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Der wundersame und geheimnisvolle Fall des Sprachpanschers Nikolaus S.

7. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Vor ein paar Tagen habe ich über die Nominierungen für den „Sprachpanscher des Jahres“ gesprochen, einen Negativpreis mit dem der Verein der Drögen Sprachmythen (VDS) alljährlich Prominente auszeichnet, um so auch mal wieder ins Gespräch zu kommen. Berichtenswert war dabei nicht die Nominierung selbst (die angesichts der sonst meistens gut funktionierenden Pressearbeit des VDS in den Medien erstaunlich dürftig aufgenommen wurde, aber dazu später mehr), sondern die Tatsache, dass eine der Nominierten, die Bundesagentur für Arbeit, den Verein wegen seiner... weiter

 

Die unverbesserliche Seichtigkeit der Sprachnörgler (Teil 3)

3. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Kommen wir heute zur dritten und letzten Folge unserer kleine Reihe zu den „10 am häufigsten falsch verwendeten Wörtern“ von Andreas Busch und BILD.de. Uns fehlen in der Diskussion noch drei Wörter, wollte, verstorben und Reifenwechsel, und fehlt noch die Ermahnung, Berufsbezeichnungen wie Arzt für Männer zu reservieren und für Frauen immer die weibliche Form Ärztin zu nehmen. Heute beschränke ich mich auf die drei Wörter, die Frage nach den Berufsbezeichnungen ist zu komplex um sie im Busch’schen Paradigma von... weiter

 

Hinweis: Petition zur Deutschen Gebärdensprache

2. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Morgen läuft eine Petition beim Deutschen Bundestag aus, in der gefordert wird, die Deutsche Gebärdensprache als Minderheitensprache anzuerkennen. Obwohl ich diese Petition selbst nicht unterzeichnen werde, möchte ich hier darauf hinweisen, falls es Leser/innen gibt, die noch schnell die Gelegenheit zur Mitzeichnung nutzen wollen. Ich will hier auch kurz die Gründe darstellen, warum ich diese spezielle Petition nicht unterstütze, obwohl ich die dahinterstehende Absicht für absolut unterstützenswert halte. Leider sind sowohl das genaue Ziel als auch die Begründung der Petition... weiter

 

Die unverbesserliche Seichtigkeit der Sprachnörgler (Teil 2)

1. Juni 2011 von Anatol Stefanowitsch

Nachdem ich mich im ersten Teil unserer kleinen Serie über Andreas Buschs Liste der „10 am häufigsten falsch verwendeten Wörter“ mit sorgen, Kult und Busen beschäftigt habe, komme ich im zweiten Teil zu irritiert und Sympathie. BILD.de hat die Liste ja unter der Überschrift „Mit Fremdwörtern können Sie mir nicht imprägnieren!“ veröffentlicht und so unterstellt, dass es vorrangig um Verwechslungen eben dieser ginge, aber tatsächlich sind nur vier der zehn Wörter überhaupt Fremdwörter -- Public Viewing (das ich in dieser... weiter

 

Die unverbesserliche Seichtigkeit der Sprachnörgler (Teil 1)

30. Mai 2011 von Anatol Stefanowitsch

Die ganze lange und trübsinnige Tradition der Sprachnörgelei entspringt einem bedauerlichen Missverständnis: Die Sprachnörgler unterschätzen sowohl die Komplexität von Sprachen als auch die Intelligenz von Sprecher/innen (ob letzteres darin begründet liegt, dass sie von sich auf andere schließen, sei dahingestellt). Drei Vorstellungen sind für den Sprachnörgler nicht fassbar. Erstens, Sprache verändert sich. Zweitens, Wörter (und andere sprachliche Zeichen) können mehr als eine Bedeutung haben. Drittens, Verstehen besteht nicht in einem mechanischen Dekodieren von Wortbedeutungen, sondern in einem aktiven Deuten von... weiter

 

Die Sprachpanscher schlagen zurück

28. Mai 2011 von Anatol Stefanowitsch

Der Verein der Dortmunder Sprachnarren hat die Liste der Kandiaten für den „Sprachpanscher des Jahres“ bekanntgegeben, mit dem die Anglizismenjäger jedes Jahr versuchen, parasitär von der Medienpräsenz bekannter Mitmenschen zu profitieren, indem sie diese beschuldigen, mittels englischer Lehnwörter den Untergang alles Deutschen voranzutreiben. Wie nicht anders zu erwarten werden die Nominierungen mit den selben substanzlosen und schwer bis gar nicht überprüfbaren Behauptungen untermauert, die auch die sonstigen Aktivitäten des Vereins charakterisieren. Am ehesten nachvollziehbar ist noch die Nominierung des Vorstandsvorsitzenden... weiter

 

Die Philosophie, Königin der Wikipedia

26. Mai 2011 von Anatol Stefanowitsch

Zum zweiten Mal in diesem Monat ein Cartoon von XKCD, diesmal nicht mit einem sprachlichen Bezug, dafür aber als Aufhänger für einen tatsächlichen Blogeintrag: XKCD ist immer bloggenswert, und das hier illustrierte Problem kenne ich nur allzu gut. Aber was mich an diesem Cartoon heute interessiert, ist der Mouseover-Text, den ich her nochmal zitiere: Wissenswertes zur Wikipedia: Wenn du irgendeinen Eintrag nimmst, auf den ersten Link im Text klickst, der nicht in Klammern steht oder Kursiv ist, und das ganze... weiter

 

Quantensprung in der Platte*

20. Mai 2011 von Anatol Stefanowitsch

Beatrice Lugger, ehemals Community Manager bei unseren Erzfeinden von den ScienceBlogs.de, bloggt seit heute bei uns (bzw. bei unseren Todfeinden von den Brainslugs BrainLogs). Das freut mich natürlich, und ich heiße sie herzlich willkommen, aber das war’s dann auch erstmal mit den Nettigkeiten. Denn für ihren ersten Beitrag hat sie sich aus irgendeinem Grund dafür entschieden, ein bisschen Sprachnörgelei zu betreiben. Stein ihres Anstoßes ist die alltagssprachliche Verwendung des Wortes Quantensprung: Es gibt Menschen, die krümmen sich innerlich, wenn jemand... weiter

 

Blogspektrogramm #1

16. Mai 2011 von Anatol Stefanowitsch

Die deutschsprachige Sprachblogszene ist erst ein paar Jahre alt. Frühe Vorläufer sind das Sprachblog von Ines Balcik, das am 3. Oktober 2004 online ging und bis heute nützliche Links und sprachliche Kuriositäten sammelt und das vom „Sprachbloggeur“ P.J. Blumenthal, der sich vom 17. Juli 2006 bis zum 30. Januar 2009 für das P.M.-Magazin mit Sprache beschäftigte und inzwischen unter eigener Flagge bloggt. Das erste Blog eines Sprachwissenschaftlers war dann „Fragen Sie Dr. Bopp“, wo seit dem 7. Dezember 2006 praktische... weiter

 

Analogiefalle

12. Mai 2011 von Anatol Stefanowitsch

Die Verwendung von Metaphern und Analogien im Fachunterricht ist seit vielen Jahren ein beliebtes Staatsexamensthema bei meinen Studierenden und es ist ein interessantes und lohnendes Forschungsgebiet. Das Kernproblem lässt sich aber einfach zusammenfassen: © 2011, xkcd (Deutsche Bearbeitung © 2011, Anatol Stefanowitsch). Sowohl das Original als auch die deutsche Bearbeitung stehen unter der Creative-Commons-BY-NC-2.5-Lizenz. [Nachtrag (13. Mai 2011): Der Quantenmechaniker wirft nun einen wissenschaftlichen Blick auf die Gummituch-Analogie und zeigt, wo sie passt und wo nicht. Er nimmt außerdem Vorschläge... weiter