Monsanto – ein Landwirt berichtet

15. November 2013 von Sören Schewe in Sichtweisen

Old McDonald had a farm, las ich kürzlich, sei Geschichte, idyllische Familien-Betriebe passe. Heute stünden Landwirte unter der Fuchtel der großen Agrar-Industrie, welche die Bauern per Vertrag in die Abhängigkeit triebe. Jetzt habe ich Landwirte allerdings als ziemlich fit und weniger als völlig bescheuert kennen gelernt. Ob US-Farmer oder deutscher Landwirt: alle versicherten mir, dass in erster Linie sie selbst über ihren Betrieb bestimmten. Brian Scott ist einer dieser Landwirte und nutzt Saatgut von Monsanto - ein Unternehmen, das wohl so eine Art Vorreiter in diesem Bereich ist

Zugegeben, Brian gab mir seine Infos nicht exklusiv. Er selbst hatte in seinem eigenen Blog - da sind die US-Farmer ihren deutschen Kollegen um Längen voraus - schon vor einiger Zeit über sein Dasein als Monsanto-Kunde berichtet. Dabei hat er nicht nur einen Teil seines Vertrages online gestellt, sondern auch die am heftigsten diskutierten Punkte aus seiner Sicht kommentiert. Ich werde diese im Folgenden übersetzen. Die etwas lockerer formulierten Vertrags-Auszüge sind fett, Brians Meinung kursiv und ich halte gewissermaßen die Klappe.

  • Der Technology User Guide und der Insect Resistance/Management/Grower Guide sind zu befolgen.
    Hier gibt Monsanto den Landwirten Hinweise, wie sie die zur Verfügung gestellten Technologien am
    besten nutzen.
  • Gerade wurde schon das Insect Resistance Management Program erwähnt.
    Monsanto ist sich der Entwicklung resistenter Schädlinge durchaus bewusst und gibt in diesem kleinen Führer Hinweise, wie die Landwirte dieser Gefahr möglichst effektiv begegnen können.
  • Landwirte dürfen nur Saatgut von durch Monsanto lizensierten Händlern oder Firmen erwerben.
    Brian findet das völlig in Ordnung. Es sei schließlich auch für ihn das Beste und fragt: Würdet Ihr
    irgendeinem komischen Typen in der Seitenstraße aus dem Kofferraum heraus ein bandneues Home-Entertainment System abkaufen? Vermutlich nicht.
  • Landwirte stimmen zu, dass sie Saatgut von Monsanto nur für eine Generation anbauen, also nichts für die nächste Generation behalten und es auch nicht an andere verkaufen dürfen.
    Auch das stört Brian nicht sonderlich, da er daran auch gar kein Interesse hat. Der Grund ist für ihn
    einfach: Hybrid-Sorten bringen nicht von Generation zu Generation den gleichen Ertrag, auf den er als Landwirt aber angewiesen ist. (Gilt so nicht für Soja-Bohnen). Den eigenen Mehraufwand
    sollte man hier auch nicht vergessen. (1)
  • Brian Scott hat sich damit einverstanden erklärt, Sorten nur in jene Länder zu exportieren, die sie auch erlauben.
    Seine Meinung: Etwas hirnlos. Schließlich exportiert er als Landwirt genau gar nichts.
  • Landwirte müssen für das Saatgut bezahlen.
    Für Scott eine klare Sache. Natürlich zahlt er für etwas, was sich für ihn wiederum auszahlt, wenn die Erträge am Ende gut sind.
  • Monsanto kann Landwirten Anfragen schicken, ob sie sich auch an die Vereinbarungen halten, die die Landwirte dann innerhalb von sieben Tagen mit entsprechen Beleg-Dokumenten beantworten müssen.
    Kann man zweifelhaft finden, bisher hat Scott nach eigener Aussage aber noch nie eine solche Anfrage erhalten.
  • Diese Anfrage beinhaltet auch eine Unteruchung der Farm, was Scott nach eigener Aussage aber auch nicht stört.
  • Neben dem Vorwurf, Landwirte dürften kein Saatgut behalten bzw. für die nächste Generation verwenden und wären dadurch abhängig vom Unternehmen, gibt es noch jenen Punkt der vorgegebenen Pestizide durch entsprechende Pflanzen, die zB. resistent gegen Roundup-Ready sind.
    Tatsächlich gibt es diesen Zwang aber nicht. (Oder Brien sieht ihn nicht, was ich nicht glaube). Selbstverständlich will Monsanto, dass Brian deren Produkte verwendet. Gezwungen wird er aber nicht und kann daher auch zu Alternativen greifen. Natürlich trägt er selbst dann auch das Risiko, wenn was schief geht, dessen ist er sich bewusst.

Gegen Ende seines Blog-Artikels fand ich noch zwei Aussages recht interessant, die ich einfach mal zitiere:

That’s what we have to agree to in order to make use of Monsanto’s biotechnology on our farm. I
don’t see anything in there that hurts my farm. I don’t have to buy their herbicides, and I don’t
have to buy anything from them next year if I don’t want to.

Und zum Abschluss:

The biggest problem I have with seed companies is that it seems like they phase out a variety from
time to time that is a really strong performer on our farm. I understand the concern organic farms
have with GMO crops in close proximity to their own. Those farmers have worked hard and shown
patience in getting an organic certification, and they don’t want to start over again.

Brian sieht die Sache also recht entspannt, was ich ihm erstmal glaube, schließlich hat er täglich damit zu tun. Er bestimmt, welches Saatgut er verwendet, ja sogar über die Pestizide kann er frei entscheiden. Und profitierte er nicht davon, hätte er sicher längst einen anderen Weg eingeschlagen. Dass er sich noch dazu als Landwirt einer “family farm” sieht, ist wohl besser wieder ein eigener Artikel.

Anmerkungen

  1. Dieser Punkt ist nicht nur hier interessant, denn Landwirte kaufen auch konventionelles Saatgut nach - freiwillig. So haben sie immer jene Saat-Generation zur Verfügung, die genetisch den höchsten Ertrag ermöglicht und keinen Stress mit der Lagerung, Beize usw.


20 Kommentare zu “Monsanto – ein Landwirt berichtet”

  1. BauerHolti Antworten | Permalink

    Top passt absolut.Ich sehe es genau so wie Brian!!!

  2. MONSANTO Inc. Antworten | Permalink

    Sehr geehrter Herr Schewe,
    als wir sie baten, etwas Schleichwerbung für unseren Konzern auf scilogs.de zu machen, hatten wir eigentlich an etwas Anspruchsvolleres gedacht - etwas "Wissenschaftlicheres".
    Ein Artikel über "Genfood steigert Potenz/heilt Krebs/hilft beim Abnehmen" oder "Glyphosphat - Das Vitamin G der Kinderernährung" wäre viel zielgruppengerichteter gewesen als ihre - ziemlich lahme - Geschichte vom "Bauern Brian", die nicht mal den dümmsten BILD-Leser anspricht.
    Better luck next time!

  3. Sören Schewe Antworten | Permalink

    Für nachfolgende Leserinnen und Leser vielleicht der Hinweis, dass mir Monsanto ziemlich egal ist. Mir ging es schlicht um die Rolle der Landwirte, die ganz gut selber wissen, was sie brauchen oder eben nicht brauchen. Dass Brian ausgerechnet von diesem Konzern Saatgut bezieht und das dazu noch ziemlich gut belegen konnte, war Zufall.

  4. @Lederstrumpf_ Antworten | Permalink

    Brian macht es vor: er ist Farmer, hat Internet und benutzt es, um über den Alltag auf seiner Farm zu berichten.

    Das er in seinem Blog über den Vertrag mit Monsanto berichtet, nennt man Transparenz.
    Interessierte bekommen einen Einblick was dieser Vertrag beinhaltet und warum Brian überhaupt so etwas unterschreibt. Nämlich weil damit die Vorteile für ihn größer sind, als wenn er es nicht täte.

    Das es jetzt einige Zeitgenossen gibt denen das so ganz und gar nicht passt, ist nicht verwunderlich. Nimmt diese direkte Kommunikation von vorderster Front doch dem Interessierten den ersten Schrecken, da sich die Stories von Knebelverträgen und Unterdrückung armer Bauern nicht bewahrheiten.

    Natürlich wäre es schön, wenn auch kleine und mittlere Unternehmen Saatgut und Pflanzenschutzmittel in der Qualität Monsantos anbieten könnten. Vielleicht könnte die Reformierung des Patentrechtes hier Abhilfe schaffen. Damit kenne ich mich aber nicht aus.

    Für deutsche Landwirte kann Brian allerdings nur ein Vorbild sein, mehr über ihre alltägliche Arbeit zu berichten.

  5. Klaus Antworten | Permalink

    Hallo Sören, Monsanto, Syngenta und Co. sind ideale Feindbilder für für Spenden sammelnde, sog. Nicht-Regierungsorganisationen. Dass dieser Beitrag daher zwiespältige Kommentare á la "Monsanto Inc" auslöst, war zu erwarten. Der FAZ-Redakteur Jan Grossarth hat sich ebenfalls dem Thema gewidmet und eine Flut böswilliger und respektloser Kommentare über sich ergehen lassen müssen: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/genveraenderte-pflanzen-und-dann-schuf-gott-monsanto-12622148.html
    Die Gedanken sind eben nicht frei - in Deutschland (http://greenbio.checkbiotech.org/news/biotech_food_safe_greenpeace_claim_dismissed). Daher meine Bitte: weiter so mit solchen Beiträgen, die zum Dialog ermuntern. "Es muss erlaubt sein, bei der Hungerbekämpfung auch über den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen nachzudenken", meint die europäische Akademie der Wissenschaften (http://www.euractiv.com/science-policymaking/eu-chief-scientist-unethical-use-interview-530692)

    • Sören Schewe Antworten | Permalink

      Hallo Klaus,

      habe Dich gerade überraschend aus dem Spam-Filter befreit. Den FAZ-Artikel habe ich schon gelesen, die Kommentare dazu in weiser Vorahnung aber nicht ;) Im Übrigen wollte ich diesen Artikel nicht unbedingt schreiben als an mögliche Kommentare dachte, wurde dann aber überredet und bin jetzt überrascht, dass es doch recht entspannt ist.

      Und natürlich werde ich Deiner Bitte nachkommen. Das mache ich mittlerweile ja schon seit einiger Zeit und bin auch im Bereich der Tierhaltung immer ähnlich vorgegangen. Sehe das also genau so wie Du.

      Was ich in Unterhaltungen immer wieder mitbekomme, sind recht diffuse Bedenken, die nicht selten entstehen, weil viele gar nichts über konventionelle Verfahren wissen. Tilling oder Radiation Breeding hat kaum einer je gehört - nur eben, dass bei der Gentechnik im Genom gefummelt wird. Gnarf. Da hilft nur weitermachen. Natürlich auch mit Dir, durch Deine Kommentare lerne ich ja auch noch ;)

  6. torben hoffmeister Antworten | Permalink

    Hallo Sören:
    Zu Deinem Kommentar „…bin jetzt überrascht, dass es doch recht entspannt ist.“ Das ist auch nicht verwunderlich. Hierher „verirren“ sich höchstens Funktionäre der Spendensammler wie “Monsanto Inc.“, aber nicht das Fußvolk der Graswurzelbewegung. Die lesen lieber das, was der Funktionär vorgibt und was der eigenen Anschauung entspricht. Interessant ist doch immer wieder dieser sich offenbar nicht abnutzende Pawlowsche Reflex. Wer von der angeblichen mainstream – Meinung „Monsanto = böse, ergo Chemie und Gentechnik = böse“ abweicht, handelt politisch unkorrekt und muss gekauft sein. Ohne Frage, das jahrzehntelang aufgebaute Feindbild der NGO`s wird bis aufs Messer verteidigt, hat es doch die Funktion einer Existenzsicherung.
    Man könnte auch einen Farmer zu Wort kommen lassen, der als einer von über 90% seiner Berufskollegen herbizidtolerantes Zuckerrübensaatgut des deutschen Mittelständlers KWS einsetzt. Dann hätten es die Rattenfänger mit ihrem Feindbild ein wenig schwieriger. Ach übrigens, in diesem Jahr wurde auf 3.000 ha deutschem Acker der über Mutationszüchtung erzeugte herbizidtolerante Clearfield-Raps von BASF eingesetzt. Das zeigt, kluge Landwirte testen und nutzen neue Systeme, wenn es Vorteile bringt und sie denn dürfen. Ohne NGO-getriggertes Verbot von MON810 wäre die Akzeptanz in Deutschlands Maiszünsler-Befallsregionen ähnlich hoch wie in Spanien. So bleibt einigen Landwirten dieses Jahr nur die Option, die eigentlich als Körnermais gedachten Schläge aufgrund von Stengelbruch und Fusarienbefall umzuwidmen in die Biogasverwertung.

    • Sören Schewe Antworten | Permalink

      Hallo Torben,

      wie immer ein spannender Kommentar. War der Tierhaltung kurz überdrüssig - also hier in meiner Freizeit - und lese mich deshalb ein bisschen in Ackerbau ein. Werde mir Deinen Kommentar deshalb mal notieren ;)

      Was einen möglichen Sturm in den Kommentaren anging: ich hatte auch nach meinen Wiesenhof-Artikeln leichte Bedenken, ist aber auch gut gegangen. Vielleicht lege ich sie noch ganz ab...

  7. Jens Hübel Antworten | Permalink

    Hallo Sören,

    was hat dieser Beitrag mit Wissenschaft zu tun? Du zitierst unkommentiert einen Beitrag einer Einzelperson, die fröhlich darüber berichtet, wie toll doch das Produkt sei, was er gerade (seit 2011) erworben hat. Noch dazu schreibt er selbst, was er glaubt oder sich für ihn darstellt. Das ist maximal ein Fallbericht. Mehr nicht. Sorry, Wissenschaft stützt sich auf Studien, auf Vergleiche, Quellen, Literaturrecherche etc. Egal ob das von irgendjemandem finanziert wurde oder nicht. Es ist ein Loblied auf etwas, was ungeprüft weiter verbreitet wurde.

  8. Sören Schewe Antworten | Permalink

    Hallo Jens,

    tatsächlich ist das eben nicht nur die Meinung einer Einzelperson, ich habe mich mit einigen anderen Landwirten ebenfalls über dieses Thema unterhalten, die Ansichten deckten sich. Kein Landwirt fühlte sich unterdrückt. Alle versicherten mir, dass nur sie selbst bestimmen, was auf ihren Betrieben passiert. Brian hat das im Unterschied zu den anderen aber auch noch sehr gut belegt. Du kannst Die den Vertrag in seinen Blog runterladen.

    Was hat dieser Artikel jetzt mit Wissenschaft zu tun? Einiges, denn natürlich wird nicht nur an Universitäten geforscht. Auch Unternehmen betreiben Wissenschaft, wenn auch etwas Produkt- orientierter. Wie sich das letztlich auf die Produkte selbst, ihre Akzeptanz und die wirtschaftlichen Entscheidungen der Landwirte auswirkt, ist natürlich interessant.

    Denn entgegen vieler Kritiker ist das mit der viel propagierten Abhängigkeit/Unterdrückung wohl nicht so schlimm - und wenn das jemand beurteilen kann, dann doch wohl jemand, der täglich damit zu tun hat, oder?

  9. Jens Hübel Antworten | Permalink

    Hallo Sören,

    das klingt für mich alles sehr naiv. Sowohl deine Sichtweise als auch die des Landwirts. Er macht das ja noch nicht allzu lange. Und natürlich verspricht er sich erst mal Vorteile davon, sonst würde es ja niemand machen. Warum auch. Aber die Frage ist doch, hat er tatsächlich Vorteile davon? (von den Problemen für die Biodiversität und die Nahrungsgrundlage der Menschen mal ganz abgesehen) Und viele seiner Argumente, kann der Landwirt nicht belegen, sondern entsprechen seinen Wünschen. Fakten sehen anders aus. Und natürlich wird nicht nur an Unis geforscht, aber wichtig ist, auf welcher Grundlage geforscht wird. Was wird publiziert? Nur die tollen Meldungen und alles andere wird unter den Teppich gekehrt, so wie das häufig bei Studien aus der Wirtschaft der Fall ist. Und die Darstellung der Landwirts und dein Wiederholen ist keine Wissenschaft. Das ist eine Meinung und wie ich schon schrieb, höchstens ein Fallbericht. Frag den Landwirt mal in zehn Jahren, ob er immer noch das Loblied auf Monsanto singt. Und wenn du bereits ein paar Landwirten glaubst, dann sollte das folgende für dich umso interessanter sein, denn hier sind es gar einige Landwirte und sogar ganze Kontinente. Nur singen die gerade kein Loblied auf Monsanto. http://blog.markusgaertner.com/2013/06/07/weizenkrieg-us-bauern-drehen-jetzt-den-spies-gegen-monsanto-um/

    Wenn du Wissenschaft betreiben willst, erstelle einen Fragebogen, schicke den an eine repräsentative Zahl Landwirte, werte den Fragebogen aus und publiziere das ganze. Alles andere ist Hören-Sagen.

    • Thorsten Antworten | Permalink

      Weizen ist selbstbefruchter, damit schließt eine Kontamination durch Bestäubung aus.
      Anscheinend und das war bisher immer der Fall (zB Percy), hat jemand den Weizen illegal vermehrt und weiter verkauft oder auch nur selbst weiter angebaut.
      Da kann Monsanto nichts dafür, die werden das Saatgut sicher nicht weiter verkauft haben. Weil eben genau das passiert, es kommt raus und dann wird es richtig teuer, gerade in den Staaten.
      Alle bislang bekannt gewordenen Fälle waren illegales Handeln von einzelnen Landwirten.
      Wenn das mal nicht das nächste Eigentor wird.

      Und Sortenschutz genießt jede eingetragene Sorte, das hat mit GVO nichts zu tun.
      VW patentiert sich ja auch alles sinnvolle, steckt eben viel Forschung und Arbeit drin.
      Selbst der kleinste Züchter wird eine Sorte patentieren lassen.

      Zur Biodiversität gibt es sehr ausführliche Studien in China, die über 16 Jahre BtMais Anbau liefen und dort ist die Biodiversität sehr stark angestiegen mit Bt-Mais.
      http://www.nature.com/nature/journal/v487/n7407/full/nature11153.html

      Vielleicht nicht immer alles so schwarz sehen, anscheinend war die anfängliche Angst einfach nur übertrieben.
      Langsam sollte man wieder Ruhe einkehren lassen, damit das Saatgut in Zukunft nicht von 4 Konzernen noch verkauft wird, denn die momentanen Probleme bei Zulassungen und der immense Aufwand kann von keinem kleinen Unternehmen mehr bewerkstelligt werden.
      Die "klassische" Kreuzzüchtung bringt bei den wichtigen Feldfrüchten seit über 10 Jahren keinen merklichen Zuchterfolg mehr, es wird immer aufwendiger eine neue Sorte zu züchten.
      Die Zuchtlinien sind langsam ausgereizt.
      Je länger man abwartet, je weniger Züchter werden in Europa überstehen.
      Monsanto verdient sein Geld, denen spielen die Aktivitäten der "AntiGenBewegung" nur in die Hände, Konkurrenz muss aufgeben, private oder staatliche Forschung findet nicht statt.
      Da braucht Monsanto nicht mit den Ellenbogen am Markt agieren, die Aktivisten machen den Job.

      Also lieber mal um ein, zwei Ecken mehr denken.

      • Thorsten Antworten | Permalink

        Nachtrag:
        Aus der Anklage
        "In einem(!) Weizenfeld" in Kansas...

        Sprich in einem einzigen Weizenfeld wurde was gefunden, wie auch immer.

        Wenn da mal nicht wieder aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird und einer Mist gebaut hat. In Deutschland ist das dann schon "Weizenkrieg"
        Wie diese Fälle immer aufgebauscht werden, riesen Rummel und am Ende steht wieder ein Bauer da, der Mist gebaut hat.

        Man könnte mit den Aktivisten eigentlich Mitleid empfinden...

  10. Sören Schewe Antworten | Permalink

    Zwei Anmerkungen:

    Wenn Monsanto Mist baut, muss man sie dafür kritisieren. Ganz klare Sache. Du gehörst wohl auch zu denen, für die Welt entweder schwarz oder weiß ist. Entweder man ist für oder gegen Monsanto. Leider ist die Welt manchmal verdammt grau.

    Ganz ehrlich: mir ist das Unternehmen ziemlich egal. Wenn sie gute Produkte anbieten, ist das ok, wenn nicht, werden sie irgendwann verschwunden sein.

    Noch was: ich stelle hier Beiträge zur Diskussion und habe nicht den Anspruch, dass jeder Artikel zu einem Thema alles dazu abhandelt. Und Wissenschaft betreibe ich hier im Blog auch nicht.

  11. Jens Hübel Antworten | Permalink

    Nein, ich sehe die Welt ganz bunt. Und das soll hier und die Auffassung hast du bisher auch vertreten, ein Wissenschaftsblog sein. Das verpflichtet dazu, nicht nur sorgfältig zu recherchieren, sondern auch gewisse Fachkenntnisse mitzubringen und anzuwenden. Dazu gehören Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens.

  12. Thorsten Antworten | Permalink

    "In "seltenen" Fällen"(maximal 3%). Das erklärt dann aber noch nicht, warum man bei einem einzigen Landwirt den Weizen gefunden hat.
    Von den Versuchen vor ein paar Jahren wird das sicher nicht gekommen sein, das sind ja keine 100 Hektar großen Flächen wo das mal eben die Fläche vom Nachbarn bestäubt.
    Und nach 9 Jahren wäre dann wohl der "kontaminierte" Weizen lange im Trog gelandet. Kein Landwirt baut 8 Jahre lang einfach seinen Weizen nach, es sei denn er findet etwas an dem Weizen, das ihm gefällt. Wo wir dann wieder da sind, wo alle Anschuldigungen bislang hin liefen...
    In der Schweiz gab es mal Versuche mit GV Weizen, da wurde festgestellt, dass ein Pflugschar breit reicht, damit das Nachbarfeld nicht "befallen" wird. Glaub Beda war daran beteiligt.

    • Sören Schewe Antworten | Permalink

      Falls Du wissen willst, warum ich mit Dir nicht mehr diskutiere: der von Dir verlinkte Beitrag hat gar nichts mit meinem Artikel zu tun. Und das mit der "Lobeshymne" wird auch nicht richtiger, je öfter Du es hier schreibst.

  13. Thorsten Antworten | Permalink

    "Seitdem hat der Verbrauch von Pestiziden um sieben Prozent zugenommen "
    Ich kann den Zusammenhang zwischen Zunahme und Gentechnik nicht direkt herstellen, wäre schön Jens, wenn Du das aufschlüsseln könntest.
    Wenn ein Gentechnikkritiker wie Benbrook so was veröffentlicht, dann sollte er das auch tun.
    Und was "Superunkräuter" sind würde ich auch gerne wissen, die haben wir hier auch ;)
    Glyphosat wirkt nicht auf alle Unkräuter und wenn ich das dann spritze, dann vermehren sich diese eben, bekanntlich auch zum Problem.
    Ich als Ackerbauer habe in so ziemlich jeder Kultur "Superunkräuter", die resistent gegen gewisse Wirkstoffe sind, da würde ich mir schon die eine oder andere RR-Kultur wünschen.

    Und Gentechnik als reine "Pflanzenschutz-zucht" zu sehen ist doch sehr kurzsichtig.

    Nebenbei garantiert Demeter nicht mehr für CMS freien Anbau.

Einen Kommentar schreiben


sechs × = 30