wissenschaften" zu profilieren.

    Stattdessen würde es genügen auf deren Standpunkt hinzuweisen, z.B. gerade zum zentralen Thema Treibhaus-Effekt bietet der Abschnitt "Publikationen" auf der EIKE-Homepage doch sehr interessante Einblicke:
    -> Malberg glaubt an den Treibhauseffekt wie er von den Klimawissenschaftlern beschrieben wird, hält aber eine niedrigere Klimasensitivität für richtig (siehe auch MDR-Talkshow).
    -> Thieme streitet die Existenz eines Treibhauseffekts komplett ab und schlägt dafür ein alternatives adiabatisches Modell vor, das aus dem Nichts Wärme erzeugt und einzig und alleine vom Luftdruck abhängt.
    -> Gerlich&Tscheuschner glauben an die Existenz eines abkühlend(!) wirkenden Treibhauseffekts (siehe "Hausfrauenexperiment")
    ...
    Jeder einzelne dieser Standpunkte ist mit jedem anderen absolut unverträglich und widerspricht jedem anderen diametral.

    Falls irgendjemand also in einer Diskussionsrunde das zweifelhafte Vergnügen haben sollte, mit einem EIKE-Repräsentanten zu diskutieren, hier mein Tipp:
    Einfach Bloßstellen.

    Ein wenig Vorbereitung sollte doch ausreichen, um z.B. die abstrusesten Zitate zu sammeln (Stichwort "Hausfrauenexperiment" bei Gerlich&Tscheuschner, die "strahlungsundurchlässige starre Hülle" bei Thieme,...) oder z.B. die gefälschten Abbildungen von Beck*) großformatig auszudrucken (z.B. auf Folie, um sie übereinanderlegen zu können)...

    *) wenn man übrigens eine dieser Fälschungen
    http://www.biokurs.de/...haus/CO2-Dateien/mwaz.jpg
    hernimmt und die Klimaerwärmung im 20. Jahrhundert an der Graphik abliest, kommt man auf stolze 1,4°C.

  32. Michael Limburg Antworten | Permalink

    EIKE ein Verein

    Lieber Herr Rahmstorf,
    Sie fragen: "Wieviele hauptamtliche Mitarbeiter hat Ihr Verein" Darf ich Sie fragen, ob die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter für Sie ein Qualitätsmassstab ist?
    Und Gegenfrage: Wieviele Mitarbeiter - hauptamtlich oder nicht- hat Ihr Verein? Vermutlich mehr als wir, aber macht das die Qualität der Aussagen aus?
    mfG
    M.Limburg

    [Antwort: Lieber Herr Limburg, ich habe Sie nur nach einer einfachen Sachinformation gefragt. Warum die Geheimniskrämerei? Beantworten Sie doch einfach die Frage, wie viele hauptamtlich angestellte Mitarbeiter EIKE hat. (Das PIK hat rund 200, die Mitarbeiterliste finden Sie hier.) Stefan Rahmstorf]

  33. Dr. Reiner Schmidt Antworten | Permalink

    Antwort2

    Sehr geehrter Prof. Rahmstorf,

    danke, dass Sie erneut die Zeit gefunden haben mir zu antworten. Für mich werfen sich erneut Fragen auf.

    Sie schreiben

    "(a) die CO2-Emissionen wachsen stark an, siehe z.B. Abb. 1 der Copenhagen Diagnosis. Ihre Grafik zeigt die Konzentration, nicht die Emissionen. Sie zeigt im übrigen, wie die Konzentration deutlich über-linear ansteigt, nur sind die letzten 10 Jahre natürlich zu kurz, um das festzustellen (jede e-Funktion ist annähernd linear, wenn Sie ein hinreichend kurzes Stück herausnehmen)."

    Die Konzentrationszuwächse im CO2-Gehalt der Atmosphäre liegen im letzten Jahrzehnt pro Jahr um die 2 ppm.

    ftp://ftp.cmdl.noaa.gov/...2/trends/co2_gr_mlo.txt

    In den Jahren 2008 und 2009 sogar deutlich unter 2 ppm. Wie ist das mit den wachsenden CO2-Emissionen vereinbar? Müsste den Kohlenstoffkreislaufmodellen nach der CO2-Gehalt der Atmosphäre nicht deutlich stärker ansteigen?

    Der Strahlungsantrieb hängt doch nicht von den CO2-Emissionen, sondern vom CO2-Gehalt in der Atmosphäre ab?

    "(b) Der anthropogene Strahlungsantrieb durch die CO2-Erhöhung beträgt 1,7 Watt pro Quadratmeter, die anderen anthropogenen Treibhausgase tragen weitere 1,3 Watt pro Quadratmeter bei (IPCC-Zahlen). Vernachlässigbar?"

    Dieser bemisst sich doch an der bisher vorhandenen Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre? Wenn Methan und FCKWs nicht weiter ansteigen, wie es in den letzten Jahren der Fall ist, leisten diese doch auch keinen weiteren Beitrag zum Strahlungsantrieb?

    "(c) Der feedback factor sollte eine Unsicherheitsspanne von 2 bis 4,5 haben (ebenfalls laut IPCC)."

    Aus den Vorlesungsmanuskripten von Herrn Joos geht ein Unsicherheitsfaktor 3 hervor.

    Klima Sensitivitätsfaktor: 0,4 bis 1,2 K/(W/m2)

    Mir stellt sich die Frage, ob sich die "Unsicherheitsspanne" im Laufe der Zeit vergrößert hat?

    "Ein weiteres Problem in Ihrer Rechnung ist, dass Sie die thermische Trägheit des Ozeans nicht einkalkuliert haben und die Rechnung vom heutigen Nichtgleichgewicht aus machen (390 ppm CO2 als Basis). Sie machen einfach eine grobe Überschlagsrechnung und glauben ihr dann mehr als den Berechnungen der Klimaforscher, die im Grundsatz das Gleiche berechnen nur eben sauber, mit allen Gasen, mit thermischer Trägheit etc."

    Die Überschlagsrechnung habe ich mit Hilfe einer Formel aus den 3. Weltkimabericht erstellt (Tabelle 6.2). Diese tauscht auch im Vorlesungsmanuskript von Herrn Joos auf. Ist diese Überschlagsrechnung nicht mehr up to date?

    MfG

  34. Günther Vennecke Antworten | Permalink

    EIKE - das ist ein Verein!

    Limburg, alias Argus, behauptet:

    "Wir sind weltweit mit den besten Wissenschaftlern zu unseren Themen auf der ganzen Welt vernetzt und haben Zugriff zu ihren und den öffentlich verfügbaren Daten."

    Wenn das wahr wäre, wäre es schon erstaunlich, dass auf den Seiten von Eike in diversen Artikeln so viele völlig unhaltbare Thesen verbreitet werden.

    Dankenswerterweise hat der Kommentator Christian vor mir auf die unüberbrückbaren Gegensätze in den Thesen der Eike-Vertreter untereinander hingewiesen.

    Wie zudem aus den Leserkommentaren zu ersehen ist, werden die Eike-Seiten hauptsächlich von wenig gebildeten naturwissenschaftlichen Laien aufgesucht, die trotzdem eine sehr überzeugte Vorstellung davon haben, warum sie naturwissenschaftliche Erkenntnisse vehement ablehnen.

    Was immer wieder unangenehm auffällt, ist, dass diese Leute ständig längst widerlegte "Argumente" vortragen und dabei so tun, als wären sie selber drauf gekommen, dabei plappern sie nur die falschen Thesen von anderen nach.

  35. Christian Antworten | Permalink

    J. Knight et al.

    Vielen Dank für die Antwort auf den 3. Kommentar. Zur Erinnerung, es ging um diese Veröffentlichung
    http://www.metoffice.gov.uk/...temperatures_09.pdf
    Die Nachfrage beim Hadley Center wäre wirklich nicht nötig gewesen.
    Aus Ihrer Antwort schließe ich, dass die Aussagen von J. Knight et al. so nicht korrekt sind. Nachdem ich nicht mit dieser Zeitschrift vertraut bin (ist sie peer-reviewed? im Web-of-Science wird der Artikel jedenfalls nicht aufgelistet), wollte ich nachfragen, ob es einen Reply/Comment gibt. Denn mir scheint, der Artikel bewegt sich statistisch gesehen auf sehr dünnem Eis - selbst wenn man vom HadCRUT-Datensatz ausgeht.

  36. Dr. Horst Borchert Antworten | Permalink

    NASA:2009 auf Rang 2

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmtorf,
    ergänzend zu Ihrem Artikel sollte bemerkt werden:
    Die aktuelle globale Wärmeperiode neigt sich dem Ende zu
    Dr. Horst Borchert
    Es gibt fünf Signale, die ankündigen, dass der Anstieg der globale Temperatur beendet ist, bereits in eine Stagnation übergeht und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in künftiger Zeit, aber auch möglicherweise langsam, auf Werte um 1900 zurückgehen wird. Das bedeutet, dass die seit dreißig Jahren erlebte Wärmeperiode sich ihrem Ende zuneigt. Das bedeutet auch, dass diese Temperaturerhöhung solaren Ursprungs und nicht anthropogen war. Die fünf Signale sind:
    1. Die Höhenstrahlung erreicht seit 2008 die höchsten Werte , die seit fünfzig Jahren gemessen wurden. Das führt zu einer Zunahme der globalen Wolkenbildung und Reduktion der globalen Sonneneinstrahlung (Svensmarkeffekt). Es wird kalt.
    2. Der Sonnenwind – Index, ein Maß für die Einwirkung der Magnetfelder der Sonnenwinde auf das Magnetfeld der Erde und damit auf das terrestrische Wetter, ist nach den hohen Werten in den zurückliegenden dreißig Jahre seit 2008 auf Tiefstwerte um 5 nTesla gesunken, wie sie erst in der Kaltzeit vor etwa 100 Jahren auftraten, danach bis 2008 aber immer höhere Werte annahmen. Das signalisiert, dass auch der Anstieg der globalen Temperatur nach NOAA mit dem SOWI-Index der NOAA seit 1868 relativ gut korreliert, zwischen 1920 bis 1940 solar verursacht wurde.
    3. Die Sonnenfleckenzahl als Maß der Sonnenaktivität bleibt außergewöhnlich lange niedrig und signalisiert niedrige Temperaturen entsprechend der allgemeinen Erfahrungsregel, dass die mittlere globale Erdtemperatur um so niedriger ist, je größer der zeitliche Abstand der Mindestwerte der jeweiligen Sonnenfleckenperioden ist.
    4. Die aktuelle Verlauf der globalen Temperatur gemäß NAOO zeigt bereits eine Stagnation seit etwa 2004 mit Ansätzen zu einem Rückgang seit 2007.
    5. Einbrüche von Solarprotonen in das Magnetfeld der Erde (in 36000 km Höhe) werden seit 13. Dezember 2006 nicht mehr registriert. Die durch sie bis zu 20% reduzierte Ozonschicht über der Schweiz (meine Hypothese) nimmt wieder zu.
    In nachfolgendem Bild ist der Verlauf der fünf Komponenten Höhenstrahlung, Globale Temperatur, Solarprotonenfluss, Sonnenwind – Index und Sonnenfleckenhäufigkeit für die Wärmeperiode der letzten fünfunddreißig Jahre gegenübergestellt. Es wird wieder kälter.Die Abbildung kann man hier wohl nicht einfügen.
    Ein 6. Signal des möglichen Abbruchs der solarinduzierten Wärmeperiode ist der Rückgag der auch durch Höhenstrahlung beeinflussten Nordatlantischen Oszillationsindex seit etwa 5 Jahren. Es wird eben wieder kalt,leider, wenn auch noch langsam
    Mit freundlichen Forschergrüßen

    Ihr H.Borchert aus Mainz

    [Antwort: Lieber Herr Borchert, die Natur hat das Experiment mit den Sonnenminima ja schon einige Male gemacht. Nun war nach allen Rekonstruktionen die globale Temperatur im Wolf-, Spörer-, Maunder- oder Dalton-Minimum jeweils nur einige Zehntel Grad kälter als zuvor oder danach. Warum sollte es dieses Mal anders sein, selbst wenn ein derartiges "grand minimum" käme? Zum Vergleich: der anthropogene Trend, der oben gezeigt ist, beträgt jedes Jahrzehnt ca. 0.16 ºC. Die anthropogene Erwärmung würde daher jedem Sonnenminimum leicht paroli bieten - es sei denn, die Sonne macht aufeinmal etwas, was sie in den letzten 1000 Jahren noch nie gemacht hat. Das habe ich bislang nicht gelesen, dass irgendjemand das behauptet. Stefan Rahmstorf]

  37. Eckhard Schulze Antworten | Permalink

    Ihre Antwort auf Günther Heß (23.1.10)

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    die Anfrage von Günter Heß vom 23.01.2010 nach globaler Temperaturerhöhung und deren Fehlern beantworten Sie so:
    "Antwort: Lean&Rind 2008 kommen für den Zeitraum 1905-2005 auf eine anthropogene Erwärmung von 0.059 ± 0.001 K, von einer insgesamt beobachteten Erwärmung um 0.074 ± 0.018 K. (wobei Kelvin bei Temperaturdifferenzen natürlich gleich Grad Celsius ist, wieso legen Sie Wert auf Kelvin??)“
    Fairerweise möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Ihnen hier offenbar ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen ist.
    Lean&Rind 2008 geben die Trends der Temperaturzunahme pro Dekade an, so dass sich für den Zeitraum 1905-2005 eine Erwärmung von 0,59K resp. 0,74K ergibt.
    Allerdings lässt es nicht mehr mit Flüchtigkeit entschuldigen, dass Sie die Fehler so unkommentiert weitergeben.
    Die mitgeteilten Fehler sind von sehr eingeschränkter Aussagekraft, da sie weder die Messfehler noch die Unsicherheiten für die rf berücksichtigen, sondern lediglich die Fehler der multiplen Regression und des Datenfittings beinhalten.(Lean&Rind 2008, Fußnote a zu Table 1)
    Wie groß ist die alle Fehler berücksichtigende Standardabweichung entsprechend Gauss´scher Fehlerfortpflanzung?
    Mit freundlichen Grüßen
    Eckhard Schulze

    [Antwort: Beides ist korrekt: der Trend ist pro Dekade, und die angeg. Unsicherheit der statistische Fehler der Regression. Danke für den Hinweis. Stefan Rahmstorf]

  38. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    2035?

    Meine lieben Damen und Herren,

    ich darf schon fragen, wie so etwas passieren kann. Da steht doch tatsächlich im IPCC 2007 Report, die Himalaya Gletscher könnten bis 2035 geschmolzen sein.
    Angeblich bezog man sich auf eine "Studie", welche 2350 meinte, aber auch schon egal. War es ein Tippfehler? Wohl kaum. War es Absicht?

    Komisch ist nur, dass ja erfahrene Klimatologen an der Sache arbeiten und ich sage mal ganz pauschal: jeder Erstsemestrige würde mit seinem Hausverstand erkennen, dass da was nicht stimmen kann. Wer das Himalaya Gebirge ein bisschen kennt, weiß wo in etwa die Nullgradgrenze liegt, wie hoch die Gletscher liegen und vielleicht auch noch, ab welcher Höhe sie an Masse verlieren. Wie auch immer, ich schätze mal, dass selbst wenn es dort ab heute schlagartig um 10°C wärmer würde (Frostanstieg um >1500m) können die Gletscher bis 2035 gar nicht verschwinden, vielleicht die Hälfte an Masse verlieren od. etwas mehr, aber nir und nimmer: "es gab sie mal". Das ist physikalisch völlig unmöglich und steht im so renomierten und Nobelpreis bedachten IPCC Report.

    Wie bitte kann so etwas passieren, wir alle verstehen das nicht.

    [Antwort: In der Tat hätte das nicht passieren dürfen und verstößt gegen die IPCC-Regeln. Die falsche Zahl wurde in einem Regionalkapitel von Arbeitsgruppe 2 zitiert, die physikalischen Klimatologen (inkl. der Gletscherexperten) sind aber in Arbeitsgruppe 1 ("physical science basis"). Dort finden Sie auch die eigentlichen (und korrekten) IPCC-Projektionen zur Gletscherentwicklung - die hätte die Arbeitsgruppe 2 ("impacts") verwenden müssen, statt etwas anderes zu zitieren. Siehe mein Interview, verlinkt am Ende des Artikels oben. Stefan Rahmstorf]

  39. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Satellitenmessung

    Man hört immer wieder dass es bei den seit Ende der 70iger Jahre erfolgten Temperaturmessungen durch Satelliten teilweise erhebliche Abweichungen zu den Meßwerten der Bodenstationen kommt.

    In diesem Zusammenhang würden mich einmal folgende Fragen interessieren:

    1. Wieviele Satelliten-Meßpunkte gibt es und wo sind die genau?

    2. Wie oft pro Tag/Woche wird gemessen?

    3. Zu welchen Tageszeiten wird gemessen?

    4. Wie groß ist der Streuradius zum Meßpunkt?

    Ich frage deshalb weil z.B. bei den Satellitenmessungen des Meeresspiegels die Meßpunkte nur etwa alle 10 Tage erfasst werden und es zu einem Streuradius von mehreren Kilometern kommt.

    Ich denke das sind wichtige Fragen. Die ganze Debatte über die Entwicklung der globalen Temperaturen macht nur Sinn wenn die Datengrundlage transparent und über jeden Zweifel erhaben ist.

  40. Raoul Lepolt Antworten | Permalink

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
    Ihre Argumentation kann nicht stimmen:
    Sie sagen: Hadcrut hat die Arktistemperaturen nicht inkludiert, während die NASA diese berücksichtigt.
    Da die NASA Temperaturen der letzten Jahrzehnte im Schnitt alle zw. 0,2 °C und 0,3°C höher sind als die Hadcrut Temperaturen, und die Temperaturen der Arktis zw. -10 und -70°C schwanken, ergibt sich von selbst, daß die NASA Temperaturen immer niedriger sein müssen als die von Hadcrut. Die Nullgradlinie von NASA und Hadcrut muß dabei dieselbe sein, nämlich sie entspricht 14,00°C als das Mittel von1960 bis 1990. Interessanterweise wird genau diese Tatsache bei all diesen Kurven, die von IPCC veröffentlicht wird nicht dazugesagt, warum? ganz einfach diese 14,0°C liegen nämlich genau 1°C unter den immer wieder kolportierten 15°C, die für dieTreibhauseffektargumentation benutzt wird. Dieses eine Grad ist fast doppelt so hoch, wie die geschätzte ERwärmung von 1850 bis 2008, die ca. 0,6°C ausmacht.

    [Antwort: Lieber Herr Lepolt, da geht einiges durcheinander. Diese Datensätze bestimmen nur die Temperaturabweichung von einer Basisperiode. Diese ist bei NASA 1951-1980, bei HadCRUT 1961-1990, daher gibt es zwischen den beiden einen "offset". Sie können die Basisperiode natürlich frei wählen. In einer früheren Antwort habe ich bereits erläutert, dass wir die absolute globale Temperatur gar nicht so genau bestimmen können, eben weil die Datenabdeckung lückenhaft ist. Nehmen wir an, Sie haben in einer Gitterzelle von 100x100 km drei Wetterstationen, die sind alle im Tal, aber in dieser Gitterzelle ist das Gebiet gebirgig (nur als extremes Denkbeispiel). Wenn Sie aus diesen drei Stationen den Mittelwert für diese Gitterzelle berechnen, wird der völlig daneben liegen, vielleicht um mehrere Grad, weil die kalten Gebirgsregionen nicht berücksichtigt sind.

    Jetzt erwärmt sich das Klima um 0,1 Grad. Da solche Klimaanomalien über ca. 1000 km hoch korrelieren (wie die Messungen zeigen), können Sie mit diesen drei Stationen dennoch ziemlich exakt die Temperaturveränderung gegenüber einem früheren Zeitraum bestimmen.

    Kurzum, auch wenn wir wegen unvollständiger Datenabdeckung nicht wissen, ob die absolute globale Temperatur nun eher 14 oder 15 ºC beträgt, können wir dennoch globale Temperaturveränderungen mit besser als 0,1 ºC Präzision bestimmen. Das liegt letztlich daran, dass die absoluten Temperaturen über kurze räumliche Skalen extrem variieren können (z.B. aufgrund der Topographie), die klimatischen Temperaturveränderungen aber nur sehr geringfügig. Stefan Rahmstorf]

  41. Rudolf Hirschel Antworten | Permalink

    EIKE

    Gehen Sie getrost davon aus, dass EIKE genau einen hauptamtlichen Mitarbeiter hat: den Herrn Limburg. Sein Verweigern einer Antwort zu dieser simplen Frage ist beredt.

    Bei EIKE handelt es sich um ein Potemkin'sches Institut. Eine Lobbygruppe, die eine Website betreibt und in der öffentlichkeit den Eindruck erwecken will, dahinter stehe eine seriöse Institution, vielleicht gar ein Forschungsinstitut: das Europäische Institut für Klima und Energie. Es ist ein Trauerspiel für die Qualität unserer Presse, dass Focus soetwas nicht aufdeckt sondern darauf hereinfällt.

  42. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Herr Rahmstorf, Sie schreiben:

    "Kurzum, auch wenn wir wegen unvollständiger Datenabdeckung nicht wissen, ob die absolute globale Temperatur nun eher 14 oder 15 ºC beträgt, können wir dennoch globale Temperaturveränderungen mit besser als 0,1 ºC Präzision bestimmen. Das liegt letztlich daran, dass die absoluten Temperaturen über kurze räumliche Skalen extrem variieren können (z.B. aufgrund der Topographie), die klimatischen Temperaturveränderungen aber nur sehr geringfügig. "

    Gestern habe ich genau zu diesem Thema die Daten aus Japan gepostet und gefragt, wieso in Sapporo die Durchschnittstemperatur um über 2 Grad gestiegen ist während sie im nur wenige Kilometer entfernten Umland praktisch unverändert blieb.

    Das kann nichts mit urban heating zu tun haben denn es ging nicht um die absoluten Temperaturen, sondern um die Abweichung.

    Wie kann man dies mit Ihrer oben zitierten Aussage in Einklang bringen?

    [Antwort: Lieber Herr Binikowski, beim urban heating entsteht das Problem gerade durch die lokale Temperaturveränderung (nicht die absolute Temperatur), weil dieser Wärmeinsel-Effekt ja im Laufe der Jahrzehnte größer wird, wenn eine Stadt wächst. Daher ist der urban heat island effect eine Ausnahme von der Regel, dass Temperaturanomalien großskalig sind - hier handelt es sich um kleinskalige Temperaturveränderungen, die deshalb auch aus diesen globalen Temperaturanalysen herauskorrigiert werden. Stefan Rahmstorf]

  43. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Manila Link 28.01.2010

    Lieber Herr Binikowski,

    wenn Sie die Anzahl der Nachbarn erhöhen, werden mehrere Temperaturen im Bild der Originalkurve dargestellt: http://data.giss.nasa.gov/...&num_neighbors=11
    Man kann deutlich erkennen, dass die Temperaturen am Flughafen stärker gestiegen sind als in den benachbarten Stationen. Dieser Effekt wird aber bei der Berechnung der Globaltemperatur berücksichtigt.

    Oft werden die Messungen von Klimaleugnern angezweifelt wie z.B. die Temperaturen am Flughafen in Darwin. Das geschieht aber fast immer zu Unrecht: http://www.scienceblogs.de/...aze.php#comment75880

  44. Ingolf Antworten | Permalink

    GISS-Algorithmus

    warum schaut sich denn niemand von den "Skeptikern" den GISS-Algorithmus selbst an?

    Für Computer"experten": clearclimatecode.org - ein wunderbares, freiwilliges, unabhängiges GISTEMP Re-Implementierungsprojekt. Seltsamerweise haben das "Skeptiker" nie auf die Reihe bekommen. Sie implementieren den Code in Python. Nach der Überführung nach Python, räumen sie jetzt den Code auf, damit auch nicht FORTRANisten es verstehen können.

    Für eher Theoretiker: die Papiere die auf der GISTEMP-Seite verlinkt sind, vor allem Hansen/Lebedeff 1987 als Grundlage ist gut. Und Hansen et all 1999/2001 als Updates, besonders das zweite sehr US-zentriert.

    GISS nutzt die Referenzstationsmethode... man nimmt den Mittelpunkt von einem bestimmten Gebiet und kombiniert alle Stationen, die bis zu 1200km entfernt sind. Dabei geht man schrittweise vor:
    man nimmt die nächste Station und kombiniert sie mit einer Station, die mind. 20 Jahre überlappt: dazu berechnet man die Mittelwerte beider Stationen im Überlappungszeitraum bspw. T1 und T2. Dann wird von einer Reihe die Differenz der beiden Mittelwerte abgezogen und dann die Daten mit einem gewichteten Mittelwert kombiniert. Im Klartext, man kombiniert die Anomalien zum Überlappungszeitraum... anschließend werden weitere Stationen zu dieser Kombination genauso hinzugefügt...

    Zum Schluß wird für die Referenzstation die Anomalie berechnet und dann werden die Referenzstationen-Anomalien zusammengerechnet.

    Andere Ansätze nehmen ein etwas anderes Verfahren: sie berechnen für jede Station eine lokale Anomalie bzgl einem festgelegten Zeitraum. Der GISS-Ansatz hat aber den Vorteil, dass Stationen nicht unbedingt Daten im Referenzzeitraum haben müssen, somit können mehr Stationen benutzt werden. Die Referenzstationsmethode hat bestimmt auch Nachteile, bspw. wenn die Temperaturtrends nicht korrellieren. Aber meist ist das der Fall.

    Auch ist der Vorwurf, dass Stationen absichtlich weggelassen werden einfach nur daneben. Erstens zeigt man damit, dass man sich nicht mit der Erstellung der GHCN-Daten beschäftigt hat und zweitens zeigen einige Studien (ich glaube, Prof Rahmstorf hatte auch schon eine gezeigt) genau das Gegenteil, nimmt man mehr Daten + Reanalyse kommt meist zu größerer "Erwärmung". Deswegen sehen die MET-Leute HadCRUT eher als konservativ an. Drittens sind die Algorithmen gerade so ausgerichtet, dass das kein Problem ist. Bei der Naiven Berechnung, hat man ja gerade der Probleme von fehlenden Daten.

    Zumindestens habe ich so die groben Züge der Verfahren verstanden. Bitte korrigieren, wenn es falsch ist. Es sicher noch viel mehr drin, um UHI Effekte zu behandeln und andere Anpassungen zu machen.

  45. Klima Martin Antworten | Permalink

    Danke!

    Danke für diesen ausgewogenen, gut belegten und glaubwürdigen Beitrag in der Klimadebatte! Wohltuend!

  46. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    Die Realität im Himalaya

    "Da steht doch tatsächlich im IPCC 2007 Report, die Himalaya Gletscher könnten bis 2035 geschmolzen sein.
    Angeblich bezog man sich auf eine "Studie", welche 2350 meinte, aber auch schon egal. War es ein Tippfehler? Wohl kaum. War es Absicht?"

    Die Unterstellung von "Gunnar Innerhofer" ist Käse wie auch die Zahl 2035.

    Tatsache ist die starke Zunahme von Schmelzwasserseen an den Zungen der Gletscher im Himalaya, die in in katastrophalen Fluten auslaufen: http://www.scientificamerican.com/...-mel-10-01-21

    Ein Zahlendreher ändert nichts an den Fakten: “Climate change is expected to exacerbate current stresses on water resources from population growth and economic and land-use change, including urbanisation. On a regional scale, mountain snow pack, glaciers and small ice caps play a crucial role in freshwater availability. Widespread mass losses from glaciers and reductions in snow cover over recent decades are projected to accelerate throughout the 21st century, reducing water availability, hydropower potential, and changing seasonality of flows in regions supplied by meltwater from major mountain ranges (e.g. Hindu-Kush, Himalaya, Andes), where more than one-sixth of the world population currently lives.”

    siehe: http://www.ipcc.ch/...-statement-20january2010.pdf

  47. Ludger Linneborn Antworten | Permalink

    Tolles Forum

    Sehr geehrter Herr Rahmsdorf!

    Wenn man einen Mathematiker fragt, wie lang die Küste von England ist, kommt dieser schwer ins Schwitzen! Das Ganze ist nämlich eine Frage des geometrischen Modells oder der Messtechnik und -genauigkeit.
    Als Mathematiker verstehe ich von diesem erfreulich kontroversen und wohl fachkundigem Forum nur so viel: Die Messung von Globaltemperaturen und Anomalien scheint noch um vieles schwieriger zu sein als so etwas Triviales wie Englands Küstenlänge, und was z.B. der Herr "Ingolf" über die Algorithmen des GISS schreibt, macht mich eher ratlos, weil wir hier ein - bisher unerforschtes - Gebiet von Kunstzahlen betreten.
    Immer wieder sagen Sie, Herr Rahmsdorf, dass "Wärmeinseln" aus den Klimatrends heraus gerechnet würden. Eine Anfrage von mir beim Deutschen Wetterdienst (DWD) über dieses Problem wurde abschlägig beschieden, einen solchen Algorithmus habe man nicht. Wenn der DWD das nicht kann, wie machen das ihre Datenerheber? Da möchte man schon Genaueres wissen.
    Wetter ist nicht Klima, und lokale Temperatur schon gar nicht globale Temperatur (aber s.o.: was ist das?), dennoch: nach einem kalten Oktober 09 in Deutschland gab es einen warmen November 09, dann einen kalten Dezember 09 und einen sehr kalten Januar 2010 (in Deutschland -3,4 Celsius unter dem langjährigen Mittel, was absolut erstaunlich ist und mit Ihrem Hinweis auf Potsdam 1940 nicht relativiert wird). Die weltweiten Daten ergeben für die Nordhalbkugel Ähnliches.
    Stimmen Kunstzahlen und Wirklichkeit überein?
    Sind Sie sich Ihrer düsteren Prognosen über die globale Erwärmung wirklich so sicher.
    Hochachtungsvoll, Ludger Linneborn

    [Antwort: Lieber Herr Linneborn, in der Tat ist Wetter nicht Klima, und lokal ist nicht global. Bei uns in Potsdam war das Januarmittel mit -4,9 ºC (Tagesmitteltemperaturen) sehr kalt, aber der Januar 1987 war z.B. mit -7,2 ºC noch wesentlich kälter. Die lokalen und kurzfristigen Schwankungen sind nun mal viel größer als der globale Erwärmungstrend von bislang 0,8 ºC in den letzten 100 Jahren.

    Wenn Sie mehr über den "urban heat island" wissen wollen, suchen Sie einfach mal mit google scholar in der Fachliteratur, z.B. nach Studien, die den Ausdruck "urban heat island" im Titel der Arbeit tragen. Das sind schon Hunderte, siehe http://scholar.google.com/scholar?hl=en&q=allintitle%3A+%22urban+heat+island%22&btnG=Search&as_sdt=2001&as_ylo=&as_vis=1.

    Übrigens - das Problem bei der Bestimmung der Küstenlänge ist ja, dass sie fraktal ist. Zumindest dieses Problem haben wir bei den Temperaturmessungen nicht. Stefan Rahmstorf]

  48. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Urban Heat

    Hallo Herr Mistelberger, danke für die Links. Als Laie verstehe ich es so, dass die Herausrechnung des urban heat Effektes eine extrem komplizierte Sache ist, für die es darüberhinaus auch noch uneinheitliche Methoden gibt. Dann schreibt auch noch Herr Linneborn, dass beim DWD die urban heat überhaupt nicht herausgerechnet wird. Ehrlich gesagt halte ich das alles nicht für wirklich transparent und geeignet, globale Temperaturen auf 1/10 Grad genau zu ermitteln.

    Wäre es deshalb nicht vieleicht ehrlicher, zur Ermittlung der globalen Durchschnittstemperatur nur Daten aus Stationen zu nehmen, die seit langer Zeit unveränderte Umgebungsbedingungen haben? Das wären hauptsächlich ländliche Gegenden. Dann kann man berechnen, wieviel Prozent der Erdoberfläche mit Städten bebaut ist und deren urban heat anteilig hinzurechnen.

    PS: Ich muß mich schon wundern dass keiner der hier anwesenden Wissenschaftler in der Lage ist, meine Fragen bezüglich der Satellitenmessungen zu beantworten.

    [Antwort: Lieber Herr Binikowski, bitte bedenken Sie, dass wir diesen Blog nebenbei betreiben und typischerweise nur ein paar Minuten am Tag darauf verwenden können, hier kurz die Kommentare anzusehen und einiges zu beantworten. D.h. auf alle Fragen können wir hier unmöglich eingehen - und Ihre detailierten Fragen zu den Satellitendaten könnte ich ohne Recherche nicht beantworten, da ich als Meeresforscher mich mit diesen Daten bislang nie näher befasst habe. Vor allem ist dies ja ein Diskussionsforum für unsere Leser, und häufig können ja auch andere Leser solche Fragen beantworten. Stefan Rahmstorf]

  49. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    Linneborn&Rahmstorf

    Herr Linneborn,

    gute Anmerkung! Freilich sind alle Küsten unendlich lang...aber die Sache mit dem Hitzeinseleffekt ist definitiv alles andere als "erledigt". Auch deshalb geht man ja von +/-0,2°C aus, welche als signifikant gelten können (zB. 10-20a Trends). Damit hat man es wahrscheinlich recht gut im Griff, aber auch nur auf die letzten Dekaden betrachtet. Anhand vieler anderer "Proxis", zB. Anstieg der Frostgrenze, Vegetationsänderungen etc. kann man aber doch sagen, dass man die globalen T Reihen als sehr gutes Maß für die wirklich herrschende Mitteltemperatur vor Ort und auch global heranziehen kann. Global wird es natürlich etwas schwieriger, deshalb sollte man nicht nur wie Herr Rahmstorf fast schon stur auf die GISS Reihen hinweisen, sondern auch Hadley und vor allem die Satelliten Daten zeigen. Es ergeben sich dann doch Unterschiede, im speziellen über die letzten 20a und das ist schon interessant.

    Und, Herr Rahmstorf, sie bleiben eingentlich eine Antwort schuldig, denn der Link zu dutzenden google schoolar zeugs, macht es nicht besser, eher schlechter.
    Wenn man bedenkt, dass Tagesminima T in Großstätten häufig um 5-8°C vom 10km entfernten Umland abweichen, wird mal die Dimension klar. Heute reden, od. streiten wir um ein paar 1/10°C, also um 10% dieser Faktoren. Keiner kann mir erklären, man hätte das auf kleiner 3% im Griff, sprich kleiner +0,3°C minus eher nur 0,1°C. Man kann auch die Auswirkungen auf angeblich ländliche Stationen nicht genau bestimmen, da die erwärmten Luftpakete ja nicht strikt nach oben verschwinden, sondern sich auch mit +1°C gegenüber der Umgebung in bodennähe halten können und somit auch einige km entfernte Statione beeinflussen.
    USW, ein unendliches Thema...

    [Antwort: Sicher ein komplexes Thema, aber man sollte nicht das "big picture" vergessen - also z.B. die schon in einer früheren Antwort hier erwähnten Tests (windige vs windstille Tage, alle vs. ländliche Stationen), wonach der urban heat island effect tatsächlich weitestgehend erfolgreich aus den globalen Daten herauskorrigiert wurde. Dafür spricht ja auch die sehr gute Übereinstimmung der Langzeittrends in GISS, Hadley und den Satellitendaten.

    Das Letztere auf kürzeren Zeitskalen (bis ~ 10 Jahre) Unterschiede aufweisen, hat natürlich nichts mit urban heat island zu tun (so schnell läuft die Verstädterung nicht ab). Bei Hadley vs GISS ist es ja auch geklärt - es liegt an den Datenlücken bei Hadley, was man daran sieht, dass die beiden Datensätze gut übereinstimmen, wenn man bei GISS die gleichen Lücken weglässt wie bei Hadley. Und dass die Satellitendaten über kürzere Zeiträume von den Bodendaten abweichen ist wahrscheinlich einfach ein ganz realer Effekt: die Satelliten messen eben keine bodennahen Temperaturen, sondern die der mittleren Troposphäre. Die reagiert z.B. stärker auf El Niño-Ereignisse, weil die warme Luft in den Tropen aufsteigt und sich in der Troposphäre ausbreitet. Die Veränderungen der Troposphärentemperaturen müssen nicht die gleichen sein wie unten am Boden. Stefan Rahmstorf]

  50. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Verwirrung steigt...

    Der Sachverhalt stellt sich mir immer verwirrender dar. Erst sagt Herr Rahmstorf, dass er sich über die Details zur Satellitenmessung erst näher informieren muß. Gut, das ist ja keine Schande, niemand ist allwissend.

    Aber 5 Minuten später kommt die Aussage, dass Satellitendaten gut mit den in Bodenstationen gemessenen Temperaturen übereinstimmen.

    Weitere 5 Minuten später dann erfährt man, dass Satelliten überhaupt nicht die Bodentemperaturen messen, sondern die der Troposphäre.

    Wenn das so ist entsteht beim staunenden Laien der Eindruck, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Oder habe ich da etwas Wichtiges übersehen?

    [Antwort: Die Trends der Hadley und GISS Bodendaten und der RSS und UAH Satellitendaten der letzten 30 Jahre können Sie zB hier ansehen (der vertikale offset im Bild entsteht durch unterschiedliche Basisperioden, es kommt hier nur auf die Steigung an). Sie betragen 0,157 bzw. 0,161 bzw. 0,156 Grad bzw. 0,130 pro Jahrzehnt, was im Rahmen des Schätzfehlers (+/- 0.02) übereinstimmt (mit einem Fragezeichen bei UAH). Es gibt gute physikalische Gründe warum sich langfristig (wie man am Trend sieht) die mittlere Troposphäre (Satellitendaten) fast gleich stark aufheizen sollte wie die bodennahe Luft (Wetterstationen). Es gibt aber auch gute Gründe weshalb kurzfristige interne Schwankungen, z.B. die Reaktion auf El Niño (siehe 1998 im Bild), in der Troposphäre stärker ausfallen können als am Boden. Diese Dinge sind Allgemeinwissen und ich kann sie aus dem Stehgreif beantworten; ihre technischen Detailfragen zur "Pixelgröße" der Satellitendaten etc. leider nicht. Stefan Rahmstorf]

  51. Jürgen Richter Antworten | Permalink

    Unflätige Leugner

    Sehr geehrter Professor Rahmstorf,

    zunächst einmal vielen Dank, dass Sie immer eine so offene und wichtige Aufklärung betreiben. Gerade in einer Zeit wie der heutigen, wo Profitgier und finanzielle Interessen häufig wichtiger genommen werden als der Umweltschutz und vor allem der Klimaschutz.

    Deshalb noch einmal vielen Dank, dass Sie weiter so vehement für diese wichtigste Aufgabe der Menschheit eintreten.

    Nur leider gibt es im Internet auch immer mehr Klimaleugner, die die ganzen Gefahren für das Klima in Abrede stellen wollen. Ich habe hier ein Beispiel gefunden, wo gesagt wird, der Meeresspiegel würde gar nicht beschleunigt ansteigen und ehrliche Forscher, wie Sie es sind, sollten sich aus der Politik raushalten.

    http://www.science-skeptical.de/...n-lasst/001759/

    Vielleicht sollten Sie denen einfach mal gehörig Ihre Meinung sagen und solche unsinnigen Behauptungen, wie dass der Anstieg der Meeresspiegel sich verlangsamt hätte, mit den richtigen Fakten widerlegen.

    [Antwort: Lieber Herr Richter, im Internet wird jeden Tag viel Unsinn publiziert - weder habe ich Zeit, das zu lesen, noch macht es Sinn, das zu beantworten. Den im von Ihnen verlinkten Artikel verwendeten Trick, kurzfristige Schwankungen über einige Jahre mit dem klimarelevanten Langzeittrend zu verwechseln haben wir ja hier schon mehrfach erläutert. Klimarelevant ist die langfristige Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs (z.B. in den letzten 20 Jahren im Vergleich zur Rate zu Beginn des 20. Jh.), die in der Fachliteratur vielfach belegt ist - oder siehe auch diesen Buchbeitrag von mir auf deutsch.

  52. Dr. Sebastian Lüning Antworten | Permalink

    Diskussion greift zu kurz

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    Meiner Meinung nach greift die Diskussion, ob die letzte oder nächste Dekade kälter oder wärmer wird, viel zu kurz und erscheint mir daher überflüssig. Der Temperaturanstieg über die letzten 150 Jahre ist eindeutig belegt, und in dieser Entwicklung hat es immer wieder kleine bis mittlere Rückschläge gegeben (z.B. 1950-1975). Zudem kann man für Zeitintervalle von 10-20 Jahren verschiedenste Kurven und Trends generieren, je nachdem welche Datensätze (mit Arktis/ohne Arktis, mit den von der Nasa herausgestrichenen Meßstellen/ohne diese, mit Baumringen/ohne Baumringe...) und je nachdem welches Start- und Endjahr man wählt. El Nino, NAO, Vulkanausbrüche & Co. werden immer kurzmaßstäbliche Fluktuationen hineinbringen, die kein Modell jemals zufriedenstellend in den Griff kriegen wird. Daher sollten hier doch lieber längerfristige Trends betrachtet werden, die viel überzeugender und für das Thema Klimawandel relevanter sind.

    Mich persönlich interessiert vielmehr die quantitative Verteilung der klimatischen Steuerungsmechanismen, differenziert für verschiedene Zeitmaßstäbe. Milankovitsch für 100.000er Jahre Zyklen (Wechsel Eiszeit/Warmzeit), die Sonne für 1000-1500 Jahre Dansgaard-Oeschger-Zyklen (zumindest für die kleine Eiszeit scheinen dies alle unterschreiben zu können), und CO2 für den aktuellen Temperaturanstieg (wenige 100er Jahre-Maßstab)? Was spricht eigentlich dagegen, den aktuellen Temperaturanstieg als logische Fortsetzung der Dansgaard-Oeschger-Wärmeperioden zu sehen? Zeitlich paßt diese Erwärmung doch ziemlich genau in diesen Zyklus hinein...

    Beste Grüße
    Sebastian Lüning

    P.S.: Ja, ich habe Ihr Buch schon besorgt und freue mich bereits auf die Lektüre.

    [Antwort: Ein wesentlicher Unterschied zwischen Dansgaard-Oeschger-Ereignissen und der aktuellen Erwärmung: letztere ist global, braucht zur Erklärung also eine Änderung in der globalen Strahlungsbilanz (und diese ist ja auch bekannt). Die DO-Ereignisse dagegen zeigen Erwärmung im Nordatlantikraum synchron mit einer Abkühlung in der Antarktis, und können in ihrem räumlichen Muster und Zeitverlauf sehr gut mit abrupten Änderungen der Meeresströmungen im Atlantik erklärt werden. Dabei wird wärme eben nur umverteilt; auf die globale Mitteltemperatur hat das kaum Einfluss. Stefan Rahmstorf]

  53. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    J Binikowski Orig. Meßdaten 19.01.2010

    "Mich würde einmal interessieren ob man als interessierter Laie Zugang zu allen, auch den historischen, Meßdaten sowie der Methodik der Ermittlung der globalen Durchschnittstemperaturen erhalten kann. Damit meine ich die Aufzeichnungen aller Wetterstationen weltweit, die berücksichtigt wurden, und zwar die nackten Meßwerte."

    But the “grid” for this post is a geographical grid, the 5×5-degree grid box containing Skikda. We looked at the data from Skikda (in northeast Algeria), and we discussed how different data records from the same station can be combined into a single location record. Since that city is at Lat. 36.93N, Lon. 6.95E, let’s see what else is in the GHCN from 35 to 40 deg. N.Lat, from 5 to 10 deg. E.Lon.

    Tamino macht Ernst und rechnet vor: http://tamino.wordpress.com/.../06/gridiron-games/

  54. Thorsten Seifert Antworten | Permalink

    Wärmster Januar 2010

    Aller Winterwettermeldungen und Januarkältemeldungen zum Trotz müssen nach globalen Rekordwärmemonaten November und Dezember 2009 nun auch Klimaskeptiker (hier Roy Spencer)einräumen:

    the global-average lower tropospheric temperature anomaly soared to +0.72 deg. C in January, 2010. This is the warmest January in the 32-year satellite-based data record.

    http://wattsupwiththat.com/...temperature-warmest/

    Leider liegen mir noch keine Ergebnisse der Bodenmessungen vor. Aber die werden wohl ähnliche Ergebnisse liefern.

  55. D. Eikholt Antworten | Permalink

    Unsinn?

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    Sie schreiben: [...] im Internet wird jeden Tag viel Unsinn publiziert[...]
    Da stimme ich Ihnen zu. Aber nicht jeder der eine durch den Menschen verursachte Klimaerwärmung in Zweifel zieht, erzählt gleich Unsinn.
    "Forschung ist die methodische Suche nach neuen Erkenntnissen sowie deren systematische Dokumentation und Veröffentlichung in Form von wissenschaftlichen Arbeiten." So, und wenn jetzt ein "Nichtwissentschaftler" wissentschaftliche Erkenntnisse in Zweifel zieht und zufälligerweise einen neuen Gesichtspunkt vorstellt, der von der "Wissenschaft" nicht gesehen wurde, dann ist das in meinen Augen kein Unsinn. Wenn Herr Latif einen anderen Standpunkt vertritt wie Sie, dann ist das auch kein Unsinn. Wenn der IPCC sich in seinen Bericht auf nichtwissentschaftliche Studien und Gutachten stützt, dann ist es seriöse Wissenschaft?? Wenn die Internetseite http://wattsupwiththat.com/ Berichte über Unregelmäßigkeiten in den Berichten des IPCC veröffentlicht, dann ist das Unsinn? Wenn Herr Pachauri sagt, die wissentschaftlichen Erkenntnisse, die dem 4. Bericht zugrunde liegen, seien "robust", dann kann ich das nicht glauben, wenn jetzt herauskommt, dass der Bericht des IPCC an vielen Stellen, falsch ist. Was soll der Laie heute noch glauben, wenn Wissentschaftler A das eine behauptet und Wissentschaftler B das andere? Und dann haben wir noch die Wissentschaftler C und D und die sagen wieder was Anderes. Für mich hat die Klimaforschung jede Glaubwürdigkeit verloren. Meines Erachtens ist es die Arroganz sich nicht eingestehen zu wollen, vielleicht einen Fehler begangen zu haben oder sich der Diskussion mit anderen Fachleuten zu verschließen, nur weil sie nicht studiert haben. Herr Rahmstorf, kommen Sie von Ihrem hohen Ross runter und erzählen Sie nicht, dass nur Sie und Ihre Kollegen die Allwissenheit gepachtet haben.

    MfG
    Eikholt

    [Antwort: Der Kenntnisstand der Klimatologie wird von der Arbeitsgruppe 1 (in der auch ich mitgewirkt habe) im Band 1 des IPCC-Berichts (The Physical Science Basis) auf knapp tausend Seiten zusammengefasst. In diesem ersten Band hat meines Wissens noch niemand einen Fehler gefunden. Die falsche Zahl zu den Himalayagletschern steht in einem Regionalkapitel von Band 2 des Berichts, wo Sozialwissenschaftler und Ökologen (in diesem Falle aus Asien) die Auswirkungen des Klimawandels auf Natur und Gesellschaft diskutieren. Das Problem dabei ist ja nicht, dass ein Klimatologe hier einen Fehler gemacht hätte - das Problem ist, dass kein Klimatologe gelesen hat, was in diesem Kapitel steht. Das weist auf eine verbesserungswürdige interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Arbeitsgruppen 1 und 2 des IPCC hin, stellt aber in keiner Weise die Glaubwürdigkeit der wissenschaftlichen Erkenntnisse der Klimatologen in Frage - die ja in Band 1 in einem 45-Seiten-Kapitel zu Gletschern und Eismassen völlig korrekt diskutiert werden. Stefan Rahmstorf]

  56. Jochen Binikowski Antworten | Permalink

    Original Daten

    Moin Herr Mistelberger,

    danke für den Link

    http://tamino.wordpress.com/.../06/gridiron-games/

    Das ist wirklich interessant. Besonders wichtig erscheint mir dass es erhebliche saisonale (Januar/Juli) Unterschiede im Temperaturtrend gibt.

    Die Frage ist ja, welche Auswirungen die langfristige Erwärmung im Einzelnen hat. Betroffen ist in erster Linie die Landwirtschaft. Wenn z.B. die Erwärmung hauptsächlich im Winter auftritt hat das, anders als im Sommer, kaum Auswirungen auf die Ernten.

    Noch wichtiger dürfte eine verläßliche Voraussage für die Regenfälle sein. Das erlebe ich hier auf den Philippinen gerade mit unserer Farm live und in Farbe:

    Seit Monaten warnt PAGASA (Wetteramt) vor einer durch El Nino verursachte Dürre von Januar bis Juni. Bislang hat die Prognose zugetroffen. Aufgrund dieser Vorhersage haben wir vor einigen Wochen damit begonnen, das Bewässerungssystem massiv auszubauen. Diese Maßnahme zahlt sich bereits nach wenigen Wochen aus.

    Vieleicht wäre es eine gute Idee wenn die Klimaforschung sich lieber auf die Berechnung kurzfristiger Trends konzentriert. Das hätte unmittelbare praktische Auswirkungen.

    Naturkatastrophen und Wetteranomalien hat es schon immer gegeben, Thema die 7 biblischen Plagen. Die Schäden sind aber nur dann besonders schwerwiegend, wenn die Menschen unvorbereitet betroffen werden. In dieser Richtung wird ja seit vielen Jahren etwas unternommen, z.B. durch die Verwendung geeigneter Baumsorten bei Aufforstungen oder die dramatisch verbesserte Qualtität der Wettervorhersagen, Stichwort Sturmwarnungen etc.

    Beste Grüße aus dem Tropenbüro, Jochen

  57. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    @Eikhold, IPCC & Rahmstorf

    sie sprechen beide wesentliche Punkte an.
    Es ist einfach so, dass die sg. Summaries des IPCC vielfach weit weg von den wissenschaftlichen Arbeiten agieren. Genau diese werden aber zur "Entscheidungsfindung" herangezogen. Das ist ja jenes Übel, welches die sg. Skeptiker erst auf die Barikaden trieb und treibt.

    [Antwort: Wo weicht denn eine Summary konkret von den wissenschaftlichen Arbeiten ab? Die Summaries fassen diese doch gerade zusammen. Stefan Rahmstorf]

    Seehen wir uns die wissenschaftlicherer Seite beim IPCC an, so steht da zB. es ist zu >90% sicher, dass der überwiegende Teil der Erwärmung im 20 Jht. athropogenen Ursprungs sei, also so um die 0,4°C. Welche 10% sind denn der Ansicht, dass der menschliche Anteil so gering ist, dass er im Vergleich zu den natürlichen Schwankungen keine nennenswerte Rolle spielt?

    [Antwort: Sie verstehen vielleicht nicht, was es bedeutet, über etwas 90% sicher zu sein? Es bedeutet jedenfalls nicht, dass 90% der Forscher sicher sind, und die anderen 10% der Forscher vom Gegenteil überzeugt sind. Auch die These, dass "der überwiegende Teil" 0,4 ºC entspricht ist von Ihnen, nicht vom IPCC. Stefan Rahmstorf]

    Übrigens, eine wirklich globale Erwärmung sehe ich nicht. Insbesondere die Antarktis scheint sich kaum bis gar nicht zu erwärmen, auch Teile der SHK sind nur bedingt ins restliche Muster zu packen. Genau über der Antarktis sollte aber die CO2 bedingte Erwärmung stärker ausfallen (Absorbtionsbanden T Funktion).
    Wie auch immer, es geht ja jedem so, dass es nicht um die Frage geht: Ja od. Nein, sondern viel mehr: wie groß kann die Erwärmung durch CO2 Anreicherung sein. Da gehen aber auch die wissenschaftlichen Ansätze weit auseinander und ich sehe keinen einzigen Beweis, ja nicht mal gute Indizien, dass die Erwärmung durch anthropogene Treibhausgase mehr als 1°C bis 2100 ausmachen könnte. Wenn dann weltweit "Zeugen" für die magelnde Theorie gesucht werden, darf man sich nicht wundern, dass Übertreibungen und unsaubere Wissenschaft Einzug im IPCC halten. Beispiele dazu geibt es mittlerweile ja genügned und genau das schadet der Wissenschaft leider ganz grundsätzlich.

  58. D. Eikholt Antworten | Permalink

    Hobbyforscher

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    auf den Teil meines letzten Komentares hinsichtlich des "Unsinns" der im Internet zu lesen ist, sind Sie nicht eingegangen. Vielleicht waren meine Ausführungen zu "Stammtischlastig". Aber nach wie vor sehe ich eine gewisse Art von Arroganz wie Klimatolgen/Wissentschaftler mit den Einwänden der Skeptiker umgehen. Vielen von diesen mögen vielleicht wirklich Quatsch erzählen (was ich leider als Laie nicht mit Sicherheit feststellen kann). Aber andere wiederum scheinen sich ernsthaft mit den Aussagen des AR4 auseinanderzusetzen und Punkte aufzuzeigen, die hinterfragt werden sollten (auch wenn sich am Schluß alles als fehlerfrei herausstellt). Viele Hobbyforscher haben der Wissenschaft nützliche Erkenntnisse gebracht (der Autodidakt Franz Mandl, der einst eine Almhütte aus der Bronzezeit entdeckte und von der Wissentschaft lächerlich gemacht wurde; Buchbinder Michael Faraday zum Beispiel, der Entdecker des Faradayschen Käfigs; der Zeitungsjunge und Telegrafist Thomas Alva Edison als Erfinder der Glühlampe).
    Wenn 2 die Summe der wahrscheinlichsten Wahrheit über die globale Erwärmung ist, dann kann 0 (die Argumente der Klimaerwärmungsskeptiker) + 2 (die Aussagen der Klimatolgen) = 2 sein, aber 0.5+1.5 ist in der Summe auch 2.
    Von daher verstehe ich nicht, wieso der Skeptiker sofort als Leugner verschrien wird. Nunja, nur so meine Gedanken zu diesem Thema...

    [Antwort: Lieber Herr Eikholt, gerade in diesem Weblog gehen wir ja immer wieder sachlich auf die Skeptikerargumente ein. Auch meine Anmerkung zum "Unsinn", auf die Sie reagieren, war ja gefolgt von der Erläuterung, was in diesem konkreten Fall der Unsinn gewesen ist (wobei ich allerdings nur ein Beispiel brachte - der gesamte Artikel bestand fast nur aus Unsinn). Kein Skeptiker, der seriöse Sachargumente vorbringt, wurde von uns jemals "als Leugner verschrien". Stefan Rahmstorf]

  59. D. Eikholt Antworten | Permalink

    Dr. Andrew Lacis GISS

    Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    vielleicht interessiert Sie dieser Artikel in der NJT Internetseite über Aussagen des Herr Dr. Lacis über den Working Group 1 report. Er hat seine Aussagen später relativiert. Aber vielleicht erlaubt Ihnen Ihre Zeit dieses mal zu lesen. Ihre Meinung interessiert mich.

    http://dotearth.blogs.nytimes.com/...till-hold-up/

    MfG
    D. Eikholt

  60. Karl Mistelberger Antworten | Permalink

    D. Eikholt Unsinn?

    Die Desinformationskampagne der Klimaleugner zeigt Wirkung:

    More than 96% of working climatologists say the global mean temperatures are rising, but only 34% of the public believes "Most scientists think global warming is happening."

    aus: http://scienceblogs.com/...scientists_disconne.php

    Offensichtlich besteht einerseits ein überwältigender Konsens, dass der Klimawandel ein reales Phänomen ist.

    Auf der anderen Seite denkt das (amerikanische) Publikum, dass diese Tatsache unter Wissenschaftlern ziemlich umstritten ist.

    [Antwort: Diese Studie haben wir selbst hier letztes Jahr besprochen. Stefan Rahmstorf]

  61. Petra Antworten | Permalink

    Schellnhubers Aussage

    @Christian

    >"In Klimaskeptikerkreisen geistert sogar ein bearbeiteter Phoenix-Mitschnitt (die Betonung liegt auf "bearbeitet"),
    http://www.wikio.de/video/2339115
    der angeblich belegen soll, dass sogar H. J. Schellnhuber dieses Plateau als Fakt akzeptiert. Leider ist das ursprüngliche Interview nicht online abrufbar, weshalb kaum überprüfbar ist, wie stark man der Videobearbeitung auf den Leim gegangen ist."

    Ich muß Sie enttäuschen - Ihre verschwörungstheoretischen Unterstellungen sind haltlos. Das gesamt Phoenix-Interview ist selbstverständlich noch im Netz vorhanden - und wie eindeutig zu sehen ist (ab ca. 18:00), ist die Schellnhuber-Aussage NICHT manipuliert und der YouTube-Clip gibt exakt Schellnhubers Aussage wieder:

    „Zunächst einmal ist es einfach eine Tatsache, daß die globale Mitteltemperatur seit 1998 sich im Wesentlichen auf einem sehr hohen Plateau stabilisiert hat.“

    http://www.filefactory.com/...lnhuber_20091123.wmv

    Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen auch gerne noch die ZDF-Aufzeichnung verlinken, in der Schellnhuber davon spricht, daß die Himalaya-Gletscher in 35-40 Jahren verschwunden sein werden...

    [Antwort: Zum Zeitpunkt dieses Auftritts kannte Herr Schellnhuber die Arbeit der britischen Kollegen, die nur eine geringe Erwärmung in den letzten 10 Jahren festgestellt hatten. Er kannte aber noch nicht die Analyse, wonach sich dies als Artefakt des "Arktis-Loches" herausgestellt hat. Von Wissenschaftlern darf man eine Offenheit dafür erwarten, ihre Auffassung im Lichte neuer Datenanalysen zu revidieren, wie es Herr Schellnhuber in diesem Falle getan hat. Stefan Rahmstorf]

  62. Jan Nebendahl Antworten | Permalink

    E.I.K.E.

    Sehr geehrter Herr Prof. Rahmstorf,

    vielleicht ist es für Sie von Interesse, dass der Präsident des E.I.K.E., Herr Dr. Holger Thuss, Co-Gründer von CFACT Europe ist, dem europäischen Ableger von CFACT. CFACT wird laut SourceWatch.org vor allem von den Scaife Foundations (Gulf Oil, Alcoa, Alcan) und Exxon gesponsort.

    Das bedeutet natürlich in Bezug auf das E.I.K.E. erstmal nichts, hat aber doch einen faden Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass allein die Scaife Foundations 2008 mehrere Anti-Klimawandel Think Tanks mit jeweils 6-stelligen Beträgen gesponsert haben (CFACT, George C. Marshall Institute, Competitive Enterprise Institute), wie den Jahresberichten auf scaife.com zu entnehmen ist.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Jan Nebendahl

  63. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    @Mistelberger

    ihr Ergeiz in allen Ehren, aber was wollen sie uns eigentlich sagen?
    Der Link zu readers edition zeigt ja nur, dass es einige Gletscher gibt, welche positiv bilanzieren und, völlig korrekt, dass im IPCC 2007 zu mindest ein gravierender Fehler vorkommt. Jene nicht peer reviewte Studie und daraus noch aus 2350 2035 gemacht. Das ist die Realität, diese können sie nicht leugnen und es ist, wie Herr Rahmstorf selbst sagt: so etwas sollte nicht vorkommen.

  64. Gunnar Innerhofer Antworten | Permalink

    Erdöl & CO2

    ich darf an dieser Stelle mal mit einem Mhytos aufräumen, welcher auch ein paar Forenteilnehmer betrifft.
    Einge scheinen zu glauben, dass die Erdölindustrie Gefallen daran hätte, wenn "Skeptiker" gegen die AGW Theorie arbeiten. Woher dieser Unsinn kommt, ist mir ein Rätsel, vielleicht von Al Gore od. eben jenen Medien, die es sich anders nicht zusammenreimen können.
    Bis auf Einzelfälle ist es aber in der realen Welt doch so, dass insbesondere die sg. Öllobby sich nicht die geringsten Sorgen wegen dem IPCC usw. macht. Erdöl und dessen Produkte sollten ja möglichst lange zur Verfügung stehen und zwar nicht nur zum Verheizen. Ganze Industriezweige sind essentiell von diesem Rohstoff anhängig. Die großen Kartelle investieren bereits Unsummen in Solar, Wind und andere Technologien um auch hier eine führende Rolle einzunehmen. Die Verbindungen zum IPCC sind ja gar kein Geheimnis mehr. Ganz klar ist, dass es selbst im Falle einer raschen Verlagerung zu alternativen Energieträgern noch einige Dekaden dauern wird, bis wir vom Öl so halbwegs wegkommen und das auch nur, was die reine Verbrennung betrifft. Und was glaubt ihr wer wohl am meisten Interesse daran hat, so lang wie möglich an den letzten Resourcen zu zuzeln? Naja, wohl jene Länder, deren Wohlstand im Prinzip auf Öl basiert und eine enorme Abhängigkeit besteht.
    Wenn man heute investieren will, dann vor allem in Atomkraft. Das Energiedillema führt ja dazu, dass mittelfristig kein Weg am Atom vorbei führt. Durch Solar und Wind uä. kann man den steigenden Bedarf nicht mal ansatzweise decken, rein vom Kostenfaktor wäre es eine Unmöglichkeit.
    Obama hat es bereits ausgesprochen, was wir eh schon lange wissen und in der EU und anderen Ländern geht es auch ganz deutlich in diese Richtung, zu mindest mittelfristig und das heisst eben viele Jahre bis Jahrzehnte. So reden wir immer über unsere Kinder, welche an den Folgen unseres Klimawandels zu leiden haben werden und geben ihnen gleichzeitig das ungelöste Problem der steigenen radioaktiven Abfälle bzgl. Endlagerung weiter. Ich sehe das ganze seit jeher eher als Energieproblem und nicht als Klimaproblem.

    [Antwort: Wie erklären Sie denn dann, dass die Öllobby, z.B. die Firma Exxon, mit Millionenbeträgen "Klimaskeptiker"-PR finanziert, wie bestens belegt ist? Stefan Rahmstorf]

  65. Erich S. Antworten | Permalink

    Zwischen den Zeilen gelesen

    S.g. Herr Rahmsdorf

    Wenn ich Sie richtig verstehe wollen Sie mit diesem Kommentar ausdrücken, dass Sie an einen durch vom Menschen produziertes CO2 verursachten Klimawandel glauben. Ich bin kein Klimatologe, möchte mich daher zum Thema nicht weiter äussern. Ich bewege mich mehr auf dem Gebiet der Ökonomie und Systemanalytik. In Sachen Klimawandel kann ich nur an Hand unstrittiger Daten eine "Wolke" an Möglichkeiten umreisen.

    Ein klassisches Problem an dem sich menschliche Logik oft aufhängt sieht etwa so aus: ein Mensch geht einen Weg und stößt auf ein Hindernis. Da er ja die Richtung kennt bzw. diese vorgegeben ist kommt er nun nicht mehr voran. Eine Lösung bestünde darin, das Hindernis zu umgehen. Doch tut sich dann umgehend ein Konflikt auf - man käme ja vom rechten Weg ab. Das mag zwar trivial klingen, in der Praxis führt aber genau dieser Konflikt immer wieder zu hart geführten Auseinandersetzungen zwischen "Linientreuen" und "Ketzern".

    Wenn ich nun in die Rolle des Ketzers schlüpfe, kann ich so frei sein nicht den Inhalt sondern die Form Ihrer Argumentation zu beurteilen. Dabei sticht mir zu allererst ins Auge, dass Sie die "Klimaskeptiker" (sic!) angreifen. Skeptiker sind aber dem Wissenschafter hoch willkommen, sind sie doch notwendiger Bestandteil des wissenschaftlichen Prozederes. Weiters beziehen Sie sich auf Daten die "Ihren" Standpunkt bestätigen sollen.

    Nun ist ein Vorgehen bei dem man zwischen "guten" und "schlechten" Studien unterscheidet, mit dem Kriterium ob das Ergebnis den persönlichen Bedürfnissen entspricht, nicht gerade wissenschaftlich. Es ist die Vorgehensweise eines Anwalts, Politikers oder Lobbyisten. Der gesamte Artikel ist unzweifelhaft parteiisch. Wäre das eine rechtliche Materie, hätten Sie sich als Richter unzweifelhaft als befangen geoutet.

    Warum ist das so? Wann trat in ihrer Karriere eine Überzeugung an Stelle ihrer explorativen Neugier? Und nun, da die Dinge so liegen wie sie liegen, welchen Wert darf man ihren zukünftigen Publikationen beimessen?

    lg.

    [Antwort: Professionelle Wissenschaftler beurteilen Fachpublikationen nach ihren methodischen Qualitäten, nicht danach, ob die Ergebnisse ihnen gefallen. Das ist ja gerade der Unterschied zu den im Internet aktiven "Skeptikern" - ein Wort, das ich deshalb in Anführungszeichen setze, weil diese ja eben gerade nicht die gesunde Skepsis zeigen, die jedem guten Wissenschaftler zu eigen ist. Stefan Rahmstorf]

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