Konstanz - die Stadt am... Formaldehyd!?
Die schönen blauen Plakate sind der Siegerentwurf eines Wettbewerbs unter Designstudenten. Die Konstanzer haben extra eine Jury zusammengesetzt, damit der Wissenschaftsstandort Konstanz auch wirklich angemessen präsentiert wird.
"Stätte für Spitzenforschung und innovative Technologien und Wirtschaftsunternehmen zu sein", das mache Konstanz neben der Lage am schönen Bodensee aus, heißt es in der Begründung der Jury. Dazu passt nur leider ganz und gar nicht, dass alle Beteiligten offenbar kläglich an der Strukturformel von Wasser gescheitert sind[1]:
Das üben wir aber noch mal, ja?
Das beste daran ist, dass nicht nur die Konstanzer etwas zu lachen haben. Wie wir aus der zugehörigen Pressemitteilung erfahren, wird die Blamage bald bundesweit Verbreitung finden: "Das Konstanzer Unternehmen SCHWARZ-Außenwerbung GmbH [...] hat Teile seines beachtlichen Kontingentes in ganz Deutschland für diese Kampagne zur Verfügung gestellt."
(via, Bilder von C182Skylane, das sehenswerte Original gibt's hier)
Update: Marcus Anhäuser von den Scienceblogs weist gerade darauf hin, dass die Uni Konstanz ganz offiziell eine Elite-Uni ist. Gnihihi.
Und weil die Frage in den Kommentaren aufkam, hier noch mal der Unterschied:
Bildquelle: Marcus Anhäuser/Plazeboalarm
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[1] Kann mir vielleicht ein Konstanzer Leser kurz bestätigen, dass es sich nicht um einen Hoax handelt? Ich halte meine Quellen zwar für hinreichend zuverlässig, aber es fällt mir wirklich schwer, das zu glauben.
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Unglaublich
"Der Siegerentwurf stammt aus der Feder von Harald Czogalla. 'Das Plakat bringt auf eine schlichte, aber zugleich pfiffig eingängige Art und Weise zum Ausdruck, was Konstanz ausmacht...'"
http://neopus.wordpress.com/...7/die-stadt-am-h20/
Oberpeinlich.
An der Uni Konstanz gibt es auch einen Fachbereich Chemie. Registriert man da schon eine Abwanderung der Studentenschaft?
Da kann ich leider nichts zu sagen. Vermute aber, die leiden einfach still. Als Chemiker ist man sowas von seiner Umwelt gewohnt...
...gröööööhl!
Danke für diese herrliche Trouvaille!
Die Uni Kiel sucht neulich per bundesweiter Anzeigenkampagne einen neuen Slogan. Sollte die Exzellenz derselben bei gleichzeitiger Hervorhebung der Alleinstellungsmerkmale betonen. Ein Redakteur der FAZ schlug vor:
"Kiel oben!"
Washawwemeralsgelachd...(des is hessisch und haast: huahahaha!)
kann mich bitte jemand mal darüber aufklären, was denn an der Darstellung falsch ist? Also für mich, einen absoluten nicht-Chemiker, scheint die Darstellung ja so weit zu stimmen. (lauter H2O die mit der Wasserstoffbrückenbindung richtig angeordnet sind)
Vielen Dank schonmal
Bei der Wasser Strukturformel sind die zwei Wasserstoffatome direkt am Sauerstoffatom gebunden.
Ungefähr so:
Es fehlt bei der Strukturformel des Formaldehyds noch das Kohlenstoffatom und die Doppelbindung zum Saustoffatom.
So ist es ganz korrekt:
Aber es ist üblich bei organischen Verbindungen das C-Atom wegzulassen, weil die Strukturformel sonst zu kompliziert wäre. Also reicht ein:
Na, da hätte ich mir ja meinen "kunstvollen" Beitrag sparen können, wenn ich das Update früher gesehen hätte. ;-)
Der Punkt auf den die drei Striche von den H's und O's zulaufen beschreibt in der Chemie ein Kohlenstoffatom. Damit haben wir nicht mehr H2O sondern CH2O. Für die Richtige Formel, einfach mal H2O in die Google Bildersuche eingeben.
Da fällt mir auf, dass man Konstanz anagrammatisieren kann, passend zum stechenden Geruch des Aldehyds der Ameisensäure:
Frage an die Reisegruppe: "Wie war's in Konstanz?"
Antwort: "Stank onz!"
Wegen "Kiel oben" bin ich immer noch am kichern. Ist eine Reaktion der Uni Kiel überliefert?
"Kiel oben!"
Ich habe leider keine Reaktion aus Kiel mitbekommen. Wenn die auch nur für fünf Pfenning Humor haben, sollten sei den Slogan nehmen.
Sag' mal - hast Du ein Link zu den Konstanzer Stadtmarketingsfuzzis? Ich hätte grossen Spass daran, die mit der Nase in's Formalin zu stupsen, indem ich auf Deinen Blog verlinke...
Habe leider nur die oben verlinkte Pressemitteilung:
http://www.konstanz.de/...ilungen/00257/index.html
Eventuell kommt man über die weiter. Oder man fragt mal vorsichtig bei den Designern von der Uni. Die sind bestimmt waaahnsinnig stolz auf das Plakat...
Upps, ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm um den Bodensee steht :-D
Nun seid mal nicht so hart mit der selbsternannten Elite. Die üben noch!
Sehr amüsiert und sich schon auf die nächste Kampagne freuend, Jan
Alles neudrucken ist zu teuer. Wir behaupten einfach, das wäre gar keine Strukturformel und nennen das den 1. Lagrangepunkt der Elektronegativität oder das metaphysische Zentrum des Moleküls. Die Position der Nukleüsse ist ja im Rahmen des Möglichen.
Die Jury darf dann nächstes Wochenende mit einem Spritzenwagen Tipp-Ex durch die Stadt fahren und die fehlenden Wasserstoffbrückenbindungen nachtragen.
Sollte funktionieren.
Werbung soll Aufmerksamkeit erzeugen - sie muss nicht unbedingt korrekt sein.
Und wenn die ganze Welt darüber lacht, dann hat sie ihr Ziel erreicht.
..done.
Mail direkt an's Stadtmarketing, mit Link hierher.
Schaug'n wer mal.
(*fieses Grinsen*)
Wir hatten drüben bei Plazeboalarm schon spekuliert, ob das nicht Absicht gewesen sein könnte, im Sinne von viralem Marketing.
Aber Großplakate wären ein eher ungewöhnlicher Ansatz für ne virale Kampagne im Netz...
@Helmut
Ich bin gespannt was sie sagen. Aber wahrscheinlich verlassen sie sich einfach darauf, dass die meisten Leute eh keine Ahnung von Chemie haben.
Ganz großes Kino!
Natürlich könnte auch die Impfstoffindustrie dahinterstecken. Auf hinterhältige Weise versucht sie den, zu Unrecht in Verruf gekommenen, Hilfsstoff Formaldehyd, als "nette Chemikalie von nebenan" zu etablieren.
Andererseits ist die Version, dass die Studenten, die das Motiv entworfen haben, und die Jury ganz einfach mal keinen Plan hatten, was eine Strukturformel ist.
Im Nachhinein sorgen solche fluffigen PR-Worthülsen wie diese hier:
_______________________
„Das Plakat bringt auf eine schlichte, aber zugleich pfiffig eingängige Art und Weise zum Ausdruck, was Konstanz ausmacht: Nicht nur aufgrund seiner einmaligen Lage am Bodensee eine hervorragende Lebensqualität bieten zu können, sondern darüber hinaus auch Stätte für Spitzenforschung und innovative Technologien und Wirtschaftsunternehmen zu sein", heißt es in der Begründung der Jury.
http://www.konstanz.de/...ilungen/00257/index.html
____________________________
Ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn mir so etwas passieren würde.
Jedenfalls war das für mich DER Lacher des Tages. Klasse.
Die Plakate hab ich hier in Thüringen auch schon gesehen, das ist also kein Fake oder virales Marketing, sondern sehr sehr ernst gemeint...
Werte Kritiker,
bevor Ihr weiter schenkelklopfend die Kampagne, einzelne Firmen, die Stadt Konstanz und die Hochschulen generalistisch der Peinlichkeit zeiht, fokussiert die Schmähungen einfach auf mich. Als Geschäftsführer der Konstanzer Stadtmarketing GmbH bin ich mitverantwortlich für die Kampagne. Und um es kurz zu machen, ein Element wie auf dem Werbebild abgebildet, gibt es nicht. Ich könnte jetzt lange erklären warum es in dieser Form auf dem Plakat ist, doch habe ich den Eindruck, dies interessiert gar nicht. Wichtiger ist es aus einem überflüssigen Symbolstrichlein eine ganze Kampagne, einzelne Firmen und Einrichtungen eine ganze Stadt mit all' Ihren Wissenschaftseinrichtungen zu beschädigen. Es verwundert mich, daß viele angehende Wissenschafter nicht die Frage nach dem „Warum machen die das so“, sondern gleich das Ergebnis ("Unfähigkeit, Deppen, Peinlichkeit, Idioten, Penner") postulieren.
Also, wenn es nur darum geht uns Werbeheinis unsere mutmaßliche Unfähigkeit nachzuweisen, ist das in Ordnung - her mit dem Katzendreck, ich stehe bereit. Eines ist aber sicherlich unzulässig. Von einem vermeintlichem Fehler auf einem Werbebild, auf die Qualität eines Wissenschafts- und Bildungsstandort zu schließen. Eine solche Verallgemeinerung würde sogar ich mich nicht trauen. Traurig auch, daß nicht die generelle Absicht im Vordergrund steht, den Naturwissenschaften zu mehr Akzeptanz zu verhelfen. Und wie oft bei der populären Aufbereitung wissenschaftlicher Themen, lässt die Präzision zu wünschen übrig.
Zusätzlich, was soll es mir sagen wenn ich im Verhältnis zur (berechtigten!) aber zahlenmäßig wenig Kritik, zahllose positive Reaktionen aus dem ganzen Bundesgebiet erhalte? Hier darf jetzt jeder frei interpretieren.
So frage ich mich, ist es wirklich nötig, gleich so persönlich zu werden, gleich so zu verallgemeinern, gleich so heftig? Ist Häme die angemessene Form der Wissenschaft und den Wissenschaftlern in der öffentlichen Wahrnehmung den gebührenden Platz zu verhelfen?
So bleibt mir nur eines und dies meine ich wirklich ernst. Ich entschuldige mich bei allen, die durch das Plakat sich be- und getroffen fühlen. Dies war nicht unsere Absicht.
Wer gerne überprüfen möchte, ob Konstanz wirklich am Wasser liegt und daß hier neben einer herrlichen Landschaft und einem unübertroffenen Freizeitangebot, hochprofessionelle Forschung und Lehre betrieben wird, lade ich gerne auf ein Glas regionalen Wein ein. Vielleicht rieche ich dann aber auf Grund des Katzendrecks einwenig streng. Doch da müssen wir jetzt wohl durch und wen dies nicht stört, diese Einladung hat keine Halbwertszeit.
freundlich grüßt
Hilmar Wörnle
Hihi, und wenn ich diesen inhaltslosen PR-Sprech lese, amüsiere ich mich noch mehr:
"Hilmar Wörnle, Geschäftsführer des Stadtmarketing Konstanz, welcher hinter den Kulissen die Fäden gezogen hatte, freut sich über diesen Coup: „Hier zeigt sich, welch Potential in einer Stadt entwickelt werden kann, wenn Unternehmen, Hochschule und Stadt gemeinsam an einem Strang ziehen."
Aha. Das ist es also, was dabei herauskommt, wenn in Konstanz Unternehmen, Hochschule und Stadt ihr "Potential entwickeln" und "an einem Strang ziehen": Ein Plakat mit groteskem Inhalt. Ich bin begeistert.
Herrlich, wie manche "Stadtmarketingmanager" und "Netzwerker" sich so ganz ungewollt bloßstellen. Realsatire pur :-)
Erstmal "Hut ab", daß Sie sich hier stellen. Aber etwas finde ich merkwürdig.
"... sondern gleich das Ergebnis ("Unfähigkeit, Deppen, Peinlichkeit, Idioten, Penner") postulieren."
Vielleicht habe ich ja etwas überlesen und für den Inhalt der meisten Kommentare sind wir nicht verantwortlich, aber wo tauchen hier denn "Penner, Idioten, Deppen" usw. auf (außer bei Ihrem Kommentar)?
Hallo Herr Wörne,
mein Beitrag (25.08.2009 | 14:05) schrieb ich, bevor ich den ihrigen kannte. Sonst hätte ich ihn anders formuliert.
Was allerdings an der inhaltlichen Kritik nichts ändert. Die Häme müssen Sie wohl aushalten. Ich finde es schon ziemlich anmaßend, dass sie den Kritikern hier vorwerfen, sie würden mit ihrem Spott irgendjemanden beschädigen. Das ist schon eine üble Verdrehung der Tatsachen. Es gilt auch hier das Prinzip von Ursache und Wirkung...
"Es verwundert mich, daß viele angehende Wissenschafter nicht die Frage nach dem „Warum machen die das so“, sondern gleich das Ergebnis ("Unfähigkeit, Deppen, Peinlichkeit, Idioten, Penner") postulieren."
Ich würde solche Worte nicht wählen. Allerdings kann ich verstehen wenn sich manch Wissenschaftler durch eine solche, naja, "Kampagne" verhohnepiepelt vorkommt.
"Eines ist aber sicherlich unzulässig. Von einem vermeintlichem Fehler auf einem Werbebild, auf die Qualität eines Wissenschafts- und Bildungsstandort zu schließen."
Ich will doch schwer hoffen, dass dieser Schluss nicht gilt. Das wäre auch katastrophal.
Ich zumindest bin amüsiert, nicht getroffen. Sehen Sie es doch pragmatisch: Den meisten wird dieser Lapsus eh nicht auffallen...
in der Hitze des Gefechts vergaß ich ein "l" :-)
Ist ja nicht so, dass die hier in Konstanz nicht schon `ne Weile rumhängen und die Leute nicht schon öfter darauf hingewiesen worden sind!
Aber geändert haben sie´s nicht - jetzt ist es auch noch `ne bundesweite Blamage!
Bitt'schön: eine Entschuldigung bei irgendeinem von uns Wissenaschaftlern ist nicht nötig. Ich zumindest bin nicht pikiert, sondern erheitert.
Machen Sie uns schlau: WIESO ist da die (verstümmelte) Strukturformel des Formaldehyds statt derer des Wassers drauf, dessen (korrekte)Summenformel im Slogan (H20) ja wohl auch die rechte Wissenschaftlichkeit suggerieren soll?
Und endlich - um auch noch im eigenen Stall zu stänkern - meine Heimatstadt, Frankfurt, wirbt mancherorts mit dem hirnlosen Slogan: "Frankfurt-Europastadt". Ich hab' mal zur OB am Rande von irgendeiner Veranstaltung gesagt, dass das ja nun völliger Schwachsinn sei - schliesslich sei Offenbach auch eine Stadt in Europa. Passiert ist nichts.
(Das ist jetzt 'was für Insider. Frankfurt verhält sich zu Offenbach wie Köln zu Düsseldorf. Oder Basel zu Zürich.)
*Ich entschuldige mich bei allen, die durch das Plakat sich be- und getroffen fühlen. Dies war nicht unsere Absicht.*
Eine Entschuldigung ist nicht nötig. Wie aus dem Beitrag und den Kommentaren hervorgeht, sind wir vor allem amüsiert. Wer explizit mit chemischer Kompetenz wirbt und direkt darunter diese Kompetenz gerade nicht demonstriert, muss halt mit mildem Spott rechnen.
Eine Erklärung wünsche ich mir dagegen, wo genau sie die Vokabeln "Unfähigkeit, Deppen, Peinlichkeit, Idioten, Penner" herhaben, und was es mit dem Katzenkot auf sich hat. Das wäre nett.
Hallo,
gerne liefere ich noch einige Informationen.
Die Verstümmelung der Strukturformel hat rein graphische Gründe. Weiter möchte ich ungern darauf eingehen, da es so aussehen würde als wolle ich die Verantwortung abwälzen, die ich in letzter Konsequenz nun einmal habe. Fatalerweise war es jedoch ein grössere Gruppe von Menschen, den der Fehler bei der Auswahl aus über 30 Entwürfen nicht aufgefallen ist.
Die von mir verwandten Zitate bzgl. unserer Fähigkeiten sind Originale aus weiteren Mails die mir zugegangen sind. Den von Herrn Wicht verwandte Begriff "Fuzzi" habe ich noch knapp überlebt..;-)
Und ja, da muss ich jetzt wohl durch, wobei mir ehrlicherweise in meinem Leben schon peinlichere Dinge passiert sind...
Dank übrigens an den Blogschreiber, der Verständnis für die Techniken und Mechanismen von Werbung zeigte. In der Marketinglehre heisst es "Werbung muss polarisieren, nur dann ist sie gut". Das haben wir wohl unfreiwillig geschafft. Wobei, dies sei der Vollständigkeitshalber erwähnt, daß das Verhältnis zwischen Ablehnung und Zustimmung des Plakats etwa ein Verhältnis 50:1 darstellt.
Auch haben wir, als uns der Lapsus erstmals auffiel Kontakt mit leitenden Chemikern der Industrie aufgenommen und um Ihre Meinung gefragt. Hier wurde Entwarnung signalisiert und ein eher entspannter Umgang emfohlen.
Nun stellte sich zusätzlich die Frage, soll man Hunderte von Plakaten einstampfen und neu drucken? Hier haben wir uns für die ressourcenschonende Variante entschieden und die bestehnden belassen. Insbesondere, da die plakatierende Firma dies für die Kampagne kostenfrei zur Verfügung stellt, was ich ihr nach wie vor hoch anrechne.
freundlich grüßt
Hilmar Wörnle
P.S.
Was ich nie verstehe ist, warum in Blogs meist anonym geschrieben wird. Kann mir hier jemand einer Erklärung helfen?
"Was ich nie verstehe ist, warum in Blogs meist anonym geschrieben wird. Kann mir hier jemand einer Erklärung helfen?"
Es schreiben ja nicht alle anonym, wie man hier sehen kann. Und wie wollen Sie es denn im Internet personalisieren? Mit einer Anmeldung via E-mail? Da kann ich mich auch Frau Hunz Kunz nennen, wie will man das nachprüfen? Einzig sichere Methode wäre eine Online Anmeldung mit postalischer Bestätigung. Das wäre "etwas" viel Aufwand.
Herr Wörnle, ihre Kommentare sind ein Widerspruch in sich. Einerseits versuchen Sie entspannt und ruhig zu wirken, andererseits merkt man aus ihren teilweise nur als Entgleisung zu bezeichnenden Unmutsäußerungen heraus, wie sehr ihnen die Angelegenheit gegen den Strich geht.
Auf den Übermittler schlechter Nachrichten zu schießen ist ganz schlechter Stil. Statt also irgendwelche diffusen Vorwürfe aufzustellen, wäre es wohl besonnener gewesen einfach drei Dinge zu schreiben: 1.) Wir haben einen Fehler gemacht. 2.) Wir haben diesen bereits bemerkt und die Konsequenzen abgewogen, dabei auch Fachleute hinzugezogen. 3.) Aus finanziellen wie ökologischen Gründen haben wir entschieden, mit dem Fehler zu leben.
Auch wenn ich persönlich die Entscheidung 3 nicht teilen kann, wäre das eine vernünftige Entgegnung gewesen. Ewig lange Kommentare mit Unterstellungen sind keine.
Werter Herr Erwinski,
genau das was Sie wünschen habe ich getan. Doch auch wenn man einen vermeindlichen Fehler macht, so sind wir uns doch sicher einig ist es doch legitim nicht nur demutsvoll den Kopf hinzuhalten, sondern auch den eigenen Standpunkt, Hintergründe und Motivationen darzustellen. Dass selbst hier im Blog die Meinungen differenziert sich darstellen, zeigt doch, daß die Sachlage nicht ganz einfach ist. Wenn meine Stellungnahme als Angriff gewertet wird, so bedaure ich dies. Doch bitte ich Sie um ein kleines Selbstexperiment: Versetzen Sie sich kurz in meine Haut.
freundlich grüßt
Hilmar Wörnle
Auch wenn ich das Brimborium bezüglich der Strukturformel mangels Chemie-Studium nicht nachvollziehen kann, vermag ich mich dennoch über die Absurdität dieser Angelegenheit zu amüsieren.
Ach, ähm, Herr Wörle, mein Deutschlehrer hätte seine Freude daran gehabt, Ihre Rechtschreibfehler zu korrigieren. Auch dies ist keine Werbung für Konstanz. Abgesehen davon, daß Werbung nicht polarisiert: sie nervt einfach nur, vor allem, wenn sie durch öffentliche Mittel bestritten wird.
Mit freundlichen Grüßen,
U.Zeitler
PS. Wenn das Katzenklo nervt: saubermachen hilft.
Sorry, Herr Wörnle, ich hab ein "n" vergessen. Konstanz ist recht schön, und wenn ich mal wieder dort bin, nehme ich Ihre Einladung auf ein Glas Wein gerne an.
Gruß, H.U.Zeitler
zur Fußnote:
Ich werde mich mal auf die Suche begeben, denn die Plakate habe ich hier schon hängen sehen. Aber sooo genau habe ich noch nicht hingesehen.
Konstanz ist zwar Elite-Uni, aber die Naturwissenschaftlichen Fakultäten haben daran scheinbar nicht mitgearbeitet.
Naja, übel Rechtschriebfehler in Plogkommentaren muhß mann siech nicht würglich aufreken. ;-)
Das gehört doch fast schon zum schlechten Ton.
Herr Huhn, ich glaube, ich muß mir Ihren Kommentar kopieren, den werde ich noch öfter verwenden können. (:-D) Als Angehöriger des Dichter- und Denkervolkes.
Aber ich finde es klasse, wie der Lars es immer wieder schafft, die Menschen zu informieren. Und gebe mir deshalb Mühe, wenn ich seine Texte kommentiere.
Glückauf!
Ich habe ja volles Verständnis dafür, dass ein Grafiker zuerst einmal die ästhetische Qualität im Blick hat und da gegebenenfalls auch mal an der Realität herumschrauben muss.
Aber der Punkt ist doch, dass Wasser diese hexagonalen Strukturen (näherungsweise) tatsächlich bildet. D.h. man hätte so ein Bild auch bekommen können, wenn man die tatsächliche Struktur korrekt abgebildet hätte.
Amüsiert nehme ich zur Kenntnis, wie Herr Woernle wirklich alle Register der in Managementkursen (die ich auch über mich ergehen lassen musste - zum Glück folgenlos!) gelehrten Methoden der Schadensbegrenzung zieht.
Zunächst werden verbale Rauchschirme aufgefahren, hinter denen schon einmal der objektiv gemachte Fehler relativiert wird: "vermeintlicher Fehler".
Und dann gleich die geschickte Volte, so schnell und gewandt, dass man gar nicht weiß, wie einem geschieht, und - hastdunichtgesehen - auf einmal ist alles irgendwie die Schuld derjenigen, die auf den Fehler hinweisen, und nicht derjenigen, die ihn gemacht haben.
Das war wirklich lehrbuchmäßig, aber davon lässt sich heutzutage auch nur der Ungeschulte verwirren.
Es geht nicht um einen "vermeintlichen Fehler", sondern um einen richtig dicken Patzer, und zwar einen eindeutigen.
Und das Image des Forschungsstandorts Konstanz wird auch nicht durch diejenigen geschädigt, die auf diesen Fehler hinweisen. Ob in freundlicher oder unfreundlicher Form, ist da nicht einmal wichtig, obwohl es natürlich besser ist, freundlich zu bleiben.
Das Image des Forschungsstandorts Konstanz wird ganz allein dadurch geschädigt, dass da jemand seinen Job nicht richtig gemacht haben und infolgedessen nun überall Poster herumhängen, denen jeder Abiturient mit Chemie-Grundkenntnissen ansehen kann, dass sie von wissenschaftlich Ungebildeten fabriziert wurden und die man nun mit der Stadt Konstanz und Ihren Einrichtungen assoziiert, ob das Ihnen oder den Stadtvätern passt oder nicht.
Dass Formaldehyd, oder Wasser oder was auch genau Sie meinen, als "Element" bezeichnet wird, erweckt den deutlichen (nicht nur "mutmaßlichen") Eindruck naturwissenschaftlichen Inkompetenz.
Das allein ist heutzutage nicht selten - Verbindung, Element, was soll's - nur sollte man dann vielleicht die Aufgabe jemandem überlassen, wer weiß, wovon er redet?
Mag sein, dass die Initiative gut gemeint war, aber "gut gemeint" ist nun einmal nicht "gut gemacht". Letzteres hat nun einmal etwas mit Kompetenz zu tun. Sicher wird nicht jeder den Fehler bemerken, aber wollen sie denn diese damit ansprechen?
Gerade die, die die spezifische Gestaltung doch wohl ansprechen soll, bemerken den Fehler sehr wohl, und er hinterlässt einen nachhaltigen - negativem - Eindruck, der sich nicht wegreden lässt.
So einfach ist das.
"...ein Element wie auf dem Werbebild abgebildet, gibt es nicht. "
Stimmt so leider auch nicht! Denn da sind ja Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) abgebildet. Die gibt es schon, nur nicht in einer solchen Verbindung. Es ist also das "Molekül" welches es nicht gibt, zumindest würde noch einiges in der Darstellung fehlen um es zurechtzubiegen. Ich verlange von Ihnen nicht dies zu Wissen, aber vielleicht gibt es ja noch Leser, die etwas lörnen wollen.
Das scheint bei Ihnen nicht der Fall zu sein, denn in Ihren Augen machen ein paar Haarespalter Ihre schöne Kampagne wegen einer Kleinigkeit kaputt:
"Wichtiger ist es aus einem überflüssigen Symbolstrichlein eine ganze Kampagne, einzelne Firmen und Einrichtungen eine ganze Stadt mit all' Ihren Wissenschaftseinrichtungen zu beschädigen."
Aber so ist es eben: Wenn eine Kampagne "einzelne Firmen und Einrichtungen eine ganze Stadt mit all' Ihren Wissenschaftseinrichtungen" in gutem Licht erscheinen lassen kann, dann kann sie genauso auch schaden. Werbung ist ja keine Einbahnstrasse.
Und wenn Sie meinen, dass diese Strichlein so überflüssig wären, dann nehmen Sie doch mal einen Schluck Formaldehyd.... Prost!
@Khan
Wasser ist durchaus ein Element, so wie Feuer, Erde und Luft! Sie mit Ihrem neumodischen Firlefanz! :-D
Desweiteren freut es mich, dass das H *design-technisch* potent genug war und nicht etwa durch D ersetzt wurde. *scnr*
Aber um nochmal bei den Einlassungen des Herrn W. zu bleiben. Folgende Formulierung finde ich eigentlich geschickt gemacht:
"Und um es kurz zu machen, ein Element wie auf dem Werbebild abgebildet, gibt es nicht. Ich könnte jetzt lange erklären warum es in dieser Form auf dem Plakat ist, doch habe ich den Eindruck, dies interessiert gar nicht. Wichtiger ist [...]".
Dies ist so geschickt nichtssagend, daß man zunächst sogar den Eindruck bekommen könnte, daß es gar kein Fehler war, sondern womöglich sogar Absicht. Das dumme ist nur, daß der Leser sobald er es merkt sich erst recht für dumm verkauft vorkommt.
Im Marketing ist es durchaus üblich, optische Effekte über den Wahrheitsgehalt zu stellen. Und da dieses Plakat von einem Kommunikationswissenschaftler entworfen wurde, ist dem auch kein Vorwurf zu machen. Wenn, ja wenn da nicht ein anderer Aspekt hinzu käme. Denn was sich hier beißt, ist die Aussage und die Darstellung. Wenn so ein Fehler in einem Plakat für Tourismus aufgetaucht wäre, hätte sich kaum jemand genötigt gesehen, darüber zu schreiben. Aber dieses Plakat soll für Wissenschaft werben. Und da ist so ein Missgeschick eben nicht bloß ein kleiner Schönheitsfehler sonder einfach nur peinlich.
"Aber der Punkt ist doch, dass Wasser diese hexagonalen Strukturen (näherungsweise) tatsächlich bildet."
Meinst Du die Clusterbildung durch die Wasserstoffbrückenbindung? Die ist ja auch stark temperaturabhängig. Aber gut, das Wasser des Bodensees wird ja nicht so warm.
Ich bin einfach nur amüsiert über die vielen Kommentare. Und dies alles wegen eines Strichs!! Schon allein, dass Sie sich alle hier darüber unterhalten, ob mehr oder weniger konstruktiv möge ich dahingestellt lassen, ist doch Marketing par excellence. Was wäre die Welt nur ohne solche I-Tüpfelescheißer, die sich stundenlang über einen Strich unterhalten können. Aber es geht hier ja um wirklich wichtige Dinge.
Von welcher Weinsorte bekommt man ein Glas - wenn man bei Ihnen vorbeikommt?
Hallo,
bzgl. Wein: freie Auswahl
www.spitalkellerei-konstanz.de
Grüße
Hilmar Wörnle
P.S.
Danke übrigens an alle aufmunternden mails die mich direkt erreichen.
Ja, das Ganze hat etwas Amüsantes. Allerdings nicht, weil dieser "eine Strich" nicht wichtig sei. Auch zwischen plus und minus besteht oberflächlich betrachtet ja nur der Unterschied von einem kleinen Strich. Dennoch macht es ganz schön etwas aus, ob man 1000 Euro Guthaben oder 1000 Euro Miese hat.
Auch in der Chemie mag eine falsche Summenformel einem Außenstehenden nicht viel ausmachen. Dennoch kann da ein fundamentaler Unterschied sein. In diesem Fall ist das so.
Es ist halt so: Hätten diese Werbemacher einfach nur irgendein Bild genommen, Konstanz vor dem Bodensee mit den Bergen im Hintergrund und einer jungen Dame mit oder ohne Bikini im Vordergrund, da hätte keiner was gesagt.
Aber wenn die so tun, als seien sie wer weiß wie wissenschaftlich und blamieren sich dann schon gleich bei fundamentalen Dingen, dann kriegen sie es halt unter die Nase gerieben. Wissenschaft ist nun mal nicht "irgendwie etwa richtig" oder "des passt scho'". Da muss man sich schon etwas mehr Mühe geben.
Um es in einen anderen Kontext zu transferieren: Wenn einer sich angeben will und dann mit großmächtigen Fremdworten dauernd daneben greift, dann wird man sich auch über ihn lustig machen, zu Recht.
Das Ganze ist peinlich. Und das darf man auch so sagen.
@Michael Kahn: Wenn das die Register der Managementkurse sind, dann gute Nacht.
Aber hier geht es ja um Kommunikation. Um Werbung. Und aus dieser Perspektive gesehen, verhält sich Herr Woernle völlig unprofessionell.Wie Sie ja schreiben, sind die Volten leicht zu durchschauen.
Kommunikativ könnte man diesen Schnitzer (kann tatsächlich passieren und es sind schon viel schlimmere Sachen in der Art geschehen) sogar positiv umdrehen, z.B. die eigene Agentur auf den Arm nehmen, es menscheln lassen, was weiß ich, ich bekomme kein Honorar und mag nicht weiter darüber nachdenken aber es geht.
Der Satz aber, das wäre aus grafischen Gründen geschehen, ist für eine Agentur eher tödlich. Die Grafik hat sich gefälligst der Aussage unterzuordnen, schlichte grafische Falschaussagen zu produzieren *ist* ein dicker Fehler. Ästhetik kann niemals ein Grund sein, Falsches auszudrücken. Zumal es in dem Fall eh lächerlich ist, mit einer korrekten Darstellung (oder sogar einer Brückenbindung) ließen sich mindestens, wenn nicht sogar bessere Muster abbilden.
Man kann also sagen: Grafik versagt (kommt vor)
Aber danach auch die passende Kommunikation (kommt auch vor)
Beides zusammen sollte in einer Agentur aber nicht vorkommen.
Ich finde es interessant, dass gerade Hr. Wörnle sich darüber auslässt, wie wir Kommentatoren dem Wissenschaftsstandort Konstanz schaden.
"... doch habe ich den Eindruck, dies interessiert gar nicht. Wichtiger ist es aus einem überflüssigen Symbolstrichlein eine ganze Kampagne, einzelne Firmen und Einrichtungen eine ganze Stadt mit all' Ihren Wissenschaftseinrichtungen zu beschädigen."
Ich denke, wenn jemand die Stadt mit ihren Wissenschaftseinrichtungen beschädigt hat, war es wohl die Werbeagentur und kaum wir Leser.
(Man könnte sich jetzt sicherlich noch darüber auslassen, dass in der wissenschafts-exzellenten Stadt am Formaldehyd einer "grösseren Gruppe von Menschen" dieser Fehler nicht auffällt, was ein mittelgutes Licht auf besagte Exzellenz wirft. Aus meiner Sicht gehörte in eine Gruppe von Entscheidungsträgern für eine Werbekampagne pro Wissenschaft sicherlich auch ein Wissenschaftler, der dies bemerken würde. Aber dass dies in der realen Welt nicht so läuft, ist mir natürlich klar.)
Das Ziel einer guten Werbung ist, dass sie Aufmerksamkeit erregt. Und das hat diese Werbung zweifellos (auch wenn es so nicht beabsichtigt war).
Ich spreche aus eigener Erfahrung: Ich habe einmal einen Kurs auf einem Plakat angeboten. Die Buchstaben habe ich extra groß gezeichnet, damit man den Text auch aus 20 m Entfernung lesen kann.
Im Übereifer habe ich leider einen Buchstaben vergessen (M statt MM). Weil ich kein zweites Plakat mehr hatte, schrieb ich diesen M-Buchstaben klein, per Kugelschreiber, darüber.
Die Wirkung war super! Aus der Entfernung sah man schon, wie bei den Leuten der belehrende Oberlehrerfinger hoch ging. Sie kamen dann eindeutig deswegen her, um mich über meinen Fehler zu belehren. Aus der Nähe sahen sie dann aber, dass der Fehler schon ausgebessert war. Und um sich nicht selbst zu blamieren, stellten sie sich direkt vor das Plakat um es zu studieren (- wie gesagt; es war aus 20 m Entfernung lesbar).
Der Kurs war ausgebucht.
Jetzt schaue ich ab und an hier rein um zu sehen wieviel Besserwisser sich hier noch rumtreiben. Eigentlich habe ich anderes zu tun. Aber was hier die überwiegende Mehrzahl der Schreiber ist oberpeinlich für unsere Zunft. Besser kann man das Vorurteil der pedantischen, kleinkarierter Elfenbeitürmler nicht festzementieren.
Soweit ich es verstehe sieht es doch so aus.Da macht sich eine Organisation auf die Wissenschaft der Bevölkerung näher zu bringen. Macht ein Plakat, das erst einmal toll aussehen soll. Und jetzt kommt Ihr Lupenträger und findet so einen Fliegendreck und findet es auch noch witzig darüber zu lästern.
Jeder meint mit seinem Pseudospezialwissen zu glänzen. Nur weil er schon mal zu einer (schlechtbesuchten - warum wohl)Chemikerparty eingeladen habt meint er, er wisse wie Marketing funktioniert. Gaaanz toll auch die Rechtschreibheinis!!!
Und jetzt stellt sich einer hin und sagt, OK ich war dabei und übernehme die Verantwortung. Er zeigt nicht auf andere, bezichtigt keine Graphiker oder kollegen oder Systeme, versteckt sich nicht und sondern sagt, ja blöd gelaufen. Normalerweise schweigt man und ignoriert unser Genöle. Und was kommt? Die spiessigste Sch.... die man sonst nur auf den Toilettentüren findet. Ihr glaubt auch wirklich Ihr bekommt die flotte Blonde mit zum Auto nur weil sie sich auf dem Plakat über die Kühlerhaube räkelt!
Mein Winner ist die Kampagne und der Wörnle. Habt Ihr sowas schon einmal von einer anderen Stadt gesehen. Zusätzlich hatte ich das Glück ihn im Rahmen eines Aisac Studententreffen live zu erleben. Obwohl er nicht müsste, setzt er sich voll für die Studenten ein. Chapeau!
Ich hol' mir den Wein am Konstanzer Hafen soviel ist sicher! Ich habs zum Glück nicht weit!
Mensch Leute, kommt runter vom hohem Ross!
Hallo anonymer Zwergenaufständler, schlecht geschlafen heute? :-)
Tu dir einfach mal den Gefallen, und lies die Kommentare noch einmal in Ruhe. Dieses mal *versuche* wenigstens, sie zu verstehen. Wenn du's dann immer noch nicht hast, tuts mir leid für dich.
Grüßle aus mei'm Elfenbeiturm!
Ich habe das Gefühl, dass von einigen die Strukturformeln, die Lars oben nachträglich angefügt hat falsch interpretiert werden, denn des öfteren wird über den "einen Strich" philosophiert.
Es geht hier nicht nur um einen Strich. Die richtige Formel für Wasser ist links. Da sitzen die Hs direkt am O. Das Gebilde auf dem Plakat dagegen ist gar nichts. Man muss noch den "einen Strich" anfügen, damit es überhaupt irgendwie chemisch Sinn macht und dann gibt es Formaldehyd (rechts). Alternativ könnte man dem O auch ein Minus gönnen und hätte dann ein Methanolat.
Das Plakat ist also so falsch, dass man es korrigieren müsste um es sinnvoll falsch zu machen. Ist es demnach am Ende vielleicht gar nicht falsch, weil es offensichtlich keine chemische Strukturformel darstellt? Minus mal Minus... ;o)
"Mensch Leute, kommt runter vom hohem Ross!"
"Quamvis sunt sub formol, sub formol maledicere temptant."
(Ovid, nach einem Besuch des Oppidum Constantini)
Statt eine teure Marketing-Agentur zu beschäftigen, hätte die Stadt bzw. die Uni das Plakat von ein paar studentischen Hilfskräften entwerfen lassen sollen. Das wäre billiger und sowas wäre dann nicht passiert.
Das Plakat *wurde* von studentischen Hilfskräften entworfen. Geholfen hat's nicht... ;-)
"Alternativ könnte man dem O auch ein Minus gönnen und hätte dann ein Methanolat."
Upps, so schnell kann es passieren! Da fehlt dann aber noch ein H am C.
Die dargestellte Strichformel würde ich als Dehydromethanolatradikal bezeichen (extrem instabil ;-), gibt es in manchen Plasmen und bestimmt auch irgendwo im Weltraum.
mit nicht so ernsten Grüßen
Lutz
grrr
Dehydromethanolatradikalkation
:-(
Na ja, ich meinte keine Design-, Marketing-, Journalismus- oder BWL-Studenten, sondern richtige...
"Da fehlt dann aber noch ein H am C."
Das kann man jetzt so und so sehen. Wenn man das so malt, also ohne explizites "C", dann werden die freien Valenzen laut Konvention automatisch mit Hs aufgefüllt. Ob das jetzt Sinn macht zwei Hs zu malen und sich das andere zu denken...?
Und zum Radikal fehlt dann doch noch das i-Tüpfelchen. Wie man es auch dreht und wendet... Wasser wird nicht draus.
So, genug gequatscht! Der Wicht hat ja recht. Dabei spricht er vom hohen Ross herab in einer längst vergessenen Sprache. Den Humor soll mal einer verstehen...
...vielleicht ist es ja die diradikalische Grenzstruktur des Formaldehyds... ^^
Bikationisches Elektronensextett des Methanals, geeignet für den Angriff einer Lewis-Base am Carbkation
Lieber Herr Wörnle,
ich habe auch Gestaltung im Rahmen meines Kunstpädagogikstudiums gelernt und ich finde das Plakat erschreckend schematisch und einfallslos. Erinnert an Schautafeln in Geographie-Filmen aus den 50er Jahren.
Wie genial man ein solches Thema auch unter Verwendung einer chemischen Formel umsetzen kann, sieht man an der O2-Werbung, in der Sauerstoff aber auch Wasser so viel ansprechender und sinnlicher dargestellt werden.
Die einzige Entschuldigung für solch ein langweiliges Plakat wäre, dass es ein Chemiestudent entworfen hätte, da man von denen nicht allzuviel Sinn für Ästhetik erwarten darf. (Ich komme aus einer Chemiker-Familie.) Aber dann würden wenigstens die Bindungen stimmen.
P.S. Wasser ist kein Element.
Nur als Hinweis und da viele hier sehr vieles sehr genau nehmen. Das Plakat wurde laut Konstanz.de von der HTWG Konstanz entwickelt. Die HTWG Konstanz ist bzw. war früher die Fachhochschule Konstanz. Im Zuge der Reformen wurden die FHs aber all umbetitelt. Meine eigene Almer Mater hat das selbe Schicksal ereillt.
Die HTWG Konstanz hat 1. kein Angebot in der Chemie und 2. ist es keine Elite-Leuchtturm, da sie mit der Uni Konstanz soviel zu tun hat wie die Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Technischen Universität München oder der Hochschule für angewandte Wissenschaften München.
Dies soll nicht die HTWG abwerten, welches ebenfalls eine sehr gute Einrichtung ist, sondern einfach dieses klarstellen. Wenn man sich nämlich über einen fehlenden bzw. schlicht vereinfachten Strich bei der Doppelbindung aufregt sollte man nicht zwei verschiedenen Universitäten in einen Topf werfen!
Zum Plakat selbst: Künstlerische Freiheit, Werbung sollte nicht wissenschaftlich korrekt sein müssen!
Es grüsst (leider nicht direkt vom Bodensee),
Stefan Greif
Gestaltung gelernt? Vielleicht mal rein geschnüffelt... Da sieht man mal wie die eine Kompetenz von der Anderen nichts versteht. Das Plakat ist eine inhaltliche interessante Verknüpfung -> damit eben Design und auch ästhetisch wertvoll! Wer etwas von Design versteht weiss auch, dass dieses Plakat eine Designleistung ist.
Es ist nicht gut für den jungen Designer, so durchs Dorf gehetzt zu werden. Haben Chemiker nicht anders zu tun? Nun meint eine Kunstpädagogin auch noch Design bewerten zu können?
Ästhetik ist ein großes Wort, hat nichts mit "Geschmack"zu tun (Vorbeugend: man kann Kunst nicht essen) . Es hat hier ein Fachjury gegeben - mit Dozenten und Designprofessoren. Du solltest mal mit diesen Dozenten über Gestaltung sprechen.
Schönes Plakat mit einen kleinen Fehler. Dabei ist es Aufgabe des Kunden Veröffentlichungen inhaltlich prüfen zu lassen. (AGD-Designleistung) Also ein Fehler vom Marketingchef "Wörnle"
Designdozent aus Norddeutschland
Dieses gegenseitige Übereinanderherziehen "Du verstehst nix vom meinem Job" finde ich zweifelhaft.
Natürlich ist hier ein schwerer Lapsus begangen worden, da dies aber erst nach langer Zeit einem Chemiker aufgefallen ist, kann man den Fehler evtl. relativieren. Wie viele Chemiker, Chemielehrer etc. haben vielleicht auch den Fehler auf dem Plakat nicht entdeckt, obwohl das Plakat in Ihrer Stadt hing und sie täglich daran vorbeigingen? Wie soll dann der normale Bürger Anstoß nehmen ... ?
Grafisch betrachtet fügt sich das falsche Wassermolekül so evtl. sogar besser in das Gesamtdesign ein ;)
Und lassen wir die Kirche im Dorf, es ist eben auch nur ein falsches Formaldehyd Molekül.
Sollten wir die Sache nicht mir Humor sehen?
Ich habe diese Plakate auch schon gesehen und ich fand sie jetzt nich soooo besonders gelungen, dass ich sie mir genau betrachtet habe. Aber der Fehler is schon witzig und fatal ... denn unsre lieben Kleinen und andere nicht so gebildete Menschen glauben der Werbung ... (ich erinnere mich noch mit schrecken an den Telefponnetzanbieter der mit kugeligen Pantoffeltierchen warb!!!!) ...auf solche "Kleinigkeiten" sollte geachtet werden!
Allerdings ohne den Fehler wäre die Kampangne nicht so in den Köpfen hängen geblieben, negative Werbung is auch Werbung
und @janina: ich bin Chemikerin und habe trotzdem ein Sinn für Ästhetik! Denn die Chemie ist voll davon ....
Sorry, nein, es ist kein Hoax, sondern die bittere Wahrheit.
Ob ich mich drüber wundere? Nö, wieso auch? Das ist nur mal ein Mist von so genannten Experten, der aufgefallen ist. Die Welt ist voll von sowas, nur fällt es meistens nicht auf.
Viel schlimmer finde ich es doch dass Stoff der 7.(Wasser) und 9. Klasse(Grundlagen organische Chemie) offensichtlich bei niemandem angekommen ist. Wie kann es eigentlich sein dass der Spiegel in Babysprech Hauptschulstunden nachholt.
Dass ein Medienfutzi der visuellen Erscheinung schon mal die Korrektheit opfert ist gemeinhin bekannt. Sollte wie ein 6-eck aussehen und sieht wie eins aus. Dann machen wir noch ein paar Buchstaben dran, schon isses Chemie.
Würden sich nicht die "Medien" drauf stürzen und ganz Deutschland erstmal darüber aufklären was da eigentlich verkehrt läuft, es würde keiner merken. Obwohl das ja mal jeder gelernt hat.
Eines der Paradebeispiele dafür dass in Deutschland Breitenbildung einfach nicht existent ist. Die Leute können nicht schreiben, nicht lesen, lausig englisch und kaum rechnen, mögen keine Bücher, wissen nicht wer Kepler ist und warum es die Völkerwanderung gab.
Statt dessen helfen einem die netten Journalisten nun zu verstehen warum man nun Spitzenforscher auf Eliteunis auslachen darf in dem sie den Wikipedia-Artikel kurz zusammenfassen. Kann ja nicht jeder wissen dass "H für Wasserstoff und O für Sauerstoff" steht. Und die Strukturformel von Wasser ist nun mal totales Fachwissen für knallharte Chemieprofis und nicht etwa Allgemeinbildung oder so was.
ganz großes Bullshit-Bingo-Kino #PR-Disaster
"Eines ist aber sicherlich unzulässig. Von einem vermeintlichem Fehler auf einem Werbebild, auf die Qualität eines Wissenschafts- und Bildungsstandort zu schließen."
Wieso eigentlich nicht? Von einem "vermeintlich" korrekten Plakat soll ich doch auch auf die Qualität (oder zumindest Cleverness) eines Wissenschafts- und Bildungsstandorts schließen?
Und: Ein Freund von mir ist Designer und der betont immer wieder, dass man gerade in dem Job eine gute Allgemeinbildung braucht, weil man so viele verschiedene Kunden und Projekte hat.
Es ist schon merkwürdig, dass diejenigen, die hier eine gewisse Agressivität hinenbringen wollen, dies oft hinter Pseudonymen versteckt tun. Janinas Beitrag ist freundlich geschrieben. Deiner ist das nicht.
Man kann unterschiedlicher Meinung sein. Die Meinung anderer akzeptieren zu können ist keine Kunst, sondern eine Selbstverständlichkeit.
Andere Leute anzugreifen und dabei nicht mal seinen eigenen Namen zu nennen wirkt auf mich irgendwie feige.
Eigentlich sehr lustig, aber: Man darf sich wohl über die Ergebnisse der PISA-Studien nicht weiter wundern, wenn schon die Städte mit sogenannten Elite-Unis es nicht schaffen, ihre Marketing-Hansel von allgemeiner Volksverdummung abzuhalten.
Aua, in einem leicht hohntriefenden Artikel über einen amüsanten wissenschaftlichen Fauxpas tat folgender Satz von J. Lubbadeh SPIEGEL ONLINE dann doch ein bißchen weh: "Die Striche bilden dabei einen Winkel von 45 Grad (siehe Fotostrecke)." Weder im Wassermolekül (dort sind es 104,5°), noch in der Konstanzer Graphik (dort sind es 120°) kann man irgendwo den kolportierten Winkel von 45° finden. Warum auch?
Vielleicht was für den nächsten "Hohlspiegel"?
"Wieso eigentlich nicht? Von einem "vermeintlich" korrekten Plakat soll ich doch auch auf die Qualität (oder zumindest Cleverness) eines Wissenschafts- und Bildungsstandorts schließen?"
Ein verdammt guter Punkt! Wenn die Werbung nichts mit dem zu tun hat was sie bewirbt (kommt mir schon länger so vor) kann man getrost auf sie verzichten! Die Landschaft mit bunten, aber nichtssagenden Bilchen bepflastern reicht mir als Rechtfertigung nicht aus.
Glückwunsch zur SPON-Verlinkung!
Immer diese Häme, Hetze und Erbsenzählerei im herkömmlichen Journalismus, ganz, ganz schlimm :-)
Allerdings scheint der SPON-Autor auch etwas verwirrt zwischen einem Design und dem Wesentlichen:
Die Striche bilden dabei einen Winkel von 45 Grad (siehe Fotostrecke). Ein einfaches Molekül, eine einfache Formel - und eine der ersten, die man im Chemie-Unterricht lernt.
Und wehe es sind 46°. Oder gar so was wie um die 120.
Ein Tipp: Jegliche Reaktion auf Posts in Foren und Blogs lässt ein Thema nur länger aktuell sein und macht in 99,99% der Fällen alles nur viel, viel schlimmer - so wie in Ihrem Fall. Nichts mögen Internetmaulhelden mehr, als jemanden gefunden zu haben, der Ihnen ins Messer rennt und all die Fehler macht, die Sie eben machen. Oberstes Gebot für jemanden, der mit Blog- und Foren-Nachrichten konfrontiert wird: nichts sagen, nichts schreiben, nichts tun.
Auch wenn ich Ihre inhaltlichen Ausführen nicht teile, tut es mir leid zu sehen, wie hilflos Sie hier ins Messer laufen.
Ts, diese Physiker immer. ;-)Der Winkel im Wasser ist geometrisch (Tetraeder) knapp 110 Grad, bzw aus VSEPR-Gründen etwas geringer. 120 Grad a.k.a. trigonal-planar ist Formaldehyd.
(So, genug generdet für heute)
hammer: das sujet ist ja auch in unserem aktuellen http://magazin.rebell.tv #4 zum thema "müll - alles wird besser"
das nenne ich "glaubwürdigkeit herstellen" ;-)
Da sieht man mal, was eine mehrköpfige Jury aus Marketing- und PR-Fachleuten, Unternehmern und Amtsleitern der Stadt Konstanz und Wörnle, wert ist :-)
Wer Elite sein will, muss sich nach so einem Patzer, den Spott schon anhören.
Sie schreiben (leider anonym). "Jegliche Reaktion auf Posts in Foren und Blogs lässt ein Thema nur länger aktuell sein und macht in 99,99% der Fällen alles nur viel, viel schlimmer - so wie in Ihrem Fall."
Ich hoffe nicht, dass diese Diskussion für Hr. Wörnle "schlimm" ist - und ich denke auch nicht, dass sie der Stadt Konstanz schadet.
Es wird hier verschiedentlich Humor eingefordert. Der ist - das kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen - beim Blogger Lars Fischer und etlichen Kommentatoren durchaus vorhanden. Vielleicht etwas subtil.
Nichts für ungut: Hr. Wörnle nimmt's hoffentlich mit Humor und freut sich für Konstanz über die große Aufmerksamkeit, die die Stadt dabei erregt. Das soll mit Werbung schließlich erreicht werden.
Herzlichst
Richard Zinken
Joh. 8,7
Na, wenn das so ist, wie man hier auch lesen konnte, dass es nämlich angeblich nur darauf ankommt, bemerkt zu werden, dann sollten der Herr Wörnle und seine Mitstreiter zufrieden sein, denn sein, ahem, "vermeintlicher Fehler" wird wohl nicht allein in SPON Auffmerksamkeit finden.
In diesem Sinne: Glückwunsch, saubere Arbeit.
Die Anmerkungen von Herrn "kode" sind auch ausgesprochen aufschlussreich. "Wer von Design etwas versteht, weiss auch, dass dieses Plakat eine Designleistung ist." So ist das also. Nur wer etwas von Design versteht (und dann offenbar nichts von Naturwissenschaft), der findet das Plakat gelungen, daraus ergibt sich dann wohl auch der Schluss: Alle Anderen finden das nicht.
Nun kann man sich natürlich fragen, warum man eine Plakatkampagne macht, die nur Designexperten ansprechen soll. Aber dafür gibt es sicher auch gute Gründe.
Also, in einem Punkt zumindest muss ich Herrn "kode" zustimmen. Dieses Plakat ist wirklich eine Leistung. Da hat man sich richtig einen geleistet.
Meine Chemtool-Kenntnisse gehen über "etwa 120°" nicht hinaus. Und wenn ich den tatsächlichen Bindungswinkel mit Geodreieck am Bildschirm einstellen will, scheiter ich meistens an der zweiten Nachkommastelle :-)
Wasser:
http://de.wikipedia.org/...imestamp=20050811191259
Tetraeder:
http://members.chello.at/....bednarik/WUERFELA.PNG
...was mir als Konstanzer Designer eher auffiel war die Ähnlichkeit zur Vodafone Kampagne (http://www.horizont.net/...owpic.php?picshownr=351). Von daher finde ich es vom Branding Aspekt her nicht so gelungen. Im Vorbeifahren tut man die Plakate schnell mal als Handy Werbung ab und schaut deswegen nicht genauer hin. Eine eigene Farbkomposition wäre hier - meiner Meinung nach - besser gewesen... (soweit es das Corporate Design der Stadt zulässt?)
Ich bin mir jetzt nicht so sicher. Sind in diesem Blog nur Leute versammelt, die nicht viel mehr zu sagen haben, als "Ich weiß es, ich weiß es!"? Oder erleben wir hier, wie sich die Forschergemeinde am Ausdeuten eines grafischen Dings ergötzt? Einen besseren Beleg für die Vermischung von Fakt und Fetisch kann man sich ja wohl kaum vorstellen. Danke für diesen Blog.
Lieber Herr Fischer,
ich mache das Stadtmarketing für einen kleineren Luftkurort und würde Sie bitten, mir genau zu erklären, wie ich in dem Slogan "Der Ort in frischer Luft" das Wort Luft durch eine Formel zu ersetzen bzw. auch bildhaft darzustellen.
(Co2???/Ozon???)
Vielen Dank im voraus und viele Grüße aus unserem herrlichen Co2-Kurort.
Ist kein Hox, ich war vergangene Woche in KN und hab mich auch schon gewundert - das ganz aber als künstlerische Freiheit verbucht.
"Frische Luft" ließe sich noch am ehesten mit O2 umsetzen, grafisch ist das Molekül aber nicht besonders attraktiv:
http://userpage.chemie.fu-berlin.de/...er/f_o2.jpg
(Das Thema Diradikal lassen wir jetzt mal unter den Tisch fallen)
Außerdem ist der Link zwischen Strukturformel und Luftkurort irgendwie nicht so schlüssig, und man würde dir völlig zu Recht dreisten Ideenklau vorwerfen.
Würd mir also an deiner Stelle was anderes überlegen... :-)
Als langjährigem Mitarbeiter einer Designagentur geht mir die Diskussion etwas am Punkt vorbei.
Zur Diskussion selbst:
1. Grafik lebt immer von einer gewissen Vereinfachung. Es ist nicht ihre Aufgabe, Sachverhalte 1:1 darzustellen, sondern Bilder zu schaffen, die verstanden werden. Dies gilt insbesondere für die Plakatgrafik. Der (zumeist negativ konnotierte) Begriff "plakativ" zeugt davon. Im übrigen ist eine chemische Strukturformel auch nichts anderes als eine gestalterische Vereinfachung der Wirklichkeit.
2. Fachleute (hier die Chemiker) tun sich immer etwas schwer damit, wenn ihr Fachgebiet für ein breiteres Publikum vereinfacht wird. Und genau das ist der Fall, denn bei der abgebildeten Strukturformel handelt es nicht um eine "falsche" Formel, sondern um eine fiktive. Sie stellt nicht Wasser dar, aber eben auch nicht Formaldehyd, was manche darin sehen wollen. Insofern ist die Darstellung noch immer im Rahmen einer gestalterischen Freiheit.
Es gibt aber einen ganz anderen Punkt, der mich stört: Die Plakatidee ist als solche schlecht, und sie wäre es auch mit einer korrekten Strukturformel. Der Claim "Stadt am H2O" ist einfallslos und schon etwas kalauerartig. Er schlägt ohne Not eine Brücke zum Thema Chemie, wobei ich mich frage, was Konstanz als Stadt (nicht als Universitätsstandort) mit Chemie zu tun hat. Bei Leverkusen oder Ludwigshafen hätte das ganze noch einen gewissen Charme (Selbstironie), aber bei Konstanz? Thema verfehlt. So gesehen ist das eigentlich Peinliche an der Sache, dass dieser Plakatentwurf gewonnen hat, und weniger die Umsetzung. Die ist (sh. oben) einigermaßen OK.
Lieber Herr Wörnle,
nehmen Sie es doch bitte nicht so bierernst. Über so einen Patzer von Seiten wissenschaftlicher Laien darf man doch wohl mal schmunzeln. Schließlich haben auch Experten hin und wieder Hohn und Spott zu ertragen. Peinlich, peinlich, wenn so etwas mal von "kompetenter" Seite kommt. Ich erinnere da mal an die kalte Kernfusion oder das kurzsichtige Hubble-Teleskop. Und diese Projekte waren mit Sicherheit viel teurer. Darüber habe ich mich jedenfalls köstlich amüsiert.
@Hansi: He, wer ist hier der Designer, der den Auftrag bestimmt mit "kein Problem, ich habe da schon eine Idee" angenommen hat?
Recherche bei Fachleuten ist gut, aber dann doch bitte mit dem eigenen Vorstellungen kommen und fragen, ob die faktisch hinreichend richtig sind. Und nicht, wie der Chemiker das "Luft" bildhaft darstellen würde. Dann wäre ja der Designer überflüssig. ;-)
Im SPON-Artikel ist der Fehler mit den 45 Grad inzwischen korrigiert.
Merke: Es ist nicht so schlimm, Fehler zu machen, aber man sollte schon bereit sein, sie zuzugeben und zu korrigieren, anstatt sie nur zu relativieren und fruchtlose gegenattacken zu reiten.
Bevor nun der dreiundvierzigste Schlaumeier wieder damit anfängt, es sei alles nur Besserwisserei, wenn man auf so einen groben Patzer hinweist:
Ich bitte auch solche Leute, zu akzeptieren, dass es eben auch Felder gibt, wo es nicht reicht, etwas fast richtig zu machen, und wo man am Ende nicht durch Gelaber also so hinbiegen kann, dass am Ende keiner weiß, was nun Sache ist. Naturwissenschaften sind so ein Feld. Fast richtig ist da nun einmal auch falsch.
Jeder von uns macht Fehler, das stimmt, aber auch wir werden auf unsere Fehler hingewiesen. Zu Recht. Das muss man halt aushalten. Wenn der Klempner patzt und die Rohrverbindung leckt, gibt's dann etwa keinen Krach?
Und warum sollte das im Marketing anders sein? Man stelle sich mal vor, da ließe eine Agentur eine Kampagne für eine Automarke vom Praktikanten machen und am Ende stünde auf den Plakaten "Mätzedes Pentz". Das wäre in etwa ein Schnitzer desselben Grads wie der mit dem Konstanz-Poster und nun frage ich: Wie würde das denn da wohl wirken, wenn der Verantwortlich das als "vermeintlichen", "mutmaßlichen" Fehler kleinzureden versucht und diejenigen, die sich darüber lustig machen, weil angeblich sie (und nicht etwa er selbst) dem Image des Auftraggebers schaden.
Das würde so keiner durchgehen lassen, oder?
Tja, und wenn einem nun gar nichts mehr einfällt, dann bringt man ein Bibelzitat.
Gute, frische Luft aus Design-Gründen mit einer 1 bar O2-Atmosphäre gleichzusetzen, gibt dann aber bestimmt wieder hämische Blogposts aus der Medizin :^)
Wenn die Damen und Herren vom Stadtmarketing in Konstanz Sinn für Humor hätten, dann könnten sie ja aus der Blamage noch Gewinn schlagen, indem sie alle Plakate mit einem kleineren Plakat bekleben liessen, auf den z.B. folgendes stehen könnte:
Neu! Verbessert!
War: (CH2O)nstanz
Jetzt:
H
KONSTANZ
H
(man könnte auch ein Kalottenmodell (mit korrektem Winkel bitte!)des H20 anstelle des "O" in Konstanz einmontieren.
... unter http://is.gd/2Bstd kritisiert Herr Dipl. Ing. Wörnle die "etwas schon sehr gesetzte badische medienlandschaft" und fordert "ein bisschen feuer".
jetzt brennt das feuer und wenn es sich gelegt hat, dämmert es dem ein oder anderen eventuell, dass gerade eine image-kampagne ein hochsensibles konstrukt ist, das eine durchweg professionelle konzeption und durchführung verlangt. und selbst das feit vor fehlern nicht (vodafone).
in designer-kreisen werden übrigens solche "studenten-wettbewerbe" hoch kritisch gesehen; zeugen sie doch durch die höhe ihrer preisgelder in den meisten fällen davon, dass man schlicht nicht bereit ist, ein entsprechendes budget zur verfügung zu stellen. was bekam denn der "gewinner" – ironie des schicksals – und welche rechte sind beim ihm verblieben (exkl. dem urheberrecht, das ohnehin nicht übertragbar ist)?
so hat die stadt das bekommen, was es ihr wert war - und davon gilt es den schaden noch abzuziehen.
chapeau!
Ich kenne den Wörnle. Der hat Abi und sein Vater ist Chemiker. Der Wörnle kennt die korrekte Strukturformel von Wasser sehr gut, nur war ihm das im Hinblick auf dieses Plakat mit Sicherheit absolut wurscht, weil er ein Schöngeist ist und sich sicher im Traum nicht hat vorstellen können, dass die allgegenwärtige Pedanterie der Fachspezialisten solche Wellen schlagen könnte. Ein Opfer des Sommerlochs, würde ich sagen.
Das heuer schier endlos öde Sommertehater schreckt SPON inzwischen nicht mal mehr davor ab, zu Pillepalle selber chemischen Nonsens zu veröffentlichen. Seh grade, jetzt habt ihr euch entschuldigt. Na prima. Ich les euch täglich. Franz Walter z.B. ist genial. Aber elende Journaille seid ihr manchmal trotzdem. Das war z.B. nicht ok.
Wäre es schon die Zeit der afghanischen Herbstoffensive, würden sich die verstaubten Chemie-Nerds und SPON selber schämen, so ein kleinkariertes Zeug zu verhackstücken.
Leute aus Langeweile quälen. Mehr ist das hier nicht.
@Burkhard: Besser lässt es sich nicht auf den Punkt bringen.