Der Tanz auf dem Vulkan

29. April 2010 von Gunnar Ries in Vulkane


 
Der Santiaguito am 1. Juli 2007, Wikimedia User CrazyKnight, public domain
 
Am 26. April ist es am Santiaguito, einem Lavadom am Santa María Vulkan in Guatemala zu einer mittleren Eruption gekommen. Der Santiaguito wächst seit 1922 mehr oder weniger kontinuierlich. In letzter Zeit ist es dabei des Öfteren zu kleineren und größeren Explosionen, pyroklastischen Strömen und Laharen gekommen. Der Santa María Vulkan hat 1902 eine der heftigsten Eruptionen des 20. Jahrhunderts gehabt, bei der schätzungsweise 5000 Menschen ihr Leben ließen und die insgesamt 19 Tage andauerte. Diesmal ist die Lage weit weniger dramatisch, aber die rund 8 km hohe Aschenwolke hat große Auswirkungen auf den Flugverkehr in Südamerika. And the Water seems inviting hat mehr zum Vulkanausbruch.

Der Santiaguito ist aber wohl auch ein Vulkan, an dem man die Dummheit (ja, man muss es wohl so deutlich ausdrücken) und Ignoranz der Menschen gegenüber einem Vulkan deutlich wird. Das zeigen die beiden Videos eines holländischen „Vulkanfreundes“, der vor rund 2 Jahren einen Ausbruch am Santiaguito live und aus knapp 20 m Entfernung erlebte. Und anstatt die Beine in die Hand zu nehmen und sich vorsichtig (immer die Bomben im Blick) und dabei schnellstens aus der Gefahrenzone zu bugsieren, wird ein wilder Tanz aufgeführt und lautes Freudengeheul ausgestoßen. Ein „Spaß“, der einem bei derart explosivem Vulkanismus schnell das Leben oder auch nur die Gesundheit kosten kann. Wie gefährlich Vulkane selbst für erfahrene Vulkanologen werden können, die sich im Krater mit Messungen beschäftigen, zeigt sehr anschaulich das Buch „der Feuerberg“ von Stanley Williams und Fen Montaigne. Hier wurde eine Routineuntersuchung am Galeras zu einem Fiasko.

 
 

Ein Kommentar zu “Der Tanz auf dem Vulkan”

Einen Kommentar schreiben


3 × fünf =