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Auftakt zur Saison '12

16. Januar 2012, 20:56

Gestern war nach langen Monaten endlich mal wieder deep-sky-taugliches Wetter, dass ich noch dazu voll ausnutzen konnte.
Entstanden ist dabei diese Aufnahme des Orionnebels:


Orionnebel 15.01.2012 M42 


Ich habe diese Aufnahme einmal bewusst etwas knalliger (soweit möglich) in punkto Farbgebung gestaltet, um die diversen "Nebelschichten" besser voneinander trennen zu können.

Der Orionnebel ist mit seiner Entfernung von "nur" ca. 1300 Lichtjahren und seiner Ausdehnung von ca. 35 Lichtjahren ein sehr imposantes und helles Gebilde am winterlichen Nachthimmel und lässt sich somit auch gut mit bloßem Auge oder einem Feldstecher beobachten. Wer das Glück hat, in einer sehr dunklen Ecke Deutschlands zu wohnen (fernab großer Städte), der kann diesen Emmissionsnebel bei sehr klarem Wetter visuell sogar leicht farbig sehen. Mir erschien er bei einer Klassenfahrt in ein besagtes Gebiet vor Jahren leicht gelblich.


Aufzufinden ist er bei einer Sternformation unterhalb der drei markanten Gürtelsterne des Sternbildes Orion, welches in den Wintermonaten bereits recht früh aufgeht und in südlicher Himmelsrichtung zu beobachten ist. Dort befindet sich der Orionnebel beim mittleren der drei Sterne, deren Formation Richtung Horizont zeigt. Man spricht hierbei auch landläufig vom Schwert des Orion. Der Nebel verrät sich durch den leicht milchigen Schein, der das Objekt von Sternen mit klarer Abgrenzung unterscheidet.


Im Teleskop ist dieser milchige Schein dann eindeutig als Nebel auszumachen, doch Farben sind leider nicht zu sehen. Diese entstehen bei den Langzeitbelichtungen mit Kameras. Das Licht kann gesammelt werden und die Farbinformationen werden besser registriert, als bei einem menschlichen Auge.


Nun stellt man sich natürlich die Frage, wieso man diesen Nebel teilweise mit bloßem Auge farbig sehen kann, aber er im Teleskop wieder eher farblos erscheint, obwohl das Teleskop wesentlich mehr Licht sammelt... Ich erkläre mir das damit, dass das Teleskop das Bild des Nebels optimal auf die Netzhaut verteilt, sodass die Lichtintensität auf die einzelnen Sinneszellen geringer wird - so gering, dass die Zapfen (Farbrezeptoren) nichts mehr registrieren, weil der Schwellenwert nicht erreicht wird. Nur die lichtempfindlichen Stäbchen reagieren.


Beim Betrachten des Nebels mit bloßem Auge erscheint er geradezu winzig. Hierbei ist die Winkelausdehnung des Nebels schon fast an der Grenze des Auflösungsvermögens des menschlichen Auges. Somit scheint das Licht von einem Punkt zu kommen. Das Licht trifft also auf eine viel kleinere Fläche der Netzhaut, was dazu führt, dass die Intensität höher ist, so hoch, dass der ein oder andere Farbrezeptor eine Farbe wahrnimmt. Erst Teleskope mit sehr großer Öffnung (schätzungsweise ab 10"-Öffnung) können wieder genug Licht sammeln, um die Intensität für das Farbensehen zu erreichen.

Des weiteren versuchte ich mich gestern auch an Jupiter, doch da will die Schärfe des Bildes noch nicht richtig mitspielen. Es wartet also noch Arbeit auf mich ;-)



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Blog-Teleskop #82

21. August 2011, 00:13

Ich freue mich sehr, das Blog-Teleskop heute auf meinem Blog „Pictures oft he sky“ zu Gast haben zu dürfen.  Der Artikel Nr. 82 ist mein erster Beitrag im Blog-Teleskop und ich werde versuchen, die interessantesten  Artikel der der letzten zwei Wochen zusammenzutragen.

Blog-Teleskop

Fangen wir mal mit Relativ kritisch an:

Hier gibt’s einen sehr interessanten Artikel mit dem Namen  >>“Spektr-R“ – Blick auf‘s schwarze Loch<< über den russischen Satelliten  „Spektr-R“, der in der Lage sein wird , durch Interferrometrie  mit erdgebundenen Teleskopen sehr entfernte Objekte, ja sogar schwarze Löcher direkt abbilden zu können.

Der Artikel >>Ars Electronica und Cern  „origin|wie alles beginnt“<< beschreibt den Versuch mit einer Ausstellung einen Dialog zwischen Physik und Kunst aufzubauen.

 

Weiter geht’s mit den kosmologs:

Susanne M. Hofmann berichtet in ihrem Blog  UHURA URANIAE über >>Hamburg im Sommer<<. Das deutsch-russische  Space Camp 2011 war zu Gast in Bergedorf  und durfte vieles zum Thema Astronomie erleben.

Jan Hattenbach lässt in seinem Blog  Himmelslichter  mit dem Artikel >>Die Perseiden 2011 – eine kurze Nachlese<< das vergangene Perseidenmaximum vom 13. August Revue passieren.

 

>>Schwarzer Donnerstag<< heißt der Artikel von Eugen Reichl aus seinem Blog „Astra‘s Spacelogs“ , in dem er sich mir zwei an einem Tag aufeinanderfolgenden Fehlstarts einer „Proton M“ und einer „Langer Marsch 2C“ auseinandersetzt.

 

In Astroholls Blog findet sich ein interessanter Artikel über >>Die Sonne im Juli 2011<<, in dem Manfred Holl die Aktivität der Sonne im besagten Zeitraum zusammengefasst hat.

 

 

Der Blog des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) hat besonders viele interessante Artikel. Besonders lesenswert finde ich die sechsteilige  Reihe „Passepartout“, bei der das Starten von Höhenballons näher erläutert wird. Im Aktuellen Artikel >>Passepartout – Tracking (Teil 3)<< geht es um das Wiederfinden eines Ballons, der seine Aufgabe erfüllt hat.

 

Ein weiterer Blog mit sehr vielen beeindruckenden Artikeln ist „Skyweek Zwei Punkt Null“.

Die Artikel  >>Opportunity hat den Krater Endeavour erreicht! << und >>Jetzt wirklich da! Oppurtunity am „Spirit Point“! << zeigen wirklich anmutige Impressionen des Endeavour-Kraters.

Ich als Astrofotograf bin natürlich von den Bildern begeistert, die der Artikel  >>Fünf bunte Bilder aus dem Deep Sky << liefert. Es handelt sich dabei um Aufnahmen von Hubble, Spitzer, Chandra und Co., die man so noch nicht gesehen hat!

Eine anderes Bild, was man so schnell nicht wieder aufnehmen kann, hat die Besatzung der ISS am 13. August fotografiert: >>Ein heller Perseid - von der ISS aus gesehen<<

Auch die wunderbaren Aufnahmen von Vesta durch die Sonde „Dawn“ aus dem Artikel >>NASA sprachlos – aber eine neue Vesta pro Tag << ziehen in ihren Bann.

 

Auch Florian Freistetter war mit seinem blog „Astrodicticum Simplex “ nicht untätig:

Er berichtet zum Beispiel über die Frage >>Hat Pluto Ringe? <<, über >>Die bisher größte Sonneneruption des aktuellen Zyklus<<, über >>Bilder vom Komet Enelin<< und vielem mehr. Besonders interessant finde ich die Artikel >>Der dunkelste Planet und seine Phasen<<, >>Meteorströme: Romantische Sternschnuppen oder Vorboten des Weltuntergangs<< und >>! – zwei Galaxien stehen kurz vor der Kollision <<

Am besten, man schaut sich den Blog mal selbst an, ich denke, es lohnt sich!

 

Zu guter Letzt möchte ich noch einen weniger astronomischen Blog vorstellen:

Das Bärtierchen Journal

Laut „Raumfahrer. net“ überleben die Tardigrada sogar das Vakuum und die Strahlung des Weltalls, was diese Wesen umso interessanter macht. Es macht auch wirklich Spaß, diese Tierchen unter dem Mikroskop zu beobachten. Eindrücke davon finden sich im vorgestellten Blog.

 

Mit diesem kurzen Ausflug in die Biologie  beende ich meine Ausgabe des Blog-Teleskops und hoffe, dass es gefallen hat!



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Garradd meets Globuar Cluster

04. August 2011, 19:44

Am 2. August näherte sich der Komet C/2009 P1 Garradd, zumindest von der Erde aus gesehen, dem Kugelsternhaufen M15.

Der Komet wurde am 15. August 2009 von Gordon John Garradd entdeckt und hat zur Zeit eine Entfernung von ca. 1,5 AE (etwa 224,4 Mio. km) von der Erde. Zur Zeit hat er eine scheinbare Helligkeit von ca. 7,8 Magnituden, was es leider unmöglich macht, ihn mit bloßem Auge zu sehen. In Zukunft wird er zwar noch heller, aber die Grenze wird wohl Anfang 2012 bei 6 Magnituden liegen, sodass es bei besten Bedingungen (dunkler Himmel fernab von Städten und dunstfreie Sicht) gerade noch so möglich sein könnte, ihn visuell zu erspähen.

Ein interessanter Link mit Aufsuchkarten und Helligkeitsdiagramm: Link

Im Teleskop zeigt er sich recht deutlich als nebliger Fleck mit einer zentralen Aufhellung. Durch seine aktuelle Nähe zu dem bekannten Kugelsternhaufen lässt er sich recht einfach auffinden. Nach Ende der Dämmerung steht das Gespann noch ziemlich niedrig in östlicher Richtung. Dies wiederum hat zur Folge, dass der Himmelshintergrund durch benachbarte Städte aufgehellt ist und es enorme Luftunruhen durch aufgeheizte Hausdächer gibt.   

Diese nachteiligen Faktoren haben die Bildqualität der folgenden Bilder zwar etwas herabgesetzt, doch ich habe versucht, durch Bildbearbeitung das Beste herauszuholen:

 C/2009 P1 Garradd bei M15 (1.8.2011)

Auf dieser Aufnahme vom 1.8. ist der Komet am linken Bildrand zu erkennen. Rechts ist M15.

Der Kugelstenhaufen M15 wurde übrigens am 7.September 1746 von Jean-Dominique Maraldi entdeckt und am 3. Juni 1764 von Charles Messier in seinen berühmten "Messier-Katalog" aufgenommen.

Dieser Sternhaufen ist ca. 390.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat einen Durchmesser von ca. 200 Lichtjahren. Man geht davon aus, dass der Sternhaufen einen sogenannten Kernkollaps durchlebt hat, weil sich die Sterne des Zentralgebietes voneinander entfernen. Diese Expansion ist die Folge der extremen Sterndichte aufgrund der gegenseitigen Beeinflussung der Sterne, die sich zu nahe kommen. 

Außerdem vermuten einige Wissenschaftler ein Schwarzes Loch im Inneren des Sternhaufens, obwohl man dies nicht belegen kann. Wiederlegen kann man diese Theorie aber auch nicht...

 

Wieder zurück zum aktuell beobachtbaren Ereignis:

  C/2009 P1 Garradd bei M15 (2.8.2011)

Diese Aufnahme zeigt den Kometen in etwa am Punkt seiner größten Annäherung an M15.

Seine Position ist im Bild vermerkt.

 

Besonders interessant finde ich immer die Dynamik der Kometen, die sich teilweise innerhalb einer Beobachtungsnacht durch das gesamte Gesichtsfeld des Okkulars bewegen können. Garradd ist zwar einer der etwas langsameren Sorte, aber er hat immerhin eine gewaltigen Distanz von Montag auf Dienstag zurückgelegt:

  C/2009 P1 Garradd bei M15 Mosaik

Auf diesem Mosaik ist die Bewegung  doch recht deutlich zu sehen...

 

Eine ähnliche Begegnung wird der Komet am 26. und 27. August mit dem Sternhaufen M71 haben. Dabei wird die Position ein wenig höher und der Komet noch etwas heller sein, was für die Beobachtung nur förderlich ist!

 

Die Bilder wurden wie immer mit einem 200/1000 Newtonteleskop und einer Canon 350d aufgenommen. Bearbeitet wurde mit DSS, fitswork und Photoshop.

 

 



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Supernova in der Whirlpoolgalaxie!

04. Juni 2011, 17:20

Gestern mittag erreichte mich eine e-mail, dass es mal wieder eine Supernova in der Whirlpoolgalaxie M51 gegeben hatte. Zuerst war man sich nicht sicher, ob der "neue Stern" wirklich das Ableben eines alten Sterns in M51 darstellt, oder ob es etwas anderes sei.

Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um eine Supernova, vermutlich vom Typ II, handelt. Dabei erleben alte Sterne mit mindestens 8 Sonnenmassen einen Gravitationskollaps. Die Kernreaktion von Wasserstoff zu Helium ist so schwach geworden, dass das Gleichgewicht zwischen Kernreaktion und Gravitation, welches den Stern während seines Lebens immer begleitete, auf eine Seite verschoben wird. Es kommt zu einer starken Druck- und Temperaturerhöhung, die es Elektronen ermöglicht, in Atomkerne vorzudringen und dort Protonen mit Neutrinoabspaltung in Neutronen umzuwandeln. Die Folge ist eine enorme Energiefreisetzung, welche die gravitative Bindung übersteigt. Die Materie breitet sich nun fast ungehindert mit etwa 5000 Kilometer pro Sekunde aus.

Das soll als kurze Zusammenfassung des Geschehens erstmal reichen.

 

Die freiwerdende Energie kann man dann z.B. auf der Erde als Licht sehen, so wie es in den aktuellen Tagen bei dem Ereignis in M51 geschieht.

Hier ist das Nachweisfoto des französischen Entdeckers zu begutachten: Link

 

Als mich die Nachricht ereilte wollte ich natürlich auch mal das Teleskop auf dieses Ereignis richten, doch das Wetter sah zunächst nicht so rosig aus... Zum Glück jedoch zog gerade zum richtigen Zeitpunkt eine Wolken- und Dunstlücke über mein Beobachtungsgebiet. Des Weiteren begünstigte die hohe Stellung der Whirlpoolgalaxie nahe des Zenits die Beobachtung auch weiterhin, da die Strecke des Lichts durch die Atmosphäre hier geringer ist, als bei einem horizontnahem Objekt.

Dennoch waren die Bedingungen alles andere als optimal: es war windig, recht hell und trotz Dunstlücke immernoch recht diesig...

 

Diese Aufnahme entstand dabei:

M51 + Supernova 3.6.2011

Die Supernova ist mit zwei weißen Balken markiert. Der Ausschnitt oben links zeigt den Bereich um die Supernova vergrößert. Das Objekt L 899 ist ein Sternhaufen in der Whirlpoolgalaxie.

Man sollte beachten, dass M51 ca. 26,8 Millionen Lichtjahre entfernt ist, sodass das Licht also 26,8 Milloinen Jahre unterwegs war und wir somit 26,8 Millionen Jahre in die Vergangenheit schauen! 

 

Hier eine Referenzaufnahme vom 7.3.2011, auf der die Supernova noch nicht zu sehen war:

Referenzbild von M51 Whirlpoolgalaxie

 

Und hier nun der direkte Vergleich:M51 Supernova+Referenzbild im Vergleich

Auf diesem Bild sind noch weitere Galaxien (NGC 5198 und IC 4263) und ein Stern (66004 (Hippacros Katalog)) vermerkt.

Beim Anklicken der Bilder zeigt sich die Vollversion.

 

 Ein weiteres Bild möchte ich niemandem vorenthalten:

M51+Flugzeug 3.6.2011

Dieses Foto ist ein Rohbild, auf dem ein Flugzeug die Galaxie kreuzt.

Jeder der so etwas am Okkular schon einmal unverhofft miterlebt hat, weiß wie sehr man sich dabei erschrecken kann...

Aber als Foto ist es wohl ein ziemlicher Glückstreffer ;-)

 

PS:

Alle Bilder entstanden wieder mit einer unmodifizierten Canon Eos 350 D an einem 200/1000 Newton. 

Bearbeitet wurde mit Deep Sky Stacker, fitswork und Photoshop.

 

 

 



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Sonnenflecken am 20.4.2011

22. April 2011, 11:13

In den vergangenen Tagen bot sich das Wetter an und ich richtete das Teleskop einmal auf die Sonne. Nach einem außergewöhnlich langen Minimum steigt nun die Aktivität der Sonne endlich wieder, was sich deutlich an der Zahl der zu beobachtenden Sonnenflecken und deren Größe zeigt.

Mit "Aktivität der Sonne" sind Abweichungen der Strahlenemission der Sonne gemeint, die durch Störungen des Magnetfeldes hervorgerufen werden. Diese Magnetfeldstörungen sind im sichtbaren Licht durch Sonnenflecken gekennzeichnet. 

Sonnenflecken sind Bereiche der Sonne, die wesentlich kühler sind, als die sie umgebende Sonnenoberfläche. Die Sonnenoberfläche (Photosphäre) hat eine mittlere Temperatur von ca. 5500° C, während ein Sonnenfleck eine Tepmeratur von "nur" ca. 4000° C hat. Sie entstehen, wenn ein Magnetfeldlinienbündel aus der Sonne herausgebogen wird. Durch diese Änderung des Magnetfeldes wird der normale Temperaturausgleich zwischen Sonneninneren und Sonnenoberfläche (Konvektion) behindert. Der Bereich an dem die Magnetfeldlinien fußen wird also nicht mehr weiter erhitzt und kühlt so rasch aus. Er wird also dunkler und somit klar von der Umgebung der Sonne differenzierbar.

Zuerst entstehen so nur kleine Granulen, die sich innerhalb kurzer Zeit zu recht ansehnlichen Sonnenflecken entwickeln können, wenn es die Sonnenaktivität zulässt. Würde die Sonne nur gering aktiv sein, so würde sich das Magnetfeldlinienbündel wieder in die Sonne zurückziehen und eine weitere Abkühlung der Granule verhindern. Sie würde innerhalb weniger Tage wieder verschwinden.

Dies ist aber zu aktueller Stunde nicht der Fall, da wir mindestens vier recht stattliche Sonnenfleckengruppen auf der Sonne beobachten können. Hier hat sich die Magnetfeldschlaufe noch längst nicht wieder in die Sonne zurückbegeben.

Wächst die Granule weiter, entsteht ein typischer Sonnenfleck, der aus zwei Polen besteht. Zunächst ist ein Sonnenfleck ein Bereich aus zwei dunklen Zonen, die die Pole darstellen: Einer dieser Flecken ist so gepolt, wie der austretende Teil und der andere so, wie der eintretende Teil des Magnetfeldlinienbündels.

Bei weiterer Abkühlung des Flecks verbinden sich die beiden dunklen Bereiche zu einem einzigen, dunklen Sonnenfleck.

 

Bei diesen Bildern von SOHO lässt sich deutlich der Zusammenhang zwischen Magnetfeldstörung und Sonnenfleck vergleichen:

Magnetogramm

Sonnenflecken

(Quelle: http://sohowww.nascom.nasa.gov)

 

Ein richtiger Sonnenfleck besteht aber nicht nur aus einem dunklen Teil (Umbra), sondern er ist ab einer bestimmten Größe immer noch mit einer etwas helleren Umrandung (Penumbra) versehen.

Ein solcher Sonnenfleck kann mehrere Wochen, manchmal sogar Monate überleben. Verschwindet das Magnetfeldlinienbündel wieder unter der Sonnenoberfläche, so wird der Fleck wieder durch die normalisierte Konvektion aufgeheizt und "verschwindet."

 

Hier nun ein paar Bilder im Weißlicht:

    Sonnenflecken 1191/1193

Deutlich ist hier die Umbra (dunkel) und die Penumbra (heller Randbereich) zu erkennen.

Beim Anklicken des Bildes fällt vor allem bei den kleinen Fleckchen (z.B. der im linken oberen Bildrand) die Zweiteilung der Flecken auf, die durch das junge Alter und die Polung der Flecken verursacht wird.

Man beachte, dass der kleine Fleck links oben etwa Erdgröße hat!!! 

 Sonnenflecken 1195/1196

Hier ist neben einer Fleckengruppe noch ein sogenanntes Fackelgebiet zu erkennen. Ein Fackelgebiet ist ein Bereich, an dem die Photosphäre der Sonne durch Magnetfeldstörungen aufgeheitzt wurde. Hier ist es als helle, netzartige Struktur zu erkennen.

 

Zur Aufnahmetechnik:

Achtung : Niemals ungeschützt in die Sonne schauen und schon gar nicht mit dem Telsekop oder Fernglas!!!  Schwerwiegende Augenschäden sind die Folge!!!

Aufgenommen wurden die Bilder mit einem 200/1000 Newtonteleskop, bei dem der Sucher abmontiert wurde, mit vorgeklemmter Sonnenfilterfolie.

Die Sonnenfilterfolie lässt nur einen kleinen teil des Sonnenlichts durch, sodass sich die Aufnahmen im Weißlicht bewegen. 

Als Kamera verwendete ich eine modifizierte i-Tec i-cam Tracer Webcam.

Es wurden insgesamt 400 Bilder aufgenommen und mit Giotto wurden die besten 20% davon zu einem Bild aufaddiert. 

 

Hier noch ein Bild während der Erstellung der Bilder:

 Ausrüstung zur Sonnenbeobachtung

Der orange Kasten ist die 12V Stromversorgung, die Handbox darüber ist die Steuerung für die Nachführung.

Man sieht auch deutlich, dass die Sonnenfilterfolie vor das Newtonteleskop gehört und nicht irgendwie ans Okular oder in den Strahlengang. Nur so ist ein guter Schutz der Optik und vor allem des menschlichen Auges gewährleistet.

Und nicht wundern: unter dem Rentierfell ist bloß der Laptop. Da ich keine passende Lichtabschirmung gegen die Spiegelungen des Displays hatte, musste halt das Fell herhalten... 

Kevin Gräff



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STS-133 flight day 4

28. Februar 2011, 21:03

Hier ein paar frische Bilder der Mission STS-133.

Entstanden sind sie heute bei dem sehr hohen Überflug um 18:52 - 19:02 Uhr MEZ.

Aufgenommen mit einer Canon Eos 350d an einem 200/1000 Newtonteleskop.

Die Belichtungszeit beträgt  1/800 Sekunde bei ISO 1600.

 

ISS und Discovery

Hier fallen zunächst einmal die sehr hell strahlenden Radiatoren auf, die zur Kühlung der Module dienen und eben nicht das Space Shuttle, welches sich am unteren Ende der Station befindet. Gedockt wurde das Shuttle mit der ISS am 26. Februar um 2:14 p.m. EST, als die beiden gerade über Westaustralien flogen.

Während diese Bilder entstanden fand übrigens das erste EVA (Raumspaziergang) statt. Leider kann man hier keine Astronauten sehen...wär ja auch'n Ding^^

 

ISS und Discovery vergrößert 

Diese bearbeitete Vergrößerung des oben gezeigten Bildes lässt einen genaueren Blick auf das Shuttle Discovery zu. Es ist das leicht dreieckige Gebilde am unteren Ende der Station.

Das Shuttle hat die Ladebucht (Payload bay) geöffnet und "hängt" sozusagen mit dem Rücken an der Raumstation. Wir schauen bei diesem Bild auf die weiße Seite der Discovery, auf der auch die Heckfinne angebracht ist.

Die Nase des Shuttles zeigt in die Bildebene hinein (sie schaut also weg von der Erde)  und die Haupttriebwerke (Shuttle Main Engines) zeigen aus der Bildebene hinaus.

Wenn man das Bild anklickt, kann man sie sogar erahnen. Es sind die drei kreisförmigen Strukturen am unteren Ende des "Dreiecks". 

 

ISS und Discovery + ATV2

Dieses Bild zeigt die ISS so ziemlich am höchsten Punkt ihres Überfluges, wo sie uns mit "gerade einmal" 398 km Entfernung am nächsten kommt.

Die wichtigsten (und auch gut erkennbaren) Komponenten des Bildes sind beschriftet, um mal eine grobe Übersicht zu bekommen.

Das mit "Kibo" bezeichnete Element ist das japanische Forschungsmodul, welches hier besonders günstig von der Sonne beleuchtet wurde. Von uns aus rechts daneben befindet sich das Shuttle. Durch die scheinbare Winkeländerung der ISS beim Überflug schauen wir nun genau auf das Heck der Discovery, sodass wir das Shuttle leider kaum noch erkennen können.

Zu guter Letzt sollte man noch unseren europäischen Raumfrachter ATV2 Johannes Kepler erwähnen, welcher hier oben im Bild an das "Swesda" Modul gekoppelt ist. man erkennt gut den Schattenbereich zwischen dem ATV und dem Modul.

Ich werde bei gutem Wetter weiterhin am Ball bleiben und versuchen, noch weiter von STS-133 zu berichten.

Kevin Gräff



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Bilder der Internationalen Raumstation ISS

11. Februar 2011, 20:07

Es fragen mich oft viele Leute, ob es denn auch möglich sei, Satelliten mit dem Teleskop zu sehen.

Meine Antwort darauf ist immer: "Wozu braucht man denn dafür ein Teleskop? Viele Satelliten kann man sehr leicht mit dem bloßen Auge beobachten!"

Viele Menschen reagieren darauf sehr ungläubig, bis sie selbst einmal bewusst den Überflug eines großen Satelliten beobachten.

Ein Beispiel hierfür ist die Internationale Raumstation, welche, wenn sie am Himmel vorüberzieht fast unübersehbar ist. Sie kann bei günstigen Überflügen mit großen Höhenwinkeln (Altitude) fast bis zu -4 mag hell werden. Das ist in etwa so hell, wie das Startlicht eines Verkehrsflugzeuges, das sich in ca. 20 - 30 km genau auf einen Beobachter zubewegt. 

Daher verwechseln viele Leute oft einen Satelliten mit einem Flugzeug.

Um eine Verwechslung auszuschließen gibt es ein paar klare Regeln:

- Ein Flugzeug blinkt mit seinen Positionslichtern, während ein Satellit zumeist die Helligkeit konstant hält (bis auf Iridiumsatelliten, die sehr starke Helligkeitsausbrüche haben können und sehr schnell rotierende Satelliten).

- Ein Flugzeug leuchtet nur in seine Flugrichtung; Bewegt es sich vom Beobachter weg, wird es dunkler. Ein Satellit "leuchtet" in alle Richtungen.

- Ein Flugzeug produziert Lärm, ein Satellit hingegen ist leise.

- Ein Flugzeug kann Kurven fliegen und die Richtung  somit verändern, ein Satellit kann das aufgrund seiner Gebundenheit an den Orbit nicht. Somit bewegt er sich immer mit einem gleichmäßig erscheinenden Bogen über den Himmel. Ist der Satellit horizontnah, bewegt er  sich scheinbar langsamer, als wenn er sich in großer Winkelhöhe über den Beobachter hinwegbewegt.

Und nun genug von der grauen Theorie, jetzt kommen Bilder!

Strichspuraufnahme der Internationalen Raumstation ISS

Diese Strichspuraufnahme verdeutlicht die Helligkeit der Internationalen Raumstation ISS im Vergleich zu den Sternen.

Der Strich, den die ISS scheinbar auf diesem Bild zeichnet, entsteht durch ihre Bewegung über den Himmel, während die Kamera starr auf die Sterne gerichtet ist und mehrere Sekunden lang belichtet.

 

Diese Fotocollage zeigt die Winkelveränderungen, die Annäherung und die anschließende Entfernung der ISS relativ zum Beobachter. Die blauen Pfeile zeigen den zeitlichen Verlauf der Bilderfolge an, die hier wie ein umgekehrtes "S" angeordnet ist.

 

ISS und Atlantis kurz vorm Docking (STS-122)

Hier ist die ISS (oben) und das Space Shuttle Atlantis (unten) während der Mission STS-122 kurz vor dem Andocken zu sehen.

Das Shuttle wendet uns die Haupttriebwerke und die Heckfinne zu (schwarzer Schatten im unteren Bereich des Shuttles)


ISS und Atlantis kurz nach dem Docking (STS-122)

Dieses Bild entstand ca. 90 Minuten später am selben Tag. Die ISS und das Shuttle hatten inzwischen die Erde einmal umrundet und das Docking-Manöver so gut wie abgeschlossen. Das Space Shuttle befindet sich nun fest verbunden mit dem Modul "Harmony" im linken Bereich der ISS. Der helle Bereich, der mit schwarzen Schattierungen unterbrochen wird ist die habitale Zone der ISS, sprich die Wohn- und Arbeitsmodule.

Die Orientierung des Shuttles lässt uns auf die schwarzen Hitzeschutzkacheln schauen.

 

Internationale Raumstation ISS und das Automated Transfer Vehicle ATV Jules Verne

Hier ist ein Größenvergleich zwischen der ISS und dem Automated Transfer Vehicle Jules Verne zu begutachten.

Das Automated Transfer Vehicle (ATV) ist ein europäischer Frachttransporter, der 7,6 Tonnen Ladung transportieren und völlig automatisch an die ISS andocken kann.

Mit "Jules Verne" (Start am 9. März 2008 an Bord einer Ariane 5 Trägerrakete) wurde zum ersten Mal ein ATV getestet; und seine Funktion war tadellos!

Es war sehr lange  und sehr gut beobachtbar, als es nur wenige Sekunden entfernt hinter der ISS hinterherflog.

Am 3. April 2008 wurde das ATV dann wieder in die Erdatmosphäre zurückgeholt und verglühte planmäßig.

Das nächste ATV namens "Johannes Kepler" wird voraussichtlich nächste Woche Dienstag (15. Februar 2011) starten.

Dazu findet eine sehr interessante Veranstaltung in der Centralstation in Darmstadt statt.

Mehr Informationen dazu hier.

 

Internationale Raumstation ISS

Internationale Raumstation ISS

Diese beiden Bilder verdeutlichen auch wieder die unterschiedlichen Ansichtswinkel während eines Überfluges.

Die große und die vier kleinen Strukturen, die im unteren Bild so silberfarben-weiß erscheinen sind  Radiatoren. Diese Radiatoren dienen wie die Lamellen eines Kühlschranks zum Wärmeaustausch, um die Station also zu kühlen.

 

Internationale Raumstation ISS am 5.1.2011

Zu guter Letzt noch ein aktuelleres Bild der ISS, auf dem man ausnamsweise einmal alle acht  Solarelemente erkennen kann. Es ist meistens der Fall, dass ein oder zwei Solarpanele nicht so eingestellt sind, dass sie das Licht nicht auf den Beobachtungspunkt des Betrachters reflektieren. Somit sind sie nicht zu sehen. Teilweise schaut man aber auch einfach nur auf die dünne Kante der Solarsegel.

Alle Bilder sind an einem 200/1000 mm Newtonteleskop durch eine Canon EOS 350d entstanden.

Ich werde wohl demnächst mal ein Tutorial dafür schreiben...

Eine gute Internetseite, auf der man sich Beobachtungsmöglichkeiten diverser Satelliten ausrechnen lassen kann, ist übrigens Heaven-Above.

Kevin Gräff



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Erster Artikel -- Eindrücke eines klaren Wochenendes

01. Februar 2011, 18:51

Hallo,

dies ist, wie die Überschrift schon sagt, mein erster KosmoLogs Artikel.

Ich freue mich sehr, hier mitmachen zu dürfen!

Aber nun zum eigentlichen Thema: Dem klaren Wetter am Wochenende, auf das so viele Hobbyastronomen gewartet haben. Diese Chance nach langem Warten musste genutzt werden!

Hier die Ergebnisse vom  Freitag (28.1.2011):

Zuerst nahm ich den Orionnebel (M42) ins Visier, den wohl bekanntesten Emissionsnebel am nördlichen Winterhimmel.

Dokumentiert wurde er erstmals 1611 von dem französischen Gelehrten Nicolas-Claude Fabri de Peiresc.

Entdeckt wurde das Objekt allerdings schon weitaus früher von arabischen Astronomen.

Mit einer scheinbaren Helligkeit von 3,7 Magnituden ist er recht einfach mit dem bloßen Auge im "Schwert des Orion" auszumachen (daher auch der arabische Name "Na’ir al Saif", was auf deutsch so viel bedeutet, wie "Der helle im Schwert des Orion").

Mit bloßem Auge zeigt sich M42 als nebliger Fleck, der bei sehr klarem Wetter einen rötlichen Farbton annehmen kann.

Im Teleskop hingegen konnte ich keine Farben beobachten. Hier erscheint der Orionnebel als helles, flächiges und nebliges Objekt mit einer leicht quadratischen Form und einer tiefen Einkerbung.

Als Fotografie hingegen zeigen sich uns viel mehr Details und vor allem die Farben:

Orionnebel

Links neben der hellen "Huygensregion" im Zentrum des Bildes liegt die "Große Bucht" (Sinus magnus), welche ich oben noch als "tiefe Einkerbung" beschrieben habe.

Zum nächsten Objekt: M1 Krabbennebel

Diesen Supernovaüberrest mit 10 Lichtjahren Durchmesser aufzufinden ist schon etwas schwieriger. Mit bloßem Auge hat man hier keine Chance, denn seine scheinbare Helligkeit beträgt "nur" 8,4 mag.

In klaren Nächten kann man Objekte nur bis zu einer Helligkeit von ca. 6 mag erkennen (bitte beachten: je kleiner die Magnitudenzahl, desto heller das Objekt!)

Im Teleskop (200 mm Öffnung) zeigt sich dieses Objekt viel schwächer und auch kleiner, als der Orionnebel. Strukturen waren leider keine auszumachen.

Entdeckt wurde dieses Objekt übrigens 1731 von  John Bevis.

Im Inneren des Supanovarests befindet sich ein Neutronenstern. Geladene Teilchen werden in seinem starken Magnetfeld nahe der Pole so beschleunigt, dass der Neutronenstern Strahlung entlang der Magnetfeldachse aussendet.  Trifft diese Strahlung die Erde in periodischen Abständen, so spricht man von einem Pulsar. Der Neutronenstern in M1 ist also ein Pulsar, der übrigens nur ca. 10 km Durchmesser besitzt. Dieser ist das erste Objekt seiner Art, zu dem ein optisches Gegenstück gefunden wurde!

 Nun zum Bild:

Krabbennebel

  Am Sonntag (30.1.2011) gelang mir dann noch dieser Schnappschuss der Plejaden (M45):

Plejaden

Dieser offene Sternhaufen ist mit 425 Lj Entfernung das am weinigsten weit entfernte Messier-Objekt.

Auf dem Bild erkennt man vor allem um den untersten (23Tau) und obersten Stern (20Tau) herum einige Nebelschwaden. Dabei handelt es sich um Reflexionsnebel, die durch die blauweißen Haufensterne angestrahlt werden.

Bekannt war der Stenhaufen durch seine unübersehbare Präsenz am Himmel der Nordhalbkugel übrigens schon seit dem Altertum.

Ich hoffe, dass die Bilder und die kurzen Infos gefallen.

Aufgenommen wurden sie alle mit einem 200/1000 mm Newtonteleskop und einer unmodifizierten Canon 350d.

Alles ohne Autoguiding.

Bearbeitet mit  DSS, fitswork und Photoshop.

Kevin Gräff



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