Hochwasser in Grimma

2. Juni 2013 von Annelie Wendeberg in Allgemein

UPDATE 10.06.201 11:55 Uhr siehe unten

Spendenkonto der Stadt Grimma

02.06.2013 20:10 Uhr Es grummelt im Bauch, wenn der Katastrophenalarm ausgerufen wird. Die Nachbarschaft geht unter und es sieht verdächtig nach 2002 aus.

Grimma heute Mittag

Grimma, 02.06.2013, 11:00 Uhr

Die Pegelstände werden nicht mehr gemeldet, der Server des Umweltamtes Sachsen ist um 18:00 ausgestiegen, kurz nach Erreichen der Hochwasserstufe 4 am Pegel Golzern bei Grimma.

Der Wasserstand stieg zu diesem Zeitpunkt 10 Zentimeter pro Stunde. Die Pöppelmannbrücke, völlig zerstört durch die Jahrhundertflut 2002 und frisch eröffnet letzten Sommer, wurde heute am späten Nachmittag gesperrt. Die Grimmaer Innenstadt ist bereits evakuiert worden (2000 Leute, letzte Meldung ca. 18:00).

Nachbardorf

Im Nachbardorf Höfgen/Kaditzsch. 02.06.2013, 17:00 Uhr

Mir ist verdächtig nach einem Artikel zum Thema Klimawandel zumute. Viel besser aber: Stefan Rahmstorf Hochwasser & Klima

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Das Fährhaus bei Höfgen/Kaditzsch. Kaum zu sehen. Dabei war es sonst immer auf DIESER Seite der Mulde. 02.06.2013, 17:00 Uhr

20:43 Uhr Pegelstände werden wieder gemeldet (hier). Hilfe kann man hier anbieten oder direkt bei der Stadt Grimma.

21:50 Uhr Die Stadt Grimma hat eine Fluthilfe Seite eingerichtet (hier). Der Pegel bei Grimma steigt seit 18:00 Uhr um 12cm pro Stunde, das Wasser steht bereits in der Innenstadt.

03.06.2013 07:45 Der Pegel stieg über Nacht um über einem Meter und steigt weiter. Die zuführende Zwickauer Mulde beginnt endlich zu sinken. Die zuführende Freiberger Mulde steigt weiter.

03.06.2013 10:38 Die Pöppelmannbrücke in Grimma heute um 10:00 Uhr - Video. Pegel stagniert bei knapp acht Metern. Neueste Infos bei Up-to-date-in-Grimma

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Grimma, Pöppelmannbrücke am 03.06.2013 um 10:00 Uhr

UPDATE 03.06.2013 13:22 Beim Blick auf die Mulde zwischen Grimma und Golzern wird uns schlecht. Das Wasser steht in den Häusern, die Fenster im Erdgeschoss sind nur zur Hälfte zu sehen (Video). Die enorme Kraft des Wassers, die Lautstärke allein, ist gruselig.

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Häuser unter Wasser zwischen Grimma und Golzern

 

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Die Strasse nach Nerchau, kurz vor der Papiermühle Golzern

UPDATE 03.06.2013 13:58 Uhr. Es ist zum heulen. Die Flut soll schlimmer als im Sommer 2002 werden. Interview mit Matthias Berger, OBM Grimma

UPDATE 03.06.2013 15:09 Uhr. Die große Welle kommt. Mehr als zwei Meter soll die Mulde noch steigen. Warum Grimma die Jahrtausendflut abkriegt, sagt OBM Matthias Berger: "Die Mulde entwässert im Prinzip einen großen Teil Sachsens. Wenn es Flächenabregnungen gibt, kriegen wir das hier kombiniert ab. Das ist diesmal passiert oder wird noch passieren, denn der Höchstpegel kommt erst noch heute Nacht. Es ist eine Katastrophe. Der Hochwasserschutz, die Anlage vom Freistaat Sachsen, ist im Bau. Sie ist aber nicht fertig. Deswegen hat es jetzt hier den Volltreffer gegeben."

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Grimma zum Mittag. Foto kairospress

UPDATE 03.06.2013 18:05 Uhr Es wird ruhiger. Der Pegel sank seit 10 Uhr um mehr als 20cm, das Muldewasser strömt aus den Kellerfenstern heraus, der Regen hat aufgehört. Was uns mit Stolz und Freude füllt ist der Zusammenhalt der Menschen. FaceBook Groups sprießen aus dem Boden, hunderte Leute bieten Hilfe an, organisieren Hilfe, rufen auf, teilen miteinander oder schreiben "Daumen hoch!", "Ihr seid tollt!" oder "Wir denken an Euch!" an die Einsatzkräfte in Grimma. Ich hätte nie gedacht, dass mir FaceBook jemals eine Gänsehaut machen würde.

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Grimma, Pöppelmannbrücke heute um 17:00 Uhr (Foto: Magnus Wendeberg)

GANZ FRISCH im Spektrum der Wissenschaft: Flutkatastrophe: Kein hausgemachtes Hochwasser

 

UPDATE 04.06.2013 09:38 Uhr Gestern Abend kam ein Hilferuf der Freiwillige Helfer gesucht - Hochwasser in Sachsen. Sachspenden werden dringend im Evakuierungszentrum im Seume Gymnasium benötigt. Innerhalb kürzester Zeit, haben wir Leute und Spenden aus unserem Dorf organisiert und sind mit Bus und Van zum DRK Grimma gefahren (Jawoll, es war geil durch die Polizeisperren durchgewinkt zu werden!). Todmüde Einsatzkräfte freuen sich wie Bolle, als wir auf's Gelände laufen, bis zu den Zähnen bepackt mit Kleidung, Spielzeug und Hygieneartikeln. Die Herzlichkeit der Leute, die trotz der Erschöpfung noch eine Nacht auf den Beinen bleiben und versuchen zu helfen wo's geht, beschert mir einen dicken Kloss im Hals. Wir fahren ohne nasse Familien wieder nach Hause, die Ausgeschwemmten haben es sich in der Sporthalle gerade gemütlich gemacht. Es ist fast zehn Uhr Abends und keiner will mehr umziehen. Morgen früh vielleicht, sagt uns der Mann vom DRK.

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Fahrt in den Sonnenuntergang. Zum Glück wurde die A14 Brücke nicht gesperrt und Grimma war mit großem Umweg erreichbar.

Sachspenden können beim Pförtner des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung, Permoserstr 15 in Leipzig abgegeben werden. Ich fahre die Sachen täglich nach Grimma. Dankeschön! (Die Spendenstation wird Freitag geschlossen)

Zur Zeit werden gebraucht: Hochdruckreiniger, Schneeschippen, Schaufeln, Gummistiefel, Reinigungshandschuhe, Reinigungsmittel, Schrubber, Bürsten, Lappen.

UPDATE 04.06.2013 19:30 Schlamm und Zerstörung bleiben wenn die Mulde sich allmählich zurück zieht. Wir laufen nach Dorna und halten beim Erstbesten an. Eine Bauernfamilie extrahiert durchweichte Möbel aus dem Erdgeschoss. Ob sie Hilfe brauchen, fragen wir. Kurzes Zögern. „Ist aber dreckig.“ sagt der Bauer, der unter der Schlammschicht eine Hose und ein Hemd erkennen lässt. „Jawoll!“ sagen wir und los geht’s.

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Unsere Füße. Das muss reichen, denn Fotos von überschwemmten Schlafzimmern veröffentliche ich nicht.

Die Kinder spielen mit den Hunden, die Erwachsenen werfen Sofas aus dem Fenster. Die Dinger sind sauschwer und beim raushieven biegt sich der Fensterrahmen. Ich bin erstaunt, wieviel Schlamm aus einem Dreisitzer raus laufen kann und beobachte das scharze Rinnsal, wie es Richtung Mulde krabbelt. Die lauert immernoch im Garten hinterm Haus.

Die Leute haben das zweite Mal in elf Jahren einen großen Teil ihres Besitzes verloren. Trotzdem meckert keiner. Nicht mal übers Wetter.

Seit Beginn des Hochwassers hab ich meine Ohren ganz weit aufgestellt und bin gespannt, wann in Grimma und Umgebung das Wort Klimawandel fallen wird. Wird das überhaupt ein Thema werden? Ist den Menschen bewusst, dass Starkregen in Deutschland bald Normalität sein wird?

UPDATE 05.06.2013 08:52   "In den letzten 48 Stunden habe ich Dinge gesehen, die mir so noch nie zuvor begegnet sind..."  Viele Tropfen machen einen Fluss

UPDATE 06.06.2013 16:35 Uhr: "Der Fußboden ist bedeckt mit Schlamm, Scherben, und all den kleinen Dingen, die sich in den Jahren so ansammeln. Das Privatleben von Fremden. Wir stochern drin rum, schaufeln es in Schubkarren und kippen es draußen auf den Hof. Die Leute sind praktisch nackig..." Aufräumen nach dem Hochwasser

UPDATE 10.06.2013 Das Hochwasser geht, die Katastrophe bleibt


21 Kommentare zu “Hochwasser in Grimma”

  1. Barbara Berndt Antworten | Permalink

    Hochwasser

    Ich bin entsetzt, was die Grimmaer wieder durchmachen müssen.Habe selbst in Grimma gewohnt und wie schön wurde die Stadt nach der Flut 2002 wieder aufgebaut und restauriert..Ich bin in Gedanken bei Ihnen und den vielen anderen Hochwasser Opfern..
    Hoffendlich ist die Flut bald vorbei....
    Danke für die Informationen...

  2. Cori Antworten | Permalink

    oh man ist das übel.. :/ da waren mir doch die paar hochwässer, die ich miterlebt hab, wo die fähre noch im trockenen stand, lieber.. (das fährhaus ist übrigens in höfgen und nicht in kaditzsch. nur so am rande..)
    in gedanken bei grimma + umland!

  3. Alexander Antworten | Permalink

    Hochwasser in Grimma

    Ein Freund von mir ist bereits 2002 mit seinem Haus fast direkt an der Mulde abgesoffen. Am Samstag sagte er mir, die Mulde stehe ca. 2 cm unterhalb des Überlaufrandes.

    Ich traue mich nicht, ihn anzurufen....:(

    Wie ist die Situation für Anwohner der Mulde, die in 2002 bereits schlimm betroffen waren vom Hochwasser ?

  4. DH Antworten | Permalink

    Schocktherapie

    Ist wohl leider so , daß nur extreme Ereignisse die Veränderungsbereitschaft einer ausreichenden Anzahl von Leuten befördern.
    Bis dahin dürfte weiter business as usual betrieben werden.

    Natürlich ziemlich ungerecht , wie ungleich die Folgen verteilt sind.

  5. Picard Antworten | Permalink

    Kaditzsch

    Die oberen Bilder zeigen nicht das
    Dorf Kaditzsch sondern Höfgen.
    Kaditzsch liegt auf dem Berg dahinter.
    Da müsste die Mulde schon einen
    Pegelstand von 50 Metern besitzen
    um dort hin zu gelangen^^

  6. Mona Antworten | Permalink

    Hochwasser an Donau, Inn und Ilz

    Passau ist ebenfalls überschwemmt. Der Pegel der Donau, der normalerweise bei 4,5 Metern liegt, hat gestern die Marke von 12,89 erreicht. Damit wurde die historische Hochwassermarke von 1954 überspült, die bei 12,20 lag. Ein ähnliches Hochwasser gab es zuletzt im Jahre 1501.

    http://real-planet.eu/PAFischmarkt1.jpg

    Die Altstadt ist komplett überflutet und die einzelnen Stadtteile sind nicht mehr zu erreichen. In einigen Teilen der Stadt fiel der Strom aus oder musste aus Sicherheitsgründen abgestellt werden, weil die Verteilerkästen überflutet sind. Internet und Telefon sind gebietsweise zusammengebrochen. Viele Einwohner mussten evakuiert werden, darunter auch die 60 Insassen des Gefängnisses. Zudem sind die Pumpen im Wasserwerk ausgefallen und die Stadtwerke drehten in einzelnen Stadtteilen das Wasser ab, weil sie eine Verunreinigung der Trinkwasserbrunnen befürchten. Die Bevölkerung muss nun mit Tankwagen versorgt werden. Zum Helfen und Aufräumen wurde die Bundeswehr angefordert. Das Hochwasser führt jede Menge Schlamm mit sich, fließt es ab und der Schlamm wird nicht sofort beseitigt, dann wird er hart wie Beton und lässt sich kaum mehr entfernen. Zudem wird man jede Menge unbrauchbar gewordene Wohnungseinrichtungen entsorgen müssen. Viele Passauer haben ihre gesamte Existenz verloren. Die Hilfsbereitschaft ist jedoch groß und es gibt viele Freiwillige, die stundenlang mit nassen Füßen schuften, weil sie keine Gummistiefel besitzen. Trotzdem macht sich langsam Verzweiflung breit, auch wenn alle hoffen, dass man den Kahn wieder flott bekommt.

    Der Dichter Reiner Kunze hat mal ein Gedicht über Passau verfasst, das ich auswendig kenne:

    Passau sticht in See

    Der Dom ein Kreuzmastsegel,
    an dem, matrosengleich,
    Steinmetze klettern
    Der Schlot des Peschlbräus
    zeigt Rauch, die Kessel stehen
    unter Dampf
    In dreier Flüsse zielt der Bug,
    ein Schiff das Seenot kennt

    Hier ist das "Schiff" zu sehen. Momentan ist es allerdings nicht mehr seetüchtig:

    http://www.spiegel.de/fotostrecke/hochwasser-in-deutschland-fotostrecke-97505.html

    Nachtrag: Seit heute Nacht ist der Pegel um etwa einen halben Meter gesunken. Man hofft, dass das Wasser bis zum Nachmittag auf 10 Meter absinkt. Es wird allerdings noch einige Zeit dauern bis wieder Normalität einkehrt und die Bewohner zurück in ihre nassen Wohnungen können.

  7. Martin Huhn Antworten | Permalink

    Sachspenden

    Sachspenden können beim Pförtner des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung, Permoserstr 15 in Leipzig abgegeben werden.

    Was brauchen die denn da so?

  8. Der Auen-Freund Antworten | Permalink

    Alle Jahre wieder

    "Ich bin in Gedanken bei Ihnen und den vielen anderen Hochwasser Opfern..
    Hoffendlich ist die Flut bald vorbei..."

    Ich auch. Ich freue mich drauf, das die Flut bald ,FÜR DIESES JAHR, vorbei ist.

    Dann kann endlich wieder alles schön aufgebaut und restauriert werden.

    Wir müssen uns nur beeilen damit alles fertig wird, wenn nächstes Jahr die nächste Flut kommt. Sonst verlieren diese Katastrophen an Dramatik.

  9. Annelie Antworten | Permalink

    Was die brauchen

    Hallo Martin,
    Zur Zeit sind Schaufeln, Gummistiefel und Schrubber heiss begehrt.

  10. Stefan Antworten | Permalink

    Orga läuft

    Ich habe viele Freunde in Mittelsachsen, und Halle. Die sind gerade nur dabei, zu rödeln, um die Arbeit zu schaffen. Der Zusammenhalt in Facebook ist wirklich interessant zu beobachten. Hier wird dieses Mal sehr viel online organisiert und die Hilfskräfte werden über Soziale Medien in die Richtung geleitet, wo sie gerade am dringendsten gebraucht werden. Negativ fällt jedoch auf, dass es wieder die sogenannten Hochwassertouristen gibt, die gekommen sind, um Fotos zu machen und sich das alles mal anzuschauen.

  11. Mustafa Antworten | Permalink

    Ich hatte hier in Deutschland noch nie so starken Regen gesehen wie in den letzten Tagen.

  12. Michael Antworten | Permalink

    Mitfühlend...

    "Man geht davon aus, dass das Hochwasser 2013 die Auswirkungen von 2002 noch überbieten könnte. Der Schaden wird sich auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen." Quelle: http://www.meinungsbildung.com/...fen-aktuell/8075

    Ich wünsche allen Menschen in Grimma und in den anderen betroffenen Regionen alles Gute! Hoffentlich kommt die versprochene Hilfe der Regierung bald bei den Menschen an...

  13. Andreas Antworten | Permalink

    Man muß sich aber auch wundern, warum man aufgrund der Erfahrungen vor 11 Jahtren nicht besser vorbereitet ist und noch immer nicht annähernd mit solchen Extremsituationen klar kommt. Dan nutzt es wenig, wenn man den "Klimawandel" und somit den Rest der Welt anklagt, aber selbst den Stock nicht aus dem Arsch bekommt.
    Stichwort: Marschland, unverminderte Trockenlegung von Moor-und Feuchtflächen, mangelnde und mangelhafte Hochwasserschutzplanung, ... usw.

    Das ist nun Erfahrung ganz nach behavioristischen Reiz-/Reaktionsschema: Wer nicht hören will, wird fühlen müssen.

    Andererseits erklären viele Spezialisten, dass solchen Extremereignissen mit nichts beizukommen sei. Und ich befürchte, dass das auch nicht mit irgendwelchen erfolgreichen klimaschutzmaßnahmen gelingen wird.

    Egal, jetzt wird die erneute Extremsituation wieder Milliarden kosten verursachen und mutmaßlich wieder keinerlei Reaktion im Sinne von Lerneffekt erzeugen, weil das Wasser wieder abfliesst und die Idylle wohl doch zu schnell wieder hergestellt ist (oder wenigstens als solche empfunden wird).

    Mit den Milliarden, die es nun erneut kosten wird, hätte man was alles machen können?
    Stattdessen hat man vielleicht ein paar hundert Millionen in Alibi-Projekte reingesteckt, die nun natürlich kaum Wirkung zeigen. Prestige und Alibi standen Pate bei der Lösung eines unvermeidbaren Problems. Aber das gejammer um Klimaerwärmung ist natürlich der leichtere, weil unkritisierbarere Übersprung.

  14. Der Auen-Freund Antworten | Permalink

    Die Zukunft

    Hallo,
    neben den ganzen Solidaritäts-Mails und Geschimpfe über das Wetter hier mal ein Beitrag aus einer anderen Sichtweise:

    Alle sollten sich bewusst machen, dass das nicht das letzte Mal sein wird. Jahrhunderthochwasser können sie als Begriff streichen.
    Es wird bald Jahre geben, wo sich die Menschen wundern, das mal nicht ihre Stadt (die zufälliger Weise bis zum letzten Meter an einem künstlich begradigtem Fluss gebaut wurde) überflutet wird.
    Viele wussten oder ahnten es, dass sowas öfter passieren wird. Was wurde gemacht? Nur aufgeräumt und renoviert.
    Nach dem Motto: "Erst vor wenigen Jahren hatten wir DAS Jahrhundert-Hochwasser, wir haben es hinter uns, mit dem Nächsten müssen sich erst unsere Enkel rumschlagen."
    Müssen die Flutopfer noch die Meinung von Wissenschaftler hören, um zu wissen dass sie in Gegenden wohnen wo diese Katastrophen mindestens jährlich auftreten können?
    Spendet für Umsiedelung, Rückbau der kanalisierten Flüsse und Renaturierung der Flussauen; nicht für einen Eimer Farbe und neue Tapeten.

    Mir tun die Menschen auch leid, aber es sieht so aus; sie können alle Jahre wieder Kummer haben oder mal was wirklich gegen ihre Katastrophenanfälligkeit tun.
    Oder würden sie sich ein Grundstück im Nordseewatt bei Ebbe kaufen?
    ….
    Vor dem Hintergrund, dass alles was die Menschen jetzt tun (Klimaschutz.....), auf lange Zeit nichts gegen die wachsende Häufigkeit von Hochwassern ändern wird ist es das einzig sinnvolle (Teile von, oder ganz) Dörfer und kleine bis Mittlere Städte woanders (weit ab von Flüssen, auf Anhöhen) neu aufzubauen, die Menschen umzusiedeln und der Natur weitere Flächen zurück zu geben damit sich das Wasser wieder natürlicherweise weiter in Auen und anderen Gebieten ausbreiten kann. Großstädte und Kulturgüter (alte Denkmalgeschütze Gebäude müssen durch große, oft leider unansehliche, Flutabwehranlagen geschütze werden. Nur das ist eine realistische Option um in den weiteren 200 Jahren die nächsten 20-100 Fluten zu verhindern bzw. zu überstehen.
    Alles andere ist rausgeschmissenes Geld und unnötig verbrauchte Ressourcen.
    Denk mal drüber nach.

  15. Iris M. aus W. Antworten | Permalink

    zum Kommentar "Der Auen-Freund"

    also dieser Kommentar mit dem "Kauf eines Grundstückes am Nordseewatt bei Ebbe" hättest Du Dir sparen können. Die Menschen wohnen dort schon ewig (sicher haben auch einige neu gebaut).
    Und solche Kommentare, wie "das wird jetzt sicher jährlich passieren", helfen den betroffenen Menschen auch nicht weiter.

    Jetzt noch einige Bemerkungen zu den Überschwemmungen in (wieder einmal) Grimma: ich habe im Fernsehen gehört, dass dort eine Flutmauer gebaut werden sollte, aber durch Einwände der Umweltschützer das Vorhaben verschoben bzw. verzögert wurde. Wohnen diese Menschen in solchen gefährdeten Gebieten? Sicher nicht.
    Ich drücke die Daumen, dass alles (sicher für dieses Jahr) vorbei ist.

  16. Andreas Antworten | Permalink

    Zum Thema verzögerter Ausbau von Hochwasserschutzanlagen ist mir aufgefallen, dass diese schon "immer" Jahrzehnte Vorlaufzeit benötigten. Über ganze Jahrhunderte hinweg gab es keinen Ausbau, der noch im selben Jahrzehnt vollendet wurde (geschweige denn manchesmal begann).

    Das wundert nur, dann, wenn man meinte, technische Möglichkeiten würden das beschleunigen. Aber inzwischen findet auch ein Umdenken in der Strategie statt, weshalb es erneut Gelegenheit zur Verzögerung gibt.

    Umwelt- und Naturschutz mögen wichtig sein. Um sich jene Schützer vom Hals zu halten, wäre aber eine Umsiedlung nötig - und auch am neuen Ort ist Gelegenheit Umwelt und Natur zu schützen.

    Auf jeden Fall aber ist eine Neubesiedlung in Flutzonen irgendwie völlig absurd. Da gab es aktuell einen kurzen TV-Beitrag, in dem sich eine Anwohnerin dazu äußerte, das sie in der Flutzone jüngst erst eine neue Siedlung gründeten. Das sah nach einem sogenannten "neurotypischen" Verdrängungsverhalten aus, indem die Person ihren Schaden kleinredete und verharmloste (ach, ein bischen saubermachen und gut)...

    Wie eine Siedlungsneugründung überhaupt genehmigt werden konnte, ist mir schleierhaft.

  17. Fluthelfer Antworten | Permalink

    Fluthelfer aus dem Jahre 2002

    ein jeder Mensch wird geboren,dort er meißt auch leben wird ,er hatt es sich nicht ausgesucht die Familie war es und die Generationen davor.Wer wird jetzt denken er braucht keine Hilfe?Menschen klug Sie scheinen kein Blatt des Buches jemals geknickt in dem steht" hilf ,denn Sie sind gleich"
    wir waren mit Bussen da aus Berlin und München 2002

  18. Gerhard und Waltraut Sch Antworten | Permalink

    Nr. des Spendenkontos der Stadt Grimma

    Leider habe ich in Ihren Informationen ein entsprechendes Konto nicht gefunden.
    Erwarte Ihre Info.

  19. Peter Mosig Antworten | Permalink

    Gut. Habs gesehen und gelesen.
    Schön.
    Mist.
    oder Schlamm
    Und trotzdem gut.
    Danke

    schönen Abend aufm Berg.
    Alle bewundern Euch ob der weisen Ortswahl?
    Gewitter grollt an.
    Peter

  20. magdeburger Antworten | Permalink

    hochwasser magdeburg

    in magdeburg hat es uns auch wieder erwischt, trotz großer hilfsaktion sind viele stadtteile abgesoffen.

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