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Sind Menschen SuperCooperators? Und wenn ja, wie?

09. Dezember 2011, 15:36

Angeregt von Martin Nowaks neuem Buch „Supercooperators“ möchte ich in diesem Beitrag mögliche Grundbedingungen für Kooperation skizzieren. Martin Nowak bietet uns zunächst fünf bekannte Mechanismen an (eine andere Besprechung des Buches findet man übrigens bei meinem Kollegen Michael Blume in dessen Blog):

  1. Verwandtenselektion

  2. Direkte Reziprozität

  3. Indirekte Reziprozität

  4. Räumlich bedingte Kooperation

  5. Gruppenselektion (Multilevel-Selektion)

 

Biologisch betrachtet ist Verwandtenselektion mit Abstand der wichtigste Mechanismus dieser fünf. Hier ist entscheidend, wem meine Kooperationsleistungen zu Gute kommen. Je näher meine Verwandtschaft mit demjenigen, dem mein Altruismus zuteil wird, desto mehr steigere ich die eigene Fitness, da sich meine genetische Ausstattung ja zum Teil überschneidet. Ein oft genanntes Beispiel sind Ameisen oder Bienen, deren rätselhafte hohe Kooperationsrate durch Hamiltons Gleichungen perfekt erklärt wurde. Theoretisch ist dies gut fundiert, ebenso klar ist allerdings, dass es viele altruistische Taten gibt, die sich hiermit nicht erklären lassen.

Schwieriger wird es schon mit der Gegenseitigkeit (Mechanismus 2, direkte Reziprozität): "Wie du mir, so ich dir" (Tit for Tat) ist ein Beispiel für eine Verwirklichung von DR. Sie ist eine extrem erfolgreiche Strategie bei Pflanzen, Tieren und Menschen, weil sie gegen viele andere Strategien bestehen kann (sie ist also robust). Schön ist das auch in der Goldenen Regel eingefangen, die Moralfragen betrifft, und die es in ähnlicher Form in allen Weltreligionen gibt: „Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem anderen zu“ (oder eben positiv formuliert). Problematisch dabei ist, dass es außerhalb der Menschen kaum gute Beispiele dafür gibt – auch das berühmte Vampirfledermaus-beispiel des Nahrungsteilens, das man bei Nowak ebenfalls noch finden kann, ist inzwischen höchst umstritten bzw. kann einfacher mit Mechanismus 1 erklärt werden.

Direkte Reziprozität (Mechanismus 2) darf nicht mit Mutualismus verwechselt werden. Bei DR kann ich – durch den Zeitraum bedingt, der zwischen der altruistischen Handlung A und der darauf folgenden Handlung B erfolgt – immer beschummeln / defektieren. Bei mutualistischen Systemen ist dies zwar auch möglich, wäre aber dumm, da per Definition beide Partner davon profitieren, bei einer Defektion also nicht besser, sondern schlechter dastünden.

Indirekte Reziprozität (IR, Mechanismus 3) läuft über einen Reputationsmechanismus. Was A dem B an Gutes tut, kriegt C mit, der dies wiederum möglicherweise an A weitergibt. Vertrauenswürdige Verkäufer bei ebay profitieren von ihrem Ruf, nämlich den guten Bewertungen der anderen. Dieser Mechanismus wird vor allem in größeren Populationen interessant, da direkte Reziprozität hier nicht mehr in voller Stärke greifen kann, da es zu viele Individuen gibt, die sich nicht mehr treffen. IR erfordert natürlich auch schon eine gewisse kognitive Grundausstattung (Wiedererkennen der Interaktionspartner, Gedächtnis, etc.).

Mechanismus 4, also Kooperation, die vor allem deshalb funktioniert, weil eine Population in gewisser Art und Weise räumlich angeordnet ist, hat es Nowak vor allem angetan. Bei Bakterien ist dies auch schön nachgewiesen worden: Können sich Kooperatoren geschützt vor zu vielen einwandernden Defektoren ungestört entwickeln, so genießen sie die vielen Vorteile dieser relativen Isolation und den ausschließlichen Kontakt mit „Gleichgesinnten“. Bei höherer Migrationsrate bzw. höherer Mutationsrate bzw. höherer Durchmischung (well mixed populations) wird das Bakterien-Utopia dann auch leider schnell labil.

Der letzte Mechanismus schließlich, Gruppenselektion, wird von den meisten Biologien mit Skepsis betrachtet. Trivers, Hamilton, Dawkins und andere weisen mit allem Nachdruck darauf hin, dass Selektion notwendigerweise am Individuum angreift, nicht an der Gruppe oder irgendeiner übergeordneten Einheit. Dies bestreitet nun Nowak ebenfalls. Er ist der Meinung, nachweisen zu können (mit einigen anderen Kollegen), dass Selektion auf verschiedenen Ebenen wirksam werden kann (sog. multilevel-Selektion). Das ist meiner Meinung nach auch das argumentativ schwächste Kapitel seines sonst spannend zu lesenden Buches.

 

Nach dieser eher allgemeinen, aber notwendigen Beschreibung der Grundlagen möchte ich im nächsten Beitrag einige weiterführende Ideen von Martin Nowak genauer aufgreifen. Dazu passt ein hoch interessanter Artikel, der die räumliche Struktur von sozialen Netzwerken bei Menschen experimentell untersucht hat. Passend deshalb, weil Nowak meist Computersimulationen evolutionärer Prozesse laufen lässt. Problematisch dabei ist, dass mit ein bisschen Spielerei an den Parametern ein weiter Raum an Ergebnissen erzeugt werden kann. Ob alle wichtigen Parameter erwischt wurden und ob sie realistisch sind, ist hingegen eine ganz andere Frage, die meist nicht gestellt wird.



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Wider die Vorurteile gegen die Soziobiologie

08. September 2011, 21:42

Gerne würde ich eine detaillierte und subtile Darlegung evolutionsbiologischer Problematiken liefern. Leider befindet sich die öffentliche Diskussion um die Soziobiologie auf einem beklagenswerten Niveau; Vorurteile und Missverständnisses sind an der Tagesordnung. Von daher werde ich die folgenden Zeilen dafür verwenden, einige häufige falsche Meinungen über evolutionären arbeitende Biowissenschaften anzusprechen und richtig zu stellen.

Zunächst einmal eine allgemeine Positionsbestimmung: Meiner Meinung nach liegt der Rechtfertigungsdruck mittlerweile auf allen denjenigen Ansätzen, welche die Evolutionstheorie nicht in ihren Erklärungsmodellen verwenden. Warum? Aus wissenschaftstheoretischer Sicht, weil die Evolutionstheorie zu den bestbestätigtsten und of geprüftesten Theorien der Wissenschaftsgeschichte gehört – allen Kreationisten zum Trotz. Und aus inhaltlicher Sicht, weil Menschen nun einmal biologische Wesen sind. Nicht nur der menschliche Körper, sondern auch sein Verhalten und Denken ist ein Produkt der Evolutionsgeschichte.


Ich erspare dem geneigten Leser den oft zitierten Ausspruch von Dobzhansky hinsichtlich der Evolution und möchte Ihnen stattdessen den folgenden ans Herz legen:


Is it not reasonable to anticipate that our understanding of the human mind would be aided greatly by knowing the purpose for which it was designed?“ (Williams 1966 S. 16)


Dies ist natürlich nicht nur auf unser Denken beschränkt, sondern bezieht auch unser Verhalten mit ein. Die Frage ist also schon seit Jahrzehnten nicht mehr, ob die Biowissenschaften Deutungsmacht besitzen, sondern wie weit ihr Erklärungspotenzial reicht. Nun könnte man trefflich darüber streiten, um ein aktuelles Thema zu nehmen, ob die bunten Bilder, die seit einiger Zeit von den Neurowissenschaften erzeugt werden, eine echte Revolution sind, oder heillos überinterpretiert.Aber da es sich hierbei nur um den neuesten Streit in einer langen Reihe anderer Streits handelt, die schon lange als ad acta gelegt worden sind, will ich lieber auf grundsätzliche Argumentationen eingehen, die Biowissenschaften in toto diskreditieren wollen.


Grundmuster 1: Die Biowissenschaften mögen ja einige rudimentäre Verhalten erklären, für alle etwas gehobenen und wirklich interessanten Verhaltensweisen sind sie zu grob oder überhaupt nicht zu gebrauchen. Hierfür müssen wir in die Sozial- und Kulturwissenschaften blicken.

Antwort: Könnte in einer Aufzählung einiger Phänomene bestehen, für die die Evolutionstheorien plausible und gut bestätigte Erklärungen liefert (Attraktivität von Gesichtern; Partnerwahl; Nahrungswahl auch in modernen Supermärkten; Religiosität; moralische Fragen; Ökologie und Nachhaltigkeit; Status und Prestige, und die Liste ließe sich problemlos verlängern).

Könnte aber auch in dem Hinweis bestehen, dass eine strikte Trennung zwischen Geistes-, Sozial- und Biowissenschaften Unsinn ist, wenn man ein Problem untersuchen will, dass alle diese Spezialgebiete berührt. Zielführender ist es wohl, die jeweiligen Stärken und Methodiken zusammenzuführen (siehe auch Michael Blumes Plädoyer hier). So könnte bei moralischen Fragen die Philosophie die Begriffsarbeit leisten und die verborgenen Prämissen der Fragestellung zu Tage bringen; die Sozialwissenschaften die Bedingungen beschreiben, in der moralische Handlungen stattfinden; die Kulturwissenschaften die kulturellen Rahmenbedingungen in ihrer Variabilität analysieren; und schließlich die Evolutionsbiologie Motivationen (ultimate Gründe innerhalb der inclusive fitness-Theorie) für bestimmte moralische Handlungen liefern.


Grundmuster 2: „Soziobiologen? Sind das nicht die, die auch Euthanasie befürworten? Das sind doch Nazis.“

Antwort: erübrigt sich (fast), ist aber leider eine der häufigsten Reaktionen auf die Erwähnung von Soziobiologie. Gehört natürlich in die selbe Kategorie wie etwa das Vorurteil „Christen essen ihren Gott auf“.


Grundmuster 3: „Die Biologie / Evolutionsbiologie / Soziobiologie behauptet, dass vieles oder alles vererbt wird, also genetisch festgelegt ist. Diese Anlagen sind unveränderlich und starr, können also insbesondere durch Kultur oder Erziehung nicht modifiziert werden.“

Antwort: Dies hat kein seriöser Evolutionsbiologe jemals behauptet. Besser: Unsere genetische Ausstattung legt die Dispositionen (den Rahmen) fest, die durch verschiedene Umweltbedingungen verschieden ausgeprägt werden. So kann ein bestimmter Baum unter idealen Wachstumsbedingungen beispielsweise 30 m hoch werden, und unter miserablen Bedingungen vielleicht gerade einmal 5 m.


Die Frage, die mir bleibt ist: Warum soviel Feindschaft? Man (ich) wird müde, wenn man nur einen winzigen Bruchteil eines Ausschnittes eines Teils liest, der gegen die Evolutionstheorie gerichtet ist. Wieviel Tinte, Zeit, (Hirn jetzt eher weniger) ist hier verschwendet worden? Für konstruktive Antworten bin ich dankbar ...


Literatur:

Williams, G. C. (1966): Adaptation and Natural Selection. Princeton: Princeton University Press.



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Wie lässt sich Kooperation bei Menschen steigern?

20. April 2011, 21:45

Neben der Frage, warum Menschen mehr als andere Lebewesen kooperieren (Ausnahme vielleicht soziale Insekten), ist vor allem die Anschlussfrage interessant: Wie lässt sich die Zusammenarbeit noch steigern? Denn so beeindruckend menschliche Kooperation auch ist – man denke nur an globalen Handel, Arbeitsteilung oder die UN – ebenso häufig sind misslungene Allianzen, Misstrauen zwischen Individuen oder Nationen, militärische Konflikte, Handelskriege, Zollschranken, usw.


Wie in diesem Beitrag bereits erwähnt, gibt es ein schönes Experiment, das in vielen Variationen existiert und soziale Dilemmata auf das Beste und Einfachste widerspiegelt. Natürlich gelten auch hier die Caveats, die für alle Experimente gelten: Sei vorsichtig bei Schlüssen von künstlichen, extrem einfachen und abstrakten Umgebungen (eben diese Experimente) auf komplexe Realwelt-Umgebungen!


Deshalb möchte ich mich auf die robustesten, in vielen Variationen wiederholten und geprüften Ergebnisse beschränken – ihnen kann man (fast) getrost vertrauen. Ob man sie jedoch als universale Verhaltenstendenzen ansehen möchte, ist noch offen – das wurde in letzter Zeit in Frage gestellt (Gächter 2010; Henrich 2010).


Diese beiden Artikel wiesen auf doch beachtliche kulturelle Unterschiede im Kooperationsverhalten von Menschen hin. Problematisch ist zum Beispiel, dass in Kooperationsexperimenten bisher fast nur westliche (amerikanische) Psychologie- und Ökonomiestudenten getestet werden (WEIRD people = Western, Educated, Industrialized, Rich, and Democratic). Ist aber auch so praktisch! Die Studis sitzen an der Uni direkt vor der Nase und müssen meist das tun, was der Professor sagt.


Wenn man sich allerdings die Mühe macht – was diese beiden Herren und ihre Teams getan haben – dieselben Tests weltweit von Jemen bis hin zu Amazonasvölkern zu wiederholen, dann stößt man auf Unterschiede, die höchst interessant sind. So werden beispielsweise, um mal bei den basics zu beginnen, nicht einmal optische Täuschungen gleich wahrgenommen! Die Müller-Lyer-Täuschung ist bei manchen Menschen einfach keine...

 

Und um zur Kooperation zu kommen: In den meisten Standardspielen (Ultimatum-, Diktatorspiel, Public Goods Games) sind wir weird Menschen tatsächlich eine komische Stichprobe, die meist am Rande der weltweit aufgespannten Variationsbreite liegt. Das heißt, wir sind gerade nicht repräsentativ für „die Menschheit“. Aber zurück zum Thema: Wie steigert man denn nun Kooperation bei Menschen?


Das wirkungsvollste Mittel ist gleichzeitig das einfachste: Sobald die Leute miteinander sprechen dürfen – und nicht anonym und stumm in Computerkabinen am PC sitzen – steigt die Kooperationsrate enorm an. Es bedarf nur zweier Schlüsselingredienzien: Jemand, der den Anführerpart übernimmt, und einen Schlauberger, der die effizienteste „Lösung“ für die Aufgabe austüftelt. Und voilà – fertig ist eine gut kooperierende Gruppe!


Sehr wirkungsvoll sind auch zwei andere, in der Gesellschaft wohlbekannte Mechanismen: Strafen und Reputation (auch gerne kombiniert). Sobald eine Strafmöglichkeit besteht, geht es auch schon los; jeder zeigt dem anderen über Strafen: „So geht’s nicht! Beteilige dich gefälligst am Benzingeld für die gemeinsame Urlaubsfahrt“. Oder auch die beliebte Erziehung im Straßenverkehr... Das sorgt schnell dafür, dass potenzielle Freerider ihren Beitrag für die Gemeinschaft erhöhen.

 

Blöd dabei ist nur zweierlei. Erstens, Ökonomen verstehen die Welt nicht mehr, denn warum gibt sich jemand dafür her, sein sauer verdientes Geld dafür auszugeben, andere zu bestrafen? Das ist nämlich ein soziales Dilemma zweiter Ordnung (besser andere bestrafen, und nicht ich muss das tun). Und zweitens, zerstören Strafen einen Teil des gemeinsam erzeugten Gutes wieder. Sprich, sie sind nicht besonders effizient, da Vermögen auf zwei Weisen vernichtet wird. Der Bestrafende muss etwas investieren und hat Kosten und der Bestrafte kriegt etwas abgezogen.


Da klappt das mit der Reputation besser, wie jeder weiß, der brav seine Sternchen bei Ebay zählt und viel Wert darauf legt, wer welches Produkt im Internet auf welche Weise bewertet hat. Wenn also die Chance besteht, in einer Situation zu zeigen, wie altruistisch und gut ich bin, dann machen das viele („Tue Gutes und sprich darüber“), und die meisten anderen registrieren das („Schau, der Nachbar hat schon wieder für das Rote Kreuz gespendet!“) und reagieren entsprechend. Dann findet auch eine Sortierung statt: Mit dem (hohe Reputation = Altruist) würde ich gerne in eine lange Beziehung eintreten; den Freerider (schlechte Reputation = Egoist) lasse ich dagegen links liegen.


So, das waren die drei wichtigsten Mechanismen, wie man – zumindest im Labor in Public Goods Spielen – die Kooperationsrate steigern kann. Welche es noch gibt und wie praktikabel sie im echten Leben sind, schreibe ich dann beim nächsten Mal.


Die beiden lesenswerten Artikel:

Gächter et al. (2010): Culture and cooperation. Philosophical Transactions of The Royal Society of London: Biological Sciences 365: 2651-2661

Henrich et al. (2010): The weirdest people in the world? Behavioral and Brain Sciences 33: 61-135



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Forschung in den USA oder am Workshop bei Lin

27. November 2010, 01:26

Da ich zurzeit das Privileg genieße, einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt in den USA zu verbringen, möchte ich diesen Beitrag dazu nutzen, etwas davon zu berichten. Warum? Weil ich extrem begeistert bin.

Zunächst einmal: Wo bin ich gelandet? Ich bin am Workshop in Political Theory and Policy Analysis in Bloomington, Indiana. Dieser Workshop wurde bereits vor über 20 Jahren gegründet und zwar vom Ehepaar Elinor und Vincent Ostrom. Und der Titel „Workshop“ ist Programm und nicht aus Jux gewählt. Hier geht es um vielfältige Zusammenarbeit und um echte Problemlösungen in Praxis und Theorie. Schwurbeln, sprachliches Nebelwerfen oder Verstecken hinter obskuren Fachbegriffen ist hier out bzw. wird schnell durchschaut. Beeindruckend und extrem produktiv ist die Zahl der internationalen Gäste, Sprecher und Gastwissenschaftler. Selbst wenn man sich dagegen wehren würde, bleibt es nicht aus, von der Breite, Tiefe und Qualität der Beiträge aus allen möglichen Disziplinen positiv beeinflusst zu werden.

Hier ist einer der wenigen Orte, die ich in meiner Wissenschaftlerkarriere bisher kennen gelernt habe, der wirklich und wahrhaftig interdisziplinär ausgerichtet ist, forscht und denkt (hier ein Buch zur Notwendigkeit dieser Art Forschung). Ökonomen, Politikwissenschaftler, Praktiker aus der Entwicklungszusammenarbeit, Forstwissenschaftler, Soziologen, Philosophen, Agrarwissenschaftler, Geographen, Informatiker und Anthropologen tauschen hier Woche für Woche ihre Ideen aus.

Aus meiner Sicht besonders hervorzuheben ist die Bereitschaft aller Personen inklusive der Professoren, sich für eine Diskussion mit „visiting scholars“ zu treffen und deren Fragen zu beantworten – ein kurze Interessenbekundung per E-mail reicht meist völlig aus! Auch in technischer Hinsicht: freundliche Datenbankadministratoren nehmen sich Stunde um Stunde Zeit, um extrem entspannt und freundlich ihre Datenbank jedem interessierten Forscher zu erläutern.

Ach ja, das ist diese Datenbanken überhaupt gibt, die ziemlich einzigartig auf der Welt sind, geht natürlich auf diejenige Person zurück, die das Ganze ermöglicht und organisiert hat: Elinor Ostrom. Ihr ist es zu großen Teilen zu verdanken, dass diese Atmosphäre herrscht, welche wiederum internationale Forscher aus der ganzen Welt anzieht. Unglaublich freundlich, neugierig, offen für neue Methoden und immer mit einem Vorschlag für eine mögliche praktische Lösung für ein Problem, oder aber der Hinweis auf eine Person, die es lösen könnte.

Mit anderen Worten – für alle Arten von Projekten zur Kooperationsforschung ist es ein fantastischer Ort. Kann ich nur jedem empfehlen! Allein die Tatsache, dass ich in 3 Monaten 4 Nobelpreisträger hören durfte, spricht, glaube ich, für sich.

Solcherart „geboostet“, wird mein nächster Beitrag zur Kooperation hoffentlich an Qualität stark zulegen.



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Denkanstöße - Wie die Evolution unser Denken prägt: Gerhard Vollmers "Was können wir wissen?"

03. August 2010, 20:15

Warum ist dieses Buch wichtig?

 
"Ich halte den Durchbruch und die rasche Verbreitung der Evolutionären Erkenntnistheorie für das wichtigste geistesgeschichtliche Ereignis der letzten Jahre."

Kein Geringerer als der Nobelpreisträger Konrad Lorenz beginnt mit diesen Worten sein Geleitwort zu dem Werk, das hier vorgestellt werden soll. Und Gerhard Vollmer, der Autor der beiden Bände "Die Natur der Erkenntnis" und "Die Erkenntnis der Natur" mit dem gemeinsamen Titel “Was können wir wissen?”, hat die Evolutionäre Erkenntnistheorie geprägt wie kein anderer, und zwar bereits durch sein Buch “Evolutionäre Erkenntnistheorie” von 1975. Sie ist Ausgangs- und Mittelpunkt auch der Überlegungen in diesen beiden Bänden von 1985 und 1986, die zusammen über 600 Seiten umfassen und mittlerweile in vierter Auflage erschienen sind – ein Beleg für ihre Aktualität und Bedeutung.

Das Schöne an diesen Büchern – wie an allen Vollmer-Texten – ist ihre Lesbarkeit. Für seine herausragende und in der Wissenschaft leider viel zu seltene Fähigkeit, komplexe Inhalte so zu vermitteln, dass die Problematik erhalten bleibt und trotzdem für jeden verständlich ist, hat Gerhard Vollmer, Physiker und Philosoph und bis vor kurzem Professor für Philosophie in Braunschweig, sogar den hochdotierten Kulturpreis der Eduard-Rhein-Stiftung erhalten. So auch hier: Klar und präzise bringt er verworrene Probleme auf den Punkt, indem er alles Nebensächliche weglässt – was ja eine Kunst für sich ist. 

Was können wir wissen?

Die Lektüre ist also uneingeschränkt zu empfehlen. Aber worum geht es? Vollmer geht aus von der Hauptfrage der Erkenntnistheorie "Was können wir wissen?". Zunächst werden einige historische Antworten vorgestellt, danach die Grundthesen der Evolutionären Erkenntnistheorie.

Da es sich bei den beiden Bänden um Aufsätze handelt, die gut zusammenpassen, aber nicht in allen Fällen in einem engem Zusammenhang stehen, können einige Einzelthemen zwar erwähnt, aber nicht näher besprochen werden. So gibt uns Gerhard Vollmer faszinierende Einblicke in die Wissenschaftstheorie mit Beiträgen über "Die Wissenschaft von einmaligen Ereignissen", "Die Einheit der Wissenschaft" und "Reduktionismus und dessen Probleme", aber auch über die "Asymmetrie der Zeit" und "Kopf und Computer". Zudem baut er die Evolutionäre Erkenntnistheorie aus und wendet sie auf philosophische Probleme an. So widmet er sich dem Problem der Anschaulichkeit, dem Mesokosmos und dem Leib-Seele-Problem.  

 


 

Herausheben möchte ich die Idee, Kausalität über den Energieübertrag zu zu charakterisieren. Dieser Gedanke scheint mir außerordentlich wichtig, gerade weil er in der Philosophie noch nicht die seiner Bedeutung gemäße Verbreitung gefunden hat. 

Die Evolutionäre Erkenntnistheorie

Was zeichnet die Evolutionäre Erkenntnistheorie aus, die sich als eine philosophische Disziplin versteht, die auf Erkenntnissen der Evolutionstheorie beruht? Was sind ihre Hauptthesen?

Vieles in der Biologie hat eine Funktion. So dient die Flosse der Fortbewegung im Wasser, und die Lunge taugt für das Atmen. Wofür aber ist unser Gehirn gut? Über die Sinnesorgane nimmt es Informationen aus der Außenwelt auf. Je genauer und schneller dies geschieht, desto besser – im Sinne von überlebensdienlich – fallen Reaktionen auf neue Situationen, Ereignisse und Dinge aus. Einfache Lebewesen, die nur über einen Lichtrezeptor verfügen, können sich zweckdienlicherweise zum Licht hin und von dunklen Stellen wegbewegen. Sollten sie auf ihrem Weg jedoch zufällig in eine Säure geraten, so können sie dies wegen fehlender Sensoren nicht vermeiden. Mit dieser evolutionären Funktionslogik ist gleichzeitig ein wichtiges philosophisches Problem der Erkenntnistheorie gelöst: Warum passen die Kategorien unseres Gehirns überhaupt auf die Strukturen der Welt? Warum sehen wir mit unseren Augen gerade diesen Ausschnitt aus dem Lichtspektrum und nicht vielmehr einen, der auf der Erde gar nicht vorkommt, etwa Röntgenstrahlen? Diese höchst erstaunliche Passung der subjektiven Erkenntnisstrukturen auf die objektive Welt hat schon Kant Kopfzerbrechen bereitet. Die Evolutionäre Erkenntnistheorie ist hier meines Wissens die einzige philosophische Theorie mit einer überzeugenden Erklärung: 

  „Unser Erkenntnisapparat ist ein Ergebnis der Evolution. Die subjektiven Erkenntnisstrukturen passen auf die Welt, weil sie sich im Laufe der Evolution in Anpassung an diese reale Welt herausgebildet haben. Und sie stimmen mit den realen Strukturen (teilweise) überein, weil nur eine solche Übereinstimmung das Überleben ermöglichte.“ (Vollmer 1975/2002, S. 102)  

Die Kritik

Hier stoßen wir auf eine überraschende Tatsache: Die Evolutionäre Erkenntnistheorie (EE) steht beileibe nicht im Zentrum philosophischer Debatten in der Erkenntnistheorie. Dies mag damit zu tun haben, dass viele Philosophen alles Empirische ablehnen. Möglicherweise auch damit, dass die EE gar nicht als Erkenntnistheorie angesehen wird, sondern als eine naturwissenschaftliche Disziplin. Damit wird ihr oft im gleichen Zuge die Kompetenz für die Beantwortung philosophischer Fragen abgesprochen. Nachvollziehbar ist dies allerdings nicht, da die EE eine ganze Reihe typisch erkenntnistheoretischer Fragen stellt und diese auch beantwortet – was man wiederum von einigen philosophischen Konkurrenztheorien nicht behaupten kann. Da hilft es, dass Gerhard Vollmer im vorliegenden Buch fast alles, was an Argumenten kritisch gegen die Evolutionäre Erkenntnistheorie vorgebracht wurde, sammelt, fair bespricht – und überzeugend widerlegt. 

Die meisten Gegenargumente beruhen leider auf Unkenntnis. Sie werden leicht widerlegt und verdienen keine ausführliche Besprechung. Nur das häufigste Missverständnis soll kurz dargestellt werden. Es macht richtigerweise darauf aufmerksam, dass Erfolg (Überleben) Wahrheit (richtiges Erkennen der Außenwelt) nicht garantiert. Nun wird dies aber auch kein ernsthafter Vertreter der EE behaupten. Im Gegenteil, eine der Hauptthesen der EE ist:

Biologische Anpassungen sind niemals ideal, müssen sich aber in der natürlichen Auslese bewähren. Deshalb ermöglichen die subjektiven Erkenntnisstrukturen – über Jahrmillionen getestet – zwar keine absolut wahre, aber doch eine angemessene Rekonstruktion realer Objekte, die mindestens in Bezug auf den mesokosmischen Lebensraum auch nicht völlig falsch sein kann.

Es muss also zwischen Erkenntnis und Anpassung unterschieden werden. Weder ist Erkenntnis identisch mit absoluter Wahrheit, noch stellt der Überlebenserfolg ein hinreichendes Kriterium für Wahrheit dar.

Eine ernst zu nehmende Kritik greift dagegen den hypothetischen Realismus an, welcher der EE zu Grunde liegt. Diese Diskussion würde hier zu weit führen – dazu sei der neugierige Leser auf die Diskussionen im Buch selbst verwiesen.

Fazit

Die Evolutionäre Erkenntnistheorie versucht etwas in der Philosophie eher Unübliches: Sie nimmt die Frage “Wieso können wir die Welt erkennen?” (übrigens auch ein Buchtitel von Gerhard Vollmer) als Ausgangspunkt für philosophische Fragen. Die Antwort ist biologisch geprägt und versteht das Gehirn, das bekanntlich dem Denken zu Grunde liegt, als eine Anpassung, die bestimmte Funktionen erfüllt. Aus diesem Gedanken lässt sich vieles entwickeln, zum Beispiel die Folgerung, dass und warum wir in der Welt der mittleren Dimensionen (im Mesokosmos) zu Hause sind. Zu erwarten sind auch Beschränkungen, blinde Flecken und Fehler in unserem Denken, da Anpassungen niemals ideal sind, sei es wegen mangelnder Kapazität oder aus anderen Gründen. Auch Wissenschaft lässt sich besser verstehen – und zwar als eine systematische Weiterentwicklung unserer Intuitionen. Bessere Instrumente, bessere Theorien und bessere Methoden führen zu quantitativem und qualitativem Fortschritt bei der Erkenntnis der Welt.

Seit ihrem Erscheinen 1985 hat sich in den behandelten Bereichen viel getan. So gibt es mittlerweile nicht nur Evolutionäre Ethik, Evolutionäre Ästhetik und Evolutionäre Wissenschaftstheorie, sondern sogar eine Evolutionäre Religionswissenschaft. Das zeigt, wie fruchtbar die Grundgedanken sind, die Gerhard Vollmer in diesen zwei Bänden als einer der Ersten systematisch entwickelt hat. Sie alle eint der Versuch, die evolutionäre Geschichte des Menschen bei den Erklärungsversuche ihrer jeweiligen Phänomene zu berücksichtigen und zu nutzen. Für ihr Verständnis gibt es kaum einen besseren Startpunkt als Gerhard Vollmer und seine Gedanken zur Evolutionären Erkenntnistheorie.



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Wie kooperationsbereit ist der Mensch?

06. Mai 2010, 17:08

Wenn man, wie ich, daran interessiert ist, zu verstehen, wie menschliche Kooperation funktioniert, dann findet man sich schnell vor zwei Extremen wieder. Auf der einen Seite ist der Mensch mit Sicherheit dasjenige Lebewesen, das alle anderen sowohl quantitativ als auch qualitativ in der Zusammenarbeit übertrifft. Kein anderes Tier ist in der Lage, weltweit, anonym, in großen Gruppen und von großen zeitlichen Abständen unterbrochen zusammenzuarbeiten.

Auf der anderen Seite scheitern viele Kooperationen, bei denen man den Eindruck hat, dass die beteiligten Gruppen lediglich Kleinigkeiten hätten ändern müssen, um erfolgreich zu sein. Wie bereits in einem anderen Beitrag erwähnt, kommt es dann bei gemeinschaftlich bewirtschafteten Ressourcen wie Wald, Fischen, Bewässerungssysteme oder ähnlichem mehr zur so genannten Verelendung der Gemeingüter (tragedy of the commons). Da verweigern zum Beispiel ganze Dörfer die Zusammenarbeit, weil der neue Anführer mit seinem Plänen vor allem sich selbst bereichert und finden keinen Ausweg aus diesem Dilemma. Da führt der Neid eines Bauern auf den Nachbarn dazu, dass er mehr verbraucht als er eigentlich benötigt – nur um dem anderen die dringend benötigten Ressourcen wegzunehmen und ihm eins auszuwischen. Dass er dabei letztlich auch verliert, gerät da schnell aus dem Blick. Und diese Beispiele ließen sich natürlich fortführen.

Und in der Tat, ein erfolgreiches, effizientes und nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen ist in vielen Projekten weltweit eher die Ausnahme als die Regel. Die Frage liegt nahe, woran das letztlich liegt. Zu diesem Zweck versuchen Forscher, wichtige Rahmenbedingungen im Laborversuch nachzustellen. Unter welchen Bedingungen sind Menschen kooperationsbereiter, unter welchen Bedingungen gewinnen Egoisten die Oberhand? Das reicht von Computersimulation über anonym durchgeführte Spiele bis hin zu manipulierten Situationen in der realen Welt.

Dazu gibt es eine Menge Studien, bekannt sind hier vor allem das Gefangenendilemma und die so genannten public goods Spiele geworden. Bei beiden Spielen entsteht ein Dilemma für jeden Spieler, denn Egoismus ist die erfolgreichste Strategie. Allerdings hat sie einen gravierenden Nachteil: im Gefangenendilemma hat eine egoistische Strategie, die man Defektion nennt, meist zur Folge, dass der Mitspieler auch defektiert, also zurückschlägt. Mit anderen Worten, es gibt nur wenige so vertrauensselige und gutmütige Menschen, die sich bereitwillig Runde für Runde ausnehmen lassen, indem sie kooperieren, obwohl der Partner dies nicht tut. Die Folge: Beide Spieler geraten in eine Abwärtsspirale aus Misstrauen, Egoismus und der schlechtestmöglichen Ausbeute, aus der sie alleine praktisch nicht mehr herausfinden können.

In public goods Spielen, in denen eine Gruppe von Spielern in einen gemeinsamen Topf einzahlt, ist dies ähnlich. Verhält sich jeder egoistisch und zahlt gar nichts ein (vergleichbar mit lauter Schwarzfahrern, oder einem Land, in dem niemand den Müll trennen würde), wird kein öffentliches Gut erzeugt bzw. das öffentliche Gut zu Grunde gerichtet und somit das schlechtestmögliche Ergebnis erzielt. Gibt jeder Spieler dagegen den vollen Betrag in den Pott, so ist das soziale Optimum erreicht und die Effizienzgewinne aus der gemeinsamen Kooperation entstanden durch altruistisches Verhalten sind maximal – jeder profitiert!

Daher das Dilemma – wenn niemand einzahlt, fahren alle schlecht; aber wenn ich nicht einzahle, aber alle anderen schon, dann fahre ich am besten.

Was findet man nun, wenn man diese Spiele im Labor spielt? Das hängt natürlich von den oben erwähnten Rahmenbedingungen stark ab. Aber zwei Dinge kann man sicher sagen. Erstens, standardmäßig ist die Mehrheit der Menschen eher altruistisch als egoistisch eingestellt (Achtung, gewagte Verallgemeinerung!). Zweiten, dabei handelt es sich nicht um einen stabilen Zustand.

Sind das nun gute oder schlechte Nachrichten? Ich persönlich würde dies prinzipiell zunächst als positiv einstufen, denn auf dieser prinzipiellen Freundlichkeit, Kooperationsbereitschaft bzw. Altruismus lässt sich mit geeigneten Mechanismen aufbauen. Diese Mechanismen müssen allerdings stimmen, denn sonst ist der Zusammenbruch der Kooperation eben unvermeidlich. Ein typisches Problem ist etwa, dass immer einige Egoisten dabei sind. Wenn nun altruistisch gesinnte Spieler deren Einsätze und Strategie beobachten, dann korrigieren sie meist ihren Einsatz nach unten – und damit sind wir in der oben erwähnten Abwärtsspirale.

Mit welchen Mechanismen man eine stabile Kooperation erreichen kann, davon im nächsten Beitrag mehr.



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Fehler vermeiden - aber wie?

29. Januar 2010, 22:07

Nachdem ich nun schon in einigen Beiträgen über kognitive Fehler geschrieben habe, möchte ich auch einige Worte darüber verlieren, wie man diese Fehler vermeiden kann.

Dazu gibt es nun erstaunlicherweise wenig bis nichts an Literatur, jedenfalls in der Kognitionspsychologie. Der Fehler wird beschrieben und an einer Versuchsgruppe getestet, aber das war's meist auch schon. Selbst eine Erklärung, wo der Fehler seine Ursache hat, fehlt oft. Typische Beispiele sind die Bestätigungstendenz, die Fehleinschätzung von Grundhäufigkeiten oder logische Inkonsistenzen. Wer mehr über Ursachen wissen will, wird eher in der technischen Unfallforschung fündig. » weiter

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Denkfehler revisited oder: Die heiße Jagd auf die kalte Fusion

06. Dezember 2009, 13:32

Im Lichte der heutigen überwiegend klimaschädlichen Erzeugung von Energie ist es interessant, einmal in der neueren Wissenschaftsgeschichte zu Lösungen – und falschen Versprechungen – zu diesem Thema zu kramen.

Und da wird man schnell fündig. Vor ziemlich genau 20 Jahren berichteten die Chemiker Pons und Fleischmann von einer gelungenen kalten Fusion. Dieses angebliche Ergebnis versprach unbegrenzte saubere Energie; alle Energieprobleme wären gelöst! Leider waren sie Betrüger. Das galt aber nicht für alle diejenigen Institute, die bereits an den  folgenden Tagen die erfolgreiche Wiederholung der Ergebnisse meldeten. Die Welt der Physik verfiel in hysterische Aufregung, was sich erst ein Jahr später legen sollte. » weiter

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Wirtschafts-Nobelpreis für Elinor Ostroms Allmendeforschung

30. Oktober 2009, 22:30

Die erste Frau, die einen Wirtschaftsnobelpreis erhält, muss schon etwas ganz besonderes getan haben – und das hat sie auch. Interessanter- und paradoxerweise sind ihre Hypothesen auch mit der "Mainstream"-Wirtschaftswissenschaft kaum vereinbar. All das verdient eine kurze Vorstellung ihres faszinierenden und global bedeutsamen Forschunggebietes. Und genau das will ich heute tun.  » weiter

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Fallstricke

12. Oktober 2009, 09:37

Heute möchte ich gerne ein Buch vorstellen, dem ich ein breites Publikum wünsche – ganz einfach, weil ich es selbst mit meinem Bruder zusammen geschrieben habe. Smile

So sieht es von außen aus:

But: never judge a book by its cover ... (obwohl ich das Cover gut gelungen finde) » weiter

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