SciLogs International .eu.be.es.de
scilogs Uhura Uraniae spektrum.de

aktuelle Artikel RSS

"Encke und der Venustransit"

06. März 2012, 01:06

trilaterale Astro-Jugendbegegnung: Internationale Zusammenarbeit ist in der Astronomie seit je her ganz groß! Darum: Sei dabei beim russisch-norwegisch-deutschen Astro-Camp in Berlin vom 21.07. bis 28.07. dieses Jahr. TN-Bedingung: zwischen 14 und 27 Jahre jung. :-) Natürlich wird der Venustransit da ein ganz großes Thema sein. Betreut wirst Du von geschulten Pädagogen, die sagenhaft witzig drauf sind und mit denen es superviel Spaß macht, Berlin, Potsdam und das Hollywood der 1920er Jahre zu erkunden. » weiter

Geschrieben in News | 0 Kommentare | 1 Trackbacks | Permalink


Herzlichen Glückwunsch Adolf Kunert...

11. Februar 2012, 11:59

...  zum 90sten Geburtstag!

Heute ehrt die Wilhelm-Foerster-Sternwarte Berlin ihren langjährigen wissenschaftlichen Leiter Adolf Kunert. Er lenkte das Programm und den Kurs der größten Westberliner Astronomie-Einrichtung, die aus einem Planetarium am vierspurigen Steglitzer Munsterdamm und einer Sternwarte auf dem Schöneberger Trümmerberg Insulaner besteht, von 1963 bis 1987, also in einer historisch außerordentlich spannenden Phase zu den rigorosesten Zeit der deutschen Teilung (Artikel aus der Berliner MoPo von 2009) und heißestens Phase des Kalten Krieges.

In das beinahe viertel Jahrhundert seines Amtes fällt der Wettlauf einer ost-west-geteilten Welt zum Mond und schließlich die ersten Schritte von Menschen auf einem anderen Himmelskörper überhaupt. Aber auch die nicht-bemannte Raumfahrt brachte fundamentale Erkenntnisse übers Sonnensystem und revolutionierte vor allem die Forschungsmethode: Was in den 50er Jahren noch unter den Top-Themen der astronomischen Forschungsziele auf beiden deutschen Seiten des eisernen Vorhangs geplant war (z.B. Beobachtungen von leuchtenden Nachtwolken, von Mond und Planeten ... das steht zumindest in den Sitzungsberichten der Akademie der Wissenschaften der DDR, die ich im Laufe früherer Forschungen analysierte), verschob sich in dieser Zeit hin zur Beschäftigung von Hobbyastronomen und anderen Wissenschaftsgebieten als Astronomen (Meteorologie, Geo- und Planetenforschung)...

Mithin mussten sich auch die Zielgruppen, die Themen und die Methoden der Planetarien und öffentlichen Volkssternwarten fundamental ändern. Gerade in den 60er Jahren entwickelte sich auch ein neues Hobby: Beobachtung künstlicher Erdsatelliten - was wir heute schon nicht mehr als spektakulär empfinden, weil es nunmal zu viel von den künstlichen "shooting stars" gibt, die als ungebetene Gäste dauernd die Aufnahmen der Astronomen kreuzen. In der Anfangszeit der Raumfahrt war es gewiss (so entnehme ich den historischen Quellen) etwas besonderes "einen Sputnik", also einen künstlichen Erdbegleiter am Himmel zu sehen. 

Kunert hatte im Amt des Wissenschaftlichen Leiters der WFS den sehr populären Astronomie-Autor Joachim Herrmann als Vorgänger abgelöst und trat also ein bedeutendes Erbe an: die Berliner Öffentlichkeitsastronomie sieht sich schließlich in der Tradition des Urania-Gründers Wilhelm Foerster, seines Schülers und Riesenfernrohr-Erbauers Friedrich S. Archenhold, des berühmten Wissenschaftspoeten Bruno H. Bürgel und des ersten Planetariumsdirektors Richard Sommer (Planetarium am Bhf Zoo, im 2.WK zerstört), der auch die "astronomische Arbeitsgemeinschaft" von Hobbyastronomen ins Leben gerufen hatte... Bedeutende Pioniertaten auf dem Weg zur volkstümlichen Astronomie in der Stadt, in der in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Planet Neptun zum ersten Mal am Himmel nachgewiesen wurde (Johann G. Galle, 1846).

... und Kunert bewährte sich bestens in diesem Amt: 1980 wurde er als beratendes Vorstandsmitglied der Astronomischen Gesellschaft (AG) ernannt, um deren Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Man erhoffte sich davon bessere Kontakte zu den Hobby-Astronomen/ Sternfreunden, zu Schulen und Lehrkräften (Quelle). Diese Ernennung in einer solch renommierten Elite-Gesellschaft der Astronomie spricht gewiss für die Qualität von Kunerts Arbeit.

 

Anlässlich des 90sten Geburtstages des Wissenschaftlichen Leiters dieser aufregenden historischen Zeit, Adolf Kunert, findet heute ab 15 Uhr ein halbtägigen Ehrencolloquium im Planetarium am Insulaner statt, bei dem seine Familie und zahlreiche Ehrengäste Geschichten aus ihrem gemeinsamen Leben mit dem zu Ehrenden erzählen. Zahlreiche ehemalige deutsche Planetariumsleiter und öffentlich Astronomieaktive versammeln sich zu dieser Feier und reflektieren die "alten Zeiten", ihre jüngeren Nachfolger sprechen dazu Grußworte und ehren so den ehemaligen Kollegen. 

 

Herzlichen Glückwunsch, Herr Kunert, zum Geburtstag!

Gesundheit auch in den späteren Lebenstagen und viel Freude an den Aktivitäten Ihrer Nachfolger, des heutigen Teams vom Insulaner, in der AG und in der Berliner und gesamtdeutschen (nicht mehr geteilten) Populärastronomie!

Viel Spaß allen Gästen bei der Feier!



Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Hilmar Duerbeck verstorben

06. Januar 2012, 23:09

gestern, am 5. Januar 2012, ist der in Hobby- und professionellen Astronomiehistorikerkreisen bekannte Hilmar Duerbeck überraschend in seinem Haus in der Eifel verstorben (*1948, CV).

Astronomiehistoriker kannten ihn als Redakteur der Reihe, der Acta Historica Astronomiae. Sehr populär waren auch eigene Forschungsberichte und Bücher von ihm (z.B. Hubble-Universum (in dt.)).

Diese traurige Meldung trifft auch die Sternfreunde-Szene wie ein Schlag.

Nachrufe erscheinen gewiss in nächster Zeit von berufenerer Stelle oder von beruferer Person...

[diese Info z.B. auch hier in engl.]

 

Wer genauso betroffen ist wie wir Sternfreunde darf gerne auch hierunter kommentieren.

 


 

(hier nur sein jüngstes Bild, aufgenommen in Hammerfest)

 

 

 

 


 

Nachtrag - Feburar 2012

Eine Trauerfeier für Hilmar Duerbeck fand am 4. Februar in Schalkenmehren in der Eifel statt. Sie ist durch seine Freunde organisiert worden.

Foto: Gudrun Wolfschmidt

Herr Prof Duerbeck war zuletzt insbesondere an der Sternwarte Hoher List in Bonn engagiert: Er war dabei, die dort zu Hauf lagernden historischen Dokumente systematisch historisch zu sichern. Mit seinem Ableben sieht sich die Gemeinde deutschen Astronomie-Historiker mit Sorge auf die zahlreichen historischen Quellen, die auf dem Hohen List lagern und hofft - ja, lauert regelrecht - , auf die Möglichkeit zu ihrer fachgerechte Bearbeitung! 

Abb.: Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt und Ansgar Korte Anfang Februar auf dem Hohen List.



Geschrieben in News | 7 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


next week, Berlin: ISS "live"

22. Oktober 2011, 19:32

Nach dem Cliffhanger im Juni geht's jetzt weiter mit einer spacigen & lustigen Show monochrom's ISS im Ballhaus Ost in Berlin. Erstklassige Darsteller & -innen spielen eine illustre Besatzung der internationalen Raumstation ISS. Für die Kulisse und das Verhalten der Jungs und Mädels wurde sehr gründlich recherchiert: Sei es das "How-to" für den Konsum von Lebensmitteln in Schwerelosigkeit oder die entlang-hangelnde Bewegung entlang von Griffen an den Wänden: alles wurde so gut nachgestellt bzw nachgespielt wie unter Schwerkraft möglich.

Hier ein Foto vom Juni:

Ich hatte im Sommer ausführlich davon berichtet und eine unbedingte Empfehlung ausgesprochen! :-) Bei dem Impro-Theater wird auf der Bühne etwas live dargestellt, das als Reaktion auf Eingaben der deutschen Mission Control (wie bei jedem Theater: hinterm Publikum) folgt. Die Bühne wird allerdings permanent gefilmt und die Filme sind anschließend auf der Seite von monochrom.at erhältlich und abonierbar. 

Am Donnerstag, dem 27.10. gibt's einen Glückskeks, am Freitag (28.) geht's um Hagelfrequenzen und der Samstag steht unter der philosophischen Überschrift "Die entsetzliche Kühnheit der Preisgabe eines Moments" (oder so ähnlich ... ): 

#8: "Fortune Cookie" (will be recorded October 27, 2011 at Ballhaus Ost, Berlin)

#9: "Hail Frequency!" (will be recorded October 28, 2011 at Ballhaus Ost, Berlin)

#10: "The awful daring of a moment's surrender" (will be recorded October 29, 2011 at Ballhaus Ost, Berlin)

Go ISS!

Hier können Sie also live zuschauen, wie es sich in einer hypothetischen ISS zutragen könnte - und wie es sich im Theater bzw am Filmset zuträgt. Nur, dass im echten Film vieles weggeschnitten würde, was beim Impro-Theater live zu sehen ist. :-)

more info - see: http://www.monochrom.at/iss/  


Nächstes Wochenende ist viel los für Astros: In Stuttgart gibt's 'nen Astrofotografie-Kurs, in Nürnberg treffen sich die Astronomie-Historiker (m/w) der VdS und in Berlin gibt's eine Fortsetzung von monochrom's ISS. Es ist leider ein physikalisches Gesetz, dass ein makroskopischer Körper nicht an mehreren Orten gleichzeitig sein kann - manchmal wäre ich gern ein mikroskopisches Elementarteilchen mit sehr, sehr großer Wellenlänge - hinreichend groß, dass ich gleichzeitig in Stuttgart, Nürnberg und Berlin sein kann. 



Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


"Himmel" von Tübingen

26. September 2011, 19:15

verlängert ... nur noch bis 3. Oktober! ... Ein bißchen surreal wirkt sie schon, die Ausstellung "Himmel" im Schloss Hohentübingen, mitten in der Universitätsstadt Tübingen am Neckar. Gerade haben meine Freundin und ich den Berg erklommen und stehen (als Flachländerinnen solche Touren kaum gewohnt) im Innenhof des Schlosses genießen wir die Aussicht: in die Weite des Landes, in die näckische Altstadt, in den Innenhof und Rittersaal, der mit einem spitzen Glasdach versehen gewiss auch schmunzelnd den Kosenamen "Tübinger Louvre" verdient hätte. Die Ausstellung zum Himmel erzählt von "Wunschbildern" und "Weltverständnissen" von "da oben"  - es beginnt mit einer Höhlennachbildung, deren Decke voller Jagd-Vieh ist und endet noch lange nicht mit dem Wettlauf zum Mond und der modernen Astrophysik.  

Buntes

Da stehen antike Statuen neben Museumsinformationstafeln über den Urknall, moderne Mond-Infos neben einem griechischen Relief, der Urknall ist durch eine 3D-Skulptur symbolisiert, die aussieht wie ein aufgewölbter Scherenschnitt mit Laub aus dem Tübinger Stadtpark. Hinter einer anderen Stellwand stehen antike Büsten, über deren Köpfen moderne Astrofotografien schweben und über den Porträt-Skulpturen von römischen Gefangenen thront ein goldgerahmtes Gemälde des Erdmondes.   

 

Bizarres

Eine bizarre Zusammenschau präsentiert hier das MUT, das Museum der Universität Tübingen. Ein Fernrohr als Symbol für die Erkundung des Himmels "neben" einem Gyroskop, das laut Ausstellungsbegleitheft in Tübingen erfinden worden ist und Filmsequenzen, die zeitgenössische Dokumentationen des Wettlaufs zum Mond zeigen. An sich ganz nett gemacht, aber man wünscht sich die Info, welche Sequenz/ Nachrichtenreportage von woher kommt, einen Quellennachweis, eine historische Kontextuierung. Außerdem MUTet es wiederum ein wenig bizarr an, dass ausgerechnet neben der Maus am Computer ein Schildchen liegt "bitte nicht berühren". Vielleicht hätte man auch besser neben den Plastiken schreiben sollen "bitte nicht füttern"? ;-)

 

Dazu fällt mir noch ein:

"Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis

mit dem Radius null,

das nennen sie dann ihren

Standpunkt."

Dieser weise Mathematiker-Satz wird lt. wiki-quote z.B. Leonhard Euler und David Hilbert zugeschrieben ... und natürlich auch Albert Einstein, wobei ich letzteres für am wenigsten glaubwürdig halte, sondern eher, dass die beiden jüngeren Euler zitierend  diesen nicht namentlich genannt haben (z.B. weil man schlichtweg vergisst, wer's zuerst gesagt hat, wenn man den Satz treffend formuliert findet und zitierend "unterschreiben" möchte). :-)

Kopflos, zahllos und der älteste Smilie der Welt

Etwas kopflos flattert die Siegesgöttin Nike übergroß in Richtung Saalmitte und würde (wenn sie nicht aus Stein wäre) sicher über einen der zahlreichen Computer stolpern. Fahl beleuchtet in einer Vitrine grünt die Himmelsscheibe von Nebra (dem "ältesten Zwinker-Smilie der Welt" ;-) ) und gegenüber der Nike rollt ihr der kleine Sonnenwagen von Trundholm entgegen, als wollte er sie zum Ausrutschen bringen (ohne Kopf, kann sie ihn eh nicht sehen). 

An der Seite findet man ein Faksimile des Buchs von as-Sufi aufgeschlagen, wo der Zentaur Chiron als Schütze abgebildet ist und neben ihm eine Sternliste. Neben dem aufgeschlagenen Buch liegen alte persische Münzen (hier als Inlay-Bild), auf denen eine männliche Figur abgebildet ist. Sie wird als Sternbild Perseus gedeutet, da sie analog zu as-Sufis Sternkarten auf der einen Seite "linkshändig", auf der anderen "rechtshändig" abgebildet ist. Also: Wo bei uns gefragt würde "Kopf oder Zahl", müsste man bei diesen Münzen fragen: Himmelskugel von außen oder von innen angeguckt?

 

 

Nicht Grimms Märchen, sondern Grimms Astrophysik findet man hier in dem Tübinger Wunderkabinett... gleich neben Büchern, Karten und Himmelsgloben aus den letzten paar Jahrhunderten seit etwa der frühen Neuzeit. Da liegen die Karten von Johann E Bode (1782), Karl F. V. Hoffmann (1835), Johann G Doppelmayer (1742) und Christian Goldbach (1799) für Laiensterngucker und Forschende friedlich nebeneinander und es darf natürlich auch die Bayersche Uranometria (1603) nicht fehlen.

Weiters ein paar Weltbilder und natürlich der Verweis auf einen der berühmtesten Schüler Tübingens, Johannes Kepler, der - in Weil der Stadt (bei Stuttgart) geboren - hier bei Mästlin studierte. 

 Tübingen ist außerdem stolz auf seine astronomische Uhr am Rathaus und schon am Bahnhof sieht man neben dem groß aufgehängten Stadtplan ein "Foto" vom Tübinger Marktplatz: So würde ein Myon ihn sehen, wenn es mit fast-lichtgeschwindigkeit sich auf den zentralen Brunnen zu bewegen würde.

Man sieht: Wo schon einst Kepler studierte, sind (Astro)physiker auch noch am Beginn des 21. Jahrhundert am werkeln an einem neuen Weltbild. Das alles in eine einzige Ausstellung zu packen, ist schon eine MUTige Idee. 

 


nota bene

Vielleicht waren wir beide an diesem Tag besonders albern drauf, aber vielleicht war es auch wirklich die Ausstellung, die dies triggerte... who knows ... ? Es ist in jedem Fall eine sehr ungewöhnliche Zusammenschau.



Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Stern- und Kerzenschnuppen, Schlossgespenster und Astronomie

23. Juli 2011, 19:18

13.-15. August ist es wieder soweit: Herzliche Einladung zu den Burggesprächen von Der Orion.com - schon zum dritten Mal! Mehr Infos. Der Ort der Zusammenkunft ist das Schloss Albrechtsberg (Österreich), dessen älteste Teile fast 1000 Jahre alt sind. Homepage: www.schloss-albrechtsberg.org

Das Astronomie-Internetportal  Der Orion lädt wieder zum Plaudern, Sterne gucken mit und ohne Teleskop ein... und natürlich zum Spaß haben mit Freunden. :-) 

Wer noch unentschlossen ist, kann sich in Berichten von früheren Veranstaltungen ein Bild von der kultigen Stimmung machen. 

Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte rechtzeitig an (für die Essenplanung wichtig).

Die Veranstalterin freut sich auf Sie!

 



Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Berlin – A Planetarium goes VELVET

16. Oktober 2010, 01:15

"großartig", "man hatte das Gefühl wirklich einzutauchen in den Ozean", "... und diese Möglichkeiten, wie man heute sowas zeigen kann", "ab und zu bin ich zusammengezuckt, weil es so echt aussah"... In der Stadt, in der vor 200 Jahren Wilhelm von Humboldt eine Universität mit neuen Bildungsidealen gründete und in der wenige Dekaden später die Populärbildungsinstitution "Urania" durch Wilhelm Foerster u.a. erfunden wurde, gibt es nun endlich auch eine neue Planetariumstechnologie: Full-Dome, die also die ganze Kuppel ausleuchtet und quasi einen Kinofilm über 360° projiziert.

"Meine Damen und Herren, schauen Sie sich um: Aus Nieten kann man eine ganze Menge machen!"

Nach einem halben Jahr des Arbeitens quasi "im Bau" oder am heimischen Esstisch lagen die Nerven der Mitarbeiter blank und jetzt sind sie alle heilfroh, dass alles geklappt hat und läuft. Wie immer in letzter Minute, aber somit eben allen Widrigkeiten zum Trotz pünktlich, :-) wurden die Bauarbeiten (wenigstens für die Premiere) eingestellt und eine viersprachige Schweizer Show vorgeführt. Erleichterung liest man in den Gesichtern des Vereinsvorstands und der Leitung des Hauses. Alles hat geklappt, die neuen Projektoren tun, was sie sollten: sie beleuchten die Kuppel. Finanziert wurde der Umbau aus Lotto-Mitteln, so dass der beglückwünschende Politiker, der Stellvertretene Berliner Bezirksbürgermeister von Steglitz-Schöneberg den Dank an alle lotto-spielenden Berliner Nichtgewinner weitergab: aus ihren Nieten wurde der Umbau finanziert.

Gewiss seien den leitenden und leidtragenden Mitarbeitern ganze Galaxien vom Herzen gefallen, als dann eben doch alles zum 15. Oktober 2010 fertig wurde. Die wissenschaftliche Leiterin, der Berliner Sternen-Engel Dr Monika Staesche, ist überglücklich: Sie weiß zwar, dass in nächster Zeit erstmal besonders viel Arbeit auf sie wartet, denn alle bisherigen Programme müssen auf das neue System umgeschrieben werden, aber sie freut sich schon auf diese Arbeit. Wenn das Grundgerüst dann steht, dann wird die neue Technologie Möglichkeiten eröffnen, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wären. 

Musikveranstaltungen, Kulturprogramm, Vorträge... all sowas kann nun im neuen Planetarium vorgeführt werden. Heute sah das erlesene Publikum ein importiertes Programm aus der Schweiz, "Stella Nova", das in Windeseile die kosmische Elemententstehung erklärt - natürlich nicht ohne ein bißchen Pathos nach dem Motto "ihr Menschen der Welt, reißt Euch zusammen; wir sind doch alle Sternenstaub" zu versprühen. Nach der Adaption des bisherigen Repertoirs müssen eigene Shows entwickelt und produziert werden. Dafür freut sich die Verantwortliche für die himmlischen Inhalte bereits auf den Erfahrungsaustausch mit anderen Planetariern über den RDP und anderen Fachleuten. Als promovierte Historikerin und humorvolle Hobbyastronomin nimmt sie auch gerne Inhalte von Astrophysikern, Naturkundlern, Musikern, Geschichtenerzählern u.a. auf. Astronomie ist Kultur und Planetarium ist ein Kulturmedium, also ein Kultur(ver)mittler. Ein paar Anfragen von interessierten Nutzern aus dem Medienbereich hat die Planetariumsleitung am Insulaner bereits (ich reihe mich da am liebsten gleich ein). Erfahrungsgemäß reicht das Spektrum der Fulldome-Nutzer von Künstlern bis hin zu Fachwissenschaftlern und ist somit deutlich weitreichender als das der "klassischen" Planetariumsklientel. 

Allgemein wird das als positiv bewertet, weil man somit in einem Planetarium quasi "appetizer" für die Beschäftigung mit Naturwissenschaft präsentieren kann. Allerdings sehen die "grauen Eminenzen" der (Berliner) Astronomie-Szene diese populistische Aufbereitung ambivalent: Ich sprach mit dem Ehepaar Mädlow. Edgar Mädlow, der den Neuaufbau der volkstümlichen Astronomie nach dem Zweiten Weltkrieg an vielen Stellen mitverantwortete, ist nicht besonders glücklich über die heutigen Darstellungen - ihn interessiert das nicht so sehr "wir haben das damals anders gemacht", ernsthafter und tiefgründiger. Seine Frau als studierte Astrophysikerin pflichtet ihm zunächst bei, denn auch sie war damals nicht durch Kino, sondern durch Bruno Bürgels "Ferne Welten" zur sachlichen Beschäftigung mit der Astronomie inspiriert worden. Allerdings, so räumt sie ein, wäre das vielleicht anders, wenn sie heute jung wäre.

Mit 16 Jahren, also als Teenager hat sie Bürgels Buch gelesen, während ich (als Astrophysikerin der übernächsten Generation) dagegen halte, dass mich bereits mit ca. 8 Jahren erstmalig in einem Planetarium ein sagenhafter Forscherdrang und Wissensdurst ergriff. Das Medium Planetarium (ob Fulldome-projizierend oder klassisch) kann und muss offensichtlich u.a. auch auf niedrigerem Niveau arbeiten und kann mithin auch viel jüngere Menschen erreichen. Dabei hat es ja nie behauptet, eine Schule oder Universität ersetzen wollen, sondern es ist eine wunderschöne Ergänzung - so wie auch niemand daran denken würde, Unis und ihre Seminare abzuschaffen, nur weil es im Fernsehen Wissenschaftssendungen gibt. - Ich persönlich vertrete die Meinung, dass jedes Medium seinen Zweck hat: So wie man auch nicht die Gabel abschafft, bloß, weil man Suppe mit einem Löffel isst oder umgekehrt den Löffel abschafft, weil er fürs Schneiden von Brot ungeeignet ist. Man braucht sie halt alle, jedes für seinen Zweck. :-) Wer sich über die Leichtigkeit des Kulturprogramms im Planetarium, Theater oder Kino beschwert, muss halt an die Volkshochschule oder Universität gehen.   

Im Bild rechts das erfolgreiche Quartett des Abends: Die wissenschaftliche Leiterin Staesche, der noch sehr viel Arbeit blüht, der leitende Zeiss-Ingenieur Lang, dessen Arbeit nun im wesentlichen getan ist, weil sein "Baby" namens Velvet erstmal arbeitet und der Geldeinwerber aus dem Vereinsvorstand, der im Augenblick nur froh ist, dass bisher alles geklappt hat.

Fulldome-Projektion! Schon als ich vor vier Jahren meine Promotion zum Thema "Visualisierungen" beginnen wollte, war das ein Schlagwort in aller Planetarier Munde. Es ist ein wirklich spannendes Thema: zunächst die technische Frage, wie man es realisiert, dann die didaktische Frage, wie man Inhalte damit kommuniziert und die philosophisch-medienwissenschaftliche Frage, welche (neuen) Kommunikationsinhalte das neue Medium ermöglicht und welche (alten) vielleicht nicht mehr.

Gestern Abend wurde FullDome also auch in Berlin endlich Realität! - Nicht zum ersten Mal realisierte Herr Lang, Geschäftsfeldleiter von der Firma Zeiss diese Installation erfolgreich. Vor drei Jahren hatte die Entwicklung begonnen und das Velvet-System wurde bisher mehrfach in Deutschland verkauft... und jedesmal lernt man dazu! Wenn man aber "nach 45 Jahren immernoch stolz auf seine Firma ist, dann weiß man, dass man sich richtig entschieden hat", resümiert der Ingenieur von der vordersten Front der Planetariumstechnologie. Er kennt auch viele andere Konstrukteure von Himmelsmaschinen und hatte alle nach Jena eingeladen: niemand kann so gute Projektoren bauen wie er, stellt er nüchtern-bescheiden anhand von Photometer-Messwerten fest und fügt hinzu, dass ihn das natürlich nicht befriedigt: Er will seine Projektoren noch besser machen! Ganz besonders stolz sind die Zeissianer auf den Schwarzwert ihrer Projektoren: Mit einem Kontrastverhältnis von mehr als 2,5 Mio : 1 ist der Range der VELVETs um mehrere Größenordnungen umfassender als bei den Beamern, die Sie für Ihr persönliches Heimkino oder in typischen Seminarräumen kennen. Verkaufen will er sie aber nicht einzeln. Bisher bietet Zeiss "nur" Gesamtkuppellösungen POWERDOME VELVET an. Für das Berliner Großplanetarium am Fuß des 78 m hohen Trümmerhügels "Insulaner" werden z.B. acht Projektoren nebst entsprechenden Rechnern eingesetzt. Da die Projektoren jedoch durch eine Korrekturlinse auf die Kuppelleinwand fokussiert werden, sei es auch möglich diesselben Projektoren für eine kleinere oder größere Kuppel zu verwenden - man kann dann vllt. auch mehr oder weniger Projektoren verwenden, aber im Grunde muss man an dem Projektor selbst nichts verändern: man kann ihn in eine 6 m-Kuppel genauso stellen wie in eine 25 m Kuppel! ... und in Thüringen geht die Entwicklung der Technologie natürlich fleißig weiter. Es ist ein sagenhaft spannendes Feld! 

Starke Kombi

Ganz besonders freut sich aber Herr Lang (Zeiss), dass die Entscheidung "pro VELVET" nicht eine Entscheidung "gegen den alten Sternprojektor" war: Zeiss-Qualität bleibt eben auch nach Jahrzehnten noch sehr gute Qualität! Die Sterne könne der "Knochen" eben doch noch besser malen als jeder andere Projektor, gibt der leitende Ingenieur zu. Das tut der Sache aber an sich keinen Abbruch, sondern stellt nur erfreulicherweise dem Zeiss-Team neue Aufgaben! Flugsimulatoren sind ein weiterer möglicher nächster Schritt. :-)   

  Da kriegt man richtig Lust, selber mitzumachen - ich bin gespannt!

 


Letztlich möchte ich mich persönlich bei Moni Staesche für die Einladung ins heimatliche Berlin bedanken (auch wenn mein Zug aus Hamburg Verspätung hatte, kam ich sogar noch rechtzeitig! herzlichen Dank) und bei der Firma Zeiss fürs Sponsoring des Catering! 



Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


VEGA bekommt ein neues Gesicht

14. Oktober 2010, 14:07

Endlich! Endlich hat sich ein Nachfolger gefunden und ich bin frei:

Seit 1999 habe ich die Nachwuchsförderung des größten deutschsprachigen Astronomie-Vereins, der VdS, (mit)aufgebaut und (mit)geleitet. Damals hatte der VdS-Jugendreferent Uwe Reimann eine 14tägige Sommerfreizeit anlässlich der SoFi organisiert. Es war eine großartige Veranstaltung in Violau und gemeinsam mit anderen habe ich nach Ende dieses Camps das Interesse für derartige Veranstaltungen für astro-interessierte Teens und Twens bedient. Das Team um mich wechselte, aber wir organisierten seither jedes Jahr eine zweiwöchige Sommerfreizeit, die seit 2001 den Namen „Astronomisches Sommerlager (ASL)“+Jahreszahl trägt. Weitere Veranstaltungen kamen hinzu: VdS-Jugend-ITV, VEGA-Treffen auf der Bochumer Herbsttagung (BoHeTa), SoFi-Reisen in die Türkei und nach Russland, ein regelmäßiger Russisch-Austausch nach Novosibirsk, SpaceCamps im Berliner Jugendraumfahrtzentrum „orbitall“ im FEZ u.v.a.m. Seit 2004 arbeiten wir unter dem Label „VEGA“ und sind mithin einen gemeinnützigen Unterverein der VdS – die Satzung ist direkt an die der Mutterorganisation gekoppelt, nämlich als Vereinszweck die Erfüllung des Paragraphen 2.2 der VdS-Satzung = Jugendarbeit schulisch und außerschulisch. Eine kleine Festschrift zum Zehnjährigen gab's letztes Jahr: vega-iya09.pdf 

Die VEGA hat eine eigene Flagge mit dem Sommersternbild Lyra im Bild und einem siebzackigen weißen Stern. Es gibt Tassen, T-Shirts, Pullover, Bleistifte als Gadgets zu kaufen, wir stellen Kontakte zu anderen Hobbyastronomen her und über den (2010 nagelneuen) Vereinsring (Flyer.pdf) für naturwissenschaftlich-technisch-mathematische Jugendarbeit auch Kontakte zu jungen Leuten in andere Wissen(schaft)sbereichen sowie Jugend-forscht u.a. Wir beantragen Projektförderungen aus verschiedenen öffentlichen Fördermitteln für Jugendarbeit und alle drei Jahre machen wir artig unsere Steuererklärung... alles, was dazu gehört, um unabhängige Strukturen zu schaffen, damit die jungen Leute, die nach mir kommen eine adäquate Infrastruktur zur Verfügung haben, um neuerdings die Veranstaltungen selbst zu organisieren, die andere irgendwann einmal erfunden hatten.

 

All das ist jetzt für mich passé: ein lehrreiches Kapitel meiner persönlichen Geschichte, das ich diesen Sommer abschließen durfte! Ich bin sehr glücklich, dass sich endlich jemand anderes gefunden hat, der diesen ehrenamtlichen Job nun übernimmt und dass dieser jemand mein Wunschkandidat ist (so dass ich mich beruhigt zurücklehnen kann und mich endlich mal um mich selbst kümmern kann, weil ich weiß, dass die VEGA und das ASL auch ohne mich weiterleben):

Tobias Opialla ist ein frisch gebackener Lebensmittelchemiker aus Berlin und er hat sich bereit erklärt, diese Aufgaben nun zu übernehmen. Er ist der neue VEGA-Vorsitzende und wird hoffentlich also nun weiterführen, was ich mit vielen (wechselnden) anderen damals und über die vergangenen elf Jahre begonnen habe.

Da ich selbst als Jugendliche kein Interesse an derlei Veranstaltungen hatte, habe ich durch diese Arbeit sehr viel über Menschen und ihr Verhalten gelernt und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Weiters hoffe ich, dass ich meine (offenbar irgendwie vorhandenen) organisatorischen Talente sinnvoll und nachhaltig für die Jugend eingesetzt habe und dass noch viele junge Leute von meiner Arbeit profitieren. Letztendlich bin ich aber auch sehr froh, diese Aufgaben nun in die guten Hände meines Wunschnachfolgers abzugeben und nun Zeit für meine persönlichen Anliegen im Leben zu haben und Zeit, meine eigenen Interessen zu verfolgen.

Meinen Nachfolgerlingen wünsche ich viel Spaß und erfolgreiches Schaffen!  :-)

Lasst die VEGA und das ASL leben!




Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


ASL 2010 hat noch freie Plätze!!!

11. Juli 2010, 17:30

Das Astronomische Sommerlager 2010 richtet sich an eine junge Klientel: 14 bis 25jährige Teilis werden von einem frischen Team engagierter und hyperaktiver Studis betreut. Wenn Du noch nicht angemeldet bist: Nix wie los!

Es erwarten Dich jede Menge Astronomie in all ihren Sparten (Physik, Mathe, Chemie, Geowissenschaften, Geschichte, Kunst und Kultur...), zwei Wochen volles Programm mit ca 50 Gleichgesinnten aus dem gesamten deutschen Sprachraum (.de, .at, .ch).

Du erlebst zwei fünftägige Kurse Deiner Wahl, einen Tagesausflug, zahlreiche versierte Gastreferenten, Astro-Profis und Hobby-Spechtler, nächtliches Sternegucken mit und ohne Teleskop sowie jede Menge Spiel & Spaß!

Zwei Wochen lang die Nächte durch machen - wenn Du willst. Zwei Wochen über Teleskopen und/ oder Büchern mit anderen das Universum diskutieren. ...

Zwei Wochen, die Dein Leben verändern werden!

Das ASL'10 findet statt

vom Sa, 24.7. bis Sa, 07.08. 2010 

im thüringischen Schnett, denn da isses nett ;-)

Die Unterbringung erfolgt auf Wunsch in der Jugendherberge oder im Zelt (Preis verschieden, für VdS-Mitglieder um 20 Euro ermäßigt).

14 Tage Übernachtung, Vollpension und volles Programm nur 380/ 320 Euro!

  Nähere Infos: www.vega-astro.de/sommerlager

(Anmeldung bitte direkt bei den Organisatoren und schnellstmöglich, Anmeldung per E-Mail ist möglich)

(Bilder vom ITV 2010, aber beim ASL sieht's ähnlich aus)

(Bilder aufgenommen von Jürgen Riemer, Mai 2010)



Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


SuW-Titelbild - und Updates

21. April 2010, 01:13

Ein neues Juwel am Astro-Bilderhimmel ist das neue Himmelspanorama von Axel Mellinger, das Ende des vergangenen Jahres komplettiert veröffentlicht wurde. Heute war die frischeste SuW-Ausgabe in einem meiner Briefkästen. Titelbild - Kenn' wa doch! sogar doppelt!

Es zeigt die Simulation eines Schwarzen Lochs vor der Milchstraße. Man sieht daran sehr schön, wie das Licht abgelenkt wird, d.h. aufgrund der hohen Sterndichte, wo welcher Lichtstrahl hinprojiziert wird: eine sehr anschauliche und korrekt gerechnete Simulation der Lichtablenkung und Bildverzerrung in Gravitationspotentialen. » weiter

Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Von der Wissenschaftskommunikation zur Wissenschaft

04. März 2010, 08:26

Hamburg - das Tor zur Welt. So sagt man zumindest! Und in der Tat: Kaum hatte ich mich in der Hansestadt eingenistet, schon muss ich wieder weg: So ist das als Freiberuflerin: egal, wo ich bin - ich bin nie wirklich lange da. Nun aber lockt mich wieder ein neuer Auftrag fort: Nach 13 Jahren als Freiberuflerin in der  Wissenschaftskommunikation, darf ich nun endlich direkt in der Wissenschaft arbeiten, anstatt meine wissenschaftliche Arbeit durch freiberufliche Tätigkeit zu finanzieren. (Ok, ein bißchen Lehre ist auch dabei, aber das ist hoffentlich verkraftbar.) Ich gebe ja gerne zu, dass mir die Wissenschaftskommunikation auch irgendwie Spaß macht, denn ich bin sehr gerne kreativ und gerne für andere Menschen da - andernfalls hätte ich es auch gar nicht im gegebenen Maße und großteils ehrenamtlich durchgehalten. Aber wenn ich ehrlich bin, ist und war diese Arbeit für mich auch stets hauptsächlich "Mittel zum Zweck": Finanzierung von Führerschein, Abitur, Studium und Promotion.

Jetzt geht's erstmal über Deidesheim (Bloggertreffen) nach Berlin, dann nach Hildesheim, dann nach Sibirien ... Ich werde darüber berichten. Smile

Ab April oder Mai bin ich dann wieder längerfristig in Deutschland, wie es aussieht - aber ich bleibe wohl Kosmopolit aus Berufung. Wink



Geschrieben in News | 2 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


275 Unterschriften für "Astronomie in die Schulen"

12. November 2009, 21:38

275 exponierte Personen - teilweise Vertretungen großer Gruppen - wenden sich heute in einem offenen Brief an die Kultusbehörden und Parlamente: Download: Offener_Brief_an_Bund_und_Laender.pdf Die Initiatoren proklamieren dies als einen Höhepunkt der augenblicklichen Woche der Schulastronomie (9. bis 15. November, siehe: www.astronomie2009.de).

Das Anliegen: Astronomie in die Curricula der Schulen!  » weiter

Geschrieben in News | 12 Kommentare | 1 Trackbacks | Permalink


"Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt"

09. November 2009, 10:10

Das obige Zitat Ernst Reuters von 1948 geht heute mal wieder in Erfüllung. Es ist m.E. der Satz des Tages! Wegen des ungewöhnlich zahlreichen hohen Staatsbesuchs habe ich heute von der StaBi zur TU fast eine Stunde gebraucht, obwohl ich die Strecke normalerweise (& bei gutem Wetter) mit dem Rad in guten 15 min zurücklege.

Als ich heute morgen das Radio eingeschaltet habe, war das erste, das ich bei BBC hörte ein trabifahrender Berliner, der über die "Mauer in den Köpfen" interviewt wurde. Bereits seit einigen Tagen habe ich oft Reportagen und Berichte gehört, die über Berlin, das Brandenburger Tor und das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen berichteten: eben das ganze breite Spektrum der DDR, die Pros und Con's des sozialistischen dt. Staates und der Wiedervereinigung. » weiter

Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Planeten in Schule und Öffentlichkeit

18. September 2009, 10:08

Planeten eignen sich optimal für Outreach-Zwecke der Wissenschaften! Schon im Grundschulalter kann man Kinder für die Planeten begeistern - nicht zuletzt deshalb, weil hier so viele Wissenschaftszweige zusammenlaufen: Geowissenschaften, Chemie, Physik, Biologie - wenn man will, kann man auch Weltraumrecht und Wirtschaft einfließen lassen. » weiter

Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Astrobiologie auf der europäischen Planetentagung

16. September 2009, 12:41

Ein Poster vom Institut für Astrobiologie erregte heute früh meine Aufmerksamkeit: Roter Regen an Indiens Westküste.

Alle Analysen hängen sich an ein Naturphänomen, das im Jahre 2001 beobachtet wurde, historisch aber keineswegs erstmalig stattfand. Laut McCafferty 2007 soll es derartiges schon früher gegeben haben. Die Forschung erhofft sich aus den Analysen neue Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens auf der Erde und die Existen von Leben außerhalb der Erde. 

Laut Louis und Kumer 2006 gab es im Roten Regen Mikroben, die bei 300°C und 300 atm existieren können; man fand Proteine, aber keine DNA. Neueste Experimente widmen sich der Resistenz gegen extreme UV-Spektroskopie, gegenüber organischen Lösungen u.a. Sie analysierten mit IR-Spektroskopie, Röntgenspektroskopie, UV-Absorptionsspektroskopie, Elektronenmikroskopie und mehr ... Alles bestärkte offenbar die Idee, dass derartige Lebensformen auch auf Mars, in Venuswolken und anderswo im Sonnensystem existieren könnten - aber der tatsächliche Ursprung ist unklar.


Das war bis gestern - ab heute gibts neue Poster und weitere Vorträge über die Venusatmosphäre, Kleine Körper im Sonnensystem, Monde der Riesenplaneten u.v.a.m.

 

 



Geschrieben in News | 3 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Planetenforschung Heute

14. September 2009, 22:34

Wussten Sie, dass Sie selbst Vorschläge für Ziele der Raumfahrt machen dürfen? 

Ich meine, gewiss hat es sich in unserem Zeitalter herum gesprochen, dass wir längst den nahen Weltraum zu unserem Zuhause zählen, Satellitenteleskope beoachten für die Astronomie (nicht ausschließlich, sondern ergänzend) und zu unseren Nachbarplaneten werden laufend Raumsonden geschickt. Was für Raketenpionier Hermann Oberth und seine Zeitgenossen in den 1920ern noch wie eine utopische Vision klang, gehört heute längst zu unserem ALLtag. » weiter

Geschrieben in News | 11 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


VEGA jubelt 10 mal hoch

08. August 2009, 11:25

Nun geht es zu Ende, das 10. Camp, das zehnte Mal haben sich zwischen 50 und 70 Teens und Twens, also junge Leute zwischen 14 und 40 zusammengefunden, um 14 Tage lang Astronomie pur, rund um die Uhr und in allen Lebensbereichen zu genießen. Es ist wie eine Droge, manche Teilis nannten es dereinst liebevoll ASLenium - ein "neues" chemisches Element, das vor genau 10 Jahren erstmalig in Reinform dargestellt wurde. » weiter

Geschrieben in News | 1 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


live: ASL im Gange - am Samstag feiern wir 10 Jahre!

03. August 2009, 10:45

Das nunmehr 10te Astro-Camp der VEGA/ VdS ist gerade im vollen Gange und berichtet live vom Tagesgeschehen!

Da der Hauptorganisator, Tobias Opialla, heute seinen Geburtstag feiert, wollen wir ihm hiermit ganz herzlich gratulieren! Als einziger ist er von Anfang an dabei, hat alle 10 Camps vollständig miterlebt: 1999 dokumentiert vom Tigerenten-Club, heute als Chef der AG-Leiter vor Ort. Eine tolle "Karriere"! » weiter

Geschrieben in News | 0 Kommentare | 1 Trackbacks | Permalink


Bloggewitter: Fragen zur Bildung und Werteverständnis

20. Juni 2009, 00:01

Die ganze Woche hindurch wird in Berlin gestreikt: Bildungsstreik! An der HU in Mitte tobt das Chaos, an der TU in Charlottenburg wird's schon ruhiger, an der FU im verträumten Dahlem sieht man nur noch verstohlen hier und da ein Plakätchen unter vielen. Doch der Bildungsstreik ist in aller Munde: z.B. in Potsdam

Die Humboldt-Uni im Herzen der Stadt steht Kopf, Kolloquia werden kurzfristig in Kneipen verlegt, weil die Seminarräume besetzt sind u.v.a.m. - schon geographisch liegt sie in der Mitte zwischen dem Bildungsministerium des Bundes und der Berliner Senatsverwaltung für Bildung und Forschung; stets im Brennpunkt: Überm Portal der altehrwürdigen Hochschule prangt das Banner "FIGHT". » weiter

Geschrieben in News | 3 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Abschied (?) von beliebtem Astrohistoriker

15. Februar 2009, 13:55

In dieser Woche wurde unser Wissenschaftshistoriker, Herr Prof. Dr. Eberhard Knobloch (TU Berlin), verabschiedet. Einer seiner wichtigsten Schwerpunkte in den vergangenen Dekaden wissenschaftlicher Arbeit war die Astronomiegeschichte. Mal sehen, wie es um diese bestellt sein wird, wenn auch dieser virtuose multilinguale Meister seines Faches nicht mehr offiziell im Amt ist. Hoffentlich wird sein Nachfolger ebensolche Leidenschaft für das Fach und das Humboldtsche Bildungsideal entwickeln! Jedenfalls wird er es nicht leicht haben, mit dem Ruf von Herrn Knobloch zu konkurrieren: Ehrlich und neidlos zieht man den Hut vor Leute wie ihm, die es schaffen, bei allen Studierenden ebenso beliebt zu sein wie angesehen bei Fachkollegen, in zahlreichen internationalen Gremien engagiert zu sein und trotzdem immer für alle ansprechbar zu sein. Solche Menschen sind die kleinen Wunder des akademischen Lebens, an denen man sich erfreut. » weiter

Geschrieben in News | 0 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


szmtag