Ein Plädoyer für Klick mich von Julia Schramm

24. November 2012 von Michael Blume in Netzkultur(en)

Dies ist mein 300. Blogpost auf den Scilogs - was eigentlich Anlaß für eine persönliche Zwischenbilanz sein könnte. Doch ich habe mich entschieden, stattdessen lieber eine andere Autorin zu würdigen, die die Netzkultur als Prozess mit großen Chancen und auch massiven Gefahren erlebt und beschrieben hat: Julia Schramm. Die Politikwissenschaftlerin und Piratin fiel mir im Februar diesen Jahres als interessante und mutige (Quer-)Denkerin durch den klugen und im Rückblick beinahe "prophetischen" Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung auf: Wer sichtbar ist, wird niedergemacht. Dabei beschrieb sie den leider auch in der deutschsprachigen Blogosphäre noch typischen Sexismus, nach dem Frauen von einigen Usern besonders eifrig und persönlich angepöbelt werden. "Angriffsfläche" suchen hatte das ein Kommentator auf dem Nachbarblog genannt...

Schramms leider zutreffende Beobachtung: "Es ist üblich geworden, Menschen, die in irgendeiner Form aus dem Brei der (Netz-)Menschen herausstechen, anzugreifen. Jede sichtbare Person wird bekämpft, beschimpft und beleidigt. Die Motive sind altbekannt, mannigfaltig - und in Zeiten der direkten Kommunikation übers Netz brennen sie sich ihren Weg zum Adressaten."


Julia Schramm auf dem Bundesparteitag der Piraten im April 2012. Urheber: Bastian Haas

Es war klar, dass Teile des angesprochenen, "krakeelenden Mobs" der (wie es die ZEIT beobachtete) "angry white men" nur auf Gelegenheiten zum Zurückschlagen warten würden. In einem Netzkultur-Artikel für HerderKorrespondenz im Mai hatte ich Schramm schon mit bangen Ahnungen Glück gewünscht: "Zwar setzen sich die konstruktiven Mehrheiten langsam kulturell durch und „zivilisieren“ immer weitere Bereiche des Netzes. Aber die Wildnis ist nie weit und mutige Bloggerinnen wie die Politikwissenschaftlerin und aktive „Piratin“, Julia Schramm, die frauen- und minderheitenfeindliche Auswüchse offen ansprechen, werden immer wieder zum Ziel von so genannten „Shit Storms“, Kaskaden auch persönlicher Beleidigungen."

Klick mich und der Shitstorm

Als im September Julia Schramms Buch "Klick mich" erschien, war es dann soweit: Eine Frau, die den grassierenden Online-Machismo offen ansprach, ironisierte und dann auch noch Erfolg (einen Buchvertrag für bis zu 100.000 Euro!) hatte - das ging vielen beziehungs- und kinderarmen Netizens bis in Zeitungsredaktionen hinein zu weit! Ein brutaler Shitstorm ergoss sich über alle Online-Kanäle über die Autorin, wobei der zentrale Vorwurf glatt gefälscht wurde: Sie habe, so BILD und Online-Mob gemeinsam, das Urheberrecht als "ekelhaft" bezeichnet, es aber dann selbst für sich in Anspruch genommen. Das stimmte nicht, wie z.B. Stephan Niggemeier aufzeigte: Als "ekelhaft" hatte sie nur den Begriff des "geistigen Eigentums" bezeichnet - und die Notwendigkeit eines Urheberrechtes ausdrücklich bestätigt. Egal - der Mob war entfesselt. Ende Oktober erklärte Julia Schramm ihren Rücktritt aus dem Piraten-Bundesvorstand. 

Das Buch...

...wurde und wird online verrissen - teilweise von Leuten, die es gar nicht gelesen haben. So "rezensiert" zum Beispiel ein Mann auf amazon: "Drei Bücher sind in letzter Zeit erschienen, dreimal waren die Autorinnen Frauen und alle dreimal lösten diese Bücher bzw. Frauen aus den unterschiedlichsten Gründen ein gewaltiges Medienecho aus.
Um diesen Umstand zu würdigen habe ich mich zu der vermutlich weltweit ersten Kombi-Rezension entschlossen, die folgende Bücher umfasst:

1.) "Ein plötzlicher Todesfall" von Joanne K. Rowling
2.) "Jenseits des Protokolls" von Bettina Wulff
3.) "Klick mich" von Julia Schramm

Keines der Bücher habe ich gelesen aber das soll mich nicht hindern." - es mit zwei (von fünf möglichen) Sternen abzustrafen. Ein anderer lässt uns an gleicher Stelle wissen: "Ohne das mädchenhafte Romantisieren (im falschen, weil überholten Sinne) und ohne die pseudo-religiösen Beschwörungen, ist der zugrunde Quelltext eine Banalität und für einen männlichen Erwachsenen wie mich eine alberne Lappalie und Zumutung, die man nur aus pädagogischen Erwägungen zu verstehen sucht." - Und so geht es weiter, seitenweise...

Lohnende Lektüre - auch wissenschaftlich gesehen

Nun, ich habe das Buch anders erlebt: Als außerordentlich lohnende Lektüre. Denn selbstverständlich sollte niemand von einem Autor oder einer Autorin Mitte zwanzig schon ein abgeschlossenes Lebenswerk mit widerspruchsfreier Identität & Weltanschauung erwarten - eine solche Person wäre entweder fundamentalistisch oder übergeschnappt. Was Julia Schramm dagegen ehrlich schildert ist das Suchen nach genau solcher Eindeutigkeit, der Wechsel zwischen Internet-Euphorie und Sehnsüchten nach einem entschleunigten Leben, nach völliger Freiheit einerseits und Heimat (in Orten und Beziehungen) andererseits. Nur in diesem Sinne "exhibitionistisch" legt sie dabei Spannungen, kleine Lügen und große Widersprüche bloß, wie sie jeder Mensch kennt, der oder die wirklich lebt. Und gerade das war für mich zum Beispiel ein echtes, evolutionär wichtiges "Aha": Dass eine moderne "Digital Native" eben doch nicht grundlegend anders tickt als jene Menschen, deren Psychologien vor einer Generation beschrieben wurden. Ich habe daher zum Beispiel eine ganze Reihe von Aussagen und Zitaten als moderner Ausdruck klassischer Fragen für mein sciebook-Lehrbuch zur Religionspsychologie aufgreifen können - ein erfreulicher Effekt, mit dem ich bei Beginn der Lektüre von Klick mich nicht gerechnet hatte.

Auch einem befreundeten Theologen gab ich einige Passagen zum Lesen und es entspann sich ein gutes, anregendes Gespräch. "Klick mich" erhebt nicht den Anspruch, Weltliteratur zu sein - aber als eine Momentaufnahme aus dem Tumult einer suchenden, aufbrechenden Generation ist sie mehr als lesenswert. Laut FOCUS möchte sich Julia Schramm nach Angriffen und Rücktritt verstärkt auf ihre Doktorarbeit konzentrieren. Ich will es hoffen - weil ich mich schon jetzt auf die Lektüre freue!


20 Kommentare zu “Ein Plädoyer für Klick mich von Julia Schramm”

  1. Joachim Antworten | Permalink

    Buchgeschmack

    Ich bin immer wieder überrascht, wie oft wir dieselben Bücher lesen. Ich bin allerdings erst bei einem Drittel und lese in der Regel mehrere Bücher gleichzeitig, so dass ich noch nichts zum Inhalt sagen kann. Aber auch ich denke nach dem ersten Eindruck, dass die extreme Kritik an @laprintemps Buch überzogen ist.

    Als ekelhaft bezeichnete Julia Schramm den begriff "geistiges Eigentum" übrigens unter anderem wegen dem Schlachtruf "Unser Kopf gehört uns" einiger Verteidiger des Status Quo. Und diese Bezugnahme auf die Abtreibungsdebatte ist tatsächlich unangemessen.

  2. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Joachim: Klickt es auch Dich?

    Freut mich sehr, dass wir auch hier ähnlichen Spuren nachgehen, Joachim! Und es würde mich natürlich sehr interessieren, ob Dir "Klick mich" auch (ggf. in seiner Projekthaftigkeit) zusagt. Nach den fiesen Shitstorms der Vergangenheit haben Julia Schramm und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter vielleicht ja auch mal einen kleinen Candystorm zwischendurch verdient! :-) (Zumal Dein Blog ja auch schon von ein paar Leuten heimgesucht wurde, die von Frauen sehr... dezidierte und verallgemeinerte Meinungen zu haben scheinen...)

  3. Susanne Kurz Antworten | Permalink

    Vielen Dank

    für den Hinweis! Werde mir das Buch mal anschauen. Klingt jedenfalls sehr interessant.

  4. Mona Antworten | Permalink

    In den Feuchtgebieten des Internets

    Ich habe die ganzen Querelen um Julia Schramm jetzt nicht so verfolgt. In die Kritik geriet sie (laut Spiegelonline vom 26.10.2012), weil sie ihr Buch nicht frei verfügbar ins Netz stellte, obwohl sie sich ja gegen den Urheberschutz aussprach. Das erinnerte dann halt einige ihrer Parteigenossen an den alten Spruch: "Wasser predigen und Wein trinken". Außerdem steht Julia Schramm nicht pauschal für DIE Frauen und auch nicht alle "angry white men" machen Frauen nieder.
    Die Tochter einer Bekannten von mir hat das Buch gelesen und findet es ziemlich schlecht. Vor allem sind ihr die "megapeinlichen Sexfantasien" in dem Buch aufgestoßen, wo sich Schramm vermutlich etwas von den "Bestseller-Methoden" der Charlotte Roche und ihrem Roman "Feuchtgebiete" inspirieren ließ.

  5. Joachim Antworten | Permalink

    @Mona

    "nicht alle "angry white men" machen Frauen nieder."

    Danke. Ich war sehr wütend als Michael Blume mir (und anderen) aus heiterem Himmel Sexismus vorwarf, weil ich inhaltliche Kritik an einem Blogbeitrag geübt habe. Man sollte schon ein wenig differenzieren. Ich habe jetzt (hoffentlich) gelernt, solche Angriffe auch mal abperlen zu lassen.

    Was die Kritik an Julia Schramm betrifft, so gibt es viele Ebenen. Die meisten Kritiken, die ich darüber gesehen habe, gehen nicht auf das Buch ein, sondern nutzen das Buch als Vehikel, um gegen Julia Schramm zu polemisieren. Zum Teil mit sexistischen Übergriffigkeiten. Das ist natürlich nicht hinnehmbar. Es lässt mich oft ratlos zurück, wenn ich die Aggressivität mitbekomme.

    Kritik an die Vermarktung des Buchs ist in gewissem Sinne nachvollziehbar. Auch die Qualität könnte man kritisieren. Dazu wäre es aber hilfreich, zunächst einzuordnen, worum es eigentlich geht. Es ist sicher keine Biographie im eigentlichen Sinne und erst recht kein Fachbuch zum Internet. Kritik, die auf diese Erwartungen aufbaut, geht am eigentlichen Thema vorbei.

  6. Ralph Dihlmann Antworten | Permalink

    Wenn Herr Blume mit Begriffen wie Sexismus oder Rassismus um sich wirft, darf man ihn nicht so ernst nehmen.
    Man ist dann möglicherweise an die Grenzen seines (selbst gewählten) Horizonts gestoßen.

    Dennoch schätze ich ihn für seine oft originellen Beiträge und Anregungen.

  7. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Joachim & all

    Lieber Joachim, liebe alle,

    lasst mich eines klarstellen: Ich warf werfe hier NIEMANDEM persönlich Sexismus vor; zumindest nicht mehr als ich mich auch selbst hinterfrage. Gerade diese albernen Spiele - "böse" sind immer die Anderen, "gut" immer die Anklagenden, ob es um Vorurteile, Esoterik o.ä. geht - möchte ich durchbrechen und offen fragen: Was für Prozesse laufen denn bei uns selbst ab, was tun wir bewusst oder unbewusst (nicht), um ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Menschen aller Geschlechter, Herkünfte etc. wohlfühlen?

    Und ich nehme mich selbst da in keiner Weise aus, stehe nicht über den Dingen, sondern bin mir bewusst, mitten darin zu sein. Unsere Vorurteile und Verhaltensweisen sind uns allen doch meist gar nicht recht bewusst - also sollten wir Bloggenden m.E. den Mut haben, uns selbst nicht weniger als andere zu hinterfragen. Wenn der Ärger dann, wie bei Herr Dihlmann angedeutet, doch auch zu neuen Sichtweisen führt, finde ich das super. Und nehme mich selbst in keiner Weise aus.

    Liebe Grüße, Michael

  8. Joachim Antworten | Permalink

    Lieber @Michael

    Ich finde diese Herangehensweise, wie gesagt, zu pauschal und wenig hilfreich. Wir werden hier nicht besser miteinander auskommen, wenn wir uns gegenseitig beschuldigen. Auch dann nicht, wenn wie dabei "uns selbst nicht ausnehmen". Glaub mir, du bist nicht der einzige, der sich mit Gruppendynamischen Prozessen befasst hat.

    Was hältst du von dem Ansatz, einmal konkret etwas zu tun. Wie hier zum beispiel von der Bloggerin Khaos.Kind vorgeschlagen. Sie war es übrigens, die mir empfahl, deine Anschuldigungen einfach zu ignorieren.

  9. Mona Antworten | Permalink

    Woher weht der Wind? @Michael Blume

    Ich muss @Jaochim recht geben, man müsste da wirklich mehr differenzieren. Ich will allerdings nicht bestreiten, dass Frauen momentan weltweit der Wind wieder verstärkt ins Gesicht bläst. In einem Artikel des österreichischen Standard kann man lesen, dass sich AntifeministInnen rasant ausbreiten und man sie nicht nur mehr im Internet findet. Wahrscheinlich läuft es in Deutschland ähnlich ab.
    http://diestandard.at/...ung-der-AntifeministInnen

  10. Detlef Piepke Antworten | Permalink

    Urheberrecht. Wie?

    Wenn es (auch) darum geht, ob die Integrität von Julia Schramm zu Recht oder Unrecht angezweifelt wird, wäre es entscheidend gewesen zu erfahren, wie sie sich ein neues Urheberrecht vorstellt und ob ihr eigenes Verhalten damit in Einklang steht.
    Darüber kann ich hier aber nichts erfahren.

  11. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Joachim

    Lieber Joachim,

    ja, da stimme ich Dir zu! Abstrakteres und theoretisches Engagement finde ich auch in diesen Fragen unverzichtbar und verpasse keinen Blogpost auf den Scilogs zum Thema. Zugleich würde ich mir auch wünschen, dass vielleicht noch etwas mehr Menschen auch konkret aktiv werden, wenn etwa benachbarte Sciloggerinnen allzu massiv und "online-öffentlich" angegangen werden. Bestimmt gelänge solches mutige Eingreifen Dir, Mona und anderen noch sehr viel feiner (oder, wie Mona zu Recht einfordert: differenzierter) als mir. Mich würde das auf jeden Fall sehr freuen!

    Beste Grüße, Michael

  12. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Detlef Piepke

    Wenn jemand über Detlef Piepke online wahrheitswidrig verbreitet, er stehle im Supermarkt, dann muss Herr Piepke nicht auch noch nachweisen, wie er denn sonst sein Geld verdient, um seine Integrität wieder herzustellen. Die Shitstorm-Anwürfe gegen Julia Schramm waren nachweislich falsch und fies, auf o.g. Link zu Niggemeier findet man ihre Originalaussagen. Ich finde nicht, dass man ihre Integrität weiter bestreiten sollte. Im Zweifel für den bzw. die Angeklagte(n), gerade auch im Angesicht von Online-Tribunalen.

  13. Joachim Antworten | Permalink

    @Detlef Piepke

    Tatsächlich ist es für Julia Schramms Integrität völlig unerheblich, wie sie sich ein neues Urheberrecht vorstellt, denn solange kein neues Urheberrecht durchgesetzt ist, gilt für die dasselbe Recht wie für alle anderen auch. Von einer Politikerin, die Steuererhöhungen verlangt, können wir auch nicht verlangen, dass sie schon jetzt mehr Steuern zahlt als andere.

    Tatsächlich tritt die Piratenpartei meines Wissens nicht dafür ein, Urheberrechte abzuschaffen, sondern im Gegenteil, den Einfluss der Urheber darauf, was mit ihren Werken passiert, zu stärken. Sie tritt auch für eine Entkriminalisierung von unautorisierten Downloads ein.

    Dem entsprechend hat Julia Schramm ihren Verlag angehalten, Kopierer nicht juristisch zu verfolgen sondern nur die unerlaubte Kopie vom Netz nehmen zu lassen. Das scheint mir integer.

  14. Detlef Piepke Antworten | Permalink

    @Blume & Joachim

    Aha. Eine Politikerin, die einer Partei angehört, die Spekulationen auf Grundnahrungsmittel (Rohstoffe) verbieten will, beteiligt sich an einem Fond, der genau das tut, nur weil es das Gesetz erlaubt und der Fond hohe Rendite verspricht?
    Ist für mich das bessere Beispiel.
    Gesetzeskonformes Verhalten reicht für mich und sehr viele andere nicht aus. Warum hat denn Peer Steinbrück dieses Problem, er hat sich doch ebenfalls gesetzeskonform verhalten.
    Aber ich will Frau Schramms Integrität überhaupt nicht bestreiten, ich hätte nur gerne die Information.
    Für mich (und sehr viele andere) ist es entscheidend, ob sie mit ihrem Verhalten das umgesetzt hat, was sie sich für eine allgemeine Gesetzgebung vorgestellt hat.
    Und gerade das Urheberrecht ist ja eines der wenigen Gebiete, auf dem die Piraten (vielleicht auch Julia Schramm) konkret etwas zu sagen haben.

  15. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Detlef Piepke

    Wie geschrieben: Gegen sachliche Kritik an Politikern, Bloggenden usw. ist gar nichts einzuwenden. Niemand muss konkret die Positionen von Schramm oder die Vorträge von Steinbrück gut und glaubwürdig finden! Und wer ein Buch gelesen hat und nicht gut findet - okay. Aber wenn die "Kritisierten" wie im Fall Julia Schramm mobartig mit falschen Tatsachenbehauptungen, persönlichen Beleidigungen samt Abwertungen aufgrund Geschlecht, Hautfarbe o.a. überzogen werden, dann ist das m.E. eben keine Kritik mehr, sondern Bashing.

    Ich habe persönlich noch nie Piraten oder SPD gewählt. Aber ich will schon für eine Gesellschaft einstehen, in der niemand - auch nicht politisch Anders- oder Nichtdenkende - online persönlich fertig gemacht wird. Notfalls würde ich dafür sogar Peer Steinbrück in Schutz nehmen wollen, den ich NICHT für den geeigneten Kanzlerkandidaten halte. :-)

  16. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Joachim & all: "heiterer Himmel"

    Lieber Joachim,

    wie es sich gehört, habe ich über Deine o.g. Kritik geschlafen und mit Abstand nachgedacht. Und mir scheint der Knackpunkt tatsächlich darin zu liegen, dass Du und andere den Mini-Shitstorm (Esoterik, unwissenschaftlich, WTF etc.) noch als harmlos empfunden haben, während andere & ich da schon eine ziemlich heftige & bedrohliche Gruppendynamik (auch via Twitter) wahrnahmen. Für die einen schien der Himmel, wie Du oben schriebst, "heiter", für andere ganz und gar nicht mehr. Umgekehrt habe ich meine bewusst unpersönlich und allgemein gehaltene Anmerkung nur als warnend wahrgenommen, Du (und ggf. andere) aber als persönliche Beschuldigung.

    Da ich hier ja mehr Sensibilität wünsche und einfordere, kann und will ich Deine und anderer Empfindung aber auch nicht einfach abtun. Daher: Wenn Du oder andere sich von mir persönlich "beschuldigt" gefühlt haben, dann tut mir das Leid. Denn jemanden persönlich zu verletzen war gerade nicht meine Absicht. Ich hätte meinen Einspruch gegen diese Gruppendynamik wirklich sanfter formulieren sollen. Bitte entschuldige.

    Danke für Deine Rückmeldung & liebe Grüße

    Michael

  17. Peter Bosshard Antworten | Permalink

    Am blumschen Wesen soll die Welt genesen

    Wenn Herr Blume mit Begriffen wie Sexismus oder Rassismus um sich wirft, darf man ihn nicht so ernst nehmen.

    Doch, das sollte man schon ernst nehmen, ist Herr Blume doch nachweislich der einzige Nichtrassist und Nichtsexist der Bundesrepublik. Seine vor Gerechtigkeit strotzenden Artikel läutern die Seele!

  18. Michael Blume Antworten | Permalink

    @Peter Bosshard

    Ach, schön wäre es... Dass es so nicht ist, wissen wir beide. Wenn ich mich jedoch für so perfekt halten würde, wie Sie meinen - warum sollte ich dann bereit sein, Kritik anzunehmen und mich auch, wie gerade eben, zu entschuldigen? Nein, Herr Bosshard, moralische Perfektion habe ich nie behauptet und erwarte sie auch von anderen nicht.

    Aber was bleibt, als Verbesserungen dennoch immer wieder zu versuchen - auch wenn man weiß, dass es immer wieder auch ein Scheitern sein wird? Zynismus? Das Suhlen in den uns eigenen, niederen Instinkten? Noch so ein angry white man, der vergangenen Zeiten nachtrauert, statt etwas Konstruktives aufzubauen?

    Nein, da lass ich mich doch lieber von manchen als Gutmensch, Hausfeminist etc. verhöhnen - und versuche es fröhlich weiter. :-)

    Beste Grüße!

  19. Joachim Antworten | Permalink

    @Detlef Piepke

    Hat ein bisschen gedauert, weil ich nicht gleich etwas gefunden habe und erstmal bei Frau Schramm nachfragen musste, aber bitteschön:
    "Ja, ich möchte, dass für meine Bücher bezahlt wird, dass Menschen sie gerne kaufen. Aber wenn sie es nicht tun, dann möchte ich keinen Überwachungsapparat, der sie wie Schwerstkriminelle behandelt, weil sie meine Sachen kopieren."
    Julia Schramm

  20. Klaus Deistung Antworten | Permalink

    Minderheit

    Wenn ich mich im Blog betrachte, merke ich immer wieder, dass ich scheinbar einer „Minderheit“ angehöre: ich bin in meinen Kommentaren nicht wissenschaftskonform.
    "Es ist üblich geworden, Menschen, die in irgendeiner Form aus dem Brei der (Netz-)Menschen herausstechen, anzugreifen.“
    So fasste eine Bloggerin ein gekennzeichnetes Zitat von XXP/BBC als mein persönliches auf und machte sogar ein Politikum daraus. Alle Versuche das „Problem“ zu klären schlugen fehl.
    http://www.kosmologs.de/...imnisvolle-sonnenkorona
    Obwohl sie schrieb: „Wer lesen kann...“ - aber verstanden hat sie es nicht. Der Leserbriefredakteur als 5. Versuch hatte mir zu antworten: „...die Redaktion hat mir geraten, diese Angelegenheit nicht weiter zu verfolgen.“
    Die Bloggerin hat „ihre Männer fest im Griff“. Zwei weitere Schreiben an die Redaktion blieben ohne Antwort.

    „...minderheitenfeindliche Auswüchse offen ansprechen, werden immer wieder zum Ziel von so genannten „Shit Storms“, Kaskaden auch persönlicher Beleidigungen."
    Im Buch „Sind wir allein im All?“ im Kapitel über mich hat der Autor "journalistisch frei"(?) eine Teilantwort von mir aus dem Interview mit einer anderen Frage verbunden. Wenn ich das mit Aussagen anderer Blogger z. B. gegen E. v. Däniken und Z. Sitchin vergleiche ist das alles (noch) wissenschaftskonform – wissenschaftlich kann das nicht sein! Wenn die Argumente ausgingen, wurden auch schon Kommentare gelöscht.
    Mir wurde auch klar gemacht, wenn ich Forschungsergebnisse aus 170 Jahren Forschung im mesopotamischen Raum - speziell Sumer - vertrete, ist das Sumer-UFO-Spam – und muss konsequent gelöscht werden.

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