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Genomweite Assoziationsstudien: Bewährtes Mittel oder Geldverschwendung?

21. Januar 2012, 17:12

Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) sind heutzutage ein Mittel in der Wissenschaft, um Abschnitte auf der DNA mit einer Krankheit in Verbindung zu bringen. Das Prinzip dahinter ist recht simpel: Man nehme die Genomdaten von tausenden gesunden und kranken Menschen und vergleiche sie miteinander. Als Ergebnis erhält man Zahlenverhältnisse, die beschreiben ob eine spezifische Stelle im Genom öfter bei Kranken im Vergleich zu Gesunden verkommt oder nicht. Ist ersteres der Fall, so spielen diese Stellen in der DNA möglicherweise eine Rolle in der Krankheitsentstehung und -förderung. Auf diese Art und Weise kann man Abschnitte im Erbgut identifizieren und sie durch weitere Forschung auf ihre genaue Krankheitsrelevanz prüfen. So weit, so gut.  » weiter

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Open Source live in der Krebsforschung

29. Oktober 2011, 16:49

Es ist in Mode gekommen sich für Open Source auszusprechen und auch ich bin einer, der das Prinzip dahinter unterstützt: Forschungsergebnisse für Jedermann öffentlich zu machen. Wie sinnvoll das für die Gesellschaft sein kann, kann man im exzellenten Vortrag vom Krebsforscher Jay Bradner sehen. Er und seine Arbeitsgruppe haben ein Molekül entwickelt, welches sich nach ersten Untersuchungen als ziemlich erfolgsversprechend in der Behandlung von NUT-Mittellinien-Karzinomen erwies. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Kreberkrankung für die es im Moment noch keine richtige Behandlung gibt, umso wichtiger ist es also, die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben. Und was macht man da am besten? Statt dass Jay Bradner sich mit dem Molekül alleine auseinandersetzt, wie es Wissenschaftler eigentlich machen, wenn sie etwas Neues entwickeln, macht er ein Crowd-Sourcing-Projekt daraus und lässt weltweit über 70 weitere Laboratorien an der Erforschung des Moleküls teilhaben. Jeder hat Zugang zum Molekül und zu den Daten. Am Ende wurden sie zusammengetragen und ja, diese Open Source-Krebsforschung hat in diesem Fall wirklich etwas gebracht. Seht selber...
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Der nächste Schritt zur Charakterisierung unserer DNA

26. Oktober 2011, 23:31

Ich lasse mal eben den imaginären Champagner-Korken knallen *plooooong*. Zu feiern gibt es nämlich den Start des sogenannten "Epigenom-Projekts" bei dem die chemischen Modifikationen der DNA untersucht und kartiert werden sollen, wie es damals ähnlich bei der Sequenzierung des Humangenoms der Fall war. Ich würde es daher als Nachfolgerprojekt beschreiben, da es der nächste sinnvolle Schritt ist unser Erbgut zu charakterisieren.
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Der Ursprung des Lebens als Doku

19. September 2011, 22:17

Ich habe gerade eine Doku der BBC gesehen, die ich absolut genial fand und daher auf jeden Fall mit euch teilen möchte. Es geht primär um den Ursprung des Lebens und wie u.a. Stanley Miller im berühmten Miller-Urey-Experiment nachweisen konnte, dass aus bestimmten chemischen Komponenten Aminosäuren entstehen können - die Bausteine des Lebens. Zu einem lebenden Organismus gehört aber viel mehr als nur Aminosäuren. Es fehlt u.a. die Erbsubstanz in Form von DNA, aber auch Phospholipide, die die DNA in abgeschlossene Kugeln einschliessen können, was der Form eines Einzellers sehr nahe kommt. All dies wird besprochen. Diese Doku beweist mal wieder, dass das Leben eines Wissenschaftlers viel mehr als Laborarbeit ist. Ein Wissenschaftler versucht grundlegende Fragen zu beantworten, die uns alle betreffen.
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Plagiarismus in den Naturwissenschaften: Was anders ist

02. Juli 2011, 14:02

Die Möglichkeiten in den Naturwissenschaften eine Doktorarbeit zu fälschen oder zu plagiieren, sind grundliegend anders als z.B. in den Rechts- oder Geisteswissenschaften, da beispielsweise ein biomedizinischer Doktorand in einem Labor arbeitet, Experimente durchführt und deren Vorgehensweise und Ausgang in einem sogenannten Laborbuch dokumentieren muss.
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Von Röntgenstrahlen, Nobelpreisen und anderen Schandtaten

30. Juni 2011, 18:14

Seit 1901 werden jährlich die Nobelpreise an Wissenschaftler vergeben, die auf ihrem Gebiet außerordentliche Forschungsarbeit geleistet haben. Blickt man die letzten 110 Jahre zurück, so wird einem bewusst, dass man die Erkenntnisse, die über die Jahrzehnte von den Nobelpreisträgern erlangt wurden, schon fest in den Lehrbüchern verankert sind und man sie selbst einmal für Prüfungen und Klausuren lernen musste. Das letzte Jahrhundert dürfte somit das erkenntnisreichste überhaupt gewesen sein, da der technologische Fortschritt und eine endlos scheinende Fachspezialisierung vieles möglich machten. Die Ära der Fachidioten ist also schon längst eingeleutet und sie ist dafür verantwortlich, dass auf immer kleineren Skalen vorgedrungen wird und mittlerweile jedes noch so kleine Detail erforscht werden kann. Dieses und viele andere Phänomene werden jedes Jahr in Lindau beim Nobelpreisträgertreffen auf´s Neue erörtert. Wissenschaftler blicken dabei zurück und natürlich auch nach vorn. Dieses Jahr zum 61. Mal.
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Neues Max-Planck-Institut in Argentinien

08. Mai 2011, 16:13

Demnächst erhält der Tango Einzug in die Max-Planck-Gesellschaft, da Mitte dieses Jahres das erste lateinamerikanische Partnerinstitut in Buenos Aires, Argentinien seine Pforten öffnen wird. Rund 40 Mio. US-Dollar hat der imposante Bau gekostet, der sich im zukünftigen wissenschaftlichen Zentrum der Stadt, dem sogenannten "Polo Científico y Tecnológico", befindet und in dem in Zusammenarbeit mit weiteren Instituten biomedizinische Grundlagenforschung betrieben werden soll. Direktor wird der argentinische Molekularbiologe Eduardo Arzt sein, der bereits am Max-Planck-Insitut für Psychatrie in München gearbeitet hat und somit die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland un Argentinien weiter ausbauen soll. So gibt es bereits einen bilateralen Masterstudiengang in "Biomedical Sciences" zwischen der Universität Buenos Aires und Freiburg, der den Austausch zwischen Argentiniern und Deutschen bereits fördert.
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Die angesagteste Forschung aus 2010

10. März 2011, 20:52

Heute titelte die Nachrichtenagentur Reuters, dass genetische Forschung "Top of the Pops" im Wissenschaftsbetrieb darstellt. Gut 10 Jahre ist es her, dass das menschliche Genom entschlüsselt wurde und so erstmals ein detaillierter Blick in die DNA des Menschen möglich war. Die Genomik hat sich seitdem extrem schnell weiterenwickelt und führte zu den heute beliebten Forschungsgebieten der Epigenetik, personalisierten Medizin und der Haplotypisierung. Der Nachfolger des Human-Genom-Projektes nennt sich heute "The 1000 Genomes Project". Was sich dahinter verbirgt, hatte ich hier schon einmal berichtet. Ohne weiteres hat Reuters diese Artikelüberschrift natürlich nicht gewählt, denn kürzlich kam eine Liste der am meisten zitiertesten Autoren in der Wissenschaft und der am meisten zitiertesten wissenschaftlichen Publikationen der letzten 2 Jahre heraus. Neben der Häufigkeit wie oft man publiziert, wird man in der Wissenschaft an Zitationen gemessen, wie oft also die eigenen Publikationen durch andere Wissenschaftler in deren Arbeiten zitiert werden. Letztendlich errechnet sich dadurch auch der Impact Factor einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Dieser dient dazu zu ermitteln, wie angesehen diese Zeitschrift ist. Je angesehener, desto bedeutender sind meistens die wissenschaftlichen Ergebnisse, die dort abgedruckt werden.
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100 Jahre Forschung

11. Januar 2011, 19:06

Im Jahr 1911 wurde die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (KWG) unter der Schirmherrschaft Kaiser Wilhelms II. in Berlin gegründet, welche mehrere Forschungsinstitute beinhaltete, die der Grundlagenforschung dienten. Der Anfang wurde mit drei Instituten vollzogen: Das KWI für Chemie, das KWI für physikalische Chemie und Elektrochemie und das KWI für Biologie. Bis 1943 gab es aber zahlreiche institutionale Neugründungen, womit sich die Zahl der Institute bis auf 26 vergrößerte. Durch die Hilfe von 139 Stiftern, die damals mehr als 10,3 Millionen Goldmark zur Verfügung stellten, wurde als erster Direktor der KWG Fritz Haber berufen, ein bedeutender Chemiker, der 1918 den Nobelpreis für Chemie für die Ammoniaksynthese erhielt.
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Wozu Modellorganismen?

21. November 2010, 13:22

Modellorganismen sind Tiere und Pflanzen, die in der Forschung und Wissenschaft benutzt werden, um biologischen und medizinischen Fragestellungen nachzukommen und zu beantworten, da Experimente mit Menschen verboten sind. Sie zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie leicht gezüchtet werden können, günstig in der Kostenhaltung und leicht manipulierbar sind, um so z.B. Funktionen von Genen zu untersuchen. Viele Meilensteine der Wissenschaft wie z.B. der Ablauf des Zellzykluses, der in der Hefe untersucht wurde, die Gliedmaßenentwicklung der Fruchtfliege Drosophila melanogaster oder auch der Vorgang der Befruchtung, der mittels Seeigeln beschrieben wurde, wurden auf diese Weise "entdeckt". Das Tolle daran ist, dass sich die zu den Wirbeltieren führende Evolutionslinie zwar von den Modellorganismen, wie Fadenwürmern und Insekten vor gut 600 Millionen Jahren getrennt hat, trotzdem aber ca. 50% unserer Proteine Homologien zu diesen Tieren aufweisen. Dies bedeutet, man könnte die Proteine funktionell untereinander tauschen und sie würden im "fremden" Körper der gleichen Funktion nachkommen. Dies führt dazu, dass die Untersuchungen von Zellwachstum, Zellspezialisierung, Zellinteraktion, aber auch die Funtkion von Genen und Proteinen, die mit Hilfe der Modellorganismen untersucht werden auf den Menschen übertragen werden können. Dies geschieht zwar nicht 1:1, aber viele Mechanismen und Vorgänge ähneln sich sehr stark und helfen dabei, Details aufzudecken. Im folgenden möchte ich ein paar Beispiele nennen. » weiter

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