Significant Details: Nützliche Zombies

31. Mai 2013 von Kerstin Hoppenhaus in SigDet

Auf dem Weg vom befruchteten Ei zum fertig entwickelten Organismus kann eine Menge schiefgehen. Für den Organismus sind die Folgen meist fatal, aber für Entwicklungsbiologen sind es oft gerade die Fehler, die sie auf eine neue Spur bringen. So war es auch für Kristen Panfilio. Bei einem ihrer Experimente mit Mehlwurmeiern fand sie in der Petrischale ganz und gar nicht das Ergebnis vor, das sie erwartet hatte, sondern – wie sie fein säuberlich in ihrem Laborbuch festgehalten hat – ein Häufchen „abgestorbener Zombies“. Das Experiment war schiefgegangen, aber die Forschungsfragen, die sich daraus ergeben haben, beschäftigen die Amerikanerin bis heute, zunächst allein, inzwischen mit ihrer eigenen Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe. Denn was durch das missglückte Experiment zum Vorschein kam, sind Strukturen, die bis dahin niemand entdeckt hatte, und die eine zentrale Rolle in der Embryonalentwicklung vieler Insekten bilden.

Um diesen Mechanismen auf den Grund zu gehen, muss Kristen Panfilio nun jede einzelne Zelle in jedem einzelnen Embryo verfolgen. Sie tut das mit teuren Mikroskopen, hochauflösenden Kameras und genetischen Markern. Und mit Pinsel, Feuerzeug und Klebeband. Im Interview erzählt sie, warum diese scheinbar belanglosen Utensilien für ihre Arbeit unverzichtbar sind, was an den „Zombies“ so faszinierend ist, und von einem aufgeregten Anruf aus dem Labor spät an einem Freitagabend...

Every single cell of an early embryo. Photo: Kristen Panfilio

 

 

Einen Kommentar schreiben


− sechs = 2