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Anglizismus des Jahres: Ferner liefen

28. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Nachdem die Anglizismus-des-Jahres-Jury die Wortkandidaten zur Diskussion unter sich aufgeteilt hat, sind fünf Wörter übriggeblieben, die niemand haben wollte: Bromance, Bubble Tea, Eurobonds, Haircut und Partnering. Das bedeutet noch nicht zwingend, dass diese Wörter keine Chance mehr auf einen Sieg haben, denn wir haben uns die Wörter, mit denen wir uns ausführlich beschäftigen wollten, eher nach persönlichem Geschmack und Interesse ausgesucht, als nach der Frage, ob sie aussichtsreiche Kandidaten sind. Und eine ganze Reihe der bisher diskutierten Wörter sind ja... weiter

 

Liquid Democracy [Kandidaten für den Anglizismus des Jahres]

27. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Um es gleich vorweg zu nehmen: Für den Anglizismus des Jahres wird sich Liquid Democracy diesmal wahrscheinlich noch nicht qualifizieren können. Es ist einfach zu selten. Im Deutschen Referenzkorpus des Instituts für Deutsche Sprache (DeReKo) finden sich ganze drei Treffer. Die sind zwar immerhin (scheinbar) aus dem Jahr 2011, aber zwei davon (aus den „VDI-Nachrichten“) beziehen sich auf einen Verein dieses Namens, zählen also nicht. Der dritte Treffer stammt aus dem Wikipedia-Artikel zum Verfahren des „Delegated Voting“ (allerdings aus einer... weiter

 

Werden immer mehr Politiker geverbt?

26. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Ich brauche eine kurze Pause vom Anglizismus des Jahres, am Wochenende muss ich mich, mitten im Umzugschaos, ordentlich ranhalten, damit alle Wortkandidaten zu ihrer rechtmäßigen Diskussion kommen. Deshalb zwischendurch ein kleiner, und sehr unfertiger Beitrag über Verben, die von Politikernamen abgeleitet sind. Angeregt wurde ich dazu durch diesen Beitrag auf Better Media, in dem das Wort wulffen in seinen drei Bedeutungen diskutiert wird -- als da wären: „jemandem eine lange Nachricht auf der Mailbox zu hinterlassen“ „nicht die ganze Wahrheit... weiter

 

Cyberwar/Cyberkrieg [Kandidaten für den Anglizismus des Jahres]

24. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Als wir vor ein paar Wochen die Kandidaten für den Anglizismus des Jahres 2011 vorgestellt haben, gab es zu fast jedem Wort einen der folgenden Kommentare: „Das Wort ist viel zu alt, das kenne ich schon ewig“ und „Das Wort habe ich noch nie gehört, das kann es gar nicht geben.“ Das liegt natürlich in der Natur der Sache: Wir suchen zwar ein englisches Lehnwort, dass sich 2011 im Sprachgebrauch etabliert hat, aber die Entlehnung und breitere Akzeptanz eines Lehnwortes... weiter

 

Unwort des Jahres: Döner-Morde

17. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Mein Verhältnis zur alljährlichen „Unwort-des-Jahres“-Wahl ist etwas gemischt. Wie ich gerne sage, als Sprachwissenschaftler kann man zu „Unwörtern“ etwa genausoviel sagen, wie ein Zoologe zu „Untieren“. Andererseits erkenne ich natürlich an, dass es Beispiele manipulativer und verzerrender Sprache gibt, die die öffentliche Diskussionskultur verzerren, verbiegen und manchmal auch vergiften -- die Kollegen von Neusprech.org sezieren solche Wörter ja regelmäßig. Wenn man möchte, kann man hier also wahrscheinlich von „Unwörtern“ sprechen (der Duden definiert Unwort als „schlecht, falsch gebildetes, unschönes Wort“... weiter

 

Blogspektrogramm Nr. 9

17. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Im Texttheater gibt es jetzt das Blogspektrogramm Nr. 9 mit dem Besten, was die Sprachblogs im Dezember zu bieten hatten. Mit dabei sind die üblichen Verdächtigen -- aber leider auch nur die üblichen Verdächtigen. Es geht um Konditionalsätze, um einen versteckten Dativ, der zur Abwechslung wirklich mal eines Genitivs Tod war, um spartenspezifische Varianten der Redewendung Hals- und Beinbruch, um das Wort des Jahres und -- unvermeidlich -- um den Anglizismus des Jahres. Vom Wortliebhaber bis zur Grammatikfanatikerin ist also... weiter

 

Kandidaten für den Anglizismus des Jahres: Occupy

13. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Die American Dialect Society hat vor ein paar Tagen das amerikanische „Word of the Year“ bekannt gegeben: occupy (als Verb und als Substantiv). Damit hat nach dem deutschen Wort des Jahres Stresstest schon das zweite der für den Anglizismus des Jahres nominierte Wort diese Auszeichnung erhalten -- ein Zeichen dafür, dass unsere Kandidatenliste so schlecht nicht sein kann. Zur Begründung zitiert die Society den Vorsitzenden ihres „New Words Committee“, Ben Zimmer: „Es ist ein sehr altes Wort, aber in nur... weiter

 

Die Kandidaten für den Anglizismus des Jahres 2011

10. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Mit angehaltenem Atem wartet die Welt auf die Bekanntgabe der Wörter, die es in die zweite Runde der Wahl zum Anglizismus des Jahres geschafft haben, und da es ungesund ist, zu lange den Atem anzuhalten und da wir wahrhaftig wichtigere Probleme haben als einen lexophil bedingten Sauerstoffmangel, will ich die Welt nicht länger warten lassen und präsentiere hiermit die Nominierungen, die die Vorauswahl der strengsten Wörterwahljury Deutschlands überlebt haben. Um das zwangsläufig folgende Kopfschütteln und die Empörung in Grenzen zu... weiter

 

Anglizismus des Jahres: Vorschau und Rückblick

9. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Die erste Phase der Wahl zum Anglizismus des Jahres 2011 war ein voller Erfolg: über sechzig Wörter sind nominiert worden, mehr als anderthalb Mal so viele wie im Vorjahr. Natürlich waren, genau wie im Vorjahr, viele Wörter dabei, die die Kriterien nicht erfüllen, z.B. weil sie nicht mehr neu genug sind oder weil sie sich im allgemeinen Sprachgebrauch (noch) nicht durchgesetzt haben. In den letzten Tagen hat die Jury sich deshalb intensiv mit den Nominierungen befasst und zunächst die klaren... weiter

 

Fetzenlogik

5. Januar 2012 von Anatol Stefanowitsch

Ich wollte zum Vorsitzenden des Rechtschreibrates und dessen abstrusen Phantasien vom Zusammenhang zwischen Analphabetismus und der „Fetzenliteratur“ auf Twitter eigentlich nichts schreiben -- ich kann schließlich nicht jeden Blödsinn kommentieren, den irgendein Laiensprachnörgler von sich gibt. Aber da ihr nicht aufhört, mir Links auf diese Geschichte zu schicken, muss ich es wohl doch tun. Die Geschichte begann eigentlich schon Ende November 2011, als der Rechtschreibrat in einer Presseerklärung eine allgemeine Besorgnis um die schriftsprachlichen Fähigkeiten der Jugendlichen in Deutschland. Der... weiter