Die Amischen – in 16 Jahren verdoppelt

29. August 2008 von Michael Blume in Phänomene

Pennsylvania war schön, aber besonders fasziniert war ich von der Religionsgemeinschaft der Amish, deren Lebenswelt weit mehr als nur eine ideale Fallstudie zur Religionsdemografie zu bieten hat. Im 17. Jahrhundert bildeten sie sich aus der deutschsprachigen Täuferbewegung, die nur die Erwachsenentaufe anerkannten und deshalb als "Anabaptisten" (Wiedertäufer) verfolgt wurden. Sie erhielten ihren Namen als Anhänger des Ältesten Jakob Amann (die Amanschen -> die Amischen). Einigen Hundert gelang die Auswanderung in die USA, wo ihnen Religionsfreiheit gewährt wurde. In Europa erlosch die Gemeinschaft dagegen, zermahlen zwischen wenig toleranten Großkirche(n), Staaten und Gesellschaften. Obwohl sie auf aktive Mission verzichten, ja sogar Konvertiten bisweilen ablehnen, nimmt ihre Zahl demografisch nahezu exponentiell zu.

Wie die religionswissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen vom Center for Anabaptist and Pietist Studies mitteilten, wuchs die Zahl der Amischen von ca. 125.000 in 1992 auf 230.000 in 2008. Allein in diesen 16 Jahren haben sie mehrere hundert neue Kirchenbezirke in den 21 bisherigen und sieben erstmals besiedelten US-Staaten gegründet und auch ihre bisher kleine Zahl in Kanada auf über 4.000 gesteigert.

Warum wächst die Zahl der Amischen so schnell?

Schlicht wegen ihres Kinderreichtums. Amisch-Familien haben im Schnitt fünf bis sieben Kinder. Und obwohl Heranwachsenden vor der Entscheidung für die Erwachsenentaufe eine Zeit des "Rumschpringe" eingeräumt wird und ein Verzicht auf die Taufe nicht zur Verbannung führt, ist der Anteil der Austretenden im 20. Jahrhundert immer weiter gesunken: Im Durchschnitt verbleiben derzeit 85 Prozent der Heranwachsenden, hinzu kommen einige Konvertiten.

Wie machen die Amischen das?

Im Gegensatz zu einem naiven Vorurteil leben die Amischen keineswegs einfach das Leben des 17. Jahrhunderts weiter, sondern wählen immer wieder zwischen den Möglichkeiten , die sie akzeptieren und jenen "weltlichen", gegen die sie sich abgrenzen. So lehnten sie Sklaverei entschlossen ab, als sie noch üblich war und sprechen untereinander bis heute ihren deutschen Dialekt, lehren ihren Kindern daneben aber auch Englisch. Ihr Erfolgsrezept ist die Dezentralisierung: Jeder der inzwischen über 1.700 Kirchenbezirke besteht aus einigen Familien, die eng vernetzt sind und aus deren Mitte in einer Mischung aus Wahl- und Losverfahren ein Bischof, zwei Prediger und ein Armendiener (Diakon) bestimmt wird. Der Bezirk verwaltet sich selbst und interpretiert die nur mündlich überlieferte "Ordnung" in eigener Verantwortung, wenn natürlich auch beratend eng verflochten mit umliegenden und verschwägerten Bezirken und gelegentlichen "Diener-Versammlungen" der Amtsträger. Kirchengebäude, religiöse Symbole oder theologische Lehrtexte sind unnötig - die einfachen Gottesdienste werden reihum in den Häusern und Schuppen der Bezirksfamilien ausgerichtet. Die Folge: Es werden zu Fragen auch unterschiedliche Lösungswege beschritten - und schließlich meist jene übernommen, die sich bewährt haben. Wer sich trotz Ermahnungen nicht an die Regeln seines Kirchenbezirks hält, kann ausgeschlossen und "gemieden" werden und dieses Schicksal kann auch Bezirken drohen, die zu weit ausscheren.

Ein Beispiel: Auch die meisten Amisch-Landwirte benötigen längst Traktoren auf dem Hof, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Damit diese aber nicht als Ersatz-Autos benutzt werden können, setzte sich vielerorts die Regel durch, dass nur Holzreifen verwendet werden - tauglich für Hof und Feld, aber nicht die Straße(n) und damit keine Verdrängung von Pferd und Buggy.

Natürlich führt diese dezentrale Freiheit zu den verschiedensten Strömungen und auch Abspaltungen. Nur ist das für das Überleben der Gemeinschaft kein Problem: Das demografische Wachstum gleicht auch gravierende Trennungen (wie nach 1877, als fast zwei Drittel der Kirchenbezirke Öffnungen bejahten und später mit der mennonitischen Kirche verschmolzen) innerhalb weniger Jahrzehnte wieder aus.

Warum wandern so wenige Amisch ab?

Ein Teil der Antwort wurde schon genannt: Aufgrund der inneren Vielfalt können sich jene Amische, die etwas liberalere oder strengere Regeln befürworten, entsprechend ausgerichteten Bezirken anschließen. Der Anteil der Erwachsenen, die sich gegen die Erwachsenentaufe oder für eine Abwendung von der Gemeinschaft entschlossen haben, ist während des 20. Jahrhunderts auf unter 20% pro Generation gesunken. Generell treten (vgl. Gretchenfrage) häufiger Männer als Frauen aus und häufiger Mitglieder liberalerer Bezirke als jene aus strikteren. Seltener treten auch jene aus, die eine der eigenen Amisch-Schulen besuchten, die nach Einführung der Schulpflicht begründet wurden. Die Amischen bestätigen damit die Theorie der kostspieligen Signale (siehe hier): Ihre Gemeinschaften sind umso stabiler, umso sichtbarer sie sich in Kleidung, Lebensführung und Glauben von ihrer Umgebung unterscheiden.

Wie ist das Verhältnis zum Staat?

Die Amischen beten für Staat und Obrigkeit als von Gott eingesetzt, zahlen Steuern (auch z.B. die Schulsteuern, obwohl sie eigene Schulen betreiben) und achten die Gesetze - außer, wenn diese aus ihrer Sicht der "Ordnung" widersprechen. Militärdienst, Evolutionstheorie und Sexualkunde im Unterricht, eine staatliche Krankenversicherung statt ihres Systems gegenseitiger Hilfe lehnen sie strikt ab - über diese und andere Fragen gab und gibt es immer wieder Verhandlungen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie oft verachtet und als "dumb Germans / dumme Deutsche" geschmäht, zumal während der Weltkriege. Aber umso mehr sich auch die US-Gesellschaft modernisierte und individualisierte, ernteten sie als erkennbare Alternative auch Neugier und Bewunderung. Heute verdient ihre Umgebung an Amisch-Tourismus, Staat und Kommunen freuen sich über die ordentlich gezahlten Steuern fast ohne umgekehrte Erwartungen und in Büchern und Filmen lassen sich Christen weltweit von ihnen inspirieren. In wachsenden Teilen der US-Öffentlichkeit gelten die Amischen nicht nur als Beweis der Freiheit, wie es sie nur in den USA gebe und fragen auch schon mal, ob die Amischen heute in Europa überleben würden. Längst wird auch anerkannt, dass ihr stures Beharren auf Freiheitsrechten gegenüber dem Staat zur Verteidigung dieser Freiheiten (z.B. gegen Militärpflicht, staatliche Schulbehörden etc.) insgesamt beigetragen hat.

Gegen mancherlei Idealisierungen ist gleichwohl festzuhalten: Auch die Amischen haben kein Paradies geschaffen, sie sind keine "besseren Menschen" und behaupten dies auch nicht von sich. Wie alle Gesellschaften pflegen auch sie ausgrenzende Vorurteile (z.B. gegen Juden, Muslime, Dunkelhäutige) und ringen auch immer wieder mit internen Problemen. So stößt, um nur ein Beispiel zu nennen, der Verzicht auf "weltliche" Strafverfahren und Therapieeinrichtungen zugunsten von Buß- und Bannstrafen in der Bekämpfung von Kindesmissbrauch an seine Grenzen. Die teilweise Ablehnung von Impfungen wird in größeren Siedlungsgebieten zum Problem. Und es fehlt vielerorts an erstehbarem Land, um weitere Höfe oder Bezirke zu gründen.

Evolutionsbiologisch bilden die Amischen ein eindrucksvolles Fallbeispiel für das reproduktive Potential religiöser Vergemeinschaftung. Wer behauptet, wissenschaftlich zu denken, sollte anerkennen: Ohne ihren Glauben sind Sozialstruktur, Kultur und Kinderreichtum der Amischen nicht zu erklären. Sie präsentieren gerade uns "rational-aufgeklärten" Menschen der Neuzeit damit ein interessantes Paradox, das wir längst weltweit beobachten und noch gar nicht reflektieren: Dass diejenigen Menschen, die die Evolutionstheorie ablehnen, sich biologisch weit erfolgreicher verhalten können, als wir wissenschaftlich Gebildeten.

Und ihr Wachstum geht weiter: Mehr als die Hälfte der heutigen Amischen ist unter 21 Jahre alt, die nächste Verdoppelung ihrer Anzahl, die Gründung weiterer Bezirke also schon in Sicht...

Nachtrag 08/2012: Zu den Amish habe ich ein sciebook veröffentlicht, zunächst für den Kindle.



23 Kommentare zu “Die Amischen – in 16 Jahren verdoppelt”

  1. Michael Blume Antworten | Permalink

    Grüß Gott...

    ...sagt der Schwabe, wenn er wo zur Türe hereinkommt. Nun, ich bin der neue Nachbar in den Chronologs, dank Martin Huhns Hilfe frisch umgezogen aus den Wissenslogs. Was ich so erforsche und in "Natur des Glaubens" bislang diskutiert habe, fasste ich dort zum Abschied nochmal zusammen, hier:
    http://www.wissenslogs.de/...zug-in-die-chronologs

    Die Chronologs beobachte ich schon eine ganze Weile und fand, dass sie wirklich schöne Beiträge enthält, die es verdienen, stärker wahrgenommen zu werden. Und so hoffe ich, dass sich vielleicht auch der eine oder andere Leser mehr hier umschaut und hoffe, das eine oder andere dazu beitragen zu können.

  2. Martin Huhn Antworten | Permalink

    Herzlich Willkommen

    bei den Chronologs, Michael.

    Und dann auch noch mit so einem interessanten Beitrag. Einiges Rückständige der Amish regt schon zum Schmunzeln an und ist auch bedenklich, aber was ich so herauslese, haben sie ein erfolgreiches Lebenskonzept. Jeder scheint da seinen Platz zu haben. Das ist wohl eine große Schwäche in unserer Gesellschaft, was ich so beobachte. Die Leute suchen nach Orientierung, die Geschlechter wissen nicht mehr richtig wie sie miteinander umgehen sollen, müssen sich ihre Rollen erst suchen, jeder macht sein eigenes Ding, will sich Selbstverwirklichen usw. Kann man gut mal drüber nachdenken.

  3. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Martin

    Für Deine These spricht, dass der Respekt für die Amischen in dem Ausmaß zugenommen hat, wie sich die allgemeine Individualisierung (die wohl auch Entheimatung und Vereinsamung bedeuten kann) ausbreitete.

    Natürlich ist das Lebenskonzept der Amischen extrem, ich könnte und wollte so nicht leben. Aber sie sind ein Teil der menschlichen, vielfältigen Kultur, zeigen uns, wie unterschiedlich Menschen sich organisieren und welche Rolle Religion(en) dabei spielen können und haben m.E. das Recht, freiheitlich akzeptiert zu werden wie andere Menschen-kulturen auch.

  4. Ingo Antworten | Permalink

    Ein "lebendiges Museum"

    Die Amischen wurden noch vor 50 Jahren vorwiegend als hochgradig "bigott" und stumpf christlich-konservativ empfunden. Das sind sie heute immer noch. Nur hat sich unsere Wahrnehmung verschoben.

    Einerseits stehen wir heute als aufgeklärte Menschen so weit ÜBER dieser Bigottrie, glauben uns und unsere Gesellschaft (und unser dichtes naturwissenschaftliches Weltbild) durch diese nicht mehr so gefährdet wie noch vor 50 Jahren, daß wir es gerne dulden und tolerieren, wenn es kleine Minderheiten gibt, die eben dennoch so sind und ihre Kinder erziehen.

    Zum anderen aber haben wir uns auch von der Tradition bäuerlicher Lebensweise und bäuerlicher Famillienstrukturen so weit entfernt, selbst auf dem Land, daß wir nur noch mit einer riesigen Welle von Nostalgie auf die Amischen schauen können.

    Man Vater, der bestimmt nicht christlich ist, war schwer beeindruckt, als er die in Pennsylvania mit fünf Pferden vor dem Pflug hat pflügen sehen. Das ist die Welt, die seine Generation in ihrer Kindheit hier in Deutschland auch noch kennen gelernt hat.

    Die Amischen sind also für uns ein "lebendiges Museum". Und es gibt wahrhaftig keine schöneren Museen als "lebendige". Tausend mal schöner noch als all die vielen "Museumsdörfer", um die hier in Deutschland oft viel Rummel gemacht wird.

    Sie zeigen uns, daß wir uns nach Gemeinschaft sehnen. Sie zeigen uns aber nicht, welche Religiosität das sein könnte, die uns eine solche Gemeinschaft wieder bringen könnte. Denn so bigott wollen und können wir heute nicht mehr sein.

  5. Martin Huhn Antworten | Permalink

    Bigott?

    "Die Amischen wurden noch vor 50 Jahren vorwiegend als hochgradig "bigott" und stumpf christlich-konservativ empfunden. Das sind sie heute immer noch. Nur hat sich unsere Wahrnehmung verschoben."

    Warum sollen sie denn scheinheilig und heuchlerisch sein? Ich finde die seltsam, weil sie sich so zwanghaft gegenüber technischen Neuerungen wehren, die die Innerlichkeit kaum beeinflußen, aber warum sollen das Heuchler sein?

  6. Martin Huhn Antworten | Permalink

    @ Michael

    Gibt es eigentlich noch weitere Daten zu denen? Wie sieht es mit der Lebenserwartung aus und sind sie glücklicher als andere? Laut der Glücksforschung müßten sie ziemlich glücklich sein. Sie leben in Gemeinschaft und wohl alles andere als egoistisch. sie haben ihr auskommen usw.

  7. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Martin & Ingo

    Lieber Martin,

    ja, es gibt eine Vielzahl von Studien, die aber oft nur indirekt arbeiten können: Die Amischen stellen sich selbst ungern in den Mittelpunkt und meiden "weltliche" Verstrickungen. Und schon die Frage, ob sie "glücklich" seien, trifft ihr Selbstverständnis wenig, als zentralen Wert betonen sie eher "Gelassenheit", auch im Hinblick auf jenseitiges Glück. Sehr deutliche Unterschiede werden aber z.B. im Hinblick auf Ältere sichtbar, die bei den Amischen in den Familien bleiben (meist auf einem kleinen Alterssitz auf dem Hof) - Amisch-Altersheime gibt es nicht und dafür zeigen sich die Älteren dankbar und stolz.

    Hmmm... Wo soll ich jetzt weitermachen? Reicht es, wenn ich zusage, auch in Zukunft hin und wieder mal einen Amisch-Beitrag zu bringen? Und bis dahin findest Du eine Menge an Infos, Webressourcen und Literatur hier:
    http://www2.etown.edu/amishstudies/Index.asp

    @ Ingo

    Wie definierst Du "bigott"? Und inwiefern ist das Deines Erachtens eine wissenschaftliche Kategorie?

  8. Ingo Antworten | Permalink

    bigott

    - in meinem Wörterbuch wird es verdeutscht mit: engherzig, fromm; scheinheilig; blindgläubig

    Die soziale Erscheinung, daß eine (Minderheiten-)Gruppe von einer Mehrheits-Gesellschaft als "bigott" wahrgenommen wird, kann durchaus Thema einer wissenschaftlichen Erörterung sein, oder etwa nicht?

    In den 1960er Jahren wurde traditionelle Religiosität in der westlichen Welt noch völlig anders wahrgenommen als heute, weil viel mehr Menschen damals selbst noch viel intensivere Erfahrungen mit ihr gemacht hatten.

    Ich viel Sympathie für die Amischen, SEHR viel. Aber ich versuche immer, dabei die andere Seite nicht zu übersehen, weil man sonst einen schiefen Blick auf die Dinge bekommt.

    Die strenge Bibelgläubigkeit, die sie leben, ist wohl für keinen der Leser hier noch irgendwie auch nur annäherungsweise eine denkbare Alternative für das eigene Leben. Man würde sich selbst "scheinheilig" vorkommen, wenn man das äußerlich so ernst nehmen würde wie sie, so sehr man sich sonst in Alltags-Dingen bei ihnen wohlfühlen würde, da bin ich mir sicher.

  9. Ingo Antworten | Permalink

    Und daß sie sich subjektiv nicht als "scheinheilig" empfinden, ist auch geschenkt, sie sind es ja von Kindheit an so gewohnt und nehmen selten die Außenperspektive auf sich selbst ein.

    Sie legen sich auf die Bibel fest und sagen: So ist es.

    Daß es noch alternative Möglichkeiten gibt, die Welt und das Leben zu deuten, blenden sie größtenteils aus.

    Das hat viele positive Auswirkungen auf das subjektive Wohlbefinden. Sonst hätte diese Form der Religiosität auch nicht 1.500 Jahre lang vorherrschend sein können in Europa.

  10. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Ingo: Begrifflichkeiten

    Lieber Ingo,

    danke für Deinen Beitrag. Ich stimme Dir natürlich zu, dass es Leute gibt, die die Amischen als "bigott" empfinden - so, wie es solche gibt, die sie idealisieren. Beide Sichtweisen halte ich für normative Bewertungen statt für empirisch begründbare Beschreibungen und daher nicht für (religions-)wissenschaftlich. Wir arbeiten über eine Vielzahl von Gemeinschaften - völlig unabhängig davon, ob wir uns vorstellen könnten, dieser oder jener beizutreten...

    Zur "traditionellen Religiosität": Auch da liegt m.E. ein populäres Missverständnis vor. Die Amischen sind alles andere als nur "verzögerte Entwickler". Lass mich nur wenige Beispiele benennen, die die Amischen schon von den allermeisten Mitchristen im 17. Jahrhundert unterschieden und heute noch unterscheiden.

    1. Die Amischen gingen und gehen davon aus, dass sich nur Erwachsene für den Glauben und damit die Taufe entscheiden können. Diese (wohl eher "moderne", denn traditionelle!) Auffassung trug ihnen Verfolgung als "Wiedertäufer" ein, da sie die Gültigkeit der Kindertaufen bezweifelten.

    2. Die Amischen verwalteten und verwalten sich dezentral in einer Mischung aus Wahl- und Losverfahren - kaum die traditionelle Haltung des Mittelalters...

    3. Die Amischen verzichten auf den Bau von Kirchengebäuden, religiösen Symbolen und beschäftigen keine hauptamtlichen Theologen.

    Die Liste ließe sich lange fortsetzen und zeigt, dass die Amischen zwar eine eigene Tradition entwickelten (und weiter entwickeln), keinesfalls aber einfach mittelalterliche Traditionen fortschrieben.

  11. Ingo Antworten | Permalink

    Amischer schreibt an Kenneth Miller

    Vielleicht noch mal zur Präzision. Unser HEUTIGER Blick auf die Amischen und die Hutterer ist wie der Blick eines Völkerkundlers auf eine ihm beliebig fremde Kultur, eine ihm beliebig fremde Religion.

    Wir sind selbst so weit von der strengen Bibelgläubigkeit der Amischen entfernt, daß sie uns gar nicht mehr auffällt, in die Augen fällt. Wir haben uns davon längst "abgenabelt", wir kennen niemanden mehr in der Verwandtschaft, der einen so engen Bezug zur Bibelgläubigkeit hat (außer vielleicht Freikirchlern, von denen ich keine näher kenne).

    In den 1960er Jahren war das aber im "kollektiven Bewußtsein" alles noch viel tiefer drin als heute. Und deshalb waren DAMALS die Amischen keineswegs so populär, sondern es wurde NUR ihre Rückschrittlichkeit bemerkt.

    Und sicherlich haben sich damals Religionswissenschaftler mit ihnen noch weniger beschäftigt als heute. Ich glaube, einer der ersten, der sich mit ihnen damals befaßt hat und sie positiv bewertet hat, war Erich Fromm. Also auch Entwicklungen und Trends in der Religionswissenschaft sind natürlich vom Zeitgeist bestimmt.

    Daß die Amischen noch heute durchaus fortschrittlicher sind als die meisten Protestanten, was Erwachsenentaufe betrifft, das ist ein wichtiges Merkmal. Diese Merkmale (ebenso wie der Pazifismus und das Laienpriestertum) sind Merkmale, die ihnen ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber allen anderen Religionen (und Atheisten ja sowieso) einflößen, was ja ganz gut ist für die eigene Selbstwerteinschätzung, die wiederum gut ist für die langfristige Stabilität von Gruppierungen.

    Übrigens hat der christliche Evolutionsbiologe Kenneth Miller über einen amischen Schreiner berichtet (hier kurz erwähnt am Ende:

    http://studgendeutsch.blogspot.com/...anische.html )

    der ihm einen siebenseitigen Brief geschrieben hat, in dem es unter anderem auch hieß:

    "I've always felt the account of our origins in the book of Genesis [was] intended for an audience much less sophisticated than the generations alive today."

    Also selbst im innersten Bereich des Religiösen scheinen sogar bei den sehr konservativen Amischen noch Entwicklungen möglich zu sein. Sie scheinen sich also durchaus mit moderner wissenschaftlicher Literatur inzwischen zu beschäftigen und darüber nachzudenken. Das finde ich toll.

    Lamar Schlabach heißt der Schreiner.

  12. Ingo Antworten | Permalink

    Einen schönen Blog über die Amischen

    gibt es übrigens auch:

    http://amishamerica.typepad.com/amish_america/

    Vor einiger Zeit gab es auf ihm z.B. ein Interview mit Kraybill, einem der wichtigeren neueren Soziologen, deren Hauptforschungsgegenstand die Amischen bilden.

    Das Standardwerk zu den Amischen ist ja der Hosteteler.

    Wie ist das eigentlich mit dem "Fensterln" bei den Amischen und dem "Herumspringa" - ist das nicht auch "fortschrittlich"?

  13. Jehuda Antworten | Permalink

    This is Amerika...

    [i]und fragen auch schon mal, ob die Amischen heute in Europa überleben würden.[/i]

    Oh, welche heikle Frage für das europäische Selbstverständnis. Ich selber würde spontan erwarten, dass es hier riesige Probleme geben würde, bis hin zu rechtlicher Verfolgung etc. So ist in Europa ja vieles verboten, wofür es eigentlich keinen sinnvollen Grund gibt. Vielehe oder Geschwisterliebe sind nur ein paar Dinge die mir spontan einfallen. Keines dieser Dinge beeinflusst das soziale Zusammenleben, beschränkt aber das Soziale, die Kulturen massiv und würde wohl dazu führen, dass auch heute die Amisch nach Amerika auswandern würden.

  14. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Ingo: In der Tat...

    ...Deine Frage ist berechtigt:

    "Wie ist das eigentlich mit dem "Fensterln" bei den Amischen und dem "Herumspringa" - ist das nicht auch "fortschrittlich"?"

    Schau, genau deswegen habe ich ja Schwierigkeiten mit der eindimensionalen Linie traditionell - fortschrittlich. Die Wirklichkeit der Religionsgemeinschaften sind viel komplexer! Sind Amische, die seit Jahrhunderten jungen Leuten die Freiheit zur Entscheidung überlassen rückständig? Und wie verhält es sich mit orthodox-jüdischen Werken wie Dor Yeshorim, die Gentests vor Hochzeiten durchführen? Mit islamischen Predigern, die ihre Botschaften über das Internet verbreiten? Nachfahren von Indianern, die die Spiritualität ihrer Ahnen wiederentdecken? Ein Regress? Oder gerade ein Ausdruck moderner Individualität?

    Auch plädiere ich sowohl bei Beschreibungen der biologischen wie kulturellen Evolution für Vorsicht bei "Fortschrittsszenarien". Wir können schlicht nicht wissen, ob die Menschheit für alle Zeiten fortschreitet. Vielleicht werden überlebende Nachkommen ja einmal unsere heutige Zivilisation als ökologisch katastrophal bewerten? Und o.g. Religionen als Vorboten echter Entwicklung feiern? Wer weiß?

    Religionsgemeinschaften leisten Anpassungsleistungen für Überleben und Reproduktion ihrer Mitglieder - sonst bestehen sie nicht längerfristig im Wettbewerb. Mir scheint, wir sollten sie erforschen und beschreiben und uns den analysierenden Blick nicht durch auch Vor-Bewertungen verbauen.

  15. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ Jehuda: Heikle Fragen

    Ja, es ist in der Tat ein ganz spannendes Phänomen, dass die politisch abstinenten Amischen (die meist nicht einmal wählen) heute auch von Freiheitlichen und Bürgerrechtlern sehr geschätzt werden.

    Denn ihre Mischung aus Sturheit und Gesetzestreue hat den Staat immer wieder herausgefordert, zu begründen, was er da eigentlich tut. Ob es um Fragen des Schulsystems oder der steuerfinanzierten Sozialversicherung ging - die Amischen haben sich jeweils staatlicher "Beglückung" mit dem Hinweis widersetzt, dass ihre Selbstorganisation seit Jahrhunderten erfolgreich funktioniert und alte Menschen z.B. weder Rentenansprüche noch Altersheime benötigen. Obwohl Amische selber nicht klagen, wurden sie oft verklagt - und gewannen nicht selten vor den Gerichten, von der Öffentlichkeit ganz zu schweigen. Dass in den USA freiheitliche und staatskritische Traditionen lebendig geblieben sind, hat auch mit ihnen zu tun!

    Sehr empfehlenswert dazu die Neuauflage von "The Amish and the State" vom bereits von Ingo erwähnten Kraybill. Fall- und Konfliktstudien sowie Analysen, m.E. ein Lesegenuss für Religions-, Politik- und Rechtswissenschaftler, aber auch für Soziologen, Historiker und schlicht alle Leute, die mal Alternativen zu gängigen Denkmustern durchspielen wollen.

  16. jakob Antworten | Permalink

    Zitat Jehuda "So ist in Europa ja vieles verboten, wofür es eigentlich keinen sinnvollen Grund gibt. Vielehe oder Geschwisterliebe sind nur ein paar Dinge die mir spontan einfallen."

    Spontanität führt manchmal besonders im Internet zu etwas unbedachten Äußerungen. Vielehen führen nun einmal in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaftsform in allen mir bekannten Kulturkreisen zu einer Entwertung der Rolle der Frau. Nennen sie mir doch bitte spontan eine Gemeinschaft in der die Vielehe praktiziert wird in der einzelne Frauen mehrere Männer haben.
    Eigentlich hatte ich ja gehofft das wir derart tradierte Rollenbilder langsam abgelegt haben.
    Nun ja und Gründe für ein Verbot der Geschwisterehe sollten ihnen eigentlich selbst einfallen. Bemerkenswerterweise zieht sich dieses Verbot, oft unnötigerweise moralisch verbrämt, durch die Geschichte fast aller Kulturen. Der Erhalt genetischer Vielfalt wird in der Natur stets durch unterschiedlichste Mechanismen gewährleistet weil es für das Überleben einer Art nun einmal ein wesentlicher Faktor ist.

  17. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ jakob: Poly- und Monogamie

    Danke für Ihren Beitrag, auf den Jehuda sicher auch selbst noch eingehen wird. Erlauben Sie mir nur den kulturwissenschaftlichen Hinweis, dass Polygamie (Vielehe) kulturell sehr vielfältige Ausprägungen angenommen hat und annimmt: So unterscheiden wird Polyandrie (eine Frau - mehrere Männer), die beispielsweise in einigen Regionen Tibets bis in die jüngste Zeit belegt ist von der Polygynie (ein Mann, viele Frauen) und verschiedenen Formen der Gruppenehen (Polygynandrie) und weiteren Eheformen. Die Ausprägung dieser verschiedenen Strukturen lässt sich meist in der Verschränkung religiös-kultureller Traditionen und wirtschaftlicher Bedingungen recht gut analysieren - so war beispielsweise die tibetische Polyandrie dem Mangel an bebaubarem Land, das zudem außerordentlich mühsam zu bewirtschaften war, geschuldet, so dass zwei Männer (meist Brüder) oft nur eine Gattin und deren Kinder mitversorgen konnten. Umgekehrt diente Polygynie oft auch der Absicherung von Frauen, besonders Witwen, die Heirat der Witwe eines verstorbenen Bruders wurde daher gar biblisches Gebot (sog. Leviratsehe, z.B. 5. Mose 25,5-10).

    Dennoch muss man ganz klar sagen, dass in wirtschaftlich und sozial stabilen Zeiten Polygynie dazu führt, dass einige Männer mehrere Frauen haben und andere kaum Chancen auf Sexualbeziehungen und Familiengründungen. Und dies kann massive, auch gewaltförmige Konflikte auslösen, die früher gerne nach außen abgelenkt wurden (z.B. Kriegszüge zur Eroberung von Beute, einschließlich Frauen - also durchaus eine Abwertung). Man vergleiche auch die eskalierenden Probleme (wie Frauenkauf und -raub) wegen des Mädchenmangels aufgrund der Ein-Kind-Politik Chinas!

    Insofern rege ich an, in Diskussionen auch zu reflektieren, dass Familien- und Eheformen auch immer wirtschaftliche und soziokulturelle Bedingungen und Auswirkungen haben. Sie waren und sind nicht nur "Privatsache". Falls das Interesse besteht, könnten verschiedene Ehe- und Familienstrukturen auch einmal ein späteres Thema in diesem Blog sein.

  18. jakob Antworten | Permalink

    @Michael Blume

    Haben Sie noch mehr Nachweise für Polyandrie außer in einigen Gebieten Chinas (aka Tibet)?
    Ich sehe in Ihrer Argumentation zur Polygynie, insbesondere in der Erwähnung eventuell fehlender Sexualkontakte anderer Männer, eine chauvinistische Argumentationsstrategie. Die von Ihnen angesprochenen Probleme sind sicherlich nachvollziehbar aber der Punkt der mich besonders an diesen Gesellschaftsformen zweifeln lässt ist das doch meines Wissens immer nur eine Form des Zusammenlebens moralisch akzeptiert wird. Wenn Sie mir jetzt jedoch eine Kultur außerhalb Tibets nennen können in der sowohl Polyandrie wie auch Polygynie gleichberechtigt moralisch apzeptabel sind hätte ich ja grundsätzlich keine Bedenken demgegenüber. Ich sehe nur leider in den meisten Fällen Polygynie als eines der eindeutigsten Zeichen für die Entrechtung der Frauen in patriarchalisch geprägten Gesellschaften.

  19. Michael Blume Antworten | Permalink

    @ jakob: Fragen

    Lieber jakob,

    gerne gehe ich auf Ihre Fragen ein!

    "Ich sehe in Ihrer Argumentation zur Polygynie, insbesondere in der Erwähnung eventuell fehlender Sexualkontakte anderer Männer, eine chauvinistische Argumentationsstrategie."

    Nein, das sind etablierte Beobachtungen gerade auch in der Gewalt- und Extremismusforschung. Ob in den Vororten Kairos, einigen Regionen Chinas oder auch manchen Regionen Ostdeutschlands, aus denen v.a. junge Frauen fortgezogen sind - wo junge Männer ohne reale Hoffnungen auf Beziehungen und Familien aufwachsen, kann in einigen Fällen die Bereitschaft zur Bejahung aggressiver Gewalt ansteigen. Dies ist ja gerade auch ein zentrales Argument "gegen" Polygynie, überzogene Ehepreise o.ä. - sie können gesellschaftlich gewaltaffin wirken! Dagegen kann freiwillig eingegangene Monogamie auch sozioökonomische Konflikte lindern.

    In Sachen "Chauvinismus in der Wissenschaft" vielleicht interessant für Sie: Unter unseren nahen Verwandten, den Schimpansen, gibt es neben den polygyn strukturierte Zweigen auch die matriarchal organisierten Zwergschimpansen (Bonobos). Gerade weil diese nicht in die gängigen, patriarchalen Schemata zu pressen waren, wurden sie lange von der Forschung als "peinlich" nahezu ignoriert! Persönlich empfinde ich es als ärgerlich, wenn weltanschauliche Scheuklappen die respektvolle Erforschung des Lebens und seiner Vielfalt behindern.

    "Die von Ihnen angesprochenen Probleme sind sicherlich nachvollziehbar aber der Punkt der mich besonders an diesen Gesellschaftsformen zweifeln lässt ist das doch meines Wissens immer nur eine Form des Zusammenlebens moralisch akzeptiert wird."

    Und die Frage, wie und warum sich diese oder jene moralische Form gesellschaftlich durchsetzt und meist auch religiös legitimiert wird, ist Thema der Religionswissenschaft. Wir wären schlecht beraten, anderen Völkern in der Haltung entgegen zu treten, wir wären von vornherein moralisch überlegen und könnten ihnen, ohne Kenntnis ihrer Lebensumstände, unsere Familienregeln einfach aufdrücken. M.E. ist es angemessener, erst zu verstehen, dann zu bewerten.

    Hier übrigens ein Beitrag von National Geographic über Polyandrie:

    http://www.youtube.com/watch?v=d4yjrDSvze0

    "Wenn Sie mir jetzt jedoch eine Kultur außerhalb Tibets nennen können in der sowohl Polyandrie wie auch Polygynie gleichberechtigt moralisch apzeptabel sind hätte ich ja grundsätzlich keine Bedenken demgegenüber."

    Nehmen Sie die Toda in Südindien. Polybios berichtete über Polyandrie sogar im antiken Sparta - als Schutz der Frauen und Kinder vor der Witwenschaft.

    Übrigens sehe ich es gar nicht als meine Aufgabe, Ihre "moralischen Bedenken" zu zerstreuen - sondern einfach nur zu vermitteln, dass Kulturen (und Naturen, z.B. auch unserer Primatenverwandten) es verdienen, zuerst verstanden und dann bewertet zu werden. Dass wir für Deutschland institutionelle Polygamie in jeder Form ablehnen bedeutet m.E. eben nicht, dass wir Menschen und Kulturen in Tibet, Indien, Afrika oder unserer Vorgeschichte verachten müssen...

    "Ich sehe nur leider in den meisten Fällen Polygynie als eines der eindeutigsten Zeichen für die Entrechtung der Frauen in patriarchalisch geprägten Gesellschaften."

    Dem stimme ich durchaus zu - wobei die Ursachen dafür meist sozioökonomischer Natur sind, nicht selten auch ideologisch perpetuiert werden (z.B. Saudi-Arabien). Allerdings haben wir ja auch in Deutschland sogar "linke" Experimente erlebtt - man denke an die Kommune von Rainer Langhans. Und wenn mächtige Deutsche in serieller Monogamie mehrfach ihre Ehefrauen gegen Jüngere austauschen, wie es auch schon sozialdemokratische Bundeskanzler a.D. getan haben, schütteln auch Angehörige anderer Kulturen bisweilen empört über uns Europäer und unsere vermeintliche Doppelmoral die Köpfe. Aufgabe der Wissenschaften sollte es also m.E. nicht sein, die jeweiligen Vorteile über "andere" einfach zu bedienen, sondern differenziert aufzuklären.

    Es würde mich sehr freuen, wenn diese Kurzdiskussion für Sie interessant war!

  20. Erich Müller Antworten | Permalink

    Reflex

    Für mich sind die Amischen ein Muster der Menscheit,denn sie erarbeiten sich das was sie zum LEBEN benötigen halten zusammen und glauben an GOTT.Wie sähe die Welt aus , wenn jeder von unserer angeblich zivilisierten Menschen sich nur annähern so verhalten und das nehmen würde was er zur Existenz braucht.Jeder von uns will nur Vorteile, manche betrügen oder neppen den Nächsten nur um mehr zu haben wie sein Nachbar.Menschen wie wir sind die grösste Fehlkonstruktion unseres Schöpfers, denn kein Raubtier benimmt sich so gierig und bestialisch.Unsere Musterpolitiker, Kriegstreiber und Besetzer anderer Nationen sind eines der Negativbeispiele gefolgt vom Raubtierkapitalismus der NWO.

  21. Schutsch, Ekkehard Antworten | Permalink

    Die Amische sind wunderbare Leute

    Dieser Bericht von Michael Blume ist auch genau mein Eindruck, den ich von den Amischen gewonnen habe. Ich war 2007 in den USA in Ohio und habe die Amische schätzen gelernt. Ihr Christentum schafft wirklich Frieden auf der Erde! Hoffentlich kommen einige von ihnen zurück nach Deutschland und helfen uns unser totalitäres Bildungssystem zu überwinden.

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