Wie Erdfälle entstehen

11. Juli 2013 von Gunnar Ries in Geo-Foto/ -Video

Die Erde erscheint uns Menschen fest und unverrückbar. OK, bei Erdbeben kann das zeitweise etwas anders aussehen, aber sonst sollte die Erde zumindest im Flachland unbeweglich bleiben. Um so erstaunter ist man dann, wenn quasi über Nacht das Erdreich verschwindet und sich ein Loch auftut, wo am Morgen vorher noch der solide Boden zu sehen war. Unangenehm, wenn so etwas in bebauten Gebieten passiert, so wie am 1. November 2010 im thüringischen Schmalkalden. Hier waren über Nacht rund 20 000 m3 Erde verschwunden, ein Teil der Straße und einige Garagen mit ihm. Neun umliegende Häuser mussten aus Sicherheitsgründen geräumt werden. Zum Glück hat aber keines der bewohnten Häuser direkt über dem Erdfall gestanden.

Wie aber können in so kurzer zeit so große Löcher entstehen? Die Erde verschwindet ja nicht einfach über Nacht. Bei Erdfällen liegen unter der Erdoberfläche in der Tiefe meist lösliche Gesteine wie etwa Kalke, Salze oder Gips vor. Wenn diese Gesteine mit dem Grundwasser in Kontakt kommen, dann werden sie gelöst und zurück bleibt ein Hohlraum. Irgendwann kann dieser dann einbrechen und an der Erdoberfläche bleibt ein Erdfall zurück.

 

In diesem Video wird die Entstehung von Erdfällen anhand eines Analogmodells verdeutlicht. Eine Schicht aus Salz übernimmt hier die Rolle der löslichen Gesteine. Salz spielt auch in der Natur sehr häufig eine Rolle bei der Bildung von Erdfällen, vor allem in den Gebieten, in denen Salzstöcke sehr dicht unter die Erdoberfläche reichen, wie dies in Hamburg (Bahrenfelder See zum Beispiel) und Umgebung der Fall ist.


2 Kommentare zu “Wie Erdfälle entstehen”

  1. Martin Huhn Antworten | Permalink

    Ein sehr anschauliches Video. Wenn demnächst mal wieder so ein Erdfall auftritt, wird Dein Beitrag hier überrannt.

  2. Geoman Antworten | Permalink

    Wolkenbrüche bei Trendelburg

    Sehr schöne Beispiele für Erdfälle aus den jüngsten erdgeschichtlichen Vergangenheit mit ansehnlichen Erdfalltrichtern sind auch der nasse und der trockene Wolkenbruch bei Trendelburg. Dort liegen die löslichen Salzgesteine allerdings in rund 1000 m Tiefe:

    http://de.wikipedia.org/...3%BCche_bei_Trendelburg

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