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Die Kosmologs-Presseschau

04. Oktober 2011, 21:25

Liebe Kosmologs-Leser,

heute will ich Ihnen mal eine kleine Presseschau präsentieren. Eine Auswahl von Raumfahrtnachrichten, die ihnen den letzten Wochen - aus welchen Gründen auch immer - möglicherweise entgangen sind. Sollten Sie angesichts der zugegebenermaßen etwas launig ausgefallenen Überschriften und Bilder, womöglich an einen Scherz glauben: Alle Meldungen sind wahr und aktuell. » weiter

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"Erdfahrt" oder die "Raumfahrtstrategie der Deutschen Bundesregierung"

26. Januar 2011, 16:15

Wie meinte einst Helmut Schmidt? Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. Das Ansehen des Altbundeskanzlers steht hierzulande hoch im Kurs. Vielleicht haben sich deswegen die Schöpfer des neuen deutschen Raumfahrtprogramms so streng an seine Mahnung gehalten. Bloß nicht den Verdacht aufkommen lassen, ein Fall für die "Klapse" zu sein. Oder auch nur ansatzweise Dinge zu propagieren, die einer strengen Kosten-Nutzen-Rechnung, dem heiligen Gral deutschen Rationalitätsdenkens, nicht standhalten. » weiter

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ILA 2010 – Impressionen einer Luft- und Raumfahrtausstellung

11. Juni 2010, 12:17

Seit einer Woche bin ich in Berlin und erlebe Vorbereitung und Ablauf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung, der ILA 2010. Sie begeht in diesem Jahr ihr 100jähriges Jubiläum, obwohl das korrekterweise schon im letzten Jahr fällig gewesen wäre, denn die erste Veranstaltung dieser Art fand im Jahre 1909 unter der Bezeichnung „Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung“ statt.  » weiter

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Kick it like Einstein: Cantravelwell-Virus infiziert Kiwis

02. Juni 2010, 00:01

Ich dürfte einer der wenigen Jugendlichen gewesen sein, dessen Interesse für Raumfahrt gleichermaßen von Clark Darlton wie von Carl Barks geweckt wurde. Clark Darlton schrieb Perry Rhodan. Der war unser Mann im Weltraum und ruinierte meine Lateinnote, weil ich seine Abenteuer während des Unterrichts unter der Bank zu lesen pflegte. Carl Barks zeichnete und textete für Walt Disney. Er schuf Donald Duck, der in permanenter Hybris unverdrossen daran glaubt, alles erreichen zu können. Im Bedarfsfall auch unter Zuhilfenahme etwas unlauterer Mittel. » weiter

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Trekking-Touren auf dem Mond - Unser Urlaubstipp

27. April 2010, 10:00

Sie lieben Trekking-Touren? Trekking-Touren sind in wie nie. Bloß wohin soll‘s gehen? Als anspruchsvoller Urlauber waren Sie doch praktisch schon überall. Die letzten Jahre haben Ihnen schmerzlich gezeigt: dieser Planet ist zu klein für Sie geworden. Vorigen Sommer beim Vulkan-Touring auf Guadeloupe sind Ihnen am Soufrière pausenlos diese TUI-Typen vor den Füßen rumgestolpert. Oder das Jahr davor in Nepal. Schrecklich. Aber woher sollten Sie auch wissen, dass Hallermeiers von gegenüber auch den Lhotse/Mount Everest-Treck gebucht haben. Fast noch schlimmer war es vor drei Jahren bei der Mountainbike-Safari durch die Taklamakan, wo Sie dem Frauenchor „Kocherklang“ aus Künzelsau begegnet sind. Die Mädels haben die ganze Nacht schwäbische Volkslieder gesungen und ihre mitgebrachten Trollingervorräte niedergemacht. Und dann die Katastrophe vor fünf Jahren. Da waren sie mit ihrer Frau doch beim "Southern Walking" im McMurdo Sund, und wer läuft Ihnen da über den Weg? Rebekka Vollmer aus der Anlagenbuchhaltung, die Sie monatelang erfolglos angebaggert haben. Gott war das peinlich. » weiter

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Mondauto gefunden - Privatastronaut glücklich

22. März 2010, 21:53

Wer eine Sache für teures Geld erwirbt hat gerne Gewissheit über ihren Verbleib. Richard Garriott war sich die letzten Jahre über den Standort einer von ihm erworbenen Mobilie nicht so ganz im Klaren. Doch nun konnte ihm die NASA helfen. Eine Organisation, die einst nichts von ihm wissen wollte. Verwirrend? Gut, fangen wir von vorne an...

Mondrover Lunochod 2

Vor ziemlich genau 37 Jahren, am 15. Januar 1973 landete die russische (seinerzeit sowjetische) Mondsonde Luna 21 im 55 Kilometer durchmessenden Krater Le Monnier. Nach der Landung klappte die Sonde zwei Rampen nach unten, auf denen wenig später der 840 Kilogramm schwere Mondrover Lunochod 2 auf die Oberfläche rollte. Die nächsten vier Monate verrichtete das sechsrädrige Fahrzeug emsig alle geforderten Aufgaben, bevor es am 3. Mai 1973 etwas überraschend seinen Dienst aufkündigte und sich nicht mehr meldete. Bald legte sich der Mantel des Vergessens über dieses Relikt des sowjetisch-amerikanischen Wettrennens zum Mond.

Landestelle von Lunochod 2 am Südrand des Kraters Monnier im Mondatlas...

...und im Foto

Niemand wusste so ganz genau, wo Lunchod 2 denn nun gestrandet war. Dies hielt die Russen aber nicht davon ab, sich in den finanziell klammen Tagen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder ihres Oldtimers auf dem Mond zu erinnern und den Rover  (und seine Luna 21-Landestufe gleich mit) zum Verkauf anzubieten. Im Dezember 1993 wurden de Lander und das Mondauto bei einer Sotheby’s-Aktion in New York versteigert. Das höchste Gebot kam von einem gewissen Richard Garriott, und so gingen insgesamt zwei Tonnen bester – wenn auch recht abgelegen positionierter - sowjetischer Raumfahrttechnik für 68.500 $ in seinen Besitz über.

Nach dieser eher anekdotischen Randnote der Raumfahrtgeschichte geriet Lunochod 2 erneut in Vergessenheit. Bis zur letzte Woche. Da wurde er von der amerikanischen Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter aufgefunden. Ein Umstand, der naturgemäß das Interesse seines Besitzers weckte. Und das Interesse der Öffentlichkeit AUF den Besitzer.

Der ist nun nicht gerade irgendwer. Er ist zunächst der Sohn des US-Astronauten Owen Garriott. Garriott Senior absolvierte eine 60 Tage-Mission auf der ersten US-Raumstation mit der Bezeichnung Skylab ziemlich genau zu der Zeit, als sich Lunochod 2 zum letzten Mal aus dem Krater Le Monnier meldete. Garriott junior wäre übrigens auch gerne in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Die NASA winkte jedoch ab. Aus medizinischen Gründen. Seine Augen seien zu schlecht für einen Raumflug, meinten sie.

"Privat-Astronaut" Richard Garriott

Das konnte Richard Garriott‘s Raumfahrtbegeisterung jedoch nicht bremsen. Er wurde ein erfolgreicher Entwickler von Videospielen und brachte es dabei zu beträchtlichem Reichtum. Sein Vermögen war ausreichend groß, dass er der russischen Raumfahrtagentur 30 Millionen Dollar dafür bezahlen konnte, dass sie ihn in einer Sojus-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation mitnahm. Er war der insgesamt sechste Privatastronaut weltweit, der bis dahin auf eigene Kosten in den Orbit flog.

Die Auswertung der Bilder des Lunar Reconnaissance Orbiter ergab, dass Lunchod 2 seinerzeit etwa 40 Kilometer auf der Oberfläche des Erdtrabanten zurückgelegt hatte. Das ist bis heute der Rekord für die weiteste Fahrstrecke auf dem Mond. Zum Vergleich: Der Mars-Rover Opportunity der NASA hat derzeit gut 19 Kilometer zurückgelegt (na gut, auf dem Mars, wir reden ja vom Mond). Die Moon-Buggies der Apollo-Missionen 15, 16 und 17 wurden von ihren Besatzungen jeweils etwa 20-25 Kilometer weit gefahren. Lunochod 1 kam zwei Jahre vor Lunochod 2 nur 10,5 Kilometer weit.

Übersicht über die gesamte Fahrtroute Lunochod 2

Die Lunochod-Rover bezogen ihre elektrische Energie über Solarzellen. In der 14tägigen Mondnacht war somit kein Fahrbetrieb möglich. Damit die Instrumente in der Kälte nicht einfroren, wurden sie während dieser Zeit mit einem Radioisotopen-Generator beheizt, der mit Polonium 210 betrieben wurde.

Den Grund, warum Lunochod 2 einst seinen Dienst quittierte, beschreibt der "International Atlas of Lunar Exploration" auf den Seiten 357 - 379 wie folgt: "Gegen Ende des Mondtages fuhr der Rover mit der Sonne im Rücken und schlechter Sicht. Dabei wurde er versehentlich in einen kleinen Krater gelenkt. Beim Versuch ihn wieder herauszumanövrieren stieß die offene Klappe (mit den Solarzellen), die nach hinten über den Rumpf des Rovers hinausragte, an den Kraterwall, worauf sie und ihre Solarzellen teilweise mit Mondmaterial bedeckt wurden. Das Bodenteam stellte einen Abfall in der Energieleistung fest, betrachtete das jedoch nicht als ernsthaftes Problem. Als aber wenig später die Klappe geschlossen wurde, um den Rover während der Mondnacht warm zu halten, ergoss sich dieses Mondmaterial auf die Kühler, deren Zweck es war, den Rover während des Mondtages vor Überhitzung zu bewahren…Am 8. Mai wurde Lunokhod 2 wieder geweckt und die Fahrt in Richtung eines Hügels mit der Bezeichnung "Fernes Kap" fortgesetzt. Aber schließlich überhitzte er und versagte einige Tage nach Beginn des fünften Mondtages. Bevor er seinen Dienst einstellte wurde er jedoch noch so platziert, dass der Laser-Reflektor weiter genutzt werden konnte. Im Jahre 2005 war er noch in Gebrauch".

Die Fahrstrecke von Lunochod in den letzten Wochen vor seinem Ende

Machen Sie sich selbst ein Bild von den letzten Kilometern des Lunochod. Hier der Bildstreifen des Lunar Reconnaissance Orbiter, auf dem die Fahrspuren und der Rover selbst abgebildet ist. Das in dieser Aufnahme abgebildete Areal ist mehrere Quadratkilometer groß. Um die Fahrspuren des Mondautos aufzufinden stellen Sie die Lupenfunktion zunächst auf eine mittlere Auflösung, gehen dann in die Bildmitte und identifizieren zunächst einen hellen Krater am rechten Rand einer grabenartigen Geländeformation. Dann gehen Sie nach rechts, stellen auf höchste Auflösung und versuchen das Schicksal des sowjetischen Mondautos selbst zu ergründen. Folgen Sie den Fahrspuren bis zu ihrem Ende.

Hier ist das Bild des allerletzten Abschnitts von Lunochods Mondfahrt. Er beginnt an dem kleinen Krater (schwarzer Pfeil) in dem das Unheil seinen Anfang nahm, bis zum Punkt (weißer Pfeil) an dem er schließlich endgültig aufgeben musste..

Um den Vorgang vollständig zu rekonstruieren müsste man das Fahrzeug am besten direkt vor Ort unter die Lupe nehmen. Richard Garriott selbst sieht  durchaus Chancen, diese Überprüfung noch persönlich vornehmen zu können. Auch wenn die NASA ihr Mondprogramm gerade eben eingestellt hat. Garriott setzt seine Hoffnungen auf die private Raumfahrt. Der ist auch sein Astigmatismus egal.

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Post Scriptum: Eigentum kann man nur an Sachen erwerben, die auf den Mond gebracht oder dort hergestellt wurden. Eigentum am Mond selbst, oder an Teilen von ihm, kann man nicht erlangen, ganz gleich was in der Boulevardpresse  kolportiert oder von windigen Immobilienhändlern behauptet wird. Warum das so ist lesen Sie hier.



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