4 Young Scientists und ein großes Thema: Klimawandel


Die Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus schlägt Wellen. Was für die wissenschaftliche Community längst gesetzte Fakten sind – die von uns Menschen gemachte Erderwärmung und ihre Folgen – wurde und wird immer noch von verschiedener Seite geleugnet. Die Verlautbarungen des Papstes sind nicht an und für sich revolutionär: Man müsse das gemeinsame Haus bewahren, unser Verhalten könne von außen betrachtet selbstmörderisch wirken und der Klimawandel sei eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit. Bemerkenswert in der Außenwirkung ist, dass der Papst diese Probleme so ernst nimmt, dass er dafür seine Autorität und sein Amt in die Waagschale wirft. Sowohl die Aktivitäten im Vorfeld, als er von Lobbyisten aller Seiten Besuch erhielt, als auch die Reaktionen nach Verkündigung der Enzyklika zeigen, dass sein Einsatz Symbolwert hat und der Sache dienlich ist. Eilige Versicherungen einiger PolitikerInnen überzeugen die ZuschauerInnen nur noch mehr davon: Die bisherigen Schritte sind zu klein, die Absichten zu halbherzig.

 

Die Young Scientists warten nicht auf die Politik, sie sind bereits mittendrin – im Thema und an der Erforschung und Lösung der Probleme.

 

Noel Baker, Foto: privat

Noel Baker, Foto: privat

Im Fall von Noel Baker (29), Ph.D. in Mechanical Engineering aus den USA, die am NASA Langley Research Center (Hampton, Virginia) arbeitet, führte das Engagement für Nachhaltigkeit und alternative Energieträger soweit, dass sie sich für eine Ingenieursausbildung entschied, um als Expertin an der Lösung der aktuellen Probleme mitwirken zu können. Ihr momentanes Forschungsgebiet ist die möglichst präzise Vorhersage über die zukünftige Klimaentwicklung.

„Mit meiner Forschung möchte ich die Ungenauigkeit solcher Vorhersagen reduzieren. Anhand von Satellitendaten der NASA und weiteren Klimamessungen kann ich dann die Qualität von Klimamodellen beurteilen. Auf dieser Grundlage werde ich hoffentlich verbesserte Prognosen abgeben können, die wiederum den betroffenen Regionen mehr Planungssicherheit geben sollen.“

Noel Baker hat die Probleme in ihrer Heimat direkt vor Augen. „Zum Beispiel die Region, in der ich wohne, in der Nähe des Langley Research Center der NASA in Hampton, Virginia: Der steigende Meeresspiegel, in Kombination mit absackenden Böden und einer weitgehend ungesicherten Küste, haben dort bereits zu einer sehr kritischen Situation geführt.“ Sie hofft auf interessanten Austausch zum Thema, beispielsweise bei einem Gespräch mit Steven Chu, der auf der Lindauer Nobelpreisträgertagung 2013 eine Lecture zum Thema „The Energy and Climate Change, Challenges and Opportunities“ gab.

Benjamin Wirth (28), Master of Science aus Deutschland, arbeitet am Leibniz Institute for Agricultural Engineering Potsdam im Bereich Erneuerbare Energien und Abwasser-Technologien: „In meiner Forschung konzentriere ich mich auf eine alte, neu entdeckte Technik, um aus Biomasse und nassen Biomasseabfällen hochwertigen Kohlenstoff sowohl für die Ackerböden als auch für die Energiegewinnung zu erzeugen. Dieses Verfahren nennt man ‘hydrothermale Karbonisierung’, das bedeutet soviel wie ‘wässrige Verkohlung bei erhöhter Temperatur’.“

 

Benjamin Wirth_Artikelbild

Benjamin Wirth, Foto: privat

Auch Wirth sieht es als dringlichste Erfordernis, den CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu verringern und die Erderwärmung zu bremsen:

“Die globale Erwärmung ist eine Realität, gleichzeitig nimmt der Kohlenstoffgehalt in den Böden ab. Deshalb ist es unverzichtbar, dass wir einerseits fossile Brennstoffe einsparen und andererseits wertvollen Kohlenstoff auf anderem Wege herstellen – für die Ackerböden, zur Energiegewinnung, für neuartige Materialien, oder alles gleichzeitig.“

Benjamin Wirth freut sich auf den interdisziplinären Austausch und die Gelegenheit, Beziehungen für zukünftige gemeinsame Forschungsprojekte zu knüpfen.

Beide Young Scientists liegen mit ihren Anliegen und den Zielen ihrer Forschung übrigens durchaus im Trend. In einer nicht repräsentativen Umfrage gab eine Mehrheit der an der 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung teilnehmenden Young Scientists an, das vordringlichste Problem, das die Wissenschaftscommunity angehen sollte, wären Klimawandel und Umweltschutz, gefolgt von Frieden, Energieversorgung und Armutsbekämpfung. Auch wenn es von Haus aus schwierig ist, diese Themen sinnvoll voneinander abzugrenzen, wird der Schwerpunkt deutlich.

 

Mallory Ladd, Foto: privat

Mallory Ladd, Foto: privat

Mallory Ladd (27), Chemikerin aus den USA, arbeitet am Oak Ridge National Laboratory, University of Tennessee, und erklärt, dass die Arktis ein dramatisches Beispiel für die Folgen der Erderwärmung ist – hier ist die Erwärmungsrate zweimal so hoch wie im globalen Mittel. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit der Veränderung des quantitativen und qualitativen Anteils von Stickstoff im arktischen Alaska. “Mein Ziel ist, ein genaues und gleichzeitig wenig fehleranfälliges Verfahren der Massenspektrometrie zu entwickeln, mit dem man die leichtgewichtigen Bodenbestandteile bestimmen kann, meist Stickstoffverbindungen wie Aminosäuren, Aminozucker und so weiter, und ihre Varianz über verschiedene Klimazonen hinweg beschreiben kann.“ Mallory Ladd möchte sich gerne mit Dr. Steven Chu über seine Zeit als U.S. Secretary of Energy und seine Gedanken über erneuerbare Energien unterhalten. Sie selbst sagt über den Klimawandel:

“Wir können es uns nicht mehr leisten so zu tun, als würde der Klimawandel uns alle nicht früher oder später ganz direkt und persönlich betreffen, und zwar in praktisch jedem Lebensbereich. Deshalb sollte die Wissenschaft immer mit am Verhandlungstisch sitzen, wenn es um solche Themen geht, und man sollte ihr zuhören.“

Serge Alain Fobofou Tanemossu, Foto: Falling Walls Konferenz Berlin

Serge Alain Fobofou Tanemossu, Foto: Falling Walls Konferenz Berlin

Der Young Scientist Serge Alain Fobofou Tanemossu (28), Chemiker und gebürtig aus Kamerun, wird während der Lindauer Tagung als Podiumsgast an einer Master-Class von Kurt Wüthrich teilnehmen (NMR Spectroscopy and Magnetic Resonance Imaging – from Physics to Medical Diagnosis). Er arbeitet am Leibniz Institute of Plant Biochemistry, Halle (Saale) und forscht nach Stoffen in der Natur, die für die Herstellung von Medikamenten genutzt werden können: „In meiner Forschung suche ich nach pflanzlichen Wirkstoffen gegen HIV, Krebs, parasitäre Wurmerkrankungen und Alzheimer.” Fobofou Tanemossu freut sich aufs Netzwerken innerhalb der wissenschaftlichen Community in Lindau. Seiner Meinung nach sind die Erderwärmung und die an vielen Orten geführten Kriege die größten Probleme unserer Zeit.

 

 

“Es ist Aufgabe der Wissenschaftler, umweltfreundliche Lösungen für Themen wie Energiegewinnung und Ernährung zu finden.“

Und auch Serge Alain Fobofou Tanemossu hat eine politische Botschaft: „Die Politiker sollten sich darauf konzentrieren, dass unsere Umwelt erhalten bleibt und damit auch das Wohlergehen der Menschen.“

Papst Franziskus sagt, wir brauchen eine neue weltweite Solidarität, um unsere Probleme zu lösen. Young Scientist Noel Baker drückt es für die Wissenschaftlergemeinschaft so aus: „Wissenschaftler sollten sich als Vertreter der ganzen Menschheit sehen, nicht nur ihres Heimatlandes. Gemeinsam sollten wir dann versuchen, das Leben aller Menschen auf diesem Planeten zu verbessern.“

 

Steven Chu bei der 64. Lindauer Nobelpreisträgertagung, Foto: Ch. Flemming/Lindau Nobel Laureate Meeting

Steven Chu bei der 64. Lindauer Nobelpreisträgertagung, Foto: Ch. Flemming/Lindau Nobel Laureate Meeting

Lecture Steven Chus bei der kommenden 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung: „A Random Walk in Science“; Science Breakfast mit Steven Chu und anderen: „Feeding the 9.6 billion“ unter Moderation von Adam Smith, Chief Scientific Officer bei Nobel Media AB, Sweden.


Slider-Foto: Asian Development Bank (CC BY-NC-ND 2.0)

This article is copyright © 2015 


36 Kommentare zu “4 Young Scientists und ein großes Thema: Klimawandel”

  1. Rudolf Klar Antworten | Permalink

    Ja, Klimawandel ist zurzeit sehr hipp.

    Das fördert naturgemäß ehrgeizige, extrovertierte Jungstars. Kritische Grundlagenforschung leidet, leidet wie Jesus am Kreuze.

    Einige "sehen zu" wird geschrieben.

    Jetzt passen sie mal gut auf!

    Ohne irgendwelche Prognosen für die Zukunft an zu spekulieren, sei ihnen von einem kleinen Klimatologen gesagt:

    Wir leben zurzeit definitiv in einer extrem günstigen Klimaepoche. Damit meine ich genau die letzten Dekaden. Diese sind milder als die letzten paar Jahrhunderte, wahrscheinlich ähnlich mild wie die wärmsten Phasen der MWP. Im Alpenraum zumindest und in weiten Teilen der MWP waren die Gletscher jedoch nochmals deutlich weiter zurückgezogen als heute, die Baumgrenze lag um gut 200m über der heutigen und diese Epoche wird (wurde) zu Recht als Klima OPTIMUM bezeichnet.
    Später folgte die Depression der Kleinen Eiszeit bis ca. 1850, als die meisten Gletscher weltweit ihre größte Masse der letzten 8.000!a zeigten. Ungefähr zu dieser Zeit beginnen die instrumentalen T Messungen und welch Wunder, es wurde wieder wärmer. Zwei Schübe, der letzte wahrscheinlich deutlich anthropogen beeinflusst.
    Egal welche Probleme ein nochmals deutlich wärmeres Klima in Zukunft bringen könnte, momentan leben wir in einer ausgesprochen günstigen Klima Zeit und ich habe schon so was die Fresse voll, wenn ich diese AGW Fanatiker permanent am Jammern und Lügen sehe, indem sie die gegenwärtigen Witterungen als Katastrophen darstellen. Ihr habt ja keine Ahnung, ihr seid Mainstream verseuchte Sklaven des Systems, ihr erkennt nicht mal, wie vorteilhaft das heutige Klima gegenüber jenem der LIA ist. Es ist zum Übel werden...

    • Anton Reutlinger Antworten | Permalink

      @Rudolf Klar;
      Woher kommt die "günstige Klimaperiode" der letzten Dekaden? Dafür muss es Ursachen geben, denn jede Veränderung hat notwendig bestimmte Ursachen. Das nennt man den Satz vom zureichenden Grunde. Außer der drastischen Zunahme des CO2-Anteils in der Atmosphäre wurden keine Ursachen für eine Erwärmung gefunden. Der Treibhauseffekt als Ursache ist sowohl physikalisch als auch historisch-empirisch sehr gut begründet. Was haben Sie dagegen anzubieten, außer Hasstiraden?

      • Rudolf Klar Antworten | Permalink

        bitte übertreiben sie nicht! nur weil ich einmal etwas deutlicher geworden bin, sind das keine Hasstiraden. Mich nervt es aber, dass über viele Medien und Blogs ein falsches Bild über unser Klima verbreitet wird und jetzt vor "Paris" wird das wieder ganz schlimm. Jedes Wetter, jede Witterung irgendwo wird als anthropogene Schuld missbraucht.

        Was die NHK betrifft sind sich Klimatologen weitestgehend einig, dass eine warme Periode wie um die MWP sehr vorteilhaft ist. Auch heute ist die Landwirtschaft in unseren Breiten sehr glücklich, wenn die Sommer warm und nicht zu trocken sind. Niemand würde sich freuen, wenn ganze Almen von Gletschern überfahren werden, wie im 19. Jahrhundert usw.

        Das IPCC und da explizit diese vorab veröffentlichten Summaries sind eben nicht das, was sich der kritische Klimatologe erwartet. Übertreibungen und Simplifizierungen, die eigentlichen Berichte der einzelnen Arbeitsgruppen lesen sich eher wie ein "Skeptikerhandbuch". Haben sie je einen vollen IPCC Report gelesen?

        Das IPCC zeigt z.B. eine modellierte T Kurve für das 20. Jhdt. ohne AGW Einfluss. Das Resultat ist eine "Flatline" wie nach dem Herzstillstand. Freilich halten sie genau solche Diagramme so klein, dass diese Absurdität wenigen auffallen kann. Eine Linie, welche um +/-0,1°C um einen Mittelwert flackert (exkl. Vulkane), die 0,4° Erwärmung bis 1940 gehen fast völlig unter. Eh klar, die Klimamodelle können ja keine natürlichen Klimavariationen über Dekaden erfassen.
        Dann kommen die letzten Dekaden mit nochmals der ähnlichen Erwärmung und das IPCC will natürlich die Sonne möglichst konstant sehen. Hier eine ebenfalls recht aktuelle Studie auf der ZAMG Seite:

        https://www.zamg.ac.at/cms/de/images/klima/bild_ip-klimawandel/klimasystem/antriebe/2-2-5_1_solarkonstante

        Sie sehen das "Jahrtausendhoch" an Isolation mit ca. 1,4W/m² mehr an der Oberfläche, als zur LIA. Dazu kommt freilich, dass durch die enorme Trägheit der Ozeane und die tief eindringende Sonnenstrahlung das T max. erst Dekaden nach dem Peak an Insolation zu erreichen sein sollte. (Auch Ende Juni ist es über der NHK weit kühler, als Mitte August...)
        Klar, das IPCC verwendet andere Studien zur Insolation, welche um FAKTOREN geringere Schwankungen zeigen. Erklärung? Bla bla bla. Warum?
        Dann ist wohl einigen aufgefallen, dass von ca. 1980 bis 2000 eine sehr positive ENSO Phase geherrscht hat (im Mittel). Auch das kann die Erde über 1-2 Dekaden relativ stark erwärmen, auch wenn das irgendwann wieder ausgeglichen wird.
        Die globale Bewölkung hat die letzten Dekaden deutlich abgenommen, was zwar nicht heisst, dass es dadurch unbedingt wärmer werden muss, aber das Thema findet erstaunlich wenig Beachtung. Kann man eben nicht so einfach modeliieren...
        Und dann gibt es freilich noch etliche weitere Klimafaktoren im dynamischen Werkl der Natur, welche wir zum Teil gar nicht kennen od. nur vermuten können.

        Dann kommen die AGW Fanatiker daher und besudeln eine eigentlich sehr tolle Wissenschaft und sagen: wir sind und einig, wir wissen, wie das Klima in 50 Jahre da und dort sein wird. Das müssen wir jetzt tun, damit es bleibt wie..? ja wie ? wie wann, wann war es den optimal, um 1750? SICHER NICHT!

        Die Erwärmung bis rund 1940 kann nur natürlich gewesen sein, sie glauben doch nicht etwa das ein Anstieg von 300 auf 320 ppm CO2 was bewirken kann, da bei vielleicht 0,1°C auch keine Feedbacks greifen können. Steht auch so im IPCC und dann sage ich und adere eben, dass der 2. Schub auch zumindest um 50% natürlich war.
        Mit einer realen Herangehensweise wird es auch viel einfacher und konsistenter, den nun rund 15a Hiatus zu erklären, aber die Hardliner wollen davon nichts wissen und das schadet der Wissenschaft und es schadet uns allen, da diese politisch und psychisch gestörten Menschen dumme wie falsche Entscheidungen generieren, die uns alle betreffen können. Es existiert auch kein Konsens, fragen sie Lennard Bengtsson...viele Top Wissenschaftler werden mundtot gemacht oder der Öl Lobby zugeschrieben, nur weil sie erkannt haben, was für ein Spiel hier getrieben wird. Mich ärgert das einfach!

        • Wizzy Antworten | Permalink

          Ihr Link ist keine wissenschaftliche Quelle. Selbst wenn die Grafik Hand und Fuß hätte (Paper dazu?), vielleicht bezieht sich der Netto-Fluss auf eine bestimmte Breite? Kontext wäre gut.
          Stöbern Sie in der wissenschaftlichen Literatur, stoßen Sie durchgehend auf andere Rekonstruktionen, z.B. Roth & Joos (2013; ohne Paywall). Dort wird die solare Einstrahlung der letzten Dekaden auf geringer als 28% der Werte der letzten 10 000 Jahre angegeben, aber sie war (bis auf das jüngste besonders schwache Minimum) historisch gesehen nicht gerade niedrig. Es gibt zahlreiche weitere Paper zu der Thematik, z.B. Solanki et al. (ein dedizierter Gegner des Klimatologie-Mainstreams) dass seines Erachtens seit 1980 der Einfluss der Sonne vernachlässigbar am Temperaturanstieg ist. Er wurde jedoch trotz dieses Papers wegen angeblich "sonnenfreundlicher Spezialstatistik" bereits kritisiert wegen seiner Sonnenantrieb-ist-hoch-Position (für "zu hohe" relative Sonnenbeiträge im Zeitraum vor 1980).
          Ganz abgesehen davon, dass falls die heutigen TSI-Änderungen von 0,1% 1K bewirken würden, das Paradox of the Faint Young Sun bereits zu einer Kreideeiszeit in völliger Divergenz zum geologischen Record führen würde. Ohne den dominanten Einfluss von Treibhausgasen kommt man auf keiner Zeitskala zu den geologisch und paläobiologisch indizierten Klimaten. Und jeglicher Ansatz physikalischer Wirkmechanismen für eine Hebelwirkung der vergleichsweise geringen Sonnenschwankungen (außer Milankovic, also Einstrahlung an den Eisgrenzen-Breiten) wurde trotz intensiver Suche (z.B. Svensmark) falsifiziert. Die maximal mögliche Sonnenwirkung aus Schwankungen der letzten ~100 Jahre beträgt aus physikalischer sowie statistischer Sicht +/- 0,1 K (d.h. 0,2 K maximal).

          • Rudolf Klar | Permalink

            für ihre Kenntnisse sind sie aber sehr überheblich, lieber Wizzy.

            Glauben sie, ich male die Insolationskurven selbst, hmmm?

            (Fröhlich 2000 aktual., Wagner u.a. 2007).
            https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimasystem/antriebe/sonnenaktivitaet-kurzfristig

            Was glauben sie, was die ZAMG ist? Ein Kegelclub,,,von wegen nicht wissenschaftlich.

            Ich habe selbst angeführt, dass es krasse Unterschiede gibt, sie müssen was ich schreibe nicht wiederholen oder so tun, als ob ich was unterschlagen würde.

            Das iPCC gibt bzgl. Insolation 2000a den LOSU mit very low und einmal low an, Studien unterscheiden sich beinahe um den Faktor!!! 10, also 1000%, zwischen gut 0,1 und 1,2W/m² mehr oder weniger an der Oberfläche (LIA vs letzte Dekaden)

            und dann kommen die AGW Hardliner daher und tun so, als ob das nicht genauer zu untersuchen wäre, man nehme einfach die untersten Werte, damit das Konzept und die irrwitzigen Simulationen passen.

            Das nennen sie dann seröse Wissenschaft oder wie sagt man so schön, das ist Konsens. Das ist pseudo science!

          • Wizzy | Permalink

            Danke sehr!
            P.S.: Dass es Studien gibt, die nur 0,1 W/m² annehmen, war mir überhaupt nicht bewusst. Ich werde danach suchen.

          • Wizzy | Permalink

            Es tut mir leid, aber mir gelingt es nicht, die Grafiken in der Fachliteratur zu finden. Fröhlich (2000, wie bei ZAMG verlinkt) hat Messungen seit 1978, die keinen Trend zeigen außer dem 11-jährigen Sonnenzyklus. Wagner et al (2007) "Transient simulations, empirical reconstructions and forcing mechanisms for the Mid-holocene hydrological climate in southern Patagonia" zeigt die solare Einstrahlung für 4500 - 7000 vor heute mit Verweis auf Solanki et al.
            In der referenzierten Literatur fehlen die entscheidenden Stellen des ZAMG-Plots.
            Abgesehen davon findet man bei der ZAMG ja auch eine ebensolche ebenso mit Fachliteratur untermalte Seite über die Treibhausgase, da "Erst in den aktuellsten Jahrzehnten hat der menschliche Einfluss die Sonnenaktivität als stärksten Klimaantrieb abgelöst" - Zitat Übersichtsseite Antriebe. Ist die ZAMG nun seriös, oder nicht?

        • Wizzy Antworten | Permalink

          P.S.: Bezüglich der ENSO stimme ich Ihnen zu. Ich persönlich finde nur die Hinweise auf eine starke CO2-Wirkung zu überzeugend, um mich zu entspannen. Vor allem da wir als Menschheit den Level auf aberwitzige Werte treiben könnten. Oceanic anoxic events (dt. Umkipp-Ereignisse der Weltozeane) sind Ihnen ein Begriff?

          • Rudolf Klar | Permalink

            natürlich bin auch ich sehr dafür, dass man die CO2 Emissionen raschest möglich reduzieren beginnt. Wenig halte ich von den bisherigen Vorschlägen oder gar der viel zitierten Deutschen (EU) Energiewende. Insbesondere die massive Subvention von PV Anlagen in unseren Breiten oder einen starken Ausbau der Windkraft halte ich nicht für zielführend.

            Als erstes sollte man mal die Effizienz, die Wirkungsgrade erhöhen. Das geht, die Technologien sind da und zwar in allen Bereichen. Wir beleuchten all unsere Städte wie die blöden. Die "Lichtverschmutzung" macht vielerlei Problemchen. Hier kann der ganze öffentliche Stromverbrauch locker um 10% gesenkt werden, binnen weniger Jahre realisierbar. LED`s sind endlich gut und günstig.
            Autoindustrie: ok, für mehr als XXX CO2 Emissionen zahlt eh der Endverbraucher über Versicherung etc. seinen Beitrag, nur ändert das gar nichts am Konsumverhalten. Immer mehr SUV´s mit 2t und mehr sind unterwegs, kann sich dennoch fast jeder leisten, weil sie heute nur noch um 6L/100km verbrauchen. Benzin und Dieselverbrauch könnte man zügig um 30-50% reduzieren, wenn die Politik hier nicht versagen würde.
            Die AKW´s in D stillzulegen war das Dümmste was man machen kann, ich denke aber, spätestens wenn die Merkel verschwunden ist, gibt es einen Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg. Genau dort, wo bei einem unrealistischen AKW Störfall ganz D am stärksten betroffen wäre, im W an der Grenze zu F stehen die meisten Kernkraftwerke, nur so nebenbei.

            Jedenfalls ist die Ideologie, man könnte mit PV und Wind die Stromversorgung weitestgehend sicher völlig absurd, man bräuchte hunderte backup Kraftwerke (Gas, Kohle?) oder Speicherkraftanlagen (400), davon existieren heute mit Mühe und Not gerade mal 1%!!!

            Auch deshalb bin ich gegen diese ideologische Klimapropaganda, weil so viele Menschen diesen Unsinn dann zumindest mental oder bei Wahlen unterstützen, sie verstehen...

          • Wizzy | Permalink

            In der Tat, Herr Klar, stimme ich Ihnen hier bei vielen Punkten zu. Die Methodik des CO2-Sparens, was die bisherigen Maßnahmen betrifft, halte ich ebenfalls oft für ineffizient und fehlgeleitet. Meines Erachtens sollte man keine Einzelmaßnahmen ergreifen, sondern per CO2-Zertifikaten oder -Steuer das Ziel vorgeben. Den Atomausstieg sehe ich ebenfalls sehr skeptisch.

  2. Rudolf Klar Antworten | Permalink

    Zitat:

    "das vordringlichste Problem, das die Wissenschaftscommunity angehen sollte, wären Klimawandel und Umweltschutz, gefolgt von Frieden, Energieversorgung und Armutsbekämpfung"

    Das klingt wie eine Verhöhnung.

    Die Reihenfolge muss lauten:
    1. Friede, 2. Armutsbekämpfung, 3. Energieversorgung, 4. Umweltschutz und 5. Klima(schutz)

    Oder ist wirklich ernsthaft irgendwer anderer Meinung?

    • Wizzy Antworten | Permalink

      Bezüglich der Prioritäten stimme ich zu.
      Allein: Wenn Wasser und Nahrungsmittel knapp werden, muss man sich um 1. zu erreichen, auch um 5. kümmern. Ähnliches trifft für Punkt 4 zu. Bis jetzt war die Land- und Fischereiwirtschaft ungleich schädlicher für die Biodiversität als der Klimawandel. Bis jetzt.

      Bezüglich der Optimalität warmer Klimate:
      http://science.time.com/2012/09/04/biodiversity-has-increased-during-earths-warm-periods-but-climate-change-isnt-off-the-hook/

      @Sebi J. Bezüglich Nobelpreisträgern (argumentum ad verecundiam, aber sei's drum), "17 Nobelpreisträger wenden sich an die Öffentlichkeit":
      http://www.realclimate.org/index.php/archives/2011/05/nobel-laureates-speak-out-2/

      • Paul Stefan Antworten | Permalink

        Derartige Prioritätenlisten sind eher einem menschlichen Bedürfnis nach ordentlicher Bearbeitung von Problemen geschuldet, als tatsächlichen Erfordernissen. Gerne stellt man Rangfolgen auf, um nicht überfordert und überwältigt zu werden. Dass man zuerst das Problem Frieden lösen kann oder muss, und dann den Rest, ist illusorisch. Weltweiten Frieden wird es nicht geben.
        Man muss sich im Prinzip eigentlich um alles mehr oder weniger gleichzeitig kümmern und mal hier, mal dort einen Schwerpunkt setzen. Die Probleme in den genannten Bereichen spielen sich auf unterschiedlichen Größen und Zeitskalen ab, wenn vielleicht ein Problem jetzt irgendwo versäumt wird, weil es klein erscheint, hat es in kurzer Zeit vielleicht umso massiver am Hals, siehe z.B. die Eskalation in der Ukraine-Krise.

        • Wizzy Antworten | Permalink

          Auch Ihnen stimme ich zu, aber man kann ja auch bei gleichzeitiger Bekämpfung Prioritäten setzen, im Sinne einer Ressourcenzuteilung und nicht einer temporalen Reihenfolge. Derzeit verursacht die globale Erwärmung laut WHO-Studien 150 000 zusätzliche Tode / Jahr, im Zeitraum 2030-2050 250 000 / Jahr (alle Zahlen inklusive zusätzlicher Ausbreitung von Krankheiten aber exklusive mögl. Konflikte). Dagegen verursacht die Luftverschmutzung global laut WHO 7 Mio. zusätzliche Tode / Jahr, Unterernährung, Verkehrsunfälle und zahlreiche einzelne Krankheiten und Erkrankungsgruppen liegen in der Größenordnung je Mio. / Jahr. Dennoch wird das Klima bei fortgesetztem Ausstoß für uns Menschen natürlich langfristig durchaus global wichtiger werden.

      • Rudolf Klar Antworten | Permalink

        wie bitte, ich soll mir auf einer AGW Hardcore Fanatiker Seite deren Meinungen verinnerlichen? Danke, meine Nerven sind nicht aus Stahl.

      • Rudolf Klar Antworten | Permalink

        zu:
        "17 Nobelpreisträger wenden sich an die Öffentlichkeit":
        wie:

        Im Jahre 1931 erschien das Buch "100 Autoren gegen Einstein".

        Oder, unter 17 Hühnern stand ein Mann.

        • Wizzy Antworten | Permalink

          Danke, dann war ich ja hoffentlich erfolgreich in meiner Antwort an Sebi J.

  3. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Die nächsten 200 bis 300 Jahre werden sicher entweder durch die Erderwärmung geprägt sein oder die Erderwärmung wird mindestens ein wichtiges Begleitphänomen sein. Wissenschaftler können hier ganz unterschiedliche Rollen einnehmen:
    1) Mehr Wissen schaffen über den Klimawandel (Scientists: Noel Baker,Mallory Ladd)
    2) Grundlagen für Technologien schaffen, die den Treibhausgasausstoss reduzieren (Scientist: Benjamin WirthBenjamin Wirth`?)
    3) Grundlagen für Anpassungsmassnahmen oder Geoengineering schaffen (Scientist: Serge Alain Fobofo?)

    Das Thema Klimawandel begleitet uns jetzt schon mindestens seit der Rio-Konferenz 1992. Seit Rio wird gefordert, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und seit Rio ist der atmosphärische CO2-Gehalt um 40% gestiegen. Der Anstieg ist der zunehmenden Industrialisierung der Welt zu verdanken, denn die meisten Segnungen unserer industrialisierten Zivilisation sind mit dem Ausstoss von Treibhausgasen verbunden. Es ist keine Option die Industrialisierung wieder zurückzudrehen vielmehr muss die zukünftige Industriegesellschaft ohne Verbrennung von Kohlewasserstoffen auskommen und auch noch die Zement- und Stahlverarbeitung entdekarbonisieren. Erstaunlich für mich ist wie gering die Forschungsanstrenungen seit Rio sind und waren, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn obige Forscher mithelfen unsere Zivilisation zu entdekarbonisieren oder wenn sie nur schon das Wissen über die Zusammenhänge vergrössern, so nützen sie der Menschheit zweifelsohne.

    • Tschuden Gert Antworten | Permalink

      ----entdekarbonisieren----

      was soll das heißen? Karbonisieren!

      der Beitrag klingt nett, so wie "Kinder erzählen"

      • Martin Holzherr Antworten | Permalink

        Na ja, nicht nicht bedeutet im Sprachgebrauch auch nicht immer ja.
        Aber sie haben schon recht: dekarbonisieren wäre der richtige Terminus.

  4. Paul Stefan Antworten | Permalink

    Rudolf Klar:
    "ich habe schon so was die Fresse voll, wenn ich diese AGW Fanatiker permanent am Jammern und Lügen sehe, indem sie die gegenwärtigen Witterungen als Katastrophen darstellen. Ihr habt ja keine Ahnung, ihr seid Mainstream verseuchte Sklaven des Systems, ..."

    Mit solchen Beleidigungen disqualifizieren Sie sich in der Diskussion nur und belästigen die blogger und Leser.

    Es ist dringend nötig, dass Sie sich entideologisieren.

    • Rudolf Klar Antworten | Permalink

      ich kann das besser beurteilen, als nachäffende Laien. Achten sie nur gut selber drauf, wie ideologisch sie gerade ticken.
      Das mir zwischendurch ein paar emotionale Sätze auskommen müssen sie bitte angesichts der globalen schlecht Wetter Propaganda verstehen, danke.

      • Paul Stefan Antworten | Permalink

        Soweit ich weiß, sind Sie Meteorologe. Warum sie deswegen mir gegenüber als "nachäffendem Laien" (schon wieder eine Beleidigung) oder Frau Hanel mehr Kompetenz beanspruchen können, als Klimatologen von einem Format wie Stefan Rahmstorf, verstehe ich nicht. Sie verfangen sich in Widersprüche, wenn Sie sich als "besser Beurteilender" bezeichnen, aber noch renommiertere Wissenschaftler gleichzeitig diskreditieren ("AGW Hardcore Fanatiker Seite").
        Es zählen die Argumente und im Schlagabtausch mit Stefan Rahmstorf auf seinem Blog ziehen Sie jedenfalls in meinen Augen den Kürzeren.

        • Rudolf Klar Antworten | Permalink

          ich hatte nicht sie gemeint, sondern pauschal.

          Ach ja, das Renume. Ja. Rahmstorf ist extrem ehrgeizig und fleißig. Da würde es ihm auch nicht schwerfallen, ein Studium der Meteorologie nachzuholen, denn was die Physik der Atmosphäre betrifft, hat er noch einiges nachzuholen. Auch würde er in den Instituten Menschen kennen lernen, welche durchaus sehr kritisch und skeptisch zu diesen Main Stream AGW stehen, wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand. Man lebt eben auch von öffentlichen Förderungen. Am PIK ist ja von Anfang an klar gewesen, in welche Richtung die KlimaFOLGENfoschung gehen muss und dann passiert halt viel Unsinn. Wie die ganze Schadenswirkung von Wetterextremen, exakt auf die MUE Rück angepasst (vgl. Pielke jun.) und das nennen sie dann seriöse Wissenschaft? Lächerlich.

          • Wizzy | Permalink

            Gerne Butter bei die Fische! Was genau hat Herr Rahmstorf bezüglich der Physik der Atmosphäre nachzuholen? Sind das Dinge, die Sie besser verstanden haben oder die Sie aus dritten Quellen schließen? Ersteres wäre natürlich nicht notwendig aber schön, dann könnten Sie auf Nachfragen es entsprechend präzisieren falls Unklarheiten bestünden.

          • Rudolf Klar | Permalink

            na ein ganzes Studium der Meteorologie eben = Physik d. Atmosphäre

  5. Vincenzo Hiemer Antworten | Permalink

    Wir freuen uns sehr, wenn unsere Blogbeiträge auch auf SciLogs kontrovers diskutiert werden - auch und vor allem dann, wenn Menschen zu Wort kommen, die andere Ansichten vertreten als diejenigen, die in den Artikeln widergespiegelt werden.

    Bisher habe ich alle Kommentare zu diesem Beitrag genehmigt, auch wenn der ein oder andere davon bereits weit unter dem Standard dessen lag, was man noch guten Gewissens als konstruktiven Diskussionsbeitrag bezeichnen kann. Für die weitere Debatte würde ich mir wünschen, dass alle Teilnehmer wieder zu einer gewissen Sachlichkeit zurückkehren und vor allem persönliche Angriffe - gegen wen auch immer - unterlassen.

    • Rudolf Klar Antworten | Permalink

      Danke, ich bemühe mich eh so gut ich kann...

    • ralph Antworten | Permalink

      Sollten wir nicht lieber über die Problematik des Klimawandels und Handlungsmöglichkeiten diskutieren als uns mit den ewig gleichen, dümmlichen "Einwänden" und Borniertheiten aufzuhalten?
      Da macht es doch mehr Sinn sich mit Papageien Wortgefechte zu liefern.
      Also nehme mir jetzt fest vor nur noch sinnvolle Beiträge zu kommentieren oder zu diskutieren und den Müll zu ignorieren.

  6. Paul Stefan Antworten | Permalink

    Ich habe den Eindruck, individuell, persönlich, nicht repräsentativ, das Meteorologen dazu neigen, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen:

    Hier ein jüngeres Beispiel zu den jüngsten Starkregen in Süddeutschland mit einer Schlammlawine in Oberstdorf:

    ""Nein, nein, mit dem Klimawandel hat das sicher nichts zu tun. Das ist eben eine Großwetterlage, die sich immer wieder mal regeneriert." Die aber auch immer häufiger vorkommt, so Roland Roth von der oberschwäbischen Wetterwarte Süd: Allerdings: Starkregen, heftige Gewitter, sintflutartige Regenfälle - das alles häuft sich im Süden: "Es ist auffällig, dass wir im süddeutschen Raum wesentlich mehr Regenfälle haben als in der Mitte Deutschlands. Und dass wir im Süden heftige Regenfälle haben, während es im Norden Baden-Württembergs große Trockenheit gibt, während wir hier im Regen fast versinken."
    Warum das so ist? Schulterzucken."

    http://www.deutschlandfunk.de/sueddeutschland-regen-verursacht-schlammlawine-und.1769.de.html?dram:article_id=322677

    Wie macht man das? Man geht an einen Baum und prüft und schaut und sagt, "ja, das ist ein Baum". dann geht man zum nächsten Baum und macht dasselbe und zum Schluss sagt man, ja, da gibt's Bäume, die gab's schon immer, aber einen Wald sehe ich nicht.

    • Rudolf Klar Antworten | Permalink

      Herr Stefan,

      genau das ist das Problem. Ich weiß ja nicht, woher sie die Informationen haben, welche sie glauben lassen, mehr oder weniger oder stärkere Niederschläge da oder dort usw. wären nun eine Folge der globalen oder regionalen Erwärmung. Die Arbeitsgruppe im IPCC kommt nicht zu dem Schluss, dass solche Wetterereignisse signifikant zugenommen hätten. Die Klimavariablilität hat sogar etwas abgenommen. Es gibt zwar mehr sg. heiße Tage als früher, no na, in einem wärmeren Klima nicht gerade überraschend.
      Meteorologisch, also synoptisch sind die paar 1/10°C um welche es nun wärmer ist für Niederschläge nicht relevant. Zwar kann die Luft einen Bruchteil mehr Feuchte aufnehmen, jedoch ist für RR Ereignisse viel mehr die Häufung gewisser Wetterlagen und die Labilität der Troposphäre zu beachten. Zweitere soll nach den Modellen ja abnehmen, da die Lasprate in Folge jeder Erwärmung kleiner wird und das vermindert das Risiko konvektiver Starkniederschläge.
      Die Großwetterlagen (GWL) werden ua von Hess&Brezowsky (PIK) seit ca. 1880 gewissenhaft geführt, sie können diese für Mitteleuropa gratis anfordern. Dann sehen sich auch, dass es immer schon Schwankungen in der Häufigkeitsverteilung gewisser Lagen gegeben hat und über dekadische Zeiträume mal dort feuchtere Witterung bewirkten und umgekehrt.
      Einige tun ja gerade so, als ob nun jedes unangenehme Wetter von uns Menschen verursacht wird und natürliche Klimavariationen es nicht mehr geben kann, geben DARF.

      Es wird immer schlimmer, die Klimatologie mutiert zu populärem pseudo science und jeder glaubt, seltene Wetterereignisse wären die Schuld der Menschen. Deshalb kann ich nur raten, Meteorologie zu studieren, da lernt man auch viel über historische Wetteranomalien und sieht das ganze etwas objektiver, nüchterner und völlig unaufgeregt.

      • Wizzy Antworten | Permalink

        Vertritt "die Klimatologie" Herrn Stefans Meinung? Ich meine nein. Sie zitieren das IPCC ja selbst.
        Also, wo genau ist dann "die Klimatologie" "populäre pesudo science"? Bitte eine klare Aussage, welcher Punkt der klimatologischen Forschung Ihres Erachtens falsch ist. Ist der rezente CO2-Ausstoß nicht der primäre Treiber der globalen Temperatur? Sind die Angaben zur Klimasensitivität falsch? Nein? Was denn dann?

        • Rudolf Klar Antworten | Permalink

          die Inszenierung von Katastrophen finden sie überall. Die CSE dürfte am unteren Rand der Bandbreite liegen, eine Erwärmung von 1-2K in 100 Jahren ist auch bei Business as usual zu halten und das macht das ominöse 2° Ziel noch aburder, als es ohnehin schon ist.
          Da vergleichen diese AGW´ler tatsächlich das Klima mit dem "vorindustriellem", meist geben sie das Jahr 1750 an. Als on man die Tm global von diesem Jahr genau kennen würde, also muss man schon zumindest ein 30a Mittel nehmen, also die 30a um 1750, oder? Jedenfalls ein Ausschnitt aus der Kleinen Eiszeit, die kälteste Klimaepoche der letzten mind. 8.000a. Hätten wir heute ein Klima über der NHK wie zur LIA, hui, da würden die Alarmmisten erst jammern und von nie dagewesenen Anomalien schwadronieren...

  7. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Temperatur- und Wärmezuwachs, schmelzende Gletscher und Eisschilde und steigende Meeresspiegel sagen alle: Das Erdsystem erwärmt sich. Mir scheint aber die Erwärmung läuft
    1) langsamer ab als von den meisten Klimatologen vorgesehen und
    2) viel langsamer als von den meisten Medien dargestellt.
    3) Die Wirkung des Temperatur- und Wärmeanstiegs pro Grad Celsius ist grösser als von vielen vorausgesagt

    zu 1) Es gibt KlimaBerichte noch aus den frühen 2010er Jahren, die eine Erdobrerflächenerwärmung von 2°C relativ zu präindustriell im Jahre 2050 voraussagen (zum Beispiel im Vortrag Physik des Klimas), doch eine Extrapolation des Temperaturverlaufs mit den Daten der letzten 60 Jahre ergibt einen viel geringeren zukünftigen Anstieg, der jedenfalls im Jahr 2050 kaum 1.4°C relativ zu präindustriell übersteigen wird (heute haben wir 0.85°C-Temperaturanstieg relativ zu präindustriell)

    zu 2) die Medien neigen je nach "politischer" Ausrichtung dazu Starkreden, Wirbelstürme und Hitzewellen direkt mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen oder jede Verbindung abzustreiten. Eine differenzierte Darstellung findet sich selten

    zu 3) Obwohl sich die Temperaturen relativ zu präindustriell erst um 0.85°C erhöht haben, schmelzen die grossen Eissschilde stark und Giganten wie der Westantarktische Eisschild haben bereits den Point of no Return überschritten.

    Fazit: Die Medien und selbst die Wissenschaft müssen den Klimawandel verstärkt als langfristiges Phänomen betrachten das zwar vom Temperaturanstieg her langsamer abläuft als von den meisten vorausgesagt, welches aber tiegreifendere und stärkere Wirkungen pro Grad Erwärmung entfaltet als wiederum von den meisten vorausgesehen. Der Klimawandel hätte eine grosse Priorität, wenn wir unsere Wirtschaft schnell dekarbonisieren könnten. Doch darüber gehen die Meinungen auseinander. Vielleicht ist die Dekarbonisierung unserer Industriegesellschaft doch schwieriger als von vielen Klimaschützern dargestellt.

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