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Pharma bleibt eben Pharma - Boirons Drohgebärden und der Mangel an Forschungswille

20. August 2011, 18:10

Boiron, ein hochprofitables Unternehmen und der weltweit größte Hersteller von Homöopathika, muss sich eigentlich nicht um ein gutes Image kümmern. Die Alternativmedizin als Gegenentwurf zur etablierten, vermeintlich von den Interessen skrupelloser Industrieller durchwirkten „Schulmedizin“ genießt den Ruf des Sanften, Ganzheitlichen und Antikapitalistischen.

Bis vor ein paar Tagen, als der Homöopathie-Riese auf die hirnrissige Idee kam, den italienischen Blogger Samuele Riva mit einer Klage zu drohen. Dieser hatte es doch tatsächlich gewagt, das vorgebliche Grippe-Mittel Oscillumcoccinum zu kritisieren, indem er vorrechnete, dass von den Entenlebern und Entenherzen, die die Wirksamkeit ausmachen sollten, nach abertausendfacher Verdünnung kein Deut übrig bleiben dürfte. Außerdem postete er ein Bild des Produkts mit der treffenden Unterschrift „Beschädigt ernsthaft die Intelligenz“. Das war genug Blasphemie, um Boiron dazu zu verleiten, mit Drohbriefen gegen den Provider des Bloggers vorzugehen. Die Übersetzung des Schreibens aus dem Italienischen ins Englische kann man hier einsehen, die schönsten Stellen hier noch einmal auf deutsch:

Die Inhalte der Internetpublikationen sind unwahr und herabsetzend gegenüber der Homöopathie und unserem Unternehmen, und beschädigen nachhaltig den Ruf unseres Unternehmens […] und verursacht ernsthafte Schäden, die in einem Gerichtsverfahren ermittelt werden könnten. Sie als Manager des Blogs […] sind verantwortlich für die Kontrolle über den Inhalt und damit […] mitverantwortlich für die Rufschädigung. Im Angesicht der ganzen Angelegenheit fordern wir sie auf, […] die Inhalte, die mit „Samuele“ gezeichnet sind und Bilder unserer Produkte und alle Bezüge zu unseren Medikamenten und unserer Firma, unverzüglich und in keinem Fall später als in den kommenden 24h zu entfernen. Darüber hinaus verwarnen wir sie bezüglich der unautorisierten Verwendung von Bildern unserer Produkte und den Logos unseres Unternehmens. Wir verwarnen Sie schlussendlich, zu verhindern, dass Mr Samuele, Autor der zitierten rufschädigenden Artikel, auf sein Blog blogzero.it zugreifen kann.  [Übersetzung der englischen Übersetzung von mir]

Boiron drohte also mit rechtlichen Konsequenzen. Das war ausgesprochen dämlich, Ulrich Berger kommentierte trocken: „Dumm wie Boironstroh“.

Der Streisand-Effekt tut inzwischen sein Übriges. Inzwischen hat das so große Kreise gezogen, dass nach der unglaublichen Resonanz in der Blogosphäre sogar das renommierte British Medical Journal darüber berichtete, und unter anderem auch das Handelsblatt, Gulli.com und die italienische Ausgabe von WIRED .

Als Konsequenz sieht sich Boiron nicht nur einem Imageverlust gegenüber, sondern auch einer Klage in den USA: Weil nämlich in dem Endprodukt kein einiziges Molekül der beworbenen Wirkstoffe Entenleber und Entenherz enthalten ist, und darüber hinaus diese Inhaltsstoffe gar nicht gegen Grippe wirksam seien, dürfe Oscillo auch nichts als Grippemittel beworben werden.

Homöopathika – hochprofitabel auch ohne Wirksamkeitsnachweis

Die Industrie der alternativmedizinischen Präparate ist schon längst Big Business und unterscheidet sich im Grunde nicht von Pfizer, Hoechst und Bayer. Allein mit Oscillococcium setzt Boiron angeblich jährlich zweistellige Millionenbeiträge um – eine sehr profitable Ente ist das gewesen, die für die Urtinktur sterben musste – eine Ente sollte bei einer Verdünnung von 1:10400 schließlich für alle je verkauften Oscillo-Packungen ausreichen. Die Gewinnorientierung lässt die Pharmaindustrie, alternativ wie konventionell, mitunter zweifelhafte Wege beschreiten. Eher harmlos: Beide geben mehr für die Werbung aus, als für die Forschung, aber bei Boiron ist das Ungleichgewicht besonders krass. Ganze 21% der 520 Millionen Euro jährlichen Jahresgewinns gehen für das Marketing drauf, nur 0,8% fließen in die Forschung. Bei den normalen Pharmariesen sind das immerhin noch zwischen 15 und 25%.

Die „alternativen" Konzerne haben es eben besonders leicht, wenn es um den Nachweis einer Wirkung ihrer Produkte geht. Muss die klassische Pharmafirma nach wahnsinnig teuren, mehrstufigen Studienverfahren noch ungewünschte Ergebnisse zurückhalten, um ein Medikament zu schönen, ersparen sich die Wasserschüttler diesen Aufwand ganz und können direkt in die Vermarktung ihrer wirkstofffreien Präparate übergehen. Zumindest in Deutschland sind über den so genannten „Binnenkonsens“ im Arzneimittelgesetz §25 und §105 die Sonderregeln für homöopathischen und anthroposophischen Hokuspokus festgelegt:

Für [Phytotherapeutika, anthroposophische und homöopathische Arzneimittel] sieht das deutsche Arzneimittelgesetz vor, dass in der Entscheidung über die Erteilung bzw. Verlängerung einer Vermarktungserlaubnis die „medizinischen Erfahrungen“ bzw. „die Besonderheiten“ dieser Therapierichtungen zu berücksichtigen. [Zitat: Wikipedia]

Darüber hinaus müssen Homöopathika nur zugelassen werden, wenn eine Indikation festgelegt wird. Die deutsche Homöopathie-Union schreibt dazu:

In der Einzelmittel-Homöopathie verzichtet man aufgrund des individuellen Einsatzes, der Vielfalt von Ausgangsstoffen, Potenzen und Darreichungsformen auf die Zulassung und bedient sich der Registrierung.

De facto muss wohl kaum ein Homöopathikum durch eine Zulassung. In dem vereinfachten Registrierverfahren nach Richtlinie 2001/83/EG Artikel 13 (2) muss kein Wirksamkeitsnachweis erbracht werden. Das muss man sich mal vorstellen! Die Motivation zur Investition in die Forschung ist damit verständlicherweise recht niedrig. Die Forschung, die betrieben wird, treibt mitunter kuriose Blüten, die eventuell Gegenstand eines späteren Beitrags sind.

Vielleicht kann man Boiron abschließend im Interesse seiner Anteileigner nur dazu raten, etwas Imbecilium C200 zu nehmen – das soll mitunter Wunder gewirkt haben. Für den Rest der Bevölkerung kann es nur gut sein, wenn bekannter wird, dass Homöopathika im Grunde nur Abzocke und Aberglaube sind.

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Lakritze ist nicht aus Pferdeblut

11. Juli 2011, 02:32

Ich komme gerade aus dem Urlaub in dem Land der Heringe, Tulpen, Pommes mit Mayo und Lakritze: den Niederlanden. Wie auch die Skandinavier scheinen die Niederländer ein inniges Verhältnis zur Lakritze zu pflegen. Es gibt in den Drogerien sogar Theken, in denen man sich seine eigene Mischung aus hartem, weichen, salzigem, süßem, starkem, mildem, gezuckertem, mit Lorbeer, Minze, Honig aromatisiertem Lakritz zusammenstellen kann.

Für mich ist das das Schlaraffenland, denn ich liebe Lakritz! In Deutschland dagegen ist der Markt für Lakritze eher überschaubar. Die meisten Leute, die ich kenne, hassen das schwarze Zeug. Sie behaupten mitunter, Lakritze sei aus Pferdeblut gemacht.

BLUT!

Herstellung von Lakritze: Erster Schritt, Pferdeblut gewinnen? (Bildquelle: eqqman on flickr, CC-BY-NC)

Dabei ist das natürlich Unsinn, fiese Gerüchte der Lakritzehasser! In Lakritze ist kein Pferdeblut. Der Grundstoff für Lakritze, der Süßholzsaft, wird aus der Wurzel einer wunderbaren Pflanze gewonnen, der Süßholzpflanze Glycyrrhiza glabra. Man erkennt sofort, dass sie ein Schmetterlingsblütler ist; nicht nur an den Blüten, sondern auch an den gefiederten Blättern und den Hülsenfrüchten. Die Verwandtschaft zu Bohne und Erbse ist offensichtlich. Eigentlich tut das nichts zur Sache, aber irgendwie muss ich dieses Bild der Süßholzpflanze ja einleiten:

lakritzpflanze

„Glycyrrhiza“ bedeutet auf griechisch nicht viel mehr als „süß“ (glykys) und „Wurzel“ (rhiza). Damit wäre zum Namen fast alles gesagt. Vielleicht ist noch interessant, dass das griechische Wort eine abenteuerliche Transformation ins lateinische liquor erfahren hat, um anschließend zu liquiritia zu werden, woraus dann die im romanischen Sprachraum legorizia (italienisch), regaliz (portugiesisch), reglisse (französisch) wurde. Von dort war es nicht weit zum deutschen „Lakritz“.[1]

Als regaliz habe ich in Portugal auf Märkten auch kleine Wurzelstückchen kaufen können, auf denen ich herumkauen und Lakritz in unverfälschter Form genießen konnte. Die Holzstückchen waren wirklich verdammt süß – der sprichwörtliche Süßholzraspler hat seinen Namen also nicht von ungefähr!

regaliz

Süßholzwurzel-Stücke (Bildquelle: Carlos Lorenzo auf flickr, CC-BY-NC-SA)

Interessant war, dass man an den angespeichelten Seiten der Holzstücken Schaum produzieren konnte, sobald man in das gegenüberliegende Ende hineinblies. Leider habe ich das nie fotografiert! Der Grund für die Schaumbildung liegt wohl in dem Stoff, der dem Süßholzsaft und damit der Lakritze die charakteristische Süße verleiht, dem Glycyrrhizin (was für ein einfallsloser Name). Dieser Stoff ist fünfzig mal süßer als Haushaltszucker!

Glycyrrhizin wird zur Gruppe der Saponine gezählt, die (lat. sapo = Seife) seifenartige Eigenschaften besitzen. Wie alle „seifenartigen“ Substanzen besitzen sie einen polaren Anteil, der sich gut in Wasser löst – in diesem Fall sind es zwei Zucker-Moleküle – und einen fettliebenden Teil – in diesem Fall ein Terpenoid. Damit wäre klar, weshalb ich mit meinen Holzstückchen Blasen machen konnte.

 

Glycyrrhizic Acid

Man kann an der Strukturformel sehr einfach den wasserliebenden Teil ausmachen: dieser enthält viele polare OH- und COOH-Gruppen (links).  Der fettliebende Anteil rechts enthält, wie andere „ölige“ Stoffe, nur wenige solcher Gruppen.

Ich vermute, dass diese Eigenschaft Lakritz als Husten- und Halsschmerz-Hausmittel so beliebt macht. Seife zerstört die Zellmembranen von Bakterien, warum sollte es bei fiesen Halsschmerz-Bakterien anders sein? Schonender, als mit Pril zu gurgeln, muss das Lutschen von ein paar Lakritzbonbons sein. Man sollte aber vorsichtig sein, denn Saponine greifen auch die roten Blutkörperchen an und wirken damit hämolytisch.

Schaut man sich ein wenig um, dann stellt man schnell fest, dass der im Bild gelb unterlegte Anteil ohne den Zuckerrest (blau unterlegt) vielfältige pharmakologische Wirkungen hat. Es greift unter anderem in den Cortisol- und damit in den Mineralstoffwechsel ein, was letzendlich zu Bluthochdruck und Wassereinlagerungen führen kann, im Extremfall sogar zu Muskelschäden und Nierenversagen. Dafür muss man aber große Mengen über einen längeren Zeitraum zu sich nehmen.

Die Dosis macht eben das Gift. Das gilt natürlich auch für so harmlos erscheinende Naturstoffe wie Lakritze und Glycyrrhizin, weshalb das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, täglich nicht regelmäßig mehr als 100 mg Glycyrrhizin bzw. 50 g Lakritz zu sich zu nehmen.

Diese Verzehrsempfehlung hat eine Lakritzliebhaberin, die innerhalb von vier Monaten ganze 48 kg Haribo-Lakritz vertilgt hatte, wohl nicht gekannt. Nach gesundheitlichen Problemen zog sie gegen den Gummibärenkonzern vor Gericht – und verlor.

Damit ist Lakritze nicht nur äußerst lecker, sondern auch noch interessant auf vielen anderen Ebenen: etwa etymologisch, botanisch und pharmakologisch.

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Anmerkungen

[1] nach Helmut Genaust: „Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen“, 3. Auflage, 1996, Birkhäuser Verlag, Basel.



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Cranberrysaft nicht wirksam gegen Blasenentzündung

29. Mai 2011, 12:35

Cranberrysaft oder auch Preiselbeersaft* wird ja gern zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten empfohlen. In meiner Verwandtschaft und im Freundeskreis scheint das recht beliebt (ok, Stichprobe ist recht klein), wodurch ich mich genötigt sah, das mal etwas eingehender nachzuforschen.

preiselbeeren

Schwedische Preiselbeeren, keine nordamerikanischen Cranberries*

Diese tolle Infografik über Nahrungsmittelergänzungen von „Information is Beautiful“ basiert auf verschiedenen Studienergebnissen, die man öffentlich in dieser Google-Tabelle einsehen kann. Eigentlich ist die Grafik einen eigenen Blogeintrag wert, so toll finde ich die. Die Blasen auf der Grafik konkurrieren um den besten Platz (oben), und je weiter oben die Blase ist, desto stärker die Belege für eine Wirksamkeit.

snakeoil

Was äußerst interessant ist: In der neuesten Version vom 9. Mai 2011, die wohl in Zusammenarbeit mit der Cochrane Collaboration entstanden ist, findet man die Blase für Cranberry nicht mehr auf Höhe der „starken“ sondern nur noch unter den „geringfügigen“ Hinweisen. Ich hatte mich über die alte Version gewundert und Autor David McCandles kontaktiert, der eine Überarbeitung in Aussicht stellte. Mit der neuen Version kann ich mich sehr viel besser anfreunden.

Alt

Die alte Version, hier läuft die Blase noch bei strong, also starker Evidenz.


Neu

Neue Version: Die Blase ist nur noch bei slight, also unter „geringfügigen“ oder „etwas“ Belegen.

In die neue Version sind neue Studiendaten eingeflossen:

Zum ersten Punkt muss man noch sagen: haben die Cochrane-Analysen in der Regel auch eine hohe Qualität, hat Mark Crislip recht, wenn er die Studie mit „man werfe Fäkalien gegen eine Wand, prüfe, ob etwas hängen geblieben ist, und male dann eine Zielscheibe darum herum“, beschreibt. Die Qualität der Meta-Analyse hängt natürlich maßgeblich von der Qualität des Ausgangsmaterials ab. In diesem Fall war das Ausgangsmaterial wohl nicht mehr wert, als eine Palette spanischer Gurken und damit sind selbst die „geringfügigen“ Belege, die die Autoren gefunden haben wollen, mit Vorsicht zu genießen.

Der zweite Punkt ist interessant, und wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es in der EU folgende Regelung: Wenn mit gesundheitlichen Effekten geworben wird, müssen diese zukünftig auch belegt werden. Und zwar mit wissenschaftlicher Literatur! So soll der Verbraucher vor möglicherweise leeren Versprechen wie Joghurt, der „Abwehrkräfte strärkt“, oder Margarine, die den Cholesterinspiegel senkt, geschützt werden. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet die Arbeiten und fällt das Lebensmittel bei der Expertenprüfung durch, ist es vorbei mit der vollmundigen Werbung.

Das Urteil der EFSA-Experten zu der Wirkung von Cranberryprodukten auf Blasenentzündungen war eindeutig: Auf Basis der eingereichten Studien könne man solche Behauptungen nicht stützen. Der Cranberry-Produzent Ocean Spray erhielt also eine Abfuhr, und ich bin sicher, dass es nicht an der mangelnden Literaturrecherche des Herstellers gelegen hat.

Eine dritte Untersuchung kann man hier sicher noch anführen, die dazu auch noch ganz frisch ist, praktisch alle Ansprüche an eine Studie bedient und im Titel schon den Ausgang der Untersuchung verrät: „Kranbeerensaft versagt bei der Vorbeugung von Harnwegsinfekten: Ergebnisse einer randomisierten placebo-kontrollierten Studie“. Cranberrysaft wurde über einen Zeitraum von sechs Monaten an weibliche College-Studenten verabreicht, und die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Einnahme von Kranbeerensaft nicht besser gegen Harnwegsinfekte hilft, als ein Placebosaft. Die Wahl eines Placebosafts (anstatt eines „echten“, neutralen Placebos) halte ich für eine gute Idee, schließlich ist man auf der Suche nach einem spezifischen Effekts von Cranberries.

Das erinnert mich irgendwie an das Phänomen von Studien über die Homöopathie, denn dort gilt: Je besser die Studie, desto kleiner der Effekt.

***

*Preiselbeeren (wissenschaftlicher Name: Vaccinium vitis-ideae, englisch: lingonberry) und Cranberries (Kranbeere, Vaccinium macrocarpon) sind nicht dasselbe, gehören aber der gleichen Gattung Vacciunium aus der Familie der Heidekrautgewächse an. Kranbeeren werden unsinnigerweise oft als Kulturpreiselbeeren vermarktet. Allerdings kommen eine Reihe der möglicherweise wirksamen Stoffe – Proanthocyanide, Tannine, Ascorbinsäure, etc. – typischerweise auch in anderen Angehörigen von Vaccinium wie Preiselbeeren oder Heidelbeeren vor.

Quellen und Links



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Trubel um Heilpflanzenverbot hört nicht auf

29. April 2011, 16:42

Hurra, es gibt eine neue Petition zum nichtexistenten Heilpflanzenverbot! Ich habe bereits an den Zugriffszahlen hier im Blog bemerkt, dass da was im Busch ist. Diesmal wird eine großangelegte Aktion durch Avaaz.org organisiert, nach eigener Auskunft ein „weltweites Kampagnennetzwerk“, das Bürgerstimmen auf politischer Ebene hörbar machen soll, via Mail, Twitter, Facebook, was weiß ich. Schlecht kann ich das basisdemokratische Konzept der Plattform nicht finden, allerdings lässt der aktuelle Fall vermuten, dass bei solcher „Sofa-Demokratie“ die Hemmschwelle zum Mitmachen so niedrig ist, dass sich kaum jemand die Mühe macht, sich mit den Hintergründen des Anliegens vertraut zu machen. Ein Klick ist schnell gemacht, und man kann sich freuen, sich an einer guten Sache beteiligt zu haben.

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Verursacht ein fehlgeleitetes Immunsystem Morbus Bechterew?

19. Januar 2011, 23:09

Wie das Immunsystem erkennt, dass eine Körperzelle von Viren befallen ist, habe ich kürzlich beschrieben. Nicht verraten habe ich, was das mit Autoimmunerkrankungen zu tun hat. » weiter

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Alternative Krebstherapien: Motivationen der Patienten

17. Januar 2011, 21:57

Letztens habe ich mich über die fehlende Plausibilität und Evidenz der alternativen Krebstherapie mit Hilfe von Mistelextrakten aufgeregt. Mein Fazit war in etwa, dass eine Behandlung mit einer quasi ungetesteten Therapie in Anbetracht der wirkungsvollen „konventionellen Alternativen“ verwerflich oder sogar unethisch ist.

Gerade Patienten, die an unheilbaren Formen von Krebs erkranken, stehen alternativmedizinischen Therapieformen recht offen gegenüber, aber weshalb?

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Mistelextrakte gegen Krebs

27. Dezember 2010, 22:02

Was ist Medizin? Ist es Hokuspokus, der auf Magie und vorwissenschaftlichen Aberglauben beruht? Ist es lediglich die Exekutive der Pharmaindustrie, und damit alle Ärzte Erfüllungsgehilfen? Oder ist es ein Heilsystem, basierend auf dem besten Kenntnisstand über unsere Physiologie, basierend auf der Erforschung von Substanz- und Therapiewirkungen, und der kritischen Überprüfung von Wirksamkeit, Sicherheit und Nutzen? Sicherlich ist es derzeit ein Mischung aus alledem, zweifelsohne ist doch aber der letzte Entwurf der erstrebenswerte Zustand. Bezweifelt das jemand ernsthaft?

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Placeboeffekt ohne Täuschung des Patienten?

27. Dezember 2010, 12:12

An dieser Stelle will ich einen kurzen Hinweis auf die derzeit kursierenden Berichte zu dieser Studie hier in PLoS One über die Wirkung des Placeboeffekts geben.

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Elektrosmog und Verhaltensstörungen bei Kindern

10. Dezember 2010, 14:05

Die Fragen um die Auswirkungen von Handys auf die Gesundheit sind ein Dauerbrenner und die Diskussion um „Elektrosmog“ hat schon zu mancher Verschwörungstheorie geführt, die einige wohl schon zur Benutzung von Kupfertapete zur Abschirmung verleitet hat. Das Blog Science Based Medicine thematisiert eine neue Studie zu den Auswirkungen von der Benutzung von Mobiltelefonen auf die Gesundheit. Der Neurologe Steven Novella kommentiert im aktuellen SBM-Artikel „Cell Phones and Behaviour“ die Beobachtungsstudie, die eine Korrelation zwischen Mobilfunknutzung durch schwangere Frauen und Verhaltensauffälligkeiten bei deren Kindern findet.  » weiter

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Glöckler und Goebel: Sinnfindung in Kinderkrankheiten

30. Juli 2010, 00:19

Mir liegt das äußerst kuriose und stark anthroposophisch geprägte „Kindersprechstunde – ein medizinisch-pädagogischer Ratgeber“ von den beiden Medizinern Wolfgang Goebel und Michaela Glöckler vor. Glöckler leiter die medizinische Sektion des Goetheanums, dem Haupttempel und Hochschule der Steiner-Verehrer. » weiter

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