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"Fast-Food" für das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße

14. Dezember 2011, 19:03

Sagitarrius A*, das super-massereiche schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße, muss hungern. Anders als die schwarzen Löcher in aktiven Galaxien, die bis zu mehrere Sonnenmassen pro Jahr verschlingen, fällt in Sagitarrius A* nicht mal eine Erdmasse pro Jahr ein. Zwar gibt es rund um das schwarze Loch genügend Material: in den zentralen paar Parsec etwa gibt es einige zig-tausend Sonnenmassen an Gas und einen Sternhaufen; darunter, ganz im Zentrum, die berühmten "S-Sterne", deren Bewegungen um Sagittarius A* die präzise Bestimmung der Masse des dort vermuteten schwarzen Loches erlauben. Doch die Sterne kreisen um das schwarze Loch und das Gas nur in "kleinen Happen" hinein. Dies wird sich aber bald ändern, wie eine soeben publizierte Beobachtung zeigt, die Stefan Gillessen, Reinhard Genzel und Kollegen vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München gelang.

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Neu entdeckte Riesen-Schwarze-Löcher sind "zu groß"

06. Dezember 2011, 11:10

Eines der vorherrschenden Paradigmen in der Galaxienforschung wird mit dem Begriff "Koevolution" bezeichnet. Damit ist gemeint, dass die Masse der zentralen super-massereichen (nicht superschweren (1)) schwarzen Löcher erstaunlicherweise in einem engen Zusammenhang steht mit der Masse der gesamten Galaxie. Erstaunlich ist das deswegen, weil das Schwarze Loch sich zur Galaxie etwa so verhält wie ein Mohnsamen (1mm) zum Durchmesser der Erde (12 700 km). Die Schwarze-Loch-Masse folgt aber Eigenschaften der Galaxie wie der Geschwindigkeitsdispersion der Sterne (ein Maß für die Rotation der Galaxie) oder der visuellen Helligkeit des Bulge (dem kugelförmigen Zentralbereich von Spiralgalaxien) nach einem Potenzgesetz. So gilt für die Schwarz-Loch-Masse (ausgedrückt in Sonnenleuchtkräften) in etwa M = 10^(8.3) * sigma^5, wobei sigma die Geschwindigkeitsdispersion der Sterne als Vielfaches von 200 km/s ist. Die Verbindung zwischen diesen extrem unterschiedlichen Skalen (Mohnsamen - Erde) ist unklar und Gegenstand heftiger Debatte (2).

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Das Ende ist nah

23. Januar 2011, 17:37

Nein, es soll hier nicht um Mini-Schwarze-Löcher vom LHC gehen, auch nicht um astrologische Prognosen, und sogar nicht einmal um das Jahr 2012, sondern um das baldige Ende meiner Doktorarbeit!
Nachdem ich anfangs in diesem Blog noch die ersten 100 Tage resümierte, sind mittlerweile deutlich mehr als 1000 vergangen. In der Zwischenzeit war ich noch zwei Mal am VLTI in Chile und habe dies mal mehrmal weniger ausführlich beschrieben. Außerdem besuchte ich Konferenzen und Sommerschulen, publizierte zwei Papers und las noch viele mehr. Zwischendurch war ich außerdem ein Jahr Sprecher der Max-Planck-Doktorandenvertretung "Max Planck PhDnet", in der ich mit Kolleginnen zusammen die bislang größte Umfrage unter Max-Planck-Doktoranden durchführte.
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Ein Tag voller Interferenzen und Simulationen

16. November 2010, 21:53

Um 9:30 Uhr begrüße ich Angel und Georgi im Besprechungszimmer des MPI für Astronomie. Die beiden sind Journalistikstudenten aus Bulgarien und über das EU-Programm RELATE nach Heidelberg gekommen. Ich erkläre ihnen einige Grundlagen der Interferometrie am Very Large Telescope Interferometer, erläutere, welche Möglichkeiten die Interferometrie für die extragalaktische Astronomie bietet, und schildere ihnen, wie eine Beobachtungsnacht aussieht. Im Rahmen des Programms schreiben die beiden einen Blog.
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Die Europäische Astronomie-Woche hat begonnen

07. September 2010, 12:47

Gestern hat in Lissabon die "European Week of Astronomy and Space Science" begonnen. Dies ist die größte Astronomie-Konferenz Europas, zu der dieses Jahr 550 Teilnehmer aus aller Welt gekommen sind. Die Konferenztage sind unterteilt in Plenar-Sitzungen, die im großen Hörsaal der "Faculdade de Ciências da Universidade de Lisboa" (Fakultät der Wissenschaften der Uni Lissabon) stattfinden und Spezial-Sitzungen, in denen die Themen in der Tat sehr speziell sind.

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Schräges im Zentrum von Centaurus A

06. August 2010, 18:14

Centaurus A ist wohl eine der beeindruckendsten Galaxien in unserer unmittlebaren kosmischen Nachbarschaft. In ihr sieht man sehr deutlich eine Galaxie, die wohl vor etwa 300 Millionen Jahren mit ihr verschmolzen ist, was die These der Galaxien-Mergers eindrucksvoll demonstriert. Centaurus A ist darüberhinaus die zweigrößte Radioquelle am Himmel (nach der Milchstraße) und eine der ersten identifizierten extragalaktischen Radioquellen.
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Warum Berufsastronom?

28. Juni 2010, 23:55

Mein von mir sehr geschätzter Physik-Lehrer Bernd Dehm sagte einmal zu mir, er empfehle mir, Physik zu studieren und Astronomie als Hobby zu betreiben. Damit eigne man sich das physikalische Grundlagenwissen an, das man benötigt, um die aktuelle astronomische Forschung gut verfolgen zu können, riskiere aber nicht die fragliche Berufslaufbahn "Astronom" einzugehen. Die Karrierechancen junger Astronomen in Deutschland und der Welt will ich hier nicht auführlich diskutieren (vielleicht an anderer Stelle), aber fest steht: Einen klaren Karriereweg zum Berufsastronomen gibt es nicht. Oft sind viele immer wieder auf nur wenige Jahre befristete Stationen in mehreren Ländern notwendig, bis man genügend Experte ist, um sich auf eine feste Stelle bewerben zu können. In der ganzen Zeit verbringt man einen guten Teil seiner Zeit damit sich die nächste Stelle zu suchen, hat stets die Gewissheit, dass die Stelle nach ein paar Jahren auslaufen wird und wird dazu auch noch deutlich weniger bezahlt als in einem Industriejob (bei gleicher Qualifikation) und hat wenig bis keine soziale Absicherung (mit Stipendien zahlt man eben nicht ins Rentensystem) etc. pp. 

Also wieso sollte man sich das alles an tun? » weiter

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Kick it like Einstein: ¡Viva Chile, mierda!

11. Juni 2010, 10:35

 
Chile ist ein Land der Gegensätze. Klimatisch reicht es vom ewigen Eis der Antarktis bis in die (normalerweise) trockene Steinwüste Atacama im Norden. Es ist über 4000 Kilometer lang, aber nur 180 Kilometer breit. Es beherbergt die modernsten Teleskope der Welt, von denen die meisten Chilenen aber höchstens wissen, dass es sie gibt. (Aber sie sind mächtig stolz darauf!)
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Land unter

29. Mai 2010, 17:56

Es gibt Reiseführer die behaupten, dass es in der Atacama-Wüste Orte gäbe in denen es seit über 100 Jahren keinen Tropfen Wasser geregnet hat. Spätestens seit gestern gehört der Paranal leider nicht mehr dazu. Bereits am Nachmittag war die ansonsten gute Sicht von der Residencia zum VLT vernebelt und unser "day astronomer" Thomas Rivinius meinte dann schon, das würde wohl nichts werden heute. Der ganze Winter (zur Erinnerung: auf der Südhalbkugel ist gerade Winter) sei schon außergewöhnlich schlecht gewesen, vor ein paar Wochen lag hier sogar Schnee.

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VLT zum Dritten

28. Mai 2010, 06:26

Das dritte Mal am VLT fühlt sich schon fast an wie Routine. Man kennt die Gebäude, die Wege, die Gerüche, ... Und sogar auch einige Leute (obwohl hier ein ziemliches Kommen und Gehen ist). Abermals bin ich zur Beobachtung von Aktiven Galaxienkernen hier an "Earth's most advanced optical telescope", dem "Very Large Telescope". Ich war bereits im November 2007 und im April und Mai 2008 hier und habe Erfahrungen sammeln können. Jetzt geht es um die Beobachtung sehr schwacher Aktiver Galaxien, die sehr hart an der Grenze des technisch machbaren liegen -- und dadurch beobachterisch besonders reizvoll sind ... » weiter

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