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Blog-Teleskop

von Lars-C. Depka, 20. März 2009, 21:11

Nun ist es also an mir, das Blog-Teleskop über die Ereignisse und verschiedenen Beiträge der jüngeren Vergangenheit zu schwenken, ein Einsatz, dem ich gerne nachkomme. Und dabei gibt es gleich zwei Premieren zu feiern, denn heute ist nicht nur mein erster Auftritt hier, sondern auch Cassini & Co übernimmt heute erstmals das hosting.

Aus terminlichen Gründen beschränke ich mich bei meinem ersten Blog-Teleskop auf einen gewissen Status Quo, der sich bis zur Veröffentlichung dieses Rundblicks schon wieder ein klein wenig verändert haben könnte, was bedeutet, dass der eine oder andere Text schon bekannt ist oder ggf. durch jüngere Beiträge abgelöst wurde. Ich bin allerdings sicher, dass jeder der Beiträge absolut lesenswert ist, so dass sich ein Blick in die jeweiligen Blogs in jedem Falle rentiert.

So, nun aber zu den Beiträgen, die mir (vor nunmehr ein paar Tagen) aufgefallen sind:

In Asterythmus zeigt Frank Leitner ein hübsches Summenbild von M42 aus eigener Produktion, bei dem ich mir einbilde, auch den "Running-Man-Nebular" leicht angedeutet ausmachen zu können. Dass es dieser Zeit möglich ist, zu fotografieren, lässt den seit Monaten mit heiterem Grau und hartnäckig geschlossenen Wolkendecken kämpfenden (und diesbezüglich stets verlierenden) Ruhrgebietler aufmerken. Aktuell gesellt sich Venus zu seinen Aufnahmen.

Eugen Reichel beleuchtet in Astra Spacelogs die folgenschwere Begegnung zwischen Kosmos 2251 und einem Mitglied der Iridiumflotte im niedrigen Erdorbit. Bald wegen Überfüllung geschlossen?

Florian deckte kürzlich in Astrodicticum Simplex einen Skandal auf: Bisher hatten Schneeflocken sechs Ecken, der liebe Gott wohnte in seinem Himmel, alles war also in bester Ordnung. Bis man (ausgerechnet möchte man fast sagen) in London fünfeckige Eiskristalle entdeckte. Wo und wann sowas der Fall ist, erklärt Florian, mit dem ich die leidenschaftliche Ansicht teile: Weg mit dem weißen Kram!  Nicht minder beeindruckend die ausführliche Liste der Errungenschaften der AstroLOgie.

Clear Skies wird von Stefan betreut. Er macht auf ein, nun auch schon wieder etwas zurückliegendes Mondschauspiel aufmerksam: Den Goldenen Henkel, ein Ereignis, bei dem der günstige Sonnenstand die Juraberge im Mare Imbrium bescheint. Ich persönlich kenne kein Bild/Foto, dass dem bemerkenswerten Anblick durch ein Teleskop gerecht wird. Ein Blick lohnt(e) auf jeden Fall.

Andreas Müller in Einsteins Kosmos erinnerte nochmal an das "Maskottchen" des IYA, Komet Lulin (C/2007N3). Mitte/Ende Februar raunte man sich innerhalb der Szene Sichtungen mit bloßem Auge zu. Auch bei diesem Ereignis blieb die Metropolregion Ruhr außen vor.

Wann kracht es wieder fragt sich Michael Khan in Go for Launch. In Verbindung mit den Astra Spacelogs ergibt sich zu dieser Frage ein ausführliches Rundum-Info-Paket.

Desweiteren gewährt Herr Khan in „Programm statt Wurstelei“ einen kurzen Einblick in seine sonntäglichen Einparkübungen vor dem (wie ich annehme) Aldi und verrät, wie es gehen könnte. Aber Spaß beiseite: Sein Beitrag zeigt, was ausgewiesener Staatswille der chinesischen Führung in Bezug auf die Raumfahrtambitionen des Reiches der Mitte ist und stellt dem die (in meinen Augen) fast schon beschämenden Versuche der europäischen Vielvölkergemeinschaft gegenüber.  Mit fast schon unerschöpflichen Ressourcen im Finanziellen und im Bereich Menpower ausgestattet, unter staatlich reglementierter Selbstaufgabe des einzelnen Individuums steht es für mich persönlich außer Frage, dass die bisher vorgestellten Pläne in ihrer Gesamtheit von chinesischer Seite nicht nur erfolgreich umgesetzt, sondern darüber hinaus auch in (noch) nicht bekannter Art und Weise ambitioniert fortgeschrieben werden. Denn was unter solchen Umständen und Voraussetzungen möglich ist, zeigten zuletzt vielleicht sogar eher erschreckend denn eindrucksvoll die chinesischen Sommerspiele mit internationaler Beteiligung.

Ich persönlich meine, dass "Globe at night" a) ein sehr wichtiges Projekt und b) eines der wenigen (wenn nicht gar das einzige) wirklich völlig gelungenen Cornerstone-Projekte des IYA für die ganz breite Masse der Bevölkerung darstellt. Jan stellt es kurz in seinen Himmelslichtern vor. Mein Tipp: PDF runterladen und den Nachbarn und/oder BWL-Kommilitonen mit ins Boot genommen.

Hinterm Mond gleich links biegt Ludmilla Carone ab und befasst sich mit den Plänen der ESA - der Abteilung für bemannte Raumfahrt, wenn mann es genau nimmt - für eine bemannte Mondmission. Welche Ziele soll man sich stecken, was gibt es dabei alles zu beachten, kommen wir tasächlich, um zu bleiben?! Eine Checkliste für's leichte Marschgepäck in "Hinterm Mond gleich links". Wen das nicht interessiert: Kepler (die Sonde) ist wie bei Cassini & Co auch bei Ludmilla ein Thema.

Stefan Taube erklärt in Lichtecho schön den Unterschied zwischen einem Verdammt großen und einem ganz schön großen Teleskop und versetzt den geneigten Leser in die erwartungsfrohe Gemütslage eines Neuwagenbesitzers nach Erhalt der Abwrackprämie. Dabei kommt nicht zu kurz, dass ein erster Teil der späteren Spiegelelemente Ende vergangenen Jahres ersten Versuchen unterzogen wurde. Zuletzt beschäftigt auch er sich mit den seltenen Vierfach-Mondereignissen auf und um Saturn.

Daniel Fischer berichtet in seinen News zum IYA über die gemachten Erfahrungen mit einer Bonner Kneipe, den dazugehörigen Stehtischen und einem Kurzvortrag nebst Publikum. Ein Konzept, was Schule macht?

Während seiner Promotion mit Interferenzen beschäftigt sich Leonard Burtscher mit einem "pretty ESA-Picture" vom 700 Lichtjahre entfernten Helix-Nebel und entdeckt in ihm Galaxien noch und nöcher. Eine Entdeckungsreise, auf die ihm eine Vielzahl Leser gerne folgen, wie die täglich weiter nach oben schnellenden Zugriffzahlen beweisen.

In Cosmic Diary kann ich derzeit aus eigenen Anschauung sehr gut nachvollziehen, was Stefan Uttanthaler beschreibt. Er lässt sich trotzdem nicht unterkriegen und erwischt den derzeitigen Abendstern Venus mit seiner Russentonne und berichtet von sicherlich aufgeregten Kindern einer Volksschule bei der Teleskopübergabe.

Schließlich hatte Stephan Fichtner in seinen Streifzügen immer den Finger am Puls der grade terminierten und verschobenen Starts und lieferte gleich die passenden Hintergründe.

Zum Zeitpunkt, an dem ich eine kurze Aktuallisierung dieses Beitrags vorgesehen hatte, war der Server leider down. Trotzdem viel Spaß beim Lesen!



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Astrodicticum Simplex: Blog-Teleskop

Kommentare

  1. Henning Links
    21.03.2009 | 11:25

    Wäre es nicht sinnvoller, die Blogs auch zu verlinken?

  2. Lars-C. Depka Links
    21.03.2009 | 12:22

    Berechtigte Frage, Henning. War so eigentlich auch geplant.

  3. Stefan Thurn Meisterleistung
    21.03.2009 | 12:47

    Rentiert? Grausam, die geschwurbelte Schreibe. Hinterhofaffekt der Muttersöhnchen inklusive.

  4. 06.04.2009 | 22:22

    Hallo Lars,
    vielen Dank für die Erwähnung im Blog-Teleskop! Ich hätte vielleicht in meinem Blogeintrag zum Foto von Venus schreiben sollen, dass ich Venus absichtlich und ausdrücklich bei niedrigem Horizontstand fotografieren wollte, um die Auffächerung in die Farben des Regenbogens zu dokumentieren. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden!
    LG, Stefan

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