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Mal was politisches: Altersgrenze des Bundespräsidenten

19. Februar 2012, 11:57

Ich mische mich mal wieder in die Politik ein, aus gegebenem Anlass. Mit dem Online-Petitionssystem des Bundestags habe ich bisher ja sehr gute Erfahrungen gemacht, darum werde ich diesen Kanal auch diesmal wieder nutzen. Wie beim letzten Mal stelle ich meinen Petitionstext erst einmal hier zur Diskussion und sammle Verbesserungsvorschläge von meinen Lesern ein, bevor ich die Eingabe in das System einspeise.

Es sei vorweg darauf hingewiesen, dass mein Vorschlag für die aktuelle Präsidentenfrage nicht relevant ist. Schon die Zeichnungsfrist wird bis nach dem jetzigen Wahltermin andauern, und das gesamte Petitionsverfahren dauerte bei meiner letzten Petition länger als ein Jahr.

Hier ist mein Entwurf, ich bitte um Meinungen:

 

Der Bundestag möge beschließen, dass in Artikel 54, Absatz 1, Satz 2 des Grundgesetzes die Formulierung "und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat" ersatzlos gestrichen wird.

Begründung:

Der Bundespräsident ist Staatsoberhaupt die Bundesrepublik Deutschland und repräsentiert seine Bürgerinnen und Bürger nach außen. Prinzipiell sollten deswegen alle Bürgerinnen und Bürger auch in dieses Amt gewählt werden können. Die vom Grundgesetz vorgegebene Altersgrenze schließt dagegen eine große Gruppe von Deutschen vom passiven Wahlrecht für das Bundespräsidentenamt aus, ohne dass dafür eine erkennbare Begründung vorliegt. Das widerspricht dem Gedanken der Gleichbehandlung, der in vielen Bundesgesetzen und Vorschriften verankert ist.

Mit der Bundesversammlung existiert ein eigens eingesetztes Verfassungsorgan, dessen Aufgabe es ist, den geeignetsten Kandidaten zum Bundespräsidenten zu wählen. Ist ein Kandidat oder eine Kandidatin aus einem speziellen Grund für das Amt nicht geeignet, ist die Bundesversammlung ausreichend qualifiziert, darüber zu entscheiden, ohne dass für diesen speziellen Grund eine Vorschrift im Grundgesetz notwendig ist.

 

In den letzten Tagen habe ich den Eindruck gewonnen, dass ziemlich viele Leute das ähnlich sehen und die Altersgrenze gerne gestrichen hätten, völlig unabhängig davon, wen sie gerne als Präsident oder Präsidentin sehen würden. Außerdem scheint es ja nicht gerade einen Überfluss an geeigneten Personen zu geben, da ist es vielleicht an der Zeit, den Kreis der potentiellen Kandidaten etwas zu erweitern.



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Wissenschaftler und Journalisten

18. Januar 2012, 11:15

Ed Yong hat drüben in seinem Blog diese schöne Grafik über das allfällige Rumgezicke zwischen Wissenschaftlern und Journalisten gepostet.

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Quelle: Ed Yong, Not Exactly Rocket Science

Natürlich findet man auch gute Wissenschaftler und Journalisten in Kneipen. Das wäre ja noch schöner.



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Fischblog-Adventskalender 2011 - 24. Türchen

24. Dezember 2011, 09:40

Weihnachten ist ja neben einigen anderen Dingen auch das Fest der Lichter in der Dunkelheit, und deswegen endet dieser Adventskalender auch mit einem Video darüber, wie die Menschen mit technischen Mitteln die Nacht besiegt haben.

So lange der Strom reicht jedenfalls.

Ich wünsche allen Lesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!



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Fischblog-Adventskalender 2011 - 23. Türchen

23. Dezember 2011, 11:01

Ferrofluide habe ich ja letztes Jahr schon im Adventskalender gehabt, aber dieses Video lohnt sich trotzdem anzugucken. Im Gegensatz zu den meisten anderen solchen Filmchen zeigt es keine fertige Installation oder ein einzelnes Experiment, sondern das, was man selbst tun würde, wenn man einen Liter von dem Zeug zur Hand hätte: rumspielen.

Man sieht hier mehrere Ferrofluid-Skulpturen des Johns Hopkins Physics Fair 2011 in der Testphase. Der Experimentator spielt ein mit den Feldstärken und dem Fluid selbst herum, um zu sehen wie die Skulpturen reagieren, und erzeugt dabei einige hübsche Effekte.



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Fischblog-Adventskalender 2011 - 22. Türchen

22. Dezember 2011, 11:06

Die Astrophysik hat ja das oft unterschätzte Problem, dass die Größenskalen des Universums nur schwer zu erfassen sind. So ein Planet ist nach menschlichem Ermessen schon ziemlich groß, aber schon im Vergleich zu den Gasplaneten unseres Sonnensytems ist die Erde winzig. Und die Sonne ist noch mal ein Vielfaches größer.

Aber das ist erst der Anfang. Im Vergleich zu vielen anderen Sternen ist die Sonne winzig, und alle Sterne sind unfassbar winzig im Vergleich zu den Distanzen zwischen ihnen. Selbst Galaxienhaufen sind nur winzige Lichtinseln, getrennt von gigantischen Blasen fast völliger Leere. Die gesamte Materie des Universums wiederum macht nur knapp fünf Prozent seiner Gesamtenergie aus. Von den restlichen 95 Prozent wissen wir nicht einmal was sie sind.

Ich empfehle Demut.



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Fischblog-Adventskalender 2011 - 21. Türchen

21. Dezember 2011, 19:26

Heute mal aus technischen Gründen ohne großen Erklärtext, dafür ist es weihnachtlich, zumindest von der Form her.

Die Viecher heißen Christmas Tree Worms, und was es mit den niedlichen Tierchen auf sich hat, könnt ihr bei Real Monstrosities nachlesen.



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Eure Meinung ist gefragt: Wissenschaftsblog-Auslese 2011

20. Dezember 2011, 14:52

 

Auslese-Banner 2011

Es ist Adventszeit: Plätzchenduft, heißer Glühwein und…? Genau, da fehlt noch was: nämlich die Wissenschaftsblog-Auslese! :-)

Seit 2008 suchen wir die lesenswertesten wissenschaftlichen Blogtexte des jeweiligen Jahres. Und natürlich machen wir uns auch 2011 auf die Suche nach den interessantesten, lustigsten und informativsten Postings. Wie immer brauchen wir auch eure Mithilfe: jetzt könnt ihr eure Favoriten nominieren.

Ich weiß, es ist etwas spät. Meine Schuld und Dank an Marc, der noch rechtzeitig das Heft in die Hand genommen hat. Ich denke wir werden mit eurer Hilfe auch dieses Jahr wieder eine gute Sammlung zusammenbekommen.

Nachdem die Wissenschaftsblogosphäre weiter gewachsen ist, haben wir uns für die Auslese 2011 die Unterstützung von weiteren Experten und Expertinnen gesichert. Neben euren Vorschlägen (die wir ab sofort entgegennehmen!) werden nämlich unsere “Scouts” ausschwärmen und uns hochkarätige Blogposts weiterleiten. Am Ende wird eine fachkundige Jury urteilen und die Auslese-Gewinner bestimmen.

Nominiert eure Favoriten für die Wissenschaftsblog-Auslese 2011

Die ganze Sache läuft nun so ab: in den nächsten 10 Tagen habt ihr die Gelegenheit, die eurer Meinung nach besten Wissenschaftsblogposts zu nominieren. Ausgeschlossen sind Beiträge von Mitgliedern der Jury und von Marc und mir.

Einzige Bedingung: der Text muß deutschsprachig sein. (Nominierungen bitte an folgende Mailadresse: blogauslese2011 (at) googlemail.com)

Diese Leservorschläge bilden dann zusammen mit den Favoriten unserer Scouts die Vorauswahl. Die wird von uns gesichtet und unserer Jury vorgelegt, die dann sortiert, liest und Punkte verteilt. Man darf gespannt sein.

An der Stelle herzlichen Dank an unsere Scouts:

Dr. Ali Arbia (Politologe, Uni Genf)
Dr. Martin Fenner (Onkologe, Wissenschaftsblogger)
Dr. Florian Freistetter (Astronom, Wissenschaftsblogger)
Bastian Greshake B.A. (Biologe, Masterstudium Ökologie, Blogger)
Michael Horak (Skeptiker, Twitter: @fatmike182)
André Posenau (Sprachwissenschaftler, Doktorand, Ruhr-Uni Bochum)
Michael Schmalenströr (Geschichtsstudent, Uni Freiburg)
Wenke Bönisch (Historikerin, Universität Leipzig)
Falko Spiller (Physiker, Informatiker)
ebenfalls als Scouts: Lars Fischer (Fischblog) und Marc Scheloske (Wissenswerkstatt)

Und vielen Dank auch allen Mitgliedern unserer Jury:

PD Dr. Peter Haber (Historiker, Universität Basel)
Dr. Carsten Könnecker (Chefredakteur Spektrum der Wissenschaft)
Dr.-Ing. Matthias Haupt (Hochschule Harz)
Beatrice Lugger (Chemikerin, Wissenschaftsjournalistin)
Christian Reinboth (Wirtschaftsinformatiker, Wissenschaftsblogger)
Dr. Oliver Schuster (Chemiker)
Markus Thierbach M.A. (Journalist, Kulturwissenschaftler)



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Fischblog-Adventskalender 2011 - 20. Türchen

20. Dezember 2011, 13:23

Heute machen wir mal wieder einen Ausflug in die Biologie. Ihr erinnert euch sicher noch an die schöne Animation "The Inner Life Of A Cell" - die Produzenten des Videos haben da weitergemacht wo sie aufgehört haben und für die verschiedensten Auftraggeber biologische Trickfilme entworfen. Hier sehen wir zum Beispiel, wie das Dengue-Virus in die Wirtszelle gelangt.

Jährlich erkranken etwa zwischen 50 und 100 Millionen Menschen am Dengue-Fieber. Damit ist die Krankheit, obwohl nur vergleichsweise wenige Menschen daran Sterben, eine der größten Seuchen unserer Zeit. Das Virus dockt an die Zelloberfläche an und wird von der Zelle in ein Endosomvesikel aufgenommen, das normalerweise Fremdkörper verdaut. Doch der saure pH-Wert in dieser Organelle startet einen Prozess, der dazu führt, dass das Erbgut des Virus in die Zelle gelangt.

Hauptakteur ist das Virushüllen-Glycoprotein E, das eine pH-getriebene Konformationsänderung durchmacht. Das Enzym trägt an seiner Spitze drei "Fusions-Schlaufen, die in die Membran der Wirtszelle Eindringen. Durch die Konformationsänderung des Glycoproteins kommen Membran und Virushülle in Kontakt, und die Verschmelzung schleudert das Viruserbgut in die Zelle.



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Fischblog-Adventskalender 2011 - 19. Türchen

19. Dezember 2011, 12:10

Erst seit ein paar Jahrzehnten gibt es unumstößliche Belege, dass sich die Kontinente bewegen, doch inzwischen weiß man schon sehr gut, woher und wohin die Platten driften. Besonders für die letzten etwa 500 Millionen Jahre kann man die relative Lage der Kontinente anhand der tektonischen Spuren nachvollziehen.

Zu diesen Spuren gehören geologischen Formationen, die heute durch tausende Kilometer Ozean zerschnitten werden - schon Wegener und seine Vorgänger wunderten sich darüber - und Pflanzen, deren geographische Verbreitung frühere Kontinente anzeigen. Die bekannteste davon ist Glossopteris, die von Indien bis zur Antarktis auftritt und den früheren Superkontinent Gondwana kennzeichnet.

Da könnte ich noch eine ganze Menge mehr drüber schreiben, aber da ich das schon hinlänglich getan habe, verweise ich einfach mal auf ein paar ältere Plattentektonik-Texte von mir

Der Ursprung der Kontinente

Die Flaschenpost im Diamant

Kann die Plattentektonik pausieren?



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Fischblog-Adventskalender 2011 - 18. Türchen

18. Dezember 2011, 12:01

Fische sind nicht gleich Fische - tatsächlich sind die wasserlebenden Wirbeltiere wesentlich vielfältiger in ihren Bauplänen als die an Land, die schließlich allesamt von einer einzigen speziellen Linie der Fische abstammen und deswegen auch im Wesentlichen alle gleich aussehen.

Im Wasser ist das anders. Im Meer haben sich auch sehr urtümliche Formen erhalten, zum Beispiel die Schleimaale. Sie haben keinen Kiefer und keine Wirbelsäule, und ihre Mundwerkzeuge bewegen sich horizontal statt vertikal. Man vermutet, dass sie zu den ältesten noch existierenden Wirbeltiergruppen gehören. In diesem Film sehen wir, wie sie so lange überlebt haben.

Das Geheimnis der Schleimaale ist ihr namensgebender Schleim, den sie als extrem effektive Verteidigungswaffe einsetzen. Der Trick ist einfach, dass die Tiere binnen Sekunden ein mehrfaches ihres eigenen Volumens an Schleim produzieren, der die Kiemen des Angreifers verstopft. Es handeltsich allerdings nicht um normalen Schleim wie wir ihn kennen, sondern um eine besondere Substanz, die sich eher wie ein Gummituch verhält: Er ist stabil und elastisch.

Der Trick liegt in der besonderen Zusammensetzung des Schleims. Die meisten Lebewesen produzieren Mucus aus Kohlenhydraten, die mit Wasser ein Hydrogel bilden. Schleimaale dagegen produzieren Schleim, der nur zu etwa drei Prozent aus Kohlenhydraten besteht, der Rest ist ein spezielles Protein, das mehrere Zentimeter lange Fasern bildet - diese Fasern formen ein mattenartiges Geflecht, das dem Schleim seine speziellen Eigenschaften verleiht.

In diesem Paper von 1940 kann man die Details nachlesen: Die Schleimaale stoßen den Schleim aus Drüsen in der Haut aus, und zwar nicht etwa in Form langer Fasern, sondern etwa einen Zehntelmillimeter große Kügelchen, die sich bei näherer Betrachtung als eng aufgerollte Fasern erweisen, die sich im Wasser sofort ausbreiten und gemeinsam den schützenden Schleimkokon formen.



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