Was bedeutet eine Flucht über das Mittelmeer? Über das Meer von Wolfgang Bauer und Stanislav Krupar


Vor wenigen Stunden hat das neue Jahr 2016 begonnen - und an der Neujahrsansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde deutlich, dass die Frage der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen auch die kommende Zeit prägen wird.

Aber was wissen wir überhaupt über die Flüchtlinge, die Hintergründe ihrer Flucht und ihre Geschichte?

In meinem letzten Artikel für "eigentümlich frei" hatte ich über die Situation, die Not und die viel genannten, aber noch wenig verstandenen Fluchtursachen der Flüchtlinge im Irak berichtet, zum kostenfreien Download hier:

"Terror im Nahen Osten. Öl als Rentenquelle und Fluchtursache"

Mit ihrem Buch "Über das Meer" haben Wolfgang Bauer und Stanislav Krupar nicht die "Fluchtursachen" im Blick, sondern die konkrete Flucht: Die beiden begleiteten - unter der Tarnidentität von Fliehenden aus dem Kaukasus - eine Gruppe syrischer Flüchtlinge, die von Ägypten aus Deutschland und Schweden erreichen wollten.

FluchtueberdasMeerBuch

Die Reportage ist dabei außerordentlich kompakt und engagiert geraten: Die beiden Journalisten empfinden mit den Menschen, stellen jedoch auch deren Schwäche, Ängste und - manchmal überzogenen - Hoffnungen dar. Sie berichten von kriminellen Schleppern und Schmugglern, korrupten Offiziellen (von Ägypten - bis Dänemark!) und der Verzweiflung derjenigen, denen das Geld ausgeht. Hier wird eindrucksvoll deutlich, warum vor allem junge Männer und eher Menschen mit Geld(reserven) die Überfahrt nach Europa wagen und warum sie auch nicht in Griechenland oder Italien bleiben, sondern sich ein neues Leben in Mittel- oder Nordeuropa aufbauen wollen. Es wird deutlich, warum "Grenzsicherung" alleine den Zustrom nicht aufhalten wird - und warum tatsächlich Engagement und Nächstenliebe gefragt sind, wenn auch wir selbst unsere Menschlichkeit nicht verlieren wollen.

Wer sich einen ungeschönten Eindruck vom Geschehen auf den Fluchtrouten und den Menschen, die es dennoch wagen, machen möchte, dem kann ich "Über das Meer" nur sehr ans Herz legen. Das Buch lässt sich zügig lesen, es ist packend und informativ geschrieben, auch die Schwarz-Weiß-Fotografien sind eindrucksvoll gelungen. Diese Reportage lässt die Leserin, den Leser mit neuen Einsichten, nachdenklich, vielleicht auch entschlossen, zurück. Ich bin froh, mit "Über das Meer" ins neue Jahr gestartet zu sein...


25 Kommentare zu “Was bedeutet eine Flucht über das Mittelmeer? Über das Meer von Wolfgang Bauer und Stanislav Krupar”

  1. Freund Antworten | Permalink

    der erste Kommentar der durch die Zensur kommt ?

    Eine Szene aus dem Berliner Stadtbezirk Reinickendorf: Vor einer Schule demonstrieren Eltern, Lehrkräfte und Schüler gegen die Beschlagnahme ihrer Turnhalle zur Unterbringung von Flüchtlingen. Und es gibt eine Gegendemonstration. Sie wird von den Kirchen und von einem moslemischen Verband organisiert. Eine denkwürdige Gegenüberstellung: Die Kirche gegen die Schule, gegen die Res publica. Im Namen christlicher Werte sollen die säkularen Bildungsgüter, das Erbe der Aufklärung, zweitrangig werden. Im Zweifelsfall werden sie beschlagnahmt. Das alles geschieht unter Berufung auf die Migrationswelle. Im „Flüchtling“ hat die Theologie eine Figur gefunden, mit der sie die Bürger unter Druck setzen kann. Wir hatten schon einmal eine „Befreiungstheologie“, die sich als Triebkraft einer sozialistischen Weltrevolution verstand. Nun bekommen wir eine Migrationstheologie, die eine nicht weniger radikale Weltveränderung betreibt.

    • Michael Blume Antworten | Permalink

      @Freund

      Vielleicht hätten Sie in der Schule etwas besser aufpassen sollen?

      Dies ist mein Blog und ich habe jedes Recht frei zu entscheiden, was hier veröffentlicht wird. "Zensur" wäre ein staatliches Verbot, das hier nicht vorliegt. (In einer freien Gesellschaft verfügen die Menschen selbst über ihr materielles und geistiges Eigentum. In sozialistischen und national-sozialistischen Systemen bestimmt alles der Staat.)

      Sie würden dagegen Muslimen und Juden gerne grundsätzlich verbieten, in Deutschland zu leben. Auch würden Sie gerne den Kirchen vorschreiben, was sie zu lehren haben. "Das" ist Zensur, @Freund.

      Das hatten wir alles schon. Und erfreulicherweise - Gott sei Dank ;-) - ist der größte Teil unseres Volkes zu klug, um noch einmal in die braune Falle zu laufen.

      Und, ja, sowohl Judentum, Christentum wie Islam kennen Gebote der Mitmenschlichkeit, Gastfreundschaft und Hilfe für Menschen in Not. Und es ist m.E. erfreulich, wenn sie lernen, diese Gebote gemeinsam zu vertreten.

      Ihnen ein gutes 2016, vielleicht werden Sie ja einige Ängste und Vorurteile los. :-)

      • Jade Antworten | Permalink

        Nur am Rande: geistiges Eigentum ist ein Paradox. Eigentum bedeutet eine Zuordnungsfunktion, die es im Geistigen nicht geben kann. Geistiges Eigentum als Ausdruck wird in seiner Bedeutung somit zur Parole reduziert. Dies sollte man bedenken, wenn man über Zensur im Internet spricht. Ihnen kann dieser Blog daher nicht gehören. Ihnen gehören auch nicht die Bits und Bytes, die irgendwo in der Welt auf einem Server liegen, auch nehme ich an, dass sie den Server nicht gemietet haben.

        Es ist also nicht so, dass ich gegen geistiges Eigentum bin... Es gibt einfach keins per Definition.

        • Michael Blume Antworten | Permalink

          Das sehe ich tatsächlich anders, @Jade. "Eigentum" ist ja schon an sich ein Rechtskonstrukt, gehört also selbst zur Welt der Ideen und kann sowohl auf materielle wie immaterielle Gegenstände bezogen sein.

          Indem Sie einen Text - zum Beispiel Ihren Kommentar - erstellt haben, sind Sie dessen Eigentümer. Ich bin zwar nicht verpflichtet, ihn ganz oder teilweise auf meinem Blog zu veröffentlichen, dürfte ihn aber umgekehrt auch nicht ohne Ihre Zustimmung unter meinem Namen kopieren und vermarkten oder ohne Hinweis zitieren. Das gleiche gälte m.E. für ein Buch (auch eBook), ein Musikstück oder ein Computerprogramm. Ihr Werk ist Ihr geistiges Eigentum.

          Hier auf NdG gab es übrigens bereits eine Debatte über den ontologischen Status von Rechten und Rechtswissenschaft(en) - ggf. könnten wir gerne wieder daran anknüpfen, das Thema interessiert mich weiterhin sehr! :-)
          http://www.scilogs.de/natur-des-glaubens/sind-juristen-wissenschaftler-existieren-rechte/

          • Dr. Webbaer | Permalink

            'Geistiges Eigentum' könnte zu Zeiten des Webs ausgedient haben, es müsste stattdessen dahin gehen implementiertes und in IT gegossenes Eigentum (das fortlaufend aktualisiert wird, wobei der auszuführende Code auf unternehmenseigenen Servern liegen könnte) lizensiert zur Verfügung zu stellen.
            Es kann eigentlich zu Zeiten des Web nicht sein, dass durch das Gesagte oder Geschriebene Urheberschaft an einem bestimmten Text oder Kunstwerk entsteht, in dem Sinne, dass andere, die ganz ähnliche Ideen haben, zahlungspflichtig (70 Jahre, woll?!, so ist das in der BRD geregelt) werden, nur weil zuvor welche da waren, die es ähnlich oder genau so gesagt oder geschrieben haben.

            Wirtschaftsunternehmen könnte insofern schlicht angeraten werden bestimmte Produkte und deren Herstellungsweise geheim zu halten.

            --
            Wobei das oben Geschriebene wohl bundesdeutsch "PIRATEN-Sicht" ist, aber durchaus plausibel.

            MFG
            Dr. W (der im Abgang noch darauf hinweist, dass physikalisches Eigentum rechtlich anders gehabt werden könnte, als eine zuerst formulierte und promovierte Idee)

          • Michael Blume | Permalink

            Man könnte es freilich auch genau anders herum sehen, @Webbaer: Auch durch das Internet wandert ein immer größerer Teil menschlicher Produktion in den Bereich des geistigen Eigentums. Bücher erscheinen in pdf- und eBook-Versionen, Musikstücke als mp3, Anwendungen als Computercode. Wird das Recht der Urheber auf Verfügung und Entlohnung nicht gesichert, so wird die wirtschaftliche Existenz unzähliger Autorinnen, Musiker, Programmierender etc. untergraben, werden viele neue Produkte und Innovationen nicht entstehen.

            Zugleich erlaubt das geistige Eigentum aber auch alternative Ansätze wie Open Source-Lizensierungen, Crowdfunding, Wikis und "fair use"-Klauseln.

            Ja, ich bin eindeutig kein Pirat, sondern (freilich noch nicht sehr aktives) Mitglied im #cnetz. :-)

          • Dr. Webbaer | Permalink

            *
            bestimmte Produkte I.p. deren Herstellungsweise

          • zabki | Permalink

            @Dr. Webbaer
            "Es kann eigentlich zu Zeiten des Web nicht sein, dass durch das Gesagte oder Geschriebene Urheberschaft an einem bestimmten Text oder Kunstwerk entsteht, in dem Sinne, dass andere, die ganz ähnliche Ideen haben, zahlungspflichtig (70 Jahre, woll?!, so ist das in der BRD geregelt) werden,"

            m.W. unterliegen "Ideen" schon jetzt _nicht_ dem Urheberrecht. Davon unberührt gibt es natürlich im wissenschaftlichen Kontext die Pflicht, Zitate und Übernahmen auszuweisen, womit aber keine Zahlungspflicht verbunden ist.

          • Dr. Webbaer | Permalink

            Dies ist korrekt angemerkt und sozusagen die andere Seite der "PIRATEN-Medaille" :

            Wird das Recht der Urheber auf Verfügung und Entlohnung nicht gesichert, so wird die wirtschaftliche Existenz unzähliger Autorinnen, Musiker, Programmierender etc. untergraben, werden viele neue Produkte und Innovationen nicht entstehen.

            Wobei die Software-Entwickler oder Programmierer, für einige anscheinend mittlerweile: Programmierende, sich hier durchaus partiell oder weitgehend chützen können, indem sie den Quellcode verbergen.
            Dieses "Verbergen" oder Geheim-Halten könnte aus Sicht einiger zu Zeiten des Webs angewiesen sein, auch um sich bestimmten Jokus, bei den Musikern, die bestimmte Titel anscheinend nicht mehr als in neun Tönen (! - so ist wohl die aktuelle Rechtslage in der BRD) reproduzieren dürfen, zu ersparen, auch den dbzgl. rechtlichen Überbau, es gibt - weiß Gott! - mehr zu tun in der bundesdeutschen Rechtspflege als Tonfolgen nachzuspüren.

            Urheber von Inhalt könnten sich insofern anders verdingen, als Werke geschützt sehen zu wollen, bspw. als begehrte Vortragende.
            Im Musikbereich ist dies längst erkannt und weil sich Musik nicht mehr per Datenträger gut verkauft, werden halt - sündhaft - teuere Konzerte gegeben.

            --
            Insofern geht es um eine Güterabwägung (das Fachwort), in einer per Web globalisierten Welt könnte insofern einstmals womöglich bundesdeutsch nützliche und rechtlich gepflegte Urheberschaft hintanstehen wollen, so dass es global allen besser geht, wenn der Sprung weg von dieser Urheberschaft, äh, geschafft wird.

            Sowas - http://c-netz.de/ - ist insofern nicht wirklich cool, zu Zeiten des Webs darf vielleicht unterstellt werden, dass hier Resteverwerter und Klemmies bundesdeutsch am Start sind.

            MFG
            Dr. W (der natürlich einsieht, dass es hier vom eigentlichen Thema ein wenig weggeht, der nur im Exkurs ein wenig beraten wollte)

  2. Paule Antworten | Permalink

    @ Blume
    Wie beurteilen Sie die Vorfälle in Köln ?

    „Was die Frauen dort erlebt haben, waren Vergewaltigungen“, so ein Polizist zu den Vorfällen an Silvester vor dem Kölner Hauptbahnhof. Massen von Männern hatten Frauen begrapscht, bedroht, gedemütigt und ausgeraubt. Bis Montag gingen bei der Polizei 60 Anzeigen ein, darunter eine Vergewaltigung. Es wurden hauptsächlich Geldbeutel und Mobiltelefone entwendet. Man geht davon aus, dass sich viele Opfer noch gar nicht gemeldet haben.

    Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker berief ein Krisentreffen ein. Sie forderte Polizei und Bundespolizei zum Handeln auf.

    Auch der Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau forderte: "Polizei, Justiz und das städtische Ordnungsamt müssen gemeinsam dafür sorgen, dass derartige Auswüchse sofort gestoppt werden und sich nie mehr wiederholen dürfen – schon im Hinblick auf andere Großereignisse wie den Karneval", so der Express. Die Zeitung veröffentlichte ein Foto der Täter, das vom Handy eines der Opfer aus gemacht wurde [FOTO:]

    Kölns Polizeichef Wolfgang Albers äußerte sich am Nachmittag in einer Pressekonferenz anlässlich der unfassbaren Ereignisse von Köln: "Es hat dort in zahlreicher Anzahl Sexualdelikte gegeben. Auch in sehr massiver Form. Frauen sind angefasst, angegangen worden. Die Straftaten sind begangen worden, aus einer Gruppe von Menschen, die von ihrem Aussehen her überwiegend aus dem nordafrikanischen bzw. arabischen Raum stammen", berichtete Albers in der Pressekonferenz, wie der Express meldete.

    Albers verurteilte den Angriff auf Köln und seine Gäste: "Das ist ein völlig unerträglicher Zustand – dass in Köln solche Straftaten begangen werden. An Menschen, die hier nach Köln gekommen sind, um fröhlich den Jahreswechsel zu begehen."

    Die Polizei teilte mit, dass die Übergriffe ihren Ausgangspunkt bei einer Gruppe von etwa 1.000 Männern hatte. Dies meldete die Nachrichtenagentur DTS.

    Eine Kölnerin (28) schildert Spießrutenlauf

    Der Kölner Express veröffentlichte die Erlebnisse der 28-jährigen Katja L., die in jener Silvesternacht mit ihrer Freundin und einem befreundeten Pärchen gegen 0.45 Uhr am Kölner Hauptbahnhof durch eine Gruppe junger ausländischer Männer laufen musste. "Als wir aus der Bahnhofshalle kamen, waren wir sehr verwundert über die Gruppe, die uns da empfing", schildert die Kölnerin ihren erste Eindruck. Angesichts der bedrohlichen Situation hakte sie sich bei ihrer Freundin fest ein und die andere junge Frau drückte sich an ihren Freund.

    "Wir liefen dann durch diese Männergruppe. Es tat sich eine Gasse auf, durch die wir liefen. Plötzlich spürte ich eine Hand an meinem Po, dann an meinen Brüsten, schließlich wurde ich überall begrapscht. Es war der Horror. Obwohl wir schrien und um uns schlugen, hörten die Typen nicht auf. Ich war verzweifelt und glaube, dass ich rund 100 Mal auf den knapp 200 Metern angefasst wurde."

    Die Frauen wurden als "Schlampen" beschimpft und von "Ficki, ficki"-Sprüchen begleitet. "Ich habe zum Glück eine Hose und einen Mantel getragen. Einen Rock hätten man mir vermutlich vom Leib gerissen", so die 28-Jährige. Als sie im Wartesaal des Bahnhofs ankamen, meldeten sie den Vorfall den dortigen Polizisten: "Die Beamten sind sofort mit zehn Mann da rübergelaufen. Doch wir konnten ja gar nicht sagen, welcher Mann uns nun genau an welcher Stelle des Körpers angefasst hatte."

    "Uns war nicht mehr nach feiern. Ich war am Boden zerstört, wütend und verängstigt zugleich. Ich hoffe, dass die Polizei diese Täter in den Griff bekommt, sonst werde ich zum Karneval nicht mehr in die Stadt gehen", so die junge Kölnerin.

    Junge Frauen erleben Demütigungen und sexuelle Übergriffe

    Die kriminellen Nordafrikaner traten am Bahnhofsvorplatz in der Silvesternacht in Gruppen von zwei, drei Personen, bis hin zu 20 und mehr auf, meldete Info.Kopp mit Bezug auf die ersten Polizeimeldungen. Die Newsseite berichtete auch von zahlreichen Zeugenaussagen in Medien:

    Der Kölner Stadtanzeiger schrieb, was eine 22-Jährige aussagte: "Die waren mit ihren Händen wirklich überall. So etwas habe ich noch nie erlebt. Als wir um Hilfe gerufen haben, haben sie gelacht. Dann haben sie versucht, nach meinem Handy zu greifen."

  3. Herr Herr Antworten | Permalink

    Sehr geehrter Herr Dr. Blume warum haben Sie meinen Kommentar nicht veröffentlicht ?

    • Michael Blume Antworten | Permalink

      Sehr geehrter "Herr Herr",

      weil sich sogar "PI", "Achgut" und andere Hass-Seiten auf ihr Recht berufen, selbst zu entscheiden, welche Beiträge und Kommentare sie auf ihren Seiten veröffentlichen. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jeder meine oder Ihre Texte publizieren müsste.

      Die zahlreichen Versuche von Extremen und Sockenpuppen verschiedenster Sorte, auch meinen Blog für ihre jeweilige Propaganda zu kapern, nehme ich amüsiert als eine Art Auszeichnung zur Kenntnis. Auch einschlägige Drohungen - etwa durch "Nürnberg 2.0" - bereits gerne ad acta gelegt.

      Lieber @Herr Herr, "Natur des Glaubens" ist mein religionswissenschaftlicher Blog und ich werde auch in Zukunft durch strenges Moderieren darauf achten, dass er nicht von anonymen Hetzern mit ihrer jeweiligen Agenda missbraucht wird. Es gibt im Netz wahrlich schon genug finstere Ecken, in denen sich Menschen gegenseitig aufpeitschen und radikalisieren. Hier funktioniert das nicht. :-)

      MfG, MB

      • Störk Antworten | Permalink

        Ist es eigentlich schon "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", wenn jemand die Achse des Guten als "Hass-Seite" verunglimpft? Schließlich sind die dortigen Autoren auch eine Gruppe von Menschen mit individuell unterschiedlichen Hintergründen. Sicher gibt es dort ähnliche Entwicklungen wie bei EiFrei, der Abgang von Michael Miersch, nachdem er für einen Pegida-kritischen Artikel massig böse Kommentare kassiert hat, war schade, die Aufnahme von Akif Pirinci in den Kreis der Stammautoren scheint man inzwischen bereut zu haben - aber als z.B. Vera Lengsfeld in ihrem "Tagebuch 1989 - 25 Jahre danach" immer mal wieder ihre Abscheu gegen die StaSi thematisierte, empfand ich das dennoch nicht als "Hass-Artikel", und manchmal verlinkt auch jemand (in diesem Fall Dr. Peiser) auf evolutionswissenschaftlich interessante Perlen wie diese hier:
        http://quillette.com/2016/01/07/original-sin-the-sexual-motivation-of-religious-extremists/
        Die Dame argumentiert, daß es beim ganzen Terror von IS, Boko Haram et al. letztlich nur um den Fitnessvorteil geht, als Mann einen Harem zu besitzen... andererseits argumentiert sie auch mit "Memen"...

        • Michael Blume Antworten | Permalink

          Es ist nicht so schwer, @Störk: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit liegt dann vor, wenn Menschengruppen z.B. aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion o.ä. pauschal Negativeigenschaften zugeschrieben werden.

          Wenn Sie also Menschen aufgrund ihrer Äußerungen, Taten oder selbstgewählten Mitgliedschaften als Extremisten, Hater, Stasi-Mitarbeiter o.ä. identifizieren, kann darüber gestritten werden, es liegt aber keine GMF vor. Behaupten Sie jedoch, dass z.B. Ostdeutschen grundsätzlich Stasi-Sympathisanten seien und z.B. Angela Merkel als "IM Erika" eine "Rache Honeckers", dann ließe sich von GMF sprechen. (Diese Debatte aber bitte auch im dortigen Thread.)

          Die Verantwortlichen bei #eifrei und #achgut

  4. Herr herr Antworten | Permalink

    Übrigens Herr Blume ihr Freund Hamed Abdel Samad hat auf achgut einen unerträglichen Artikel über den Islam geschrieben .

    • Michael Blume Antworten | Permalink

      Es war ja klar, dass Sie sich auf #achgut täglich hochpeitschen, @Herr Herr! Sehen Sie, ich hatte Recht - und dann müssen die geschürten Ängste ja auch wieder irgendwo abgeladen werden - gerne andere persönlich ausforschend und angehend, aber selbst anonym! Das ist dann wohl die neue Definition von doitscher Hochkultur! :-)

      Ja, Hamed Abdel-Samad kenne und schätze ich, wenn wir auch bei einigen Themen unterschiedlicher Meinung sind. Belauern und belagern tun wir uns nicht. Ist das Vertreten unterschiedlicher Standpunkte in Ihren Freundeskreisen etwa nicht mehr erlaubt? Tja...

      • Störk Antworten | Permalink

        Eine der besten Freundinnen meiner Frau ist Kommunistin, Agnostikerin, ehemaliges SPD- und JuSo-Mitglied - und trotzdem total nett. Komisch, daß die Freundschaft schon so lange hält :-D

  5. Achmed Antworten | Permalink

    Deutschlands muslimische Bevölkerung ist 2015 sprunghaft um mehr als 850.000 gewachsen, so dass die Gesamtzahl der Muslime im Land erstmals die Sechs-Millionen-Marke erreicht.

    Laut einer Schätzung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) sind mindestens 80 Prozent (800.000) der eine Million Migranten und Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland gekommen sind, Muslime.

    Zu den Neuankömmlingen kommt das natürliche Wachstum der bereits in Deutschland lebenden muslimischen Gemeinde hinzu, das Zahlen zufolge, die man einer aktuellen Studie – die das Pew Research Center über das Wachstum der muslimischen Bevölkerung in Europa vorgelegt hat – entnehmen kann, bei etwa 1,6 Prozent pro Jahr (77.000) liegt.

    Laut der Berechnung von Pew gab es in Deutschland Ende 2014 etwa 5,068 Millionen Muslime. Durch die 800.000 muslimischen Migranten, die 2015 nach Deutschland kamen und das natürliche Wachstum von 77.000 ist davon auszugehen, dass die muslimische Bevölkerung in Deutschland 2015 sprunghaft um 877.000 angewachsen ist, auf schätzungsweise 5,945 Millionen zum Jahresende. Somit wetteifert Deutschland mit Frankreich darum, das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung Westeuropas zu sein.
    Neues zur Islamisierung
    Die muslimische Masseneinwanderung beschleunigt den Aufstieg des Islam in Deutschland. Sie ist zudem für eine Reihe gesellschaftlicher Zerwürfnisse verantwortlich, darunter die Vergewaltigungswelle, die Krise des Gesundheitssystems und der Ansturm deutscher Bürger auf Waffen zur Selbstverteidigung. Es folgt ein chronologischer Überblick über einige der wichtigsten Meldungen des Jahres 2015.

    • Michael Blume Antworten | Permalink

      @Achmed

      Wer den Zerfall der "islamischen Welt", innerislamische Bürger- und Konfessionskriege und die Flucht von Hunderttausenden gerade nicht ins selbsternannte "Kalifat", sondern ins christlich geprägte Europa als "Stärke", gar als "Islamisierung" wertet, ist entweder ignorant oder bösartig. (Und verleugnet übrigens auch Arbeiten von prominenten Islamkritikern wie Hamed Abdel-Samad.)

      Ich war da und habe den Zerfall gesehen. Zur Glaubenskrise sehr vieler - und immer mehr - Muslime finden Sie hier einen Blogpost:
      http://www.scilogs.de/natur-des-glaubens/leise-stimmen-klischees-die-fluechtlings/

      Und in wenigen Wochen gibt es auch nochmal einen ausführlicheren Zeitschriften-Artikel zum Thema.

      Also lassen Sie Ihre Versuche, Ängste zu schüren, doch besser einfach stecken. Wenn Sie ernsthaft für das Christentum, die deutsche Kultur oder sonst eine Weltanschauung einstehen - engagieren Sie sich positiv, investieren Sie in mehr eigene oder andere Kinder, in Bildung, Integration, Wertevermittlung! Hier auf NdG kriegen dumpfe und sachlich schlichtweg falsche Parolen keine Chance. :-)

      • Störk Antworten | Permalink

        Dr. Blume,

        wenn man sich anschaut, was für Gestalten immer mal wieder ein "Kalifat" ausrufen wollten, seit Atatürk das Osmanische Kalifat abgeschafft hat, sei es der "Kalif von Köln" oder das "Islamische Kalifat Afghanistan", dann befindet sich der derzeitige Kalif Abu Bakr in durchaus passender Gesellschaft. Ich denke, man darf sich angewöhnen, den Begriff "Kalifat" als Synonym für "reaktionäres, fundamentalistisches Terror-Regime" zu verwenden. Was meinen Sie?

        • Michael Blume Antworten | Permalink

          @Störk

          Nun, ich würde grundsätzlich davor warnen, extremistischen Gruppen positiv konnotierbare Zentralbegriffe zu überlassen. Islamistischen Terrorgruppen sollte "Kalifat" ebensowenig gehören wie Rechtsextremen "Heimat" o.ä. Ich erinnere mich auch noch gut an eine Debatte mit einem Politik-Professor und Nahost-Experten über die Frage, ob sich die islamische Welt ggf. besser entwickelt hätte, wenn Atatürk das Kalifat nicht abgeschafft, sondern in eine Art zeremonielles Papstamt umgewandelt hätte...

          Für den Moment würde ich vor allem Historikerinnen und Historikern empfehlen, die komplexen Realitäten der Kalifate aufzuarbeiten und damit fundamentalistischen Vereinfachern entgegen zu wirken. Es hat ja seinen Grund, dass sich Erdogan gegen eine Fernsehserie zum Osmanischen Imperium gewandt hat.

  6. mystiker Antworten | Permalink

    Sir müssen endlich etwas unternehmen der Islam wird Europa zerstören!!!

    • Michael Blume Antworten | Permalink

      @mystiker

      Inwiefern? So, wie angeblich heldenmütige Deutschnationale vor einem Prozent Juden erzitterten? "Der Jude ist unser Unglück 2.0"?

      Es ist die islamische Welt, die derzeit in einer Krise steckt, von Terror, Bürgerkriegen und wirtschaftlichem (Öl-)Niedergang gezeichnet wird.

      Wenn Ihnen europäische Werte oder gar ein Glaube etwas bedeuten, so wäre jetzt der Zeitpunkt, diese(n) zu leben - statt sich vor Angst zu blamieren...

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