Pkw-Maut schafft Fairness

15. April 2010 von Björn Lohmann in Verkehr

Autobahn (Foto: Kurt Michel/Pixelio)Das Umweltbundesamt fordere die Einführung einer flächendeckenden Pkw-Maut, berichtet die Berliner Zeitung über eine noch unveröffentlichte Studie. Die Protestwelle der Autofahrer ist vorprogrammiert, denn schon die Kommentare in diesem Blog haben gezeigt: So mancher Autofahrer ist nicht bereit, die Kosten zu tragen, die er verursacht.

Es ist noch nicht lange her, dass ich hier im Blog darüber diskutiert habe, dass Autofahrer den Großteil der externen Kosten der Automobilität auf die Gesamtbevölkerung abwälzen. Die neue Studie des Umweltbundesamtes untermauert diese Argumente und schlägt als gerechteste Lösung die Pkw-Maut vor. Die ist nicht nur fair, sondern auch ein ausgezeichnetes ökologisches Lenkungsinstrument.

Gerne wird der Vorwurf erhoben, der Spritpreis bestehe schon heute im Wesentlichen aus Steuern, ergo würde der Staat die Autofahrer längst ausquetschen. Leider beweist diese Behauptung nur, wie wenig sich viele Autofahrer bewusst sind, welche Kosten ihr Wunsch nach individueller Mobilität mit sich bringt: Der Pkw-Verkehr kosten den Staat jedes Jahr 47 Milliarden Euro mehr, als der Staat durch Benzin- und Kfz-Steuern sowie Parkgebühren einnimmt.

Das Umweltbundesamt fordert deshalb eine flächendeckende Maut von drei bis vier Euro je 100 gefahrener Kilometer. Das charmante an der Pkw-Maut ist aber nicht nur, dass sie endlich Gerechtigkeit schaffen würde zwischen Viel-, Wenig- und Gar-nicht-Fahrern. Es wäre mit dieser Maut möglich, umweltfreundliche PKW zu begünstigen (das geht auch heute schon über die Kfz-Steuer und indirekt über den Spritverbrauch), vor allem aber könnte die Maut alternative Routen unterschiedlich teuer machen. Umgehungsstraßen könnten günstiger sein als Ortsdurchfahrten, stark belastete oder ökologisch empfindliche Regionen könnten durch höhere Gebühren entlastet werden.

Sogar zeitabhängig könnte die Maut nach Vorstellung des Umweltbundesamtes sein und so den Berufsverkehr entzerren. Im Interesse der Fairness gegenüber denen, die tatsächlich aufs Auto angewiesen sind, sollte man solche Unterscheidungen jedoch nur dort vornehmen, wo ein leistungsfähiger ÖPNV mit flächendeckenden Park'n'Ride-Plätzen kombiniert ist. Sonst ist es wenig sinnvoll, zum Umstieg auf die Öffentlichen zu animieren – und ihre Arbeitszeiten erheblich verschieben können wohl die Wenigsten.

Und jetzt: Bühne frei für die empörten Autofahrer! Wink

Foto: Kurt Michel/Pixelio


29 Kommentare zu “Pkw-Maut schafft Fairness”

  1. Martin Huhn Antworten | Permalink

    Irgendwie muß der Staat ja wieder die Milliarden hereinbringen, die die Bankenkrise gekostet hat.

    Also, ich finde das alles zu halbherzig. Kfz-Steuern erheblich rauf, Mineralölsteuer erheblich rauf und zusätzlich noch die PKW Maut erheben. Dann ist das eigene Kfz so teuer, daß es sich wirklich nur noch reiche leisten können. Das ist doch mal konsequent und auch gerecht, denn wenn es teuer genug ist, dann bezahlen die Bankenmanager ihre Krise vielleicht aus eigener Tasche.

    Mal Spaß beiseite:

    Der Pkw-Verkehr kosten den Staat jedes Jahr 47 Milliarden Euro mehr, als der Staat durch Benzin- und Kfz-Steuern sowie Parkgebühren einnimmt.

    Ja, da kenne ich andere Studien. Die Huhnsche Studie hat herausgefunden, daß der Staat rund 90 Milliarden pro Jahr mehr einnimmt als der Pkw-Verkehr an Kosten verursacht. Mit diesem Geld wird unter anderen die Rente finanziert.

  2. Michael Khan Antworten | Permalink

    Noch gerechter ginge es, wenn ....

    Lenkungsinstrument, um Autofahrer zur Beildung von Fahrgemeinschaften oder Umstieg auf Nus und Bahn zu bewirken - ich bin dafür.

    Anreiz, um unnütze Fahrten zu vermeiden, auch gut.

    Deckung der diversen auch versteckten Kosten, die der Autoverkehr verursacht, das unterstütze ich auch noch.

    Aber es kommt ja auch Kritik von den Grünen, und ich kann sie sogar nachvollziehen: Egal, ob man mit dem Hummer oder mit dem Smart, ob mit 80 km/h oder mit 200 km/s, die Mautloesung macht keinen Unterschied. Ist das ideal?

    Hinzu kommt die Frage, wie wirklich für jedes Automobil zuverlässig gemessen werden soll, wieviele Kilometer auf welcher Strecke zurückgelegt worden sind. Das ist nicht nur ein Riesenaufwand und auch eine Riesenbürokratie, sondern da steckt auch eine Menge Potenzial für Datenmissbrauch, denn a priori ist es ja erst einmal moeglich, aus diesen daten ganz genau zu sehen, wer wann wohin gefahren ist.

    Man kann jetzt noch einmal mehr Bürokratie darüberstülpen, um sicherzustellen, dass die Daten nicht missbraucht und zuverlássig geloest werden, aber feststeht doch, dass erst einmal ein gewaltiger Überwachungsapparat geschaffen wird.

    Da frage ich mich doch - und ich bitte festzuhalten, was ich eingans schrieb, nämlich, dass ich diese Lenkungsinstrumente und ihre Zielsetzungen grundsätzlich gutheiße - geht das nicht einfacher, billiger und mit weniger Überwachung?

    Beispielsweise so: Die Steuer auf Benzin und Diesel wird so heraufgesetzt, dass dieselben Einnahmen herauskommen. Städtische Bus- und Straßenbahnunternehmen bezahlen weniger.

    Dieselben Lenkungseffekte sind dann immer noch da: Es besteht ein starker Anreiz, das Auto stehenzlassen, ein kleines, effizientes Auto zu fahren, Fahgemenischaften zu bilden und nicht zu rasen, denn so spart man Treibstoff und damit bares Geld.

    Aber die negativen Nebeneffekte sind nicht da: Weniger Überwachung, weniger Bürokratie, weniger Aufwand.

    Also warum nicht lieber so?

  3. NeoXtrim Antworten | Permalink

    Kritik?

    Die Kritik daran ist doch allerdings interessant. Welche Verbrauchs- oder Schadstoffklassen? Welche Ueberwachungsinstumente werden genutzt (GPS/Satelliten)? Wie soll die Erfassung stattfinden (an jeder Straße "Scanner")?

    etc etc

    Schade, dass der Artikel nicht weiter beleuchtet, sondern eindimensional ist, denn prinzipiell finde ich den Ansatz zur "Umverteilung" der ökologischen Folgekosten auf die Emittenten und Produzenten sehr gut.

  4. Michael Khan Antworten | Permalink

    @NeoXtrim

    Zustimmung.

    Nicht nur in der Oekologie, auch generell in der Wirtschaft, aber auch in der Politik und Verwaltung, sollte das Schlüsselwort lauten: "Effizienz".

    Man sollte für alles den besten Weg wählen, den Weg, der das Ziel mit dem geringsten Aufwand erreicht und die wenigsten schädlichen Nebenwirkungen hat.

    Es sieht mir nicht so aus, als ob diese Art von Maut der beste Weg ist. Kompliziert, teuer, anfällig, unter dem Aspekt des Datenschutzes problematisch.

    Ales koennte man anders auch einfacher haben, beispielsweise über eine angepasste Mineraloelsteuer.

    Einnahmen sind die eine Sache. Aber wieviel Aufwands, auch finanziellen, bedarf die Erhebung dieser Einnahmen? Was kommt unter dem Strich 'raus?

    Und sind wir bereit, die sozialen und politischen Folgekosten eines solchen massiven Einstiegs in den Überwachungsstaat hinzunehmen? Sollten wir sie hinnehmen? Ich meine: Nicht wenn dieselben Ziele auch auf einfacherem Wege erreicht werden koennen.

  5. Physiker Antworten | Permalink

    Hintergründe?

    Hmm... wo sind jetzt die empörten Autofahrer?
    Ich denke, auf diese kann man beliebig lange warten, wenn man stichhaltig belegen kann, dass Autofahrer tatsächlich "subventioniert" werden.

    Die Studie findet sich jedenfalls hier:
    http://www.umweltdaten.de/...ionen/fpdf-l/3929.pdf
    Demnach stammen die Daten aus folgender Publikation:
    "Hirte, G. (2008): Abgaben als Instrumente zur
    Kostenanlastung von externen Kosten und Wegekosten
    im Straßenverkehr, TU Dresden."

    Mich würde interessieren, wie sich diese "externen Umwelt- und Unfallkosten" zusammensetzen und wie die Bilanz anderer Verkehrsmittel z.B. Bahn/Flugzeug/ÖPNV im Vergleich aussieht.

  6. Björn Lohmann Antworten | Permalink

    Mautschwächen

    Richtig, das Fahrtempo wird nicht direkt berücksichtigt (wäre technisch sicherlich kein Problem bei Onboard-Einheiten, aber wir wollen es ja nicht übertreiben). Dieser Aspekt würde aber über die Mineralölsteuer berücksichtigt.

    Die Strecken- und damit Kostenerfassung sollte kein Problem sein. GPS-Einheiten kosten heute kaum noch Geld.

    Überwachung sehe ich nicht notwendigerweise als Problem, ebenso wenig wie Datenmanipulation. Eine Einheit im Fahrzeug könnte die Summe der aufgelaufenen Kosten speichern, und - nur falls vom Fahrer gewünscht - auch die Strecken, für die die Gebühren angefallen sind. Die Daten werden verschlüsselt gespeichert und einmal im Jahr - wie Strom oder Wasser - abgelesen, idealerweise per Funk. Um im Streitfall die Streckendaten auszulesen, bräuchte es den persönlichen Schlüssel des Besitzers und den staatlichen Schlüssel gemeinsam. Nur ein paar erste Gedankenskizzen, und natürlich bleibt ein restliches Missbrauchspotenzial, aber das halte ich für zu vernachlässigen.

    Ein ganz anderes Problem ist aber in allen Systemen bislang ungelöst: Elektro- und Hybridfahrzeuge. Deren Ökobilanz hängt vom getankten Strom ab.

    Zur Bilanz anderer Verkehrsmittel: Auch die sind nach den mir bekannten Zahlen durchweg subventioniert. Angesichts der Bedeutung, die Mobilität heute hat, halte ich das auch nicht grundsätzlich für verkehrt, solange die Subventionen so eingesetzt werden, dass sie einen im ökologischen und sozialen Sinn wünschenswerten Lenkungseffekt haben.

  7. Mona Antworten | Permalink

    Empörte Autofahrerin @Björn Lohmann

    "So mancher Autofahrer ist nicht bereit, die Kosten zu tragen, die er verursacht."

    Da frage ich mich, wo bleiben eigentlich die ganzen Steuern, die einem monatlich vom Gehalt abgezogen werden? Sollte der Staat damit nicht auch eine Infrastruktur bereitstellen? Oder arbeiten wir nur mehr um die Bankenkrise zu finanzieren?

  8. Michael Khan Antworten | Permalink

    Was soll der ganze Overhead?

    Wenn sich dieselben Einnahmen über eine angepasste Steuer auf Diesel und Benzin erzielen lassen, wozu dann das Konzept mit der Maut? Ich bin bestimmt technikverliebter als der Durchschnitt, aber selbst ich kann icht sehen, was man dadurch gewinnt.

    Da hat man die Ob-Board-Units, die in 40 Millionen Fahrzeugen manipulations- und ausbausicher nachgerüstet werden müssen.

    Jede Einheit muss registriert sein, es müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit sich nicht einer zwei davon kauft: Eine liegt im Schrank und wird nur hervorgeholt, wenn die Ablesung erfolgt, die andere ist im Auto und wird nur ausgebaut, bevor die Ablesung erfolgt.

    Oder aber, man wird schon bald im Zubehoerhandel Gerätschaften finden, mit denen sich die OBU abklemmen oder außer Funktion setzen oder sonstwie stoeren lässt.

    Das soll alles ganz einfach gehen? Und billig auch noch? Wer's glaubt.

    Wenn das alles so einfach ginge, dann wáre es auch bei der LKW-Maut gegangen. Aber da hat man, genau um das Problem der Manipulation und damit der Kostenumgehung zu minimieren, den Weg der Überwachung der Verkehrswege und der Registrierung der Fahrzeuge, bei kosntantem Datenabgleich mit dem Zentralrechner vorgesehen.

    Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass ein erweiterstes mautsystem irgendwie anders funktionieren würde. Man kann davon ausgehen, dass das auch eine erhebliche Kontrolle und damit staatliche Kenntnis der Fahrten aller registrierten Fahrzeuge geben würde. Anders kann es gar nicht gehen.

    Somit ist das System in der vorgeschlagenen Form teuer, bürokratisch, umständlich und es stellt eine umfassende Überwachung dar.

    Und noch dazu ist es ungerecht, denn dicke Autos zahlen so viel wie dünne, Raser so viel wie Ressourcenschoner. Und im Ausland zugelassene Fahrzeuge zahlen gar nicht.

    Und das alles sollen wir in Kauf nehmen, anstatt dass die viel bessere, billigere, einfachere, gerechtere und bürgerfreundlichere Loesung der erhoehten Mineraloelsteuer gegangen wird? Da müssten wir ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn wir uns so etwas aufschwatzen lassen.

    Nochmals notabene: Ich bin durchaus für die Lenkungseffekte, die Leute weg vom Auto, zu sparsameren Autos und zu besonnenerer Fahrtweise bringen. Aber doch nicht per Maut.

    Tempolimit her und Spritsteuer 'rauf. Problem solved.

    Was nun die Elektroautos angeht - vielleicht sollte man die nicht gleich wieder durch neue Steuern belasten, bevor sie sich überhaupt durchsetzen. Warten wir doch erst einmal, bis es da nennenswerte Stückzahlen gibt. Dann kann man immer noch überlegen, wie man das Steuermodell ämdert. Es muss doch einen gesunden Mittelweg zwischen staatlicher Regulierungswut und übertriebenem Liberalismus geben.

  9. Johannes Antworten | Permalink

    Ich bin für die schnellstmögliche Einführung einer Vignettenpflicht für deutsche und ausländische Straßenbenützer auf allen Straßen in D.Dann hat man Zeit und Geld etwas aufwendigeres aber gerechteres System zu entwickeln und evtl.noch ein Exportschlager.

  10. Armin Quentmeier Antworten | Permalink

    Kopfpauschale für Autofahrer

    Die PKW-Maut ist nicht nur mit Abstand die komplizierteste Lösung, um den Autofahrern mehr Geld aus der Tasche zu ziehen, es ist auch die ungerechteste Lösung. Ein hocheffizienter moderner PKW, der vielleicht mit 5 Litern auf 100 km auskommt, soll den gleichen Wegezoll (richtig, schön zurück ins Mittelalter mit unseren Polit-Raubrittern!) zahlen wie ein „Hummer“, ein VW-Touareg oder ein Porsche Cayenne, der das Drei- oder Vierfache verbraucht? Das nennen Sie „fair“? So etwas können nur Politiker mit cerebraler Insuffizienz ausbrüten – davon sind leider fast alle Politiker befallen! Abgesegnet werden solche Beschlüssen von sogenannten Volksvertretern, die fünfstellige Monatsgehälter kassieren, Anrecht auf Dienstwagen haben und kostenlos erster Klasse mit der Bahn fahren dürfen. Geht es noch verlogener?
    Unsere Politiker können allesamt nicht mit Geld umgehen - die Schwarzen haben es verlernt und die Roten und die Grünen haben es sowieso nie gekonnt. Also muß eben immer mehr Geld her und da kommen die Autofahrer gerade recht. Viele Millionen Menschen in unserem Land, die hart arbeiten und teilweise jeden Tag lange Fahrten zur Arbeit machen müssen, sind auf das Auto angewiesen. Noch mehr Bundesbürger nutzen das Auto in der Freizeit, In beiden Fällen kann man doch wunderbar abkassieren! 80 % aller Haushalte haben ein Auto – das ist die große Mehrzahl in unserem Land! Und der Wunsch nach individueller Mobilität ist offenbar nicht totzukriegen. Das ist die ideale Situation für unsere Politiker, um kräftig abzuzocken – immer mehr Steuern und sonstige Abgaben für immer weniger Leistung! Seit Jahrzehnten kennt die Steuerbelastung für Autofahrer nur eine Richtung: nach oben! Keine Begründung ist zu dumm – egal ob Ökosteuer oder PKW-Maut- Hauptsache, der Rubel rollt. Zur Not erfindet man eben irgendwelche Phantasiezahlen über die Umweltschädlichkeit oder sonstige Horrorgeschichten aus dem Märchenbuch der Autohasser – und schon ist eine Begründung gefunden, um den Autofahrern ein paar Milliarden mehr aus der Tasche zu ziehen. Das klappt hervorragend seit 60 Jahren.
    Aber Vorsicht: die Gans, die goldene Eier legt, sollte man nicht schlachten!

  11. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Verkehrslenkung vermeidet Strassenausbau

    Das Verkehrslenkungsziel scheint mir wichtiger als die Umweltziele. Um Zürich herum wurden in den letzen Jahren neue Umfahrungen und Tunnel gebaut und Strassen mehrspurig gemacht um den wachsenden Verkehr zu bewältigen. Doch all diese Massnahmen wirken nur kurz, schon bald enstehen neue Engpässe.

    Mit einer Verkehrsmaut, die grosse Räume abdeckt (vielleicht das ganze Land) könnte man den Verkehr dort teuer machen wo er teure Folgen hat - also in Stadtnähe - und dort unbeeinflusst lassen wo er vital für Benutzer ist - in den peripher gelegenen Gebieten, wo die Leute auf ihr Auto angewiesen sind.

    Natürlich braucht es eine Ersatz fürs Auto - die öffentlichen Verkehrsmittel. Aber die sind ja in Stadtnähe sowieso unverzichtbar.

    Eine Maut kann also in der Gesamtbilanz zu einem billigeren und effizienteren Gesamtverkehrssystem führen.

  12. Andreas Könen Antworten | Permalink

    Maut abhängig von der gewählten Route und Uhrzeit teurer oder billiger? Wie wollen Sie das denn ohne vollständige Erhebung eines Bewegungsprofiles realisieren? Da gibt es Wege (etwa über die Mineralölsteuer und die Streichung steuerlicher Vorteile für Pendler) die Anonymität wahren. Und eine weitere Bemerkung: Den Wohnort kann man in vielen Fällen auch nahe am Arbeitsplatz wählen ...

  13. Fabian S. Antworten | Permalink

    Flächendeckende Auto Maunt?

    Ich bin erst 16 Jahre alt, aber wenn diese Maunt eingeführt werden würde müssten meine Eltern garnicht mehr arbeiten, weil es sich dan nicht lohnen würde. Ich finde das ne frechheit !!!

  14. Bernhard Wohlgemuth Antworten | Permalink

    Verkehr reduzieren

    Neben der Regulierung des Verkehrs per Maut sollte aber unbedingt mal über die Reduzierung unnötigen Verkehrs nachgedacht werden: Arbeitsplätze konzentrieren sich immer mehr in Ballungsgebieten, den Beschäftigten werden immer weitere Wege zur Arbeit zugemutet.

    Der Arbeitgeber spart (Miet- und Organisations-) Kosten, dafür tragen die Arbeitnehmer und die Allgemeinheit die Last der lange Wege.

    Und das in einer Zeit, in der dank modernster Kommunikationstechnik (Stichwort "vernetzt leben und arbeiten") eigentlich jeder überall - z.B. auch von zu Hause - arbeiten könnte...

  15. Ute Antworten | Permalink

    Stimme für die höhere Mineralölsteuer

    Meines Erachtens sind die Kosten tatsächlich am besten durch die Mineralölsteuer aufzufangen. Dabei ergibt sich ja von ganz alleine, daß Raser oder Fahrer langer Strecken oder schwerer Fahrzeuge über den Verbrauch auch gleich mehr in die Kasse einzahlen als der Fahrer eines sparsamen Kleinwagens, der eben nicht wie ein Irrer aufs Gaspedal tritt. Ich merke ja selber, daß ich je nach Fahrweise mit einer Tankladung meines V40 nur 500 oder sogar fast 800 Kilometer weit komme. Und wenn jemand meint, seinen Cayenne mit einem Verbrauch von ca. 30 Liter/100 Km für jede Fahrt zum Supermarkt benutzen zu müssen, dann wird er über den Sprit ebenfalls entsprechend dafür blechen müssen. Das reguliert sich dann von ganz alleine.

    Das Problem an der Sache scheint mir eher, daß die eingenommenen Steuern nicht zweckgebunden sind. Sprich, der Staat kann sie, wenn er will, statt für die Infrastruktur auch für marmorverkleidete Rathäuser oder teure Staatsbanketts zum Fenster rausschmeißen. Und schon wird er erneut die Hand aufhalten.

  16. Armin Quentmeier Antworten | Permalink

    Spitzenkräfte...

    ... mit tollen Einblicken in die Arbeitswelt!

    Wenn argumentiert wird, „Und das in einer Zeit, in der dank modernster Kommunikationstechnik (Stichwort "vernetzt leben und arbeiten") eigentlich jeder überall - z.B. auch von zu Hause - arbeiten könnte...“, dann frage ich mich, was für eine Vorstellung von der Arbeitswelt dieser Mann eigentlich hat. In den meisten Fällen ist eine Anwesenheit am Arbeitsplatz doch wohl erforderlich und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. Den Handwerker möchte ich sehen, der seine Arbeit „online“ erledigt – online Wände streichen, online elektrische Leitungen verlegen, online Beton gießen, online in der Arztpraxis behandelt werden, online in der Produktion arbeiten? Selbst an Schulen und Hochschulen ist die Anwesenheit von Lehrern, Professoren und technischem Personal nicht durch „vernetzt leben und arbeiten“ zu ersetzen.

    Und wenn der nächste Spitzenkönner behauptet, „Den Wohnort kann man in vielen Fällen auch nahe am Arbeitsplatz wählen ...“, dann hat er offenbar keine Ahnung von der Wirklichkeit! In vielen Familien müssen beide Partner arbeiten und oft genug ist der Arbeitsplatz für einen Partner eben viele km weit entfernt, besonders in strukturschwachen Gebieten. Wie viele Leute pendeln an meiner Arbeitsstätte (Uni Dortmund) aus dem Umland zu ihrem Arbeitsplatz, manchmal 80 km und mehr. Der Ehemann hat einen festen Arbeitsplatz in einer sauerländischen Kleinstadt, die Frau findet erst an der Dortmunder Uni einen passenden Job – da bleibt eben nur die lange Fahrt mit dem Auto; mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert es mehr als doppelt so lange. Und es gibt immer mehr unsichere Beschäftigungsverhältnisse, so daß viele Arbeitnehmer nicht mit ständig wechselnden Jobs immer wieder umziehen können.
    Aber solche Experten sind ganz groß dabei, den Autofahrern das Leben immer schwerer und vor allem teurer zu machen!

  17. Björn Wunderlich Antworten | Permalink

    Im Prinzip habe ich nichts gegen eine Maut einzuwenden; nur wenn solche Vorschläge von staatlicher Seite kommen habe ich immer den Eindruck es ginge in erster Linie nicht um Verkehrslenkung und Anreize zu umweltfreundlicherem Verhalten, sondern um eine weitere Einnahmequelle für die Staatskasse.

    Wichtig wäre außerdem noch die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen. Damit könnte Sprit gespart werden und ein gleichmäßigerer Verkehrsfluss erreicht werden. Stattdessen wird immer für den Ausbau von Verkehrleitsystemen plädiert, die erhebliche Kosten verursachen.

  18. Sensei Antworten | Permalink

    "Mit einer Verkehrsmaut, die grosse Räume abdeckt (vielleicht das ganze Land) könnte man den Verkehr dort teuer machen wo er teure Folgen hat - also in Stadtnähe - und dort unbeeinflusst lassen wo er vital für Benutzer ist - in den peripher gelegenen Gebieten, wo die Leute auf ihr Auto angewiesen sind."

    WAS genau soll hier das Problem sein?
    Kopfsteinpflasterstraßen? Dafür gibt es 30er Zonen.

    Innenstädte? Parkgebühren erhöhen und einfache lokale Mautsysteme a la London und Kopenhagen einführen.

    Engstellen im Straßenverkehr? Sowas regelt sich zu 90% selbst. Wer so blöd ist statt der Umfahrung die Stadtdurchfahrt zu wählen darf von mir aus gern ne viertel stunde länger brauchen.

    - Mineralölsteuer erhöhen (wie wäre es mit +1€ pro liter ?)
    - steuer bei diesel/benzin angleichen.
    - KFZ Steuer abschaffen. Von besitzsteuern halte ich eh nichts.
    - Innenstadtmaut einführen.
    - Entfernungspauschale abschaffen. Zersiedelungsprämen braucht niemand.
    - Elektrofahrzeuge nicht weiter besteuern (das geschieht ja automatisch über stromsteuern)

  19. Bernhard Wohlgemuth Antworten | Permalink

    Verkehr reduzieren, 2

    @Armin Quentmeier: Ok, da habe ich zu kurz argumentiert! Ich meinte damit, dass es Konzerne gibt, die willkürlich Standorte schließen und damit die Mitarbeiter zwingen, immer weitere Arbeitswege in Kauf zu nehmen, obwohl die in Rede stehenden Tätigkeiten ohne Weiteres auch an kleineren Standorten in der Fläche verteilt erledigt werden könnten.

    Die auf diese Weise erzielte Gewinnsteigerung wird letztlich vom Gemeinwesen finanziert, das die Kosten für den zunehmenden Verkehr tragen muss.

    Bei Handwerkerleistungen ist das zugegebenermaßen was Anderes, aber da könnte man ja auch regionale Betriebe bevorzugen, selbst wenn diese vieleicht nicht das billigste Angebot vorlegen.

  20. Bernhard Wohlgemuth Antworten | Permalink

    Verkehr reduzieren, 3

    nochmal @Armin Quentmeier: Mir geht es nicht darum, per Maut die Autofahrer zu belasten - das ist m.E. der falsche Ansatz.

    Aber genau das, was Sie im zweiten Absatz beschreiben, ist das Problem: Die Jobs sind nicht mehr dort, wo die Menschen sind - daran müsste sich was ändern...

    Lange Arbeitswege mit de facto 13- bis 14-Stunden-Tagen oder Wochenend-Beziehungen haben doch nun wirklich nichts mehr mit Lebensqualität zu tun - neben arbeiten und schlafen sollte da doch noch etwas mehr sein.

  21. Cord Patzenvogel Antworten | Permalink

    Philosophie des Scheiterns

    Auf dieser Welt gibt es keine Gerechtigkeit - und was ist Fairness ...? Alle Bestrebungen nach diesem Ideal "Gerechtigkeit" sind Träumerei und zum Scheitern verurteilt. Die Welt ist viel einfacher gestrickt, als manch einer glaubt.
    Lebe einfach dein Leben - mit oder ohne PKW-Maut. Dein Geld wirst du hier ohnehin los.

  22. Michael Khan Antworten | Permalink

    Mobilität und Freiheit

    Es ist vielfach so, dass die Tatsache, dass (fast) jeder ein Auto besitzt, wirtschaftliche Entscheidungen beeinflusst.

    Wenn beispielsweise ein Investor ein Riesen-Einkaufszentrum auf der grünen Wiese plant und baut daraufhin der Einzelhandel der umliegenden Gemeinden auch dorthin zieht oder pleite geht, dann funktioniertt dieses Geschäftsmodell nur, weil sich die Investoren darauf verlassen koennen, dass die Kunden (gern oder zähneknirschend) mit dem Auto einkaufeb fahren koennen.

    Die Kunden bekommen einen Vorteil in Form geringerer Preise, bedingt durch niedrige Gewerbemieten. Aber dieser Vorteil ist oft nur scheinbar ist, weil sich für den Kunden auch die Fahrtkosten hinzuaddieren.

    Hätten die Kunden aber keine Autos oder wären sie nicht bereit, diese für jeden Einkauf zu nutzen, beispielsweise weil das Autofahren so teuer ist, dass man bewusster mit dem Auto umgeht, dann gäbe es nach wie vor einen Einzelhandel.

    Nur das Geschäftsmodell, dass darauf beruht, dass gefälligst die Kunden sich zu ihren Kosten mit ihrem PKW zum Geschäft bemühen müssen, anstatt dass die Geschäfte dort bleiben, wo die Menschen wohnen ... dieses Geschäftsmodell würde nicht mehr funktionieren.

    An der Entwicklung im Einzelhandel sehen wir, dass die Mobilität nicht unbedingt eine Freiheit sein muss. Wer frei ist, hat die Wahl. Aber wenn die Wirtschaft sich darauf verlässt, dass die Kunden mobil sind und entsprechend agiert, dann wird aus der Freiheit schnell ein Zwang:

    Man braucht das Auto dann für jeden kleinen Einkauf, ohne geht es nicht mehr. Unter Freiheit verstehe ich aber etwas anderes.

  23. Ein Gast Antworten | Permalink

    Ich habe gar kein Auto!

    Und ich finds bescheuert die sollen einfach die Öko Steuer mal wieder erhöhen und gut ist.

    Und den gigantischen Aufwand für solche Träumereien wie die Ortsdurchfahrt soll teurer sein als die Umgehungsstraße kann man sich dann auch sparen.
    Von der Meter genauen Nachvollziehbarkeit aller zurückgelegten Wege die für so was nötig ist wollen wir mal gar nicht anfangen.

    Außerdem wäre es eh viel wichtiger mal endlich anzufangen die Quadratkilometerweise die Städte verstopfenden Millionen von parkenden Autos von den Straßen zu verbannen.

  24. Björn Lohmann Antworten | Permalink

    Carsharing / Ende des Privatautos

    Ich möchte noch eine neue Facette in die Diskussion tragen, die Christian Schwägerl auf Spiegel Online vorgebracht hat. Diejenigen, die sich dagegen wehren, dass Autofahrer für alle direkten und indirekten Kosten aufkommen müssen, befürchten ja vor allem, dass Autofahren für viele Menschen unbezahlbar wird (unabhängig welches Gebühren-/Steuermodell nun das gerechteste wäre). Eine Alternative wäre die Abkehr vom Privatauto, ein Ansatz, auf dem das Carsharing beruht, und den selbst Autohersteller inzwischen aktiv verfolgen.

    http://www.spiegel.de/...ice/0,1518,689625,00.html

  25. Joachim M Antworten | Permalink

    Ich würde auch lieber zur Arbeit radeln

    Hallo,

    hier einmal die Perspektive eines widerwilligen Fernpendlers: Aufgrund meiner Ausbildung und meines beruflichen Werdegangs bin ich darauf angewiesen, in einem forschenden Pharmaunternehmen zu arbeiten.
    Meine Frau arbeitet in der Nähe unseres Wohnorts, meine Kinder gehen dort in die Schule.

    Da es immer weniger Forschungsabteilungen in meiner Branche gibt, pendele ich jeden Tag fast 2 x 100 km. Ich habe mir zwar ein sehr sparsames Auto besorgt und suche Pendelpartner (P+M), trotzdem ergeben sich über 3,5 Tonnen CO2 jährlich.

    http://www.spritmonitor.de/...lansicht/338127.html

    Muss man die Familie aus ihrem Umfeld reißen, um nachhaltig zu leben?

    Jetzt aber zur Pkw-Maut: Angesichts der riesigen Investitions-, Wartungs- und Überwachungskosten halte ich dieses Modell nicht für sinnvoll. Eine Erhöhung der Mineralölsteuer wäre ohne Zusatzkosten realisierbar, müsste allerdings auch in unseren Nachbarländern zumindest teilweise nachgezogen werden.

  26. Hannes Klumbies Antworten | Permalink

    Elektromobilität subventionieren - gut!

    Eine Maut empfinde ich - wie einige andere ja auch - als ein unnötig aufwändiges Instrument. Die Mineralölsteuer zu erhöhen, scheint mir der bessere Weg zu sein. Damit würde man Elektroautos bevorzugen... und das ist vorerst gut so (Man denke auch an die Möglichkeit, Elektroautos als Puffer fürs Stromnetz einzusetzen). Das wäre ein klares Signal an die heimischen Automobilbauer, dass sie ihre Elektroautos zukünftig auch loswerden; selbst, wenn diese anfangs wegen der Batterien nicht mit herkömmlichen Autos konkurrieren könnten.
    Autofahren würde wegen der teureren Fahrzeuge damit ohnehin teurer, aber eben nicht gleich ganz so extrem.

    Verzögerte Einführung: Vor kurzer Zeit erst gab es die Abwrackprämie. Leute wurden animiert, sich neue Autos zu kaufen. Jetzt gleich eine starke Erhöhung der Mineralölsteuer (oder auch eine Maut) einzuführen, scheint mir da ungünstig, weil man viele Bürger damit zu einer Investition verleitet hätte, die man nachträglich bestraft. Was aber wäre, wenn man eine starke Erhöhung der Mineralölsteuer - die ich befürworte - für einen späteren Zeitpunkt ankündigen würde? Lassen Sie z. B. 3-5 Jahre Zeit! Dann wäre die Möglichkeit gegeben, sich besser auf die neue Situation einzustellen. Die Verlegung von Firmen und Wohnorten, Auswahl von Schulen für Kinder sowie die Eröffnung von Läden vor Ort gehen nicht von heute auf morgen.

  27. Beobachter Antworten | Permalink

    Überflüssig

    Ich kann dem Artikel nicht folgen.

    Denn wenn es darum geht die Autofahrer stärker zu belasten und zwar abhängig von ihrer Fahrleistung, dem Spritverbrauch ihres Autos usw, dann lässt sich das wunderbar über den Benzinpreis erzielen. Jemand der viel fährt, zahlt mehr als jemand der wenig fährt. Jemand der einen Spritschlucker fährt, zahlt ebenfalls mehr als jemand der ein sparsames Auto fährt.

    Dagegen hat die Maut praktisch keinerlei Vorteile. Die ganzen Geschichten wie zeitliche Entzerrung des Berufsverkehrs sind doch unrealistisch. Kein Mensch fährt ne Stunde eher in die Arbeit, nur weil er nen Euro Maut sparen würde. Dafür handelt man sich mit der Maut eine ganze Reihe von Nachteilen ein, z.B. ginge das nur über eine satellitengestützte Maut über die dann logischerweise nachverfolgbar ist, wer wann und wo mit dem Auto hingefahren ist. Ein riesiger Schritt zum gläsernen Menschen und der totalen Überwachung. Super.

    Eine Maut im Sinne eines Pickerls wie in Österreich ist dagegen auch nicht besser, weil dann fallen die ganzen Sachen wie Fairness usw flach.

    Und das Argument Tanktourismus zieht auch nicht, denn auch mit der Maut hat man Mautflüchter, die dann von den großen teuren Straßen auf die kleineren billigeren Nebenstraßen ausweichen und dann zum einen die Maut drücken und - was noch viel schlimmer ist - den Durchgangsverkehr in Orten erhöhen und damit eine höhere Lärm- und Verkehrsbelastung dort erzeugen, wo die Maut billiger ist. Macht man es umgekehrt, also macht die großen Straßen billiger, dann handelt man sich mehr Staus dort aus, weil sich der Verkehr nicht mehr verteilt. Genauso so Sachen wie "Umgehungsstraßen billiger als Ortsdurchfahrten".... kein Mensch fährt doch heute durch einen Ort mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30km/h im Stop-and-Go-Verkehr, wenn er mit 80km/h über die Umgehungsstraße viel schneller ist - auch völlig ohne Maut. Diese Probleme hat man zudem in ganz Deutschland, Tanktourismus dagegen nur in eng beschränkten Grenzregionen. All diese Dinge wirken so konstruiert, nur damit man irgendwas findet, was halbwegs für eine Maut sprechen würde.

    Egal was ich dagegen betrachte, die Vorteile einer Maut sind für mich nicht erkennbar. Die Argumente pro Maut in dem Artikel sind IMO schon sehr schwach. Das hat nichts mit "empörtem Autofahrer" zu tun, denn ich halte höhere Spritpreise und damit höhere Kosten für Autofahrer sehr wohl für sinnvoll. Aber bitte nicht über eine Maut - eines der für mich schlechtesten Instrumente um dies zu erreichen.

  28. Björn Lohmann Antworten | Permalink

    @Beobachter: Spritsteuer

    Eine Spritsteuer belohnt zwar klimafreundliches Fahren, ignoriert aber, dass auch Elektrofahrzeuge und Co. die Infrastruktur be- und abnutzen. Irgendwie muss also für echte Fairness die Fahrleistung erfasst werden. Die meisten Versicherungen koppeln ihre Tarife an bestimmte Größenordnungen der jährlich gefahrenen Kilometer. Vielleicht kann man da ansetzen. Oder der Tachostand wird monatlich per Funk ermittelt. Es gibt auf jeden Fall Lösungen, die die Privatsphäre nicht gefährden. Selbst die Maut sehe ich da entspannt: Ähnlich wie beim Telefon können die Daten ja sofort gelöscht werden, sobald die Rechnung bezahlt worden ist. Zugriff auf die Daten gibt es nur mittels Richter.

  29. CreutzfeldtJakob Antworten | Permalink

    Vorteile der Maut

    "Der Tanktourismus macht die Effekte einer höheren Mineralölsteuer kaputt.":
    Richtig, vorausgesetzt, man hat die Zeit und das Geld, sein Auto bis ins Ausland zu bewegen. Mitnehmen darf man nämlich kaum etwas, es will schon jedes Auto einzeln rübergefahren werden.
    "Das zu kontrollieren kostet viel Geld."
    Ja, und zwar ähnlich viel wie die Überprüfung der On-Board-Units auf Manipulation im Falle einer Maut.

    "Jedes Auto nutzt die Straße ab, deswegen muss jedes Auto Maut zahlen" ein Link:
    http://www.zeit.de/2011/31/Stimmts-Strasse
    So kann die Maut nicht begründet werden.

    "Wir können mit der Maut den Verkehr lenken":
    Der Umwelt ist es ziemlich egal, zu welcher Tageszeit und an welchem Ort CO2 ausgestoßen wird. Dem Klimaschutz nützt dieses Feature der Maut also nicht.

    "Die Maut kann auch datenschutzfreundlich gestaltet werden.":
    Wenn man eine Scheibe Toast, das auf einer Seite mit Butter beschmiert ist, immer wieder in die Luft wirft, dann wird sie irgendwann..
    Da kann das ganze System noch so ausgeklügelt sein.

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