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Optikpark in Rathenow

25. Mai 2008, 22:55

Zirka eine Zugstunde von Berlins Zentrum entfernt, liegt die märkische Stadt der Optik, Rathenow. Die AnfängeMaskottchen im Optik Park für diesen Namen wurden im 19. Jahrhundert von Pater Duncker gemacht und bis heute ist die Stadt Sitz vieler Firmen der Optik-Industrie, Brillenmacher und Feinmechanik. So lag es nahe, den Park der Landesgartenschau 2006 als Optikpark zu gestalten: Informationen zu seiner Geschichte und seinem Veranstaltungsprogramm finden sich hier: http://www.optikpark-rathenow.de/

Direkt an der Bundesstraße liegt das große Gelände, auf dem sich Kinderspielplätze in Gestalt von Teleskop, Mikroskop und Periskop befinden, ebenso ein begehbarer Filmvorführer und verschiedene Wasser- und Lichtspiele mit hübschen optischen Effekten. Auch die Weltzeituhr vom Berliner Alexanderplatz, die hier in Rathenow gebaut wurde, findet ein Pendant auf der Wasseroberfläche eines der zahlreichen natürlichen Seen. Gesäumt wird der See von regenbogenfarbenen Strandliegen und einer Galerie mit Spiegeln und Drehscheiben für optische Täuschungen, während man in den ruhigeren Ufergräsern Teichhühner, Libellen oder auch mal eine schwimmende Ringelnatter beobachten kann. » weiter

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Mars-Ausstellung an der Freien Universität Berlin

16. Mai 2008, 22:10

Noch bis zum 22.05. ist in der Königin-Luise-Str. 12-16 eine Mars-3d-Ausstellung zu sehen. Sie wurde von der Arbeitsgruppe der FU um Prof. Dr. Gerhard Neukum als Nebenprodukt ihrer Forschung entwickelt. Ausgerechnet im Foyer des grünen Instituts für Pflanzenphysiologie, Biochemie der Pflanzen und Mikrobiologie stehen drei große "Star-Gates" zum roten Planeten. » weiter

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Funktion der Wissenschaft in China und im Abendland

09. Mai 2008, 00:56

"Astronomie ist eine der Wurzeln der Wissenschaft", liest man viel. Das gilt zumindest im Zweistromland und allen Kulturen, die mit ihm unmittelbar zusammenhängen. Im Reich der Mitte nahm jedoch die Evolution einen anderen Weg als bei uns: » weiter

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ESA sucht demnächst AstronautInnen

01. Mai 2008, 21:57

"Völlig losgelöst, von der Erde... " Ist es wirklich ein Traumjob, durch den Weltraum zu fliegen? -  Man muss endlose Tests über sich ergehen lassen, wird körperlich und geistig hart drangenommen, muss mathematisch-technisch interessiert sein und sollte mehrere Sprachen sprechen; in der ESA z.B. englisch und französisch, russisch wäre ebenfalls gut. Raumfahrer müssen doch regelrechte Über-Menschen sein, oder?! - Nach striktem & hartem Auswahlverfahren aus einigen 10.000 Bewerbungen und hartem Training muss man sich dann zur Freude vieler Menschen tüchtig durchschütteln lassen, großen Gefahren auszusetzen, um Experimentierknecht (oder -magd) spielen zu dürfen. Klingt nicht besonders attraktiv - oder doch? Was ist so reizvoll am Raumfahrerdasein, dass es derart viele Astronauten- und Kosmonautenbewerbungen gibt? » weiter

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Was ist eigentlich Astronomie?

28. April 2008, 00:47

In meiner Personenbeschreibung steht hier wie anderswo, dass ich freie Astronomin bin. Sie möchten wissen, was das heißt? Was tut eine Astronomin? - Die Antwort ist naheliegend und trivial: Sie beschäftigt sich mit Astronomie. - Und was genau ist Astronomie? Was sagen uns denn die Sterne? Können Sie mir mein Horoskop erstellen?

Genau genommen gibt es in Deutschland die Berufsbezeichnung "Astronom(in)" bisher nicht, insofern ist es quasi ein Analogon zu einem "Firmennamen" für mich als Freiberuflerin. Was ich faktisch tue, ist einerseits Forschung und andererseits widme ich mich der Popularisierung meines Faches in möglichst allen verfügbaren Medien. Wie TV-Moderator Ranga Yogeshwar (im Interview: SuW 5/2008) sehe ich Medien als Chance zur Information und Mündigkeit (Kant) der Menschen.

Zusammen mit der Mathematik und der Medizin ist die Astronomie die älteste von allen Wissenschaften und in allen Kulturen der Welt unabhängig von anderen entstanden. Im Laufe der Zeit zerfaserten sich die Wissenschaften immer mehr. Aus der Naturphilosophie wurde ungefähr mit der Generation Newtons (1643 - 1727) die Naturwissenschaft und diese spaltete sich später auf in Physik, Chemie und viele Teildisziplinen. Heute gibt es einerseits viele naturwissenschaftliche Disziplinen, die nichts mit den Sternen zu tun haben und andererseits auch manche kosmologische Fragen, die fast schon einen theologischen Touch haben oder eher ontologisch erschließbar sind.

Von je her haben die Sterne den Menschen fasziniert, inspiriert und die Phantasie von Dichtern und Denkern beflügelt. In vielen erregte die himmlische Ordnung und Ebenmäßigkeit eine tiefe Bewunderung, die uns vielleicht auch emotional anspricht. Insofern kann man auch sagen, dass die Sternkunde eine anthropologische Wissenschaft ist, wenngleich viele ihrer Wurzeln heute an andere Wissenschaften abgegeben wurden: die Zeitrechung wird bei den Atomphysikern verwaltet und die Astrologie als spiritueller Zweig wurde bereits vor 400 Jahren von Johannes Kepler als "närrisches Töchterlein" der (mathematischen) Astronomie von dieser getrennt.

Astronomie ist eine Wissenschaft 

Bleibt die Frage: Natur- oder Geisteswissenschaft? - Ihre Zwillingsschwester Mathematik, die etwa gleichzeitig geboren wurde und eine ähnliche Entwicklung durchlief, zählt man im akademischen Bereich zu den Geisteswissenschaften und unterrichtet sie gemeinsam mit den Naturwissenschaften an den Math.-Nat.-Fakultäten.

Die Astronomie ist es m.E. ähnlich fakultätsübergreifend anzusiedeln:
Die Physik ist unverzichtbar und faszinierend schön - aber sie ist nicht alles. In ihrer Vollkommenheit erschließt sich die Astronomie erst unter Betrachtung auch der Geisteswissenschaften. Aus meiner Sicht gehen in der Astronomie die beiden Fakultäten Hand in Hand: Physik mit Philosophie, Natur- und Kulturwissenschaft.

Fazit

Natürlich gibt sie in Gestalt der Astrophysik nebst all ihren technischen Begleiterscheinungen im Sinne der Grundlagenforschung und Weltraumfahrt vieles an die Gesellschaft zurück - aber es ist nicht der unmittelbare Zweck der Astronomie, einen Nutzwert hervorzubringen wie es z.B. von Medizin oder Materialforschung erwartet wird. Daher ist die Astronomie ebenso eine Kulturwissenschaft sowie gleichzeitig ein Sujet der Kulturwissenschaften.

Faszinierend!


Und die Moral von der Geschicht':

1. Sternkunde (Astronomie) und Sterndeutung (Astrologie) sind zwei völlig verschiedene Sachen, wenngleich beide homophile Astraldisziplinen sind.

2. Wer Astronomie mit Astrophysik gleichsetzen wollte, unterschlüge mindestens die Hälfte dieses traditionsreichen Faches. Ja, Astronomie ist auch Physik - aber eben auch Philosophie, auch Geschichte, auch Kulturwissenschaft... und sie hat mithin auch eine gesellschaftliche Verpflichtung - so wie die Physik, die Philosophie und die Kulturwissenschaften.



PS zur letzten Eingangsfrage: Nein, ich kann kein Horoskop erstellen, denn das lernt man im Physikstudium nicht. Allerdings kann ich auf Wunsch etwas zur Geschichte und Genesis des Horoskops als kulturwissenschaftliches Phänomen sagen, und ich kenne außerdem jemanden, die Horoskope erstellen und deuten kann.
 

 



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Science-TV der DFG gestartet

15. April 2008, 23:28

Heute startete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Pilotprojekt Science-TV. Unter http://dfg-science-tv.de/ wird man in den nächsten Monaten regelmäßig die Neuigkeiten aus dem Alltag einiger Forschenden in Drei-Minuten-Trailern verfolgen können. Wegen der Brisanz mancher Forschungsthemen  müssen einige Monate vom Rohmaterial zur Web-Publikation vergehen. 

Um Punkt 11:30 MESZ gab DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner im Berliner Wissenschaftsforum das Startsignal. Das innovative Programm wurde hauptsächlich koordiniert von Frau Dr. Eva-Maria Schreier, der Direktorin der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Zehn Forschungstagebücher entstehen dabei aus Filmmaterial, das die WissenschaftlerInnen bei Ihrer täglichen Arbeit aufnehmen und das unter fachkundiger Beratung der Fernseh- und Filmproduzenten Gisela Graichen und Peter Prestel aufbereitet wurde.

Wie das Spektrum der DFG sind auch die Themen breit gefächert: Sie reichen von Archäologie über Materialforschung und Sensorik bishin zu Meeresbiologie. Astronomische Forschung ist bisher leider nicht dabei, aber falls die Pilotphase erfolgreich ist und weitere Gelder eingeworben werden können, soll das Projekt künftig auf weitere Forschungsdisziplinen ausgedehnt werden. Aus zahlreichen Rückmeldungen von Interessenten für die Pilotphase musste man bereits gut selektieren. DFG-Präsident Kleiner hofft, dass vielleicht in einigen Jahren auch die Filmtagebücher von der DFG ausgeschrieben werden können, falls das Pilotprojekt erfolgreich wird.

Jetzt gilt es also für die SchülerInnen- und LehrerInnen, das neue Science-TV in den Schulunterricht oder in außerschulische Bildungs- und Jugendprogramme einzubeziehen, denn sie sind bisher die Hauptzielgruppe dieses Projekts. "Aber", so ergänzt Präsident Kleiner schmunzelnd, "eigentlich sind die Filme natürlich ebenso für Jugendliche-fortgeschrittenen-Alters gedacht". ;-) Er wünscht uns allen viel Spaß beim Schmökern und Stöbern im Filmmaterial von Heuschrecken, die auf spiegelglatten Flächen laufen bis hin zu Robotern, die (hoffentlich) jede Woche ein bißchen mehr von menschlichen Sprachkommandos verstehen lernen...

Have Fun!



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Ludi naturae - Spiele der Natur

13. April 2008, 18:32

Würfelt Gott nun oder tut er es nicht, Herr Einstein? Welchen Regeln gehorcht die Tyche? Ist Glück berechenbar oder ist das Buch der Natur doch nicht in mathematischen Lettern geschrieben, Seniore Galilei? Wo endet Natur und wo fängt Kunst an? Ist die Natur Künstlerin oder ist es ihr göttlicher Schöpfer? ... Solchen Fragen gehen PhilosophInnen nach - insbesondere, wenn sie sich mit Spielen beschäftigen, einem Zweig der Philosophie, Wissenschaftsgeschichte und der Medienwissenschaften. Organisiert von Juniorprofessorin Natascha Adamowsky von der Berliner Humboldt-Universität fand dazu vom 10. bis 12. April eine internationale Tagung statt.

Transformationen eines antiken Topos in Wissenschaft und Kunst.

In der Antike wurde das Göttliche nach oben gedacht, auf den Olymp, in die Wandelsterne der translunaren Sphären oder darüber hinaus als Erster Beweger in das räumliche 'dahinter'. Wie die heiligen Bücher der abrahamitischen Religionen verknüpft auch Platon in seinem Demiurgen (dem kosmischen Weltbaumeister) die Natur und ihre Gesetzmäßigkeit am Anfang der Welt, also jenem Punkt, an dem es kein zeitliches 'davor' gibt und den wir heute Urknall nennen.  

Spätere Weltbilder entbehren einen göttliche Schöpfung und beschränken sich auf physikalische Theorien, Kosmologen sprechen von Ursuppe aus Quarks und fluktuierendem Quantenvakuum "vor" dem Urknall: Klingt das nicht ähnlich mysteriös und entrückt in den Ohren von Laien wie die frühere Deutung durch Gottheiten?

Parallel zu den erhabenen gab es auch schon immer Naturgottheiten, die in den sublunaren Sphären oder sogar mit den Menschen leben; deus sive natura (Gott ist in der Natur) ist eine zu allen Epochen wiederkehrende
Lehrmeinung in der Philosophie. Monotheistisch formuliert: Ist die weltschöpfende Gottheit nun also einE KünstlerIn, einE TechnikerIn oder vielleicht sogar einE PhysikerIn?

Schließlich ist die Wissenschaftsgeschichte seit der Neuzeit von zunehmender Mathematisierung gekennzeichnet. Zuerst in der Astronomie und Physik, später in der Chemie und - so hoffte man - bald auch in der Biologie werden alle Gesetzmäßigkeiten mathematisch beschreibbar. Seit der Entdeckung der Stochastik erscheint sogar das Glück, der Zufall berechenbar und moderne Computer (= Rechenmaschinen) generieren per 'randomize' Zufallszahlen. Doch wo ist die Grenze der Berechenbarkeit? "Mathematik ist", so der Mathematiker und Philosoph Dieter Mersch "stets unvollständig." Dieses fundamentale Wesen der reinsten aller Sprachen ist wohl der Grund für die vielen Tricks in Lösungsverfahren und Algorithmen sowie die Annährungen und Abschätzungen der theoretischen Physik.

Wortmeldungen der Philosophie

In den Geisteswissenschaften beginnt man nun erstmal zu definieren: Während die Physik danach sucht, "was die Welt im Innersten zusammenhält", versucht die Technik sie zu immitieren und zu kopieren und ggf. zu verbessern, wo man der Meinung ist, dass anderes praktischer wäre. Die Kunst versucht mit ästhetischem Ansinnen Ähnliches oder geht sogar auf Kontrast, wenn man z.B. Bauhausstile bis Popart betrachtet. So ist es wohl kein Zufall, dass das griechische Wort τέχνη [téchne] für Kunst(fertigkeit) heute eher eine bestimmten Zweig der Ingenieurswissenschaften bezeichnet; hier sind bereits in den Worten die gemeinsamen Wurzeln erkennbar. So wie die Physik nach der GUT, der Großen Vereinigungstheorie sucht, sucht auch die Philosophie die Eintracht ihrer Disziplinen: Vielleicht verschmelzen ja in der Genesis auch populistisch kontrastierend gedachte Disziplinen wie Kunst und Naturwissenschaft?

Alchimistische und theologische Ansätze zu diesen wurden von Forschenden auf sehr verschiedenen Gebieten vorgetragen, vor allem mit Schwerpunkten in der Frühen Neuzeit und in der Moderne: Sammlungen und Hypothesen aus der Frühen Neuzeit stellte Bert van de Roemer aus Amsterdam vor: Er nannte verschiedene Tree Stones in der Bibliothek Wanane in Schingette (Foto: Dolata)Erklärungsansätze der Gesteinsformationen und Muster und griff für astrologische Erklärungsversuche insbesondere Georg Rumphius (1627 - 1702) heraus: "Tree Stones" erklärte dieser beispielsweise durch Einflüsse des Planeten Merkur, Schutzgott der Boten und Reisenden. Nach dieser Hypothese ist die Luft der sublunaren Welt mit zopyra-Funken versetzt, die planetare Einflüsse anziehen. Je nachdem, welcher Planet auf ein Gestein wirke, werde der Stein unterschiedlich gemustert und geprägt.

Spätere Theorien besagen, dass die Baummuster in den Steinen Spuren von eindringenden Flüssigkeiten sind und das ist auch noch heute unsere Theorie. In der Frühen Neuzeit brachte man Gott in diesem Modell unter, indem er ja für die Bewegung dieser Flüssigkeiten verantwortlich zeichnet. Wieder ist also Gott der Künstler, der mit der Natur malt.

Bereits am Eröffnungsabend hatte der Berliner Forscher Hans Holländer bei seinem Vortrag in dem stilvollen Ambiente des Grünen Salons der Volksbühne auf diese Themen hingeführt, als er die 'vis plastica' des Zufalls und der Imagination an diversen Beispielen exemplifizierte: Landschaften, in denen Bilder und Figuren erscheinen. Dieses uralte Konzept, das zur Benennung von Bergen nach mythologischen Königen (z.B. König Watzmann in den deutschen Alpen) führt, wird in der Modern Art des 20. Jh. aufgegriffen, z.B. in Gemälde der nackten Mutter Erde, in dem Sandhügel den sanft geschwungenen Körper einer Frau modellieren. Professor Holländer berichtet darüber hinaus von Muscheln und Meeresschnecken, deren Musterung Inschriften erkennen lassen oder zufällig aufgelesene Steine, in deren Fissuren man Sternbilder oder das komplette römische Alphabet lesen könne u.v.a.m. Anne Eusterschulte von der Freien Universität Berlin untersuchte die Etablierung einer geokosmischen Wissenschaft bei Athanasius Kircher (1602 - 1680) und stellte folglich bereits eine Verknüpfung von Himmel und Erde her.

Biologischer Exkurs

Den Anschluss der unbelebten an die belebte Materie sucht Julia Voss aus Frankfurt, da ihr Sujet das biologischen Pendant der Frage nach der Perfektion ist: Darwins natürliche Evolution als Substituentin für Gott: Sind die Flügelfedern des Augenfasans ein Beweis für oder gegen Darwins Evolutionstheorie? Oder anders gefragt: Wie perfekt ist die Natur? Nach unserem heutigen Gebrauch der Alltagssprache sind Dinge "natürlich gewachsen", wenn sie eben nicht perfekt sind und gewisse Asymmetrien aufweisen. Als Charles Darwin seine Evolutionstheorie aufschrieb, führten Kritiker die Kreismuster auf jenen Flügeln, die auf den ersten Blick wie perfekte Gemälde dreidimensionaler Kugeln aussehen, als Gegenbeweis an, da solche Perfektion ja nur göttlichen Ursprunges sein könne. Darwin zeigte daraufhin die Fehler in diesen Mustern, also die Abweichung von der Perfektion, um ihre evolutive und natürliche Genesis zu untermauern.

Die Frage, ob Tiere spielen oder nicht, erscheint einigermaßen diffzil. Setzt man voraus, dass das Spielen eine bewusste Tätigkeit ist, so setzt es Hirntätigkeiten voraus, die manche Biologen nicht allen Lebewesen zuschreiben. Für manche entscheidendet sich die Frage, ob Tiere spielen können daher daran, ob sie mogeln können. Über das Mogeln, d.h. das bewusste Brechen aufgestellter Regeln gibt es Studien, die es für Affen und Meeressäuger belegen.

Dromedar auf einer Düne. Sahara 2008 (Foto: Fam. Dolata)

Die kleine Bildserie mit dem Dromedar auf der Düne lässt nicht klar erkennen, ob es bewusst mit dem Sand spielt oder nur versehentlich den Hang herunter rutscht (wie ich es in natura beobachtete). Mystiker und Cineasten würden in den Aufnahmen gewiss genauso gut herauslesen, dass eine Hand aus Sand links das Tier an der Nase stubst und rechts an seinen Hinterläufen festzuhalten sucht. Spielt jetzt der Sand mit dem Dromedar oder das Dromedar mit dem Sand?

Andere Dünen "singen", d.h. wenn man die Sandschichten an der Oberfläche ihrer steilen Flanke in Bewegung setzt, erklingt ein dumpfes Brummen wie von einem Didscheridoo: Geht man so eine singende Düne herab, erklingt das Geräusch mitunter weit hörbar. Spielt der absteigende Mensch mit dem Sand oder folgt er, der er extra für dieses Klangphänomen die Düne erklomm, nur der Einladung von Mutter Natur zu einem kleinen Spielchen?
 

Moderne

Spielt nun Gott mit der Natur und die Natur mit dem Menschen? Oder der Mensch mit der Natur? Früher wohl eher ersteres, doch mit der Industrialisierung kehrte sich das Verhältnis um. Im 19. und 20. Jahrhundert versuchte das abendländische Weltbild nun, jegliche Gottheiten aus ihrem Weltbild zu verdrängen und setzte sich selbst an seine Stelle - nicht nur als Richter, sondern auch als Demiurgos in Kunst und Wissenschaft. Diese parallelen Welten und ihre Knotenpunkte erläuterte Dieter Mersch aus Potsdam am Samstag Vormittag: Insbesondere in der Moderne nutzten Künstler wie Yves Klein die Natur aus, um ihre Werke zu erstellen. Er spannte beispielsweise ein Tuch und Farbe auf sein Auto und ließ den Fahrtwind damit ein zufälliges Muster erzeugen. In diesem Sinne sind es chaotische Werke, denn wie auch natürliche Prozesse, ist es den Schöpfenden stets nur erlaubt, die Anfangsbedíngungen zu kontrollieren. Dann nimmt der Zufall seinen Lauf. Ähnliche Methoden wendet auch dieDer Wind hat mit Grashalmen einen Kreis in den Sand gemalt und die Fotografin diesen mit Licht auf einen elektronischen Chip ge"schrieben". (Sahara 2007, Foto: Bettina Stille) theoretische Physik und die Mathematik an, um komplizierte Vorgänge in der Natur wie Wetter oder Klima zu beschreiben.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Fotografie: Sie hat sowohl in der Kunst als auch in der Wissenschaft vor allem im 20. Jahrhundert zentrale Bedeutung. Sie wird als perfekte Dokumentation einerseits der natürlichen Spiele (also der Natur selbst) und andererseits artifizieller Kompositionen von KünstlerInnen nutzbar ist. Das faszinierendste aber ist, dass hier die Natur selbst den Pinsel (aus Licht) führt und sich selbst abbildet. Insofern stellt sich die Frage, ob man von der 'Entdeckung' oder von der 'Erfindung' der Fotografie sprechen sollte: Lange bevor die Technik Gehäuse mit optischen Bauelementen zur Verstärkung und gezielten Nutzung des Schreibens mit Licht hervorbrachte, gibt es bereits Geschichten über Blitze, die Abbildungen in verschiedener Weise schufen: der Text eines aufgeschlagenen Messbuch wurde in ein Altartischtuch eingraviert oder ein Mensch unfreiwillig tätowiert, als ein Blitz dort oder in der Nähe einschlug.

Abschlussdiskussion

Mit der an diesem Vortrag entflammten Abschlussdiskussion demonstrierten die anwesenden GeisteswissenschaftlerInnen eindrucksvoll, wieviele Wunder es auch heute noch in der Welt gibt. Als Wunder bezeichnen wir, was sich unserer Erklärung (im Augenblick) entzieht. Wer die Entstehungsprozesse von Bildern in der Wissenschaft - wie z.B. Astrofotografien - nicht kennt, zerbricht sich womöglich lange den Kopf an der Frage, inwiefern NaturwissenschaftlerInnen überhaupt wissen bzw. herausfinden können, was an den gewonnenen Aufnahmen real ist und was quasi Bildfehler sind. An dieser Stelle kann ich nur allen KollegInnen aus der Philosophie raten: Wenn Sie wissen möchten, ob ein Bild, das einE AstronomIn vom Himmel aufgenommen hat, Staubkörner zeigt oder interstellare Strukturen, dann fragen Sie bitte zuerst, ob es sich um das Rohbild handelt oder bereits ein mit Bias und Flatfield-Aufnahme prozessiertes. An die Kollegen in der beobachtenden Astrophysik ist es vielleicht ein kleiner Appell, die Bildgenese und -bearbeitung ein wenig transparenter zu machen, so dass auch fachliche Laien leichter erkennen, wieviel Arbeit an den publizierten Bilder des Himmels steckt - dass es also wirklich keine Schnappschüsse aus den Astronomieferien sind.

Ein kleines Nachwort 

In der Öffentlichkeit und mithin auch unter GeisteswissenschaftlerInnen, die ihre Kenntnis ja auch im wesentlichen aus Zeitungen holen, kursieren bekanntlich komische Ideen von den Tätigkeiten von AstronomInnen. Natürlich ist unsere Wissenschaft nicht allein das Verbringen vieler Nächte am Teleskop, um ein Foto nach dem anderen zu gewinnen.

Selbstverständlich ist das Hinterfragen der Grenzen der Fehlerdiskussion interessant für beide, Geistes- und Naturwissenschaftler. Will man jedoch die Naturwissenschaften mit Fragestellungen der Geisteswissenschaften analysieren, so sind die Kenntnisse der beiden methodisch verschiedenen Richtungen gründlich zu studieren. Vielleicht ist auch dies ein Beispiel für die Wichtigkeit, dass Wissenschaftsgeschichte gerade des 20. Jahrhunderts und auch Epistemologie von FachwissenschaftlerInnen betrieben werden müssen und nicht von GeisteswissenschaftlerInnen, die fachliche Laien sind. Wenn all die Kenntnisse der (Astro)physik, die wir in (mindestens) fünf Jahren Studium vermittelt bekommen, auch für den Laien instantan präsent wären, dann wäre es unverständlich, warum das Studium so "lange" dauert. Jede/r Physikstudierende weiß aber sehr genau, dass das ein 200%-Fulltime-Job ist und man dabei ganz sicher nicht Däumchen dreht. Da also ein geisteswissenschaftliches Studium nicht hinreicht und ein rein-naturwissenschaftliches nicht das richtige Vokabular und Methoden lehrt, ist für die geisteswissenschaftliche Analysen der Naturwissenschaften (z.B. im Rahmen einer Wissenschaftsgeschichte) eine Doppelqualifikation erforderlich.


Link zum Tagungsprogramm: http://cu-artemis.culture.hu-berlin.de/ludinaturae/


einige Zitate, auf die hier referenziert wurde:

Albert Einstein: Gott würfelt nicht.

Galileo Galilei: Das Buch der Natur ist in mathematischen Lettern geschrieben.

"Yesterday I saw God. She was black."



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"Voyage extraordinaire" im Land der Bücher

06. April 2008, 20:11

02.03.2008 Flughafen Atar, Mauretanien: Mit einer Gruppe von neun europäischen Touristen komme ich in der Sahara-Stadt an. Auf diesem International Airport landet ein Flugzeug pro Woche. Wir stellen unsere Uhren von MEZ eine Stunde zurück, also auf GMT. Nach herzlichem Empfang durch die Freunde werden wir mit dem Chêche ausgestattet, einem Tuch, das zugleich Kopfbedeckung und Mundschutz gegen Sand und Staub ist, geht unsere Reise mit Allradfahrzeugen ca. 1.5 Stunden die Pisten des Adrar-Gebirges hinauf und nach Schingette.

 Karawane März 2008, Foto: SMH

 Karawanen mit Astronomie-Kurs

Am nächsten Morgen werden ein paar Dromedare mit unserem Gepäck beladen, ein weiteres bekommt zwei Fässer Wasser und dann setzt sich die Karawane in Bewegung: Gemeinsam mit meinem einheimischen Kollegen und Freund Machmud führe ich nun deutsche Touristen durch das magisch wirkende Dünenmeer Erg Ouarane und die Sterne darüber. Ein kleines Teleskop haben wir aus Deutschland mitgebracht: Durch den 100/1000 SkyWatcher betrachten Touristen und Nomaden immer wieder gerne den Mond oder Saturn; am Morgenhimmel steht gerade Jupiter. Hartnäckige werfen vielleicht noch einen Blick auf kugelige oder offene Sternhaufen. Von nun an trage ich den mauretanischen Schleier - nicht aus religiösen Gründen, sondern weil sich das den ganzen Körper umfassende Tuch als praktisch erweist: Mit dem luftigen Umhang spielt der Wind und durch geschicktes Wickeln kann man auch eine Kopfbedeckung und einen Mundschutz gegen Fliegen und den fliegenden Sand erhalten.

FAQ "Hast du es als Frau schwer, in dieser Gesellschaft zu arbeiten?" Nicht schwerer als in Europa (und es gibt überall 'solche und solche'): Gleichberechtigung ist glücklicherweise keine Frage der Religion, Hautfarbe oder Herkunft. Ich bin assimiliert und habe das Glück, mit zwei aufgeschlossensten und anständigsten Mauretaniern zusammen zu arbeiten, die man hier findet. So haben mich meine männlichen Kollegen als "dame de faire" (Dame der Taten) und "femme moderne" (moderne Frau) akzeptiert und in den Mitarbeiterkreis aufgenommen: wir arbeiten freundschaftlich zusammen: Nach der anfänglichen beidseitigen Unsicherheit haben wir uns m.E. nun recht gut arrangiert. Wir haben gemerkt, dass wir alle Menschen von ähnlicher Bauart sind - also gleich bis auf subtile Unterschiede und können daher prima zusammenarbeiten. Sie haben festgestellt, dass diese weiße Frau zuhause wie hier ganz ähnlich lebt wie sie und versucht, sich ihnen anzupassen, so dass sie mich schließlich liebevoll "notre petite soeur" (unsere kleine Schwester) nennen.

Sonnenbeobachtung mit und ohne Teleskop 

Sonnenbeobachtung, kurz vorm Merkurtransit 2007 (Foto: Berthold, herzlichen Dank!)
Navigation ohne GPS; wir gehen nach dem Sonnenstand - das wichtigste Hilfsmittel ist die Uhr. Durch eine Gnomonmessung über Mittag hatte ich bereits vor ca. zwei Jahren herausgefunden, dass wir hier ca. eine Stunde westlich von Greenwich unterwegs sind. Ein 31 mm hoher Akazienstachel hatte damals als Schattenwerfer funktioniert und ich hatte von 12:34 bis 14:15 (MEZ) in der sengenden Sonne vor Neyane, der singenden DüneAkaziengnomon, 2006 & 2007 gemessen. Mit arctan(h/l) mit Gnomonhöhe h und Schattenlänge l ergibt sich die Sonnenhöhe und als arithmisches Mittel paarweise gleicher Schattenlängen am Vor- und Nachmittag der wahre Mittag. Die größte Schwierigkeit ist die horizontale Lagerung der Messplatte (meines Tagebuchs) und die lotrechte Positionierung des Gnomons darauf. Da Sand jedoch ein hochgradig amorphes Medium ist, lies sich dies mit geduldiger Justierarbeit bewerkstelligen. Unter Berücksichtigung der Zeitgleichung und der Deklination der Sonne lässt sich die geographische Position recht gut bestimmen, gerade jetzt ums Äquinoktium besonders einfach.

Gegenüber seiner Flughafenzeit (staatlich genutzter Zeit) liegt Schingette fast eine Stunde weiter westlich; die exakte Koordinate ist 12°21'.9 w.L. Die geographische Breite wird nachts am Polarstern bestätigt: schon der simple Test mit ausgestreckter Hand für die Touristen liefert ca. 20°. Die GPS-Messung eines Reiseteilnehmers in der letzten Woche, also Ende März, zeigte für Schingette 20°27'.6 n.B.

Jetzt zum Frühlingsäquinoktium steht also die Mittagssonne bereits ca. 70° überm Horizont und beschert uns Temperaturen um die 42°C im Schatten. In diesem Jahr gibt es erstaunlich viele Wolken und viel starken Wind, der also auch Sand transportiert. Es regnet nur dreimal und jeweils sehr wenig in den guten vier Wochen meiner Reisen, aber wolkenverhangen ist der Himmel desöfteren: nur an zwei Abenden der Astronomie-Karawanen können wir mit dem Teleskop beobachten. Ansonsten ist es entweder bedeckt und/ oder es weht derart viel Sand, dass ich um das Gerät bange. Meine kleine Astronomieschule beschränkt sich daher auf Theorie von Sternbilderlehrgängen über Navigation bis hin zur Astrophysik und diesmal auch vielen Diskussionen über Astrologie: aus der Kulturgeschichte lassen sich leicht die gemeinsamen Wurzeln und auch die Gründe für die Trennung von der Astronomie ablesen.

Diskussionen über Astrologie 

Die abendländische Astrologie kommt schließlich aus dem alten Babylon, wo sie auf der Basis eines sehr spirituell determinierten geozentrischen Weltbildes sehr plausibel war. Dass heute die Sternbilder der Ekliptik nicht mehr mit den Sternzeichen, also den Abschnitten auf der scheinbaren Sonnenbahn zusammen fallen, sieht man am eindrucksvollsten am Sternbilder Skorpion (s. folgende Abb.): sie tritt in das Sternbild, wenn die Geburtstagskinder sich gerade aufhören nach ihm zu nennen und passiert es nur eine Woche, um dann drei Wochen den Schlangenträger (Ophiuchus) zu durchqueren. Die Betrachtung des generischen Ursprungs Sternbildernamen und der Zusammenhang der Ekliptikabschnitte mit dem Kalender, den Jahreszeiten, Bauernregeln und Fruchtbarkeitszyklen der Antike helfen die Urgründe der Astronomie und Astrologie zu verstehen und das Esotherische von der Wissenschaft zu trennen. Moderne Fakten wie die kombinatorisch ermittelbare Tatsache, dass es für eine Horoskopzeichnung aufgrund der zahlreichen Interpretationsregeln Millionen von Deutungsmöglichkeiten gibt, helfen vielen Menschen, die Astrologie selbst in ihr Weltbild einzuordnen. 

Skorpion: Sternbild und Sternzeichen (Grafik: SMH 2001)

 

Nomadenleben in der Wüste 

Ein sehr einfaches Leben, das wir hier leben: Bekleidet mit simplen Tüchern und einfach geschnittenen Gewändern ziehen Mauretanier durch ihre Wüste, barfuß oder nur in Sandalen. Die Ernährung ist ebenso einfach: man trinkt Zuckermilch und maurischen Tee, isst Brot und Eintöpfe auf der Grundlage von Reis, Couscous (Hirse) oder seltener Nudeln. Luxus in der Wüste ist frisches Obst wie Mandarinen und Äpfel: sicher nicht nach DIN oder EU-Norm, aber sehr schmackhaft. Unsere muslimischen Köche bringen auch große Toleranz für unsere zentraleuropäische Subkultur des Vegetarierdaseins auf: Aus gesundheitlichen Gründen untersagt ihnen ja ihre Religion den Konsum von Schweinefleisch, und bei uns sind es eben noch ein paar weitere (alle) Sorten von Getier, auf die wir verzichten. Daher wird tatsächlich auch ein Eintopf in zwei Töpfen zubereitet: Neben dem vegetarischen Haupttopf wird die Nahrungsergänzung für die "Tottieresser" ;-) separat zubereitet. So lehren Einsamkeit und Dürre der Wüste den friedlichen Umgang und gegenseitigen Respekt verschiedener Kulturen.

petite soeur (Foto: Jérôme Blößer)

Wir gehen durch die Wüste, d.h. wirklich durch den Sand - und nichts als Sand um uns herum. Es ist eine Zeit ohne Computer und ohne Telefon: der totale Kontrast zum europäischen Alltag, wo wir alle in Freizeit und im Büro vor den Bildschirmen sitzen - nicht wahr? (eine tautologische Frage in einem Webblog) 

Hier ist ein großer Fortschritt in dieser Saison, dass man mittlerweile über ein lokales Handynetz wenigstens auf den Dünen telefonieren kann - dank der neuen Sendemasten in Schingette, deren Feldstärke jedoch nicht in die Täler zwischen den Dünen reichen. Bis wir wieder in die Stadt kommen werden, sind wir also relativ abgeschnitten von der Zivilisation. Auch dann habe ich jedoch keine Zeit für lange Heimatgespräche, denn sofort werde ich umringt von Freunden und Bekannten, Händlern und Touristen, die meine vermittelnden Dienste brauchen oder per "téléphone arabe" (wie die Franzosen die Sorte Tratsch nennen, die bei uns "Buschfunk" heißt) nach Neuigkeiten fragen oder solche erzählen. Wie sonst soll man Nachrichten verbreiten ohne Zeitung und ohne Fernseher und wenn selbst Radios eher rar sind; d.h. für mich: Bin ich in Afrika, dann bin ich hundertprozentig dort und verliere ein bißchen den Kontakt nach Hause. Internetverbindung gibt es in Schingette noch nicht; dazu fährt man nach Atar - wo wir jedoch stets nur extrem wenig Zeit haben, weil wir nur Touristen zum Flugzeug bringen oder abholen.Touristenteleskop

Ein privater Webblog zweier Teilnehmer befindet sich hier.

 


 

Eine motorisierte Extra-Tour zwischen den Karawanen zu Fuß 

17.3. Ein Tag nach dem Geburtstag der ersten Astronomin, die im 18. Jahrhundert für ihre wissenschaftliche Arbeit vom englischen König ein Gehalt bekam, Caroline Herschel, beginne ich meine eigene kleine Landeserkundung: Das dritte Jahr bin ich nun hier unterwegs, aber bisher kenne ich von dem riesigen Land hauptsächlich ein paar Dünen um Schingette. Dankbar nehme ich daher das Angebot eines Freundes an, mich nach den zwei Wochen Karawane zu Fuß, zu einer kleinen Rundreise mit einem Allrad-PKW einzuladen: Aleya ist professioneller Chauffeur und fährt mit mir nach Uadane, einer ebenso alten und bedeutenden Stadt wie Schingette, mit ebenso faszinierenden alten Büchern. (Vgl. mein Artikel "Heliozentrische Schätze im Sand") Bereits im 12. Jahrhundert blühte hier der Karawanenhandel, wodurch auch diese Stadt Umschlagplatz des Wissens wurde. Gründer der Stadt sind drei Weise und neben deren Häuser siedelten sich weitere Gelehrte an, so dass die Straße heute "Rue des 40 Savants" (die Straße der 40 Gelehrten) genannt wird. Über die Stadt und ihre alten Bibliotheken werde ich an anderer Stelle ausführlicher berichten.

 

 Bücherschätze in Ouadane, SMH 2008

Wir besuchen die Oasen Tanuschert, Terschit und M'Heirit und fahren sogar bis zur Hauptstadt Nuwakschut. Zum christlichen Hochfest, Ostern, dessen Termin ja mit dem Vollmond nach Frühlingsanfang nachwievor astronomisch bestimmt wird, weile ich also in der Hauptstadt einer islamischen Republik und sehe im Hotelzimmer auf CNN Nachrichten über den US-Wahlkampf. Bizarr! Als ich am Nachmittag des Karsamstag die Kirche aufsuche, wird dort gerade das Osterfeuer und die Mitternachtsmesse vorbereitet. Unser Weg durch die Stadt führt uns danach an der großen Moschee vorbei in Richtung Strand, wo die Fischer ihre Beute aus einer der fischreichsten Küsten Afrikas feilbieten. In Nuakschut sind sogar die Bürgersteige und Mittelstreifen mit Schalen harter Atlantikmuscheln gepflastert - und das alles nur ca. 4.5 Autostunden entfernt von der Trockenheit der Sahara in Schingette, in dessen Umgebung man lediglich 1 cm-kleine Schnecken und Muscheln des Tethys-Meeres in der Kreidezeit (also vor ca. 130 Mio Jahren) zwischen den Sanddünen findet.
[weitere Infos: Schatenek, Sahara, Franckh-Kosmos-Verlag 2006]

"Unter allen Ländern wähle ich Mauretanien..."
... singt Dimi, eine populäre mauretanische Sängerin in ihrem arabischen Dialekt, Hassaniya. Es gibt sicher viele Gründe für solch starke Liebe zu diesem Land mit vielen Kuriositäten. Mit das faszinierendste aber aus Sicht einer studierten Astronomin mit einer Fächerkombination von Wissenschaftsgeschichte und moderner Physik ist die Verklärung des Buches. Es gibt ein Denkmal in der Mitte eines Autokreisels in Nuwakschut: ein riesiger Bücherstapel, um den alles kreist. Mauretanien, das Land der Bücher! Auch in der Herberge, in der wir in Schingette untergebracht sind, hängt eineDenkmal in einem Autokreisel Nuwakschut (SMH 2008) Buchmappe an der Stirnseite der Zimmer - also an jener Stelle, wo in Süddeutschland ein Kruzifix prangen würde.

Im Nationalmuseum in Nuwakschut werden nomadentypische Utensilien und Bräuche vorgestellt sowie landestypische Gesteine und Geomorphologien präsentiert. Der Museumsdirektor führt mich persönlich sehr kompetent und munter durch die Ausstellung, dass es eine Freude ist, ihm zuzuhören. Ein Gang durch die Geschichte Mauretaniens von der Steinzeit bis heute und durch verschiedene Ethnien. Seit dem Altertum ist diese Gegend ein Schmelztigel von Mauren (= Berber + Araber) und Negroafrikanern, islamischem Monotheismus und nomadischen Dschahiliyya-Bräuchen. Hier lernten völlig unterschiedliche Menschen das friedliche Zusammenleben. So wurde es ein Land des Wissens und der Weisheit, die sich bei so viel Handel unweigerlich sammelten. Dennoch ist Mauretanien heute eines der ärmsten Länder der Welt und weist folglich einen hohen Bevölkerungsanteil von Analphabeten (ca. 50 %) und Menschen geringen Bildungsstands auf. Es ist ein Land der Kontraste, die friedlich nebeneinander stehen. Ein faszinierendes Land, dessen liebe und herzliche Menschen ich vermissen werde. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen im November - inshallah!

 

 

 


02.04. zurück in Europa - ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die Sonne scheint, aber ich empfinde 15°C als schrecklich kalt. Das dezente Summen des Laptops in meinem Büro empfinde ich als tosend und fast unerträglich laut nach den Wochen in der Stille, die nur durch Fliegengesummse ab und zu unterbrochen wurde. Gewöhnungsbedürftig! 

Als ich heim komme, sitzt mein Bruder mit seiner Freundin im Garten, aus dessen Boden bunte Frühlingsblumen sprießen. So viel grün und bunt habe ich lange nicht gesehen. Hellblonde Menschen mit blauen Augen: ein Wunder der Natur! Fühl mich fast fremd in der eigenen Familie. Mir fällt (jetzt erst) auf, dass ich seit nunmehr fast fünf Wochen kein Käsebrot gegessen und keinen Kaffee getrunken habe, was für mich in Europa selbstverständlich ist. Wasser sprudelt hier aus der Wand in vollem Schwalle, wenn man den Hahn der Dusche aufdreht! Und eine Maschine wäscht meine Wäsche und eine andere spült das Geschirr - nicht mehr Abwaschen mit Sand und erstmalig keinen Sand in den Haaren, Ohren und Augen. - Dafür fehlt hier der Himmel: Tags fällt nur wenig Sonnenschein in mein (40cm x 60cm)-kleines Souterrain-Fenster und nachts erkenne ich draußen gerade mal die Skelettlinien des Löwen mit Saturn darin, aber wirklich keinen einzigen Stern mehr; Grenzhelligkeit bei 2 bis 3 mag, je nach Witterung. Schlagartig bin ich per Flugzeug in eine andere Welt gebeamt: Ist es nur ein anderer Ort? Oder waren es gemäß dem Sprichwort "The past is a foreign country" vielleicht einige Jahrhunderte ... oder gar Jahrtausende...?

 


Literatur

 

  1. Ulrich Rebstock: Maurische Literaturgeschichte, Ergon Verlag, Würzburg 2001
  2. Wolf-Dieter Seiwert [Hrsg]: Maurische Chronik, Kiepenheuer Verlag Leipzig, Weimar, 1988
  3. Schatenek, Sahara, Franckh-Kosmos-Verlag 2006
  4. Gauthier, Yves & Christine: L'Art du Sahara, archives des sables, seuil, 1996

 

 



Anm.: Danke an Jérôme für das Foto in den Dünen und an wüstenwandern und seinen Klienten für die wunderschöne Zeit! Spezieller Dank an Aleya! Merci, mon ami, schukrán!

 

 



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Astronaut in der Schule

22. Februar 2008, 22:27

Eigentlich wollte der Lion's Club nur einen Astronauten zum Clubabend einladen. Als die Leitung des Schuldorfes Seeheim das erfuhr, war jedoch schnell beschlossen, dass auch die SchülerInnen etwas von diesem Groß-Event haben sollten und durch das Engagement des Astronomielehrers Christian Wolff wurde daraus schnell eine große Tagung, die 1. Bergsträßer Weltraumtage.

In einer Ausstellung stellten sich die lokalen Volkssternwarten und Vereine aus Darmstadt, Frankfurt und Heppenheim vor. So konnte natürlich auch der größte deutsche Astronmie-Verein, die VdS nicht fehlen: der Vorsitzende, Otto Guthier, baute persönlich den Stand auf. Neben den großen Raumfahrt-Vertretern aus der Region wie ESOC, Eumetsat und der Mainzer Physik-Arbeitsgruppe für Mars-Forschung stellten sich auch diedie Astronomieschule von Oliver Debus vor. Er lud nicht nur mit einem Stand zum Plaudern ein, sondern auch zu einem Workshop als Lehrerfortbildung am Freitag Vormittag.

Auch die Schülerinnen und Schüler dieser ersten deutschen Gesamtschule hier in Seeheim stellten sich vor: Die Schule ist in den 1950er Jahren gegründet worden, erzählt Christian Wolff. Das damals völlig neuartige Konzept umfasst auf einem riesigen Komplex - eben enem richtigen kleinen Dorf - eine Kita, eine Grundschule, eine Real- und eine Hauptschule sowie ein Gymnasium. Der neueste Clou ist eine internationale Schule mit zweisprachigem Unterricht in Englisch. Bisher ist es nur eine Grundschule, aber sie soll die Lernenden weiterführen. Wenn er zwischen zwei Unterrichtsstunden das Gebäude auf dem weitläufigen Gelände wechseln muss, komme ihm sein dynamischer Charakter sehr zugute, sagt der sportlich gebaute Lehrer für Englisch und Geographie. Trotzdem hat er noch genug Energie übrig, dienstags nachmittags eine Astronomie-AG anzubieten. "Es ist echt toll," schwärmt eine Schülerin, "dass man da das in Physik gelernte gleich anwenden kann. Manchmal ist es aber auch umgekehrt: manchmal sitzen wir in Physik und denken 'das hatten wir doch neulich in Astro'." Den Teilnehmenden der fakultativen schultypübergreifenden AG und ihrem Lehrer ist gemein, dass sie von diesem Fach begeistert sind.

Den Spaß und Erfolg, den sie haben, gönnt der junge Lehrer auch allen anderen Menschen und so tritt Christian Wolff auch vehement dafür ein, dass die Astronomie als Schulfach eingeführt werden soll. Dazu plant er die Gründung einer "Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie (DGSA)" - ganz nach der Devise Diesterwegs:"Die Astronomie ist eine herrlich erhabene, weil erhebende Wissenschaft. Deshalb sollte sie keinem, auch nicht einem vorenthalten werden." Diese Organisation soll in die Fußstapfen der proAstro-Bewegung treten, die seit vielen Jahren in Sachsen gegen die Abschaffung des Schulfaches protestierte.

Als Debut-Highlight des Weltraumjprogramms war also ein Astronaut angekündigt. Da es Missionsverzögerungen gab, konnte der eingeplante Gerhard Thiele leider nicht erscheinen. Er hatte sich aber persönlich um eine Vertretung bemüht: So kamen wir zu dem Erlebnis von Dr. Reinhold Ewald, einem Physiker, der durch sein ausgeprägtes närrisches "R" seine rheinische Herkunft und kölnische Prägung wirklich nicht verhehlen kann.Wink Unterhaltsam plauderte er aus seinem Astronauten-Nähkästchen, wie es eben nur Physiker tun können: Physiker erkennt man im Weltraum z.B. daran, dass sie sofort mit verschmitztem Lächeln an Impulserhaltung denken, wenn sie durch einen Tastendruck auf dem PC allmählich durch die Raumstation treiben. So ein Missionsspezialist wie Ewald, der 40jährig 1997 mit den Russen zur MIR flog, ist jedoch ein richtiger Allround-Experimentierknecht. Insbesondere musste er noch medizinische und biologische Experimente durchführen und konstatierte mit breitem Grinsen in Erinnerungen schwelgend: "Sie glauben ja gar nicht, wie anstrengend es ist, sich die ganze Zeit gesund zu ernähren - aber das musste ich für ein medizinisches Experiment."

Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen und aller Schultypen hatten in den letzten Monaten an einem Astro-Malwettbewerb teilgenommen. Heute Abend sollten die Preisträger gekürt werden. Nachdem die Kids ihre Preise aus der Hand des Schulleiters in Empfang genommen haben, wurden sie zum Gruppenfoto mit Astronaut gebeten - ein wahrer Höhepunkt des Abends!

Ewald, der kein Bild gemalt hat, mit den Preisträgern des Malwettbewerbs



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... und es ward Licht in Jena

12. Februar 2008, 16:07

Vierhundertfünzig Kerzen auf einmal ausblasen, muss ganz schön anstrengend sein. So entschied man sich in Jena für ein großes Symposium anlässlich des Universitätsgeburtstags!

Aus diesem Anlass versammelte sich die thüringische HighSociety aus Politik und Wissenschaft in der hübschen Stadt, die mindestens durch die größten deutschen Poeten berühmt ist - aber auch gerade in der Astronomie aber seit Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott nicht mehr wegzudenken ist. » weiter

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Heliozentrische Schätze im Sand von Mauretanien

31. Januar 2008, 00:21

Heiß brennt die Sonne über der Sahara. Die gewaltige Feuerkraft unseres Zentralgestirns trocknet gnadenlos alles aus, das sich nicht regelmäßig mit Flüssigkeit versorgen lässt - Verrottung ist extrem verlangsamt. Für Lebewesen ist die Wasserknappheit natürlich anstrengend, aber aus konservatorischen Gründen ist es ein Traum! Welche glückliche Fügung des Schicksals, dass die Menschen hier zum muslimischen Kulturkreis gehören sind und mithin aus kulturellen Gründen quasi automatisch für Restauration und Erhalt des Alten Sorge getragen wird! » weiter

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Bergsträßer Weltraumtage 21.- 23.02. 2008

22. Dezember 2007, 14:25

Vom 21. - bis 23. Februar 2008 werden am Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim die Bergsträßer Weltraumtage stattfinden. Informationen gibt es dazu demnächst unter
www.weltraumtage.de

Geplante Highlights:

Am Eröffnungsabend wird der eh. ESA-Wissenschaftsastronaut, Gerhard Thiele, über seine Erfahrungen im Weltraum und auf der ISS einen Vortrag halten. Eine anschließende Diskussionrunde erlaubt auch persönliche Fragen an ihn.

Über die gesamte Dauer ist eine Ausstellung unter dem Motto "Astronomie und Raumfahrt in die Schulen" und interessantes Vortragprogramm geplant. Sehr berühmte Aussteller, die bereits fest zusagten, sind die ESA/ESOC und das DLR (vertreten durch den Vorsitzenden des Vorstandes Prof. Dr. Wörner). Weitere Aussteller stehen in Verhandlung.

Vertretungen mehrerer Landesverbände der derzeit in Gründung befindlichen Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie (DGSA) stellen sich einer öffentlichen Sitzung und Pressekonferenz.

Organisiert werden sie von dem engagierten Astronomielehrer, Christian Wolff, erreichbar unter der Adresse: mail@dqsa-hessen.de

 



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Apophis - der Name des Schreckens

06. Dezember 2007, 13:43

Ist es Zufall oder liegt es am Namen, dass von den unzähligen Planetoiden ausgerecht dieser als Bedrohung aufgefasst wird?

Der griechische Name dieses Steinbrockens bezeichnet eine alt-ägyptische Gottheit, die als Inkarnation des Bösen betrachtet wird. Sie ist sogar derart böse, dass sie in alten Überlieferungen gar nicht dargestellt wird - auf dass nicht das Unheil lebendig werde und unter den Menschen wohne.  

Apep, wie der ägyptische Gott eigentlich hieß, findet in der ägyptischen Darstellung erst so spät Erwähnung, dass man über die Herkunft des Wortes sehr wenig weiß. Es gibt sehr viele Erklärungsversuche, die jedoch sämtlichst auf großer Spekulation beruhen, vielleicht war es ursprünglich die Bezeichnung eines gefährlichen Tieres der Wüste? (z.B. einer Riesenpython oder eines heute ausgestorbenen Tieres - ein Streitpunkt für Ägyptologen, wie die ganze Gottheit an sich)

Im Totenbuch der Ägypter werden jedenfalls Horrorszenarien verbal gemalt, bei denen Apophis den Untergang der Welt herauf zu beschwören sucht. Glücklicherweise wird dies durch tapfere Götter Nacht für Nacht verhindert.

Sollen wir also einfach hoffen, dass diese Götter uns auch im modernen Analogfall des 21. Jahrhunderts nach Christi Geburt helfen werden, wenngleich heute niemand mehr an sie glaubt? - In diesem Zusammenhang ergeht es ihnen schließlich nicht anders als ihrem gefürchteten Widersacher mit dem Namen des Schreckens.

Darum es interessant, über eigene Initiativen nachzudenken wie sie Michael Kahn vorschlägt!

 



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BoHeTa 2007

19. November 2007, 00:36

"Schön, dass die BoHeTa auch im Zeitalter des Internets noch ein Forum bietet, wo man sich persönlich trifft." resümiert Veranstalter Peter Riepe. Glücklicherweise streikte die Bahn an diesem Tage nicht mehr, so dass es wieder möglich war, binnen 20 Stunden Berlin-Bochum retour mitsamt Tagungsprogramm zu erledigen. So hatten sich Leute aus der ganzen Bundesrepublik eingefunden: aus Heidelberg, Stuttgart, dem Saarland oder aus Berlin traf man sich am 17.11. 2007 wieder bei der Bochumer Herbsttagung im Pott. » weiter

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Skorpione in Abend- und Morgendämmerung

19. November 2007, 00:27

Abenddämmerung. In äquatornahen Ländern sieht man gerade noch den Schwanzstachel des großen Spinnentieres im Tierkreis über dem Horizont. Seinen Kopf legt er bereits auf die großen gelben Sanddünen der südlichen Sahara als wollte er in sie eintauchen. Augenblicklich steht der Stachel wie ein Pfeil schräg unterhalb des Jupiter, während das Zodiakallicht den Westhimmel erfüllt. Vor einigen Tagen hatte ich morgens Besuch von seinem ca. 10 cm großen irdischen Vorbild: Neben meiner Isomatte hatte er sich in der Stunde des Morgenlichts kurz vor Sonnenaufgang ausgegraben, als wir gerade beim Aufstehen waren. Gut, dass niemand ihn geärgert hatte: Die grünen Skorpione lähmen "nur" für ein paar Tage, das Gift der schwarzen ist tödlich. » weiter

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