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Forscher bohren einen Supervulkan an - mitten in Europa

20. Mai 2012, 13:15

Yellowstone in den USA mag der bekannteste Supervulkan sein, er ist nicht der einzige auf der Welt. Auch in Europa existiert eine Region, die in der Vergangenheit gigantische Vulkanausbrüche hervorgebracht hat, allerdings in wesentlich kürzeren Abständen als der berühmte Yellowstone. Gerade mal einige tausend Jahre sind die letzten großen Eruptionen der Phlegräischen Felder bei Neapel her, in einer Region, in der heute mehrere Millionen Menschen leben. Dort beginnt jetzt eine wissenschaftliche Bohrkampagne, die vier Kilometer tief in den Supervulkan hineinbohren wird.

Verglichen mit Yellowstone sind die Campi Flegrei winzig, mit 150 Quadratkilometern nehmen sie weniger als ein Zwanzigstel seiner Fläche ein. Entsprechend kleiner sind die Eruptionen, die in der Vergangenheit dort stattgefunden haben, aber auch sie waren noch weitaus größer als selbst die heftigsten Ausbrüche in historischer Zeit. Und sie lagen wesentlich dichter beieinander: Die beiden bekannten großen Ausbrüche fanden vor nur 40.000 und 15.000 Jahren statt.  » weiter

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"Schließlich gibt es keine Tsunamis in Europa"

24. März 2011, 21:45

Mit dieser grandiosen Fehleinschätzung zitiert die taz den Atomenergieberater[1] Mycle Schneider. Ob Schneider das tatsächlich so meint oder hier nur die Argumentationslinie der Kraftwerksbetreiber wiedergibt, ist nicht ganz klar (Schneider paraphrasiert die Kraftwerksbetreiber, siehe Kommentar unten), ich muss an dieser Stelle aber wohl noch einmal daran erinnern, dass in Europa sehr wohl große Tsunamis aufgetreten sind und auch in Zukunft wieder auftreten werden.

Zunächst ist natürlich richtig, dass es im Nordatlantik keine große durchgehende Subduktionszone wie vor Japan gibt. Trotzdem gibt es auch hier Megabeben nach dem Muster von Sumatra, Chile, Sendai. Eines dieser europäischen Großbeben fand sogar in historischer Zeit statt: Das große Erdbeben von 1755, das nicht nur Lissabon großflächig zerstörte, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf die europäische Geistesgeschichte hatte.  » weiter

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Papier mit antibakterieller Silber-Beschichtung ist wahrscheinlich keine gute Idee

25. Januar 2011, 22:55

Man kann über die Lebensmittelindustrie ja sagen was man will, die ganzen Verfahren, Nahrungsmittel keimfrei zu bekommen, gehören zu den bedeutendsten Errungenschaften der Technik. Wir vergessen ja gerne, dass gerade Lebensmittel früher keineswegs gesünder waren als heute, und nach wie vor sterben an Durchfallerkrankungen weltweit jedes Jahr Millionen Menschen, überwiegend Kinder. Insofern bin ich sehr dafür, mit immer neuen Methoden zu verhindern, dass potenziell gefährliche Bakterien unsere Nahrung besiedeln. Einige Sachen sollte man aber trotzdem besser lassen, und Punkt eins auf der Liste ist, wild mit Antibiotika rumzupanschen.

ResearchBlogging.org

Die Bar-Ilan-Universität in Israel vermeldet jedenfalls jetzt eine Methode, mit Ultraschall Silber-imprägniertes Papier herzustellen, für antimikrobielle Anwendungen. Das wundert mich eigentlich überhaupt nicht, denn in den letzten Jahren haben die Leute Silber-Nanopartikel auf alles draufgeklatscht wo die Dinger dran kleben bleiben. Bei Papier hat es halt ein bisschen länger gedauert.  » weiter

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Die Seltenen Erden und wo man sie findet (fast überall)

31. Oktober 2010, 13:41

Wissenschaftblogs Auslese 2010Jetzt also wieder die Chinesen. Die sitzen nämlich, wie wir seit neuestem wissen, auf mehr als neunzig Prozent der derzeit weltweit geförderten Seltenen Erden. Und dem Vernehmen nach wollen sie uns in Zukunft nicht mehr so viel davon abgeben. Böse Chinesen!

Allerdings ist es verständlich, dass es dort einerseits Exportquoten für diese strategisch wichtigen Metalle gibt, und die Chinesen andererseits nicht glücklich darüber sind, dass diese offenbar seit Jahren unterlaufen werden. Laut Xinhua verlässt ein Drittel aller abgebauten Lanthanide das Land illegal, und in Japan scheint sich ein Seltenerd-Schwarzmarkt etabliert zu haben. Entsprechend versucht China, die Ausfuhren unter Kontrolle zu bekommen, auch wenn sie natürlich hoch und heilig versprechen, in Zukunft weiter Seltene Erden in alle Welt zu liefern.

Die Seltenerdmetalle. Quelle: U.S. Geological Survey Fact Sheet 087-02.

So richtig beruhigend ist das natürlich nicht. Monopol ist Monopol, und die Chinesen haben oft genug bewiesen, dass sie strategisch denken, was Rohstoffe angeht. Außerdem brauchen die ihre Seltenen Erden selbst, und zwar aus den gleichen Gründen wie wir: Sie bauen Computer, Glasfaserkabel, Farbfernseher, Batterien und Autos. Seltene Erden sind der Stoff, auf dem die moderne Technik aufbaut. » weiter

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Bürgerkonferenz: Was noch zu erledigen ist...

26. September 2010, 13:52

Der zweite Tag der Bürgerkonferenz beginnt mit der eher steilen These, dass Unternehmen die einzigen im Lande sind, die überhaupt in der Lage sind, Innovationen hervorzubringen. Uni-Wissenschaftler können also Montag guten Gewissens im Bett liegen bleiben. Die Idee stammt von Gerhard Prätorius von Volkswagen, der ansonsten (wenig überraschend) Verkehrspolitik bearbeitet und außerdem an der TU Braunschweig lehrt. Hm.

Auf jeden Fall geht es heute darum, was so alles passieren muss, damit die schönen Wunschzettel von gestern Wirklichkeit werden. Wir erinnern uns, die Klientel besteht zu einem großen Teil aus Energiespar-Fans, die jede sich bietende Gelegenheit ergreifen, ihre persönliche Klimabilanz zu verbessern. Ganz oben auf der Wunschliste steht deswegen mehr Wissen darüber, welche Geräte, Dienstleistungen oder Verrichtungen des Alltags besonders viel oder wenig Energie verbrauchen. Am besten geliefert von einer unabhängigen Stelle – trotz allem Klimaschutz- und Energiespar-Engagement traut man der Industrie nicht über den Weg. Woran das wohl liegen mag?  » weiter

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Bürgerkonferenz: Utopie 2030 - zaghaft und visionär

25. September 2010, 19:08

Wir wollen hier ja nicht nur über Energie diskutieren, sondern vor allem über die Zukunft. Bei der Bürgerkonferenz Berlin ist die Zukunft konkret das Jahr 2030, nachdem offenbar früheren Runden das Jahr 2050 zu weit weg war. Visionen sind gefragt, und Visionen haben die Runden auf jeden Fall erarbeitet. Allerdings muss sich noch zeigen, welche davon richtungweisend sind und welche eher von der Sorte sind, die man nach dem Konsum dubioser Pilze bekommt. Auf jeden Fall liegt jetzt eine lange Wunschliste vor, und auf der ganz oben steht wieder einmal der Neue Mensch.  » weiter

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Bürgerkonferenz: Wir wollen sparen!

25. September 2010, 13:45

Das Thema Energiequellen ist bei der Bürgerkonferenz zwar am Anfang recht prominent vertreten, sowohl im Einführungsfilm als auch in den Statements der anwesenden Experten, die gesamte Konferenz werden diese großtechnischen Lösungen erfreulicherweise nicht dominieren. Das ist für mich etwas blöd, weil mir dadurch ein wesentliches Blogthema abhanden kommt.

Aber eigentlich bin ich darüber ganz glücklich, denn die Fixierung auf Energiequellen ist Symptom einer gefährlichen Illusion: Wir können so weitermachen wie bisher, wenn wir nur die richtige Technik finden, die alle unsere Probleme löst. Es gibt viel zu viele "Lösungen", die dank neu zu entwickelnder Techniken buchstäblich Er-lösung versprechen - Gigantische Solarthermie in der Sahara, Kohlenstoffsequestierung und natürlich die inzwischen berüchtigte Kernfusion.Ich kann erfreut berichten, dass der berüchtigte "technical fix" hier nicht allzu viele Fans hat. » weiter

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Bürgerkonferenz Berlin: Energienutzung der Zukunft - Utopie oder Dystopie?

25. September 2010, 09:15

Das ist also eine Bürgerkonferenz: Hier in Berlin-Adlershof treffen sich heute etwa 200 Bürger aus der Region Berlin-Brandenburg, um mit Leuten, die sich beruflich mit dem Thema befassen[1], über unsere zukünftige Energienutzung zu diskutieren. Es würde ein Riesentheater geben, wenn die alle gemeinsam diskutieren würden, deswegen stehen hier im Saal 20 runde Tische mit zehn Schreibblöcken für die Bürger und einem Laptop für die jeweils zugeteilte Moderatorin. Wie das nachher in der Praxis abläuft, kann ich mir beim besten Willen noch nicht vorstellen – das Programm klingt jedenfalls ziemlich ambitioniert und straff durchgeplant.

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Interview: Die wundersame Auferstehung von Cryosat

09. April 2010, 10:12


Eigentlich war die Cryosat-Mission der ESA schon gescheitert - beim Start im Jahr 2005 fiel der Erdbeobachtungssatellit ins Meer. Doch anders als bei den meisten Missionen, die derart unrühmlich endeten, gab es für Cryosat eine zweite Chance. Binnen viereinhalb Jahren baute die ESA den Satellit nach den vorhandenen Plänen neu. Gestern startete Cryosat-2 von Baikonur aus in den Erdorbit.

Mein Interviewpartner Alexander Soucek ist seit sechs jahren im Cryosat-Team und Koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Technikern.

 

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Zu viel versprochen - War´s das schon mit den Genexpressions-Arrays?

22. Januar 2010, 00:04

Mitte der 90er Jahre weckte eine neue Methode zur Messung der Genaktivität die Hoffnung, Tumore mit Hilfe ihres Expressionsprofils zu charakterisieren und gezielt zu behandeln. Doch diverse Probleme verhindern nach wie vor, dass die Technik in der Praxis zum Einsatz kommt. Inzwischen wachsen Zweifel daran, dass sie es jemals in die Klinik schafft

Eines der großen Probleme bei der Behandlung von Krebs ist, dass die Krankheit so variabel ist. Tumore können aus den unterschiedlichsten Ursachen entstehen, und kleine molekularbiologische Unterschiede können große Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf haben. Ob zum Beispiel ein Tumor mit hoher oder niedriger Wahrscheinlichkeit Metastasen bildet, hängt unter anderem davon ab, welche Gene besonders aktiv sind. Und das misst ein Expressions-Array.

Ein Expressions-Array ist im Grunde eine Platte vielen kleinen Schälchen, an deren Boden kurze einzelsträngige Erbgutstückchen befestigt sind. Sie fangen aus der Probelösung die zu ihnen passenden, fluoreszenzmarkierten DNA-Stränge ein, die zuvor mit Hilfe des Enzyms Reverse Transkriptase aus mRNA-Strängen gewonnen wurde. Die mRNa wiederum ist das Ausgangsprodukt der Proteinsynthese: Je mehr von ihr vorhanden ist, desto aktiver ist das Gen. Und desto stärker leuchtet das Schälchen mit der dazu passenden Sonde.

Das Prinzip erscheint fast verlockend einfach, und die nötige Technik ist ebenfalls seit Jahren kommerziell erhältlich. Trotzdem sieht es so aus als würde der Stern dieser Technologie bereits wieder sinken, bevor sie es auch nur in den Klinikalltag geschafft hat. Die Expressions-Arrays sind den hohen Erwartungen nie gerecht geworden.

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Geschrieben in Biochemie und Molekularbiologie , Technik | 7 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


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