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Wie man isotopenmarkierte Peptide in Bakterien herstellt

14. August 2011, 16:21

Wie ich anderswo schon beschrieben habe, arbeite ich mit menschlichen HLA-Proteinen, die ein Teil des Immunsystems sind, und deren Aufgabe es ist, etwa Virenbefall der Zelle zu signalisieren,  deren Fehlfunktion aber auch mit Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht wird. Es gibt einige solcher HLA-Proteine, die sich nur durch eine einzige Aminosäure unterscheiden, aber mit unterschiedlichen Krankheitsbildern assoziiert werden. So sind etwa die beiden Proteine HLA-B2709 und HLA-B2705 fast identisch, sind aber unterschiedlich mit der rheumatischen Krankheit Morbus Bechterew assoziiert. Träger des Gens für HLA-B2705 erkranken öfter an Morbus Bechterew, bei der sich Gelenke entzünden und zunehmend verknöchern.

 

HLA-B27.png

Links: Der Proteinkomplex in einer Cartoon-Darstellung, rechts hervorgehoben der Unterschied, der in nur einier einzigen Aminosäure besteht. (Bilder: eigene Arbeit, Wirbelsäule nach „Gray's Anatomy“)

Für die NMR muss man seine Proteine markieren

Für die kernmagnetische Resonanz-Spektroskopie (NMR), mit der man Moleküle auf atomarer Ebene betrachten kann, benötigt man nun Proteine mit „magnetischen“ Atomkernen. Das Leben besteht vor allem aus den drei Elementen Wasserstoff, Kohlenstoff und Stickstoff, die den Hauptbestandteil der Biomasse bereitstellen. Bei Wasserstoffatomen hat man Glück, denn hier ist die natürlicherweise häufigste Atomsorte (Isotop) mit der Masse von 1 (1H) auch diejenige mit einem magnetischen Atomkern.

Isotope

Die natürlichen Isotope (Atomsorten) des Wasserstoffs, die sich durch die Zahl der Neutronen im Kern unterscheiden. Grau: negativ geladene Elektronen in der Hülle; rot: positiv geladene Protonen, sowie blau: ungeladenen Neutronen im Kern des Atoms.

Bei Kohlenstoff ist es anders: ganze 98,9% der natürlich vorkommenden Isotope sind das quasi nutzlose Isotop 12C, wir brauchen aber das schwerere 13C. Bei Stickstoff ist es noch schlimmer, denn hier bestehen nur etwa 0,4% der natürlichen Stickstoffatome aus dem Isotop 15N, der Rest ist 14N.

Um trotzdem messen zu könenn, behilft sich in der Regel damit, den Bakterien, die das Protein herstellen, die entsprechenden Atomsorten zuzufüttern, damit sie diese einbauen. Das erfordert mitunter Einiges an Fingerspitzengefühl, insbesondere, wenn man den „schweren Wasserstoff“ Deuterium (2H) einbauen will: Dieses Atom ist schließlich doppelt so schwer, wie das reguläre 1H und das nehmen einem die Zellen mitunter sehr übel. Bei Kohlenstoff und Stickstoff ist der Unterschied längst nicht so gravierend.

Die Herstellung von Peptiden

Wenn die Proteine nur kurz genug sind, kann man sie auch technisch-synthetisch herstellen. Wenn man keine besonderen Wünsche hinsichtlich der Isotopen hat, ist das eine schnelle und kostenoptimale Möglichkeit, riesige Mengen von kurzen Peptiden herzustellen. Allerdings stößt man bei Isotopen-Sonderwünschen schnell an seine finanziellen Grenzen, denn die isotopenmarkierten Aminosäuren mit entsprechenden Schutzgruppen sind extrem teuer.

Alternativ kann man wieder auf die Biosynthese, also die Herstellung in gentechnisch manipulierten Bakterien, zurückgreifen, wieder mit Zufütterung der gewünschten Atomsorte. Dafür ist es aber notwendig, sie als Anhängsel an einem großen Protein herstellen zu lassen, denn die Bakterienzelle zerlegt kurze, unstrukturierte Peptidschnipsel in kürzester Zeit in seine Aminosäurebestandteile zurück. Ein System, das bereits in den 1990er Jahren etabliert wurde, macht sich das kleine Protein Ubiquitin zunutze, das natürlicherweise nicht in Bakterien vorkommt. Ubiquitin wird in Ketten an andere Proteine angehängt, und ein äußerst genau arbeitendes Enzym kann die Einzelglieder der Kette abspalten.

yuh

Das Enzym YUH1 zerschnippelt Ubiquitin-Ketten zu Einzel-Ubiquitinen.

Das Ganze kann man sich zunutze machen, indem man an das Ende des Ubiquitins „einfach“ sein Peptid dranhängt, das Spaltenzym getrennt herstellt, alles in einen Topf wirft und dabei zusieht, wie das Peptid vom Ende des Ubiquitins abgeschnitten wird.

yuh2

Das Enzym schneidet anstandslos kurze Peptide vom Ende des Ubiquitins ab. Das „6-His“ steht für ein Anhängsel, das bei der Aufreinigung des Proteins hilft, das His-Tag. Hier ist es am entgegengesetzten Ende des Ubiqutins angebracht.

Am Ende hat man dann sein Peptid, ganz wunderbar mit den gewünschten Isotopen, zu einem Bruchteil des Preises. Dann besteht die Kunst nur noch darin, aus dem Reaktionsgemisch, in dem natürlich noch das Spaltenzym und das abgespaltene Protein herumschwimmen, das Peptid zu isolieren.

Hat man auch das gemeistert, kann man mit dem hochreinen Peptid die ganz oben abgebildeten Komplexe herstellen (auch nochmal ein Kapitel für sich) und daran Strukturforschung betreiben.

Literatur

Kohno, T., Kusunoki, H., Sato, K., & Wakamatsu, K. (1998). A new general method for the biosynthesis of stable isotope-enriched peptides using a decahistidine-tagged ubiquitin fusion system: an application to the production of mastoparan-X uniformly enriched with 15N and 15N/13C. Journal of biomolecular NMR, 12(1), 109–121.



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Séralini und das Kreuz mit der Unabhängigkeit von Gentechstudien

05. April 2011, 20:40

Zwei französische Wissenschaftler, die jeweils zwei Lobbygruppen angehören, bekriegen sich vor Gericht. Professor Gilles-Eric Séralini von der gentechnikkritischen CRIIGEN sah seinen Ruf durch eine „Schmierenkampagne“ der Gentechnikbefürwortergruppe AFBV bedroht. Diese hätte Séralinis Arbeiten in Presseschreiben als unwissenschaftlich beschrieben. Prof. Marc Fellous von AFBV meinte, dass Séralini „in erster Linie Aktivist“ sei und er keine unabhängige Forschung betreiben würde: Immerhin würde ein Teil seiner Arbeit von Greenpeace finanziert werden und damit seine Unabhängigkeit fragwürdig. Dagegen zog Séralini vor Gericht.

Das Gericht befand im Januar 2011, dass die Aussage, dass Séralinis „intellektuelle Integrität“ durch die Abhängigkeit zu Greenpeace beeinträchtigt würde, in der Tat diffamierend sei. Die restlichen Vorwürfe seien allerdings Teil der „wissenschaftlichen Debatte“. Fellous bzw. AFVB müssen 1000 Euro Strafe zahlen, haben aber das Recht, Berufung einzulegen.

Die Studien - wirklich kein Interessenskonflikt?

Um welche Studien handelt es sich überhaupt? In den Jahren 2007 und 2009 veröffentlichte Séralini zwei Studien, die teilweise durch Greenpeace finanziert worden sind [1,2]. Dabei ging es um die Neu-Bewertung von Daten aus einer Fütterungsstudie an Ratten, die im Rahmen des Zulassungsverfahrens zu transgenem Mais von Monsanto erhoben wurden. Diese eigentlich vertraulichen Daten wurden im Jahr 2005 durch ein Gerichtsverfahren in Deutschland freigeklagt und Séralini wurde von Greenpeace ermuntert, diese Daten neu auszuwerten. Man muss dabei natürlich nicht lange rätseln, welche Ergebnisse Greenpeace am Ende gern gesehen hätte – und vielleicht auch, weshalb die Wahl dabei auf Séralini fiel.

In den Acknowledgements, in denen meist die Verbindungen und Finanziers der Arbeit dargelegt werden, sieht man folgendes:

This work was supported by Greenpeace Germany who, in June 2005, won the Appeal Court action against Monsanto, who wanted to keep the data confidential. [2]

und

Greenpeace contributed to the start of the investigations by funding first statistical analyses in 2006, the results were then processed further and evaluated independently by the authors. [1]

Mag sein, dass wirklich keine finanzielle Abhängigkeit von Greenpeace vorlag, aber zumindest eine ideologische scheint es doch zu geben. Séralini ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der bereits erwähnten Lobbyorganisation CRIIGEN. Diese lief Anfang des Jahres Sturm gegen einfache Gentechnik-Experimente in französischen Klassenzimmern [3] – man hatte dort Angst, dass die Technologie „trivialisiert würde“. Seralini foderte jedenfalls ein Moratorium gegen die trivialen Experimente mit ungefährlichen Organismen und hatte keinerlei Argumente vorzuweisen. Es wurden damit nur Ängste vor der neuen Technologie geschürt. Lars Fischer von nebenan bescheinigte den Initiatoren „wissenschaftsfeindlichen Fundamentalismus“ [4] – zu Recht.

In den Publikationen der letzten Jahre zeigte Seralini immer wieder, dass etwa das Pestizid Glyphosat oder eben gentechnische veränderte Pflanzen schädlich für die Gesundheit seien, offenbar im Gegensatz zu dem herrschenden Konsens.

In der europäischen Zulassungsbehörde EFSA lägen laut CRIIGEN außerdem zu viele personelle Interessenskonflikte vor. Die EFSA sei nicht unabhängig genug. Der EFSA eine zu laxe Zulassungspraxis vorzuwerfen, scheint aber ziemlich vermessen zu sein: Die Zulassungsforderungen der EU zählen als die strengsten weltweit, und im Gegensatz zu den USA sind gentechnisch veränderte Pflanzen ziemlich unpopulär. Für mich passt hier die Realität mit den Vorwürfen nicht so recht zusammen.

Validität der Ergebnisse

Aber ganz abgesehen von den möglichen Interessenskonflikten und ideologischen Eventualitäten ist an den fraglichen Arbeiten von 2007 und 2009 offenbar nicht viel dran. Es scheint, als hätte Seralini Monsantos Daten so lange mit statistischen Methoden geschunden, bis er ein statistisch signifikantes Ergebnis in der Hand hielt. Mir fehlt aber das statistische Handwerkszeug, seine Ergebnisse wirklich bewerten zu können.

Statistische Signifikanz hat auf jeden Fall nicht unbedingt eine praktische Bedeutung, so viel ist klar. Die Relevanz von Séralinis Ergebnissen wurde deshalb von vielen Seiten angezweifelt. Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sah keinen Anlass für eine Neubewertung:

Nach der Erfahrung des BfR sind Veränderungen und natürliche Schwankungsbreiten, wie sie in der in Rede stehenden 90-tägigen Fütterungsstudie aufgetreten sind, grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Außerdem zeigten die bei den Blut- und Urinanalysen beobachteten statistisch signifikanten Unterschiede kein konsistentes Muster, insbesondere hinsichtlich einer Dosis-Abhängigkeit.

Eine „hepatorenale Toxizität“ von dem Mais MON863 würde die Neuanalyse nicht ergeben, befand nicht nur Monsanto selbst, sondern auch die australisch-neuseeländischen Zulassungsbehörde FSANZ (hier die Stellungnahme zur 2009er-Studie), und die europäische EFSA. In Blogs wie Academics Review und GMO Pundit wurden die Ergebnisse auch ordentlich auseinandergenommen.

Statistische Signifikanz ist eben nicht dasselbe, wie „praktische Signifikanz“ [5]. Statistische Signifikanz bedeutet in der Biologie nichts ohne den jeweiligen biologischen Kontext. Ein P-Wert sagt ohne eine Einordnung in das Große Ganze® nichts darüber aus, wie relevant die Ergebnisse im echten Leben sind. Ioannidis [6] und Goodman [7] haben einige lesenswerte Dinge zu diesem Thema geschrieben, Goodman im Hinblick auf medizinische Studien, was der Sache aber keinen Abbruch tut.

Dazu kommt, dass die Gültigkeit eines publizierten Ergebnisses mit seiner Reproduzierbarkeit steht und fällt. Soweit es meine Recherchen ergeben haben, sind keine derartigen Effekte nochmals publiziert worden. [Frage an die Leser: Wisst ihr mehr?] Eher im Gegenteil: es gab weitere Fütterungsstudien mit den von Seralini et al. untersuchten transgenen Maissorten, wie ich bei Academics Review [8] lesen konnte. Diese dort genannten Studien stammen allerdings von Monsanto.

Es scheint, als wäre Séralini entweder „Überzeugungstäter“ oder ein Whistleblower, der sich mit einer weitgehend bezahlten Wissenschaft anlegt. Egal, welches Bild nun wirklich besser zutreffen sollte, es ist klar, welches das populärere ist.

Das Kreuz mit der Unabhängigkeit

Ich finde die Auseinandersetzung insgesamt sowieso ziemlich albern. Denn ich halte es für zweitrangig, ob Ergebnisse nun unabhängig erlangt worden sind, oder eben nicht. Die Wissenschaft ist ein langfristig selbstreinigender Prozess, und Daten fälschen oder erfinden darf selbst die Industrie nicht – das ist zu plump und würde jedem, der versucht, die Ergebnisse nachzuvollziehen, sofort auffallen. Umgekehrt ist wissenschaftliche Unabhängigkeit auch im Gentech-Bereich noch lange kein Garant für hochwertige Ergebnisse, wie man an der kontroversen Pusztai-Studie gesehen hat. Pusztai hatte seine Versuchstiere fehlernährt und versuchte dann, die Effekte auf das Transgen zu schieben.

Natürlich hat die Pharma- und Gentechnikindustrie einen gewissen Spielraum, um zu tricksen, schließlich will man die teuer entwickelten Produkte nicht gleich auf den Müll werfen. Experimente kann man zum Beispiel einfach abbrechen, wenn man die gewünschten Resultate hat, obwohl diese sich im späteren Versuchsverlauf ja noch ändern könnten. Man kann diese positiven Ergebnisse dann geschickt mehrmals an mehreren Stellen veröffentlichen, um das Gesamtbild der Publikationen zu verzerren. Oder man publiziert nur noch solches, was das gewünschte Resultat erbracht hat und lässt negative Ergebnisse einfach in der Schublade.

Bedenkt man, dass Séralinis gefundene Signifikanzen wohl keine biologische Relevanz haben, kann man ihm vorwerfen, das gemacht zu haben, was „die Industrie“ auch gern macht: eine Überhöhung der Ergebnisse. Die Daten geben in diesem Fall gar nicht her, was man in der Diskussion so schön ausgeschmückt hat. Hier zeigt sich besonders deutlich, ob der Versuchsleiter mit Vorurteilen an die Untersuchung heran gegangen ist, finde ich

Schlusswort

Jemand, der allen anderen Abhängigkeit durch Interessenskonflikte vorwirft, kann mit diesem Vorwurf selbst nicht umgehen und muss seine „Wissenschaftlerehre“ durch ein Gerichtsverfahren wiederherstellen lassen? Muss das denn sein?

Ich bleibe jedenfalls skeptisch und traue Séralinis Unabhängigkeit mit Gerichts-Gütesiegel immer noch nicht über den Weg. Denn schaut man in eine seiner 2010 erschienenen Veröffentlichungen, in der er ein paar Kritikpunkte zu diskutieren scheint, fällt mir auf, dass schon seine Prämissen für die Notwendigkeit umfassender Tests ziemlich zweifelhaft sind:

Nutritional tests with weight, bone mass, and for instance milk or meat production are available, as well as acute toxicological tests with recombinant proteins, in vitro digestibility of transgenic proteins, and limited compositional analysis among other data. However, the possible chronic side effects of pesticide residues are not scientifically assessed, whereas these edible GMOs were modified in order to either tolerate or produce such residues in the first place. In addition, unpredictable metabolic effects, such as metabolic interferences, or direct or indirect insertional mutagenesis consequences cannot be excluded. [...] The frequency of such events in comparison to classical hybridization is by nature unpredictable and new proteomic technologies have shown to be effective in evaluating the potential collateral effects due to insertional mutagenesis.

Also auch wenn man das neue, rekombinante Genprodukt toxikologisch getestet habe, seien bestimmte Wechselwirkungen mit Pestiziden irgendwie nicht ausgeschlossen, und sowieso seien die disruptiven Effekte auf das Pflanzengenom unvorhersehbar.

Das ist hanebüchener Unsinn: Nicht alle GMOs werden gemacht, um ohne Ende mit Pestiziden besprüht zu werden. Und die Gefahr, die von einem transgenen Organismus ausgeht, hängt in allererster Linie von seinem Transgen ab. Ein Apfel, der ein Gen für ein hochtoxisches Protein enthält, ist fraglos gefährlicher, als etwa ein Apfel, der ein Gen für die Farbstoffproduktion in seinem Fruchtfleisch von einer anderen Apfelsorte bekommen hat.

Der letzte Punkt in dem obigen Zitat bezieht sich darauf, dass Gentechnik per se invasiver sein müsste, als etwa normale Züchtungsmethoden. Die genannten „Kollateraleffekte“ durch die Integration des fremden Gens in das eigene Genom an zufälliger Stelle erscheinen geradezu lächerlich, wenn man sich überlegt, wie Pflanzen in der Mutationszüchtung malträtiert werden. Zudem haben Proteomanalysen gezeigt, dass „genetische Manipulation“ weniger invasiv sind, als Züchtung oder sogar Umwelteinflüsse.

Und der Ruf nach immer mehr, immer umfangreicheren, und vor allem immer längeren Langzeitstudien ist uns eigentlich schon von den Impfgegnern und anderen Aktivistengruppen bekannt. Die wollen am liebsten Langzeitstudien über mehrere Jahrhunderte. Dabei ist es viel wichtiger, dass man vernünftige Standards zur Risikobewertung etabliert und auch einhält. Die Monsanto-Studie scheint sich an diese Standards gehalten zu haben.

Literatur und Links

[1] de Vendômois, J. S., Roullier, F., Cellier, D., & Séralini, G. (2009). A comparison of the effects of three GM corn varieties on mammalian health. International journal of biological sciences, 5(7), 706-726. PMID: 20011136

[2] Séralini, G., Cellier, D., & de Vendômois, J. S. (2007). New analysis of a rat feeding study with a genetically modified maize reveals signs of hepatorenal toxicity. Archives of environmental contamination and toxicology, 52(4), 596-602. doi:10.1007/s00244-006-0149-5

[3] Barbara Casassus, Transgenic bacterium sparks row in French schools. Nature News doi:10.1038/news.2011.61

[4] Lars Fischer, Gentechnik in die Schule! SpektrumDirekt, 03.02.2011

[5] David Tribe, GMO statistics Part 10: The King of Hearts is NOT equivalent to the King of England.

[6] Ioannidis, J. P. A. (2005). Why Most Published Research Findings Are False. PLoS Medicine, 2(8), e124. doi:10.1371/journal.pmed.0020124

[7] Goodman, S. N. (1999). Toward evidence-based medical statistics. 1: The P value fallacy. Annals of internal medicine, 130(12), 995-1004. PMID: 10383371

[8] Academics Review.com: 1.3—Bt Corn Statistics Don’t Lie

[9] de Vendômois, J. S., Cellier, D., Vélot, C., Clair, E., Mesnage, R., & Séralini, G. (2010). Debate on GMOs health risks after statistical findings in regulatory tests. International journal of biological sciences, 6(6), 590-598. PMID: 20941377



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Der Chloroplast - eine Zelle in der Zelle

08. März 2011, 18:23

Die Photosynthese findet bei den Pflanzen und Grünalgen in kleinen grünen Körperchen innerhalb der Zelle statt, den Chloroplasten. Jede Zelle kann eine ganze Menge dieser doppelt umhüllten Organellen tragen, die eine spannende evolutionäre Geschichte hinter sich haben. Sie haben sich nämlich über die Zeit von einem unabhängigen Organismus hin zu einem unentbehrlichen Pflanzenorganell entwickelt.

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Auf dem Präsentierteller: Wie Virenbefall vom Immunsystem erkannt wird

02. Dezember 2010, 15:07

Kürzlich habe ich mich entschieden, den Pflanzen und der Photosynthese den Rücken zu kehren und bin nun in der Strukturbiologie bzw. Immunologie gelandet. Ich werde mit einem Thema promovieren, dass die Struktur eines immunologisch wichtigen Proteinkomplexes betrifft, und gebe hier ein paar einführende Informationen zum Thema.
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Was ist überhaupt grüne Gentechnik?

11. September 2010, 13:52

Erklärbär
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Weil ich gemerkt habe, dass in meinem Umfeld einige Leute keinerlei Vorstellung davon haben, was Gentechnik überhaupt ist, gibt es heute mal einen schönen Erklärbär-Eintrag. Wer noch nichts darüber weiß, ist herzlich zum Kommentieren eingeladen, und wer schon alles weiß, der kann mich ja auf Fehler hinweisen.

Al allererstes muss man verstehen, was ein Gen überhaupt ist, daran scheitert es wohl schon bei einigen. Denn Worte wie „Genpflanze“ oder „Genfutter“ ergeben nicht im entferntesten einen Sinn, es sind reine Kampf- und Propagandabegriffe, die „Gen“ als etwas unnatürliches oder gar schädliches darstellen sollen. Das ist völliger Unsinn. » weiter

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Der Mensch, eine schlampig konstruierte Krone der Schöpfung

16. Juli 2010, 10:06

NatureNews berichtete vor einiger Zeit über einen interessanten Artikel von John C. Avise, der in PNAS erschienen ist: Footprints of nonsentient design inside the human genome (etwa: Indizien für „bewusstloses“ Design im menschlichen Genom). Der Artikel argumentiert gegen Intelligent Design (ID), eine Abart des bibelreligiösen Kreationismus, nach dem komplexe biologische Funktionen sich nicht etwa durch Evolution entwickeln könnten, sondern vielmehr aus dem Nichts von einem bewussten Wesen geschaffen wurden müssten. » weiter

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Naturköstliches Pirin-Quellwasser aus Bulgarien. In PET-Flaschen!

26. Mai 2010, 22:49

Letztens stieß ich vor der BioCompany in Berlin-Friedrichshain auf einen Stand von Michael Tag, der für das Mineralwasser Pirin warb. Dieses Wasser ist angeblich besonders rein und natürlich, sehr mineralarm, und entspricht sogar „den physiologischen Anforderungen einer ganzheitlichen Ernährungslehre und Heilkunde“ – das entspricht bei Hardcore-Homöopathen wahrscheinlich einem Kaufbefehl. Den Haken, den ich sehe: Pirin wird äußerst unökologisch aus Bulgarien geliefert und zudem in PET-Plastikflaschen abgefüllt.[1] » weiter

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Replikation, Transkription und Translation in Echtzeit - Animationen von Drew Berry

21. Mai 2010, 13:09

Die folgende Animation von Drew Berry hat mich vom Hocker gerissen. Die molekularen Vorgänge (z. B. DNA-Aufwicklung auf Histone, Replikation, Transkription und Translation) sind in Echtzeit dargestellt, sodass man ein Gefühl bekommt, wie schnell oder langsam der jeweilige Prozess eigentlich ist. Die thermische Bewegung der Moleküle, die in diesen Größenbereichen auftritt, ist eindrucksvollerweise mal nicht vernachlässigt worden und lässt die molekularen Maschinen fast echt wirken. Anders also als die üblichen statischen Animationen, die oft sehr vereinfachend (und langweilig) sind. » weiter

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David Goodsell, Molekül-Künstler und Wissenschaftler

18. Mai 2010, 22:27

Wer seine Arbeiten noch nicht kennt, hat bisher etwas verpasst. David Goodsell, Professor für Molekularbiologie, ist seit zehn Jahren Autor des „Molecule of the Month“ der Protein Data Base (PDB), in der monatlich Proteinstrukturen vorgestellt und vor allem visualisiert werden. Das Besondere ist neben der augenscheinlichen Schönheit die Plastizität der überhaupt nicht fotorealistischen Bilder: » weiter

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Was man nicht in der Schule lernt: Das Ribosom ist kein Protein

15. Mai 2010, 18:10

Entgegen landläufiger Meinung ist das Ribosom kein Protein, sondern ein Komplex aus vielen Proteinen und viel, viel RNA.  Ganze zwei Drittel des Komplexes bestehen aus Nukleinsäuren! Die kataytischen Zentren des Ribosoms werden ebenfalls durch RNA gestellt. Eine enzymatische Aktivität von RNA ist keine Seltenheit, es gibt eine große Anzahl bekannter Ribozyme. Man kann spekulieren, dass die frühesten Lebensformen auf RNA basierten, und die Proteine erst viel später dazu kamen. Ein entsprechendes Denkmodell nennt sich „RNA-Welt-Hypothese“, näheres erfährt man hier» weiter

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