Asse – Nur so am Rande…

13. Februar 2012 von Gunnar Ries in Umweltgeologie

Wie die rund 126 000 Fässer mit radioaktivem Müll aus der Asse wieder herausgeholt werden sollen, wissen wohl selbst die Stollentrolle noch nicht so genau. Man könnte sicher aus geologischer Sicht ellenlange Debatten über den Sinn und noch mehr über den Unsinn führen, in einem ausgesalzten und von Wassereinbrüchen bedrohten Bergwerk radioaktiven Müll einzulagern. Vielleicht werde ich mir den Spaß auch mal gönnen, zumindest in Teilen.

Aber im Zuge einiger Aufräumarbeiten in heimischen (vorläufigen) Endlagerstätten alter Studienunterlagen fiel mir eine kleine Broschüre in die Finger, welche ich anlässlich einer Exkursion zur und in die Asse ergattert habe. Und da im Impressum selbiger Broschüre freundlicherweise der Satz zu finden war:

Die hier veröffentlichten Berichte dürfen auch ohne jede weitere Genehmigung auszugsweise wiedergegeben werden, vorausgesetzt, dass bei der Veröffentlichung das Institut für Tieflagerung und die GSF genannt werden.

was hiermit getan wurde.

In der Broschüre geht es recht anschaulich um die Erprobung der Einlagerung der radioaktiven Abfälle. Die Methode, einfach alles abzukippen, erschien mir damals schon etwas seltsam. Im Verlauf der Lektüre stieß ich aber auf Seite 19 auf zwei Bilder und deren Unterschrift, welche ein recht erhellendes Licht auf die Dinge werfen. Mögen sie hier für sich selber stehen, denn in meinen Augen erübrigt sich jeder erklärende Kommentar. Zumindest stellen sie klar, warum wir heute wohl solche Probleme dort haben.

Die hier veröffentlichten Berichte dürfen auch ohne jede weitere Genehmigung auszugsweise wiedergegeben werden, vorausgesetzt, dass bei der Veröffentlichung das Institut für Tieflagerung und die GSF genannt werden.

 

Salzbergwerk Asse - Forschung für die Endlagerung. Gesellschaft für Strahlen - und Umweltforschung, Institut für Tieflagerung. 4. Auflage, Frühjahr 1989


16 Kommentare zu “Asse – Nur so am Rande…”

  1. Hauke Antworten | Permalink

    Schulexkursion

    Ich war damals noch mit meiner Klasse in der Asse zur Besichtigung. Das war noch einige Zeit bevor das Thema Asse öffentlich diskutiert wurde. Es wurde zu der Zeit nur verhalten über Wassereinbrüche berichtet. Die Leiterin der Besichtigung erklärte uns (unglaublich nervös) wie mit Hilfe von Betonpfannen das von unten heranströmende Wasser an den Fässern vorbeigeleitet werden sollte. Da eine komplette Ausfüllung mit Beton zumindest in den oberen Eben nicht möglich wäre...

  2. Chrys Antworten | Permalink

    GSF Broschüren

    Von dieser netten Broschüre scheint leider kein PDF im Web zu existieren. Bei einer kurzen Suche habe ich noch eine alternative GSF Broschüre gefunden, die aus dem Jahr 2006 stammt und auch nicht so schlecht ist. [PDF]

    Man findet dort diverse Kapitel, die überschrieben sind mit "Ein Bergwerk als Vorbild", "Fest unter Verschluss", "Geballtes Know-how", etc.

    Na dann, Glück auf!

  3. JanG Antworten | Permalink

    Die unendliche Geschichte

    Das ganze Thema Asse ist ein leidiges. Aber ich finde, man darf eines nicht übersehen: die Leute haben damals nicht gewusst, wie man an ein solch ambitioniertes Vorhaben rangehen kann. Es wurde getestet und dabei wurde (aus heutiger Sicht) auch tüchtig geschlampt. Aber heute den Menschen damals einen Vorwurf machen halte ich für ungerechtfertigt.

    Schlimmer noch: viele nehmen die Asse als Vorwand um auch den heute in dieser Branche tätigen Arbeitern Vowürfe zu machen. Als Physiker, der schon länger in der Endlagerforschung tätig ist, merke ich das leider immer wieder.

    Fakt ist: der Müll ist da und muss irgendwie entsorgt werden. Hier sind seit mehr als 60 Jahren viele Menschen tätig und versuchen, eine Lösung zu finden. Ich denke, dass wir hier auf einem guten Weg sind. Und die Asse sollten wir als das nehmen, was sie ist: ein Beispiel aus dem wir unsere Lehren ziehen sollten.

    Übrigens: Dr. Hinsch, der lange in der Asse tätig war, hat sich in seinem Buch sehr schön zu dieser Problematik geäußert. Eine kurze Zusammenfassung habe ich hier mal geschrieben:

    http://www.kerngedanken.de/...1/gedanken-zur-asse/

  4. Martin Huhn Antworten | Permalink

    @ JanG

    Aber ich finde, man darf eines nicht übersehen: die Leute haben damals nicht gewusst, wie man an ein solch ambitioniertes Vorhaben rangehen kann. Es wurde getestet und dabei wurde (aus heutiger Sicht) auch tüchtig geschlampt. Aber heute den Menschen damals einen Vorwurf machen halte ich für ungerechtfertigt.

    Nachher ist man immer klüger. Die Broschüre ist jetzt 23 Jahre alt. Eine recht lange Zeit. Im Vergleich zur Halbwertzeit des Atommülls sind 23 Jahre gar nichts. Und das ist das Problem. Was wir jetzt für eine tolle Lösung halten, ist in ein paar Jahren vielleicht der größte Unsinn. Und dieser Atommüll bleibt uns sehr, sehr lange erhalten, falls wir keine Möglichkeit finden ihn umzuwandeln. An diesem Beispiel hier läßt sich gut absehen, wie schwierig der Umgang mit Atommüll ist. Das ist für uns Menschen einfach ein paar Nummer zu groß, diese großen Zeitspannen sind von uns nicht zu kontrollieren.

  5. JanG Antworten | Permalink

    Radioaktiver Abfall

    @Martin Huhn

    Gut, hier gebe ich Ihnen recht: der Abfall hat sehr lange Halbwertzeiten und wird uns noch lange beschäftigen.

    Was also tun? Es gleich lassen mit dem Vermerk, dass es eh nichts wird? Dass es vielleicht irgendwann mal eine Möglichkeit geben könnte (wobei mir das unwahrscheinlich vorkommt, wenn man jetzt nichts erforscht)?

  6. Martin Huhn Antworten | Permalink

    @ JanG

    So lange es keine vernünftige Lösung für den Atommüll gibt, hätte man es sein lassen müssen. Ich kann doch auch nicht ein Auto ohne Bremsen erfinden. Man kann das natürlich machen, aber wo führt das hin? Was ich damit nicht meine ist ein Forschungsverbot. Das auf keinen Fall, sondern genau das Gegenteil. Uns bleibt da auch gar nichts anderes übrig. Aber mit dem momentanen Stand der Erkenntnis ist das verantwortungslos.

  7. JanG Antworten | Permalink

    @Martin Huhn

    Und auch hier wieder: sie haben recht, man "hätte es sein lassen müssen". Erst die Vorarbeit, also auch was mit dem Müll passiert und dann die Früchte (Energie) ernten. Hat man aber leider nicht.

    Und mittlerweile haben wir rund 270.000 Tonnen radioaktiven Abfall weltweit. Ob da in den nächsten Jahren noch ein paar tausend Tonnen dazukommen oder nicht, entsorgt werden muss der in jedem Fall.

    Hier gibt es zum Beispiel den Ansatz der Transmutation. Ein interessantes Konzept habe ich hier beschrieben:

    http://www.kerngedanken.de/...-geschmolzenes-salz/

    Aber auch hier bleibt, trotz Reduzierung des Abfalls, eine nicht unbeträchtliche Menge übrig - und die muss entsorgt werden.

    Und hier denke ich, auch wenn Sie mich jetzt ausbuhen, dass es durchaus möglich ist, mit den heute vorhandenen technischen Mitteln die Endlagerung über den geforderten Zeitraum von einer Mio Jahre zu vollziehen. Das Konzept, nach dem mittlerweile weltweit vorgegangen wird, habe ich hier beschrieben:

    http://www.kerngedanken.de/...ie-funktioniert-das/

    (tut mir leid für das verweisen auf meinen Blog, aber es ist mühsam, immer wieder den selben Text in so vielen Diskussionen zu bringen so dass ich genau deswegen einen Blog eröffnet habe)

    Ach so, nochwas: es wird wohl nie eine absolut und 100% sichere Möglichkeit geben, jeder Versuch ist mit einer gewissen Fehlerwahrscheinlichkeit behaftet. Dennoch müssen wir das Problem angehen. Hier aber ist wichtig, dass alle gemeinsam und verantwortungsbewusst zusammenarbeiten: Forscher genauso wie Firmen, die Medien und Politiker. Leider ist das eben nicht der Fall wodurch ein sehr verzerrtes Bild in der öffentlichen Wahrnehmung entsteht.

  8. Michael Khan Antworten | Permalink

    Schlüsselwort "schwach"

    Bei den in den Abbildungen gezeigten Fassern handelt es sich laut Bildunterschrift doch nun aber nicht um "Atommüll", sondern um schwach radioaktive Abfälle, also solche, bei denen keine Abwärme anfällt und bei deren Transport, zusätzlich zu den verwendeten Gebinden, keine weitere Abschirmung notwendig ist. dazu gehören Kleidung, Schutzhandschuhe, Filter, usw. Diese machen 90% der gesamten Masse an nuklearen Abfällen aus, sie sind nicht besonders gefährlich (sämtlicher schwach-radioaktiver Müll, aber man kann sie auch nicht behandeln wie normalen Müll.

    Wenn man die Eignung des Salzbergwerks Asse diskutiert, und das gesamte bis jetzt angewandte Prozedere kritisch durchleuchtet, dann sollte man doch immer noch auch solche fundamentalen Unterscheide der Abfallkategorien hinweisen.

    Wurde denn wirklich "alles abgekippt", wie Gunnar behauptet? Das mag ja sein, aber aus der gescannten Seite ergibt sich das nicht.

    Schade - gerade dieser Blog ist sonst immer sehr differenziert und informativ.

  9. Martin Huhn Antworten | Permalink

    @ JanG

    Ich habe Verfahrenstechnik studiert. Von daher bin ich über die 100 %ige Sicherheit im Bilde. Witzig fand ich die Antrittsvorlesung beim Professor. Er erklärte uns als erstes, daß es 100 %ige Sicherheit nicht gäbe. Irgendwann passiert der Unfall, man wisse nur nicht wann. Später ging es um Kernenergie - er hatte am "Schnellen Brüter" miteintwickelt, und da schien es dann plötzlich doch so eine Art 100 %ige Sicherheit zu geben ... das war Magie.

    270 000 Tonnen haben sich schon angesammelt. Zum Glück findet das bei uns langsam ein Ende. Und die anderen häufen sich weiter die Probleme auf, die dann aber bei einer Katastrophe wahrscheinlich alle ausbaden müßten.

    Letztens las ich einen Beitrag, leider weiß ich nicht mehr von wem, da wurde vorgeschlagen kein Endlager mehr zu suchen, sondern nur Zwischenlager. Unter anderem hätte man bei einem Endlager das Problem, wenn man eine praktikable Lösung für die Entsorgung gefunden hätte, käme man an den Müll im Endlager nicht mehr so einfach ran. Da ist was dran wie ich finde.

  10. Mona Antworten | Permalink

    Ist in den Fässern drin was draufsteht?

    Offensichtlich weiß man gar nicht genau, was in den Fässern drin ist. Zitat: "Von 1967 bis 1978 wanderten rund 126.000 Fässer mit schwach und mittel radioaktiven Abfällen unter die Erde. Was genau in den Behältern lagert, ist bis heute unklar. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. Die Genehmigung verlief problemlos, ein Planfeststellungsverfahren war gesetzlich noch nicht vorgeschrieben."
    http://www.ndr.de/...t/hintergrund/assezwo102.html

    Außerdem wurden auch mehr Fässer eingelagert, als angegeben. "Im maroden Atommülllager Asse lagern zehn Mal mehr Fässer mit mittelradioaktivem Abfall als bislang angenommen. Das geht aus einem Inventarbericht hervor, den das Bundesforschungsministerium am Freitag veröffentlichte. Demnach sind knapp 14.800 Abfallbehälter, die ursprünglich als leichtradioaktive Stoffe deklariert wurden, mit mittelaktiv strahlendem Material gefüllt. Bisher war man von knapp 1300 solchen Fässern ausgegangen. Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass die Behälter in mehreren Lagerkammern auf verschiedenen Ebenen des Bergwerks verteilt liegen, was zuvor ebenfalls nicht bekannt war."
    http://www.abendblatt.de/...ll-als-angenommen.html

  11. Michael Khan Antworten | Permalink

    @Mona

    Das ist ein Grund mehr, sauber zwischen schwachradioaktivem und mittelradioaktivem Müll und dem Umgang mit den jeweiligen Gebinden zu unterscheiden. Vielleicht haben die ja wirklich auch Gebinde mit mittelradioaktivem Müll so behandelt wie in der Darstellung gezeigt. Mag ja sein. Das ergibt sich jedoch aus dem Bild nicht.

    Gerade weil für die meisten Leute eben alles vom gebrauchten Handschuh bis zum abgebrannten Brennelement als "Atommüll" bezeichnet wird, finde ich die differenzierte Betrachtung wichtig.

  12. Mona Antworten | Permalink

    @Michael Khan

    "Vielleicht haben die ja wirklich auch Gebinde mit mittelradioaktivem Müll so behandelt wie in der Darstellung gezeigt."

    Davon kann man wohl ausgehen. Die taz schrieb dazu: "Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bestätigte gegenüber der taz, dass 14.800 Fässer neu deklariert werden müssen. Bislang waren die Behörden davon ausgegangen, dass in der Asse lediglich ein Prozent der 125.787 eingelagerten Fässer mittelradioaktiv sind, nun sind es knapp 13 Prozent." http://www.taz.de/!58202/

    "Gerade weil für die meisten Leute eben alles vom gebrauchten Handschuh bis zum abgebrannten Brennelement als "Atommüll" bezeichnet wird, finde ich die differenzierte Betrachtung wichtig."

    Nun, dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Anscheinend haben die Leute das früher aber nicht besser gewusst. Ich will auch keinem unterstellen, dass da mit Vorsatz falsch deklariert wurde. Aber egal, das Kind ist nun mal in den Brunnen gefallen und nun muss eine Lösung her.

  13. Gunnar Antworten | Permalink

    @ Michael Khan

    ja, mir ist voll bewusst, dass der Beitrag polemisch ist. Das solle er auch sein. Die Bilder und die Unterschrift beleuchten in meinen Augen die Naivität, mit der man in der Asse an das Thema herangegangen ist. Denn, wie Mona schon darlegte (und ich hätte es vielleicht im Beitrag erwähnen sollen) ist dort allem Anschein nach nicht alles schwach radioaktiver Abfall, das als solcher deklariert wurde. Da wurden allem Anschein nach auch mittelradioaktive Abfälle der selben Behandlung unterzogen. Und dabei ging es mir weniger um die Wärmeerzeugung der Abfälle. Die Stapelmethode diente unter anderem dazu, die Möglichkeit der Dichtigkeitsprüfung der Fässer mittels Wischproben durchführen zu können. Als sie sich als Dicht erwiesen, hat man sie munter ducheinandergekippt. Der Sinn entzieht sich mir aber. Denn allem Anschein nach hat man weder die Fässer auf die dabei auftretenden mechanischen Belastungen getestet, noch hat man auf eventuelle Wasser- und Laugeneinbrüche geachtet. Und die waren in der Asse auch damals schon bekannt. man hatte schliesslichein (und hier sind wir beim ersten Unterschied zu anderen Endlagern in Salzstöcken wie beispielsweise Gorleben) ein ausgesalztes Bergwerk verwendet, dessen bergbauhistorische Geschichte durchaus bekannt war.

    Mit diesem hat man also dem Endlagergedanken einen echten Bärendienst erwiesen. Und der Erforschung von Gorleben oder/und anderen Salzstöcken wohl ganz besonders. Und das ärgert mich.

  14. Michael Khan Antworten | Permalink

    @Mona und Gunnar

    Ich melde da ja grundsätzlich noch nicht mal Widerspruch an.

    Nur meine ich halt, dass das wirkliche Problem benannt werden muss.

    Ich weiß nicht, wie das mit dem schwachradioaktiven Abfall ist. Ist da die Abkippung wirklich problematisch (so wie der Artikel nun einmal suggeriert)?

    Oder ist das Problem nicht vielmehr ein ganz Anderes, nämlich dass falsch deklarierte Abfälle eingelagert wurden und nun nicht nur zum Problem, sondern zur Gefahr werden, zunächst einmal für dieunter Tage arbeitenden Menschen. dann aber ist der zentrale Punkt doch wohl die achtlose oder absichtliche Falschdeklarierung, und das sollte man auch genau so beim Namen nennen.

    Finde ich.

  15. Gunnar Antworten | Permalink

    @ Michael

    Ich denke, beides zusammen wird zum Problem. Einerseits wurden vermutlich einige Fässer durch die mechanische Beanspruchung beim abkippen und/oder Laugenkontakt undicht (oder es besteht zumindest die Befürchtung, dass dies geschehen könnte). Und vermutlich sind auch die "normalen" schwach radioaktiven Abflle nicht unproblematisch. Immerhun wurde die Stapeltechnik angewandt, um Wischproben auf eventuelle Undichtigkeiten der Fässer machen zu können. Man befürchtete also allem Anschein nach, dass die Fässe eventuell undicht werden könnten. Als man erkannte, dass dies bei gestapelten nicht passiert, hat man sie also verkippt. Die Vorgehensweise erschlisst sich mir nicht.

    Aber wie gesagt. Mir ging es beim Beitrag weniger um eine Diskussion von Einlagerungstechniken oder falsch und fehlerhafte Deklarierungen. Ich fand die abgebildeten Teile der Broschüre irgendwie all rührend naiv, wenn man die heutigen Probleme bedenkt, die eben aus dieser "ersten Optimierung" heraus entstanden. Man war wohl schlicht hoffnungslos optimistisch und beginnt, aus den damals gemachten Fehlern langsam zu lernen.

  16. JanG Antworten | Permalink

    @Martin Huhn

    Es gibt viele Ansätze, die diskutiert wurden. Auch die Zwischenlagerung war ein solcher. Dieser hat aber das große Problem, dass der ganze Abfall quasi offen zutage liegt und einer Lösung harrt. Da aber ja eine 100% sichere Lösung nicht machbar ist, besteht die Gefahr, dass er dann auf immer (oder zumindest die eine Mio Jahre) lagert und für nachfolgende Generationen Ansprüche in Bezug auf Überwachung fordert.

    Unter den sämtlichen Optionen, die in den vergangenen sechs Dekaden geprüft wurden, stellt hingegen die Verbringung in tiefe geologische Formationen einen recht erfolgversprechenden Ansatz dar. Immerhin wurden in (unberüherten) Salzstöcken Wassereinschlüsse gefunden, die seit mehr als 200 Mio Jahre keinen Kontakt zur Biosphäre mehr hatten. Und das, obwohl in dieser Zeit der Urkontinent Pangäa entstand und wieder zerbrach, die norddeutsche Tiefebene durch den Zusammenprall von Kontinentalplatten entstand und ein paar dutzend Eiszeiten über diesen Salzstock gingen.

    Die Chance, eine solche Blase künstlich zu schaffen, ist durchaus realistisch, erfordert aber ein entsprechendes Arbeiten. Und ja: die Asse gehört hier als Negativbeispiel genannt, wie man es nicht machen sollte.

    Ach, und was die Mengen angeht: allein an den Standorten Herfa-Neurode und Zielitz betreibt die K+S-Firmengruppe zwei Endlager, in denen bisher rund 3 Mio Tonnen umweltgefährdende Stoffe eingelagert sind; Kapazität für weitere zwei Mio Tonnen sind vorhanden. Zwei weitere Endlager allein in Deutschland mit ähnlicher Kapazität finden sich in Heilbronn und Sondershausen. Verblüffenderweise sieht man dort aber nie jemanden demonstrieren.

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