Schräges im Zentrum von Centaurus A
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Es gibt Reiseführer die behaupten, dass es in der Atacama-Wüste Orte gäbe in denen es seit über 100 Jahren keinen Tropfen Wasser geregnet hat. Spätestens seit gestern gehört der Paranal leider nicht mehr dazu. Bereits am Nachmittag war die ansonsten gute Sicht von der Residencia zum VLT vernebelt und unser "day astronomer" Thomas Rivinius meinte dann schon, das würde wohl nichts werden heute. Der ganze Winter (zur Erinnerung: auf der Südhalbkugel ist gerade Winter) sei schon außergewöhnlich schlecht gewesen, vor ein paar Wochen lag hier sogar Schnee.
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Das dritte Mal am VLT fühlt sich schon fast an wie Routine. Man kennt die Gebäude, die Wege, die Gerüche, ... Und sogar auch einige Leute (obwohl hier ein ziemliches Kommen und Gehen ist). Abermals bin ich zur Beobachtung von Aktiven Galaxienkernen hier an "Earth's most advanced optical telescope", dem "Very Large Telescope". Ich war bereits im November 2007 und im April und Mai 2008 hier und habe Erfahrungen sammeln können. Jetzt geht es um die Beobachtung sehr schwacher Aktiver Galaxien, die sehr hart an der Grenze des technisch machbaren liegen -- und dadurch beobachterisch besonders reizvoll sind ... » weiter
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Gestern ging meine vorerst letzte Beobachtungsnacht am VLT dank guter Wetterbedingungen erfolgreich zu Ende. Insgesamt habe ich von knapp 20 geplanten Messungen bis auf eine alle durchführen können und nun ein große Sammlung an Daten, mit denen ich einige Wochen bis Monate beschäftigt sein werde...
Ich war als Beobachter für zwei Programme (Proposals) am Paranal: » weiter
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Gestern war meine erste VLTI-Beobachtung in diesem Beobachtungs-Semester. Die beiden Tage zuvor, am Mittwoch und am Donnerstag konnte ich live mitbloggen, da ich lediglich bei Beobachtung von einem Kollegen zugeschaut habe, gestern wurde es aber für mich ernst, da kam es auf jede Minute an! Es ist zwar nicht so, dass man jede Minute dem Teleskop neue Befehle geben müsste, aber man muss jederzeit für alle Eventualitäten, von denen es eine ganze Menge gibt (siehe unten), gerüstet sein -- und das erfordert ständige Aufmerksamkeit. Aber von vorne...
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VLT-Kontrollraum, 19:19 Uhr Ortszeit (01:19 Uhr MESZ): Pünktlich zum Sonnenuntergang fahre ich mit den beiden MIDI night astronomers und meinem Kollegen hoch zum VLT-Kontrollgebäude.
Sonnenuntergang von der Residencia aus. Gleich fahren wir zu den Teleskopen hoch, die links von der Residencia-Außenmauer zu sehen sind (klicken für größeres Bild)
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Nun sitze ich mit zwei TIOs (Telescope and Instrument Operators), zwei NAs (Night Astronomers) und meinem Kollegen Konrad im VLT-Kontrollraum an der VLTI-Konsole. Es ist 22:25 Uhr Ortszeit, die Uhr zeigt die Zeit hier aber nur in UT (2:25) und in Sternzeit (11:26) an, denn die sind für die Beobachtungen wichtig: Sternzeit - Rektaszension ergibt den so genannten Stundenwinkel des Objekts, der einem (in Kombination mit der Deklination) sagt wie hoch das Objekt gerade steht.
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Frankfurt am Main Flughafen, Sonntag, 23:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit: Die Boeing 747 hebt ab zum Flug LH 506 mit Ziel São Paulo, Brasilien, das ich nach ruhigem Flug und etwa 12 Stunden Flugzeit in der ausgebuchten Economy-Klasse erreiche. In São Paulo wechsle ich den Flieger und es geht in gut vier Stunden quer über Argentinien und vor allem über die fast 7000 Meter hohen Anden, vorbei am höchsten Berg außerhalb Asiens, dem Aconcagua, zum Aeropuerto Arturo Merino Benitez in Santiago de Chile.
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