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Aspartam und Monsanto, wir werden alle sterben, oder?

von Jörg Ewers, 10. April 2011, 11:55

Ich hatte ja schon vor ein paar Tagen einen Beitrag zum Glutamat geschrieben und warum wir uns keine Sorgen machen müssen davon Gehirntumore zu bekommen oder impotent zu werden. Und weil ich so ein Faible für Lebensmittelzusatzstoffe habe (könnte an meiner Vorliebe für Essen liegen) hab ich gleich den nächsten Kandidaten in der vllt. zur Reihe entwickelnden Kategorie: 'chemische' Lebensmittelzusätze und die morbiden Todesfantasien ihrer Konsumenten.

Nun genug der Vorworte, heute reden wir über Asparatam. Aspartam ist ein sogenannter Süßstoff, also ein synthetisch hergestellter oder natürlicher Ersatzstoff für Zucker, der eine wesentlich stärker Süßkraft hat. Um genau zu sein handelt es sich dabei um L-α-aspartyl-L-phenylalaninmethylester, also der Methylester eines Dipeptids aus den beiden proteinogenen Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin (siehe Abb. 1). Aspartam hat zwar einen ähnlichen Energieinhalt wie normaler Zucker, man benötigt allerdings nur etwa ein zweihundertstel um die gleiche Süße zu erreichen.

alt
Abb.1: Struktur von Aspartam

Aspartam wurde wie so oft durch Zufall entdeckt. Auf der Suche nach Inhibitoren für Gastrointestinalhormone zur Behandlung des Ulcus synthetisierten James M. Schlatter und R. H.Mazur Aspartam. Dessen süßer Geschmack - so die Anekdote - viel Schlatter auf, als er seinen Finger, an dem etwas Aspartam hing anleckte um ein Blatt Papier aufzuheben.

Von der Entdeckung zur Zulassung war es allerdings auch im Jahre 1965 kein kurzer Weg, denn schon damals mussten einige Studien gemacht werden um die Sicherheit des Stoffs in den zum Konsum gedachten Mengen sicher zu stellen (Abb. 2). So kam die Zulassung für Aspartam durch die FDA auch erst im Jahre 1974 und hier auch erstmal nur für Trockenware wie Frühstücksflocken.

alt Abb.2: Originalstudien zur akuten, subchronischen und langzeitigen Toxikologie, Karzinogenität,Genotoxizität, and Reproduktionstoxizität und Teratogenität von Aspartam [7]

Die Beschränkung auf Trockenwaren lag auch in der Möglichkeit der Bildung von Aspartylphenylalanindiketopiperazin (DKP), bei entsprechendem pH und genug Hitze, weshalb auch hierzu Studien gemacht werden mussten (Abb. 2).

alt Abb. 3: Originalstudien zur akuten, subchronischen und langzeitigen Toxikologie, Karzinogenität,Genotoxizität, and Reproduktionstoxizität und Teratogenität von DKP [7]

Aus der Studienlage zum Zeitpunkt der Zulassung wurde ein NOEL (No observable effect level, also die Dosis bei der noch keine irgendwie gearteten Effekte durch den Konsum des Stoffs festgestellt werden können) von 2000 mg/kg/Tag ermittelt. Standardmäßig wird als Sicherheitsabstand ein hundertstel dieser Dosis als ADI (acceptable daily intake) festgelegt, womit man zu einem ADI von 20mg/kg/Tag kam.

Diese Zulassung hielt allerdings nicht lange an, da eine Arbeitsgruppe der FDA Zweifel an der Sicherheit von Aspartam hatte wurde die Zulassung ausgesetzt und die Ergebnisse von 15 Großstudien abgewartet, welche dann 2 Jahre später durch die Universities Associated for Research and Education in Pathology ausgewertet wurden.
Ergebnis: sicher.

Es folgte ein hin und her zwischen FDA Verbraucherorganisationen und anderen Wissenschaftlern in deren Verlauf immer wieder Studien zur Sicherheit auf die vermeindliche Berichte von schädlichen Nebenwirkungen folgten. Ein übriges Tat der Eindruck, die FDA hätte nicht unabhängig gehandelt und Studien seien gefälscht worden. Dies führte bis zu einem Gesetzesentwurf, der die Überwachung von Aspartam und die gründliche Verbraucherinformation sicher stellen sollte. Die letztendliche Zulassung von Aspartam verzögerte sich bis 1983 und die umstrittenen Zulassungsumstände führten zu einer Überwachung des Aspartamkonsums von 1984 bis zum Auslaufen des Patents 1992.

Die G.D. Searle & Company welche ursprünglich Aspartam auf den Markt brachte wurde währenddessen 1985 von Monsanto aufgekauft und zur NutraSweet Company umgestaltet. Im Nachhinein also eine gute Grundlage für evtl. Verschwörungstheorien.

Gehen wir also vllt. mal etwas anders an die Sache heran. Was wissen wir ziemlich sicher über Aspartam?

Es ist ein Dipeptid und ein Ester, beides wird beim normalen Konsum (also wenn wir davon absehen es uns direkt in die Vene zu jagen oder ähnliche Spielchen) im Verdauungstrakt in seine Bestandteile zerlegt, die da sind Phenylalanin, Asparaginsäure und Methanol.

Methanol? Das doch giftig, wir werden alle sterben!!!

Ja Methanol ist giftig, in dem Sinn das der Körper nicht so viel davon verträgt und eine zu hohe Dosis akut lebenbedrohlich sein kann. Methanol ist aber nicht krebserregend und bis zu einem gewissen Level kommt der Körper damit klar, nicht zuletzt, weil wir ständig gewissen Methanolkonzentrationen ausgesetzt sind.

Methanol ist am bekanntesten durch die Methanolblindheit (schwarz gebrannter Schnaps). Methanol wird im Körper ähnlich wie Ethanol verstoffwechselt, wobei Formaldehyd und Ameisensäure entsteht. Die Ameisensäure nimmt man hierbei als Hauptverursacher der schädlichen Wirkung an. Ameisensäure wird im Körper nur langsam abgebaut, so dass es zu Azidose kommen kann, welche Nerven - unter anderem auch den Sehnerv - schädigt.

Methanol wird aber nicht in den Schnaps reingezaubert, es kommt aus den Pflanzen welche für die Alkoholgewinnung verwendet werden. Alle höheren Landpflanzen enthalten Pektin, welches dort eine festigende Funktion erfüllt. Dieses Pektin enthält zum Teil veresterte Carbonsäuregruppen und wenn jetzt eine Pektinesterase daher kommt, egal ob aus der Pflanze selbst oder der vergährenden Hefe, dann werden dies Methylester gespalten und es entsteht Methanol.

Methanol ist deshalb auch heute noch in alkoholischen Getränken enthalten, die Grenzwerte sind dabei so ausgelegt, dass keine schädliche Menge an Methanol konsumiert wird. In der EU geht man von 10 g Methanol pro Liter Ethanol bzw. etwa 10 mg /100ml eines Getränks, das 10% Ethanol enthält.

Wie ich bereits sagte sind diese Pektinesterasen allerdings auch in den Pflanzen selbst enthalten und nehmen ihre Arbeit auf, sobald Pektin und Esterase zusammen kommen, wie z.B. beim Pressen von Säften (s. Abb.4). Spitzenreiter ist hier wohl der Tomatensaft mit etwa 10 mg/ 100ml direkt nach der Pressung bei 4° Lagerung. Na noch Lust auf den Besuch einer Saftbar? ;)

alt Abb.4: Methanolgehalt verschiedener frisch gepresster Säfte über die Zeit. Angaben in mg/100ml [4]

Zurück zum Thema, nun wissen wir ein bischen was über Methanol, was wir nicht wissen, wieviel Methanol nehmen wir denn nun über Aspartam auf und vorallem wieviel Aspartam konsumiert man denn so?

Nun die Diätlimo mit 100% Zuckerersatz hat etwa 180 mg Aspartam, wenn keine weiteren Süßstoffe verwendet wurden. Wenn wir uns erinnern Aspartam ist etwa 200 mal süßer als Zucker, ersetzt man somit 36 g Zucker pro 355 ml (Abb. 5), was sehr gut passt zu z.B Coca Cola, die 10,6 g Zucker pro 100 ml enthält.

Aspartam_content
Abb. 5: Durchschnittlicher Aspartamgehalt einiger Speisen.[7]

Somit haben wir jetzt mal so einen Richtwert und da Menschen sich ja nicht nur von Dietcola ernähren wäre natürlich noch ein ungefährer Tageskonsum ganz nett, der - Paranoia sei dank - ja bis 1992 bei 2000 Familien jährlich erfragt wurde (Abb. 6).

Aspartam_intake
Abb. 6: Aspartamkonsum zwischen 1984 und 1992 in den USA [7]

Bewegen wir uns an der oberen Grenze und gehen von 5 mg/kg/Tag aus, wären das bei einem 60 kg schweren Menschen etwa 300 mg Aspartam pro Tag, bzw. daraus freigesetzt 32,7 mg Methanol. Also etwa ein Glas (0,3 l) Tomatensaft (aber nur frisch gespresst, nach 3 Stunden Kühlschrank reicht schon ein halbes Glas).

Der ADI von Aspartam liegt übrigens bei 40 mg /kg/Tag wird also im Extremen nur zu etwa 12 % ausgeschöpft.

Sind wir uns also relativ einig, dass Methanol aus Aspartam uns normalerweise nicht umbringt, wäre da noch Asparaginsäure und Phenylalanin.

Klar nur zwei proteinogene Aminosäuren, aber das hat ja auch bei MSG niemanden abgehalten Tod und Verdammnis zu riechen.

Wie verhält es sich denn nun mit den freigesetzten Aminosäurekonzentrationen? Nun hier mal ein Vergleich (Abb. 7) bezüglich Aspartat.

Aspartat
Abb. 7: Vergleich des Aspartatgehalts verschiedener Lebensmittel[7]

Man sieht wer das Glas Milch überlebt, wird auch nicht an einem mit Aspartam gesüßten Getränk eine Aspartatüberdosis erfahren.

Kommen wir also zu der interessanteren Aminosäure Phenylalanin. Im Gegensatz zu Aspartat können wir Phenylalanin nicht selbst herstellen, weil wir keinen Shikimatweg besitzen. Wir müssen Phenylalanin über die Nahrung aufnehmen. Und dann denkt man sich toll, zusätzliche essentielle Aminosäuren, super. Allerdings macht die Menge an Phenylalanin hier ebenfalls nicht den Kohl fett. Ein Glas Milch z.B. hat hier auch mehr als die 6fache Konzentration an Phenylalanin. Und auch wenn man einem Erwachsenen stündlich 600 mg Aspartam gibt, macht das für Diesen keinen Unterschied (s Abb.8).

Phenylalanin_plasma_8std_600mg
Abb. 8: Phenylalaninplasmakonzentration nach einer stündlichen Gabe von 600 mg Aspartam[7]

Problematisch wird es allerdings unter Umständen für Menschen, die unter Phenylketonurie (PKU) leiden. Bei dieser häufigsten angeborenen Stoffwechselstörung fehlt das Enzym Phenylalaninhydroxylase, so dass Phenylalanin sich ansammelt und gleichzeitig die Folgeprodukte Tyrosin, Melanin und Thyroxin nicht gebildet werden. PKU kann zu einer gestörten Gehirnentwicklung und Epilepsie führen, weshalb PKU Betroffene eine Phenylalaninarme Ernährung einhalten sollten. Hier kann auch Aspartamkonsum den Phenylalaninspiegel über den Durchschnitt steigen lassen (Abb. 9), weshalb hier Aspartam eher zu meiden wäre.

Phenylalanin_plasma_pku_8std_600mg
Abb. 9: Phenylalaninplasmakonzentration nach einer stündlichen Gabe von 600 mg Aspartam bei einem Erwachsenen mit Phenylketonurie[7]

Praktisch stellt das für PKU Betroffene keine große Schwierigkeit dar, da auf Lebensmitteln die Kennzeichnung von Phenylalaninquellen verpflichtend ist.

Sind wir uns also einig, das Aspartam doch ziemlich sicher ist, weil schlicht der Weg fehlt, wie es denn schädigen könnte, was natürlich niemanden hindert doch gegenteilige Behauptungen aufzustellen. Zuletzt der UK Liberal Democrat MP Roger Williams [5]:

The history of aspartame’s approval is littered with examples showing that if key decision makers found against aspartame ’ s safety, they were discredited or replaced by industry sympathisers, who were recompensed with lucrative jobs.

Warum er das gesagt hat?

Weil 2005 mal wieder eine Studie kam, die Aspartam mit Krebs in Verbindung brachte. Die Ramazzini Foundation hatte dazu Tierversuche mit Ratten durchgeführt und waren sich sicher den Krebslink gefunden zu haben. Dafür wurde dann im hauseigenen Paper veröffentlicht, welches praktischer Weise von hausinternen Kollegen peer-reviewed wurde und danach gabs erstmal eine große Pressekonferenz.

Okay, wer sich etwas mit Wissenschaft auskennt, riecht den Braten jetzt schon, sowas ist schlechte Praxis, bringt aber natürlich viel Medienecho. Die Studie hatte methodische Mängel und die Ergebnisse waren von der grundsätzlichen Angeschlagenheit der Versuchstiere (hohe Anzahl entzündlicher Veränderungen der Lunge) verfälscht, ebenso wie kein Dosis-Wirkzusammenhang festgestellt werden konnte.

Aber die Verunsicherung ist erstmal da. Die EFSA hat die Studie geprüft und kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Aspartam weiterhin sicher ist.

Overall, the Panel concluded, on the basis of all the evidence currently available including the last published ERF study that there is no indication of any genotoxic or carcinogenic potential of aspartame and that there is no reason to revise the previously established  ADI for aspartame of 40 mg/kg bw/day.

Mit über 200 Studien die diese Einschätzung stützen müsste man meinen, dass es schon ein paar Argumente mehr benötigt als eine schlechte Tierstudie und "gekauft gekauft gekauft" zu schreien, allerdings gibt es mitterweile auch eine ganze Industrie, die von der Aspartamverschwörung lebt und so gilt wohl auch hier das Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Persönlich als Mensch ohne PKU sehe ich zumindest keinen Grund mir über Aspartam Sorgen zu machen.

PS: Übrigens interessant in diesem Zusammenhang ist auch die öffentliche Wahrnehmung von Stevia. Während Aspartam praktisch von Anfang an den Ruf eines dubiosen Chemieprodukts hatte, wird man bei Stevia nicht müde seine Natürlichkeit (was viele sofort mit Unschädlich verbinden) zu rühmen. In dem Ausmaß, indem man bei Aspartam Bestechung als Grund seiner Zulassung anführt, ist bei Stevia angebliche Bestechung der Grund seines bisherigen Verbots.
Das natürlich auch hinter Stevia eine ganze Industrie in den Startlöchern steht um damit Geld zu verdienen wird gerne übersehen. Aber auch hier scheint mittlerweile die nötige Sicherheit nachgewiesen.

 

Quellen:

[1]  First European conference on aspartame: Putting safety and benefits into perspective. Synopsis of presentations and conclusions.; A.G.Renwick, H. Nordmann / Food and Chemical Toxicology 45 (2007) 1308–1313

[2] Aspartame: Scientific Evaluation in the Postmarketing Period; Regulatory Harriett H. Butchko and W. Wayne Stargely / Toxicology and Pharmacology 34, 221–233 (2001)

[3] Aspartame, Neurotoxicity, and Seizures: A Review; Robert S. Fisher \ Epilepsy 2: 55-64 (1989)

[4] Effect of storage conditions on methanol content of fruit and vegetable juices; Journal of Food Composition and Analysis 21 (2008) 410– 415

[5] Risk Communication, Media Amplifikation and the Aspartam Scare; Ragnar E. Lofstedt, Risk Management 2008, 10, (257–284)

[6] Aspartame—facts and fiction; Bernadene Magnuson, Journal of the New Zealand Medical Association, 19-March-2010, Vol 123 No 1311 

[7] Aspartame: Review of Safety; Harriett H. Butchko et. al., Regulatory Toxicology and Pharmacology 35, S1–S93 (2002)





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Kommentare

  1. Joe Dramiga Freispruch für Aspartam
    27.08.2011, 15:37

    Also ich würde als Geschworener vor einem amerikanischen Gericht auf Freispruch für Aspartam plädieren ;-)

  2. Jörg Danke
    27.08.2011, 16:18

    @Joe
    Ich nehme das mal als Kompliment. :-)

  3. Skeptiker Skeptisch bleiben!
    20.12.2011, 13:31

    Hallo,

    ich finde man sollte skeptisch bleiben und nicht auf die Aussagen EINER Behörde (EFSA) schwören. Als negativ Beispiel sei hier die FDA in den USA genannt...

    Es ist schon seltsam, dass immer wieder Studien (Soffritti et al. 2005, 2006 und 2010, Halldorsson et al. 2010) belegen, dass Aspartam eben doch zu bösartigen Tumoren führen kann!

    Ich habe mir diese Studien durchgelesen. Klar arbeiten die meisten mit "hohen" Dosen. Aber auch bei einer Dosis von 100 mg/Kg und 20mg/Kg (ADI liegt für den Menschen bei 40mg/Kg) konnte eine Tumorentwicklung nachgewiesen werden!

    Die EFSA macht ständig neue Risikobewertungen (Die nächste 2012). Warum, wenn doch anscheinend über 200 Studien belegen, dass Aspartam völlig harmlos ist.

    Desweiteren habe ich mir die Statements der EFSA durchgelesen. Sprich die Begründung, warum die Studien die Aspartam NICHT als harmlos bewerten, unglaubwürdig sein sollen. Und hier war ich erstaunt, da wird eine Studie einfach für "falsch" deklariert und das mit drei läppischen Begründungen. Eine davon lautet z.B. "... der Autor legte uns keine Daten vor" oder "...könnten sich die Lymphome und Leukämien in einer Rattenpopulation mit chronischen Atemwegserkrankungen entwickelt haben." Klingt ja alles sehr glaubwürdig...

    Und anhand solcher Begründungen werden die Studien einfach ignoriert und der ADI bleibt unverändert!

    Desweiteren habe ich mir die Liste der 200 Studien, die die EFSA anführt angeschaut. Viele davon sind Studien der Industrie oder es gibt haufenweise Studien, die die Kariesentwicklung in Zusammenhang mit Aspartam untersuchen.. (wie nützlich...) aber so gut wie keine die sich mit der Toxizität von Aspartam befasst.

    Ihre ganze Argumentation beruht auf dem ADI, doch WER sagt, dass die 40mg/KG (auch für Kleinkinder!) wirklich ungefährlich sind?

    Mein Fazit:

    BLEIBT skeptisch! Auch wenn vieles dafür spricht, dass Aspartam "ungefährlich" ist. So spricht auch einiges dafür! Deswegen rate ich dazu, darauf zu Verzichten, denn die angeblich Vorteile des Süßstoffes sind sowieso für die Katz!

    lg
    ein Skeptiker

    Quellen:

    EFSA Statements:
    http://www.efsa.europa.eu/...sajournal/pub/945.htm
    Studien:
    1.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/...rticles/PMC1964906/
    2.
    http://www.mpwhi.com/soffritti_2010_20896_fta.pdf

  4. Jörg @Skeptiker
    20.12.2011, 14:07

    Ich muss nicht der Aussage einer Behörde vertrauen, ich habe für diesen Artikel etwa 6 Reviews zum Thema Aspartam und seiner Sicherheit/Gefährlichkeit durchgearbeitet, um mir einen Überblick zu dem Thema zu verschaffen.

    Studien können erstmal nichts belegen, sie können nur statistische Signifikanz für Zusammenhänge liefern.

    Entscheidend ist hier zum einen eine möglichst große Untersuchungsgruppe und ein möglichst geringes statistisches Rauschen in Form von anderen parallel auftretenen unspezifischen Gesundheitsbeeinträchtigungen.

    Es reicht nicht zu sagen: "Wir haben hier mal ne Studie gemacht und xyz kam dabei raus". Die Ergebnisse müssen statistisch aus dem allgemeinen Rauschen herausstechen.

    Man mag es kaum glauben, auch Versuchstiere bekommen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Krebs unabhängig von irgendwelchen Fütterungen.
    Wenn ein Studienleiter nicht Willens oder in der Lage ist, seine Rohdaten anderen Forschern zur Verfügung zu stellen, um die Ergebnisse nachzuvollziehen, ist das meist ein eindeutiger Hinweis auf Unregelmäßigkeiten, der Rausschmiss aus Metaanalysen damit gerechtfertigt. Es gibt sonst keinen Grund Daten geheim zu halten.
    Immerhin gehts um die Gesundheit vieler Menschen oder?

    Es ist natürlich ein bequemes Argument zu sagen: "Der Forscher kriegt Geld von der Industrie, der ist gekauft, dem kann ich nicht vertrauen"
    Dankenswerterweise leben wir im Kapitalismus und somit kann man fast jedem Menschen diesen Vorwurf machen.

    Erkaufen sie sich bei jedem Menschen, den sie für seine Arbeit bezahlen, seine bedingungslose Bereitschaft für Lug und Trug? Oder sind sie der Meinung Forscher seien generell schmierige Gesellen, wenn sie einer bezahlten Arbeit, die nunmal großteils in der Industrie zu finden ist, nachgehen?

    Meine Argumentation beruht darauf, das nichtmal eine wissenschaftliche Theorie existiert, nach der Aspartam über die oben angeführten Dinge hinaus schädigen kann. Ich habe das ausgeführt.

    Auch die Studien, die in der Lage waren Zusammenhänge zu finden, konnten nicht statistisch signifikant nachvollzogen werden.

    PS: Ich habe ihren gleichlautenden Kommentar drüben auf meiner Posterous-Seite gelöscht. Wenn Sie diskutieren wollen, können sie das hier mit mir tun. Wenn sie lediglich ihre Meinung verbreiten möchten bitte ich darum ihren eigenen Blog zu verwenden.

  5. Skeptiker Skeptisch bleiben!
    21.12.2011, 12:12

    Hallo,

    sie sagen es selbst "Studien können erstmal nichts belegen...". Das gilt demnach auch für Studien welche die angebliche Ungefährlichkeit von Aspartam feststellen.

    Desweiteren wurden die von mir angesprochenen Studien mehrmals (2005, 2007 und 2010) mit leicht veränderten Variablen (z.B. verschiede Dosen) durchgeführt. Die Ergebnise dieser Studien nur als "statistisches Rauschen" abzuhandeln, halte ich für schlichtweg falsch.

    Es muss nicht immer zwingend eine wissenschaftliche Theorie existieren (Wäre ja schön wenn man sich ALLES erklären könnte?!).
    Fakt ist, dass es Studien gibt, die die Tumorentwicklung durch Aspartam belegen. Warum das genau so ist, ist noch unklar und genau deshalb muss weiter daran gearbeitet werden.

    Ihre Argumentation beruht auf den 10% Methanol die bei der Verstoffwechslung von Aspartam entstehen und angeblich in so geringen Mengen, dass keinerlei Gesundheitsrisko besteht! Wer sagt aber, dass Aspartam wirklich so in unserem Organismus verstoffwechselt wird?

    Wenn alles so trivial ist wie sie es behaupten, woher kommen denn dann die ganzen Nebenwirkungen (über 90!) die selbst von der FDA 1995 veröffentlicht wurden.

    Sich hier mit Ihrem statistischen Rauschen herauszureden, DAS ist in meinen Augen eine bequeme Argumentation!

    Es gilt weiterhin: skeptisch bleiben!

    lg

    http://www.sweetpoison.com/...symptoms_submit.html

  6. Jörg Statistik/Anekdoten und so
    21.12.2011, 13:38

    @Skeptiker

    Bitte suchen sie sich eigene Argumente und versuchen sie nicht meine zu ihren umzudeuten.

    Ich entschuldige mich vielmals für meine unklare Formulierung, muss zu meiner Verteidung aber zugeben, das ich dachte, das sie eine Vorstellung von Wahrscheinlichkeitsrechnung haben um die Aussagekraft von einer (jetzt haben sie drei?) Studie im Vergleich zu einer Metaanalyse einschätzen zu können.
    Sie können das gerne nochmal nachlesen z.B. http://goo.gl/BcXbl

    Worin sehen sie denn die Stichhaltigkeit dieser Studien? Warum sind für sie 3 (?) Studien signifikanter als der ganze Rest, samt systematischen Review und Metaanalyse?

    Ich korigiere, die Ergebnisse sind nicht nur nicht signifikant, man kann noch nicht mal von einer existierenden wissenschaftlichen Theorie auf einen theoretischen Mechanismus schließen, der diese Ergebnisse zumindest plausibel machen würde.
    Ich verwendete das kleine Wort "nichtmal", im vorigen Beitrag.

    Um genau zu sein waren es von 1983 bis 1995 7232 anekdotische Berichte über Symptome im Zusammenhang mit Aspartamkonsum, macht also im Schnitt etwa 603 pro Jahr; weltweit.

    Wenn wir das noch auf ihre über 90 verschiedene Symptome runterbrechen, gab es also pro Symptom in den 12 Jahren jeweils ca. 80 Menschen, die sich betroffen fühlten?
    Leider ist es ja nicht so einfach.
    Was auch immer Aspartam damit zu tun hat, während 1985 noch knapp 800 Berichte über Symptome bezüglich Aspartam gemeldet wurden, fiel diese Zahl jährlich, auf nurnoch 250 im Jahre 1994. Der Konsum von Aspartam ließ allerdings nicht nach.

    Man kann nicht beweisen, das etwas _nicht_ existiert, aber wenn man beweisen möchte, _das_ etwas existiert, dann sollte man etwas handfestes haben.

    PS: die Zahlen stammen aus [7]

  7. Skeptiker Skeptisch bleiben!
    21.12.2011, 17:37

    Wenn jemand z.B. Symptome wie Schlaflosigkeit hat, wird er dies nicht direkt auf Aspartam zurückzuführen wissen (Und ich wage zu behaupten, der Großteil der Ärzte auch nicht). Und falls dies doch geschehen sollte, wird das noch lange nicht der FDA gemeldet. Das also global runterzurechnen führt uns nicht weiter...

    Fakt ist doch, dass massive Nebenwirkungen auftreten, die alleine mit der 10% Methanol-Geschichte nicht zu erklären sind. Bis jetzt weiß doch kein Mensch wie Aspartam genau im menschlichen Organismus verstoffwechselt wird. Desweiteren wurde eine Studie (so gut wie) dreimal durchgeführt und jedesmal konnte Tumorbildung nachgewiesen werden.

    Ich behaupte ja nicht, dass Aspartam in geringen Mengen (so wie es ja eingesetzt wird z.B. Kaugummi etc.) sofort zum Tode führt! Aber wer kennt schon die Langzeitwirkung? Es könnte durchaus die Ausbildung von bösartigen Tumoren fördern. Aber eben schleichend, da die Dosen in den Lebensmitteln gering sind. Gerade im Hinblick auf Kleinkinder sehe ich da Handlungsbedarf.

    Wie soll ich handfestes liefern, wenn solche Studien schlichtweg nicht bezahlt werden? Die Industrie weiß warum.
    Unsere Gesundheit wird hier mal wieder mit Füßen getreten!
    Ich beteilige mich nicht an der Panikmache, aber ich appelliere an den gesunden Menschenverstand! Skeptisch bleiben!

    PS. Warum gehen die Meldungen über Nebenwirkungen wohl zurück:

    1. Dosen wurden reduziert
    2. Die breite Masse weiß überhaupt nicht was Aspartam ist.
    3. Früher waren synthetische Zusatzsoffe noch auffällig heute schaut so gut wie niemand mehr was genau in z.B. Kaugummis drin ist.

  8. Jörg @Skeptiker
    21.12.2011, 19:25

    Wenn jemand Symptome wie Schlaflosigkeit verspürt und dabei den Vollmond sieht, glaubt er oft, der Vollmond würde Schlaflosigkeit auslösen, ein Zusammenhang der statistisch ebensowenig gegeben ist.

    Fakt ist, das Menschen immer wieder Dinge mit Aspartam in einen Zusammenhang bringen, der unter kontrollierten Bedingungen nicht wiedergefunden wird. Ähnliches ist gerade wieder groß im Kommen, wenn es um Hochspannungstrassen oder den Dauerbrenner Mobilfunksendemasten geht.

    Nein, der Verdauungsweg von Aspartam ist nicht unbekannt, sie wollen ihn nur anscheinend nicht akzeptieren, weil er ihre Spekulationsfreiheit einschränkt.

    Der Aspartamkonsum ist in der Zeit nachlassender Berichte nicht gesunken, sondern stetig gestiegen. Das einzige was wunderbar mit der Anzahl der Anekdoten korreliert ist die Anzahl negativer Berichte über Aspartam in den Medien.

    Bisher scheint ihre einzige Argumente verfuschte Studien, eine korrupte Industrie und dumme Verbraucher zu sein.

    Ich gehe mal davon aus, das die nach ihrer These nötigen zusätzlichen Krebserkrankungen auch entweder vertuscht werden oder untergehen, weil die raffgierige Industrie uns mit ihrem Gift abfüllt?

  9. Skeptiker Skeptisch bleiben!
    22.12.2011, 15:55

    Da sie sich mit diesem Betreig jeglicher objektiven und sachlichen Diskussion entziehen und versuchen mich zu diskreditieren (nach dem Motte: "mal wieder jemand der etwas gegen die böse Industrie hat") sehe ich keinen Sinn mehr die Diskussion fortzuführen.

    Was kann man auch schon von jemand erwarten, der selbst Glutamat schönredet...

    Was ich versucht habe hier zu vermitteln war, dass man ein gesundes Maß an Skepsis behalten sollte und das die absolute Wahrheit weder in Ihrer noch in meiner Sicht der Dinge steckt, aber irgendwo dazwischen und das sollte ausreichen, um die Finger von Aspartam zu lassen!

    In diesem Sinne! Bleiben Sie Skeptisch!

    Jörg: Lieber Skeptiker, ich zitiere sie hier gerne:

    Die Industrie weiß warum

    Leider ist mein Eindruck, dass sie fortwährend zur Skepsis aufrufen, sie selbst allerdings nicht mehr an den Tag legen, sobald sie zu einem Thema ersteinmal eine Meinung gefasst haben. Darüber hinaus sollten sie implizite Unterstellungen vermeiden, wenn sie in Zukunft irgendwann einmal an einer ernsthaften Diskussion Interesse haben sollten. Wünsche ein geruhsames 2012.

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