Auf der Suche nach dem Glück

3. Januar 2014 von Katja Schwab in Gelassenheit

Es sprach der Meister zu seinen Schülern: „Das Glück ist ein Schmetterling. Jag ihm nach und er entwischt dir, setz dich hin, und er lässt sich auf deiner Schulter nieder“ (aus „Gib deiner Seele Zeit" von Anthony de Mello)

 

Wir wollen mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Freunde, mehr Liebe. Alles Wünsche, um dem höchsten aller Lebensziele näherzukommen: dem Glück. Jeder will es, aber keiner kann es dauerhaft an sich binden. Schon Aristoteles wusste: Alle Menschen wollen glücklich sein. Das Streben nach Glück sei der eigentliche Sinn des Lebens, schreibt auch der Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, 1930 in seiner Schrift „Das Unbehagen in der Kultur“.[i] Es ist als individuelles Freiheitsrecht sogar in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika festgeschrieben. Gibt man das Wort „Glück“ bei Google ein, erhält man mehr als 114 Millionen Einträge.

Glück ist ein vielfältig schimmernder Begriff. Im Deutschen unterscheiden wir zum Beispiel, ob jemand glücklich ist oder Glück hat. Es gibt einerseits das berauschende Glück des Moments und andererseits das Glück eines gelungenen Lebens. Damit zeigen zwei Wegweiser in Richtung Glück: der hedonistische, der das Glück des Augenblicks einzufangen sucht, und der eudämonische, der das erfüllte Leben in den Mittelpunkt stellt. Das Glück des Augenblicks ist mit dem faustschen Ausruf „Augenblick, verweile doch, du bist so schön!“ relativ einfach zu definieren, aber was macht ein erfülltes, gelungenes Leben aus? „Glück der Fülle“ nennt es der Philosoph Wilhelm Schmid, Lebenszufriedenheit nennen es Wissenschaftler, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem Glück empirisch auf die Spur zu kommen.

Soziale Beziehungen sind die Basis des Glücks, da sind sich so gut wie alle Wissenschaftler einig. Wer eine liebevolle Familie und gute Freunde hat, kann sich glücklich schätzen. Studien der Psychologen und renommierten Glücksforscher Martin Seligman und Ed Diener ergaben, dass die glücklichsten Versuchsteilnehmer die meiste Zeit nicht allein waren.[ii] Sie verbrachten viel Zeit mit ihrer Familie, ihren Freunden und Bekannten. Aber auch das Bibelwort „Geben ist seliger denn Nehmen“ ist empirisch abgesichert. Eine Untersuchung der Psychologieprofessorin Sonja Lyubomirsky von der University of California fand heraus, dass die Ausführung von „freundlichen Handlungen“ über einen Zeitraum von sechs Wochen die Lebenszufriedenheit der entsprechenden Probandengruppe deutlich ansteigen ließ.[iii]

Freiwillige Hilfsdienste gehen eben mit positiven sozialen Kontakten einher, vermitteln zudem das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, und steigern zusätzlich Selbstachtung und Selbstwertgefühl. Aber auch Dankbarkeit fördert Glück. Weitere Forschungsarbeiten zeigen, dass Menschen, die wertschätzen können, was sie im Leben bekommen, glücklicher sind. Und zu guter Letzt: Menschen sind genau dann glücklich, wenn sie gerade eben nicht besonders auf ihr Glück achten: bei der Gartenarbeit, beim Schwatzen mit Freunden, beim Spielen mit den Kindern, beim Spazierengehen, Lesen, Schreiben, Kochen. Wer in seinem Tun versunken ist und an nichts anderes denkt, ist mit all seinen Sinnen im Hier und Jetzt. Psychologen nennen diesen besonderen Glückszustand Flow.[iv]

Manche Menschen scheinen ungeachtet ihrer äußeren Lebensumstände meistens zufrieden und glücklich zu sein. Wurde ihnen das Glück etwa schon in die Wiege gelegt? Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Glück zu einem gewissen Teil persönlichkeitsabhängig ist.[v] Die amerikanischen Psychologen David T. Lykken und Auke Tellegen untersuchten das Glücksempfinden von 4000 Zwillingen.[vi] Sie fanden heraus, dass sich eineiige Zwillinge, die unabhängig voneinander in verschiedenen Adoptivfamilien aufwuchsen, in ihrem Wohlbefinden viel ähnlicher sind als zweieiige Zwillinge, die im selben Elternhaus aufwuchsen. Daraus schloss Lykken, dass unser Glücksempfinden mindestens zur Hälfte von den Genen beeinflusst wird. Über den Daumen gepeilt können wir also davon ausgehen, dass unser Grundgefühl von Zufriedenheit beziehungsweise Unzufriedenheit zur Hälfte auf unsere genetische Ausstattung und zur anderen Hälfte auf unsere Umwelterfahrungen zurückzuführen ist.

Bereits vor 35 Jahren entdeckte der amerikanische Psychologe Philipp Brickman, dass Lottogewinner ungefähr 18 Monate nach der freudigen Nachricht nicht glücklicher waren als diejenigen, die nichts gewonnen hatten.[vii] Auch die Glücksgefühle nach einer Beförderung sind nach zirka einem Jahr wieder verschwunden, stellte die Wissenschaftlerin Wendy R. Boswell im Rahmen ihrer Untersuchung von Führungskräften fest.[viii] Unser Gehirn sei nicht dafür gemacht, dauernd glücklich zu sein, erklärt der Hirnforscher Manfred Spitzer.[ix] Wenn wir am Ende unserer Bemühungen eine Belohnung erhalten, wird im Gehirn der Botenstoff Dopamin freigesetzt und wir verspüren Glücksgefühle. Wenn wir einer Gefahr entgehen oder eine schwierige, bedrohliche Situation bewältigen, sorgt unser sinkender Adrenalin- und Kortisolspiegel für angenehme Entspannungsgefühle. Wenn wir haben, was wir brauchen, führen Serotonin und Oxytocin zu Gefühlen der Ausgeglichenheit, Verbundenheit und Zufriedenheit.

„Jeder ist seines Glückes Schmied.” Diese Aussage des Dichters und Lyrikers Matthias Claudius ist zum gesellschaftlichen Allgemeingut geworden. Doch sie lässt durchaus Spielraum für Interpretationen. Häufig wird sie vor allem vor dem Hintergrund eines Machbarkeitsoptimismus verstanden: Wer will, der kann. Empfehlungen, abgeleitet von wissenschaftlichen Ergebnissen aus der Schatzkiste der Positiven Psychologie, unterstreichen diese Richtung und versprechen: Glück ist machbar, Glück ist lernbar. Man müsse nur wollen. Wer unglücklich ist, kann beispielsweise ein Dankbarkeitstagebuch führen, sich jeden Morgen im Spiegel minutenlang zulächeln oder sich ein Hobby wie Yoga zulegen. Diese Ideen haben auch alle ihre Berechtigung und können sehr wertvoll sein. Wichtiger ist es aber, zuerst sich selbst zu fragen: „Was bedeutet Glück eigentlich für mich?“ Für jeden Menschen ist Glück etwas anderes:Für mich ist Glück, wenn ich den roten Gürtel im Judo kriegen würde“ (Junge, 6 Jahre), „ ... wenn meine Kinder lachen“ (Frau, 36 Jahre), „ ... wenn ich zufrieden mit mir selbst bin“ (Mann, 28 Jahre), „ ... wenn ich gebraucht werde“ (Frau, 68 Jahre), „ ... wenn ich nicht hungere, nicht dürste, nicht friere“ (Mann, 42 Jahre), „ ... wenn ich mir wünsche, den Moment festhalten zu können.“ (Mann, 31 Jahre), „ ... wenn ich gesund bin, etwas zu essen und ein Dach überm Kopf habe“ (Mann, 26 Jahre), „ ... wenn ich mich richtig wohl fühle und mir in diesen Moment nichts wünsche“ (Frau, 19 Jahre), „ ... wenn ich meine Rechnungen zahlen kann“ (Frau, 46 Jahre), „ ... wenn ich etwas mit meinen Freunden mache“ (Mann, 23 Jahre), „ ... wenn mich jemand lieb hat“ (Junge, 6 Jahre).

Ein erfülltes Leben zeichnet sich nicht einzig und allein durch eine Anhäufung positiver Gefühle und Erfahrungen aus. Ausschließlich den Genüssen des Lebens zu frönen wird auf Dauer eine zunehmend schale Angelegenheit und kommt hedonistischer Sisyphusarbeit gleich. Gerade das Bewältigen von schwierigen Aufgaben stärkt unser Selbstwertgefühl. Wenn wir bis an die Grenzen unserer Fähigkeiten gehen oder sogar darüber hinaus, um eine Aufgabe zu meistern oder ein Problem zu lösen, entstehen die intensivsten Glücksgefühle – und sie wirken lange nach. Zu einem erfüllten Leben gehören eben auch die Schattenseiten des Daseins. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die Krisen, Schicksalsschläge und Leid erfahren und überwunden haben, ihr Leben als befriedigender und reicher empfinden. Der Philosoph Wilhelm Schmid spricht von einer „Paradoxie des Glücks“, da es auch das Unglück mit zu umfassen vermag.[x] Die Kunst des Glücklichseins besteht darin, einerseits die schönen Seiten des Alltags zu finden und zu genießen und andererseits die Herausforderungen, Aufgaben und Krisen des Lebens zu akzeptieren und als Einladung zur persönlichen Weiterentwicklung zu verstehen.

Schon im 6. Jahrhundert vor Christus erklärte der chinesische Philosoph Lao Tse: Wenn der Mensch aufhöre nach dem Glück oder anderen Zielen zu streben, sei er wirklich glücklich. Die Suche nach dem Glück beginnt und endet: in uns selbst. Nur wenn wir wissen, was Glück für uns ist, können wir es auch erkennen. Dann können wir stehenbleiben, innehalten und achtsam sein für den Moment, in dem es sich auf unserer Schulter niederlässt.

 

Das ist ein Beitrag aus meinem Buch: „Das kleine Handbuch für mehr Gelassenheit im Alltag", (2013), Freiburg im Breisgau: Kreuz Verlag.


[i] Freud, S. (1994): „Das Unbehagen in der Kultur. Und andere kulturtheoretische Schriften“, Frankfurt/M.: Fischer Taschenbuch Verlag.

[ii] z.B. Diener, E. (Hrsg., 2009): „The Science of Well-Being, The Collected Works of Ed Diener“, Dordrecht, NL: Springer Verlag.

[iii] Lyubomirsky, S., Sheldon, K. M. & Schkade, D. (2005): „Pursuing Happiness: The Architecture of Sustainable Change“, in: Review of General Psychology, Vol. 9, No. 2, S. 111-131.

[iv] Csikszentmihalyi, M. (1992): „Flow – das Geheimnis des Glücks“, Stuttgart: Klett-Cotta Verlag.

[v] vgl. Asendorpf, J. (2. Aufl. 1999): „Psychologie der Persönlichkeit“, Berlin: Springer Verlag.

[vi] Lykken, D. T. und Tellegen, A. (1996): „Happiness is a Stochastic Phenomenon“, in: Psychological Science, Vol. 7, No. 3, 186-189.

[vii] Brickman, P., Coates, D.,  Janoff-Bulman, R. (1978): „Lottery winners and accident victims: Is happiness relative?“, in: Journal of Personality and Social Psychology, Vol 36(8), 917-927.

[viii] Boswell, W. R., Boudreau, J. W., Tichy, J. (2005): „The Relationship Between Employee Job Change and Job Satisfaction: The Honeymoon-Hangover Effect“, in: Journal of Applied Psychology, Vol 90(5), 882-892.

[ix] Spitzer, M. (2011): „Dopamin und Käsekuchen: Hirnforschung à la carte“, Stuttgart: Schattauer Verlag,

[x] Schmid, W. (2007): „Glück. Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist“, Frankfurt/M.: Insel Verlag.


14 Kommentare zu “Auf der Suche nach dem Glück”

  1. Horst Antworten | Permalink

    "Aber auch das Bibelwort „Geben ist seliger denn Nehmen“ ist empirisch abgesichert."

    Bewußtseinsentwicklung, bzw. eine Seele in Selbstlosigkeit, wo Wettbewerb, Konsum, Profit und "Individualbewußtsein" im Glück von "Wer soll das bezahlen?" und "Arbeit macht frei" zur Hierarchie von und zu materialistischer "Absicherung" verwurstet wird - der bewußtseinsbetäubende Kreislauf des geistigen Stillstandes seit der "Vertreibung aus dem Paradies", indem alle emotionalen Gefühle ebenso wertlos wie illusionär sind!?

    "Nichts tun ist besser als mit viel Mühe nichts schaffen." (Laotse)

    • Horst Antworten | Permalink

      Ich denke zweifelsfreie und wirklich-wahrhaftige Gelassenheit ist, wenn Mensch die eindeutige Wahrheit ertragen und im Freien Willen leben kann und ...!

  2. unsinn Antworten | Permalink

    "Wir wollen mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Freunde, mehr Liebe."

    Diese Aufreihung ist eine gedankenlose Absurdität.

    "Wir wollen mehr Erfolg, mehr Geld, vs. mehr Freunde, mehr Liebe." muß es heißen. Denn das läßt sich so nicht vereinbaren! Money can't buy me love. Money won't buy me friendship.

    Sehen Sie sich um.

    Wer mehr Erfolg und mehr Geld will, zwingt sich (scheinbar freiwillig aber lediglich aus reiner Soziopathie, die eine stets befeuerte "Kultureigenschaft" ist) dazu, seine Freundschaft und seine Liebe dafür zu opfern. Dafür aber gibt es offenbar keine Therapie.

    • Martin Holzherr Antworten | Permalink

      (Zitat)"Wer mehr Erfolg und mehr Geld will" und zugleich mehr Freunde und Liebe will, der sollte korrupt werden oder in einem korrupten Staat an der rechten Stelle sein. Wie viele chinesische Parteikader, die sich nebenbei noch eine Konkubine leisten und die mit allen möglichen anderen "wichtigen Leuten" (Freunden) verbandelt sind.

      Allerdings führt so etwas zu mehr Ungleichheit, denn nur diejenigen in einer Machtstellung, die das für sich ausnutzen, haben dann alles. Die Untertanen aber, die den Bakschisch zahlen müssen, sind die angeschmierten.

  3. Martin Holzherr Antworten | Permalink

    Hier geht es um das Glück des Einzelnen, es gibt aber auch so etwas wie glücklichere und weniger glückliche Gesellschaften wie Umfragen zeigen. Wie man das Glücks-BIP - den Lebenszufriedenheitsindikators -, erhöht, ist nicht einfach zu sagen (in D ist er seit den 90ern nicht gestiegen!). Viel einfacher ist es Unglückliche/Misérables in einer Gesellschaft auszumachen. Vor allem in Gesellschaften mit grosser Ungleichheit leben oft Unglückliche und Elende neben Glücklichen und Reichen. In Indien gehört es sogar zum Strassenbild, dass Obdachlose neben einem Palast leben und nächtigen. Der Gini-Index, der immer grösser wird je grösser die Ungleichheiten in einer Gesellschaft sind, ist allerdings in Indien niedriger als in den USA und China. Am höchsten ist der Gini-Index und damit die materielle Ungleichheit in den lateinamerikanischen Staaten, also z.B. in Brasilien oder auch Mexiko.

    Fortschritt bedeutet für mich und scheinbar auch für die UNO, dass extremes Unglücklichsein seltener wird, denn das Leben ist zu wertvoll um es zu verschwenden und ein Leben in extremem Unglück ist verschwendet. Extremes Unglücklichsein kann sich zum Beispiel in extremer Armut manifestieren oder in fehlenden Rechten (Frauen im Islam). Wer an mehr als nur den materiellen Fortschritt glaubt, der hofft auf mehr Glück, vor allem auf weniger Unglück in der Welt.

    • Horst Antworten | Permalink

      Fortschritt bedeutet für mich und scheinbar auch für die UNO, dass..."

      Betrachten wir nun den "Fortschritt" von "Wirtschaftswunder" und "soziale" Errungenschaften nach dem "Kalten Krieg", dann sind das wettbewerbsbedingte Illusionen / Geschenke auf Zeit für die leichtfertig-glaubende Masse gewesen, was mit der Globalisierung der "Dienstleistungs"-Gesellschaft noch verstärkt wird - aber es geht hier ja nur um das kleine / systemrationale Glück, was bekanntermaßen nur Bewußtseinsbetäubung im geistigen Stillstand ist!?

      "Alles Wünsche, um dem höchsten aller Lebensziele näherzukommen: dem Glück."

      Ich denke das Leben sollten wir angesichts der kreislaufenden Notstände gründlich und ohne Kompromisse für die blöd-, stumpf- und wahnsinnigen Symptome unseres "Zusammenlebens" überdenken, dann wird sicher auch deutlich, daß Glück nicht das höchste aller Lebensziele durch Vernunftbegabung ist!

    • Dr. Webbaer Antworten | Permalink

      Fortschritt bedeutet für mich und scheinbar auch für die UNO, dass extremes Unglücklichsein seltener wird, denn das Leben ist zu wertvoll um es zu verschwenden und ein Leben in extremem Unglück ist verschwendet.

      Der Fortschritt hat wohl nichts oder nur wenig mit dem individuellen Glücklichsein zu tun. Scheint das persönliche Fortkommen für den Zeitraum X gesichert, spricht jedenfalls nichts dagegen glücklich zu sein - dieser Zustand scheint also außerhalb von extremistischen Staaten generell möglich.

      Interessant ist auch die Frage, ob ein Zuviel an Absicherung unglücklich zu machen in der Lage ist.

      MFG
      Dr. W

  4. Karl Bednarik Antworten | Permalink

    Ich persönlich bin darüber glücklich, dass ich nicht an ungünstigen Orten, wie zum Beispiel Somalia, und dass ich nicht in ungünstigen Zeiten ,wie zum Beispiel dem zweiten Weltkrieg, leben muss, und dass ich derzeit noch gesund und unverletzt bin.

    So viel Gück hat nicht jeder Mensch in Raum und Zeit.

    Bevor ein Bewohner Mitteleuropas damit beginnt, sich unglücklich zu fühlen, sollte er überprüfen, ob die eingangs erwähnten Bedingungen auf ihn zutreffen.

  5. KRichard Antworten | Permalink

    Wir können uns lebenslang und zum Teil bewusst erlebbar an persönliche Erfahrungen ab dem 5. Schwangerschaftsmonat erinnern - in der gleichen Reihenfolge wie sich die Sinne entwickeln (Tastsinn > Hören > Sehen). Eine Zwillingsforschung, welche diesen wichtigen gemeinsamen Erlebniszeitraum nicht gründlich untersucht und dann zu dem Ergebnis kommt, dass bestimmte Empfindungen zur Hälfte auf die genetische Ausstattung zurückzuführen sind, ist in größem Maße fragwürdig.

    • Horst Antworten | Permalink

      Mensch ist das Ergebnis seiner Prägung durch ... (die es in Gemeinschaft zu überwinden gilt, um ...) - derzeit habe ich Durchfall den ich mit Zwieback, Mineralwasser und schwarzem Tee behandle, dabei wünsche ich mir nun, ich wäre nur an eine farblose Pampe mit allen nötigen Vitaminen und Mineralien gewöhnt, was mir und meinem Durchfall die Versuchung an den liebgewonnenen Illusionen / Gewohnheiten / Abhängigkeiten / Bewußtseinsbetäubungen vorzeitig wieder zu erkranken leichter machen würde :-)

  6. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Glück zu einem gewissen Teil persönlichkeitsabhängig ist.

    Ist wohl so.

    MFG
    Dr. W (der auch erfolgreiche & bittere Personen kennt)

  7. Jan-Andrej Fischer Antworten | Permalink

    Was sehr deutlich wird, auch in diesem Artikel: Glück ist etwas sehr individuelles. Es gibt die Möglichkeit sein Glück zu steigern. Die Positive Psychologie hat zeigen können, dass einfache Übungen das Glücksempfinden statistisch nachweisbar, kurzfristig und dauerhaft steigern können. Leider oder zum Glück ist das Glück ein sehr komplexes Thema. Ich freue mich, dass Wissenschaftler versuchen das Thema genau zu durchleuchten, jedoch sind wir von der Verständnis von Glück noch sehr weit entfernt. Können wir das Glück überhaupt verstehen? Wie immer in der Wissenschaft ist es ja so, dass wir die Norm betrachten. Es geht fast immer darum welche Übungen auf die meisten Personen Einfluss haben. Jedoch verlieren wir durch solch Normorientierte Forschung den Blick auf die einzelnen Person. Wir finden hierdurch natürlich Faktoren, die auf viele oder die meisten Menschen Einfluss hat. Ist dies aber wirklich Glück? Ist dies gleichzusetzen mit persönlichem Glück?

    Ich bin davon überzeugt, dass der eine das Glück im Geld findet, genau wie ein anderer in der Familie und wieder ein anderer im Briefmarkensammeln. Die Gesellschaft gibt leider allzuoft vor wie Glück aussehen soll. Uns wird sogar vorgelebt wie Glück aussieht. Das persönliche Glück gerät häufig in den Hintergrund. Menschen verlieren meines Erachtens nach allzu häufig das Gespür dafür, was sie wirklich glücklich macht. Es wird uns vorgelebt, dass Arbeit glücklich machen soll, uns wird gesagt Geld mache glücklich und andere sagen das Glück solltest du in Indien suchen. Die Menschen werden unter Druck gesetzt das Glück zu suchen und glücklich zu sein. Es entsteht fast ein Wettrennen um das eigene Glück. Jedoch rennen wir häufig dem Glück anderer hinterher, anstatt das Gespür für das eigene Glück wieder zurück zu erlangen. Anstatt das Glück in dem Leben anderer zu suchen, sollten wir den Fokus zurück auf den Moment und uns selbst richten. Nur dann werden wir Wissen was uns glücklich macht und was wir für unser Glück tun können.

    Beste Grüße,

    Jan-Andrej Fischer

  8. uwe Antworten | Permalink

    Leider wird in der Gegenwart - auch der akademischen Psychoanalyse kaum zur Kenntnis genommen, dass Freud vor allem ein Naturwissenschaftler war, der den nachfolgenden Generationen entsprechend empfohlen hat, seine erstmals in "Totem und Tabu" veröffentliche These über das seelisch Krank Machende unserer Gesellschaftsform anhand den Befunden der Primaten- und anthropologischen Forschung zu überprüfen - das wird hier getan:
    https://www.academia.edu/20382261/Auf_der_Suche_nach_dem_Sinn
    https://www.academia.edu/20312710/GL%C3%9CCK_und_LEID_-_eine_Psychoanalyse_der_Megalithkultur

Einen Kommentar schreiben


eins × 1 =