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Heute mal was anderes: Musik

08. April 2008, 11:41

Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten wir Freunde härterer Musik den ganzen Bach-Mozart-Beethoven-Schnöseln sagen: In your face! Da hatten nämlich britische Psychologen herausgefunden, dass Heavy Metal die Musik der Hochbegabten ist. Als wenn meine Wacken-Kumpane und ich das nicht schon immer gewusst hätten.

Aber das nur zur Einleitung, denn meine Lieblingsplanetologin Ludmila hat Ronin und mir ein Stöckchen zugeworfen, um herauszufinden, "wie Chemiker so ticken". Nun denn, so sei es. Mein Fischblog ist traditionell stöckchenfreie Zone, deswegen arbeiten wir den Fragenkatalog hier ab. Und damit Ihr dabei nicht nur auf blöde Buchstaben gucken müsst, habe ich den Kram auch gleich verlinkt.

Musik-Stöckchen ab!

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Mars-Leben: Spuren im Salz?

01. April 2008, 15:36

Verfolgt man die Diskussion über Leben auf fremden Planeten, beschleicht einen ja so ein bisschen der Eindruck, dass zumindest die frühere Existenz von Leben auf dem Mars schon beschlossene Sache sei. Nur Beweise dafür sind bisher noch nicht aufgetaucht. Die aufzutreiben ist jedoch auch nicht ganz so einfach.

Lebende Mikroben zu identifizieren ist – wegen ihres Stoffwechsels – ein ganzes Stück einfacher als das aufzuspüren, was nach Hunderttausenden oder Millionen Jahren noch von ihnen übrig ist. Andererseits, dass es am Punkt X auf der Marsoberfläche in den letzten paar Milliarden Jahren Leben gegeben hat, ist wesentlich wahrscheinlicher, als es genau jetzt dort anzutreffen. Wo sich doch der Mars momentan als äußerst unwirtlicher Ort präsentiert. Die Suche nach fossilen Spuren erscheint deswegen wesentlich aussichtsreicher[1] – wenn man weiß, wonach man suchen muss.

Ein weiteres Problem ist die schiere Größe des Planeten. Mit 145 Millionen Quadratkilometern Oberfläche[2] ist Mars ist zwar nicht ganz so groß wie die Erde, aber fossile Lebensspuren auf dem Mars werden, wenn sie denn existieren, nur an wenigen Stellen zugänglich sein. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering, mit einer Sonde durch bloßen Zufall genau am richtigen Ort zu landen. Wo also suchen, und wonach? » weiter

Geschrieben in Biologie , Chemie , Archäologie & Paläontologie | 3 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Evolution: Regel Nummer Eins?

18. März 2008, 23:31

Im November 2009 jährt sich inzwischen zum 150. Mal der Erscheinungstermin von Charles Darwins Entstehung der Arten. Doch trotz der vielfältigen Entdeckungen der vergangenen anderthalb Jahrhunderte, die das Verständnis der Evolution entscheidend vorangebracht haben, bleiben einige Aspekte von Darwins großer Theorie bis heute geheimnisvoll.

Hans Peter Dehn / Pixelio.deEine der umstrittensten ungeklärten Aspekte der Evolution ist die Frage nach makroevolutionären Trends, den Regeln, nach denen die Geschichte des Lebens "im Großen" abläuft. In dieser Online-Vorabveröffentlichung in den Proceedings of the National Academy of Sciences behaupten drei Forscher von der Universität Bath, einen solchen Trend, eine erste "Regel" der Evolution, gefunden zu haben: Hin zu mehr Komplexität.

Krebse haben reichlich Gliedmaßen zum Krabbeln und zwicken; (Bild: Hans Peter Dehn / Pixelio.de)

Das ist schon fast ein bisschen anrüchig, denn natürlich gerät man da leicht in ungesunde Nähe zu teleologischen Deutungen der Evolution. Die vorliegende Arbeit befasst sich jedoch mit einem eher unverdächtigen Thema: Den Gliedmaßen von Krustentieren, genauer, mit der Anzahl verschiedener Typen von Gliedmaßen an einem einzelnen Tier. » weiter

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Krebsforschung im molekularen Labyrinth

09. Februar 2008, 14:20

Im Jahr 2002 kam mit dem Wirkstoff Imatinib (Handelsname: Glivec) ein Medikament auf den Markt, das eine Krebserkrankung ursächlich bekämpft, nämlich durch Unterdrückung des schadhaften Genprodukts. Das feierten Forscher und Ärzte als Paradigmenwechsel, und seither ruhen die Hoffnungen von Forschern, Ärzten und Millionen Patienten auf der molekularen Krebstherapie, die die Krankheit an ihrer biochemischen Wurzel packen soll.

Im Zentrum dieses Ansatzes stand bisher die Identifizierung von Onkogenen, also den Genen, deren Mutation das ungebremste Zellwachstum auslöst. Neue Ergebnisse zeigen allerdings, dass die Forschung mit der Betonung der Onkogene wohl einen alten Fehler der Molekularbiologie wiederholt hat.

Die mechanistische Betrachtung des Genoms als Blaupause und der einzelnen Gene als Komponenten mit genau definierter Funktion ist noch lange nicht tot, sondern beeinflusst nach wie vor aus dem Hintergrund die Erwartungen von Wissenschaftlern und Öffentlichkeit. Die schlechten Erfahrungen mit der "Ein-Gen-Ein-Protein"-Hypothese haben niemanden gehindert, Erkenntnisse der Krebsforschung auf der impliziten Basis einer „ein-Krebs-ein-Onkogen“-Annahme zu diskutieren.

Das ist mehr als nur ein akademischer Punkt, sondern hat konkrete Folgen für die Medikamentenentwicklung, die sich derzeit intensiv mit Onkogenen befasst. Die sind möglicherweise das falsche Therapieziel. Zwei Beispiele aus der aktuellen Forschung demonstrieren das nachdrücklich.  » weiter

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Die Methusalem-Hefe

14. Januar 2008, 22:46

Durch eine Kombination aus sorgfältig kontrollierter Ernährung und genetischen Veränderungen ist es amerikanischen Wissenschaftlern von der USC gelungen, die Lebensspanne von Hefe zu verzehnfachen. Statt eine Woche lang lebten die Hefezellen fast drei Monate.

Verantwortlich für die Langlebigkeit der Hefe sind neben einer kalorienreduzierten Ernährung, die bereits als lebensverlängernd bekannt ist, zwei deaktivierte Gene, RAS2 und SCH9. RAS2 (rat sarcoma 2) gehört zu einer ganzen Familie von Genen, die bei Säugetieren an der Entstehung von Krebs beteiligt sind, während SCH9 am Alterungsprozess beteiligt zu sein scheint» weiter

Geschrieben in Biologie , Biochemie und Molekularbiologie | 21 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Glaube und Zölibat: bio-logisch erfolgreich?

23. Dezember 2007, 13:01

Heute überlasse ich - passend zur religiös geprägten Saison - dem Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume das Podium. Michael Blume beschäftigt sich unter anderem mit den biologischen Ursprüngen und Mechanismen der Religiosität; 2005 promovierte er in Tübingen über das Verhältnis von Neurowissenschaften und Religionswissenschaft

An der Uni Heidelberg veranstaltet er in diesem Semester das Seminar "Religionswissenschaftliche Präsentationen zur Evolution der Religion", an dem ich auch mitwirke. Kennengelernt habe ich ihn vor einer Weile über sein Religionswissenschafts-Blog, in dem er regelmäßig über derartige Themen schreibt. Heute berichtet er hier bei Abgefischt über mögliche biologische Grundlagen des Zölibats. Viel Spaß!

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Glaube und Zölibat: bio-logisch erfolgreich?

Edward O. Wilson, einer der bedeutendsten Biologen unserer Zeit, stellte in seinem mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Buch On human Nature von 1978 fest: "Religion stellt die größte Herausforderung für die Soziobiologie des Menschen dar und ihre aufregendste Gelegenheit, als eine wirklich originale theoretische Disziplin fort zu schreiten." (S. 178, Übers. aus dem Englischen)

Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass Wilsons Traum in Erfüllung gehen könnte. In spezialisierten Netzwerken wie den Evolutionary Religious Studies wirken längst nicht nur Forscher verschiedenster Nationen, sondern vor allem auch unterschiedlichster Disziplinen mit. Dabei treffen Evolutionsbiologen, Anthropologen, Ethnologen, Psychologen, Neuromediziner, Soziologen, Ökonomen, Theologen, Philosophen und (vergleichende) Religionswissenschaftler nicht nur auf immer mehr Tagungen aufeinander, sondern nutzen auch das Internet, um in einer früher undenkbaren Geschwindigkeit und Tiefe empirische Daten und Thesen auszutauschen. » weiter

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Schwul? Oder nur was mit der Nase?

11. Dezember 2007, 00:14

Einige Neurobiologen berichten in Nature Neuroscience, sie hätten mit gentechnischen Methoden schwule Taufliegen erzeugt. Im Zentrum ihrer Arbeit steht ein Gen namens genderblind, das sie bei einigen Taufliegen ausgeschalten haben, mit dem Resultat, dass die Fliegenmännchen anfangen, ihre Geschlechtsgenossen zu befummeln, belecken, begatten.

In ihrer Pressemitteilung behaupten die Wissenschaftler, sie seien damit der Ursache von Homosexualität möglicherweise ein Stück näher gekommen. Sie können nach eigenen Angaben Homosexualität bei Drosophila systematisch an- und ausschalten.

Bei näherer Betrachtung sieht das allerdings ein bisschen anders aus, denn genau genommen wählen die veränderten Fliegen keine gleichgeschlechtlichen Partner – im Gegenteil, sie verlieren die Fähigkeit, die Geschlechter zu unterscheiden.  » weiter

Geschrieben in Biologie , Chemie , Biochemie und Molekularbiologie , Verhaltensforschung | 7 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Role Overload? Nicht bei uns!

01. Dezember 2007, 15:17

Gunter Dueck schrieb kürzlich von Arbeitnehmern, die neuerdings statt einer einzelnen Aufgabe immer mehr unterschiedliche Rollen übernehmen müssen - Role Overload. Ein ähnliches Phänomen taucht nun auch in der Biologie auf.

Früher, in der guten alten Zeit, hatte ein Biomolekül genau eine Aufgabe, wie ein Zahnrädchen in einem Uhrwerk. Neuerdings jedoch entdecken Wissenschaftler, dass selbst Stoffe mit zentraler Bedeutung für den Organismus an unerwarteten Stellen Hilfsdienste leisten.

Zum Beispiel Hämoglobin. Der rote Blutfarbstoff spielt im Körper eine genau definierte Rolle: An der Lunge nimmt er Sauerstoff auf, transportiert ihn in die bedürftigen Gewebe und gibt ihn dort wieder ab. Hämoglobin ist ein in jeder Hinsicht hochinteressantes Molekül, dessen Wechselwirkungen mit anderen Stoffen eigentlich gut bekannt sind.

Denn Hämoglobin ist nur ein Teil eines Molekül-Netzwerkes, das als Gesamtheit dafür sorgt, dass Sauerstoff in den Körper gelangt. Damit, dachte man, wäre das Molekül auch hinlänglich ausgelastet. Das hat sich allerdings als Irrtum erwiesen.  » weiter

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Ungleicher Lohn = Streik

14. November 2007, 22:28

Menschen legen Wert großen Wert auf Gerechtigkeit, und wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen, dann schmollen sie. Lokführer zum Beispiel. Damit sind sie nicht allein, wie wir in einer Proceedings of the National Academy of Sciences lesen.

Die Verhaltensstudie amerikanischer Wissenschaftler führt uns zu den evolutionären Wurzeln des Gerechtigkeitsempfindens, und so gesehen auch zu den tieferen Ursachen der derzeitigen Unerfreulichkeiten, denen Bahnreisende im Moment regelmäßig ausgesetzt sind. Denn im Grunde geht es um ein einfaches Tauschgeschäft: Arbeit gegen Belohnung.

Bei so was sind Menschen empfindlich, und nicht nur die. Die Studie an Kapuzineraffen (Cebus apella) hat nicht nur gezeigt, dass die Tiere ein angebotenes Tauschgeschäft auch mal ablehnen, wenn es ihnen ungerecht vorkommt, sondern auch, welche Angebote die Tiere unfair finden. » weiter

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Der Mond und die Fortpflanzung: Korallen

23. Oktober 2007, 19:04

Jedes Jahr in bestimmten Vollmondnächten trübt sich das Wasser über Korallenriffen, wenn Millionen von Polypen Eier und Spermien ins Wasser entlassen (Vorsicht, großes Bild) – gleichzeitig. Dass diese perfekte zeitliche Koordination etwas mit dem Mondlicht zu tun hat, ist seit langer Zeit experimentell belegt. Wie die augenlosen Polypen das genau anstellen, blieb allerdings ein Rätsel. » weiter

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