Cyberwörter

10. Februar 2011 von Anatol Stefanowitsch in Sprachwandel

Auf neusprech.org, einem empfehlenswerten Watchblog für Euphemismen in der politischen Sprache, schreiben die Autoren heute über das gerade wieder aktuelle Wort Cyberwar und fragen sich, warum die Politik dieses Wort möglichen Eindeutschungen vorzieht:

Immerhin könnten sie den Begriff auch problemlos übersetzen und von Internetkrieg faseln. Tun sie aber nicht. Klingt das in ihren Ohren vielleicht, als würde das Internet zurückschlagen und sich für all die Schmähungen rächen, die Politiker so über es verbreiten? Wahrscheinlich nicht. Es klingt vielmehr harmloser. Denn im Deutschen verlieren Wörter, wenn sie zusammengesetzt werden, oft an Kraft. Vor allem das zweite Glied in einem solchen Kompositum wird schwächer: Krieg ist gefährlich, Ehekrieg jedoch ist der Streit der Nachbarn, der sich gedämpft hinter der Wohnzimmerwand abspielt.

Die Idee ist nicht uninteressant, aber meiner Meinung nach hat das Erstglied (vielleicht besser als Präfix bezeichnete) Cyber einen deutlich größeren Anteil an der Attraktivität des Wortes Cyberwar als die Vermeidung des möglicherweise abgeschwächten deutschen Zweitglieds Krieg. Auf Google News finden sich derzeit nämlich folgende Worthäufigkeiten: Cyberwar: 206; Cyberkrieg: 196; Internetkrieg: 1; Infowar: 1; Infokrieg: 0; Netzkrieg: 0 (wobei die beiden letztgenannten Wörter durchaus gelegentlich verwendet werden). Mit anderen Worten: Es gibt keinen großen Häufigkeitsunterschied zwischen dem Englischen Cyberwar und dem halb eingedeutschten Cyberkrieg, wohl aber zwischen den Wörtern mit Cyber- und denen ohne.

Interessanterweise ist dagegen eine Eindeutschung des Erstglieds (oder besser, die Anpassung des griechischen Erstglieds an die deutsche Orthographie und Aussprache) extrem selten: Netzweit finden sich für Kyberkrieg und Kybernetikkrieg nur eine Handvoll Vorkommen, und selbst das weniger fremd klingende kybernetischer Krieg liefert nur etwa 150 Google-Treffer.

Hier zeigt sich wieder einmal, dass Lehnwörter häufig zum Zwecke der Bedeutungsdifferenzierung in die entlehnende Sprache integriert werden: Kyber(netisch) hat im Deutschen bis heute im Prinzip seine ursprüngliche (Mitte des letzten Jahrhunderts aus dem Englischen entlehnte) Bedeutung „Steuerungs-/Regelungstechnik bzw. -lehre“ und taugt deshalb nicht zur Beschreibung informationstechnischer Angriffe. Cyber- bedeutet dagegen so etwas wie „virtuell“ oder „im virtuellen Raum“ und passt genau.

Damit wir das Präfix Cyber- mit dieser neuen Bedeutung zum zweiten Mal, diesmal unter Beibehaltung der englischen Aussprache, entlehnen konnten, musste es diese Bedeutung natürlich erst entwickeln, und dabei hat der Science-Fiction-Autor William Gibson eine zentrale Rolle gespielt: nach derzeitigem Kenntnisstand ist er nämlich der Erfinder des Wortes cyberspace (die erste bekannte Verwendung findet sich in seiner Kurzgeschichte „Burning Chrome“).

Damit war er auch der erste, der dem Präfix cyber- die Bedeutung „virtuell“ gegeben hat. Als produktiver Wortbestandteil ist cyber- im Englischen seit den 1960er Jahren nachgewiesen und findet sich dort in Kofferwörtern und zusemmengesetzten Substantiven wie cyborg (1960), cybernate (1962), cybernation (1962), cybercultural (1963), cyberculture (1963), cybernaut (1965), cybernocracy (1965), cyberman (1966) und cyber kid (1966). Es hat dort aber überall die Bedeutung, die es in dem seit 1948 nachgewiesenen Wort cybernetics hat, bezieht sich also auf Steuerungssysteme und eng verwandte Konzepte wie Roboter und Mensch-Roboter-Hybride. Auch in dem 1975 von dem Informatiker Frederick John Murray Laver geprägten Wort cyberland, das ja schon sehr nach cyberspace klingt, hat es noch diese ursprüngliche Bedeutung:

When to industrial and commercial automation we add the automation of government, men and women will fall outside the control loops, and we could become redundant ciphers in cyberland.)

Diese Bedeutung verschiebt sich aber spätestens seit den frühen 1970er Jahren in Richtung „Computer“. Die erste klare Verwendung stammt von Kunsthistoriker Adrian Rogoz, der 1970 das Wort cyberart für computergenerierte Kunst verwendet, und die Philosophin Florence M. Hetzler prägt 1978 das Wort cybersphere als Oberbegriff für multimediale Präsentationsformen einschließlich des Computers. Seit 1981 finden sich die Wörter cyberphobia und cyberphobe als Bezeichnungen für die Angst vor Computern und die Menschen, die von dieser Angst befallen sind.

Aber erst bei Gibson verschiebt sich die Bedeutung des Präfixes cyber- dann endgültig weg von der Technologie und hin zu den simulierten, virtuellen Räumen, die durch diese Technologie eröffnet werden:

I knew every chip in Bobby's simulator by heart; it looked like your workaday Ono-Sendai VII, the ‘Cyberspace Seven’, but I'd rebuilt it so many times that you'd have had a hard time finding a square millimetre of factory circuitry in all that silicon.

Mit dieser Bedeutung hat das Präfix dann einen erstaunlichen Siegeszug angetreten. Das Oxford English Dictionary nennt die in schneller Folge entstehenden Wörter cybercubicle (1982), cyberspace (1982), cyberpunk (1983), cyberfriend (1986), cyberspatial (1988), cybercop (1989), cyberporn (1989), cybersecurity (1989), cybercrime (1991), cyberlife (1991), cybersex (1991), cyberspeak (1991), cyberstore (1991), cyberworld (1991), cybrarian (1991), cyber (1992), cyber-romance (1992), cyber-thriller (1992), cyberage (1992), cyberbabe (1992), cybercrook (1992), cyberfeminism (1992), cybergeek (1992), cyberlaw (1992), cyberwar (1992), cyber school (1993), cybercash (1993), cyberchondriac (1993), cybercommunity (1993), cybercriminal (1993), cybermall (1993), cyberpet (1993), cybershop (1993), cybersighs (1993), cyberslacker (1993), cybersmut (1993), cybersurf (1993), cybersurfer (1993), cyberterrorist (1993), cybrary (1993), cyber-affair (1994), cyber-bully (1994), cybercafé (1994), cyberfeminist (1994), cyberhick (1994), cyberjournalist (1994), cyberlibertarian (1994), cybershop (1994), cybershopper (1994), cybersnob (1994), cyberstalking (1994), cyberstalker (1994), cybersurfing (1994), cyberterrorism (1994), cyberwarfare (1994), cybrid (1994), cybersquatter (1995), cyber-attack (1996), cyberslacking (1996), cybersquatting (1996), cybersquat (1998), cyber-franchising (1999) und cyber-lover (2007).

Die erste im OED nachgewiesene Verwendung des Wortes cyberwar stammt dabei aus der Chicago Sun-Times vom 30. August 1992 und bezieht sich noch nicht auf einen Krieg im virtuellen Raum, sondern auf einen Krieg, der mit Hilfe „intelligenter Waffen“ geführt wird:

Cyberwar debate: a new generation of ‘brilliant weapons’ has sparked a debate between scientists and the military about who should wage war, man or machine.

Erst im Guardian vom 9. Juli 1998 findet sich die Verwendung, um die es auch in der aktuellen Debatte geht:

Almost all government statements about possible future cyber-wars have focused on the need for strong defensive measures against attacks from hostile governments or ‘cyber-terrorists’.

Im Deutschen sind von all diesen Wörtern bisher die wenigsten angekommen. Mein Duden-Universalwörterbuch (das allerdings von 2001 ist), nennt nur Cyberspace und Cybersex.

Das Wort Cyberkrieg scheint mir eine sinnvolle Ergänzung der deutschen Sprache zu sein (für die Komplettübernahme des englischen Cyberwar gibt es tatsächlich, außer individuellen Geschmackspräferenzen, keinen besonderen Grund, da war und Krieg -- anders als space und Raum -- absolut bedeutungsgleich sind und Cyberwar damit kein differenzierendes Potenzial gegenüber Cyberkrieg hat).

Cyber- ist überhaupt ganz allgemein ein schönes Präfix, das an vielen Stellen nützlich sein kann. Seine Entstehungsgeschichte zeigt übrigens, dass Einzelpersonen -- wie hier William Gibson -- tatsächlich einen Einfluss auf die Entwicklung von Sprache nehmen können, wenn sie -- ich habe das schon des öfteren ausdrücklich gesagt -- Sprache einfach auf neue, interessante Weise verwenden, statt immer nur am Rand zu stehen und anderen Sprecher/innen Vorschriften zu machen.

OXFORD ENGLISH DICTIONARY (1989). The Oxford English Dictionary, 2. Auflage. Oxford: Oxford University Press.

SHEIDLOWER, Jesse (ohne Datum). Science Fiction Citations [Link]

© 2011, Anatol Stefanowitsch


24 Kommentare zu “Cyberwörter”

  1. Helmut Wicht | Permalink

    Cyber- als Präfix

    "Cyber- ist überhaupt ganz allgemein ein schönes Präfix.."

    Nix dagegen. Ich frag mich nur, wie man es in engl./dt. Komposita aussprechen soll.

    Seiberkrieg?
    Küberkrieg?
    Züberkrieg?

    Klingt meinen Ohren alles recht mau .. "cyberwar", das hat Saft und Kraft - ich würd' also gleich das Original nehmen.

  2. A.S. | Permalink

    Aussprache

    Die korrekte Aussprache ist [ˈsaɪbɐˌkʀiːk], das einzige, was hier (für hochdeutsche Ohren) ungewöhnlich ist, ist das „scharfe“ (also stimmlose) [s] am Wortanfang. Aber das ist durch andere englische Lehnwörter ja bereits bestens etabliert und hat sogar Phonemstatus, wie man an dem Minimalpaar Sex/Sechs und jetzt auch an Cyberkrieg/Seiberkrieg sieht (wobei letzteres allen Eltern ein Begriff sein dürfte, die Ihrem Kind beibringen mussten, den Mund geschlossen zu halten).

    [Nachtrag (15:34). Eine Klarstellung wegen einer Nachfrage per E-Mail: Natürlich sind [s] (stimmloses s) und [z] (stimmhaftes s) im Deutschen sowieso Phoneme (man denke an Minimalpaare wie Muse/Muße). Mir ging es hier darum, dass diese Phoneme inzwischen auch am Wortanfang Bedeutungsunterschiede verursachen können,]

  3. Dierk | Permalink

    Fußnote für Cultural Studies

    'Cybernauts' wurde von Philip Levene für seine gleichnamige Episode der vierten Staffel von The Avengers erfunden. Es handelt sich um die dritte Folge mit Diana Rigg als Emma Peel.

    'Cybermen' stammt von Kit Pedler und Gerry Davis, entwickelt für deren Geschichte 'The Tenth Planet' - letzte der Stories mit William Hartnell als Dr Who.

    Meines Wissens wurden beide Begriffe nur in der Mehrzahl verwendet, was natürlich mit der Natur der jeweils bezeichneten Rassen/Maschinen zusammenhängt.

  4. Lars Fischer | Permalink

    kybernetischer Krieg

    bedeutet nach meinem Verständnis etwas völlig anderes als hier gemeint ist. Kybernetik hat mit dem Internet nichts zu tun.

  5. Armin | Permalink

    War = Krieg?

    Ich verfolge da die Diskussion und den Sprachgebrauch in Deutschland nicht so sehr, aber sind "war" und "Krieg" immer deckungsgleich? Im Beispiel cyberwar natuerlich schon, aber auch sonst?

    Insbesondere von Politikern wird im Englischsprachigen Raum gerne von "war on xyz" gesprochen. Also z.B. der beruechtigte "war on terror" aber auch der "war on drugs" und sogar "war on obesity". Es gibt einen war gegen so ziemlich alles was als schlecht oder Bedrohung angesehen wird.

    Ist das im Deutschen inzwischen auch so? Oder ist das eher ein "Kampf"?

  6. A.S. | Permalink

    Kultur, Kybernetik, Krieg

    @Dierk: Richtig! Weitere Science-Fiction-Autoren, die zur Geschichte von Cyber- beigetragen haben waren Ilya Varshavsky (cyberkid, ich glaube, aus „Robbie“) und Douglas Adams (cybercubicle, aus Life, the Universe, and Everything -- „Zaphod had spent most of his early history lessons plotting how he was going to have sex with the girl in the cybercubicle next to him.“) Gibsons Wortschöpfung ist aber die einzige, die in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist. Man kann Wörter eben erfinden, aber man kann ihre Verwendung nicht erzwingen.

    @Lars Fischer: Richtig, deshalb ja meine Diskussion über die Bedeutungsentwicklung von Cyber- und den Bedeutungsunterschied zwischen Kyber(netik) und Cyber-. Tatsächlich wird das Wort „kybernetischer Krieg“ allerdings trotzdem als Äquivalent zu Cyberwar verwendet -- genau wegen dieser Art sinnloser Bedeutungserweiterung bestehender Wörter plädiere ich ja oft dafür, ein differenzierendes Lehnwort nicht gleich abzulehnen.

    @Armin: Ja, „Krieg gegen den Terror“, „Krieg gegen Drogen“ usw. finden sich auch zuhauf im Deutschen. Diese Verwendung von war/Krieg ist sowohl im Englischen als auch im Deutschen eine Erweiterung der eigentlichen Bedeutung (bzw. eine metaphorische Übertragung, die tatsächlich zu äußerst ungünstigen Denkweisen führen kann).

  7. Krischn | Permalink

    Infokrieg

    Bei "Infokriegern" handelt es sich m.E. eher um Anhänger des sog. 9/11 Truth Movements und anderer Verschwörungstheorien.

  8. Gareth | Permalink

    Cyber- ist auch im Deutschen produktiv!

    Interessant, dass der Duden von 2001 nur zwei Verbindungen mit Cyber- kennt. Ich habe die aktuelle Ausgabe des Duden nicht zur Hand, aber ich würde doch mal vermuten, dass Cybermobbing mittlerweile auch Eingang gefunden hat, v.a. in Zeiten von Facebook, das maßgeblich zur Verbreitung des Phänomens beigetragen hat. Cybermobbing ist übrigens auch ein schöne deutsche Kreation, die es im Englischen gar nicht gibt.

  9. Markus A. Dahlem | Permalink

    Natural-Born Cyborgs

    Ich bin auch nicht ganz einverstanden mit der Deutung der Silbe Cyber als „virtuell“ oder „im virtuellen Raum“. Cyber hat eine wichtige physikalisch-materielle Komponente. Die Beschränkung der Bedeutung, z.B. für Cyperwar als ein Krieg in der virtuellen Realität, wäre in meinen Augen falsch oder zumindest missverständlich.

    Das geht in die Richtung, die Lars angedeutet hat und doch kommt das Internet durch die Hintertür wieder rein.

    Wie ja im Beitrag gesagt, das Wort "Kybernetik" hat Norbert Wiener für die Steuerung und Regelung von Maschinen eingeführt. Er beruft sich auf die ältere Arbeit "On Governors" (Governor = der Steuermann) von James Clerk Maxwell, die einen hydraulischen Fliehkraftregler mathematisch beschreibt.

    Im ursprünglichen Sinn, wurden dann als Cyborgs (cybernetic organisms oder kybernetische Organismen) Lebewesen bezeichnet, welche im Weltall ihre physiologischen Funktionen mit Hilfe technischer Geräte steuern. Heute aber bezeichnen einige schon iPhone-Nutzer und Internet-Nutzer als Natural-Born Cyborgs, da hier Technik assimiliert wird zu einem allgemeinen Nutzen (s. gleichnamiges Buch von Andy Clark).

    Auch wenn also der Zeitpunkt, ab dem wir Mensch mit Maschinen verschmelzen (durch den Begriff "technologische Singularität" bekannt) wohl für immer unerreichbar bleibt, sind wir doch längst auf dem Weg dahin. So ist dann auch unser Cyberwar durchaus mit dem Internet verbunden (in Andy Clarks Sinne), aber doch ein Krieg wo Mensch und das Internet (als Maschine) zusammen auftreten und er nicht rein im virtuellen Raum sein darf.

    Kurzum, Steuerung (engl. control) ist in meinen Augen ganz zentral für die Bedeutung von Cyber.

    Übrigens haben wir unzählige Diskussion über die deutsche Übersetzung von "control" als Steuerung oder Kontrolle. Leider tendieren immer mehr zu dem Wort Kontrolle, was die Bedeutung in meinen Augen manchmal unpassend verschiebt.

    Das wurde mich mal als Blogthema interessieren!

  10. Marcel | Permalink

    Duden

    Das aktuelle Universalwörterbuch nennt weiterhin nur ‚Cybersex‘ und ‚Cyberspace‘, „Die Deutsche Rechtschreibung“ lässt den Sex weg und nennt dafür ‚Cybermobbing‘. Nur das Fremdwörterbuch ist naturgemäß ausführlicher und definiert ‚Cyber-‘ so: „Wortbildungselement mit der Bedeutung »die von Computern erzeugte virtuelle Scheinwelt betreffend«“, zusätzlich zu ‚-sex‘ und ‚-space‘ werden dann noch ‚-café‘, ‚-cash‘, ‚-kriminalität‘, ‚-naut‘ und ‚-tour‘ genannt.

  11. Patrick Schulz | Permalink

    @Markus A. Dahlem

    Zunächst mal hat „cyber“ zwei Silben.

    Dann hat Kurzweils Begriff der „technologischen Singularität“ nichts damit zu tun, dass Mensch und Maschine verschmelzen. Der Begriff bezeichnet lediglich den Zeitpunkt, aber dem Maschinen in der Lage sind, ihre eigene Leistungsfähigkeit ohne äußeres Zutun zu verbessern. Oder salopp ausgedrückt, der Punkt, ab dem Maschinen intelligenter sind als Menschen, was auch immer man unter „intelligent“ versteht.

  12. Filterraum | Permalink

    Kybernetik

    kybernetik ist eigentlich ein prinzip.

    heinz von foerster schlug damals bei den macy konferenzen vor, die formulierung „circular causal, and feedback mechanisms in biological and social systems“ mit dem begriff kybernetik zur vereinfachung zu ersetzen. er nahm damit bezug auf die arbeiten von wiener.

    heute wird oft für unterschiedliche bereiche etsprechend differenziert bezeichnet: technische kyb, biologische kyb, management kyb, ect.

  13. Markus A. Dahlem | Permalink

    @Patrick Schulz

    Stimmt! Hab gerade nochmal nachgelesen. Aber Ray Kurzweil will sich doch auf einen Computer downloaden und meint, er könne dies dann in diesem Zeitraum machen, oder? Ich erinnere nicht, wo ich das las.

    Daher aber hatte ich zumindest angenommen beides geht miteinander einher.

  14. Christoph Päper | Permalink

    Zyberkrieg

    Wenn man eher auf Gräzismen und Latinismen als auf Anglizismen steht, könnte man das griechische Morphem natürlich auch latinisiert zweitentlehnen, also kyber- und zyber- mit Bedeutungsunterschied.

  15. Christoph Päper | Permalink

    Internationalisierung der Artikeladresse

    Die Lifetype-Doku behauptet, dass aus „Cyberwörter“ als {postname} für die URL „cyberworter“ werden sollte, tatsächlich wird aber die primitivstmögliche Variante „cyberw-rter“ generiert.

  16. Daniel | Permalink

    Wissen wir das jetzt auch

    Hab mich ja auch schon lange gefragt, wo dieses oft benutzte Präfix Cyber- herkommt, und was es überhaupt bedeutet, denn in meinem Informatikstudium ist es mir nicht ein einziges Mal untergekommen.

  17. Chrys | Permalink

    Sinnlosigkeiten

    Im Englischen wird das Wort "cybernetics" ja nach wie vor im ursprünglischen Sinne von Norbert Wiener gebraucht, die von Herrn Stefanowitsch oben angesprochene sinnlose Begriffserweiterung ist also dort längst passiert. Sinn oder Unsinn, für die allgemeine Sprachpraxis bedeutet das scheinbar überhaupt keinen Unterschied mehr.

    Das Attribut "sinnlos" scheint den Nagel auch insofern voll auf den Kopf zu treffen, als dem Präfix cyber- (in seiner neuen Verwendung) offenbar nie ein Sinn zugedacht war. Dazu folgendes Zitat von William Gibson:

    All I knew about the word "cyberspace" when I coined it, was that it seemed like an effective buzzword. It seemed evocative and essentially meaningless. It was suggestive of something, but had no real semantic meaning, even for me, as I saw it emerge on the page.

    Quelle: http://en.wikipedia.org/...ace#Origins_of_the_term

  18. naddy | Permalink

    Kybernetik

    Ich kenne den Begriff "Kybernetik" überhaupt nur aus alter Science Fiction. In Elektrotechnik-Vorlesungen zur Regelungstechnik u.ä. fällt er nicht.

  19. A.D. | Permalink

    Cyberspace ungleich Internet?

    Für mich ist die Verwendung des Wortes "cyber" als Synonym für "im Internet" nach wie vor irritierend, denn eigentlich ist das Konzept des Cyberspace doch an die Idee einer virtuellen Realität gebunden, die man mittels eines Mensch-Maschine-Interface erfährt. Das Versprechen ist die Immersion in eine der physischen Realität nachempfundene künstliche Umgebung. Nun verlieren sich auch manche Menschen im Internet, dennoch ist es mehr eine Text-, Ton- und Bildkollage denn eine andere Realität.

  20. krugar | Permalink

    qui bono? wer benutzts ?

    was mir hier ein wenig zu kurz kommt ist die gesellschaftliche oder politische seite der wortverwendung. ich bin mir recht sicher, dass die tatsächlich in der "cyber"-materie arbeitenden - beispielsweise netzaktivisten, administratoren, programmierer oder hacker unterschiedlicher hutfarben - sich selbst nicht (mehr) als cyber-irgendwasse bezeichnen würden.
    konservative politiker hingegen, sowohl in den USA als auch hierzulande, warnen gerne vor den cyber-gefahren, derer es sich zu erwehren gilt.
    vermutlich lässt sich sogar nachzeichnen, wie das wort mit einzug in den mainstream für die avantgarde unattraktiv wurde und im zuge dessen die deutungshoheit von den eigentlich betroffenen auf über-sie-sprechende gewandert ist.
    für mich persönlich sind auf netz-gefahren bezogene "cyber"-ausdrücke ein starkes indiz für den versuch, angst vor dem unbekannten bösen zu schüren, das in den unergründlichen tiefen des netzes lauert. (und vor dem es den braven bürger, oft unter einschränkung seiner freiheiten, zu bewahren gilt.)

  21. Markus A. Dahlem | Permalink

    Cyberdyne ist nah

    Sah gerade auf Time.com einen Beitrag über Raymond Kurzweil (2045: The Year Man Becomes Immortal). Hier wird auch erwähnt, dass ab der Singularität, die schon 2045 "humanity — our bodies, our minds, our civilization — will be completely and irreversibly transformed."

    Wie?

    "Maybe we'll merge with them to become super-intelligent cyborgs", using computers to extend our intellectual abilities the same way that cars and planes extend our physical abilities. Maybe the artificial intelligences will help us treat the effects of old age and prolong our life spans indefinitely. Maybe we'll scan our consciousnesses into computers and live inside them as software, forever, virtually. Maybe the computers will turn on humanity and annihilate us."

    Eine andere Erwähnung des Präfix Cyber dort ist folglich auch ein Link zu Photos von "Cyberdyne". Cyberdyne ist die fiktive (aber keineswegs virtuelle) Firma im Film Terminator, die selbigen herstellt.

    Diese Bedeutung, also die Steuerung unsere Lebensfunktionen mit Maschinen scheint mit bei Cyberwörtern wichtiger als das entkommen in eine virtuelle Welt.

  22. gnaddrig | Permalink

    @ Markus A. Dahlem

    Vercyborgung des Menschen kenne ich vor allem aus der britischen Sitcom "Red Dwarf". Da wird immer mal wieder damit rumgespielt, dass Leute einen Memory-Chip ins Hirn gebaut kriegen und dann alles mögliche Wissen parat haben, ohne dafür lernen zu müssen.

    Ich bin jetzt kein Fachmann, aber erste Ansätze gibt es schon. Zum Beispiel Cochlea-Implantate, bei denen eine Art Hörgerät den noch funktionierenden Hörnerv mit Daten versorgt, die das Gehirn dann als Geräusche interpretiert. Oder Retina-Implantate, auch wenn die noch nicht so weit sind.

    Es ist also zumindest grundsätzlich denkbar, dass sowas funktioniert.

  23. Klausi | Permalink

    Für die zukünftige Kriegsführung...

    ...im Netz werden noch Rekruten gesucht. Freiwillige, die zur Armee wollen, können sich hier weiter informieren:

    http://www.spiegel.de/...ium/0,1518,744998,00.html

    Die Grundausbildung ist zunächst rein virtuell Art. Der spätere Militärdienst und selbst ein möglicher Kampfeinsatz dürften deshalb grundsätzlich auch für Kriegsdienstverweigerer geeignet sein. Genaueres weiß man jedoch noch nicht.

  24. Dr. temp. Winterstein | Permalink

    Worte mit cyber.

    Nicht zuletzt gibt es auch noch die (im Zeitalter der sozialen Netzwerke zutreffende und also zig-millionenschwere) Wortschöpfung cyberheim.

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