SciLogs International .eu.be.es.de
scilogs Raumschiff Erde spektrum.de

aktuelle Artikel RSS

UL-Reisesäule Do-It-Yourself

08. Januar 2012, 21:53

Die Astrotrac Reisemontierung ist mittlerweile unter den Amateurastronomen bekannt und weit verbreitet. Auch ich konnte mich der Idee der "Ultraleicht-Astrofotografie" nicht entziehen und habe mir vor einiger Zeit eine dieser Reisemontierungen gekauft.

Natürlich muss auch bei dieser Art der Kurzbrennweitigen (bis ca 300mm Brennweite) Astrofotografie auf einen sicheren Stand geachtet werden. Hierfür ist immernoch ein gutes Stativ nötig, welches den Ultraleicht-Gedanken aber vor allem das Packmaß wieder größtenteils zunichte macht.

Aus diesem Grund und weil ich schon eine weitere Verwendung für das Stativ eingeplant habe, hatte ich mir vorgenommen eine kompakte und extrem leichte Alternative zu bauen.

Die Ultraleicht-Reisesäule

Reisesäule

Das Design ist angelehnt an verschiedene Ideen. Zum Beispiel gibt es eine wesentlich größere Reisesäule direkt vom Hersteller in der nicht nur die Beine sondern auch die Astrotrac selbst Platz finden. Oder die Reise-EQ1 meines Kollegen Jan, an welcher die Beine in die Basis geschraubt werden.
Nun, die Hersteller Lösung war mir wesentlich zu groß und zu schwer.
In meiner Lösung ist die Säule selbst etwa 40cm lang, wiegt ca 1,3kg und beherbergt die drei Beine und eine einfache Polwiege.

Der Komplette Aufbau fertig zum Fotografieren wiegt fast genau 3kg (ohne Kamera)

Hier ein kleines Video vom Aufbau:

Zwischen den Jahren war ich wieder in Füssen (zu Hause :-)) und konnte eine geniale Nacht für ein erstes First-Light mit der neuen Säule nutzen.
Dabei stand ich auf dem Balkon quasi direkt neben einer Straßenlaterne und habe mit dem Polsucher zwischen zwei Dachgiebeln hindurchgepeilt.
Objekt der Begierde war die südliche Orionhälfte. Eigentlich wollte ich es noch mit dem Heart & Soul Nebel auf die Spitze treiben, aber ich habe nicht den richtigen Ausschnitt erwischt und so müssen die Beiden noch etwas warten, sie stehen jedenfalls ganz oben auf meiner ToDo-Liste.

Das First-light:

suedl. Orion

Bilddaten:

Objektiv 100mm f/5, 5x3min mit DeepSkyStacker gestackt und etwas an den Reglern und der Kurve gespielt. Sonst keine Bearbeitung.

Man sieht deutlich den Einfluß der Straßenlaterne und dass ich die Einnordung nicht ganz genau getroffen hatte. Es ging aber eher darum, ob irgendein Wackeln, Zittern o.ä. zu sehen ist. Bzw. ob die Stabilität stimmt.

Hier gehts zur großen Version: >klick<



Geschrieben in Do-It-Yourself | 1 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Sonnenfinsternis verpasst?

14. Dezember 2011, 00:13

...dann kenne ich die richtige Seite für Sie.

Aufgrund einiger Recherchen für aktuelle Reisepläne zum Venustransit nächstes Jahr
bin ich auf diese interessante Seite gestoßen:
>klick mich<

Der Link führt zu der Seite "eclipse.astroinfo.org" (Englisch). Hier findet man eine interaktive Weltkarte, auf der jede gewünschte Sonnenfinsternis des 20. und 21. Jahrhunderts angezeigt werden kann. Ich finde diese wesentlich übersichtlicher als die Karten auf denen mehrere Finsternisse gleichzeitig zu sehen sind, außerdem ist der Zeitrahmen viel größer.
Hier können Sie also nachsehen, wann die Nächste wo stattfindet und entsprechend planen. Beim Durchsehen fällt übrigens auf, dass (Mittel-)Europa in den nächsten Jahrzehnten fast überhaupt nicht von Finsternissen berührt wird. Aber kann man auch sagen, dass sich jährlich weltweit mindestens 2 Finsternisse ereignen, auch wenn viele davon in der Nähe der Pole stattfinden.
Man wird wohl nicht drumherum kommen für eine Sonnenfinsternis in nächster Zeit zu reisen.

Allgemein ist die Webseite sehr empfehlenswert (Deutsch) und birgt Unmengen an Informationen, nicht nur über Finsternisse...



Geschrieben in Allgemein | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Nasa aktuell - Prof. Jesco Freiherr von Puttkamer zu Gast in der FH-Aachen

14. Oktober 2011, 15:03

Am 11.10.2011 fand in der FH-Aachen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der FH, ein Vortrag mit dem Titel "Weltraumhotels und Marskolonien" statt. Thema des Abends war die Zukunft der bemannten Raumfahrt.

Zu Gast war Herr Prof. Jesco Freiherr von Puttkamer der demnächst auf eine 50-jährige Karriere bei der Nasa zurückblicken kann. Herr von Puttkamer hat dort z.B. Flugbahnen berechnet, bzw. war an verschiedensten Projekten wie der Saturn 5 oder dem Shuttle Programm beteiligt. Im Moment beschäftigt er sich mit kleineren und größeren Problemen der ISS. So zieht zum Beispiel der kürzliche Absturz eines Progress Versorgungsschiffs eine Menge Arbeit hinter sich, wie er uns eindrucksvoll schilderte.

"Don't go to the industry, come to Huntsville..."

Spiegel-Ressortleiter Olaf Stampf leitete das Gespräch mit Herrn von Puttkamer und fragte ihn nach seinen Anfängen. Er berichtete über seine Science-Fiction Geschichten, die er schrieb und dass er während des Studiums ein wenig Geld verdiente indem er englische Science Fiction ins Deutsche übersetzte.
Herr von Puttkamer war sich in seinem Studium unschlüssig, da zu dieser Zeit noch keine Studiengänge zur Luft- und Raumfahrttechnik angeboten wurden. Er berichtete von einem Brief den er an Wernher von Braun schrieb. Dieser gab ihm wertvolle Tips um sich trotz des fehlenden Studiengangs das nötige Wissen eines Raumfahrtingenieurs anzueignen und legte ihm ans Herz: "Don't go to industry, come to Huntsville, we fly to the moon". Und so studierte Herr von Puttkamer Maschinenbau und wanderte dann kurz nach Kennedys berühmter Ankündigung in die USA aus, um im Team von Wernher von Braun zu arbeiten.

Im weiteren Geprächsverlauf ging es auch um die aktuelleren Projekte. So berichtete er z.B. von den Kommunikationsproblemen beim Shuttleprogramm, der Gefahr von in Überschall betonharten Schaumstoffteilen oder der Vorstellung ein Shuttle innerhalb von 2-3 Tagen wieder starten zu können.

Relativ zum Schluss kamen zukünftige Planungen ins Gespräch. Herr von Puttkamer erzählte über die private Raumfahrt, der er eher skeptisch entgegensieht. Es wurde von privaten Unternehmen schon viel geleistet, Ende November sollte die Kapsel Dragon auf einer Falcon 9 Rakete des Unternehmens SpaceX zur ISS fliegen, der Start wurde jedoch auf Februar verschoben, man müsse hier erstmal abwarten was private Unternemen leisten können. Sie wären aber durchaus eine Perspektive in der Zukunt der Raumfahrt.
Weltraumtourismus hingegen würde sich erst durchsetzen wenn die Tickets für jedermann erschwinglich wären.

Zum Glück wird nicht alles allein an privaten Unternehmen hängenbleiben. Herr von Puttkamer kündigte eine neue Ära der bemannten Raumfahrt der Nasa an:  NewSpace
Es geht hierbei um nichts geringeres als eine neue Rakete, welche größer als die Saturn 5 werden soll. Sie soll fast komplett aus schon existierenden Teilen bestehen. Der Hauptkörper dieser Rakete wird aus dem Haupttank der Shuttles bestehen, nur wesentlich länger. Darauf soll eine Kapsel (Orion), ähnlich der Apollo Kapsel, welche aus dem Ares Projekt stammt und für bis zu 6 Personen Platz bietet. Seitlich werden auch Booster verwendet. Vorerst die Shuttle Booster, später sollen jedoch Flüssigtreibstoffbooster entwickelt werden.
Als Triebwerke werden Shuttle und Saturn 5 Triebwerke genutzt.

Dieses neue Trägersystem soll als Erstes in einer kleinen Variante (nur kurzer Hauptkörper und Kapsel) bis 2017 fliegen. Die Rakete Soll im Endstadium der Entwicklung eine Nutzlast von unglaublichen 120 Tonnen in den Orbit befördern können. Das wäre genug um damit eine Marsmission zu realisieren, so Herr Puttkamer.

Man darf also gespannt sein...

Links:
SpaceX's Dragon
Nasa NewSpace



Geschrieben in Allgemein | 7 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink