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Der Heidelberger Kuh-Kompass

30. August 2008, 22:59

ResearchBlogging.orgEs ist schon ein paar Tage her, dass diese Meldung die Runde machte: Deutsche Wissenschaftler haben bei der Analyse von Satellitenbildern entdeckt, dass Kühe und Rotwild sich bevorzugt entlang der Nord-Süd-Achse ausrichten. Jetzt fragen sich natürlich alle, weshalb das bisher noch niemandem aufgefallen ist.

Aber wie auffällig ist der Effekt überhaupt? Im Paper, das von allen Journalisten und Bloggern, die drüber geschrieben haben, sicherlich aufmerksam gelesen wurde[1], sind die Ergebnisse der Analysen schön übersichtlich in einem Koordinatenkreis dargestellt, und man kann zum Beispiel sehr schön sehen, dass die Tendenz bei Rotwild stärker ausgeprägt ist als bei Kühen. Und es ist, wenn man das Ergebnis schwarz auf weiß aufgeschrieben sieht, tatsächlich kaum einsehbar, dass das noch niemandem aufgefallen ist. » weiter

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Glaube und Zölibat: bio-logisch erfolgreich?

23. Dezember 2007, 13:01

Heute überlasse ich - passend zur religiös geprägten Saison - dem Religionswissenschaftler Dr. Michael Blume das Podium. Michael Blume beschäftigt sich unter anderem mit den biologischen Ursprüngen und Mechanismen der Religiosität; 2005 promovierte er in Tübingen über das Verhältnis von Neurowissenschaften und Religionswissenschaft

An der Uni Heidelberg veranstaltet er in diesem Semester das Seminar "Religionswissenschaftliche Präsentationen zur Evolution der Religion", an dem ich auch mitwirke. Kennengelernt habe ich ihn vor einer Weile über sein Religionswissenschafts-Blog, in dem er regelmäßig über derartige Themen schreibt. Heute berichtet er hier bei Abgefischt über mögliche biologische Grundlagen des Zölibats. Viel Spaß!

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Glaube und Zölibat: bio-logisch erfolgreich?

Edward O. Wilson, einer der bedeutendsten Biologen unserer Zeit, stellte in seinem mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Buch On human Nature von 1978 fest: "Religion stellt die größte Herausforderung für die Soziobiologie des Menschen dar und ihre aufregendste Gelegenheit, als eine wirklich originale theoretische Disziplin fort zu schreiten." (S. 178, Übers. aus dem Englischen)

Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass Wilsons Traum in Erfüllung gehen könnte. In spezialisierten Netzwerken wie den Evolutionary Religious Studies wirken längst nicht nur Forscher verschiedenster Nationen, sondern vor allem auch unterschiedlichster Disziplinen mit. Dabei treffen Evolutionsbiologen, Anthropologen, Ethnologen, Psychologen, Neuromediziner, Soziologen, Ökonomen, Theologen, Philosophen und (vergleichende) Religionswissenschaftler nicht nur auf immer mehr Tagungen aufeinander, sondern nutzen auch das Internet, um in einer früher undenkbaren Geschwindigkeit und Tiefe empirische Daten und Thesen auszutauschen. » weiter

Geschrieben in Biologie , Verhaltensforschung | 235 Kommentare | 1 Trackbacks | Permalink


Schwul? Oder nur was mit der Nase?

11. Dezember 2007, 00:14

Einige Neurobiologen berichten in Nature Neuroscience, sie hätten mit gentechnischen Methoden schwule Taufliegen erzeugt. Im Zentrum ihrer Arbeit steht ein Gen namens genderblind, das sie bei einigen Taufliegen ausgeschalten haben, mit dem Resultat, dass die Fliegenmännchen anfangen, ihre Geschlechtsgenossen zu befummeln, belecken, begatten.

In ihrer Pressemitteilung behaupten die Wissenschaftler, sie seien damit der Ursache von Homosexualität möglicherweise ein Stück näher gekommen. Sie können nach eigenen Angaben Homosexualität bei Drosophila systematisch an- und ausschalten.

Bei näherer Betrachtung sieht das allerdings ein bisschen anders aus, denn genau genommen wählen die veränderten Fliegen keine gleichgeschlechtlichen Partner – im Gegenteil, sie verlieren die Fähigkeit, die Geschlechter zu unterscheiden.  » weiter

Geschrieben in Biologie , Chemie , Biochemie und Molekularbiologie , Verhaltensforschung | 7 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


Ungleicher Lohn = Streik

14. November 2007, 22:28

Menschen legen Wert großen Wert auf Gerechtigkeit, und wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen, dann schmollen sie. Lokführer zum Beispiel. Damit sind sie nicht allein, wie wir in einer Proceedings of the National Academy of Sciences lesen.

Die Verhaltensstudie amerikanischer Wissenschaftler führt uns zu den evolutionären Wurzeln des Gerechtigkeitsempfindens, und so gesehen auch zu den tieferen Ursachen der derzeitigen Unerfreulichkeiten, denen Bahnreisende im Moment regelmäßig ausgesetzt sind. Denn im Grunde geht es um ein einfaches Tauschgeschäft: Arbeit gegen Belohnung.

Bei so was sind Menschen empfindlich, und nicht nur die. Die Studie an Kapuzineraffen (Cebus apella) hat nicht nur gezeigt, dass die Tiere ein angebotenes Tauschgeschäft auch mal ablehnen, wenn es ihnen ungerecht vorkommt, sondern auch, welche Angebote die Tiere unfair finden. » weiter

Geschrieben in Biologie , Verhaltensforschung | 11 Kommentare | 0 Trackbacks | Permalink


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