OasISS-Mission erfolgreich gestartet

Der ESA-Astronaut Frank De Winne ist heute (Mittwoch) mit einer
Sojus-Trägerrakete zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet. Der
Start um 12:34 Uhr vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan
funktionierte problemlos. De Winne wird sechs Monate an Bord der ISS
bleiben, um zu forschen und sich um den Betrieb von Roboterarmen zu
kümmern.
Für seine Forschungsarbeiten an Bord der ISS wird De Winne vor allem
das europäische Columbus-Labor nutzen. Zu den Versuchen gehören unter
anderem auch Studien, wie man Knochenschwund (Osteoporose) vorbeugen
kann. Im Herbst wird mit Frank De Winne zudem zum ersten Mal ein
Europäer ISS-Kommandant. In dieser Funktion ist er für den Betrieb und
den Schutz sämtlicher Module, Geräte und Nutzlasten, für die Leitung
der Bordaktivitäten und die Gewährleistung der Sicherheit der
Mannschaft verantwortlich.
Damit verdoppelt sich die Zahl der ISS-Besatzung, die nach zehn Jahren
nun endlich auf die ursprünglich Sollstärke von sechs Personen
aufgestockt wird. Zum ersten Mal werden dann Raumfahrer aller an der
ISS beteiligten Partner in der Raumstation forschen und arbeiten.
Neben dem Belgier De Winne, fliegt der Kanadier Robert Thirsk und der
Russe Roman Romanenko zur ISS. An Bord treffen sie auf den Russen
Gennadi Padalka, den US-Astronauten Michael Barratt und den Japaner
Koichi Wakata.
Am Freitag sollen die drei Raumfahrer die ISS erreichen, wo sie ein
halbes Jahr bleiben werden. Anders als bei bisherigen Missionen hat die
Mannschaft an Bord diesmal ganze vier Monate Zeit, den Neuankömmlingen
die Neuerungen und den Stand der Arbeiten zu zeigen. Damit hat die
höhere Besatzungszahl auch ihr Gutes. Dass es in dieser Zeit an Bord
der ISS aber ein Platzprobleme geben wird, lässt sich nicht leugnen.
sf/ Quelle: ESA
Ähnliche Artikel:
- GOCE erfolgreich gestartet!
- China behält den Mond fest im Blick
- GOCE: Startabbruch heute 7 Sekunden vor Launch!
- Eine Raumfahrer-Legende besucht Deutschland
- Ein Planetensystem zum Selberbauen

Vielleicht kannst Du Licht in folgendes "Rätsel" bringen: Warum scheint die Bemalung der Soyuz-Rakete heute deutlich anders als vorgestern beim Roll-Out gewesen zu sein? Man vergleiche die ersten beiden Bilder in diesem Artikel: Erst ist alles braun (bis auf den vorderen Teil), heute scheint das meiste weiß gewesen zu sein, so weit in TV-Qualität zu erkennen. Werden die Soyuz-Starts etwa von RosKosmos in einem Fernsehstudio vorgespielt und hat man einen Anschlussfehler gemacht? :-)
Ich vermute, des Raetsels Loesung liegt in Eisbildung auf den Teilen der Rakete, unter denen Tanks fuer den Oxidator, fluessigen Sauerstoff, liegen.
Hier ist die unbetankte Rakete, Booster und Erststufe sind komplett braun.
http://farm4.static.flickr.com/...6860fe5f.jpg?v=0
In dieser Schnittzeichnung sieht man, wo die Fluessig-Sauerstofftanks sind (blau):
http://sci.esa.int/...edia/img/3c/ACFMCBx4aWOP.jpg
Und hier sieht man eine - dann natuerlich betankte - Sojus-Rakete beim Abheben. Da sieht man deutlich, wie auf den Bildern vom aktuellen Start, dass dort, wo in der Schnittzeichnung die LOX-Tanks sind, die Farbe sich zu weiss geaendert hat. Offenbar also Eisbildung.
http://upload.wikimedia.org/...uz_TMA-9_launch.jpg
Hallo Herr Khan, klingt sehr einleuchtend. Ich hatte unsere russischen Freunde inzwischen mal gefragt. Die sehen das ähnlich. Das braune sind spezielle Legierungen als Hitze-/ Kälteschutz. Und wenn, wie beschrieben, der flüssige Sauerstoff betankt wird, so bildet sich vermutlich ganz schnell eine dünne Eisschicht an den entsprechenden Stellen.
Gruß,
Stephan
Inzwischen gibt es ein scharfes Foto der startenden Rakete, und die weiße Schicht sieht in der Tat wie Eis aus.
Darauf bin ich wohl deswegen nicht gekommen, weil im Hinterkopf die "Ice Teams" der NASA herumgeisterten, die dafür sorgen, dass sowas beim Space Shuttle gerade nicht passiert.
Aber bei der russischen Technik ist das offenbar egal. Eigentlich erstaunlich, sollte die rauhe Eisschicht doch eigentlich etwas die Aerodynamik/Luftreibung beinflussen - oder wurde das bereits einkalkuliert?
Herr Fichtner: In der Tat, ich konnte bei Boostern und Oberstufe auch keine besondere Isolierung feststellen, und wenn es sich da um Legierungen handelt, wird eine Eisbildung wohl nicht zu verhindern sein.
Herr Fischer: Beim Shuttle verschärft sich das Problem ziemlich, denn da hat man nicht nur LOX bei etwa 90 K, sondern auch LH bei unter 30 K, also so kalt, dass selbst Luft gefrieren würde.
Booster, Zentralstufe und Oberstufe der Sojus dagegen verwenden nicht LH als Brennstoff, sondern Kerosin.
Hier sieht man eine Schnittzeichnung des Shuttle-Außentanks.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f9/Shuttleexternaltank.jpgDas Problem ist nicht allein die Rauheit, sondern Schäden, die abplatzende Eisbrocken erzeugen koennen, insbesondere, wenn genau neben dem Tank so etwas Empfindliches ist wie der Bauch des Orbiters.
Genau das Problem hat man bei der Sojus aber nicht, wenn da etwas abplatzt, richtet es wahrscheinlich keinen Schaden an. Das bemannte Schiff zumindest sitzt da, wo es hingehoert, nämlich an der sichersten Stelle der Rakete, ganz oben, und auch noch so, dass dem Hitzeschild nichts passieren kann.
Hallo zusammen,
russische Raumflugtechnik ist eben extrem unempfindlich!
Русская техника выдерживает много!
До свидания
> Русская техника выдерживает много!
Und das ist auch gut so! (TM)
Bei bemannten Missionen sollte die Technik so robust und solide wie nur eben möglich sein.
Bei aller nicht zu übersehenden Robustheit russischer Technik muss doch eins betont werden.
Das Plus an Sicherheit, das Sojus unbestreitbar bietet - in mittlerweile über 100 Flügen nur 2 Unfälle mit Todesfolge, der letzte vor 38 Jahren - das ist nicht nur robuste Technik.
Es ist natürlich *auch* ein Verdienst robuster Technik, denn einige Male war es wirklich brenzlig, das letzte Mal mit TMA-11, und dennoch sind die Insasses zumeist auch dann mit heiler Haut davongekommen.
Aber es ist vor allem ein Indiz dafür, dass hier genau das richtige Konzept für ein bemanntes Raumschiff gewählt wurde. Die Sicherheit liegt bereits in fundamentalen Design-Entscheidungen begründet.