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Blogspektrogramm #3

16. Juli 2011 von Anatol Stefanowitsch

Bei */ˈdɪːkæf/ gibt es seit gestern das Blogspektrogramm #3 mit den besten sprachwissenschaftlichen Blogbeiträgen aus dem Juni. Meine persönlichen Highlights sind Michael Manns dreiteilige Serie über das Wort Meuchelpuffer und der erste Teil von Susanne Flachs Serie zur Wortgeschichte von Keks. Aber auch das Schplock, das Texttheater, Dr. Bopp und das Sprachlog sind natürlich wieder mit dabei. Schauen Sie bei */ˈdɪːkæf/ vorbei und sehen Sie selbst! Außerdem ein Aufruf: Wer kennt noch deutschsprachige Blogs, die auch ins Blogspektrogramm gehören? Um... weiter

 

Titelkämpfe

15. Juli 2011 von Anatol Stefanowitsch

In den Kommentaren zu meinem Beitrag zu Adels- und akademischen Titeln hatte ich etwas voreilig einen Nachtrag zur deren tatsächlicher Verwendung versprochen, und da die Grünen nun den Doktortitel aus dem Personalausweis streichen wollen, ist es höchste Zeit, diesen Nachtrag Wirklichkeit werden zu lassen. Zunächst will ich noch einmal kurz die Sach- und Rechtslage zu akademischen Graden und Adelstiteln zusammenfassen, die ich in meinem letzten Beitrag ausführlicher dargestellt hatte (Punkt 1 übernehme ich dabei weitgehend wörtlich aus meinem aktuellen Parallelbeitrag... weiter

 

Im Rausch der Titel

8. Juli 2011 von Anatol Stefanowitsch

Da die Plagiatsfälle gerade auf uns herunterregnen wie Kröten nach einem Tornado in Ishikawa, lässt mich das Thema doch auch hier im Sprachlog noch nicht los. Ein aktuell diskutierter Aspekt des Themas hat zudem durchaus einen sprachlichen Bezug: Die Frage, was akademische „Titel“ eigentlich sind, und ob man deren Missbrauch nicht abstellen könnte, indem man diese „Titel“ einfach abschaffte (siehe dazu die Diskussion in unserem Blog DE PLAGIO). Häufig findet auch eine merkwürdige Vermischung von akademischen „Titeln“ und „Adelstiteln“ statt --... weiter

 

Zwei gute Nachrichten für alle Sprachlogfans

1. Juli 2011 von Anatol Stefanowitsch

Die gute zuerst: Ab der nächsten Woche werde ich mich im Sprachlog wieder mehr mit Sprache und weniger mit Plagiaten beschäftigen. Und jetzt die gute: Auch diejenigen, die sich für die aktuellen Plagiatsaffären und deren wissenschaftliche, politische und mediale Aufarbeitung interessieren, kommen nicht zu kurz. Sie können das Thema seit dieser Woche auf dem eigens dafür gegründeten Blog „De Plagio“ gezielt verfolgen. Aber es kommt noch besser: Ich blogge dort nicht etwa alleine, sondern zusammen mit einer Reihe hochkarätiger Wissenschaftsblogger,... weiter

 

Kein Etappensieg für den Anstand

26. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Silvana Koch-Mehrins halbherziger Rückzug aus dem Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie ist weder Zeichen dafür, dass sie ihren Anstand oder ihren Respekt vor Wissenschaft und Gesellschaft wiedergefunden hat, noch ist es ein Triumph für diejenigen, die diesen Anstand und Respekt eingefordert haben. Denn dass eine überführte wissenschaftliche Betrügerin nicht in einem Gremium sitzen darf, das über europäische Forschung und deren (viele Milliarden Euro schwere) Finanzierung mitentscheidet, sollte die selbstverständlichste Angelegenheit der Welt sein. Es sollte keines öffentlichen Aufschreis, keiner... weiter

 

Das Ende der Lügen

22. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Inzwischen dürfte allen klar sein, dass der Fall Guttenberg nur einer von vielen ähnlichen akademischen Betrugsfällen war -- der erste, bei dem ein hochkarätiger Politiker von der kollaborativen Öffentlichkeit des Internet so gründlich und eindeutig enttarnt wurde, dass dem Promotionsausschuss seiner Universität nichts zu tun blieb, als das zu bestätigen, was bereits für jeden öffentlich nachprüfbar war. Veronica Saß und Silvana Koch-Mehrin werden nicht die einzigen bleiben, denen es in der Folge dieses spektakulären Falles ebenso ergeht. Tatsächlich sage ich... weiter

 

Nachdenken über Silvana Koch-Mehrin

16. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Während Guttenberg noch von „vergessenen Fußnoten“ sprach und damit das Plagiat zugab und nur die Absicht bestritt, mag die gerade enttitelte Silvana Koch-Mehrin nicht einmal die wörtliche Übernahme fremder Texte einräumen. Allenfalls Qualitätsmängel ihrer Arbeit thematisiert sie in ihrer Stellungnahme: Meine Doktorarbeit ist nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft. Es wäre auch zu wünschen gewesen, dass ich deutlich gemacht hätte, auf welche Literatur ich mich jeweils stütze. Es werden Aussagen gemacht, ohne dass auch... weiter

 

Blogspektrogramm #2

15. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Unsägliches bleibt besser ungesagt, aber Unaussprechbares muss manchmal ausgesprochen werden: Wollen wir zum Beispiel das Präsens des Verbs röntgen in der zweiten Person Singular bilden, sehen wir uns mit der Konsonantenfolge [ntgst] konfrontiert. Fragen Sie Dr. Bopp! diskutiert, was dann geschieht.  Unsäglich ist auch das, was Geisteswissenschaftler oft zum Thema „Plagiate“ von sich geben -- unsäglich oberflächlich. Das Texttheater nimmt sich einen Zeit-Online-Artikel des Philosophen (?) Rafael Wawer vor und zerpflückt nicht nur dessen Argumentation, sondern auch das Unverständnis linguistischer... weiter

 

Die Wörtergate-Affäre

12. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Verbrechen aus Leidenschaft geschehen jeden Tag, über Verbrechen aus Sprachwissenschaft liest man dagegen eher selten. Aber wie das Hamburger Abendblatt am Donnerstag berichtete (leider hinter einer Bezahlwand), hat das Amtsgericht St. Georg in Hamburg zwei Lehrer für ein solches Verbrechen verurteilt: Die beiden hatten auf einer Fortbildungsveranstaltung über ein verstecktes Mikrofon heimlich die Gespräche ihrer Kolleg/innen aufgenommen. Anstifter war der Sohn eines der Verurteilten: Für eine Masterarbeit in Linguistik hatte er seinen Vater gebeten, an einem der vier Seminartage die... weiter

 

Grundlose Sorgen

9. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Ein kurzes Postskriptum zum ersten Teil meiner Serie über die Sprachtipps von BILD.de und Andreas Busch. Letzterer hatte unter anderem für Verwirrung über eine angeblich falsche Verwendung des Wortes sorgen gesorgt, indem er behauptet hatte, dass man dieses nur in Sätzen wie Die Mutter sorgt für ihre Kinder, nicht aber in Sätzen wie Blitzeis sorgt für Verkehrschaos verwenden dürfe. Nun stellt sich heraus, dass just dieses Verb dem Chefredakteur der Bild, Kai Diekmann vor einigen Jahren Sorgen bereitet hat. In... weiter