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Selbstüberschätzung - Holt die Bänker aus den Türmen

Bastian Greshake | 31. Juli 2011, 12:49

Wir Menschen haben ja eine recht fest verwurzelte Neigung dazu alle Dinge die mit Macht, Erfolg und Fähigkeiten zu tun haben auf einer vertikalen Skala einzusortieren. Glaubt ihr nicht? Wir wollen hoch hinaus, fallen tief, klettern die Karriereleiter rauf, schaffen es dabei vielleicht sogar in die Oberen 10.000 und verlieren die Bodenhaftung dabei. Wir sortieren unsere Musik in Charts, stellen unsere Athleten in absteigender Höhe nach ihrer Platzierung auf Podeste und auch wenn Untermenschen aus gutem Grund nicht mehr benutzt wird, über die Unterschicht wird sich in Teilen der Bevölkerung trotzdem gerne aufgeregt. Aber hat diese, kulturübergreifende, Ausrichtung unseres Denkens eigentlich auch Auswirkungen auf unser Verhalten? Wenn man einer Publikation aus China in PLoS ONE glauben darf, dann schon. Und zwar haben sie sich mit dem Thema Priming beschäftigt. Damit umschreibt man die Tatsache, dass unser Verhalten im Alltag nämlich nicht so sehr von uns selbst gesteuert wird, wie wir es vielleicht glauben wollen. Sondern auch von den Umweltfaktoren abhängen, die unser Verhalten dann völlig unbewusst beeinflussen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Tatsache wie sich unsere Wahrnehmung von Menschen verändert, je nachdem welche Temperatur das Getränk, welches wir kurz zuvor noch in der Hand gehalten haben, hatte. In einem Experiment wurden die Versuchspersonen, vermeintlich zufällig, gebeten doch kurz für jemanden seinen Becher zu halten. Danach gab man ihnen Texte über Personen zu lesen und sie sollten die in den Texten beschriebenen Personen einschätzen. Jene Probanden, die den Eiskaffee hielten, schätzen die Person aus dem Text als kühler ein. Jene mit dem heissen Kaffee die Person aus dem Text als wärmer. Die Versuchspersonen reagierten also ganz unbewusst auf den Sinneseindruck der Temperatur, dem sie kurz vorher noch ausgesetzt waren. Drei ganz ähnliche Experimente hat man nun auch mit einem Priming auf Höhe an je nach Versuch zwischen 80 und 100 Studenten durchgeführt.

China Tibet Himalaya

In dem ersten Experiment hat man die Studenten zufällig in 2 Gruppen eingeteilt: Jene die einen Test im zweiten Stockwerk absolvieren sollten und jene, die ihren Test im achten Stockwerk absolvieren sollten. Die Studenten wurden dann auf die dem Stockwerk entsprechende Höhe geprimt, indem man ihnen sagte, dass sie doch vorher bitte für 3 Minuten aus dem Fenster schauen sollen, damit sie einen freien Kopf kriegen. Anschliessend bekamen die Versuchspersonen einen 10 Fragen umfassenden Test, dessen Fragen immer 2 Antwortoptionen enthielten, wovon eine korrekt war (Beispiel: Welches Land ist größer? A: Kongo B: Sambia, A ist korrekt). Anschliessend wurden die Versuchteilnehmer dann noch befragt, wie viele Antworten sie glauben korrekt beantwortet zu haben. Aus der Differenz zwischen der geschätzten Anzahl an korrekten Antworten und der tatsächlich korrekt beantworteten Fragen kann man dann ablesen wie stark sich die Probanden über- oder auch unterschätzen. Die Ergebnisse dazu sind spannend: In der Anzahl der tatsächlich korrekt beantworteten Fragen finden sich keine Unterschiede zwischen den beiden Stockwerken. Im Schnitt wurden 5,51 korrekte Antworten auf dem oberen Stockwerk und 5,71 auf dem unteren Stockwerk gegeben. Allerdings schätzen die Probanden auf dem oberen Stockwerk im Schnitt, dass sie 5,94 Fragen korrekt beantwortet hätten. Auf dem unteren Stockwerk lag der Schnitt der Schätzungen jedoch bei 4,88 Fragen. Man findet also einen signifikanten Unterschied in der eigenen Einschätzung zwischen den beiden Stockwerken.

Skyline Frankfurt

Dieser Unterschied wird auch deutlich, wenn man sich die einzelnen Gruppen genauer anschaut: Auf dem oberen Stockwerk überschätzt sich die Gruppe nicht nur insgesamt, sondern der Anteil der Versuchsteilnehmer, die sich überhaupt überschätzen, ist hier signifikant größer als auf dem unteren Stockwerk. Das spricht schon einmal dafür, dass ein solches Priming aufgrund der Höhe wirkliche einen Unterschied bei der Selbsteinschätzung macht. Aber muss man für diesen Effekt wirklich hoch hinaus? Oder reicht es, wenn man sich nur entsprechende Fotos anschaut? Oder könnte es einfach an der unterschiedlichen Aussicht zwischen den beiden Stockwerken liegen? Aus dem achten Stockwerk hat man ja eine breitere Übersicht, als auf dem zweiten Stockwerk. Diese beiden Dinge hat man in zweiten Experiment getestet. Dazu hat man aus den Fenstern heraus Fotos gemacht und diese zum Teil in Photoshop so bearbeitet, dass der Blick in die Ferne versperrt war und der Fokus stattdessen auf die Distanz zum Boden gerichtet war. Die Versuchspersonen hier wurden dann in 4 Gruppen eingeteilt (zweiter/achter Stock und unbearbeitetes/bearbeitetes Foto) und sollten als erstes die Bilder bewerten um so auf die entsprechende Höhe geprimt zu werden. Danach bekamen sie den gleichen Test, wie in dem ersten Experiment. Dabei fanden die Forscher keinen Unterschied zwischen den Gruppen, die zwar auf eine Höhe, aber mit bearbeiteten oder unbearbeiteten Fotos geprimt wurden. Damit ist es unwahrscheinlich, dass sich die Effekte (auch jene aus Experiment 1) durch die unterschiedlichen Sichtweiten ergeben. Aber auch hier findet man die Unterschiede bezüglich der Selbstüberschätzung zwischen den Stockwerken. Wer das Foto, welches aus größerer Höhe gemacht wurde, sieht, der überschätzt sich stärker als jene die das Foto aus dem unteren Stockwerk gesehen haben.

Frankfurt

Die beiden Experimente geben bislang aber keinen Hinweis darauf, wieso das Priming auf diesen Sinneseindruck von Höhe zu unterschiedlicher Selbsteinschätzung führt. Eine mögliche Erklärung, die von den Forschern vorgeschlagen wird ist, dass wir unsere Gedanken über Fähigkeiten auch in einem mentalen Raum auf der vertikalen Achse ausbreiten, wie man ja auch an den ganzen Sprichwörtern dazu sehen kann. Mit dem dritten Experiment hat man versucht genau dies zu überprüfen. Dazu hat man gezielt versucht das mentale Bild mit der Selbstbewertung die nach dem Test stattgefunden hat, zu stören. Die Versuchspersonen bekamen wieder die Bilder, aufgenommen aus den verschiedenen Stockwerken, zu sehen und machten danach den für uns schon bekannten Test mit. Und danach sollten die Probanden sich auch wieder selbst einschätzen. Diesmal aber auf einer vertikalen Skala die von 0 bis 100 % korrekte Antworten skaliert war. Der Trick: Einmal verlief die Skala von unten nach oben (0 % unten, 100 % oben), so wie die meisten von uns das intuitiv erwarten würden, und im zweiten Fall genau gegenläufig (100 % unten, 0 % oben). Die Forscher erwarteten, dass die gegenläufige Skala das Priming zerstören oder zumindest abschwächen würde, da es der geistigen Repräsentation von den Fähigkeiten entgegenläuft. Und genau diese Erwartungen trafen auch ein. Bei den Gruppen, die sich selbst mit der „natürlichen“ Skala einschätzen sollte traf das Bekannte ein: Die Teilnehmer, die das höhere Bild zu sehen bekamen, überschätzen sich mehr, als jene die das tiefere Bild zu sehen bekamen. Dieser Effekt verschwand aber für jene Teilnehmer, die sich auf der entgegenläufigen Skala bewerten sollten.

Der Dunning-Kruger-Effekt lässt sich also ganz einfach über Fotos induzieren. Was für Auswirkungen diese Forschung hat ist natürlich ganz klar, wenn man sich die Frankfurter Skyline mal anschaut. Oder was glaubt ihr, auf welchen Etagen die ganzen Manager sitzen, die für die Finanzkrise verantwortlich sind? Ob höheninduzierte Selbstüberschätzung wohl eine Teilschuld trägt? Falls ihr euch selbst vor Dunning-Kruger schützen wollt: Sucht euch eine Parterre-Wohnung, nehmt das Himalaya-Motivational-Poster von der Wand und bewertet alles immer über Kopf.

Disclaimer: Der Autor wohnt und arbeitet im Hoch-Parterre und leidet deshalb ganz schrecklich am Impostor syndrome.

Fotos:
China Tibet Himalaya by Bernhard Goldbach, CC BY 2.0
Frankfurt by ND Strupler, CC BY 2.0
Skyline Frankfurt by Matthias Schack, CC BY-ND 2.0

Sun, Y., Wang, F., & Li, S. (2011). Higher Height, Higher Ability: Judgment Confidence as a Function of Spatial Height Perception PLoS ONE, 6 (7) DOI: 10.1371/journal.pone.0022125

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Warum wir Alkohol trinken können

Philipp Bayer | 18. Mai 2011, 07:17

ResearchBlogging.org

Im Ablauf eines trinkseligen Abends kommen irgendwann die tiefgängigsten Fragen auf. Darunter folgende: Warum können Menschen das eigentlich giftige Ethanol überhaupt trinken, ohne tot umzufallen? Und wo kommt die Alkoholdehydrogenase (ADH), die für den Abbau des Ethanols zu Acetaldehyd veranwortlich ist, eigentlich her? Den Beginn einer Antwort darauf gibt es in folgender Veröffentlichung: Natural alcohol exposure: Is ethanol the main substrate for alcohol dehydrogenases in animals? ("Natürliche Alkoholbelastung: Ist Ethanol das Hauptsubstrat für Alkohldehydrogenasen in Tieren?", leider nicht Open Access). Darin haben sich die Forscher um Aída Hernández-Tobías die Evolution der drei ADH-Klassen[1] angeschaut, mit der Frage: Wo tauchte das Enzym zuerst auf - Gleichzeitig mit Ethanol, oder schon vorher?

Ethanol entsteht normalerweise bei der Vergärung von Zuckern durch Hefe. Dies geschieht in der Natur in Früchten. In reifen Früchten ist der Ethanol-Gehalt zwischen 0.04 und 0.72% angesiedelt, deswegen kommen frugivore (Frucht-essende) Tiere nicht um die Einnahme von ein wenig Alkohol. Allerdings reicht die Dosis nicht, um die ADH notwendig zu machen - es kommt bei so wenig Alkohol zu keiner Vergiftung. Zum Vergleich: Bier hat 3-6%, Wein 8-12%.

Ein Bier! Wie schön!

Darum gehts hier. Quelle

Die Frage um die Entstehungszeit ist wichtig: Wäre die ADH zeitgleich mit der Entstehung von Früchten (und damit Ethanol) entstanden, so wären die Früchte ausschlaggebender Faktor für die Entstehung eines neuen Proteins in Tieren gewesen.

Wäre Ethanol schon vorher entstanden, so wäre die Möglichkeit des Ethanol-Abbaus reiner Zufall, Bacchus würde würfeln! Diese "Zufälligkeit" liegt an der Bindespezifität von Proteinen: Stellt euch das aktive Zentrum, der Ort an dem die durch das Protein katalysierten Reaktionen stattfinden, wie einen Handschuh vor. Manche dieser Orte sind hochspezifisch zum jeweiligen Reaktionspartner (also eher wie ein Chirurgenhandschuh) und manche Proteine können verschiedene Partner aufnehmen (also eher wie ein Baseballhandschuh). In diesem Fall wäre die ADH in Reaktion auf einen anderen Stoff als Ethanol entstanden. Zum Beispiel im Menschen: Dort wird durch die ADH Methanol zum giftigeren Methanal oxidiert.

Wie genau wurde die Entstehungszeit der ADH untersucht? Dazu haben sich die Forscher durch die drei Klassen und ihre bekannten, jeweiligen Unterteilungen angeschaut. Dazu haben die Forscher die Daten aus einer anderen Veröffentlichung und öffentlichen Datenbanken wie z.B. ensembl genommen und sie automatisiert in 8 Gruppen unterteilt. Die genaue Abfolge der Analyse ist, zumindest für mich momentan, nicht erreichbar, da wird es anscheinend eine weitere Veröffentlichung zu geben. Zu jeder dieser Gruppen (z.B. Fadenwürmer, oder Primaten) wurde eine genauere Analyse durchgeführt.

Die Genauigkeiten aufzulisten würde meine mickrige australische Internetverbindung sprengen. Deswegen kürze ich ab: Klasse 2 aus der Ordnung der Diptera (Zeiflügler, eine sehr große Gruppe mit u.a. Fliegen und allen möglichen Mücken) war die einzige Enzym-Familie, die zeitgleich mit Früchten enstand. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass manche Insekten dieser Ordnung ihre Eier in Früchte legen, und die (sehr kleinen) Nachkommen dann mit für sie potentiell tödlichen Ethanolkonzentrationen umgehen müssen. In diesem Fall wäre die ADH als Abwehrmaßnahme gegen eine feindliche Kinderstube enstanden.

Alle anderen untersuchten Klassen (also auch unsere!) enstanden entweder zeitlich vor Früchten (und damit Ethanol) oder ihre Genexpression wird durch Trinkalkohol nicht angestellt, im Genom sind sie also für andere Stoffe vorgesehen. All diese Daten lassen auf eins schließen: Die Enstehung der modernen Alkoholdehydrogenase ist (zumindest zum größten Teil) nicht in Reaktion auf die Entstehung von Ethanol geschehen. Der Umstand, dass wir uns heute fröhlich betrinken können, ist also eher dem Zufall als der "Vorsehung" geschuldet.

Offen bleibt die Frage, woher die Alkoholdehydrogenase denn nun genau kommt. Welcher Stoff machte die Evolution der ADH notwendig? Das lässt sich im Moment schwer sagen und ist schwer nachzuweisen - mir kommt zuerst die Idee, einfach nach dem Stoff zu suchen, für den das aktive Zentrum der ADH die höchste Bindungsaffinität hat. Allerdings könnte diese Affinität auch nur Zufall sein, um das Bild von oben fortzusetzen: Tennisbälle passen auch hervorragend in Baseballhandschuhe. Die Forscher schreiben in ihrem Fazit, dass die Quelle der ADH wahrscheinlich im Bereich der im Körper erzeugten Alkohole (also alle Stoffe mit einer OH-Gruppe) und Aldehyde (also alle Stoffe mit einem doppelt gebundenen Sauerstoff am Ende der Molekülkette) zu finden ist. Was würde passieren, wenn man im "normalen" Stoffwechsel (sagen wir, einer Maus) die ADH ausschaltet? Wäre interessant!

Also: Prost!

[1]: Die Klassen-Unterscheidung basiert u.a. auf der Klass des Zentralions: Klasse 1 hat Zink, Klasse 2 hat keins, Klasse 3 hat Eisen.

Hernández-Tobías, A., Julián-Sánchez, A., Piña, E., & Riveros-Rosas, H. (2011). Natural alcohol exposure: Is ethanol the main substrate for alcohol dehydrogenases in animals? Chemico-Biological Interactions DOI: 10.1016/j.cbi.2011.02.008


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Von den bösen Auswirkungen des Heavy Metals

Bastian Greshake | 15. Mai 2011, 16:09

Heavy Metal, eine Musikrichtung die, zusammen mit ihren Fans, auch im Jahr 2011 noch von Teilen der Bevölkerung hauptsächlich negativ wahrgenommen wird (Glaubt ihr nicht? Dann solltet ihr mal ein paar der radikalen Christenpropaganda-Webseiten lesen, nur so zum Spaß). So etwas hören doch nur Leute die in ihrer Freizeit kleine Kätzchen auf dem Altar an Satan opfern, christliche Kirchen anzünden, sich mit ihrem gleichen prügeln. Oh und natürlich nehmen sie alle Drogen, sind depressiv und stehen immer kurz vor dem Suizid. So oder so ähnlich, die passenden Vorwürfe.

Die "Betroffenen", also die Fans, selbst sehen das natürlich alles ganz anders: How Heavy Metal is Keeping us Sane titelt The Atlantic und viele Fans würden dem vermutlich gleich zustimmen. Nichts helfe besser gegen den alltäglichen Wahnsinn, als diesen in der verkonsumierten Musik auszuleben. Oder wie Funny Van Dannen so schön besingt: Und weil ich immer so friedlich bin, brauch' ich zum Ausgleich ein bisschen Krieg. Und deshalb höre ich privat am liebsten menschenverachtende Untergrundmusik.

Einige französische Wissenschaftler haben sich mit dieser extrem negativen Wahrnehmung mal etwas ausführlicher befasst und dazu über 300 Metal-Fans befragt, um zu schauen wie es um ihre geistige Gesundheit bestellt ist. Ihre Fragen: Zeigen französische Metal-Fans mehr Angst und Depressionen? Und welche Faktoren beeinflussen Angst & Depressionen? Die Ergebnisse haben sie dann 2009 in der Zeitschrift Culture, Medicine and Psychiatry veröffentlicht. Aber kommen wir erstmal ein bisschen zur Methodik: Ihre Metal-Fans haben sie aus französischen Internet-Foren die den Fokus auf (Überraschung!) Metal-Musik legen rekrutiert. Damit wollten sie sicherstellen, dass sie Menschen erreichen, die zum einen stark in der entsprechenden Szene verwurzelt sind und zum anderen wollten sie damit die Gruppendynamik (die z.B. auf Konzerten herrschen würde) ausschliessen.

Den so gewonnen Teilnehmern wurde dann ein Fragebogen vorgelegt, der neben einem standardisierten Test über Angst und Depressionen (Das Ding heisst Hospital Anxiety and Depression Scale, ich bin kein Psychologe, wie gut dieser Fragebogen funktioniert kann ich also nicht wirklich bewerten) auch Fragen zu möglichen anderen Variablen umfasst: Welche Musikvorliebe (Die Metaller unterteilen sich ja in Fantastilliarden Sub-Genres) man hat, wie lange man schon Fan ist, Alter, Geschlecht, Bildungsgrad, Body-Mods (Tattoos, Piercings etc.), Menge der Konzerte die man besucht und die Motivation zur Teilnahme an Konzerten wurden dabei abgefragt.

Die Eckdaten der Befragung: Von den 324 Teilnehmern waren gut 90% männlich, das Durchschnittsalter lag bei gut 23 Jahren (werden die ganzen Metaller aufgrund des angeblich erhöhten Drogenkonsums nicht so alt? Andererseits macht Keith Richards ja vor, dass man das trotzdem schaffen kann). Gut die Hälfte der Befragten waren Studenten, 40 % gingen einer geregelten Arbeit nach und im Schnitt waren die Befragten seit 10 Jahren in der Metal-Kultur zuhause. So weit, so wenig überraschend.

Schon spannender: Gut 1/3 der Befragten hat mindestens eine Art von Body-Modification und fast die Hälfte der Befragten ist Mitglied in einer Metal-Band oder zumindest in einem Fanclub aktiv (Was dafür spricht, dass sie mit ihrer Theorie über Online-Befragungen besonders Aktive zu erreichen nicht unrecht hatten). Wieder weniger spannend: 96 % der Befragten gehen zu Konzerten, weil sie die Musik mögen (na, wer hätte das vermutet?). Gute 34 % der Befragten gehen (auch) zu Konzerten, um sich volllaufen zu lassen, knappe 3 % um Drogen an den Mann zu bringen und weniger als 1 % geht zu Konzerten um sich dort zu prügeln.

Aber jetzt zur ersten Frage: Sind Metal-Fans ängstlicher/depressiver? Die kurze Antwort lautet: Nein. Die durchschnittlichen Resultate liegen weit unter den Werten, die man für eine psychische Störung anlegen würde und auch sonst sind die Werte laut Aussage der Forscher recht gering. Allerdings gibt es einige Teilnehmer, deren Werte über dem Schwellenwert liegen: Gut 16 % der Befragten zeigen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Angststörung. Etwas mehr als 3 % zeigen ein erhöhtes Risiko für Depressionen. Aber das muss ja nichts heissen, auch in anderen Populationen findet man Depressionen und Angststörungen.

Leider liefern die Autoren selbst keine Werte dafür, wie sich das Risiko in andere "Durchschnittspopulationen" verteilt. Für Deutschland hab ich auf die Schnelle Werte von 14 % für Angststörungen und laut Zahlen der WHO sind weltweit 20-25 % der Frauen und 10-12 % der Männer von Depressionen betroffen. Auch wenn die Zahlen nicht direkt vergleichbar sind: Damit wären die Metal-Fans so ziemlich im Schnitt, im Fall der Depressionen sogar besser als "der" Durchschnitt (Ist an Heavy Metal keeps us sane also doch etwas dran?).

Die weitere Analyse ihrer Parameter zeigte, dass Alter, Geschlecht, die Anzahl der Konzertbesuche, Lieblings-Metal-Richtung und auch Tattoos & Piercings keinerlei Zusammenhang mit Angststörungen oder Depressionen herstellen. Dafür hängen andere Faktoren durchaus mit der geistigen Gesundheit zusammen: Nämlich (Wunder, oh Wunder): Bildung und Job. Je geringer der Bildungsstand und je schlechter der Job desto höher die erzielten Werte auf der Angst-Skala. Außerdem zeigen Studenten aus den Arts höhere Werte auf der Angst-Skala als solche aus den Naturwissenschaften (wenigstens etwas hab ich richtig gemacht!). Darüber hinaus gab es noch andere Faktoren, die mit erhöhten Angst-Werten korrelieren: Das Schreiben von Songtexten (siehe auch die Arts-Studenten) und der übermässige Alkohol-Konsum. Und die Teilnehmer, die sich den Körper mit Scarifications aufhübschen, zeigten erhöhte Depressions-Werte.


Es sieht also so aus, als könntet ihr alle beruhigt weiter Metal hören, es ist kein Indikator für eine schlechte geistige Gesundheit. Und auch die Autoren der Studie schreiben in ihrer Zusammenfassung der Ergebnisse, dass sie vermuten, dass die Beschäftigung mit Themenkomplexen wie dem Tod, auch im Zusammenhang mit Metal, durchaus positive Auswirkungen haben kann. Trinkt nur lieber nicht zu viel dabei. Und das mit den Songtexten könnte man vielleicht auch anderen überlassen. Party On, aber passt beim Headbangen auf!


Recours, R., Aussaguel, F., & Trujillo, N. (2009). Metal Music and Mental Health in France Culture, Medicine, and Psychiatry, 33 (3), 473-488 DOI: 10.1007/s11013-009-9138-2


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Bunte Hunde und Schmerzempfinden

Bastian Greshake | 14. März 2011, 17:08

Da ich mich momentan mitten im Umzug befinde (Der Inhalt meiner Schränke ist bereits in Wiesbaden, die Möbel stehen noch in Münster), fehlt mir momentan die Muße für ausufernde Blogartikel. Trotzdem möchte ich kurz auf 2 ganz spannende Veröffentlichungen, die bei mir hängen geblieben sind, hinweisen. Zum einen geht es mal wieder um fluoreszierende Hunde. Und zum anderen geht es darum wie die Selbstwahrnehmung unser Schmerzempfinden beeinflusst. Und vielleicht finde ich ja auch, während ich den Text schreibe, noch eine geschickte Überleitung.

Vor gut 2 Jahren hatten wir bei der Bierologie kurz über transgene Hunde berichtet. Unter dem wohlklingenden Namen Ruppy wurde ein Beagle, in den das Red Fluorescent Protein eingebracht wurde, vorgestellt. Mit passendem Licht angeregt leuchteten die Krallen und Ballen von Ruppys Pfoten. Das gleiche Team hat nun eine Folge-Veröffentlichung präsentiert: Fluoreszierende Hunde mit einem An/Aus-Schalter. Dazu hat man in diesem Fall das Green Fluorescent Protein mit der tetracycline-controlled transcriptional activation verwendet, genauer gesagt das Tet-On-System. Dadurch wird das GFP nur dann überhaupt ausgebildet, wenn im Organismus gleichzeitig auch das Antibiotikum Doxycycline vorhanden ist. Wofür man das, gerade in den Hunden, produktiv verwenden kann? Keine Ahnung, aber die Autoren behaupten natürlich, dass man damit besser Tiermodelle für menschliche Krankheiten erstellen kann. In wie weit das so stimmt sei mal dahin gestellt, aber Hunde die auf Knopfdruck auf Medikamentengabe hin anfangen zu fluoreszieren, wie cool ist das bitte (vermutlich ist es auch das, was die Autoren sich eigentlich dachten)?



In der zweiten Veröffentlichung geht es ums menschliche Schmerzempfinden. Erst einmal können Schmerzen natürlich auf ganz verschiedene Arten entstehen: Durch äußere Reize, wie die Hand auf der heissen Herdplatte. Dazu kommen dann noch so schöne Dinge wie der chronische Schmerz, die der Körper von sich aus, ohne Aussenreiz, aussendet (Rückenschmerzen sollen dafür ja ganz beliebt sein) oder Sonderfälle wie der Phantomschmerz. Londoner Psychologen haben vor kurzem ein nettes Experiment vorgestellt, dass sich mit der Wahrnehmung von Schmerz, ausgelöst durch äußere Reize, beschäftigt. Und dazu haben sie 18 Testpersonen die Hand auf die heisse Herdplatte gelegt.



Na gut, das war übertrieben, der Versuchsaufbau war doch leicht anders. Sie haben die Probanden so vor einen Spiegel gesetzt, dass sie in diesem auf ihre rechte Hand geschaut haben. Allerdings so, dass es aussah, als wäre es die linke Hand. Durch den Spiegel wurde die Hand auch entweder in Originalgröße, verkleinert oder vergrössert dargestellt. Unter der (echten) linken Hand wurde dann eine Art Herdplatte, deren Temperatur langsam ansteigt, installiert. Die Probanden sollten dann, per Fusstaster, mitteilen, wenn er Schmerzen spürt. Dabei gab es schon einen ganz spannenden Trend: Je größer die Hand durch den Spiegel dargestellt wurde, desto höhere Temperaturen waren nötig, damit die Probanden sagten, dass sie Schmerz empfinden.

Gleichzeitig wurde bei manchen Durchgängen die rechte Hand (also jene die von den Personen im Spiegel gesehen wurde) durch einen ausreichend großen Holzblock verdeckt. Die Probanden schauten also auf den Holzklotz und mussten wieder mitteilen wann der Zeitpunkt erreicht ist, bei denen sie Schmerzen spüren. Die Größe des Holzblocks machte dabei keinen Unterschied für das Schmerzempfinden. Allerdings zeigte sich, dass die Versuchspersonen ,als sie den Holzklotz sahen, bei geringeren Temperaturen Schmerz empfanden als wenn sie ihre Hand sahen.

Falls ihr also das nächste mal beim Arzt wieder Angst vor den Schmerzen wegen der Spritze habt: Nicht wegschauen, sondern durch die Lupe betrachtet hinschauen. Und das mit der coolen Überleitung vergessen wir dann auch mal.

Kim, M., Oh, H., Park, J., Kim, G., Hong, S., Jang, G., Kwon, M., Koo, B., Kim, T., Kang, S., Ra, J., Ko, C., & Lee, B. (2011). Generation of transgenic dogs that conditionally express green fluorescent protein genesis DOI: 10.1002/dvg.20737

Mancini, F., Longo, M., Kammers, M., & Haggard, P. (2011). Visual Distortion of Body Size Modulates Pain Perception Psychological Science DOI: 10.1177/0956797611398496

Abbildungen: Aus den entsprechenden Publikationen


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Philanthropen? Raus! - Wieso Gruppen keine Wohltäter mögen

Bastian Greshake | 30. Juli 2010, 20:39

Das Gruppen, aber auch Individuen, sich relativ gut vor selbstsüchtigen Individuen schützen können ist ja nicht ganz unbekannt. Unter anderem das Gefangenendilemma ist ja so ein nettes Beispiel für besonders effektive Strategien um sich davor zu schützen. Eine Studie die nun im “Journal of Personality and Social Psychologyerschienen ist wollte eigentlich nur schauen wo die Toleranzgrenze für einen solchen Missbrauch liegt.

Um diese Theorie zu testen haben sie 104 Psychologie-Studenten des ersten Semesters (die Ergebnisse gelten also mal wieder nur für WEIRDs, trotzdem werde ich der Einfachheit halber von Menschen reden.) an einem Versuch teilnehmen lassen. Den Teilnehmern des Versuchs wurde erzählt, sie würden an einem Spiel am Computer mit 4 anderen Studenten teilnehmen. Dabei bekam jeder Spieler 10 Punkte auf sein Spiel-Konto. Diese Punkte konnte er entweder behalten oder in den Gruppen-Pool spenden. Wie viele seiner Punkte er spendet konnte er dabei selbst entscheiden. Jeder Punkt der in den Gruppenpool ging wurde dabei automatisch verdoppelt.

Am Ende konnte der Teilnehmer entscheiden wie viele Punkte er aus dem Gruppen-Pool nehmen will. Bis zu einem Maximum von 25 %. Würden also alle Teilnehmer ihre kompletten Punkte spenden könnte man so anstelle der 10 Punkte gleich 25 abgreifen. Damit es auch spannend ist möglichst viele Punkte zu bekommen wurde den Teilnehmern versprochen die Punkte in Gutscheine für die Restaurants auf dem Campus umzuwandeln am Ende des Versuchs.

Und wie bei jedem guten psychologischen Versuch hat man die Teilnehmer dabei natürlich dreist angelogen. Denn sie haben nicht gegen 4 andere Studenten gespielt sondern die Aktionen der 4 “Spieler” waren einfach einprogrammiert. Einer dieser virtuellen Teilnehmer, Spieler Blau, war dabei so programmiert entweder besonders große oder besonders kleine Anteile zu spenden (8 bzw. 2 Punkte) und entweder besonders viele oder besonders wenige Punkte am Ende aus dem Gruppentopf zu nehmen (12 oder 3 Punkte).

Am Ende des Spiels, vor der Aufklärung des Schwindels, wurde den Studenten gezeigt wie viele Punkte die virtuellen Teilnehmer gespendet hatten und wie viele Punkte die anderen Teilnehmer aus dem Topf genommen hatten. Dann durfte jeder Teilnehmer sagen welche anderen Teilnehmer er wie gerne aus dem Spiel entfernen würde wenn er könnte.

Dabei kam dann auch das raus, was erwartet wurde. Wenn Spieler Blau besonders wenig in den Topf eingezahlt hatte und sich großzügig bedient hat, also eigennützig gespielt hat, dann gaben die meisten Teilnehmer an diesen Spieler aus dem Spiel entfernen zu wollen. Das ist aber nicht das Spannende. Spannend ist das Ergebnis, dass die Teilnehmer den Spieler Blau auch dann entfernen wollten wenn dieser besonders viel eingezahlt hat und sich dann wenig aus dem Topf genommen hat. Wenn Spieler Blau also wohltätig gehandelt hat.

Das ist schon seltsam, denn nicht nur die Gruppe als solches, sondern auch jeder andere Spieler profitiert ja ganz direkt davon, dass jemand viel einzahlt und dann wenig davon zurücknimmt. Denn so gibt es mehr Punkte für jeden anderen. Das hat nicht nur mich verwirrt sondern auch die Psychologen. Deshalb haben sie noch mehr Studien dazu durchgeführt. Ihr erster Erklärungsansatz dazu war, dass diese Beobachtung einfach ein Artefakt, hergestellt durch den Versuch selbst, sein könnte.

Denn die Teilnehmer könnten jene, die viel Spenden und wenig nehmen, einfach als Leute die das Spiel nicht verstanden haben oder sich einfach zufällig verhalten einordnen. Und aus anderen Studien weiss man, dass Menschen nicht gerne mit inkompetenten Menschen oder mit Menschen die sich unvorhersehbar verhalten zusammenarbeiten.

Um diesen Effekt auszuschliessen haben sie in zwei anderen Studien den Test ähnlich wiederholt. Dabei haben sie den Teilnehmern entweder vorher mitgeteilt wie gut die anderen Spieler sind (dabei war Spieler Blau dann entweder genauso gut wie der Rest oder signifikant schlechter) oder den Teilnehmern wurde zwischen den Spielrunden verraten wie konsistent die anderen in ihren Entscheidungen waren (hier war Spieler Blau dann entweder genauso konsistent wie der Rest oder sehr unvorhersehbar). Und in diesen beiden Versuchen änderte sich das Bild nicht. Auch wenn die Teilnehmer den Spieler Blau als kompetent und konsistent bewerteten wollten sie ihn am liebsten rauswerfen.

Deshalb mussten die Psychologen sich andere Erklärungsmodelle für dieses Verhalten überlegen. Und dabei kamen sie auf 2 mögliche Gründe: Zum einen die Bewertung des eigenen Verhaltens der Teilnehmer und zum anderen haben sie ein normatives Modell vorgeschlagen und diese Erklärungsmodelle auch getestet und bestätigen können.  

Der Grund wieso die Bewertung des eigenen Verhaltens eine Rolle spielen könnte liegt darin, dass sich jeder gerne mit anderen Menschen vergleicht. Wenn nun manche Mitglieder der Gruppe besonders gut sind, dann führt das bei jenen die nicht so außergewöhnlich abschneiden dazu, dass sie sich selbst schlecht bewerten. Und das sogar dann, wenn es objektiv gesehen keinen Grund gibt, weil sie immer noch gute Leistungen bringen.

Wenn ein Teilnehmer das Gefühl hat schon sein bestmögliches zu versuchen und trotzdem nicht mithalten kann, dann kann das dazu führen, dass er die anderen, die “besser” sind, ablehnt und sogar zu der Ansicht kommt, dass er selbst ein gutes Mitglied der Gruppe ist. Und als Konsequenz wird der Wohltäter aus der Gruppe geschmissen, denn so muss man sich auch nicht weiter mit ihm vergleichen lassen.

Bei der normativen Begründung spielt dieses “bloßstellen” der eigenen Makel keine Rolle. In dem Fall geht es nur darum, dass jemand die Regeln in der die Gruppe lebt verletzt. Und da das Verhalten der Wohltäter die Ausnahme ist verstößt auch er, genauso wie der Selbstsüchtige, gegen die Norm “Fairness”.

Nach den Daten der Studie dazu durchgeführt wurde halten sich beide Begründungen die Waage. Es gibt also in etwa so viele Teilnehmer die sagen “Spieler Blau lässt uns doof aussehen, deshalb muss er raus” als auch jene die sagen “Spieler Blau ist anders als der Rest der Gruppe, deshalb muss er raus”. Und im Endeffekt ist das auch gar nicht so überraschend, wie es für mich war.

Denn Psychologen kennen den Effekt, dass außergewöhnliche Individuen unbeliebt sind schon länger: Ablehnung von besonders kompetenten Menschen, Unbehagen gegenüber solchen Leuten die Hilfe anbieten und die Ablehnung von Leuten die stark auf ihrem moralischen Standpunkt beharren sind bereits bekannt. Spannend ist dabei, dass diese Ablehnung aber so weit geht, dass sie der Gruppe als solche damit schaden und lieber darauf pochen, dass aller gleichermaßen zum Erfolg beitragen. Auch wenn Einzelne mehr dazu beitragen könnten. Doch wieso entscheiden sich die Gruppenmitglieder dann trotzdem für einen Ausschluss?

Für die Leute die wegen der Bloßstellung den Ausschluss wollen könnte dies am Wettbewerb unter den Gruppenmitgliedern liegen. Für den Versuch das gleiche Level wie der Wohltäter zu erreichen müssten sie ihre persönlichen Ressourcen minimieren. Und so treten das Wohl des Einzelnen und das Wohl der Gruppe in Konkurrenz. Mit dem Ausschluss des Wohltäters fällt dieser Druck weg. Und anderen Studien zufolge gewinnen in solchen Dilemma-Situationen meist die subjektiv wahrgenommenen Eindrücke gegen die objektiven Fakten.

Für jene Leute die wegen der Übertretung der Norm den Ausschluss verlangen könnte der Grund sein, dass dieses abweichende Verhalten subjektiv eine Gefahr für die Integrität der Gruppe bedeutet. Und so führen diese Entscheidungen, egal aus welcher Motivation, dazu, dass die Gruppe als ganzes geschwächt wird. Nicht nur weil sie ein objektiv wichtiges und nützliches Mitglied verloren hat sondern schon dadurch, dass die Anzahl der Personen die positiv wirken könnten verkleinert wird.

Was in der Studie leider nicht getestet wurde ist, wie die Wohltäter darauf reagieren würden wenn sie von ihrer Unbeliebtheit erfahren. Bislang haben die Autoren dazu nur verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt: Entweder der Wohltäter passt sein Verhalten einfach an die Norm an (und schadet auch damit im Endeffekt der Gruppe) oder er verlässt die Gruppe einfach aus eigenem Willen, weil er sich ihr nicht zugehörig gefühlt (was eben auch der Gruppe als ganzes schadet). Allerdings könnte, es unter passenden Voraussetzungen, auch dazu kommen, dass sich die Wohltäter noch weiter anstrengen um zu helfen.

Es wäre spannend das zu testen. Nicht nur weil die Dynamik von Gruppen spannend ist. Sondern auch weil dieses Problem abseits von Studien wichtig ist. Denn im Endeffekt heisst dieses negative Gruppenverhalten nichts anderes als das wir Gandhi lügen strafen müssen. “We need to be the change we wish to see in the world.” sagte er. Was nach dieser Studie allerdings nicht funktioniert solange dieses Verhalten die Ausnahme ist und gegen die Norm verstößt.

Nachtrag: Zum Thema Teilen und Evolution von Altruismus gibt es auch einen Text.



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Gutes Lesen - Erfolg der Lehrer oder der Gene?

Bastian Greshake | 28. Juli 2010, 11:10

Es gibt ja viele Dinge für die unsere Gene gerne verantwortlich gemacht werden. Auch unsere Intelligenz. Oder eben das Fehlen davon. Dabei ist die Definition von Intelligenz schon gar nicht so einfach. Sind das logisch-mathematische Fähigkeiten? Sprachliche Fertigkeiten? Oder doch was ganz anderes? Und so wundert es auch nicht, dass der große Nachweis von Intelligenz-Genen bislang ausgeblieben ist, auch wenn man einzelne Gene ausmachen konnte die einen geringen Einfluss darauf haben.

Versuche mit Zwillingen deuten darauf hin, dass die Lesefähigkeit durch Gene prädestiniert sein könnte. Und Lesefähigkeiten sind in der Welt in der wir Leben nun mal extrem wichtig. Fast alles Wissen geben wir heute in Textform weiter. Sei es in Blogposts wie diesen, über die Wikipedia, über wissenschaftliche Veröffentlichungen oder recht schnöde in der Tageszeitung. Und dank des Internets hat der Text als solches auch wieder an Popularität gewonnen. Und auch Dinge wie Jugendstraffälligkeit korrelieren mit mangelnder Lesekompetenz.

Allerdings deuten andere Untersuchungen mit nicht-verwandten Kindern auch darauf hin, dass es eben doch auf die Fähigkeiten des Lehrers ankommt ob ein Kind später richtig lesen kann oder nicht. Prinzipiell ist das Problem eben, dass es schwierig ist herauszufinden ob die gefundenen Effekte auf genetische Grundlagen zurückgehen oder auf eine gemeinsame Umwelt.

Um dieses Problem zu minimieren macht man solche Studien zum Einfluss von Gegen gegenüber dem Einfluss der Umweltfaktoren üblicherweise mit Zwillingen. Eineiige Zwillinge teilen sich 100 % ihrer Gene während zweieiige Zwillinge sich 50 % der Gene teilen (lassen wir die große Unbekannte, die Epigenetik, mal außen vor). Damit kann man überprüfen ob die sichtbaren Effekte auf Umweltfaktoren oder Gene zurückgehen. Solche Zwillingsstudien haben in der Vergangenheit bis zu 82 % der Unterschiede in den Lesefähigkeiten auf genetische Faktoren zurückgeführt und dabei festgestellt, dass Unterschiede wie die familiären Bedingungen oder eben auch Lehrer kaum eine Bedeutung haben.

Diese Zusammenhänge könnten aber auch genauso gut daran liegen, dass die Unterschiede in den Umweltfaktoren innerhalb der Stichprobe zu klein waren um das wirklich beurteilen zu können. Denn in dem Fall wirkt der genetische Effekt in der Statistik größer als er wirklich ist. In einer neueren Studie, die im April in Science erschienen ist, hat man insgesamt 280 eineiige Zwillingspaare und 526 zweieiige Zwillingspaare während der ersten und zweiten Klasse aus Florida untersucht. Insgesamt sind diese dabei sogar repräsentativ für die ethnische und soziale Struktur des Bundesstaats. Wieso das wichtig sein könnte hat ja dieser Blogpost gezeigt.

Als Maßstab für die Lesefähigkeiten diente in der Studie der “Oral Reading Fluency Test” (ORF). Und sie hatten nicht nur die ORF-Werte für die Zwillingspaare, sondern auch die der Klassenkameraden. Aus den Steigerungen der allgemeinen ORF-Werte der Klasse im Laufe der Schuljahre haben die Forscher dann einen Index gebildet der als Maßstab für die Qualität des Unterrichts bzw. der Lehrer erstellt.

Und das Ergebnis davon ist: Weder Lehrer noch Genetik alleine sind ausschlaggebend für Lesefähigkeiten. Stattdessen liegt es an den Fähigkeiten des Lehrers in wie weit die genetischen Faktoren ausgespielt werden können. Also selbst jemand der gute, genetische Vorraussetzungen hat wird diese nicht nutzen können wenn der Lehrer nicht die Rahmenbedingungen dafür bietet. Aber das heisst auch andersrum: Gute Lehrer können Schülern helfen ihr (genetisches) Potential auszuschöpfen. Das deckt sich auch mit dem allgemeinen Interaktionsmodell von Umwelt & Genen: Genetische Einflüsse brauchen passende Rahmenbedingungen um ausgespielt werden zu können.


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Gedankenkontrolle durch Parasiten?

Bastian Greshake | 23. Juli 2010, 21:25

Toxoplasmose ist eine Krankheit die der eine oder andere vielleicht von Katzen kennt und daher, dass schwangere Frauen sich aus dem Grund von Katzen fern halten sollen. Denn für das ungeborene Kind kann die Krankheit nicht ganz so unproblematisch sein. Und anders als die Ärztin eines Kommilitonen behauptet wird diese Krankheit nicht von Bakterien ausgelöst sondern von einem einzelligen Parasiten namens Toxoplasma gondii.

Übertragen wird die Krankheit zwischen Katzen unter anderem durch Nagetiere. Diese nehmen die Parasiten auf, werden gefressen und infizieren so andere Katzen. Das spannende dabei ist, dass infizierte Nager ihr Verhalten dabei ändern: Sie verlieren die Scheu vor Katzen und suchen besonders häufig Orte auf an denen es nach Katzen-Urin riecht. Dies liegt wohl an der Parasiten-Infektion die so dafür sorgen, dass die Chance steigt es wieder in eine Katze zu schaffen.

Menschen können sich mit dem Parasiten über Katzen-Kot oder auch über rohes Fleisch von infizierten Tieren (nein, nicht zwingend Katzenfleisch) selbst mit dem Parasiten anstecken. Je nach Bevölkerungsschicht sollen bis zu 80% der Leute infiziert sein oder infiziert gewesen sein. Denn neben der akuten Infektion bei denen Symptome wie geschwollene Lymphknoten auftreten können gibt es auch die latente Infektion bei denen die meisten Betroffenen gar nichts davon mitbekommen.

Doch neben geschwollenen Lymphknoten soll es auch andere Symptome geben: Einigen Studien zufolge gibt es auch bei Menschen zumindest eine Korrelation zwischen der Infektion mit dem Parasiten und bestimmten Verhaltensweisen. Seit 1992 wird in der tschechischen Republik eine Reihe von Studien dazu durchgeführt die schauen wie das Vorhandensein von Antikörpern gegen den Parasiten, die als Marker für eine latente Infektion benutzt werden, mit bestimmten Verhaltens- und Persönlichkeitsmerkmalen zusammenhängen.

Unter den Testpersonen waren Studenten der biologischen Fakultät, Angehörige des Militärs, Blutspender, Frauen die während der Schwangerschaft gegen den Erreger getestet wurden und auch Personen bei denen eine Toxoplasmose bereits bekannt war. Bei diesen Studien konnte man diverse Unterschiede feststellen. Und das nicht nur zwischen Infizierten und Nicht-Infizierten sondern auch zwischen infizierten Männern und Frauen.

Infizierte Männer halten sich der Studie nach weniger an Regeln, sind misstrauischer, eifersüchtiger und rechthaberischer als die nicht-Infizierten. Infizierte Frauen hingegen sind warmherziger, aufgeschlossener, gewissenhafter und beharrlicher und moralischer als die nicht-Infizierten. Außerdem ist die Reaktionszeit der Infizierten eingeschränkt, woraus sich eine erhöhte Unfallwahrscheinlichkeit ergibt.

Das ist alles schon sehr spannend. Aber natürlich sagen diese Zahlen nichts über Ursache und Wirkung aus. Haben Leute mit solchen Charakterzügen einfach ein erhöhtes Infektionsrisiko? Oder verändert die Infektion das Verhalten in diese Richtung? Leider kann man das nicht so einfach beweisen. Wirkliche Aussagekraft hätte wohl nur ein Vorher/Nachher-Vergleich.

Doch was sollte der Grund dafür sein, dass der Parasit das Verhalten von Menschen verändert? In Nagern ist das sinnvoll, da so die Verbreitung sichergestellt wird. Doch Menschen sind eine Sackgasse für den Parasiten, denn die Chancen, dass ein Mensch von einer Katzenart gefuttert wird sind, gelinde gesagt, eher gering.

Die Macher der Meta-Studie schlagen jedoch vor, dass es in evolutionären Zeiträumen allerdings gar nicht so unwahrscheinlich gewesen sein könnte, dass Menschen oder eben Affen von Katzen verspeist wurden. An der Elfenbeinküste ist es wohl immer noch so, dass Affen einen Großteil des Nahrungsanteils von Leoparden dort ausmachen. Allerdings: Das bleibt alles Theorie bislang.

Doch sollte man dieses Zusammenspiel nachweisen können hätte das spannende Konsequenzen: In wie weit sind wir selbst dann noch verantwortlich für unsere Handlungen und in wie weit nur ferngesteuert durch einen Parasiten?

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Der Zwang zu Zahlen

Bastian Greshake | 17. Juli 2010, 19:35

In der aktuellen Science-Ausgabe ist eine schöne Veröffentlichung zum Thema Wert & Preis. Mit dem Thema habe ich mich auf meinem privaten Blog schon einmal auseinandergesetzt und habe mich dort auch für das Modell „Bezahle was es dir Wert ist” stark gemacht mit dem ich persönlich bislang gute Erfahrungen gemacht habe. In Kalifornien hat man sich eines Feldversuchs bedient um die Auswirkungen von „Pay What You Want” und anderen Zahlmodellen zu evaluieren und haben spannende Verflechtungen gefunden.

Das traditionelle „Pay What You Want”-Modell (PWYW) basiert darauf, dass man die Machtverhältnisse zwischen Kunde und Anbieter weiter verschiebt. Nicht Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis eines Produkts in dem Modell sondern ganz alleine der Kunde der entscheiden kann was er für eine Dienstleistung oder ein Produkt bezahlen möchte. Die Idee dahinter ist, dass Kunden für Dinge die ihnen wertvoll sind auch automatisch eine angemessene Gegenleistung bezahlen.

Für Dienstleistungen funktioniert dieses Modell z.T. sehr gut und auch so gut, dass die Kunden im Durchschnitt freiwillig mehr bezahlen als ein ehemals fixer Preis dafür angesetzt wesen gewesen wäre. Das Problem dabei: Wenn die Kunden dieses Angebot nutzen und im Schnitt nichts oder fast nichts zahlen gehen die Anbieter pleite.

Ein anderes bekanntes Modell um Gewinne und das Firmenimage zu steigen ist es an den Kaufpreis eine Spende zu koppeln. Der eine oder andere wird sich noch an die Aktion „Saufen für den Regenwald” von Krombacher erinnern bei denen für jeden Kasten Bier der gekauft wurde ein Stück Regenwald gekauft bzw. vor der Rodung gerettet wurde. Solche gemeinnützigen Aktionen sollen nicht nur das Image der Firma aufpolieren sondern gleichzeitig auch dazu führen, dass das eigene Produkt vermehrt gekauft wird weil die Kunden ja etwas gutes damit tun.

Das Problem hierbei: Den meisten Kunden dürfte klar sein, dass damit kein Konzern nur irgendetwas gutes tut, sondern dass hauptsächlich einer für die gute Sache bezahlt. Nämlich sie selbst. Gleichzeitig bergen solche Aktionen die Gefahr, dass die potentiellen Kunden das als reine Werbemaßnahme verstehen und sich die geplante Image-Aktion in das Gegenteil verkehrt und das Ansehen des Konzerns sinkt.

Zu den Auswirkungen haben die Forscher in Kalifornien einen Vergnügungspark besucht. Wer so ein Ding schon mal besucht hat kennt vielleicht diese Kamera-Systeme die an Achterbahnen angebracht werden. Während der Fahrt geht es irgendwann Bergab, die Leute schreien und machen lustige Gesichter. Und in dem Augenblick schiesst ein Kamera-System ein Foto von dem doofen Gesichtsausdruck (ich weiss nicht ob man verstehen muss, was manche Menschen daran finden).

Regulär verlangt der Vergnügungspark für so ein Foto schlappe 12,95 US-Dollar (und die fragen sich ernsthaft, wieso das niemand kauft?). In dem Test-Design für den Feldversuch gab es nun 2 Parameter an denen die Forscher gedreht haben. Das war zum einen der Preis: Entweder fix die 12,95 $ oder PWYW. Der zweite Parameter behandelt die Spende für den guten Zweck: Entweder wird von dem Verkaufspreis nichts gespendet, oder die Hälfte des Verkaufspreises geht wohltätigen Zwecken zu.  

paywhatyouwant

Aufgetragen sind die Gewinne pro Fahrgast. Links für das feste Preismodell, rechts für das PWYW-Modell

Und die Ergebnisse, auch in der Grafik oben zu sehen, sind ganz spannend: Solange man den fixen Preis verlangt macht es keinen wirklichen Unterschied ob die Hälfte der Einnahmen an wohltätige Zwecke gehen. Im Vergleich zu dem festen Preis ohne Abgaben kaufen zwar mehr Menschen ein Foto, allerdings sinken auch die Gewinne, weil eben die Hälfte der Einnahmen weitergespendet werden. Da sich Umsatzsteigerung und „Verluste” durch Spenden in etwa die Waage halten bleibt der Gewinn pro Fahrgast (nicht pro Käufer!) in etwa gleich.

Das „Pay What You Want”-Modell geht überhaupt nicht auf. Es werden zwar mehr Fotos verkauft als bei dem fixen Preis, allerdings zahlen hier sehr viele Leute gar nichts oder so wenig, dass in der Summe gar kein Gewinn übrig bleibt weil die Produktionskosten die Einnahmen auffressen. Auf den ersten Blick hat mich das etwas überrascht. Eben weil meine eigenen Erfahrungen mit dem System sehr gut sind und auch in anderen Bereichen funktioniert das Modell ja. Aber alle Anwendungsfälle haben einen eklatanten Unterschied zu der Achterbahn-Situation: Die recht enge Verbindung von Kunde und Anbieter.

Wenn ich als Fotograf auf einer Hochzeit im Hintergrund herumturne und Fotos schiesse, dann haben die Leute mich am Ende des Tages gesehen, gemerkt wie ich Arbeit leiste, vielleicht ein paar Worte mit mir gewechselt und verbinden so mit dem Endprodukt auch ein Gesicht. Das gleiche gilt für den Friseur-Besuch und auch für den netten Abend im Restaurant. Der soziale Zwang und das eigene Gewissen drängt einen hier dazu die Arbeit angemessen zu vergüten.

Bei einer Maschine die automatisch und ungefragt ein Foto von einem schiesst fällt diese, soziale, Komponente völlig weg und Kunde und Anbieter sind entfremde. Die recht anonyme Vergnügungspark-Atmosphäre tut dabei ihr übriges. Und da der Zwang angemessen zu zahlen wegfällt nutzen vermutlich viel mehr Leute diese Chance aus.

Mit der letzten Kombination, „Pay What You Want” plus Spende an wohltätige Zwecke, stellt man genau diesen Zwang wieder her. Denn auch wenn die Situation als solche sich nicht verändert hat hat man nun den Zugzwang einer wohltätigen Organisation etwas zukommen zu lassen die man vermutlich eher nicht um das Geld bringen möchte. Sprich es kaufen nur jene Leute ein Foto die in „ausreichender” Höhe zahlen wollen, während sich die Leute die sonst nichts/wenig gegeben hätten davon abschrecken lassen und einfach kein Foto nehmen. Und genau so fällt dann auch das Ergebnis aus: Nicht nur der Umsatz in diesem, kombinierten Modell am größten sondern auch der Gewinn pro Fahrgast.  

Ein potentielles Problem für den Vergnügungspark-Betreiber könnte es dann noch sein, dass die Leute zwar mehr Fotos kaufen, dann aber an anderer Stelle beim Kauf von Merchandising sparen. Auch das wurde im Rahmen des Feldversuchs mit untersucht. Und es konnte kein Unterschied bei den restlichen Einnahmen festgestellt werden. Mit den Gewinnzuwächsen, die alleine durch das Umstellen des Preismodells bei den Fotos erreicht werden, könnte dieser Vergnügungspark nach Berechnung der Forscher jedes Jahr 600.000 US Dollar mehr Gewinn erzielen.

Wohltätigkeit kann sich also auch neben dem wohligen Gefühl etwas gutes zu tun lohnen. Und ich bin gespannt ob sich dieses Modell auch auf andere Branchen ausweiten lässt und wird.

Quelle: Shared Social Responsibility: A Field Experiment in Pay-What-You-Want Pricing and Charitable Giving - Ayelet Gneezy, Uri Gneezy, Leif D. Nelson, Amber Brown



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Unnatürlich natürlich

Bastian Greshake | 03. November 2009, 08:59

In der Psychologie/Verhaltensbiologie kennt man den Effekt des „uncanny valley“. Dieser beschreibt den Umstand das künstlich produzierte Figuren, wie beispielsweise digitale Nachbildungen von Menschen oder auch Roboter, für den Betrachter bis zu einem gewissen Grad als immer positiver wahrgenommen werden je realistischer die Darstellung ist. » weiter

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Puppe oder Laster?

Philipp Bayer | 11. Juni 2009, 16:09

researchblogging Philipp sagt Philipp sagt:
Ich persönlich dachte ja immer, geschlechtsspezifische Spielzeuge für Kinder wären nur der Gesellschaft wegen so. Wer will schon, dass der Sohn mit Barbiepuppen spielt? (Mir persönlich ist das ja sowas von egal, aber auf mich hört ja keiner.)

In der Veröffentlichung “Sex Differences in Infants’ Visual Interest in Toys” aus dem Jahre 2008 von Alexander et al. in “Archives of Sexual Behavior” scheint das aber (zumindest in Teilen) zu widerlegen » weiter

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szmtag