Deutsche Wissenschaft auf Twitter III

21. Juni 2012 von Beatrice Lugger in Kommunikation

94 Prozent Zuwachs sagt die Jahresbilanz jener twitternden deutschen Forschungseinrichtungen – und –medien, die ich am 13.6.2011 erstmals erhoben hatte. Ein Jahr, und aus rund 93.000 Followern wurden 181.000. Das kann sich sehen lassen! Offenbar fühlten sich zudem viele animiert, es ebenfalls mit den Social Media zu versuchen. So habe ich dank zahlreicher Hinweise viele Hochschulen, Universitäten neu aufgenommen. Mit ihnen macht die ‚Summe’ der Follower deutscher Wissenschaftsportale auf Twitter – bei der es sicher viele Mehrfachleser gibt – 243.000 aus.

Vergangene Woche habe ich also genau nach einem Jahr neuerlich Followerzahlen erfasst. Im Grunde bestätigt die neue Erhebung den Trend der Halbjahresbilanz. Wieder verzeichnen naturgemäß jene den größten Zuwachs, die zuvor die geringste treue Anhängerschaft hatten (etwa die Zeitschrift Sterne und Weltraum hat ihre Twitter-Leserschaft fast verdreifacht und Gehirn & Geist hat eine Zuwachsrate von 2,7 vorzuweisen).

Wieder brilliert die Max-Planck-Gesellschaft sicher nicht zuletzt dank ihrer konsequenten Twitter-Präsenz. Sie hat um den Faktor 3,3 zugelegt.

Der Vergleich am Ende mit großen, renommierten internationalen 'Science Celebrity'-Accounts etwa des CERN oder des Scientific American zeigt im Schnitt für deutsche wie internationale Seiten vergleichbare Steigerungsraten. In absoluten Zahlen bedeutet das jedoch alleine etwa für den Scientific American einen Zuwachs, der dem aller deutschen Accounts gemeinsam entspricht.

Ab hier lasse ich die Zahlen sprechen. Hinter jeder Zahl steckt ein Account. Es lohnt sich einzelne Accounts anzusehen, um zu verstehen, weshalb sie so gut oder weniger gut sind!


 

 

Follower Stand 13.06.11 07.01.11 13.06.12 7.12/7.11
         
Wissenschafts-Medien 58.260 93.191 121.511 209 %
Wissenschaftliche Social Media 5.239 6.517 7.797 149 %
Wiss. Organisationen - Stiftungen 8.382 11.802 14.656 175 %
Forschungsgemeinschaften, -institute 12.826 17.780 22.506 175 %
Universitäten-Fachhochschulen 8.205 11.463 14.706 179 %
    
Summe 92.912 140.753 181.176  
         
Prozent 100 151 193  

 

Die einzelnen Gruppen im Detail

Wissenschafts-Medien        
  Follower Stand 13.06.11 07.01.11 13.06.12
Bayerischer Rundfunk Wissen (1) @BR_Wissen 1187 1556 1890
Deutsche Welle /SciTech @dw_scitech 862 1189 1447
Deutsche Welle /Wissenschaft @dw_wissenschaft 1274 1805 2390
Deutschlandfunk Forschung Aktuell @DLF_Forschung 1159 1852 2535
DRadio Wissen @DRadioWissen 5065 7680 10260
FAZ Wissen @FAZ_Wissen 3472 4960 6397
FOCUS Wissen @focuswissen 769 866 960
Fraunhofer Umsicht @UMSICHT     372
Gehirn&Geist @GundG 677 1218 1850
InnoVisions (Fraunhofer IuK) @InnoVisions 581 854 1008
Sketpiker @skeptiker_de 780 1130 1406
Spektrum @spektrum 2366 3310 4093
Spiegel Wissenschaft @SPIEGEL_Wissen 30.053 52.763 68.737
Sterne und Weltraum @Sterne_Weltraum 570 1161 1673
SZ Wissen @SZ_Wissen 3681 4842 6072
Welt Wissen @WELT_Wissen 1250 1608 2358
Zeit Online Wissen @zeitonline_wis 4514 6397 8435
         
Summe   58260 93.191 121.883

Insgesamt schafften die Medien eine gute Verdopplung ihrer Followerzahlen gegenüber dem Vorjahr. Das Gros der Medien-Tweets bezieht sich auf aktuelle Meldungen ihrer eigenen Websiten mit entsprechenden Links.

Den größten Zuwachs verzeichnet Sterne und Weltraum mit einer Zuwachsrate von 2,9, die ihren Vorjahresstand somit fast verdreifacht haben (hier sieht man, dass Anfangen sich lohnt!), gefolgt von der Gehirn & Geist mit einer Zuwachsrate von 2,73.

 

Wissenschaftliche Social Media        
  Follower Stand 13.06.11 07.01.11 13.06.12
DFG Science TV @dfgsciencetv 710 965 1232
Hypotheses @de.hypotheses   238*
Scienceblogs.de @ScienceBlogs_de 2125 2744 3327
ScienceStage Berlin @sciencestage 1627 1723 1830
Scilogs @scilogs 777 1085 1408
         
Summe   5239 6517 7797

Ähnlich den klassischen Medien verweisen auch diese wissenschaftlichen Netzwerke hauptsächlich auf Artikel, Blogs, Podcasts oder Events aus den eigenen Reihen. Allerdings spielen die Köpfe hinter diesen Twitter-Accounts souveräner mit der Vernetzungskarte. Deshalb retweeten sie durchaus auch mal die Konkurrenz oder verweisen auf einiges außerhalb des eigenen Tellerrands.

Während die Scienceblogs mit gut 3300 weiterhin die Spitze bilden, haben die Scilogs prozentual am meisten dazugewonnen - sie haben 81 Prozent des Standes vom Vorjahr nochmals obendrauf gelegt.

 

Wissenschaftliche Organisationen/Stiftungen        
  Follower Stand 13.06.11 07.01.11 13.06.12
DAAD @DAAD_Bonn 4375 6122 7520
DIW @DIW_Berlin 343 645 932
DKFZ (1) @DKFZ 202 346 483
Einstein Stiftung Einstein_Berlin     40
Gerda Henkel Stiftung @PortalLISA     325
Haus d. Wissenschaft @hdw_bs 385 493 629
Humboldt Stiftung @AvHStiftung     466
Lindau Nobel Laureate Meetings @lindaunobel 1165 1632 1824
Stifterverband @stifterverband 1019 1324 1651
Wissenschaft im Dialog @wissimdialog 614 806 951
Wissenschaftsjahr @w_jahr 279 434 666

Auffallend viel twittert derzeit die Humboldt Stiftung - über Veranstaltungen, Forschungspreise, Gastaufenthalte oder einfach einmal eine Aussage des Bundespräsidenten - die natürlich einer Pressemitteilung des Hauses entstammt.

Der Stifterverband gibt sich da offener und verweist etwa auf Blogeinträge auf hypotheses.org und macht sich bei Hausmeldungen frei wie dieses Beispiel zeigt: "Ja, es gibt auch exzellente Lehrer in den Rechtswissenschaften, z.B. Julian Krüper" wird getwittetert mit dem Verweis auf die Pressemitteilung, deren Originaltitel dagegen dröge lautet 'Ars legendi-Fakultätenpreis Rechtswissenschaften'. Das ist twittergerecht aufbereitet.

Insgesamt ergibt sich für Organisationen und Stiftungen ein Zuwachs von 75 Prozent (bereinigt um die neu erfassten). Die Nase vorn hat hier der DIW mit einem Zuwachs von 172 Prozent gegenüber 2011. Am schwächsten steigerte sich WID mit nur 55 Prozent Plus gegenüber dem Vorjahr.

 

Forschungsgemeinschaften / Institute        
  Follower Stand 13.06.11 07.01.11 13.06.12
Deutsches Historisches Institut Paris @dhiparis     191
DLR @DLR_de 4634 6239 7435
ESA Deutschland @esa_de     6024
FIZ Karlsruhe @fiznews   132 168
Fraunhofer Presse @Fraunhofer 3977 4915 5786
Fraunhofer Umsicht @UMSICHT     372
Gesis Leinbniz Sozwiss @gesis_org 154 272 461
Helmholtz @helmholtz_de 723 1056 1334
Leibniz Gemeinschaft @LeibnizWGL 415 676 979
Max Planck Society @maxplanckpress 868 2227 3743
Max Planck-Innovation @MP_Innovation 1913 2149 2476
Technologiepark Adlershof (1) @Technologiepark 142 246 292

Twitter als wichtiger Kanal der öffentlichen Kommunikation wird von vielen deutschen wissenschaftlichen Organisationen und Instituten offenbar noch immer unterschätzt. Insgesamt weisen die Daten einen bereinigten Zuwachs von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.  Eine satte Belohnung für die sehr guten Aktivitäten gab es ein weiteres Mal für die Max-Planck-Gesellschaft mit einem Faktor 3,3 an Followern gegenüber dem Vorjahr. Sie twittern als Society natürlich auch immer wieder auf englisch. Das erweitert die potenzielle Gefolgschaft.

Parallel sind jedoch die Followerzahlen der Max-Planck-Innovation, die als Brückenglied zwischen MPG und Industrie angesiedelt ist, am wenigsten gewachsen. Nur 29 Prozent mehr als vor einem Jahr, obwohl ausschließlich englisch gezwitschert wird.

 

Universitäten/Fachhochschulen auf Twitter        
  Follower Stand 13.06.11 07.01.11 13.06.12
AStA FU Berlin @astafu   848 947
AStA Uni Hamburg @AStA_UHH   1036 1155
EBS Universität Wiesbaden @EBSuniversitaet   315 564
Fachhochschule Brandenburg @FH_Brandenburg     116
Fachhochschule Erfurt @FH_Erfurt     1087
Fachhochschule Lübeck @fhluebeck     148
Fachhochschule Nordhausen @FHNordhausen     81
Fachhochschule Schmalkalden @FH_Schmalkalden     380
Fachhochschule Stralsund @FH_Stralsund     537
Fachhochschule Westküste Heide @FH_Westkueste     30
Fernuniversität Hagen @fernunihagen     1912
Friedrich-Schiller-Universität Jena @FSU_Jena   1132 1419
Goethe-Universität Frankfurt @goetheuni   1632 2125
HAW Hamburg @HAW_Hamburg     711
Hochschule Anhalt @HSAnhalt     726
Hochschule Bremen @HS_Bremen     234
Hochschule Harz Wernigerode @HS_Harz     531
Hochschule Karlsruhe @HsKANews     1006
Hochschule Magdeburg-Stendal @hs_magdeburg     929
Hochschule Mittweida @hsmw     484
Hochschule Osnabrück @HochschuleOS     768
Hochschule Wismar @HSWismarPresse     189
Hochschule Zittau/Görlitz @HochschuleZiGr     186
Humboldt Universität Berlin @HumboldtUni 585 994 1407
Jacobs University Bremen @jacobs_bremen     645
KIT Karlsruhe @KITKarlsruhe 1136 1770 2516
Leibniz Uni Hannover @UniHannover     1345
Ludwig-Maximilians Universität München @LMU_Muenchen   1747 2389
Philipps-Universität Marburg @Uni_MR   292 522
Ruhr-Universität Bochum @ruhrunibochum   1425 1856
Theologische Hochschule Friedensau @thhfriedensau     187
TU Braunschweig @tuBraunschweig     985
TU Chemnitz @_TU_Chemnitz     771
TU Clausthal @tuc_tweet     51
TU Dresden @tudresden_de     1533
TU Ilmenau @TU_Ilmenau   1212 1486
TU München @TU_Muenchen 1966 2906 3640
Univeristät Münster @WWU_Muenster   3590 4216
Universität Bayreuth @Uni_Bayreuth   988 629
Universität Bayreuth @unibt   495 1202
Universität Bielefeld @uniaktuell   1129 1378
Universität Bonn @UniBonn   2610 3141
Universität Bremen @UniBremen     520
Universität Erfurt @uniEF   1158 1398
Universität Göttingen @uniGoettingen     1759
Universität Halle @UniHalle   1880 2233
Universität Hamburg @unihh 1924 2615 3364
Universität Kassel @presseunikassel   999 1306
Universität Köln @UniCologne 2594 3178 3779
Universität Konstanz @unikonstanz   438 705
Universität Leipzig @UniLeipzig   258 593
Universität Leipzig Presse @UniLeipzigPress     155
Universität Lübeck @UniLuebeck     66
Universität Magdeburg @OVGUpresse     652
Universität Mainz @uni_mainz   1366 1781
Universität Mainz @uni_mainz_event   370 528
Universität Osnabrück @UniOsnabrueck     366
Universität Rostock @unirostock   145 242
Universität Potsdam @unipotsdam    232
Universität Trier @TrierUni   93 263
Universität Tübingen @uni_tue   1147 1567
Universität Witten/Herdecke @uniwitten   716 846
Zeppelin Universität Friedrichshafen @uni_zeppelin   192 223

Auf meinen Zwischenstandsbericht vom Januar hin, gingen zahlreiche Hinweise auf weitere Hochschul- und Universitätsseiten ein, die ich bis dato noch nicht gelistet hatte. Deshalb ist diese Liste nun besonders in ihrem Umfang gewachsen. Einige dieser Universitäten oder Hochschulen haben tatsächlich erst vor kurzem zu twittern begonnen haben. Und manchen möchte man gleich die Hand reichen. So vertwittert die Universität Potsdam munter alle möglichen Vorlesungen, Vorträge, Kolloquien (21.06.2012 16:15 Uhr Vortrag "Erfahrungen und Überlegungen zur Internationalisierung der Lehrerbildung" // 20.06.2012 17:30 Antrittsvorlesung "Aus Naturkatastrophen lernen: Von der Schadenserfahrung zum vorsorgenden Handeln"). Das ist sehr langweilig, habt ihr denn kein Vorlesungsverzeichnis?

Dagegen liest sich dieser Retweet ganz anders: 'RT @Staufen_biel_de: #Uni-Diskussion über #WorkLifeBalance: "Wenn du Tolles erreichen willst, musst du reinhauen." ' Er stammt von der Universität Münster mit bereits 4216 Followern. Damit sind zwei Dinge getan: 1. Retweets bauen Beziehungen auf. 2. Es gibt den Mut, auch einmal anderes zu zwitschern.

Insgesamt ergab sich gegenüber den im Vorjahr erfassten Universitäten ein Plus von 79 Prozent. Allen voran die Humboldt Universität mit 140 Prozent Zuwachs. Die Universität Köln dagegen konnte sich nur mehr um 46 Prozent steigern, zählt aber insgesamt weit mehr Follower. Dies lässt die Frage aufkommen, wann bei Universitäten womöglich kaum mehr weiterer Zuwachs zu erwarten ist?

Bei den erst im Januar erfassten Universitäten sticht die Universität Trier heraus. Sie hat klein angefangen und 182 Prozent zugelegt.

 

Vergleich international zentraler Seiten        
  Follower Stand 13.06.11 07.01.11 13.06.2012
Ars Technica @arstechnica 196.780 284.045 359.924
Cell (1) @CellPressNews 4130 6176 8153
CERN @CERN 312.742 431.916 548.242
Eurekalert AAAS (1) @EurekalertAAAS 3511 5057 7679
Faculty of 1000 @F1000 3829 5319 6903
GuardianScienceBlogs @guardiansciblog 3393 4884 6887
NASA Astronauts @NASA_Astronauts 107.277 123.024 137.282
National Academies @NASciences 4180 5712 7088
Nature Network @NatNetNews 1729 2498 3000
Nature News&Comment @NatureNews 186.472 292.766 365.606
Natureblogs @NatureBlogs 1681 3029 4769
New Scientist @newscientist 306.763 447.582 570.049
Nobelprize.org @Nobelprize_org 12.530 20.816 23.271
PLoS @PLoS 8691 12.841 17.216
ResearchBlogging.org @ResearchBlogs 3305 4657 5776
Science Magazine @sciencemagazine 19.655 33.695 56.145
Scienceblogging.org @scienceblogging 1311 1850 2291
Scientific American @sciam 197.967 292.079 373.857
Scitable by Nature Education @Scitable 1898 2146 3134
Wiley Life Science Blog @WiSciBlog 20.359 19.797 19.671

Trotz der bereits sehr großen Anhängerschaften, ist international weiterhin Wachstum angesagt. Im vergangenen Jahr um 81 Prozent! Besonders stark gewachsen ist das Science Magazine von gut 19.500 auf gut 56.100 Follower. Ein Zuwachs von 185 Prozent. Also auch nach oben ist noch viel Luft! Und selbst Größen wie der Scientific American legten nochmals 89 Prozent zu.

Die beiden Spitzenreiter in absoluten Zahlen, das CERN und der New Scientist legten in Prozentzahlen mit 75 bzw. 85 Prozent deutlich weniger zu als der Rest. Aber in absoluten Zahlen sind das natürlich horrende Zuwächse. Der New Scientist hat derzeit übrigens die Nase vorn. Man darf gespannt sein, ob auch der deutschsprachige im Spiegel Verlag ab Jahresende erscheinende New Scientist so aktiv in der Social Media Welt sein wird. Ein Blog gibt es immerhin schon, das jedoch bis auf den ersten (Pflicht?-)Beitrag noch weiter nichts enthält.

 


 

Auch diese Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hinweise auf weitere Seiten nehme ich gerne entgegen. So suche ich beispielsweise immer noch nach dem zentralen Account der FU Berlin.

Ich habe außerdem auf meinem Account entsprechende Listen angelegt, denen jeder leicht folgen kann:

Dt. Hochschulen

Dt. Forschungsgesellschaften

Dt. Forschungszentren

Dt. Universitäten

Dt. Wissenschaftsmedien

Dt. wiss. Institutionen

Dt. wiss. Social Media

Dt. wiss. Stiftungen

 

*nachträglich eingefügt am 21.6.

 


 

Ergänzungen nach Hinweisen

21.6. Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung @WZB 398 Follower

21.6. Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz @DFKI 993 Follower

21.6. Dresden forscht @dresden_forscht 1016 Follower

22.6. Planet Wissen @planetwissen 928 Follower

 


12 Kommentare zu “Deutsche Wissenschaft auf Twitter III”

  1. Joachim Antworten | Permalink

    Ob das gut ist?

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob es gut und notwendig ist, dass alle PR-Abteilungen ihre Pressemitteilungen zusätzlich auf Twitter promoten. Wenn die gut sind, verbreiten sie sich auch so.

    Ich nutze Twitter für den persönlichen Austausch unter Menschen. Accounts, die nur Links auf ihre Pressemitteilungen posten, folge ich nicht.

    Natürlich stören all diese Angebote auch nicht. Wer die Werbung möchte, kann sie abonnieren, ist tu es nicht. Aber die eigentliche Stärke Twitters ist es, persönliche Empfehlungen auszutauschen und mit den Autor_innen persönlich in Kontakt zu treten. Bei den hier aufgelisteten Institutionen steht hinter den Accounts aber nicht der Autor, die Autorin sondern eine anonyme PR-Abteilung, die von den Inhalten oft keine Ahnung hat.

  2. Blugger Antworten | Permalink

    PR-Mitteilungen vertwittern

    @Joachim - Das ist genau der Punkt. Twitter einfach nur als einen weiteren One-Way Kommunikationskanal zu nutzen, ist die am wenigsten zielführende Methode. Da hat man Social Media noch nicht wirklich verstanden. Dialog und Interaktion sind gefragt.

  3. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    Twitter

    ... kann als eine Art Lautsprecher [1] verstanden werden, so wie im seinerzeitigen bundesdeutschen Fernsehen (vor 1984, das Staatsfernsehen ist gemeint) eher am Rande wissenschaftsnahe Meldungen erfolgten oder wie das im Ostblock geschah (dort hat man wirklich Lautsprecher in Dörfern und Städten aufgestellt, die werden teilweise heute noch genutzt).

    Das Medium Twitter, gerade auch wegen seiner Kurzangebundenheit muss hier nicht ungünstig wirken, auch wenn dieser Einwand: 'Bei den hier aufgelisteten Institutionen steht hinter den Accounts aber nicht der Autor, die Autorin sondern eine anonyme PR-Abteilung, die von den Inhalten oft keine Ahnung hat.' zutrifft.

    Das Web ist schon eher für den Austausch da, weniger für die Verlautbarung.

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1] zu beachten auch die max. Nachrichtenlänge von 140 Zeichen, Humorvolle wittern einen noch größeren Erfolg bei 80 und weniger Zeichen

  4. A. Gerber, innokomm Antworten | Permalink

    Rankings bitte mit Vorsicht "genießen"

    Leider verzerren rein quantitative Rankings (und zwar sogar diejenigen, die noch komplexere Algorithmen anwenden wie etwa die WissensWerkstatt oder auch die automatisierten Rankings bei Pluralog) die tatsächliche Sachlage meist so stark, dass wir sowohl in unseren Beratungen und Schulungen als auch im Masterstudiengang explizit davon abraten, auf Basis solcher Rankings irgendwelche Entscheidungen zu treffen.
    Sogar weitaus ausgefeiltere Metriken für die [sic] „Reichweite“ sozialer Medien in der Wissenschaft sind im Ausland bereits mit Pauken und Trompeten gescheitert, wie etwa der „PeerIndex“.
    Einerseits sind natürlich alle Versuche, die Kommunikationswirkung in den neuen Medien messbar zu machen, allein schon deshalb zu begrüßen, um mehr Transparenz und Problembewusstsein hinsichtlich des Medienwaldels in die Academia zu tragen. Allerdings sehen wir die Herausforderung definitiv nicht in der Vollständigkeit der Auflistung, sondern in der Methodik der Erfassung und Interpretation der Daten. Echte Kommunikationsaudits, die halbwegs eine Standortbestimmung im Wettbewerb erlauben, lassen sich in diesem Fall weder berechnen noch automatisieren, sondern dauern pro Hochschule meist mehrere Tage oder sogar Wochen.
    Es stellt sich sogar die Frage, ob solche Rankings nicht eher ein Zerrbild widergeben, das mehr Verwirrung als Orientierung stiftet. Im Falle von Pluralog bezeichnen es böse Zungen sogar als Desinformation, in ein und derselben Kategorie undifferenziert die Kommunikation großer Universitäten mit der kleiner Hochschulen, Berufsakademien oder außeruniversitären Einrichtungen zu vergleichen, noch dazu über alle Disziplinen und Regionen hinweg.
    Allein schon aus ganz nüchterner, empirischer Sicht stellen viele der gerne kommunizierten Zahlen genau das Gegenteil der tatsächlichen Sachlage dar. Zum Beispiel die Behauptung, dass „46,5 % aller deutschen Hochschulen Twitter [sic] nutzen“, wie dies kürzlich von der FH Aalen verbreitet wurde. Wenn überhaupt, könnte man sagen, dass knapp die Hälfte sich irgendwann einmal einen mehr oder minder offiziellen Testaccount angelegt hat. Ob und falls ja was darüber mit welcher Professionalität vermittelt wurde bzw. wird, ist aber doch die eigentlich entscheidende Frage. Alle Daten, die uns aus der Onlineforschung vorliegen, zeigen vielmehr übereinstimmend, dass Microblogging das mit weitem Abstand am meisten abgelehnte Medium der Wissenschaftskommunikation ist. Unsere eigenen Studien zum Beispiel ergeben eine bemerkenswerte Ablehnungsquote von 80,5 %. Etliche Tiefeninterviews mit Institutsleitern, Pressesprechern, Professoren und Kolleg(innen) aus Wissenschaftsmanagement und Mittelbau bestätigten dies uneingeschränkt.
    Ähnlich bei Facebook: Von den rund 300 auf besagter Plattform irgendwie in Erscheinung tretenden Institutionen hat noch nicht einmal jede zehnte eine Facebook-typische Aktivität entwickelt.
    Ergo: Nett anzuschauen, ok, aber bitte nicht ernst nehmen diese Rankings.

  5. Blugger Antworten | Permalink

    Dies ist kein Ranking

    Hallo Alex, hier liegt offenbar ein Missverständnis vor. Ich habe explizit kein Ranking gemacht, um genau solche Verzerrungen zu vermeiden. Deshalb sind die einzelnen Rubriken in sich auch alphabetisch und somit weder quantitativ im aktuellen Stand noch quantitativ im Zuwachs gelistet. Ich habe sogar extra die Zuwachsraten der einzelnen Accounts nicht gesamt gelistet, um so etwas zu vermeiden.

    Einzelne der Twitter-Accounts fallen jedoch tatsächlich entweder durch ihre besonders gute oder manchmal auch weniger gute Aktivität auf – und dies schlägt sich durchaus in Zahlen nieder. Einzelne dieser habe ich deshalb im Text herausgepickt und Leserfreundlich in den Tabellen markiert. Du kannst meine Listen als kostenlosen Service betrachten.
    Leider ist es wohl wirklich so, dass gegenüber Blogging wie Microblogging in Deutschland immer noch Skepsis und Ablehnung herrschen. Dies ist aber natürlich kein Argument dagegen.

    Nur nochmals betont: Dies hier ist KEIN Ranking! Und das sieht man auch;-)

  6. A. Gerber, innokomm Antworten | Permalink

    No Ranking indeed

    No sweat, Beatrice, mein Kommentar bezog sich eher allgemein auf den vermeintlichen Nutzen solcher Listen, und die konkrete Kritik an den Rankings zielt in der Tat mehr auf die oben erwähnten Listen von Pluragraph u.a.m. -- im Grunde genommen kenne ich keine einzige Metrik, die quantitativ eine zufriedenstellende Antwort auf die Frage der Messbarkeit der Kommunikationswirkung gibt, noch dazu im wissenschaftlichen Umfeld. Beim gerade genannten Ranking (dessen Link ich besser hier nicht poste, sonst bin ich's am Ende gar gewesen, der dafür geworben hat) steht die TU München auf Platz 2 und die FU Berlin auf Platz 279 -- was soll das nun einem Berliner Sozialwissenschaftler sagen, dessen Fachrichtung in München noch nicht einmal existiert. ;-) Alles total Banane...

  7. Blugger Antworten | Permalink

    Bananen-rankings

    Hey, ich werde 'sweat Beatrice' genannt. Dafür habe ich aber auch eine Menge getan;-)) Nun denn herrscht fürderhin Einigkeit. Wir alle wissen doch, wie sehr erst der Blick ins Detail - und sicher auch unsere professionelle Verfolgung der Szene über Jahre - zwar nicht messbare, aber doch sehr verlässliche Aussagen zulässt. So und jetzt gibt's was Süßes (nur für mich!).

  8. swath Antworten | Permalink

    'sweat Beatrice'

    Es ist sicher ein langer, harter Weg, bis frau es sich verdient hat, 'Schweiß-Beatrice' genannt werden.

  9. tk Antworten | Permalink

    @swath

    Seien wir froh, dass die Kollegen vom VDS hier nicht mitlesen.

  10. Dr. Webbaer Antworten | Permalink

    zum Wesen von Aggregationen und Rankings

    Wer sowas schreibt - 'Die beiden Spitzenreiter in absoluten Zahlen, das CERN und der New Scientist legten in Prozentzahlen mit 75 bzw. 85 Prozent deutlich weniger zu als der Rest. Aber in absoluten Zahlen sind das natürlich horrende Zuwächse.' - bezieht sich natürlich weniger auf die alphabetische oder Institutionen zugeordnete Darstellung tabellarischer Daten als auf die Quantifizierung.

    Aggregationen sind immer tabellarisch darstellbar und die Sortierung bestimmt letztlich deren Wesen. Sollte an Hand einer Dimension sortiert werden, in der Regel absteigend, spricht man von einem Ranking.

    Rankings müssen - abweichend von der üblichen Sicht - nicht Wertungen transportieren, sondern transportieren "nur" Mengenangaben - bezogen auf eine meist numerische Dimension.

    Das aber nur ganz nebenbei,
    MFG
    Dr. Webbaer (der das Wesen des Twitter-Dienstes weiter oben versucht hat zu erfassen/zu erläutern)

  11. Blugger Antworten | Permalink

    Zuwächse

    Natürlich greife ich einzelne Punkte heraus und erläutere diese. Es wäre auch dumm zu sagen, dass mich Zahlen nicht interessierten, wenn ich ein Posting voller Zahlen mache, weil sie mich interessieren. Wie gesagt, bringt immer erst der Blick in die jeweiligen Accounts mehr Wissenswertes an den Tag.

  12. Henning Krause Antworten | Permalink

    letzte Ziffern abgeschnitten

    Hallo Beatrice, vielen Dank für die Mühe! In der Tabelle der Hochschulen scheint mir in der Spalte der aktuellen Werte die jeweils letzte Ziffer abgeschnitten zu sein. Das nur als kurzer Hinweis. Viele Grüße, Henning

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