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Auftakt zur Saison '12

16. Januar 2012, 20:56

Gestern war nach langen Monaten endlich mal wieder deep-sky-taugliches Wetter, dass ich noch dazu voll ausnutzen konnte.
Entstanden ist dabei diese Aufnahme des Orionnebels:


Orionnebel 15.01.2012 M42 


Ich habe diese Aufnahme einmal bewusst etwas knalliger (soweit möglich) in punkto Farbgebung gestaltet, um die diversen "Nebelschichten" besser voneinander trennen zu können.

Der Orionnebel ist mit seiner Entfernung von "nur" ca. 1300 Lichtjahren und seiner Ausdehnung von ca. 35 Lichtjahren ein sehr imposantes und helles Gebilde am winterlichen Nachthimmel und lässt sich somit auch gut mit bloßem Auge oder einem Feldstecher beobachten. Wer das Glück hat, in einer sehr dunklen Ecke Deutschlands zu wohnen (fernab großer Städte), der kann diesen Emmissionsnebel bei sehr klarem Wetter visuell sogar leicht farbig sehen. Mir erschien er bei einer Klassenfahrt in ein besagtes Gebiet vor Jahren leicht gelblich.


Aufzufinden ist er bei einer Sternformation unterhalb der drei markanten Gürtelsterne des Sternbildes Orion, welches in den Wintermonaten bereits recht früh aufgeht und in südlicher Himmelsrichtung zu beobachten ist. Dort befindet sich der Orionnebel beim mittleren der drei Sterne, deren Formation Richtung Horizont zeigt. Man spricht hierbei auch landläufig vom Schwert des Orion. Der Nebel verrät sich durch den leicht milchigen Schein, der das Objekt von Sternen mit klarer Abgrenzung unterscheidet.


Im Teleskop ist dieser milchige Schein dann eindeutig als Nebel auszumachen, doch Farben sind leider nicht zu sehen. Diese entstehen bei den Langzeitbelichtungen mit Kameras. Das Licht kann gesammelt werden und die Farbinformationen werden besser registriert, als bei einem menschlichen Auge.


Nun stellt man sich natürlich die Frage, wieso man diesen Nebel teilweise mit bloßem Auge farbig sehen kann, aber er im Teleskop wieder eher farblos erscheint, obwohl das Teleskop wesentlich mehr Licht sammelt... Ich erkläre mir das damit, dass das Teleskop das Bild des Nebels optimal auf die Netzhaut verteilt, sodass die Lichtintensität auf die einzelnen Sinneszellen geringer wird - so gering, dass die Zapfen (Farbrezeptoren) nichts mehr registrieren, weil der Schwellenwert nicht erreicht wird. Nur die lichtempfindlichen Stäbchen reagieren.


Beim Betrachten des Nebels mit bloßem Auge erscheint er geradezu winzig. Hierbei ist die Winkelausdehnung des Nebels schon fast an der Grenze des Auflösungsvermögens des menschlichen Auges. Somit scheint das Licht von einem Punkt zu kommen. Das Licht trifft also auf eine viel kleinere Fläche der Netzhaut, was dazu führt, dass die Intensität höher ist, so hoch, dass der ein oder andere Farbrezeptor eine Farbe wahrnimmt. Erst Teleskope mit sehr großer Öffnung (schätzungsweise ab 10"-Öffnung) können wieder genug Licht sammeln, um die Intensität für das Farbensehen zu erreichen.

Des weiteren versuchte ich mich gestern auch an Jupiter, doch da will die Schärfe des Bildes noch nicht richtig mitspielen. Es wartet also noch Arbeit auf mich ;-)



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Supernova in der Whirlpoolgalaxie!

04. Juni 2011, 17:20

Gestern mittag erreichte mich eine e-mail, dass es mal wieder eine Supernova in der Whirlpoolgalaxie M51 gegeben hatte. Zuerst war man sich nicht sicher, ob der "neue Stern" wirklich das Ableben eines alten Sterns in M51 darstellt, oder ob es etwas anderes sei.

Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um eine Supernova, vermutlich vom Typ II, handelt. Dabei erleben alte Sterne mit mindestens 8 Sonnenmassen einen Gravitationskollaps. Die Kernreaktion von Wasserstoff zu Helium ist so schwach geworden, dass das Gleichgewicht zwischen Kernreaktion und Gravitation, welches den Stern während seines Lebens immer begleitete, auf eine Seite verschoben wird. Es kommt zu einer starken Druck- und Temperaturerhöhung, die es Elektronen ermöglicht, in Atomkerne vorzudringen und dort Protonen mit Neutrinoabspaltung in Neutronen umzuwandeln. Die Folge ist eine enorme Energiefreisetzung, welche die gravitative Bindung übersteigt. Die Materie breitet sich nun fast ungehindert mit etwa 5000 Kilometer pro Sekunde aus.

Das soll als kurze Zusammenfassung des Geschehens erstmal reichen.

 

Die freiwerdende Energie kann man dann z.B. auf der Erde als Licht sehen, so wie es in den aktuellen Tagen bei dem Ereignis in M51 geschieht.

Hier ist das Nachweisfoto des französischen Entdeckers zu begutachten: Link

 

Als mich die Nachricht ereilte wollte ich natürlich auch mal das Teleskop auf dieses Ereignis richten, doch das Wetter sah zunächst nicht so rosig aus... Zum Glück jedoch zog gerade zum richtigen Zeitpunkt eine Wolken- und Dunstlücke über mein Beobachtungsgebiet. Des Weiteren begünstigte die hohe Stellung der Whirlpoolgalaxie nahe des Zenits die Beobachtung auch weiterhin, da die Strecke des Lichts durch die Atmosphäre hier geringer ist, als bei einem horizontnahem Objekt.

Dennoch waren die Bedingungen alles andere als optimal: es war windig, recht hell und trotz Dunstlücke immernoch recht diesig...

 

Diese Aufnahme entstand dabei:

M51 + Supernova 3.6.2011

Die Supernova ist mit zwei weißen Balken markiert. Der Ausschnitt oben links zeigt den Bereich um die Supernova vergrößert. Das Objekt L 899 ist ein Sternhaufen in der Whirlpoolgalaxie.

Man sollte beachten, dass M51 ca. 26,8 Millionen Lichtjahre entfernt ist, sodass das Licht also 26,8 Milloinen Jahre unterwegs war und wir somit 26,8 Millionen Jahre in die Vergangenheit schauen! 

 

Hier eine Referenzaufnahme vom 7.3.2011, auf der die Supernova noch nicht zu sehen war:

Referenzbild von M51 Whirlpoolgalaxie

 

Und hier nun der direkte Vergleich:M51 Supernova+Referenzbild im Vergleich

Auf diesem Bild sind noch weitere Galaxien (NGC 5198 und IC 4263) und ein Stern (66004 (Hippacros Katalog)) vermerkt.

Beim Anklicken der Bilder zeigt sich die Vollversion.

 

 Ein weiteres Bild möchte ich niemandem vorenthalten:

M51+Flugzeug 3.6.2011

Dieses Foto ist ein Rohbild, auf dem ein Flugzeug die Galaxie kreuzt.

Jeder der so etwas am Okkular schon einmal unverhofft miterlebt hat, weiß wie sehr man sich dabei erschrecken kann...

Aber als Foto ist es wohl ein ziemlicher Glückstreffer ;-)

 

PS:

Alle Bilder entstanden wieder mit einer unmodifizierten Canon Eos 350 D an einem 200/1000 Newton. 

Bearbeitet wurde mit Deep Sky Stacker, fitswork und Photoshop.

 

 

 



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Erster Artikel -- Eindrücke eines klaren Wochenendes

01. Februar 2011, 18:51

Hallo,

dies ist, wie die Überschrift schon sagt, mein erster KosmoLogs Artikel.

Ich freue mich sehr, hier mitmachen zu dürfen!

Aber nun zum eigentlichen Thema: Dem klaren Wetter am Wochenende, auf das so viele Hobbyastronomen gewartet haben. Diese Chance nach langem Warten musste genutzt werden!

Hier die Ergebnisse vom  Freitag (28.1.2011):

Zuerst nahm ich den Orionnebel (M42) ins Visier, den wohl bekanntesten Emissionsnebel am nördlichen Winterhimmel.

Dokumentiert wurde er erstmals 1611 von dem französischen Gelehrten Nicolas-Claude Fabri de Peiresc.

Entdeckt wurde das Objekt allerdings schon weitaus früher von arabischen Astronomen.

Mit einer scheinbaren Helligkeit von 3,7 Magnituden ist er recht einfach mit dem bloßen Auge im "Schwert des Orion" auszumachen (daher auch der arabische Name "Na’ir al Saif", was auf deutsch so viel bedeutet, wie "Der helle im Schwert des Orion").

Mit bloßem Auge zeigt sich M42 als nebliger Fleck, der bei sehr klarem Wetter einen rötlichen Farbton annehmen kann.

Im Teleskop hingegen konnte ich keine Farben beobachten. Hier erscheint der Orionnebel als helles, flächiges und nebliges Objekt mit einer leicht quadratischen Form und einer tiefen Einkerbung.

Als Fotografie hingegen zeigen sich uns viel mehr Details und vor allem die Farben:

Orionnebel

Links neben der hellen "Huygensregion" im Zentrum des Bildes liegt die "Große Bucht" (Sinus magnus), welche ich oben noch als "tiefe Einkerbung" beschrieben habe.

Zum nächsten Objekt: M1 Krabbennebel

Diesen Supernovaüberrest mit 10 Lichtjahren Durchmesser aufzufinden ist schon etwas schwieriger. Mit bloßem Auge hat man hier keine Chance, denn seine scheinbare Helligkeit beträgt "nur" 8,4 mag.

In klaren Nächten kann man Objekte nur bis zu einer Helligkeit von ca. 6 mag erkennen (bitte beachten: je kleiner die Magnitudenzahl, desto heller das Objekt!)

Im Teleskop (200 mm Öffnung) zeigt sich dieses Objekt viel schwächer und auch kleiner, als der Orionnebel. Strukturen waren leider keine auszumachen.

Entdeckt wurde dieses Objekt übrigens 1731 von  John Bevis.

Im Inneren des Supanovarests befindet sich ein Neutronenstern. Geladene Teilchen werden in seinem starken Magnetfeld nahe der Pole so beschleunigt, dass der Neutronenstern Strahlung entlang der Magnetfeldachse aussendet.  Trifft diese Strahlung die Erde in periodischen Abständen, so spricht man von einem Pulsar. Der Neutronenstern in M1 ist also ein Pulsar, der übrigens nur ca. 10 km Durchmesser besitzt. Dieser ist das erste Objekt seiner Art, zu dem ein optisches Gegenstück gefunden wurde!

 Nun zum Bild:

Krabbennebel

  Am Sonntag (30.1.2011) gelang mir dann noch dieser Schnappschuss der Plejaden (M45):

Plejaden

Dieser offene Sternhaufen ist mit 425 Lj Entfernung das am weinigsten weit entfernte Messier-Objekt.

Auf dem Bild erkennt man vor allem um den untersten (23Tau) und obersten Stern (20Tau) herum einige Nebelschwaden. Dabei handelt es sich um Reflexionsnebel, die durch die blauweißen Haufensterne angestrahlt werden.

Bekannt war der Stenhaufen durch seine unübersehbare Präsenz am Himmel der Nordhalbkugel übrigens schon seit dem Altertum.

Ich hoffe, dass die Bilder und die kurzen Infos gefallen.

Aufgenommen wurden sie alle mit einem 200/1000 mm Newtonteleskop und einer unmodifizierten Canon 350d.

Alles ohne Autoguiding.

Bearbeitet mit  DSS, fitswork und Photoshop.

Kevin Gräff



Geschrieben in Allgemein , Deep Sky | 15 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


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