AKTUELLE POSTS kosmologs

 
 

Mir reicht jetzt die Heuchelei

Ab und zu genehmige ich mir in meinem Blog mal ein nicht-technisches Statement. Wer das nicht mag, möge jetzt bitte nicht weiter lesen. Falls Sie noch da sind: Keine Sorge, es bleibt auch im Folgenden sachlich. Nur mit Weltraumforschung hat es nicht viel zu tun - ich bin neben meinem Hauptberuf ja auch noch ein Bürger wie alle anderen auch und habe Meinungen zu allen möglichen Themen. Diese Meinungen breite ich hier für gewöhnlich nicht aus - Ausnahmen bestätigen bekanntlich ... weiter

 

Wie weit ist es bis Andromeda? Entfernungen im All

Schon mal gefragt, wie Astronomen eigentlich darauf kommen, dass diese oder jene Galaxie soundsoviele Lichtjahre entfernt ist? Wie messen die das - mit einem Maßband ja wohl nicht!? Tatsächlich ist die Entfernungsbestimmung im All eine der wichtigsten und gleichzeitig schwierigsten Probleme der Astronomie - der Astronom Klaus Jäger erklärt in diesem exzellenten Video aus der Astroviews-Reihe, wie genau sie funktioniert.   ... weiter

 

Envisat torkelt vorbei

Am 8. April 2012 erlitt der 8 Tonnen schwere ESA-Umweltsatellit Envisat vollkommen unerwartet einen Totalausfall. Die Ursache ist nicht bekannt, aber eins ist sicher. Das Ding ist ein Problem - wenn auch eins, das man lösen kann. Ein kaputter Satellit bleibt genau so in seinem Orbit wie ein funktionierender. Wenn seine Bahn niedrig genug ist, wird der Satellit langsam durch atmosphärische Reibung abgebremst. Durch die Abbremsung senkt sich die Bahn ab, weil ihr Energie entzogen wird, Bei einer Bahnhöhe von ... weiter

 

Hilfsmittel für Sterngucker: Beobachtungsbogen

Auf den Tag genau vor 45 Jahren taperten die beiden ersten Vertreter des homo sapiens über die Mondoberfläche. Grund genug für einen Clear-Skies-Beitrag, der allerdings nur sehr entfernt mit der ersten bemannten Mondlandung zu tun hat. Um nicht zu sagen: nur äußerst entfernt! Nein, Anlass für diesen Text ist ein anderer: In meiner Reihe "Hilfsmittel für Sterngucker" biete ich heute einen Vordruck eines Beobachtungsbogens an, der als "Checkliste" am Teleskop dient. Wer meine Artikelserie zur visuellen Deep-Sky-Beobachtung in "Sterne und ... weiter

 

20. Juli 1969 – ein Stück Raumfahrtgeschichte

Für alle, die damals noch nicht geboren waren oder - so wie ich - das Ereignis noch nicht bewusst miterleben konnten, hier die Originalberichterstattung über die Landung von Apollo 11 und seiner Besatzung auf dem Mond: CBS News - Apollo 11 Moon Landing, July 1969, Teil 1 CBS News - Apollo 11 Moon Landing, July 1969, Teil 2 ... weiter

 

“astronomische Zahlen”…

... sind nicht schon immer riesengroß! Auch sie haben klein angefangen. Dass es ein Astronom war, der nun auf Tontafeln die bisher größten Zahlen des Altertums entdeckt hat, ist hingegen eher Zufall, denn im alten Babylon waren solche Zahlen eher ein Resultat hochentwickelter Mathematik. Die heutige Redensart, dass "astronomisch" metaphorisch für "(gehoben) unermesslich; (bildungssprachlich) exorbitant; (oft emotional) riesig; (umgangssprachlich emotional) kolossal, sagenhaft" (Zitate aus dem Duden) zu nutzen, entspringt ganz offensichtlich dem modernen Denkstil von einem riesengroßen Universum, unvorstellbar gigantischen ... weiter

 

Namen für Exoplaneten gesucht

Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat ein Verfahren gestartet, bei dem die Öffentlichkeit bei der Namensgebung von 305 Exoplaneten mitbestimmen darf. Diese Namen werden dann offiziell als Bezeichnung für die Planeten akzeptiert. Momentan erhalten extrasolare Planeten einen Namen, der sich aus einem für ihren Mutterstern anerkannten Katalognamen und einem angefügten kleinen Buchstaben zusammensetzt (z.B. "Beta Pictoris b", wobei "Beta Pictoris" der Name des Sterns ist und "b" den ersten Planeten bezeichnet, der bei dem Stern entdeckt wurde. Weitere Planeten in ... weiter

 

ROSETTA: Neues Bild vom 14. Juli!

Heute ist doch ein ganz neues offizielles Bild  vom Kometenkern auf den ESA-Webseiten erschienen! Es handelt sich um eine Einzelaufnahme vom 14. Juli, die schon deutlich mehr Details erkennen lässt als die am Dienstag geleakten Bilder, die vom 11. Juli stammen. Ferner ist aus 36 Einzelaufnahmen eine kurze Filmsequenz generiert worden, die es gestattet, die Rotationsbewegung zu beurteilen. Offenbar taumelt der Kern nicht. Die Rotationsperiode wurde bereits zuvor aus der Lichtkurve mit 12.4 Stunden berechnet. Die Videosequenz wurde aus 36 ... weiter

 

ROSETTA: Reaktion auf die verfrühte Bild-Veröffentlichung

Die ESA-Kometensonde Rosetta ist nur mehr 8000 km vom Kern des Zielkometen 67P/Churyumov-Gerasimenko entfernt. Gestern fand ein weiteres Bremsmanöver statt, dass die Relativgeschwindigkeit mehr als halbierte. Rosetta nähert sich dem Kern nunmehr mit weniger als 10 m/s, also eine Geschwindigkeit, die ein Radfahrer locker erreicht. Infolge der ungeplanten Veröffentlichung von vor 2 Tagen von Bildern, die zeigen, dass die Gestalt des Kerns nahelegt, dass es sich um ein "contact binary" handelt, ist es zu vielfachen Forderungen aus der Öffentlichkeit nach zeitnaher ... weiter

 

Venus und Merkur am Morgen des 17.7.

Die Nacht war sternklar und lau. Zum Spechteln eignete sie sich wegen des doch noch sehr hellen Mondes weniger, aber ich wollte mir zum dritten Mal in diesem Jahr den Merkur geben, diesmal morgens vor Sonnenaufgang und in Kombination mit der Venus. Das gelang auch, trotz horizontnahem Dunst - die Luftfeuchtigkeit ist nach dem Regen der letzten Woche noch hoch. Hier also die zwei inneren Planeten in der Morgendämmerung (Originalgröße). Merkur war mit bloßem Auge nicht zusehen, anders als bei ... weiter

 

Vereinigte Arabische Emirate planen Mars-Mission

Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Seine Hoheit Scheich Khalifa bin Zayed al Nahyan (im Folgenden der Einfachheit halber mit SHSKbZaN abgekürzt) hat die Gründung einer nationalen Raumfahragentur der VAE mit dem Ziel des Starts einer unbemannten Mars-Sonde im Jahr 2021, zur Feier des 50sten Jahrestags der Gründung der VAE, angekündigt. Offenbar hat es niemand gewagt, SHSKbZaN davon in Kenntnis zu setzen. dass es 2021 kein Startfenster zum Mars gibt, zumindest keines für die halbelliptischen Transfers, auf die SHSKbZaN sich ... weiter

 

Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko: ein binärer Körper?

Laut einem aktuellen Artikel im Blog von Emily Lakdawalla von der Planetary Society könnte der Kern von Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko ein sogenannter "contact binary" sein, also ein Gebilde, bei dem zwei Einzelkörper entweder gravitationell oder unter Zuhilfenahme anderer Kräfte mehr oder weniger solide zusammen haften. Emily bezieht sich dabei auf einen kurzzeitig im Webauftritt des CNES erschienen Artikel samt Bild. Jener Artikel ist allerdings jetzt nicht mehr erreichbar. Da wird wohl jemand etwas auf die Löffel gekriegt haben. Aber zu spät ... weiter

 

The Final Frontier? – Teil II

Wer über Generationenschiffe nachdenkt, kommt nicht um die Frage herum, wie es im All mit der Fortpflanzungsfähigkeit aussieht. Bei den rein technischen Aspekten, dem Sex an sich also, können wir wohl getrost auf den menschlichen Einfallsreichtum vertrauen. Bei Befruchtung, Schwangerschaft und Geburt wird's hingegen schon etwas kniffliger. Ein Faktor für Probleme ist ganz simpel der Stress. Viele Frauen werden bestätigen können, dass körperliche und psychische Belastung den Zyklus erheblich beeinträchtigen kann. Ähnliches gilt für die Libido bzw. den Testosteronspiegel bei ... weiter

 

ROSETTA: Noch 23 Tage und 12000 km

Heute, Montag, 14.7.2014, ist die ESA-Kometensonde Rosetta nur noch gut 12000 km vom Kern des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko entfernt; weniger als der Erddurchmesser. Am kommenden Mittwoch wird ein weiteres Brfemsmanöver durchgeführt werden. Dies wird die Relativgeschwindigkeit nochmals um 11 m/s reduzieren. Rosetta wird sich danach mit weniger als 10 m/s dem Kometen annähern, also gut 30 km/h. Die Ankunft am Kometen wird in 23 Tagen stattfinden. Weitere Information ESA-Rosetta-Webseite Rosetta-Seite im Webauftritt des ESA-Wissenschaftsdirektorats Rosetta-Blog der ESA ... weiter

 

Wie wird ein historisches Buch reproduziert?

Jahrhunderte alte Bücher kann man manchmal gar nicht mehr richtig aufschlagen, d.h. man kann sie nicht platt drücken und auf einen Scanner legen, um den Inhalt zu digitalisieren. Da gehen die Probleme schon los: Man braucht alternative Verfahren. Das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte hat z.B. eine eigene Konstruktion gebaut, bei dem ein Glaskeil aus zwei Platten in verstellbarem Winkel das Buch so weit es geht offen halten und gleichzeitig plätten, so dass es man dann Seite für Seite abfotografieren kann. Andere ... weiter